Fandom

VroniPlag Wiki

Db/038

< Db

31.388Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Die außenpolitische Stellung der Türkei im Nahen und Mittleren Osten, besonders nach dem Kalten Krieg bis Ende 1999, Kontinuität oder Wandel?

von Dr. Derya Biyikli

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Db/Fragment 038 13 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-11-30 23:30:55 Graf Isolan
Adanir 1995, BauernOpfer, Db, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 13-46
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 53-54, Zeilen: 53:5-15.20-40 - 54:1-6.7-19
Die griechisch-türkischen Beziehungen in der Zwischenkriegzeit [sic] verliefen parallel zu den Bemühungen um die Gründung eines Balkanpaktes. Für ein Bündnissystem als Instrument der kollektiven Sicherheit auf dem Balkan kamen sechs Staaten in Frage, die ihre unterschiedlichen Interessen vorher aufeinander abstimmen mussten. Man kann diese sechs Staaten in drei Paare gruppieren: Griechenland und die Türkei im Süden, in der Mitte die zwei südslawischen Staaten Jugoslawien und Bulgarien. Rumänien und Albanien bildeten die dritte Gruppe, die gewissermaßen eine Vermittlerrolle zwischen den erstgenannten einnahm. Die Türkei unterhielt bis auf Griechenland gute Beziehungen zu allen Balkanländern. Die Initiative zur Verbesserung der Beziehungen ging vom griechischen Ministerpräsidenten Venizelos aus. In einem Schreiben an die türkische Führung unmittelbar nach seinem überwältigenden Wahlsieg im Jahre 1928 beteuerte er, der „Megali Idea“ als dem Leitsatz der griechischen Außenpolitik abgeschworen zu haben. Griechenland werde nie wieder Expansionsbestrebungen in bezug auf Konstantinopel oder Kleinasien hegen und wünsche freundschaftliche Beziehungen zur Türkei. Venizelos hatte eine „Fédération Orientale“ im Sinn, eine Art Wiederbelebung des byzantinisch-osmanischen Reiches in Form einer modernen griechisch-türkischen Föderation. Auf diese Idee ging Mustafa Kemal sofort ein, indem er vorschlug, eine Art Doppelrepublik zu gründen, mit Ankara und Athen als Hauptstädte, während Istanbul/Konstantinopel als kulturelles Zentrum des neuen Staates fungieren sollte. Als erstes Ergebnis dieser Annäherung wurde am 31.Oktober [sic] 1930 ein „Freundschafts-, Neutralitäts- und Schiedsspruchvertrag“ unterzeichnet, gemeint als Eckstein der neuen Außenpolitik beider Länder. Auch Vereinbarungen über die Begrenzung des Rüstungswettlaufs auf See und über die Erweiterung der Handelsbeziehungen wurden getroffen.159

Die Freundschaft reichte für einen anderen griechischen Staatsmann, Alexandros Papanastassiou, allein nicht. Er dachte an eine Balkankonföderation, und zwar als einen Beitrag zur künftigen europäischen Union im Sinne Aristide Briands. Auf seine Initiative hin fand im Oktober 1930 die erste Balkankonferenz in Athen statt, woran Vertreter aus allen sechs Ländern teilnahmen. Solche Konferenzen wurden nun jährlich abgehalten, so im Jahre 1931 in Istanbul, 1932 in Sinaia (Rumänien), 1933 in Thessaloniki. Angesichts dieses Erfolgs der Idee Papanastassious sahen sich die verantwortlichen Politiker in Athen und Ankara genötigt, ihre Politik in Richtung einer größeren Balkankonföderation umzuorientieren.


159 Vgl. Adanir Fikret: S. 53

[Seite 53]

Die Normalisierung der griechisch-türkischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit verlief parallel zu den Bemühungen um die Gründung eines Balkanpaktes. Für ein Bündnissystem als Instrument der kollektiven Sicherheit auf dem Balkan kamen sechs Staaten in Frage, die ihre unterschiedlichen Interessen vorher aufeinander abgestimmt haben müßten. Man kann diese sechs Staaten in drei Paaren gruppieren: Griechenland und die Türkei im Süden; in der Mitte die zwei südslawischen Staaten Jugoslawien und Bulgarien; Rumänien und Albanien bildeten die dritte Gruppe, die gewissermaßen eine Vermittlerrolle zwischen den erstgenannten einnahm. [...] Die Türkei unterhielt gute Beziehungen zu allen Balkanländern bis auf Griechenland.

Die Initiative zur Verbesserung der griechisch-türkischen Beziehungen ging vom griechischen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos aus, der in einem Schreiben an die türkische Führung unmittelbar nach seinem überwältigenden Wahlsieg im Jahre 1928 beteuerte, der Megali Idea als dem Leitsatz der griechischen Außenpolitik abgeschworen zu haben. Griechenland werde nie wieder Expansionsbestrebungen in bezug auf Konstantinopel oder Kleinasien hegen und wünsche freundschaftliche Beziehungen mit dem östlichen Nachbarn. Venizelos hatte eine Fédération orientale im Sinn, eine Art Wiederbelebung des byzantinisch-osmanischen Reiches in Form einer modernen griechisch-türkischen Föderation. Mustafa Kemal ging auf diese Idee von Venizelos sofort ein, indem er vorschlug, eine Art Doppelrepublik zu gründen, mit Ankara und Athen als Hauptstädten, während Istanbul/Konstantinopel als kulturelles Zentrum des neuen Staates fungieren sollte. Als erstes Ergebnis dieser Annäherung wurde am 30. Oktober 1930 ein >Freundschafts-, Neutralitäts- und Schiedsspruchvertrag< unterzeichnet, gemeint als Eckstein der neuen Außenpolitik beider Länder. Daneben waren Verein-

[Seite 54]

barungen über die Begrenzung des Rüstungswettlaufs auf See und über die Erweiterung der Handelsbeziehungen getroffen worden.

Für einen anderen griechischen Staatsmann, Alexandras [sic] Papanastassiou, reichte die Freundschaft mit der Türkei allein nicht. [...] Im Unterschied zu Venizelos (und Mustafa Kemal) dachte Papanastassiou an eine Balkankonföderation, und zwar als einen Beitrag zur künftigen europäischen Union im Sinne Aristide Briands. Auf seine Initiative hin fand im Oktober 1930 die erste Balkankonferenz in Athen statt, an der Vertreter aus allen sechs Balkanländern teilnahmen. Solche Konferenzen wurden von nun an jährlich abgehalten, so z.B. im Jahre 1931 in Istanbul, 1932 in Sinaia (Rumänien), 1933 in Thessaloniki. Angesichts dieses Erfolgs der Idee Papanastassious sahen sich die verantwortlichen Politiker in Athen und Ankara genötigt, das griechisch-türkische Rapprochement als den ersten Schritt in die Richtung einer größeren Balkankonföderation umzudeuten.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20131130233158

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki