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Cmg/Fragment 085 11

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 85, Zeilen: 11-31
Quelle: Böckenförde 2008
Seite(n): 255-256, Zeilen: 24-41; 01-02
Um zu einer Antwort zu gelangen, muss zunächst der Zusammenhang von Menschenwürde und Menschenbild verdeutlicht werden.

1. Beurteilung nach dem christlichen Menschenbild Wie bereits ausgeführt, besteht nach dem christlichen Menschenbild kein Recht zur Selbstverfügung über das eigene Leben. Dies resultiert daraus, dass das Leben von Gott gegeben und der Mensch nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist. Früher wurde dies sehr strikt vertreten, ebenso, dass ein Selbstmörder nicht in geweihter Erde bestattet werden darf. Von dieser strikten These werden jetzt in Grenzfällen Ausnahmen gestattet. Dann sei der Suizid zwar möglicherweise nicht zu verurteilen, dennoch aber wird am Nichtverfügungsrecht über das eigene Leben festgehalten. In Konsequenz hieraus ergibt sich, dass ein Sterbenlassen – als Unterschied zur Sterbehilfe – eines „Todgeweihten“ möglich ist. Dies folgt daraus, dass das Sterben und somit auch der Tod zum Leben gehören und ein lebensverlängernder Eingriff in den Sterbeprozess weder geboten noch angezeigt ist. Infolgedessen unterliegt auch der Einsatz von Palliativmitteln, selbst wenn sie lebensverkürzend wirken, keinen Bedenken mehr. Anders zu werten und somit weiterhin unzulässig ist eine vorzeitige Beendigung des Lebens aus dem Motiv, dass es nicht mehr lebenswert sei. Insoweit kann es dann Probleme mit sich bringen, wenn die Lebensverlängerung durch Maßnahmen der Apparatemedizin zu nichts anderem mehr als einem mechanischen Fortvegetieren führt. In diesen Fällen scheint es angezeigt, zu überlegen, ob und wann die Lebensverlängerung eingestellt werden kann.276


276 Böckenförde, Stimmen der Zeit, 4/2008, S. 255 f.

Wichtig für eine Antwort ist, sich den Zusammenhang von Menschenwürde und Menschenbild bewußt zu machen. Nach dem christlichen Menschenbild besteht grundsätzlich kein Verfügungsrecht über das eigene Leben. Das Leben ist von Gott gegeben, der Mensch ist nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen, für den Menschen selbst ist das Leben daher nicht verfügbar. Dies wurde früher ganz strikt vertreten – der Selbstmörder durfte nicht in geweihter Erde bestattet werden –; heute wird bei möglichen Grenzfällen eingeräumt, daß ein Suizid dann vielleicht nicht zu verurteilen ist, aber an dem Prinzip der Nichtverfügung über das eigene, von Gott gegebene Leben wird festgehalten.

Daraus ergibt sich als Folgerung, daß jedenfalls das Sterbenlassen (im Unterschied zur Sterbehilfe) eines Todgeweihten möglich ist. Das Sterben (und damit der Tod) gehört zum Leben. Ein verlängernder Eingriff in den Sterbeprozeß, wenn dieser im Gang ist, ist weder geboten noch angezeigt. Auch der Einsatz von Palliativmitteln, wenn diese die Nebenwirkung haben, den Sterbeprozeß zu verkürzen, unterliegt keinen Bedenken. Nicht zulässig ist jedoch eine vorzeitige Beendigung des Lebens, weil es nicht mehr lebenswert sei. Daraus kann ein Problem entstehen, wenn die Lebensverlängerung durch Maßnahmen der Apparatemedizin zu nichts anderem mehr als einem mechanischen Fortvegetieren führt. Für solche Fälle erscheint neues Nachdenken angezeigt, ob und wann solche Art der Lebensverlängerung eingestellt werden darf.

Anmerkungen

Leicht verändert übernommen.

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