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Cmg/Fragment 158 01

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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
TaBi
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 158, Zeilen: 01 ff
Quelle: Ebner 2005
Seite(n): 880-882, Zeilen: 0
Empfohlen wird in diesem Fall deshalb, in der Konstellation, dass ein psychisch

Kranker den Suizidwunsch äußert, in jedem Fall ein psychiatrisches Gutachten zu fordern. Dieses soll abklären, ob der Suizidwunsch gut überlegt und nicht allein Folge der Erkrankung ist.493 Genauer untersucht werden soll die Konstellation, dass ein psychisch kranker Patient den Sterbewunsch äußert und tatsächlich auch an einer schweren somatischen Krankheit leidet. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass „die Problematik der Suizidwünsche von Menschen mit psychischen Erkrankungen […] ethisch ganz anders liegt“, als wenn es sich um terminal somatisch Kranke handelt. „Der vorgezogene Tod hat eine andere Bedeutung im Kontext des zu erwartenden Weiterlebens“.494 Der Tatsache, dass psychisch kranke Menschen oftmals aus einem Impuls heraus und trotz Behandelbarkeit ihres Leidens ihr Leben beenden möchten, kommt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.495 Die Suizidforschung hat festgestellt, dass das Suizidrisiko durch eine psychische Erkrankung stark erhöht wird. Deshalb soll nach Ansicht der Schweizer Nationalen Ethikkommission suizidalen Menschen mit einer psychischen Erkrankung zunächst mit psychiatrischer Behandlung und psychosozialer Unterstützung geholfen werden, ist doch die Prognose psychischer Störungen häufig offen. Deshalb soll keine Beihilfe zum Suizid geleistet werden, wenn der Suizidwunsch Ausdruck oder Symptom einer psychischen Erkrankung ist.496 „Freitodbegleitung für Psychischkranke bleibt eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch, auch dem Psychischkranken hinsichtlich eines Sterbens in Würde Autonomie zuzugestehen, und einer Förderung des Suizides bei Krankheiten, die den Suizidwunsch sozusagen mitbeinhalten – was wohl niemand ernstlich wollen kann.“497


493 Ebner/Kurt, SAeZ 2005, S. 880.

494 Ebner/Kurt, SAeZ 2005, S. 881.

495 Nationale Ethikkommission. S. 58 ff., S. 61.

496 Ebner/Kurt, SAeZ 2005, S. 881 f.

497 Ebner/Kurt, SAeZ 2005, S. 882.

[S. 880]

– Die Expertengruppe gelangt daher zur Empfehlung, in Fällen Psychischkranker mit Suizidwunsch ein psychiatrisches Gutachten erstellen zu lassen zwecks Abklärung der Frage, ob der Suizidwunsch wohlerwogen, und das heisst nicht eine kausale Folge der Krankheit, sei.

[S. 881] Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass «die Problematik der Suizidwünsche von Menschen mit psychischen Erkrankungen […] ethisch ganz anders liegt», als wenn es sich um terminal somatisch Kranke handelt. «Der vorgezogene Tod hat eine andere Bedeutung im Kontext des zu erwartenden Weiterlebens» [11]. [...] Wenn der Suizidwunsch Ausdruck oder Symptom einer psychischen Erkrankung ist, soll keine Beihilfe zum Suizid geleistet werden. Die Suizidforschung hat übereinstimmend herausgearbeitet, dass das Suizidrisiko durch eine psychische Erkrankung stark erhöht wird. Suizidalen Menschen mit einer psychischen Erkrankung ist zuerst und vor allem mit psychiatrischer Behandlung und psychosozialer Unterstützung zu helfen. [...]

[882] Abschliessend möchten wir noch einmal die oben erwähnte Stellungnahme der Zürcher Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie zitieren: «Freitodbegleitung für Psychischkranke bleibt eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch, auch dem Psychischkranken hinsichtlich eines Sterbens in Würde Autonomie zuzugestehen, und einer Förderung des Suizides bei Krankheiten, die den Suizidwunsch sozusagen mitbeinhalten – was wohl niemand ernstlich wollen kann.»


[11] Rehmann-Sutter C. Medizinische Ethik – ein Werkzeugkasten. Vorlesung 2005.

Anmerkungen

Unsauber zitiert, sodass der Eindruck erweckt wird, dass nur die mit Anführungszeichen versehenen Passagen wörtlich übernommen sind. Aufbau der Fußnoten folgt - wie an einigen anderen Stellen auch - dem Aufbau der Quelle.

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