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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 6-31, 101-117
Quelle: Yilmaz 1993
Seite(n): 350, 351, 352, Zeilen: 350:22-28, 351:1-6, 7-10, 12-17, 20-21, 31-32, 34-38, 352:23-40
Nach der Gründung der Republik127 hatte die nationale Führung noch kein klares Industrialisierungskonzept. Deshalb veranstaltete die Regierung im Februar 1924 den ersten türkischen Wirtschaftskongress.1.135 [sic] Delegierte aus dem ganzen Lande nahmen teil. Auf diesem Kongress sollten die Grundlinien und das künftige Orientierungsprogramm der Entwicklungsstrategie diskutiert und verabschiedet werden.

Die Beschlüsse des Kongresses, die nur als Empfehlung gelten und die Richtlinien der künftigen Entwicklungsstrategie der Türkei formulieren sollten, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

- Künftig sollte eine nationale Industrialisierungsstrategie durchgeführt werden. Der Industrialisierungsprozess sollte in erster Linie von inländischen Privatunternehmen getragen werden. Die Kapitalakkumulation sollte durch staatliche Maßnahmen beschleunigt und gefördert werden.

- Der durch die Industrialisierungsbemühungen notwendiger [sic] Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte teilweise durch Kapitalimport befriedigt werden, unter der Voraussetzung, dass ausländisches Kapital das nationale Recht akzeptierte und den nationalen Interessen des Landes diente.

- Der Staat sollte aktiv am wirtschaftlichen Geschehen teilnehmen. Er sollte sich überwiegend auf die Industriezweige konzentrieren, in denen die inländischen Unternehmer nicht in der Lage waren, aufgrund eigener Initiativen kurzfristig den Übergang von Manufaktur und Kleinindustrie zur Großindustrie zu verwirklichen.

- Im Agrarbereich sollten die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, welche die noch sehr niedrige Produktivität erhöht [sic] und der Lebensstandard [sic] der auf Selbstversorgung eingestellten ländlichen Bevölkerung verbessert. [sic]


127 Bei der Gründung der Republik war die Türkei sowohl wirtschaftlich als auch sozial ein rückständiges Land. Sie war ein armes Agrarland. Das geschätzte Pro-Kopf-Einkommen betrug 1923 etwa 30 US-$. Der Anteil der Industrie (einschließlich Bergbau) machte knapp 12 % des Bruttosozialproduktes aus und es war nur ein geringer Teil der Erwerbstätigen in diesem Bereich beschäftigt. Die Industrie bestand überwiegend aus handwerklichen Kleinbetrieben und 70 % der Industriebetriebe lagen in den damaligen Ballungszentren Istanbul, Izmir und Bursa. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug fast 50 %. 80 % der gesamten Bevölkerung war im Agrarsektor tätig. Dieser Sektor war Wachstumsmotor der Wirtschaft, zeichnete sich aber trotzdem als rückständig und wenig produktiv aus. Moderne landwirtschaftliche Techniken fehlten, und der überwiegende Teil der ländlichen Bevölkerung waren Analphabeten. Auch die Infrastruktur der Türkei zu dieser Zeit war sehr rückständig. Eine Ausnahme stellte das 4.000 km lange Eisenbahnnetz dar, das im starken Maße mit ausländischem Kapital gebaut worden war und jetzt in inländischem Besitz war. In der türkischen Wirtschaft spielte das Bankwesen eine dominante Rolle und war hauptsächlich von kräftigem Zufluss ausländischen Privatkapitals getragen. Die Hauptgeschäfte der Banken bestanden in Darlehensvergabe an die Osmanische [sic] Regierung. Die Osmanische Bank (mit französischem und britischem Kapital), die Deutsche Bank und Credit [sic] Lyonnais waren die wichtigsten Banken. Nur die 1888 gegründete Landwirtschaftsbank war in nationalem Besitz. Qualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmen fehlen im Industriebereich. Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei von 1923 bis 1980, in: Südosteropa [sic] Mitteilungen, Nr. 4 1993, S. 350-365, S. 350

[Seite 350]

Im Jahr 1923 war die Türkei ein sehr armes Agrarland. Das geschätzte Pro-Kopf-Einkommen betrug im selben Jahr etwa 30 US-$ (laufender Dollarpreis).2

Der Anteil der Industrie (einschließlich Bergbau und Industrie) machte erst knapp 12% des Bruttosozialproduktes aus und es war nur ein sehr geringer Teil der Erwerbstätigen in diesem Bereich beschäftigt. Die Industrie bestand überwiegend aus handwerklichen Kleinbetrieben und 70% der Industriebetriebe lagen in den damaligen Ballungszentren wie Istanbul, Izmir und Bursa.3

[Seite 351]

Der Anteil der Landwirtschaft am BIP betrug fast 50% der gesamten Wertschöpfung. 80% der gesamten Bevölkerung war im Agrarsektor tätig. Obwohl dieser Sektor Wachstumsmotor der Wirtschaft war, zeichnete er sich durch extreme Rückständigkeit und sehr geringe Produktivität aus. Hierzu gehört, daß moderne landwirtschaftliche Techniken unbekannt waren und der überwiegende Teil der ländlichen Bevölkerung Analphabeten waren. [...] Auch war die Infrastruktur der Türkei zu dieser Zeit sehr rückständig. Eine Ausnahme stellte das 4000 km lange Eisenbahnnetz dar, das im starken Maße mit ausländischem Kapital gebaut worden war und im inländischen Besitz lag. [...]

Das Bankwesen spielte in der türkischen Wirtschaft eine dominierende Rolle und war hauptsächlich von kräftigem Zufluß ausländischen Privatkapitals getragen. Die Hauptgeschäfte der Banken bestanden in Darlehensvergabe an die osmanische Regierung. Die Osmanische Bank (mit französischem und britischem Kapital), die Deutsche Bank und Credit [sic] Lyonnais waren die wichtigsten Banken. Die einzige in nationalem Besitz stehende Bank war die 1888 gegründete Landwirtschaftsbank.5

[...] Es fehlten qualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmer im Industriebereich. [...]

[...]

Nach der Gründung der Republik hatte die nationale Führung kein klares Industrialisierungskonzept. [...] Angesichts dieser Tatsache beschloß die nationale Regierung, gleich nach der Gründung der Republik einen Wirtschaftskongreß im Februar 1924 in Izmir zu veranstalten. Es nahmen 1135 Delegierte aus dem ganzen Lande teil. Auf diesem Wirtschaftskongreß sollten die Grundlinien und das künftige Orientierungsprogramm der Entwicklungsstrategie diskutiert und verabschiedet werden.

[Seite 352]

Die verabschiedeten Beschlüsse des Kongresses, die nur als Empfehlungen gelten und die Richtlinien der künftigen Entwicklungsstrategie der Türkei formulieren sollten, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Künftig sollte eine nationale Industrialisierungsstrategie durchgeführt werden. Mit anderen Worten: Der Industrialisierungsprozeß soll in erster Linie von inländischen Privatunternehmen getragen werden. Die Kapitalakkumulation sollte durch staatliche Maßnahmen beschleunigt und gefördert werden.

2. Der durch die Industrialisierungsbemühungen unersetzbare Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte teilweise durch Kapitalimport befriedigt werden, unter der Voraussetzung, daß ausländisches Kapital das nationale Recht akzeptiert und den nationalen Interessen des Landes diente.

3. Der Staat sollte aktiv am wirtschaftlichen Geschehen teilnehmen. Er sollte sich überwiegend auf die Industriezweige konzentrieren, in denen die inländischen Unternehmer nicht in der Lage sind, aufgrund eigener Initiativen den Übergang von Manufaktur und Kleinindustrie zur Großindustrie kurzfristig zu verwirklichen.

4. Im Agrarbereich sollten die erforderlichen Maßnahmen getroffen, die noch sehr niedrige Produktivität erhöht und der Lebensstandard der auf Selbstversorgung eingestellten ländlichen Bevölkerung verbessert werden.


[2 Tuncer Bulutay, Nuri Yildirim und Yahya Tezel, Turkiye [sic] Milli Geliri (Wirtschaftliche Gesamtrechnung der Türkei) (1923-1948), Vol.III. Universität Ankara, Fakultät für Politikwissenschaft, 1974, Tabellen 8.1 und 8.2.

3 Keskin, a.a.O., S.64.

5 Tezel Yahya, a.a.O., S.80.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Die Quelle wird zwar am Ende der Fußnote genannt; dass der Inhalt nahezu der gesamten Seite inkl. der umfangreichen Fußnote – großteils wörtlich – von Yilmaz übernommen wird, bleibt dem Leser jedoch verborgen. Die Verf. geht bei der Übernahme des Textes unter ihrem letzten Spiegelstrich so unsorgfältig vor, dass der resultierende Satz stark ungrammatisch wird.

Sichter
(Schumann), Stratumlucidum

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