Fandom

VroniPlag Wiki

Db/Fragment 064 01

< Db

31.380Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 64, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 261-262, Zeilen: 261:32-40 - 262:1-14.15-22.24-35-38; 263:3-16
Die türkische Währung wurde zunächst gegenüber dem US-$ um etwa 49 % abgewertet. Die Kernpunkte des Anpassungsprogramms waren:

- Förderung der privaten Investitionen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit; vorgesehen wurden u. a. verbilligte Kredite, steuerliche Vergünstigungen, bürokratische Erleichterungen sowie Produktions- und Exportsubventionen

- Steigerung der Effizienz staatlicher Unternehmen durch finanzielle und personelle Maßnahmen

- Abbau bürokratischer Hemmnisse und Schaffung von Anreizen für ausländische Investoren

- Bewältigung der Auslandsverschuldung und des Außenhandelsdefizits durch Erschließung neuer Ressourcen und Exportförderung.309

Zur Durchführung dieser Ziele wurden u.a. tiefgreifende Reformmaßnahmen im Bereich des Kredit- und Steuersystems, der landwirtschaftlichen Preispolitik und der Staatsunternehmen vorgenommen. Die Beseitigung des außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts, das durch künstliche Verteuerung der türkischen Währung entstanden war, indem zu einem realistischen Wechselkurs übergangen [sic] wurde [sic] war eine wichtige Korrekturmaßnahme. Durch die Freigabe der Wechselkurse sollten exportsteigernde Effekte erzielt werden. Seit dem 1. Juli 1981 erfolgte eine tägliche Anpassung der Kurse. Weitere wichtige Instrumente waren die Freigabe von Zinsen und Preisen sowie eine restriktive Geldpolitik. Lohnerhöhungen wurden mit Festsetzung von Obergrenzen eingeschränkt, was in den folgenden Jahren zu starken Reallohnverlusten führte. Durch niedrige Löhne wurden die Produktionskosten gesenkt. Das ermöglichte den Produzenten, das im Inland entstandene Überangebot zu Billigpreisen zu exportieren. Die Rekordmarke bei der Inflationsrate konnte durch eine restriktive Geldpolitik unter Kontrolle gebracht werden. Die Inflation begann aber unter der Özal-Regierung bald wieder zu steigen. Özal versuchte über die Steuerpolitik die Wirtschaft anzukurbeln. Er wagte den Schritt, die direkten Steuereinnahmen weiter zu senken, um den Betrieben so eine Entlastung und einen Anreiz für Investitionen zu geben. Diese Politik führte schnell zu hohen Budgetdefiziten, die durch Innen- und Außenverschuldung sowie durch vermehrte Aufstockung von Fonds kompensiert wurde. Die Wirtschaft geriet immer mehr in die Falle der Innenverschuldung durch hochverzinsliche Staatsanleihen, die zur Mobilisierung des notwendigen Kapitals zunehmend bedient wurden. Seit 1989 redete man in der Türkei von einer wirtschaftspolitischen Phase, die im Türkischen „Politik der heißen Währung“ (Sicak Para Politikasi) genannt wurde. Das bedeutet, dass ab 1989 bei der öffentlichen Mittelbeschaffung die durch attraktive Zinsen gestützten kurzfristigen Devisengeschäfte immer mehr an Bedeutung gewannen. Hohe Zinsen sollten Devisen ins Land locken. Mit dem Erlass einer Verordnung über die Aufhebung der staatlichen Kontrollen über ausländische Kapitalbewegung wurden 1989 die türkischen Finanzmärkte für einen kurzfristigen Kapitalzufluss geöffnet. Damit sich das Spekulationsgeschäft für ausländische Geldgeber lohnte, d.h. die Differenzen zwischen Auslands- und Inlandzins (Zinsrendite) größer wurden als die Wechselkursdifferenz nach Terminablauf, wurde zugleich die türkische „Lira“ künstlich hochgehalten. Die künstliche Verbilligung ausländischer Waren führte zu einem starken Anstieg der Importe und somit auch des Außenhandelsdefizits.310


309 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 261 f.

310 Vgl. ebenda, S. 263 f

[Seite 261]

Die Kernpunkte dieses Anpassungsprogramms waren:

- Förderung der privaten Investitionen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit: vorgesehen wurden u. a. verbilligte Kredite, steuerliche Vergünstigungen, bürokratische Erleichterungen sowie Produktions- und Exportsubventionen;

- Steigerung der Effizienz von staatlichen Unternehmen durch finanzielle und personelle Maßnahmen;

- Abbau bürokratischer Hemmnisse und Schaffung von Anreizen für ausländische Investoren;

[Seite 262]

- Bewältigung der Auslandsverschuldung und des Außenhandelsdefizits durch Erschließung eigener Ressourcen und Exportförderung.

Zur Durchführung dieser Ziele wurden u.a. tiefgreifende Reformmaßnahmen im Bereich des Kredit- und Steuersystems, der landwirtschaftlichen Preispolitik und der Staatsunternehmen vorgenommen. Eine wichtige Korrekturmaßnahme betraf die Beseitigung des außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts, das durch künstliche Verteuerung der türkischen Währung entstanden war, indem zu einem realistischen Wechselkurs übergegangen wurde. Durch die Freigabe der Wechselkurse sollten exportsteigernde Effekte erzielt werden. Die türkische Währung wurde zunächst gegenüber dem US-$ um nahezu 49% abgewertet. Seit dem 1. Juli 1981 erfolgt die tägliche Anpassung der Kurse.

Weitere wichtige Instrumente dieser Politik waren die Freigabe von Zinsen und Preisen sowie eine restriktive Geldpolitik. Vor allem im sozialen Bereich waren die Effekte dieser Politik deutlich zu spüren. Lohnerhöhungen wurden mit Festsetzung von Obergrenzen eingeschränkt, was in den folgenden Jahren zu starken Reallohnverlusten führte. Das von der Militärregierung verhängte Streikverbot ermöglichte problemlos die Einfrierung der Löhne auf einige Jahre, so daß dadurch die Nachfrage gedrosselt und die Produktionskosten gesenkt werden konnten. Dies ermöglichte den Produzenten, das im Inland aufgrund der fehlenden Nachfrage entstandene Überangebot zu Billigpreisen zu exportieren.4 Die Politik der Exportorientierung dauert heute noch an. Sie hat im Sinne der Exportförderung gewisse Erfolge verzeichnen können.

Nachdem die hohe Rekordmarke bei der Inflationsrate 1980 durch eine restriktive Geldpolitik unter Kontrolle gebracht worden war, begann die Inflationsrate infolge der Wirtschaftspolitik der Özal-Regierung wieder zu steigen. Mit dem Ziel der Förderung von privaten Investitionen, mit der die Hoffnung einer Einschränkung der staatlichen Investitionsausgaben verbunden war, versuchte Özal über die Steuerpolitik die Wirtschaft anzukurbeln. Er wagte dabei den Schritt, die ohnehin niedrigen direkten Steuereinnahmen weiter zu senken, um den Betrieben so eine Entlastung und einen Anreiz für Investitionen zu geben. Diese Politik führte rasch zu hohen Budgetdefiziten, die durch Innen- und Außenverschuldung sowie durch vermehrte Aufstockung von Fonds kompensiert wurden.5 So geriet die Wirtschaft immer mehr in die Falle der Innenverschuldung durch hochverzinsliche Staatsanleihen, die zur Mobilisierung des notwendigen Kapitals zunehmend bedient wurden.

[Seite 263]

Seit 1989 redet man in der Türkei von einer wirtschaftspolitisehen Phase, die im Türkischen „Politik der heißen Währung“ (Sıcak Para Politikası) genannt wird. Das bedeutet, daß ab 1989 bei der öffentlichen Mittelbeschaffung die durch attraktive Zinsen gestützten kurzfristigen Devisengeschäfte immer mehr an Bedeutung gewinnen. Hohe Zinsen sollten schnell Devisen ins Land locken. Mit dem Erlaß einer Verordnung über die Aufhebung der staatlichen Kontrollen über die ausländischen Kapitalbewegungen wurden 1989 die türkischen Finanzmärkte für einen kurzfristigen Kapitalzufluß geöffnet. (Damit sich das Spekulationsgeschäft für ausländische Geldgeber lohnte, d.h. die Differenz zwischen Auslands- und Inlandszins (Zinsrendite) größer wurde als die Wechselkursdifferenz nach Terminablauf, wurde zugleich die türkische Lira künstlich hoch gehalten. Die künstliche Verbilligung ausländischer Waren führte zu einem starken Anstieg der Importe und somit auch des Außenhandelsdefizits.


4 Sönmez 1982, S.51.

5 Mitte 1987 existierten 103 Fonds, von denen 54 nach 1980 und davon 25 nach dem Amtsantritt Özals als Ministerpräsident eingerichtet worden waren. Teilweise dienten sie der Realisierung der im Stabilisierungsprogramm vorgesehenen Ziele. Vgl. hierzu Böhmer 1990, S.51f.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki