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Db/Fragment 018 04

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 18, Zeilen: 4-31
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 22, 23, 24, 25, 26, 27, Zeilen: 22:8-16; 23:1-2.29-30; 24:9-15; 25:2-8.10-18.39-40 - 26:1-3; 27:1-3.11-13
Die imperialen Teilungspläne gaben der sich formierenden Widerstandsbewegung der Muslime immer mehr Auftrieb. Die Besetzung Izmirs durch die Griechen schwächte die Position der prowestlichen Kräfte im Osmanischen Reich. Der Islam war für die kemalistische Bewegung eine notwendige ideologische Basis der Legitimität gegenüber der Regierung des Sultan-Kalifen in Istanbul. Die Einheit, welche herzustellen sei, sei nicht nur eine türkische, tscherkesische [sic] oder kurdische, sondern eine aller ethnischen Elemente umfassende islamische Einheit.67

Die Widerstandsbewegung machte sich schon im November 1918 bemerkbar, als ein „Nationaler Islamischer Rat von Kars“ gebildet wurde, um die Übergabe dieser Provinz an die Armenier zu verhindern. In verschiedenen Gebieten entstanden nun in wenigen Monaten „Komitees zur Verteidigung der Rechte“ (Müdafaa-i Hukuk Cemiyetleri) der muslimischen Bevölkerung, deren Träger durchweg dem regionalen Kader der ehemaligen jungtürkischen Partei angehörten. Mustafa Kemal Pasa war Ende April 1919 vom Sultan zum Inspekteur der Truppen in Ostanatolien ernannt worden. Sein Auftrag war [sic] die lokalen Unruhen vor allem im Gebiet von Samsun zu unterdrücken und die Demobilisierung der Armee zu überwachen. Einige seiner Freunde, allen voran die Korpskommandeure Kazim Karabekir und Ali Fuad, hatten längst wichtige Posten in Anatolien und förderten in ihren Gebieten mit allen Mitteln die nationalen Kräfte. Mit der Ankunft Mustafa Kemal Pasa in Samsun erhielt die Widerstandsbewegung, die bis dahin eher regional ausgerichtet war, eine neue Qualität. Eine erste Lagebesprechung, bei der die künftige Marschroute bestimmt wurde, fand auf einem Kommandeurstreffen in Amasya am 21./22. Juni 1919 statt. Im Rundschreiben von Amasya teilte man den Behörden in Anatolien mit, dass die territoriale Integrität des Landes und die Unabhängigkeit der Nation gefährdet sei.68 Deshalb müsse schleunigst ein nationaler Kongress einberufen werden, und zwar in Sivas, weit weg vom Einfluss und der Kontrolle der Besatzungsmächte in Istanbul. In Sivas wurde auch das „Repräsentative Komitee“ (Heyeti Temsiliye) unter dem Vorsitz Mustafa Kemal Pasa gebildet, ein Ausführungsorgan der Widerstandbewegung, das für das ganze Land zuständig war.69


67 Vgl. Fikret Adanir: Geschichte der Republik Türkei, Mannheim 1995, S. 23, 24 ff

68 Vgl. ebd, S. 23, 24 ff

69 Vgl. ebd, S. 23, 24 ff

[Seite 22]

Die Widerstandsbewegung machte sich schon am 5. November 1918 bemerkbar, als ein >Nationaler Islamischer Rat von Kars< gebildet wurde, um die Übergabe dieser Provinz an die Armenier zu verhindern. Innerhalb von wenigen Monaten entstanden nun in verschiedenen Gebieten, die von fremden Mächten beansprucht wurden, >Komitees zur Verteidigung der Rechte< (Müdafaa-i Hukuk Cemiyetleri) der muslimischen Bevölkerung, deren Träger durchweg dem regionalen Kader der ehemaligen jungtürkischen Partei angehörten.

[Seite 23]

Diese Teilungspläne gaben der sich formierenden Widerstandsbewegung der Muslime immer mehr Auftrieb: [...]

[...]

Die Besetzung Izmirs schwächte ferner die Position der prowestlichen Kräfte im Osmanischen Reich.

[Seite 24]

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Aufstieg Mustafa Kemals (später Atatürk) zum Führer der türkischen Nationalbewegung seine historische Bedeutung. Er war Ende April 1919 vom Sultan zum Inspekteur der Truppen in Ostanatolien ernannt worden, mit dem Auftrag, die lokalen Unruhen vor allem im Gebiet von Samsun zu unterdrücken und die Demobilisierung der Armee zu überwachen.

[Seite 25]

Einige seiner Freunde, allen voran die Korpskommandeure Kâzim Karabekir und Ali Fuad, hatten längst wichtige Posten in Anatolien inne und förderten in ihren Gebieten mit allen Mitteln die nationalen Kräfte. Mit der Ankunft Mustafa Kemals in Samsun am 19. Mai 1919 erhielt die Widerstandsbewegung, die bis dahin eher regional ausgerichtet war, eine neue Qualität. [...]

Eine erste Lagebesprechung, bei der die künftige Marschroute abgestimmt wurde, fand auf einem Kommandeurstreffen in Amasya am 21./22. Juni 1919 statt. In dem sog. Rundschreiben von Amasya teilte man den Behörden in Anatolien mit, daß die territoriale Integrität des Landes und die Unabhängigkeit der Nation gefährdet seien. Deshalb müsse schleunigst ein nationaler Kongreß einberufen werden, und zwar in Sivas, weit weg von Einfluß und Kontrolle der Besatzungsmächte in Istanbul. [...]

[...]

[...] In Sivas wurde auch ein >Repräsentativkomitee< (Heyet-i Temsiliye)

[Seite 26]

unter dem Vorsitz Mustafa Kemals gebildet, ein interimistisches Ausführungsorgan der Widerstandsbewegung, das für das ganze Land zuständig war.

[Seite 27]

Der Islam war somit für die kemalistische Bewegung die unverzichtbare ideologische Basis der Legitimität gegenüber der Regierung des Sultan-Kalifen in Istanbul. [...] Die Einheit, welche herzustellen man entschlossen sei, sei keine nur türkische, tscherkessische oder kurdische, sondern eine alle ethnischen Elemente umfassende islamische Einheit.

Anmerkungen

Art und Umfang der (großteils wörtlichen) Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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