Fandom

VroniPlag Wiki

Db/Fragment 030 01

< Db

31.364Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Share

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 10, 11, 12, Zeilen: 10:24.26-40 - 11:1-4.13-17.20-39; 12:7-25
[2. Laizismus/Säkularismus (Laiklik): Nach Ansicht Atatürks und seiner Anhänger konnte ein moderner Staat nur mit den Gesetzen und Verordnungen regiert werden,] die den weltlichen Bedürfnissen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprachen. Die Religion wurde als Gewissensangelegenheit betrachtet, welche keinen Einfluss auf den weltlichen und staatlichen Bereich haben sollte. Die Regierung zielte mit dem Prinzip des Laizismus zugleich auf die Eliminierung des religiösen Dogmatismus und auf die Gleichbehandlung von Muslimen und Nichtmuslimen ab. Durch die Säkularisierungspolitik sollte die Religion eine untergeordnete Rolle im Alltagsleben spielen. Damit hofften die Kemalisten, die Dissonanzen zwischen den Angehörigen verschiedener Konfessionen zu beseitigen und sie als Angehörige der türkischen Nation zu solidarisieren.121

3. Republikanismus (Cumhuriyetcilik): Das Prinzip beinhaltete, die Aufrechterhaltung des republikanischen Systems, welches gemäß des Parteiprogramms der regierenden Republikanischen Volkspartei die beste Staatsform zur Verwirklichung der Volkssouveränität war. Nachdem 1922 das Sultanat abgeschafft worden war, erfolgte die Ausrufung der Republik. In den ersten Jahren des neuen Regimes implizierte die Idee des Republikanismus für die Kemalisten die Volkssouveränität sowie Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.

4. Populismus (Halkcilik): Im Parteiprogramm der Republikanischen Volkspartei wurden die Grundsätze des Populismus folgendermaßen definiert: „Entscheidungsgewalt und Souveränität liegt beim Volk, wobei es eines der Prinzipien der Partei ist, dafür zu sorgen, dass diese Entscheidungsgewalt und Souveränität als Verantwortlichkeit des Volkes dem Staate gegenüber gewährleistet wird. (..) Die Partei bezeichnet den Bürger, der die absolute Gleichheit eines jeden vor dem Gesetz akzeptiert und keiner Person, keiner Familie, keiner Klasse, keiner ethnischen Gruppe Vorrechte einräumt, als volkszugehörig und populistisch (...)“.

Ziya Gökalp, Philosoph und führender Ideologe des türkischen Nationalismus, hatte die türkische Version der solidarischen Konzepte von Emile Durkheim sowie Leon Bourgeois vermittelt und dies als Populismus interpretiert. Er befürwortete ein Gesellschaftsmodell, in dem es aufgrund der fehlenden Industrialisierung keine Klassen, wohl aber unterschiedliche Berufsgruppen gab, welche für das Gemeinwohl miteinander kooperieren sollten. Er sah in der Kooperation das grundsätzliche Element der ökonomischen, sozialen und politischen Organisation. Da die Türkei die Existenz von Klassen nicht anerkannte, sondern vielmehr unterschiedliche Berufsgruppen definierte, diente die Idee des Populismus auch als eine Rechtfertigung des Einparteiensystems. Denn in der klassenlosen Gesellschaft bedurfte es keiner weiteren Partei zur Vertretung unterschiedlicher Interessen. Die Republikanische Volkspartei (CHP) beanspruchte, als Sprecherin aller Gruppen zu fungieren und somit die ganze Nation, in der sich alle als Mitglied einer großen Gemeinschaft fühlen sollten, zu repräsentieren.122

5. Reformismus/ (Inkilapcilik): Für die Kemalisten implizierte dieses Prinzip des Reformismus eine ständige Entwicklung und Erneuerung. Neue Technologien sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollten stets berücksichtigt werden, um die Gesellschaft den Erfordernissen der Zeit anzupassen und das Land auf diese Weise zu modernisieren. Die Türkei sollte sich zu einem modernen Staat nach dem Vorbild westlicher Industrienationen entwickeln, um im internationalen Kampf bestehen zu können. Das Reformverständnis der Kemalisten verlangte auch, sich nicht mit den [durchgeführten Reformen zu begnügen, sondern diese kontinuierlich fortzusetzen und weiterzuentwickeln.]


121 Vgl. Ebenda, S. 10

122 Vgl. Ebenda, S. 10

[Seite 10]

2. Laizismus: [...] Nach Ansicht Atatürks und seiner Anhänger konnte ein moderner Staat nur mit den Gesetzen und Verordnungen regiert werden, die den weltlichen Bedürfnissen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprachen. Die Religion wurde als Gewissensangelegenheit betrachtet, welche keinen Einfluß auf den weltlichen und staatlichen Bereich haben sollte. Diese Forderung der Kemalisten konkretisierte sich in den beschriebenen Maßnahmen. Die Regierung zielte mit dem Prinzip des Laizismus zugleich auf die Eliminierung des religiösen Dogmatismus und auf die Gleichbehandlung von Muslimen und Nichtmuslimen. Da durch die Säkularisierungspolitik die Religion eine untergeordnete Rolle im Alltagsleben spielen sollte, konnten die Kemalisten hoffen, die Dissonanzen zwischen den Angehörigen verschiedener Konfessionen zu beseitigen und sie als Angehörige der türkischen Nation zu solidarisieren.

[Seite 11]

3. Republikanismus: Das Prinzip des Republikanismus beinhaltete die Aufrechterhaltung des republikanischen Systems, welches gemäß des Parteiprogramms der regierenden Republikanischen Volkspartei die beste Staatsform zur Verwirklichung der Volkssouveränität war. [...] Am 29. Oktober 1923 erfolgte schließlich die Ausrufung der Republik, nachdem 1922 das Sultanat abgeschafft worden war. In den ersten Jahren des neuen Regimes implizierte die Idee des Republikanismus für die Kemalisten die Volkssouveränität sowie Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. [...]

4. Populismus: Im Parteiprogramm der Republikanischen Volkspartei wurden die Grundsätze des Populismus wie folgt definiert: „Die Entscheidungsgewalt und Souveränität liegt beim Volk, wobei es eines der Prinzipien der Partei ist, dafür Sorge zu tragen, daß diese Entscheidungsgewalt und Souveränität als Verantwortlichkeit des Staates dem Volk gegenüber und als die Verantwortlichkeit des Volkes dem Staate gegenüber gewährleistet wird. (...) Die Partei bezeichnet den Bürger, der die absolute Gleichheit eines jeden vor dem Gesetz akzeptiert und keiner Person, keiner Familie, keiner Klasse, keiner ethnischen Gruppe Vorrechte einräumt, als volkszugehörig und als populistisch (...).“8

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Ziya Gökalp, Philosoph und führender Ideologe des türkischen Nationalismus, die türkische Version der solidaristischen Konzepte von Emile Durkheim sowie León Bourgeois vermittelt und dies als Populismus interpretiert. Gökalp befürwortete ein Gesellschaftsmodell, in dem es keine Klassen, wohl aber unterschiedliche Berufsgruppen - im weiteren Sinne - gab, welche für das Gemeinwohl miteinander kooperieren sollten. Er sah in der Kooperation das grundsätzliche Element der ökonomischen, sozialen und politischen Organisation.

[Seite 12]

Da in der Türkei die Existenz der Klassen nicht anerkannt, sondern diese vielmehr als unterschiedliche Berufsgruppen definiert wurden, diente die Idee des Populismus auch als eine Rechtfertigung des Einparteiensystems. Denn in einer klassenlosen Gesellschaft bedurfte es keiner weiteren Partei zur Vertretung unterschiedlicher Interessen. Die Republikanische Volkspartei (CHP) beanspruchte, als Sprecherin aller Gruppen zu fungieren und somit die ganze Nation, in der sich alle als Mitglied einer großen Gemeinschaft fühlen sollten, zu repräsentieren.

5. Reformismus: Das Prinzip des Reformismus implizierte für die Kemalisten eine ständige Entwicklung und Erneuerung. Neue Technologien sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollten stets berücksichtigt werden, um die Gesellschaft den Erfordernissen der Zeit anzupassen und das Land auf diese Weise zu modernisieren. Die Türkei sollte sich zu einem modernen Staat nach dem Vorbild westlicher Industrienationen entwickeln, um im internationalen Kampf bestehen zu können.9 Das Reformverständnis der Kemalisten verlangte auch, sich nicht mit den in verschiedenen Bereichen durchgeführten Reformen zu begnügen, sondern diese kontinuierlich fortzusetzen und weiterzuentwickeln.10


8 Atatürk Araştırma Merkezi (Hrsg.) 1996, S. 109f.

9 Wedel 1991, S.30.

10 Kili 1982, S. 187.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki