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Die außenpolitische Stellung der Türkei im Nahen und Mittleren Osten, besonders nach dem Kalten Krieg bis Ende 1999, Kontinuität oder Wandel?

von Dr. Derya Biyikli

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Db/Fragment 120 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-13 23:13:45 Schumann
Db, Fragment, Gesichtet, Gürbey 1997, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 1-15
Quelle: Gürbey 1997
Seite(n): 126, Zeilen: 4-8, 15-27, 101-102
[Die Außenpolitik der Türkei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Eintritt der Türkei in die NATO sowie durch die politische, militärische und ökonomische] Ausrichtung auf Europa und den [sic] USA bestimmt. Die atlantische Orientierung führte zu einem eindimensionalen außenpolitischen Verhalten unter Vernachlässigung der regionalen Komponente in der außenpolitischen Interessenwahrnehmung des Landes. Bis in die Mitte der 60er Jahre wurden die Beziehungen der Türkei zu dieser Region in erster Linie durch die US-Nahostpolitik und deren Interessen, welche sich die Türkei zu eigen gemacht hatte, bestimmt. Dies zeigte sich auch an der Reaktion des Landes auf Krisen in der Region, wie z. B. in der Rückhaltsgewährung der US-Politik in der Suez-Krise 1956. Eine starke Isolation der Türkei in der Region war die Folge dieser Politik.

Erst in der ersten Hälfte der 60er Jahre setzte unter veränderten internationalen und regionalen Bedingungen (Entspannung im Ost-West Verhältnis, Zypernkrise) und nach einem innenpolitischen Wandlungsprozess (Entstehung eines ideologisch-politischen Pluralismus, Auswirkungen der liberalen Verfassung von 1961) eine Entwicklung zur Multidimensionalität in der Außenpolitik ein. Dies bedeutete eine stärkere regionale Interessenwahrnehmung unter strikter Beibehaltung der Westbindung und Bündnisverpflichtungen.

Die Außen- und Sicherheitspolitik der Türkei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Eintritt der Türkei in die NATO sowie durch die politische und ökonomische Ausrichtung auf Europa und die USA bestimmt. Die atlantische Orientierung führte zu einem eindimensionalen außenpolitischen Verhalten unter Vernachlässigung der regionalen Komponente in der außenpolitischen Interessenwahrnehmung des Landes. [...] Bis in die Mitte der 60er Jahre wurde die eindimensionale türkische Außenpolitik durch das Primat der USA-Türkei-Beziehungen und Bündnisinteressen bestimmt. Bündnisinteressen- und verpflichtungen wurden mit den nationalen Interessen des Landes gleichgesetzt.3 Eine starke Isolation der Türkei in der Region war u.a. die Folge dieser Politik.

Erst in der ersten Hälfte der 60er Jahre setzte unter veränderten internationalen und regionalen Bedingungen (Entspannung im Ost-West-Verhältnis, Zypernkrise [...]) und nach einem innenpolitischen Wandlungsprozeß (Entstehung eines ideologisch-politischen Pluralismus [...], Auswirkungen der liberalen Verfassung von 1961) eine allmähliche Entwicklung zur Multidimensionalität in der Außenpolitik ein. Dies bedeutete eine stärkere regionale Interessenwahrnehmung unter strikter Beibehaltung der Westbindung und Bündnisverpflichtungen.


3 Dies zeigte sich auch an der Reaktion der Türkei auf Krisen in der Region, wie z.B. in der Rückhaltsgewährung der US-Politik in der Suez-Krise 1956 [...].

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Betroffen ist hier das 1 1/3 Seiten umfassende Unterkapitel 3.9 (S. 119 f.), das ein Kurzes Resümee: Die türkische Nah- und Mittelostpolitik bis zum Ende des Kalten Krieges: Konstanten und Wandel der Autorin zu sein beansprucht.

Tatsächlich besteht es (mit Ausnahme des letzten kurzen Absatzes) aus Zusammenschnitten aus zunächst Akkaya und Aver 2004 und daran anschließend aus Gürbey 1997 sowie Gürbey 1991.

Dass die beiden Gürbey-Publikationen passagenweise textlich sehr große Übereinstimmungen aufweisen, erschwert eine Zuordnung der jeweils benutzten Übernahmequelle. In der Dokumentation erfolgt sie daher nach dem höheren Übereinstimmungsgrad.

Der Inhalt dieses Fragments wird im zusammenfassenden Kapitel 8 erneut verwertet – vgl. Fragment 272 13.

Sichter
(Schumann), Stratumlucidum

[2.] Db/Fragment 120 15 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2014-01-14 22:07:12 Singulus
Db, Fragment, Gesichtet, Gürbey 1991, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 15-41
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 210, 211, 212, 213, 214, Zeilen: 210:13-16, 24-30, 211:17-20, 22-23, 212:8, 14-16, 27-30, 213:27-32, 214:27-29
Die Zypern-Krise von 1963/64 führte zu einer Verschlechterung der türkisch-amerikanischen Beziehung. Die Türkei zeigte die Enttäuschung gegenüber der arabischen Welt auf [sic], da die Mehrheit der arabischen Staaten sich im Zypernkonflikt hinter Griechenland stellte.

Die wichtigsten Schritte auf dem Gebiet einer multidimensionalen Außenpolitik unter Beibehaltung der Westbindung waren die Aufnahme gutnachbarschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion und die Entwicklung einer aktiven türkischen Nah- und Mittelostpolitik, was eine Erweiterung der außenwirtschaftlichen Möglichkeiten bedeutete. Folgende Prinzipien bestimmten primär die Nah- und Mittelostpolitik der Türkei:

- Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Konflikte, d.h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind.

- Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen

- Die Bevorzugung bilateraler vor multilateralen Beziehungen.

Die türkische Nah- und Mittelostpolitik stand nicht grundsätzlich im Widerspruch zur atlantischen Ausrichtung, geriet aber in einigen Punkten in Spannung zu dem türkisch-amerikanischen Sonderverhältnis. Die Türkei versuchte, ihre Verpflichtungen innerhalb der westlichen Allianz mit ihren Interessen gegenüber der arabisch-islamischen Welt in Einklang zu bringen.

Das Prinzip der grundlegenden politischen Neutralität gegenüber zwischenstaatlichen Konflikten dieser Region fand Anwendung. So verfolgte die Türkei im irakisch-iranischen Krieg eine Neutralitätspolitik. Sie zeigte besondere Vorsicht gegenüber den Konfliktparteien, da wirtschaftliche Verbindungen zu beiden bestanden. Als wichtiger Handels- und Transitpartner sowohl für den Irak als auch für den Iran profitierte die Türkei zugleich von der Kriegswirtschaft.

[Seite 210]

Die erste Zypernkrise von 1963/64, die u.a. zu einer Verschlechterung der türkisch-amerikanischen Beziehungen führte, zeigte erneut die Enttäuschung der arabischen Welt gegenüber der Türkei auf. Die Mehrheit der arabischen Staaten stellte sich im Zypernkonflikt hinter Griechenland und Makarios.

[...]

[...] Die wichtigsten Schritte auf dem Gebiet einer multidimensionalen Außenpolitik waren unter Beibehaltung der Westbindung die Aufnahme gutnachbarlicher Beziehungen zur Sowjetunion ab 1964 und die Entwicklung einer aktiven türkischen Nah- und Mittelostpolitik.

Die Nah- und Mittelostpolitik in den 70er und 80er Jahren wurde zu einem wichtigen Eckpfeiler der türkischen Außenpolitik, wobei diese aktive Politik zugleich eine Erweiterung der außenwirtschaftlichen Möglichkeiten bedeutete.

[Seite 211]

Folgende Prinzipien bestimmten primär die Nah- und Mittelostpolitik der Türkei:

– Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Beziehungen, d.h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind, [ausgenommen der israelisch-arabische Konflikt;]

– Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen; [...]

[Seite 212]

– die Bevorzugung bilateraler Beziehungen vor multilateralen Beziehungen.

[...]

Die türkische Nah- und Mittelostpolitik stand nicht grundsätzlich im Widerspruch zur atlantischen Ausrichtung, geriet aber in einigen Punkten in eine Spannung zu dem türkisch-amerikanischen Sonderverhältnis.

[...]

Das Prinzip der grundlegenden politischen Neutralität der türkischen Nah- und Mittelostpolitik gegenüber zwischenstaatlichen Konflikten dieser Region fand eine konsequente Anwendung.

[Seite 213]

Im irakisch-iranischen Krieg verfolgte die Türkei konsequent eine Neutralitätspolitik. Sie zeigte besondere Vorsicht gegenüber den Konfliktparteien, da wirtschaftliche Verbindungen zu beiden bestanden, [aber auch weil der Konflikt indirekte Rückwirkungen auf die innere Sicherheit (Kurdenproblem) hatte.] Als wichtiger Handels- und Transitpartner sowohl für den Irak als auch für den Iran profitierte die Türkei zugleich von der Kriegswirtschaft.

[Seite 214]

Sie versuchte, ihre Verpflichtungen innerhalb der westlichen Sphäre in Einklang zu bringen mit ihren Interessen gegenüber der arabisch-islamischen Welt.

Anmerkungen

Kompiliert aus fünf Seiten der Quelle – und kein Hinweis auf eine Übernahme.

Das zwischenbilanzierende und fußnotenfreie Unterkapitel 3.9 (Kurzes Resümee: [...], S. 119-120) besteht (mit Ausnahme des letzten kurzen Absatzes) aus Zusammenschnitten aus zunächst Akkaya und Aver 2004 und daran anschließend aus Gürbey 1997 sowie Gürbey 1991.

Dass die beiden Gürbey-Publikationen passagenweise textlich sehr große Übereinstimmungen aufweisen, erschwert eine Zuordnung der jeweils benutzten Übernahmequelle. In der Dokumentation erfolgt sie daher nach dem höheren Übereinstimmungsgrad.

Die Ausführungen zu Beginn zur Zypern-Krise von 1963/64 sowie die Aufzählung zu den Prinzipien der türkischen Nah- und Mittelostpolitik werden im zusammenfassenden Kap. 8 wiederholt, vgl. Fragment 272 29.

Sichter
(Schumann), Stratumlucidum


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20140114130611

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