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Db/Fragment 065 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 1-15, 18-35
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 124, 125, Zeilen: 124:32-37 - 125:1-5.7-38
Nach zehn Jahren der wirtschaftlichen Öffnung war die Bilanz gemischt. Das Pro-Kopf-Einkommen hatte sich nahezu verdoppelt. Es lag 1991 etwas unter 2000 US-Dollar. Damit war die Türkei immer noch das statistisch bei weitem ärmste OECD-Land; das Pro-Kopf Einkommen [sic] in Westeuropa waren [sic] zehnmal so hoch. Trotz des hohen Bevölkerungswachstums in der Türkei hatte sich das Wohlstandsgefälle gegenüber Europa ein wenig geändert.

Der Lebensstandard hatte sich auch dadurch geändert, dass das Warenangebot moderner und reichhaltiger geworden war, ein Ergebnis der Weltmarktintegration. In der gewerblichen Produktion war die Textilbranche besonders erfolgreich, bei den Dienstleistungen der Tourismus. Das expandierende Bankwesen, einige Industrieholdings, die staatlichen Gesellschaften im Telefon- und Fluggeschäft näherten sich dem internationalen Standard. 1990 brach Ahmet Özal, ein Sohn des Staatspräsidenten, mit einem Privatsender das staatliche Fernsehmonopol. Starke private Medienanbieter entwickelten sich in den Folgejahren, welche die Türkei auch auf diesem Gebiet in den Globalisierungsprozess einzubinden begannen.311 [...]

Reale Ungleichgewichte schmälerten den Erfolg. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum war nicht nur von einer instabilen und ungliechen [sic] Verteilung der Einkommen aus Zinsen, Unternehmergewinnen und Löhnen begleitet. In der innertürkischen Wirtschaftskraft gab es außerdem ein bedenkliches Ost-West-Gefälle. Die enormen regionalen Produktions- und Einkommensunterschiede vergrößerten sich in den achtziger Jahren weiter. Pro-Kopf war die Wertschöpfung in der Provinz Kocaeli (Izmit) am Ende des Jahrzehnts fast zwanzigmal so hoch wie in der entlegendsten südöstlichen Provinz Hakkari. In den am Marmarameer und an der Ägäis liegenden 20 westlichen Provinzen wurden 57 % des BIPs erwirtschaftet, 43 % in den übrigen 59 Provinzen. Auch innerhalb der wirtschaftlichen Ballungszentren wuchsen die Einkommensunterschiede aufgrund der Binnenmigration der Dörfer in die Städte. Der Gegensatz zwischen arm und reich wurde immer sichtbarer. Die anspruchlosen Dörfler, nicht selten Analphabeten und ohne Vorstellung vom Geldbedarf im städtischen Leben, füllten immer neue Gecekondus-Viertel (die Häuser wurden über Nacht gebaut). Die Stadtverwaltung [sic] kamen nicht nach mit der Niederreißungen [sic] oder mit der infrastrukturellen Versorgung der irgendwann legalisierten Gecekondu-Schwarzbauten. Die neuen Armen wandten sich Erbakans RP auf der rechten sowie der SHP und der DSP auf der Linken zu.313


311 Vgl. Buhbe Mattes: Türkei, S. 125

[...]

313 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 125

[Seite 124]

Nach zehn Jahren der wirtschaftspolitischen Öffnung war die Bilanz gemischt. Wenn auch die Reallöhne über das gesamte Jahrzehnt gesehen nur unwesentlich gestiegen waren, so hatte sich doch das Pro-Kopf-Einkommen in der Türkei nahezu verdoppelt. Es lag 1991 etwas unter 2.000 US-Dollar. Damit war die Türkei immer noch das statistisch bei weitem ärmste OECD-Land; die Einkommen in Westeuropa waren zehnmal so

[Seite 125]

hoch. Doch hatte sich trotz des hohen Bevölkerungswachstums in der Türkei das Wohlstandsgefälle gegenüber Europa ein wenig verringert.

Der Lebensstandard hatte sich auch dadurch geändert, daß das Warenangebot moderner und reichhaltiger geworden war, ein Ergebnis der Weltmarktintegration. [...] In der gewerblichen Produktion war die Textilbranche besonders erfolgreich, bei den Dienstleistungen der Tourismus. Das expandierende Bankwesen, einige Industrieholdings, die staatlichen Gesellschaften im Telefon- und im Fluggeschäft näherten sich dem internationalen Standard. 1990 brach Ahmet özal, ein Sohn des Staatspräsidenten, mit einem Privatsender das staatliche Fernsehmonopol. In den Folgejahren entwickelten sich starke private Medienanbieter, die die Türkei auch auf diesem Gebiet in den Globalisierungsprozeß einzubinden begannen.

Reale Ungleichgewichte schmälerten den Erfolg. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum war nicht nur von einer instabilen und schiefen Verteilung der Einkommen aus Zinsen, Unternehmergewinnen und Löhnen begleitet. Es gab auch ein bedenkliches West-Ost-Gefälle in der innertürkischen Wirtschaftskraft. Die enormen regionalen Produktions- und Einkommensunterschiede vergrößerten sich in den achtziger Jahren weiter. Pro Kopf war die Wertschöpfung in der Provinz Kocaeli (Izmit) am Ende des Jahrzehnts fast zwanzigmal so hoch wie in der entlegendsten südöstlichen Provinz Hakkari. In den am Marmarameer und an der Ägäis liegenden 20 westlichen Provinzen wurden 57 Prozent des Bruttoinlandprodukts erwirtschaftet, 43 Prozent in den übrigen 59 Provinzen. Auch innerhalb der wirtschaftlichen Ballungszentren wuchsen die Einkommensunterschiede. Zusammen mit der anhaltenden Binnenmigration von den Dörfern in die Städte kam es zu einem immer sichtbareren Gegensatz zwischen arm und reich. Die anspruchslosen Dörfler, nicht selten Analphabeten und ohne Vorstellungen vom Geldbedarf im städtischen Leben, füllten immer neue Gecekondu-Viertel. Die Stadtverwaltungen kamen nicht nach mit der (seltenen) Niederreißung oder mit der infrastrukturellen Versorgung der (weit häufiger) irgendwann legalisierten Gecekondu-Schwarzbauten, Einige Jahre konnte Özal diesen Menschen Hoffnung bieten, da er nicht wie ein typischer Vertreter des Hauptstadt-Establishments wirkte. Dann reorientierten sich die neuen Armen: Sie wandten sich Erbakans RP auf der Rechten sowie der SHP und der DSP auf der Linken zu.

Anmerkungen

Art und Umfang der (bis auf Umstellung von Satzteilen und Austausch einiger weniger Worte fast identischen) Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Aus dem "West-Ost-Gefälle" des Originals wird bei Db ein "Ost-West-Gefälle".

Bei einem der wenigen abgeänderten Worte unterläuft Db ein Rechtschreibfehler.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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