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292 gesichtete, geschützte Fragmente

[1.] Db/Fragment 003 11

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 3, Zeilen: 11-16
Quelle: Gürbey 1998
Seite(n): 39, Zeilen: li. Sp. 16-26
Die Einbettung des gesamten Konflikts in das regionale und internationale System beeinflusst einerseits die Interessen- und Machtkonstellationen der regionalen Akteure in dieser Frage und andererseits die Aussichten auf eine politische Lösung. Der Konflikt hat weitreichende Rückwirkungen auf die innenpolitische Stabilität und die außenpolitischen Beziehungen. Die Einbettung des gesamten Konflikts in das regionale und internationale System beeinflußt einerseits die Interessen- und Machtkonstellationen der regionalen Akteure in dieser Frage und andererseits die Aussichten auf eine politische Lösung. Der Konflikt hat weitreichende Rückwirkungen auf die innenpolitische Stabilität und die außenpolitischen Beziehungen der Türkei.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der gleiche Text findet sich auch im Anfangsteil von Db/Fragment_152_13 - dort mit Bauernopfer-Referenz.


[2.] Db/Fragment 003 22

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 3, Zeilen: 22-29, 31-33
Quelle: Gürbey 2003
Seite(n): 29-30, Zeilen: 29:14-18.23-27 - 30:1-2
Özal wagte den Schritt, die bisherige traditionelle Nahost-Politik der Türkei, insbesondere die Leitprinzipien der Nichteinmischung in zwischenstaatliche Konflikte und des Verzichts auf eine Führungsrolle in der Region, zugunsten einer aktiven Politik durchzubrechen. Der Golfkrieg demonstrierte die strategische Bedeutung der Türkei, die als notwendiger Verbündeter des Westens hervortrat. Dieser Politikwechsel wurde unter massiver Kritik seitens der Medien, der Politik und der zivilen und militärischen Bürokratie trotz fehlender gesellschaftlicher Unterstützung durchgesetzt. Im folgenden werden die türkische Haltung und Politik während der Golfkrise bzw. Golfkrieg analysiert. Welche politischen Ziele verfolgte die Türkei damals im Golfkrieg? Der Golfkrieg brachte für die Türkei massive wirtschaftliche Verluste und der überwiegende Teil der verfolgten Ziele konnte nicht erreicht werden. [Seite 29]

Der im April 1993 verstorbene Özal wagte den Schritt, die bisherige traditionelle Nahost-Politik der Türkei, insbesondere die Leitprinzipien der Nichteinmischung in zwischenstaatliche Konflikte und des Verzichts auf eine Führungsrolle in der Region, zugunsten einer aktiven Politik zu durchbrechen. [...] Dieser Politikwechsel wurde unter massiver Kritik seitens der Medien, der Politik und der zivilen und militärischen Bürokratie sowie trotz fehlender gesellschaftlicher Unterstützung durchgesetzt. Zwar brachte der Golfkrieg für die Türkei massive wirtschaftliche Verluste 2 und der überwiegende Teil der verfolgten Ziele konnte nicht erreicht werden. Der Golfkrieg

[Seite 30]

demonstrierte jedoch die strategische Bedeutung der Türkei und diese trat wieder als unverzichtbarer Verbündeter des Westens hervor.


2 Der Golfkrieg 1991 hatte in den ersten zehn Jahren 100 Milliarden Dollar Verluste verursacht. Vgl. »Hürriyet«, 25.12.2002.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[3.] Db/Fragment 003 37

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 3, Zeilen: 37-45, 47-51
Quelle: Gürbey 1998b
Seite(n): 350, Zeilen: 8-16, 26-28, 31-33
Die grundlegenden traditionellen Interessensdivergenzen zwischen der Türkei, dem Irak, dem Iran und Syrien, die regionalen Implikationen des chronisch gewordenen Kurdenkonfliktes, die Probleme mit der Wasserverteilung, der islamische Fundamentalismus, die Wirtschaftsbeziehungen sowie die historisch-psychologische Dimension in den Beziehungen zwischen Türken und Arabern sind nach wie vor die wichtigsten geopolitischen Bedingungsfaktoren für die Gestaltung der bilateralen Beziehungen. Traditionelle potentielle Konfliktherde sowie gegenseitige Missperzeptionen zwischen der Türkei und ihren Nachbarstaaten bestehen nach wie vor. [...] Syrien spielte in türkischen Bedrohungsanalysen, vor allem im Komplex ausländischer Einmischung und des Versuchs, die kurdischen Gebiete durch die Unterstützung der PKK zu destabilisieren, eine zentrale Rolle. Die Türkei bezichtigte Syrien seit Jahren, die PKK zu unterstützen und sie als Waffe in den bilateralen Beziehungen, insbesondere [in der Wasserfrage, zu instrumentalisieren.] So bestehen auch nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes weiterhin traditionelle potentielle Konfliktherde sowie gegenseitige Bedrohungsperzeptionen zwischen der Türkei und ihren Nachbarstaaten. Die grundlegenden traditionellen Interessendivergenzen zwischen der Türkei, Syrien, dem Iran, dem Irak, die regionalen Implikationen des chronisch gewordenen Kurdenkonfliktes, die Wasserfrage, der islamische Fundamentalismus, die Wirtschaftsbeziehungen sowie die historisch-politisch-psychologische Dimension in den Beziehungen zwischen Türken und Arabern sind nach wie vor die wichtigsten geopolitischen Bedingungsfaktoren für die Gestaltung der bilateralen Beziehungen. [...]

Syrien spielt in türkischen Bedrohungsanalysen, vor allem im Komplex ausländischer Einmischung und bezüglich des Versuchs, die kurdischen Gebiete der Türkei durch die Unterstützung der PKK zu destabilisieren, eine zentrale Rolle. [...] Die Türkei bezichtigt Syrien seit Jahren, die PKK zu unterstützen und sie als Waffe in den bilateralen Beziehungen, insbesondere in der Wasserfrage,3 zu instrumentalisieren.


[3 Zur Wasserfrage siehe Jörg Barandat (Hg.): Wasser – Konfrontation oder Kooperation. Ökologische Aspekte von Sicherheit am Beispiel eines weltweit begehrten Rohstoffs, Baden-Baden 1997.]

Anmerkungen

Teilweise wird ein wenig umformuliert, teilweise die Reihenfolge der Vorlage verändert – und ein Hinweis auf die (trotzdem klar erkennbare) Quelle der Übernahme unterbleibt.

Ein ähnlich hoher Übereinstimmungsgrad ergibt sich auch mit Gürbey 1991 (Gürbey 1991 und Gürbey 1998b weisen passagenweise einige – wenige – Textparallelen auf).


[4.] Db/Fragment 004 06

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 4, Zeilen: 6-8, 15-21
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 215, 216, Zeilen: 215:32-33, 216:25-30
Die Wasserfrage ist ein weiteres bedeutendes Konfliktelement in den Beziehungen zwischen der Türkei, dem Irak und Syrien. [...] Unterschwellige Spannungen zwischen der Türkei und den Nachbarländern bestehen auch wegen materieller und finanzieller Unterstützung von türkischen islamisch-fundamentalistischen Organisationen durch diese Länder. Die Vorwürfe der Türkei richten sich insbesondere an den Iran und Saudi-Arabien. Die Türkei beschwert sich immer wieder über den iranischen Einfluss auf radikale islamische Gruppen in der Türkei. [Seite 215]

Ein weiteres bedeutendes Konfliktelement in den Beziehungen zwischen der Türkei, dem Irak und Syrien ist das Wasserproblem.

[Seite 216]

Unterschwellige Spannungen zwischen der Türkei und den Nachbarländern gibt es aber auch wegen materieller und finanzieller Unterstützung von türkischen islamisch-fundamentalistischen Organisationen durch diese Länder. Die Vorwürfe der Türkei richten sich insbesondere an den Iran und an Saudi-Arabien. Die Türkei beschwert sich immer wieder über den iranischen Einfluß auf radikale islamische Gruppen in der Türkei.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[5.] Db/Fragment 004 38

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 4, Zeilen: 38-39
Quelle: Şen 1993
Seite(n): 263, Zeilen: 27-28
Die Türkei ist von den zum Teil dramatischen Veränderungen in den Nachbarstaaten erheblich betroffen. Viele neue Herausforderungen kommen auf sie zu. Die Türkei ist von den zum Teil dramatischen Veränderungen in ihrer Umgebung erheblich betroffen. Viele neue Herausforderungen kommen auf sie zu.35

[35 Zu den verschiedenen Konfliktherden in den Regionen vgl. Zentrum für Türkeistudien (Hrsg.): Schwarzmeer-Wirtschaftskooperationsregion als eine mögliche Ergänzung für die Europäische Gemeinschaft?. ZfT aktuell Nr.6.]

Anmerkungen

Keine Quellenangabe; zumindest der erste Satz hat durchaus einen Gehalt.


[6.] Db/Fragment 005 27

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 5, Zeilen: 27-31
Quelle: Şen 1993
Seite(n): 252, Zeilen: 13-16, 20-21
Die strategische Bedeutung der Türkei als Land der Trennung und des Überganges zwischen Okzident und Orient, dem Schwarzen- [sic] und dem Mittelmeerraum, sowie als Bindeglied zwischen dem Westen und Osten Europas nimmt ständig zu. Die Türkei ist sich ihrer Brückenfunktion der [sic] NATO bewusst. [„In der Türkei ist man davon überzeugt, das [sic] Europa, wenn es Einfluss auf die Entwicklung im Kaukasus und Zentralasien nehmen will, dazu die Türkei braucht. So sieht man sich nicht mehr als marginales, abgelehntes Land in Europa, sondern als Land mit neuer Bedeutung und neuem Selbstbewusstsein.“4]

4 Sen [sic] Faruk: Die Türkei als Ordnungsmacht, in: Südosteuropa Mitteilungen, Nr. 3/1993, S. 252-264, S.252

Die strategische Bedeutung der Türkei als Land der Trennung und des Übergangs zwischen Okzident und Orient, dem Schwarzmeer-Raum und dem Mittelmeer-Raum, sowie als Bindeglied zwischen dem Westen und Osten Europas nimmt ständig zu.

[...] Die Türkei ist sich ihrer Brückenfunktion für die NATO bewußt. [„In der Türkei ist man davon überzeugt, daß Europa, wenn es Einfluß auf die Entwicklung im Kaukasus und Zentralasien nehmen will, dazu die Türkei braucht. So sieht man sich nicht mehr als marginales, abgelehntes Land in Europa, sondern als Land mit neuer Bedeutung und neuem Selbstbewußtsein.“2]


[2 Freitag-Wirminghaus, Rainer: Die Zukunft der islamisch geprägten Staaten. Der Zerfall der Sowjetunion und die islamisch geprägte Welt, in: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.): Die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Entstehung – Entwicklung – Probleme. Stuttgart 1992, S. 113.]

Anmerkungen

Vor dem aus der Quelle entnommenen und kenntlich gemachten wörtlichen Zitat, das sie fälschlich Şen (1993) zuschreibt, übernimmt die Verf. zwei weitere Sätze weitgehend wörtlich von diesem, ohne dies kenntlich zu machen.


[7.] Db/Fragment 005 41

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 5, Zeilen: 41-46
Quelle: Şen 1993
Seite(n): 253, 260, Zeilen: 253:1-3; 260:34-37
Das neue Selbstbewusstsein schlägt sich unter anderem in der türkischen Initiative der Schwarzmeerkooperation nieder. Ebenso kooperiert die Türkei mit Aserbaidschan und zentralasiatischen Republiken in der Economic Cooperation Organisation [sic] (ECO). Die Aufnahme der mittelasiatischen Republiken und Aserbaidschan in diesem [sic] 1964 gegründeten Wirtschaftsrat mit den Mitgliedern Türkei, Iran und Pakistan erweckte ein großes [Ansehen [sic].] [Seite 253]

Das neue Selbstbewußtsein schlägt sich unter anderem in der türkischen Initiative der Schwarzmeer-Kooperation [und allgemeinen Annäherung an die zentralasiatischen Staaten, aber auch in ihrer zunehmend aktiven Balkanpolitik] nieder.

[Seite 260]

Die Türkei kooperiert außerdem mit Aserbaidschan und den mittelasiatischen Republiken in der Economic Cooperation Organisation [sic] (ECO). Die Aufnahme der mittelasiatischen Republiken und Aserbaidschans in diesen 1964 gegründeten Wirtschaftsrat mit den Mitgliedern Türkei, Iran und Pakistan erregte großes Aufsehen.28


[28 Vgl. Atılgan, Canan, a.a.O., S.54.]

Anmerkungen

Keine Quellenangabe. Die fehlerhafte Schreibung des Namens der Economic Cooperation Organization übernimmt die Verf. aus der Quelle.


[8.] Db/Fragment 006 34

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 6, Zeilen: 34-35, 37-41, 44-46
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 36, Zeilen: 5-13
Ausgangsbasis für die Analyse waren eine Reihe wissenschaftlicher und politische [sic] Fragestellungen:

[...]

2. Hat sich die geopolitische Position der Türkei nach dem Zerfall der Sowjetunion geändert? Wenn ja, in welcher Qualität?

3. Wie effizient könnte die Türkei Schritte setzen, um den Herausforderungen nach den Änderungen der geopolitischen Konstellation an der Schwelle zum 21. Jahrhundert gerecht zu werden?

[...]

5. Welche sind konkrete Krisenpotentiale, in die die Türkei direkt oder indirekt involviert ist und wie sind diese miteinander vernetzt?

6. Wie sind die Krisenpotentiale in ihrer Qualität ausgeschaltet [sic]?

Ausgangsbasis für die Analyse waren eine Reihe wissenschaftlicher und praktisch-politischer Fragestellungen:

1. Hat sich die geopolitische Position der Türkei nach dem Zerfall der Sowjetunion geändert? Wenn ja, in welcher Qualität?

2. Wie effizient konnte die Türkei Schritte setzen, um den Herausforderungen nach der Änderung der geopolitischen Konstellation an der Schwelle zum 21. Jahrhundert gerecht zu werden?

3. Welche sind konkrete Krisenpotentiale, in die die Türkei direkt oder indirekt involviert ist und wie sind diese miteinander vernetzt?

4. Wie sind die Krisenpotentiale in ihrer Qualität ausgestaltet ?

Anmerkungen

Die Verf. übernimmt Forschungsfragen aus einer sechs Jahre älteren Untersuchung, ohne dies kenntlich zu machen. Hierbei wird das Adjektiv aus Frage 4 fehlerhaft übernommen, sodass Frage 6 unsinnig wird.

Fortsetzung in Fragment 007 01.


[9.] Db/Fragment 007 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 7, Zeilen: 1-2, 12-25
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 36, Zeilen: 14-22, 26-33
7. Inwieweit werden die nationale und internationale Position des Staates durch die Krisenpotentiale beeinflusst?

[...]

Da der Zeitpunkt des Zerfalls der Sowjetunion als Angelpunkt diente, bot sich ein Einstieg ab 1989 an. Damit konnten auch Signale, die auf die Veränderungen der Rolle der Türkei bereits hindeuteten, erfasst, analysiert und in den Gesamtkontext eingeordnet werden. Die Analyse und Beurteilung der historischen Aspekte, die zum Verständnis erforderlich waren, wurden auch bis 1989 detailliert analysiert. In der eigentlichen Analyse wurden folgende Teilperioden abgedeckt:

Periode von 1989 bis 1993: Zerfall der Sowjetunion, Phase des Golfkriegs, Verschärfung der Kurdenproblematik

Periode von 1993 bis 1995: Post-Golfkriegsära, deutlich stärkeres Auftreten von Regionalkonflikten in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, Intensivierung der Annäherungsbemühungen an die Europäische Union.

Periode von 1995 bis 1999: Verstärkte innenpolitische Probleme, weitere Verschärfung der Kurdenproblematik, das Militär greift verstärkt in die Innen- und Außenpolitik des Landes ein, erstmals eine islamische Partei an der Regierung beteiligt[, Verwirklichung der Zollunion mit der EU, das Militärabkommen von 1996 mit Israel, Festnahme Öcalans].

5. Inwieweit wird durch die Krisenpotentiale die nationale und internationale Position des Staates beeinflusst?

Da der Zeitpunkt des Zerfalls der Sowjetunion als Angelpunkt diente, bot sich ein Einstieg ab 1987 an. Damit konnten auch Signale, die auf die Veränderung der Rolle der Türkei bereits hindeuten, erfasst, analysiert, evaluiert und in den Gesamtkontext eingeordnet werden. Die Analyse und Beurteilung wurden demnach ab 1987 detailliert begonnen, wobei historisch relevante Aspekte, die zum Verständnis erforderlich waren, entsprechend eingebunden wurden. In der eigentlichen Analyse und Evaluierung wurden folgende Teilperioden abgedeckt:

[...]

Periode von 1990 bis 1993: Phase des Golfkrieges; Verschärfung der Kurdenproblematik; unmittelbare Zerfallsphase der Sowjetunion.

Periode von 1993 bis 1995: Post-Golfkriegsära; deutlich stärkeres Auftreten von Regionalkonflikten in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion; Intensivierung der Annäherungsbemühungen an die Europäische Union.

Periode von 1995 bis 1997: Verstärkte innenpolitische Probleme, weitere Verschärfung der Kurdenproblematik, das Militär greift verstärkt in die Innen- und Aussenpolitik [sic] des Landes ein, erstmals ist eine islamische Partei an der Regierung beteiligt[; Intensivierung der Spannungen mit Griechenland].

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 006 34.

Die Verf. übernimmt eine Forschungsfrage und nachfolgend eine historisch-politische Periodisierung aus einer sechs Jahre älteren Untersuchung, wobei sie einzelne Jahreszahlen anpasst. Ihre Quelle nennt sie hierbei nicht.


[10.] Db/Fragment 012 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 26-28
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 3, Zeilen: 4-7
Das Osmanische Reich ging im 13. Jahrhundert aus einem Fürstentum in Nordwestanatolien hervor. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte es sich zu einem Großreich, in dessen Kerngebiet sich die heutige Türkei befindet.36

36 Über die ausführliche Geschichte des Osmanischen Reichs siehe: Ferench Majoros, Bernd Rill: Das Osmanische Reich (1300 –1922), Die Geschichte einer Großmacht, Köln 1994, Vgl. Sen Faruk, Akkaya Cigdem, Özbek Yasemin, Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 3

Das Osmanische Reich war im 13. Jahrhundert aus einem Fürstentum in Nordwestanatolien hervorgegangen. In den folgenden Jahrhunderten hatte es sich zu einem Großreich entwickelt, auf dessen Kerngebiet sich die heutige Türkei befindet.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[11.] Db/Fragment 012 33

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 12, Zeilen: 33-35
Quelle: Kündig-Steiner 1977
Seite(n): 336, Zeilen: -
Osman, der sich nach dem Zerfall seiner seldschukischen Schutzmacht den Beinamen Sultan zulegte, um ihn an seine Nachfolger zu übertragen, gab nicht nur einer ganzen Dynastie seinen Namen, sondern auch dem neuen Staat. Er selber ging unter dem [Namen Sultan Osman I. (1289-1326) in die Geschichte ein.38]

[38 Vgl. Kündig-Steiner Werner (Hrsg.): Die Türkei – Raum und Mensch, Kultur und Wirtschaft in Gegenwart und Vergangenheit, Tübingen 1977, S. 320 ff.]

Osman, der sich nach dem Zerfall seiner seldschukischen Schutzmacht den Beinamen Sultan zulegte, um ihn an seine Nachfolger zu übertragen, gab nicht nur einer ganzen Dynastie (deren Herrschaft nahm erst mit der am 29. Oktober 1923 durch Atatürk ausgerufenen Republik ein Ende) seinen Namen, sondern auch dem neuen Staat. Er selber ging unter dem Namen Sultan Osman I. (1289-1326) als erster osmanischer Herrscher in die Geschichte ein.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. (Die Seitenangabe der Quelle erfolgt gemäß der ersten Auflage - Db benutzt die zweite, ohne dies an irgendeiner Stelle ihrer Arbeit explizit zu machen.)


[12.] Db/Fragment 013 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 13, Zeilen: (24-26), 26-42
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 30, Zeilen: 7-8, 10-14, 16-23, 26-36
„Das osmanische Reich war diplomatisch-politisch eher eine europäische als eine asiatische Macht“, sagte Steinbach. Die Hohe Pforte wurde immer mehr ein Partner europäische Diplomatie. Die Osmanen standen nach der gescheiterten Belagerung von Wien in einer dauernden Folge von kriegerischen und diplomatischen Kontakten mit dem Habsburgischem Reich. Am nachdrücklichsten wurde die Anerkennung des Osmanischen Reiches als Machtfaktor in Europa in jenem Vertrag bekundet, den Frankreich und die Hohe Pforte 1536 abgeschlossen haben und der in der europäischen historischen Literatur als „Kapitulationen“ bezeichnet wurde. Darin wurden Fragen des Handels, der Rechtsprechung über Franzosen auf osmanischem Territorium, der konsularischen Vertretung von Franzosen bei der Hohen Pforte sowie der Behandlung von Kriegsgefangenen geklärt. Später wurde das osmanische Reich zum Spielball europäischer Mächte und ähnliche Verträge wurden zu einem Instrument, um die Souveränität und innere Stabilität des Osmanischen Reiches zu unterminieren. Sie wurden Ausdruck immer neuer „Kapitulationen“ des einst so mächtigen Reiches vor dem Willen der immer überlegeneren europäischen Mächte.44

Das Ende der Ära Süleymans des Prächtigen markierte jedoch den Wendepunkt in der Geschichte des Osmanischen Reiches. Unter ihm hatte das Reich seine größte Prosperität und innere und äußere Stärke erreicht.


44 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei im 20. Jahrhundert, Schwieriger Partner Europas, Bergisch Gladbach, S. 30

Diplomatisch-politisch aber war das Reich des Sultans eher ein europäische als eine asiatische Macht. Die »Hohe Pforte« wurde immer mehr ein Partner europäischer Diplomatie. [...] Mit dem zunehmend mächtiger werdenden Habsburgischen Reich standen die Osmanen nach der gescheiterten Belagerung von Wien in einer dauernden Folge von kriegerischen und diplomatischen Kontakten. [...]

Am nachdrücklichsten aber wurde die Anerkennung des Osmanischen Reiches als Machtfaktor in Europa in jenem Vertrag bekundet, den Frankreich und die Hohe Pforte 1536 abschlossen und der in der europäischen historischen Literatur als »Kapitulation« bezeichnet wird. Seine »Kapitel« regelten Fragen des Handels, der Rechtsprechung über Franzosen auf osmanischem Territorium, der konsularischen Vertretung von Franzosen bei der Hohen Pforte sowie der Behandlung von Kriegsgefangenen. [...] In späteren Zeiten freilich, als das Reich kaum mehr war als ein Spielball europäischer Mächte, wurden ähnliche »Verträge« zu einem Instrument, die Souveränität und innere Stabilität des Osmanischen Reiches zu unterminieren. Sie wurden Ausdruck immer neuer »Kapitulationen« des einst so mächtigen Reiches vor dem Willen der immer überlegeneren europäischen Mächte.

Das Ende der Ära Süleymans des Prächtigen markierte zugleich den Wendepunkt in der Geschichte des Osmanischen Reiches. Unter ihm hatte es seine größte Prosperität und innere Stabilität erreicht.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Zunächst erfolgt noch ein ordentliches Zitat - das nicht in die Zählung aufgenommen wurde - danach aber finden sich weiter wortwörtlich übereinstimmende Texte aus Steinbach (1996).


[13.] Db/Fragment 014 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 14, Zeilen: 1-33, 34-43
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 30-31, 32, 33, 34-35, 36, Zeilen: 30:36-38 - 31:1-5.7-10; 32:33-38; 33:14-20.24-25.38 - 34:1-2.36-38 - 35:1-4.6-7.9-10.12-14.20-21; 36:13-24.29-32.34-35
[Unter seinen Nachfolgern setzte der] politische und wirtschaftliche Niedergang ein. Die staatlichen Einrichtungen verloren an Stärke und Effizienz; der bürokratische Apparat begann zu verfallen. Mit Süleyman brach unglücklicherweise auch die Reihe der fähigen und in der Politik wie im Felde energischen Osmanherrscher [sic] abrupt ab. Für einige Zeit saßen Sultane auf dem Thron, die entweder noch minderjährig waren oder wenig Interesse an der Politik zeigten. Diese Epoche nennt die Geschichtsschreibung die „Zeit der Weiberherrschaft“, die in Kösem Sultan, der Mutter Murats IV. (1623-40), eine der wohl politisch einflussreichsten Frauengestalten der osmanischen Geschichte erlebte.45

Zu dem langen Verfallsprozess führten vielerlei Faktoren: Änderungen in den großen Handelsrouten, die die wirtschaftliche Grundlage des Reiches unterminierten, die Korruption in einer aufgeblähten Bürokratie und die Verelendung der bäuerlichen Bevölkerung, sowie der Niedergang der Janitscharen, die mehr und mehr den Militärdienst nur noch als sicheren Erwerb betrachteten.46

Der „Weiberherrschaft“ machte schließlich Mehmet Köprülü ein Ende, der 1656 das Amt des Großwesirs antrat. Seine fünfjährige Amtszeit nützte er dazu, den Harem und die Janitscharenführer zu entmachten, gegen die Verschwendungssucht bei Hofe einzuschreiten und Korruption und Misswirtschaft der Bürokratie mit brutaler Härte zu verfolgen. Außenpolitisch musste das Reich jetzt große Niederlagen hinnehmen. Die Niederlage vor Wien und die nachfolgende Kampagne unter dem Prinzen Eugen ließen das Reich in seinen europäischen Teilen rasch zusammenschrumpfen, auch wenn Belgrad wieder zurückerobert werden konnte.47

Mit der Tulpenzeit (Lale Devri) begann zugleich eine Ära der Reformen, eine vorsichtige Hinwendung zu Europa. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Europäisierung des höfischen Lebens während der Tulpenzeit unter Ahmet III. (1703-30). Mitten in der Bedrängnis durch schwierige äußere Verwirklichung und trotz der fortschreitenden Auflösung des gesamten sozioökonomischen Gefüges, pflegten der Sultan und sein Hofstaat einen kultivier-verschwenderischen [sic] Lebensstil. Man vertrieb sich die Zeit mit Schach und Muschelspiel, und pompöse Feierlichkeiten wurden veranstaltet. Zu den Glanzpunkten höfischer Selbstdarstellung gehörte die Gartenbaukunst. Neue farbenprächtige Tulpenarten wurden gezüchtet. Eine der wesentlichen Reformen dieser Zeit wurde die Einführung des Buchdrucks 1728. Die zahlreichen in der Folgezeit gedruckten Werke trugen wesentlich zur kulturellen Blüte bei.48 Ein Janitscharenaufstand verhinderte aber die weitere Durchführung von Reformen. Die Wirklichkeit war durch anhaltenden politischen Niedergang gekennzeichnet.

1736 brach ein Krieg mit Russland aus. Im Friedensvertrag von Belgrad (1739) erneuerte das Reich Hoheitsrechte über das Schwarze Meer und stärkte die Stellung des Reiches in Europa. Die Russische [sic] Regierung akzeptierte jedoch den Frieden von Belgrad nicht und rüstete sich zu neuen Kriegen. Dieser endete mit einer türkischen Niederlage. Am 21. Juli 1774 verlor das Reich im Friedensvertrag von Kücük Kaynarca, im heutigen Nordostbulgarien, große Teile seiner Gebiete auf dem Balkan und im Kaukasus. Mit diesem Vertrag büßte das Osmanisiche [sic] Reich seine Großmachtstellung endgültig ein.49


45 Vgl. ebd., S. 30

46 Vgl. ebd., S. 32

47 Vgl. ebd., S. 33 f.

48 Vgl. ebd. S. 36

49 Vgl. ebd., S. 35

[Seite 30]

Unter seinen Nachfolgern setzte der politische und wirtschaftliche Niedergang ein. Die staatlichen Einrichtungen verloren an Stärke und Effizienz; der bürokratische Apparat begann zu ver-

[Seite 31]

fallen. Unglücklicherweise brach mit Süleyman auch die Reihe der fähigen und in der Politik wie im Felde energischen Osmanenherrscher abrupt ab. Für einige Zeit saßen Sultane auf dem Thron, die entweder noch minderjährig waren oder wenig Interesse an der Politik zeigten. [...] Die Geschichtsschreibung nennt diese Epoche die »Zeit der Weiberherrschaft«, die in Kösem Sultan, der Mutter Murats IV. (1623-40), eine der wohl politisch einflußreichsten Frauengestalten der osmanischen Geschichte erlebte.

[Seite 32]

Zu dem langen Verfallsprozeß führten vielerlei Faktoren: Änderungen in den großen Handelsrouten, die die wirtschaftliche Grundlage des Reiches unterminierten; die Korruption in einer aufgeblähten Bürokratie und die Verelendung der bäuerlichen Bevölkerung; sowie der Niedergang der Janitscharen, die mehr und mehr den Militärdienst nur noch als sicheren Nebenerwerb betrachteten.

[Seite 33]

Der »Weiberherrschaft« machte schließlich ein fast achtzigjähriger Greis albanischer Abstammung ein Ende, Köprülü Mehmet, der 1656 das Amt des Großwesirs antrat. Seine fünfjährige Amtszeit nützte er dazu, den Harem und die Janitscharenführer zu entmachten, gegen die Verschwendungssucht bei Hofe einzuschreiten und Korruption und Mißwirtschaft der Bürokratie mit brutaler Härte zu verfolgen. [...]

Außenpolitisch aber mußte das Reich jetzt eine katastrophale Niederlage hinnehmen: [...]

Die Niederlage vor Wien war vor allem zunächst ein Fanal zu ei-

[Seite 34]

ner Serie militärischer Rückschläge, die das Reich in seinen europäischen Teilen rasch zusammenschrumpfen ließen. [...]

1736 brach wieder ein Krieg mit Rußland aus, und diesem folgten weitere. Trotz des österreichisch-russischen Bündnisses konnte die osmanische Armee Belgrad zurückerobern; der anschließende

[Seite 35]

Friedensvertrag von Belgrad (1739) stellte sogar vorübergehend die osmanische Oberhoheit über die Stadt wieder her. Zugleich erneuerte der Vertrag die osmanischen Hoheitsrechte über das Schwarze Meer und stärkte die Stellung des Reiches in Europa. [...]

Die Russen empfanden den Frieden von Belgrad jedoch als Schmach und rüsteten sich zu neuen Kriegen. Erst 1768 freilich ließ sich Sultan Mustafa III. (1757-74) auf einen neuen Waffengang mit Rußland ein. Er dauerte alles in allem sechs Jahre und endete mit der türkischen Niederlage. [...] Am 21. Juli 1774 verlor das Reich im Friedensvertrag von Küçük Kaynarca, im heutigen Nordostbulgarien, große Teile seiner Gebiete auf dem Balkan und im Kaukasus. [...]

Mit dem Vertrag von Küçük Kaynarca büßte das Osmanenreich seine Großmachtstellung endgültig ein.

[Seite 36]

Zunächst freilich wurde nur die Fassade aufpoliert. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Europäisierung des höfischen Lebens während der sogenannten »Tulpenära« (Lâle devri) unter Ahmet III. (1703-30). Mitten in der Bedrängnis durch schwierige äußere Verwicklungen und trotz der fortschreitenden Auflösung des gesamten sozio-ökonomischen Gefüges pflegten der Sultan und sein Hofstaat einen kultiviert-verschwenderischen Lebensstil. Man vertrieb sich die Zeit mit Schach und Muschelspiel, man ergötzte sich an Poesie und Musik. Pompöse Feierlichkeiten wurden veranstaltet. Zu den Glanzleistungen höfischer Selbstdarstellung gehörte die Gartenbaukunst. Neue farbenprächtige Tulpenarten wurden gezüchtet.

In jener Zeit vollzog sich also eine erste Öffnung nach Europa; [...] 1727 wurde durch den ungarischen Renegaten Müteferrika Ibrahim im Auftrag des Sultans offiziell der Buchdruck eingeführt. Die in der Folgezeit zahlreichen gedruckten Werke trugen nicht unwesentlich zur kulturellen Blüte bei.

[...] Die Wirklichkeit war durch anhaltenden politischen Niedergang gekennzeichnet.

Anmerkungen

Eine Collage vieler verschiedener Originalpassagen aus Steinbach (1996). Dennoch bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet.


[14.] Db/Fragment 015 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 1-5
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 23, Zeilen: 31-34
Sultan Mahmut II. (1808-1839) wurde zum „Motor“ einer weitreichenden Erneuerungsbewegung mit stark westlicher Orientierung. [...] Das erklärte Ziel Mahmuts II. war die Modernisierung des Reiches. Grundlegend wurde die Armee als zentraler Träger des Staates modernisiert. Sultan Mahmud II. wurde zum ,Motor’ einer weitreichenden Erneuerungsbewegung mit stark westlicher Orientierung. Die Modernisierung des Reiches (,yenilesme’) war das erklärte Ziel Mahmuds. Die Armee als zentraler Träger des Staates wurde grundlegend reformiert.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Geburts- und Todesjahr des Sultans finden sich z.B. in der Quelle des Fragments 015 09.


[15.] Db/Fragment 015 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 9-20
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 38-39, Zeilen: 38:15-20.29-38 - 39:1
Um die Umsetzung der militärischen Reformen - zu denen Planung und Durchsetzung gehörte - zu verwirklichen holte sich Sultan Mahmut II., den jungen preußischen Militärexperten Helmuth von Moltke ins Land. Ein besonderes Anliegen Mahmuts II. war die Einrichtung von technischen Schulen, in denen nicht nur Offiziere, sondern auch Beamte eines neuen Typs ausgebildet werden sollten, um die konservativen Beamten vergangener Zeiten ablösen zu können. In einem säkularen Grundschulsystem sollten die Schüler auf den Besuch der technischen Schulen vorbereitet werden. Als äußeres Zeichen der Modernisierung erließ der Sultan außerdem eine Kleiderverordnung, die das Tragen der traditionellen Pluderhosen und des Turbans verbot. Die Beamten mussten stattdessen nun einen rockähnlichen schwarzen Mantel, eng anliegende schwarze Hosen und den roten Fes tragen.50

50 Vgl. ebd., S. 38

[Seite 38]

Der Europa gegenüber sehr aufgeschlossene Sultan Mahmut II. (1808-39), Sohn einer von Korsaren entführten und an den großherrlichen Harem von Istanbul verkauften französischen Adligen, holte zu diesem Zweck preußische Militärexperten ins Land. Der Bekannteste unter diesen ersten »Militärberatern« der Osmanen war Helmuth von Moltke. [...]

Ein besonderes Anliegen war Mahmut II. die Einrichtung von technischen Schulen, in denen nicht nur Offiziere, sondern auch Beamte eines neuen Typs ausgebildet werden sollten, um die konservativen Beamten vergangener Zeiten ablösen zu können. In einem säkularen, das heißt nichtreligiösen, Grundschulsystem sollten die Schüler auf den Besuch der technischen Schulen vorbereitet werden. Als äußeres Zeichen des Modernisierungswillens erließ der Sultan eine Kleiderverordnung, die das Tragen der traditionellen Pluderhosen und des Turbans verbot. Statt dessen mußten die Beamten nun einen rockähnlichen schwarzen Mantel, eng anliegende

[Seite 39]

schwarze Hosen und den roten Fes tragen - [...]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[16.] Db/Fragment 015 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 20-21
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 23, Zeilen: 34-35
Innere Reformen, welche die gesellschaftlichen Grundfesten und Grundwerte erschütterten, wurden vorangetrieben. Innere Reformen, die die gesellschaftlichen Grundfesten und Grundwerte erschütterten, wurden vorangetrieben.
Anmerkungen

Ein kurzes Fragment mit gleichwohl nichttrivialem Inhalt und ohne Nennung der Quelle.

Dieses Fragment schließt unmittelbar an Fragment 015 09 an.


[17.] Db/Fragment 015 25

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 25-34
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 41-42, Zeilen: 41:33-35 - 42:1-14
Der Sohn von Mahmut II., Abdümecid [sic] I. (1839-1861), setzte das Werk seines Vaters entschieden und auf breiter Grundlage fort. Der neue Sultan ließ in einem Erlass (Ferman) von Gülhane, 1839, die Grundprinzipien niederlegen, die den Reformen seines Vaters und seinen eigenen künftigen Schritten zugrunde lagen. Nach der Niederlage des neu von Molte [sic] aufgestellten Heeres lag wohl das Motiv zu seiner Verkündung darin, dass die Osmanen sich selbst modernisieren wollten. Zum ersten Mal wurden so etwas wie Menschen- bzw. Bürgerrechte proklamiert: Sicherheit des Lebens und der Ehre aller Osmanen sowie ihres Besitzes, Ende der Steuerpacht und ihres Missbrauchs, reguläre Rekrutierung in die Armee, gerechte und öffentliche Gerichtsbarkeit für alle Angeklagten, Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.52

52 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 42

[Seite 41]

Der Sohn und Nachfolger Sultan Mahmuts, Abdülmecit I. (1839-61), setzte das Werk seines Vaters entschieden und auf breiterer Grundlage fort. Kurz nach seinem Re-

[Seite 42]

gierungsantritt ließ der neue Sultan in einem Erlaß, dem »Hohen Sendschreiben« (Hatt-i şerif), 1839 die Grundprinzipien niederlegen, die den Reformen seines Vaters und seinen eigenen künftigen Schritten zugrunde lagen. Nach der Niederlage des soeben neu aufgestellten Heeres lag wohl das Motiv zu seiner Verkündigung darin, den europäischen Mächten zu zeigen, daß die Osmanen sich selbst zu modernisieren vermochten. Zum ersten Mal wurden so etwas wie Menschen- bzw. Bürgerrechte proklamiert, auch wenn diese von europäischen Vorstellungen noch weit entfernt waren: Sicherheit des Lebens und der Ehre aller Osmanen (darunter waren sowohl Muslime wie Nichtmuslime zu verstehen) sowie ihres Besitzes; Ende der Steuerpacht und ihrer Mißbräuche; reguläre Rekrutierung in die Armee; gerechte und öffentliche Gerichtsbarkeit für alle Angeklagten; Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[18.] Db/Fragment 015 38

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 15, Zeilen: 38-44
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 43, 44, Zeilen: 43:11-14; 44:16-17.21-25
Weitere Reformen entstanden; das Strafrecht wurde neu gefasst; Handelsrecht und Handelsgerichtsbarkeit wurden reformiert.54

Der Einfluss Europas auf die osmanischen Institutionen und die Verwaltung nahm stetig zu. Eine Gruppe, die „Jungen Osmanen“ (Yeni Osmanlilar), die sich den liberalen Ideen Europas verbunden fühlten, begann, sich dem Absolutismus der Sultane entgegenzustellen. In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und [Liberalismus eine Einheit.]


54 Vgl. ebd, S. 44

[Seite 43]

Weitere Reformen folgten unter den »Jüngern« Reşit Paschas, Ali Pascha und Fuat Pascha. Ein Bodenrechtskodex entstand; das Strafrecht wurde neu gefaßt; Handelsrecht und Handelsgerichtsbarkeit wurden reformiert.

[Seite 44]

Der Einfluß Europas auf die osmanischen Institutionen und die Verwaltung nahm stetig zu; [...] Eine Gruppe, die »Jungen Osmanen« (Yeni osmanlılar), die sich in der einen oder anderen Weise liberalen Ideen Europas verbunden fühlten, begann, diese dem Absolutismus der Sultane entgegenzustellen. In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und Liberalismus eine Einheit.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[19.] Db/Fragment 016 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 1-7
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 44-45, Zeilen: 44:24-26.36-38 - 45:1-3
[In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und] Liberalismus eine Einheit. Dieser Gruppe gehörten Angehörige aus den besten Familien der osmanischen Elite an.

1876 kam es zu Straßenunruhen, und Mithat Pasa (Großwesir und später Minister in Istanbul) ließ am 30. Mai 1876 den Sultan absetzen. Abdülhamid II. (1876-1908) gelangte auf den Thron. Vor seiner Erhebung zum Sultan versprach der Prinz, eine Verfassung zu erlassen, die Mithat Pasa bereits im Wortlaut vorlegen konnte. Das Dokument ging in wesentlichen Teilen auf die belgische Verfassung von 1831 zurück.55


55 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 42

[Seite 44]

In ihrem Denken bedeuteten Patriotismus, Reformwille und Liberalismus eine Einheit. Der Gruppe gehörten Angehörige aus den besten Familien der osmanischen Elite an. [...]

[...]

[...] 1876 kam es zu Straßenunruhen, und Mithat ließ am 30. Mai 1876 den Sultan absetzen. Abdülhamit II. (1876-1908) gelangte auf den Thron. Vor seiner Erhebung zum Sul-

[Seite 45]

tan versprach der Prinz, eine Verfassung zu erlassen, die Mithat bereits im Wortlaut vorlegen konnte. Das Dokument ging in wesentlichen Teilen auf die belgische Verfassung von 1831 zurück.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[20.] Db/Fragment 016 08

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 8-10
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 24, Zeilen: 13-15
Als Sultan Abdülhamid II. an die Macht kam, erlebte die Erneuerungsbewegung einen großen Rückschlag. Er löste 1878 das Parlament für Jahrzehnte auf und setzte auf die Karte „Panislamismus“. Als Sultan Abdülhamit II. den Thron bestieg, erlebte die Erneuerungsbewegung einen grossen [sic] Rückschlag. Der neue Sultan löste 1878 das Parlament für Jahrzehnte auf und setzte auf die Karte ,Panislamismus'.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[21.] Db/Fragment 016 10

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 10-13
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 48, Zeilen: 8-11, 15-18
Der innere Zerfall des Reiches setzte sich rasch fort. Offiziere, Intellektuelle und Lehrer schlossen sich in oppositionellen Geheimgesellschaften zusammen. Unter anderem entstand eine Gruppe mit den Namen „Komitee für Einheit und Fortschritt“ (Ittihat ve terakki cemiyeti). Während diese Ideen noch diskutiert wurden, setzte sich der innere Zerfall des Reiches rasch fort. Staatsbeamte, Offiziere, Intellektuelle und Lehrer schlossen sich zu Geheimgesellschaften zusammen; [...]

Unter den Gruppen, die gegen die autoritäre Herrschaft von Sultan Abdülhamit II. zu agitieren anfingen, war auch eine Gruppierung mit Namen Komitee für Einheit und Fortschritt (Ittihat ve terakki cemiyeti).

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[22.] Db/Fragment 016 13

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 13-16
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 24, Zeilen: 15-18
Vor allem richtete sich der Widerstand gegen die immer stärker werdende Islamisierung. Einige der Anhänger agierten aus ihrem Exil in Paris. Dadurch konnten westliche Ideen in Fragen der Demokratie in die Diskussion einfließen. Der Widerstand gegen die immer stärkere Islamisierung ging vor allem von Intellektuellen der Tanzimat-Bewegung aus. Einige der Anhänger agierten aus ihrem Exil in Paris. So konnten westliche Ideen in Fragen der Demokratie in die Diskussion einfliessen [sic].
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[23.] Db/Fragment 016 20

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 20-27
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 24, Zeilen: 19-25
Der „Jungtürkenbewegung“ (nach einer Offiziersverschwörung aus der Bewegung der Jungosmanen hervorgegangen) gelang es 1908/09, Abdülhamid II. zu stürzen und eine neue Verfassung einzusetzen. [...] Ein weiterer reformerischer Höhepunkt war die Einberufung des Parlaments. Den Staat konnten die Jungtürken zwar reformieren, aber sie hingen stark den pantürkischen57 bzw. panturanistischen Gedanken an. Damit standen sie entgegen den Jungosmanen, die den multikulturellen Charakter des Staates bewahren wollten.

[57 Der Pantürkismus basiert auf der Idee eines türkischen Großreiches, in dem alle Turkvölker leben.]

Erst 1908/09 kam es zu einer Zäsur, als es der Jungtürkenbewegung (nach einer Offizierverschwörung aus der Bewegung der Jungosmanen hervorgegangen) gelang, Abdülhamit II. zu stürzen und eine neue Verfassung einzusetzen. Die Einberufung des Parlaments war ein weiterer positiver Höhepunkt. Die Jungtürken konnten den Staat zwar reformieren, hingen aber stark dem panturkischen [sic] bzw. panturanistischen Gedanken an. Sie standen damit im Gegensatz zu den Jungomanen [sic], die die [sic] multikulturellen Charakter des Staates bewahren wollten.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[24.] Db/Fragment 016 31

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 16, Zeilen: 31-35
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 68-69, Zeilen: 68:35-38 - 69:1-3
Der geistige Vater des türkischen Nationalismus, Ziya Gökalp (1875-1924), begann 1896 Interesse für die frühe türkische Geschichte zu entwickeln, nach dem [sic] er Werke von Leon [sic] Cahun (1841-1900) über die Geschichte der Türken gelesen hatte. Cahun war Lehrer und Schriftsteller, er wurde mit seinen Büchern zu türkischen Themen auch in der Türkei bekannt.59

59 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 68

[Seite 68]

Ziya Gökalp (1875-1924), geistiger Vater des türkischen Nationalismus, begann erst 1896 Interesse für die frühe türkische Geschichte zu entwickeln, nachdem er Werke von Léon Cahun (1841-1900) über die Ge-

[Seite 69]

schichte der Türken gelesen hatte. Cahun, Lehrer und Schriftsteller, war mit seinen Büchern zu türkischen Themen auch in der Türkei bekannt geworden.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[25.] Db/Fragment 017 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 17, Zeilen: 28-30
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 3, Zeilen: 8-11
Die Niederlage im Ersten Weltkrieg brachte des [sic] ohnehin von innerer Instabilität geprägten Osmanischen Reiches [sic] das Ende. Am 30.10.1918 sah sich die osmanische Staatsführung gezwungen, sich den Ententenmächten [sic] zu ergeben. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg kennzeichnete das Ende des ohnehin von innerer Instabilität geprägten Osmanischen Reiches. Am 30.10.1918 sah sich die Osmanische Staatsführung gezwungen, sich den Ententemächten zu ergeben.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[26.] Db/Fragment 018 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 18, Zeilen: 4-31
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 22, 23, 24, 25, 26, 27, Zeilen: 22:8-16; 23:1-2.29-30; 24:9-15; 25:2-8.10-18.39-40 - 26:1-3; 27:1-3.11-13
Die imperialen Teilungspläne gaben der sich formierenden Widerstandsbewegung der Muslime immer mehr Auftrieb. Die Besetzung Izmirs durch die Griechen schwächte die Position der prowestlichen Kräfte im Osmanischen Reich. Der Islam war für die kemalistische Bewegung eine notwendige ideologische Basis der Legitimität gegenüber der Regierung des Sultan-Kalifen in Istanbul. Die Einheit, welche herzustellen sei, sei nicht nur eine türkische, tscherkesische [sic] oder kurdische, sondern eine aller ethnischen Elemente umfassende islamische Einheit.67

Die Widerstandsbewegung machte sich schon im November 1918 bemerkbar, als ein „Nationaler Islamischer Rat von Kars“ gebildet wurde, um die Übergabe dieser Provinz an die Armenier zu verhindern. In verschiedenen Gebieten entstanden nun in wenigen Monaten „Komitees zur Verteidigung der Rechte“ (Müdafaa-i Hukuk Cemiyetleri) der muslimischen Bevölkerung, deren Träger durchweg dem regionalen Kader der ehemaligen jungtürkischen Partei angehörten. Mustafa Kemal Pasa war Ende April 1919 vom Sultan zum Inspekteur der Truppen in Ostanatolien ernannt worden. Sein Auftrag war [sic] die lokalen Unruhen vor allem im Gebiet von Samsun zu unterdrücken und die Demobilisierung der Armee zu überwachen. Einige seiner Freunde, allen voran die Korpskommandeure Kazim Karabekir und Ali Fuad, hatten längst wichtige Posten in Anatolien und förderten in ihren Gebieten mit allen Mitteln die nationalen Kräfte. Mit der Ankunft Mustafa Kemal Pasa in Samsun erhielt die Widerstandsbewegung, die bis dahin eher regional ausgerichtet war, eine neue Qualität. Eine erste Lagebesprechung, bei der die künftige Marschroute bestimmt wurde, fand auf einem Kommandeurstreffen in Amasya am 21./22. Juni 1919 statt. Im Rundschreiben von Amasya teilte man den Behörden in Anatolien mit, dass die territoriale Integrität des Landes und die Unabhängigkeit der Nation gefährdet sei.68 Deshalb müsse schleunigst ein nationaler Kongress einberufen werden, und zwar in Sivas, weit weg vom Einfluss und der Kontrolle der Besatzungsmächte in Istanbul. In Sivas wurde auch das „Repräsentative Komitee“ (Heyeti Temsiliye) unter dem Vorsitz Mustafa Kemal Pasa gebildet, ein Ausführungsorgan der Widerstandbewegung, das für das ganze Land zuständig war.69


67 Vgl. Fikret Adanir: Geschichte der Republik Türkei, Mannheim 1995, S. 23, 24 ff

68 Vgl. ebd, S. 23, 24 ff

69 Vgl. ebd, S. 23, 24 ff

[Seite 22]

Die Widerstandsbewegung machte sich schon am 5. November 1918 bemerkbar, als ein >Nationaler Islamischer Rat von Kars< gebildet wurde, um die Übergabe dieser Provinz an die Armenier zu verhindern. Innerhalb von wenigen Monaten entstanden nun in verschiedenen Gebieten, die von fremden Mächten beansprucht wurden, >Komitees zur Verteidigung der Rechte< (Müdafaa-i Hukuk Cemiyetleri) der muslimischen Bevölkerung, deren Träger durchweg dem regionalen Kader der ehemaligen jungtürkischen Partei angehörten.

[Seite 23]

Diese Teilungspläne gaben der sich formierenden Widerstandsbewegung der Muslime immer mehr Auftrieb: [...]

[...]

Die Besetzung Izmirs schwächte ferner die Position der prowestlichen Kräfte im Osmanischen Reich.

[Seite 24]

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Aufstieg Mustafa Kemals (später Atatürk) zum Führer der türkischen Nationalbewegung seine historische Bedeutung. Er war Ende April 1919 vom Sultan zum Inspekteur der Truppen in Ostanatolien ernannt worden, mit dem Auftrag, die lokalen Unruhen vor allem im Gebiet von Samsun zu unterdrücken und die Demobilisierung der Armee zu überwachen.

[Seite 25]

Einige seiner Freunde, allen voran die Korpskommandeure Kâzim Karabekir und Ali Fuad, hatten längst wichtige Posten in Anatolien inne und förderten in ihren Gebieten mit allen Mitteln die nationalen Kräfte. Mit der Ankunft Mustafa Kemals in Samsun am 19. Mai 1919 erhielt die Widerstandsbewegung, die bis dahin eher regional ausgerichtet war, eine neue Qualität. [...]

Eine erste Lagebesprechung, bei der die künftige Marschroute abgestimmt wurde, fand auf einem Kommandeurstreffen in Amasya am 21./22. Juni 1919 statt. In dem sog. Rundschreiben von Amasya teilte man den Behörden in Anatolien mit, daß die territoriale Integrität des Landes und die Unabhängigkeit der Nation gefährdet seien. Deshalb müsse schleunigst ein nationaler Kongreß einberufen werden, und zwar in Sivas, weit weg von Einfluß und Kontrolle der Besatzungsmächte in Istanbul. [...]

[...]

[...] In Sivas wurde auch ein >Repräsentativkomitee< (Heyet-i Temsiliye)

[Seite 26]

unter dem Vorsitz Mustafa Kemals gebildet, ein interimistisches Ausführungsorgan der Widerstandsbewegung, das für das ganze Land zuständig war.

[Seite 27]

Der Islam war somit für die kemalistische Bewegung die unverzichtbare ideologische Basis der Legitimität gegenüber der Regierung des Sultan-Kalifen in Istanbul. [...] Die Einheit, welche herzustellen man entschlossen sei, sei keine nur türkische, tscherkessische oder kurdische, sondern eine alle ethnischen Elemente umfassende islamische Einheit.

Anmerkungen

Art und Umfang der (großteils wörtlichen) Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[27.] Db/Fragment 018 32

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 18, Zeilen: 32-44
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 4, Zeilen: 14-27
Am 28. Januar 1920 verlegte das Komitee seinen Sitz nach Ankara, dem Zentrum des nicht besetzten Landesteils, und verkündete in einem Manifest, dem sogenannten Nationalpakt (Misak-i Milli), die Ziele der Widerstandsbewegung: Eine Teilung des Landes würde nicht hingenommen werden. Istanbul solle osmanisch bleiben. Während die Nationalisten sich bereit erklärten, die Autonomie der arabischen Provinzen anzuerkennen, lehnten sie die Autonomie für die Armenier und Kurden ab. Sie verwahrten sich gegen eine Einmischung fremder Mächte in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Reiches und setzten sich für dessen ökonomische, finanzielle und rechtliche Unabhängigkeit ein.70

Im April 1920 formierte sich das Komitee zur „Großen Türkischen Nationalversammlung“ (TBMM). Mit der Ernennung Mustafa Kemal Pasa zum Präsidenten dieser Nationalversammlung und zum Vorsitzenden der Nationalen Regierung entmachteten die Nationalisten de facto den Sultan.


70 Vgl. Faruk Sen, Akkaya Cigdem, Özbek Yasemin, Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 4. ff.

Am 28. Januar 1920 verlegte das Komitee seinen Sitz nach Ankara, dem Zentrum des nicht besetzten Landesteils, und verkündete in einem Manifest, dem sogenannten Nationalpakt (Misak-i Milli), die Ziele der Widerstandsbewegung: Eine Teilung des Landes würde nicht hingenommen werden. Istanbul sollte osmanisch bleiben. Während die Nationalisten sich bereit erklärten, die Autonomie der arabischen Provinzen anzuerkennen, lehnten sie die Autonomie für die Armenier oder die Kurden ab. Sie verwahrten sich gegen eine Einmischung fremder Mächte in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Reiches und setzten sich für dessen ökonomische, finanzielle und rechtliche Unabhängigkeit ein.

Im April 1920 formierte sich das Komitee zur „Großen Türkischen Nationalversammlung“; mit der Ernennung Mustafa Kemals zum Präsidenten dieser Nationalversammlung und zum Vorsitzenden der Nationalen Regierung entmachteten die Nationalisten de facto den Sultan.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[28.] Db/Fragment 019 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 19, Zeilen: 1-16
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 4-5, Zeilen: 4:27-30.33-40 - 5:1-9
[Zur Legitimierung der] Auflehnung gegen den Sultan bediente sich die Widerstandsbewegung auch des religiösen Arguments, das Kalifat und den Kalifen von den feindlichen Mächten befreien zu wollen.71 Mit der Propagierung der Befreiung des Kalifen konnte die Religion als einigendes Element zwischen den verschiedenen muslimischen Ethnien Anatoliens eingesetzt werden. Auf diese Weise gelang es, Kurden, Tscherkessen und Türken als eine Solidargemeinschaft zum Widerstandskampf gegen fremde Mächte zu mobilisieren.72

Die Regierung des Sultans dagegen amtierte isoliert vom Land in Istanbul: Die Hohe Pforte trat im Friedensvertrag von Sévres vom 10. August 1920 Ostanatolien an einen unabhängigen Staat Armenien, sowie Südostanatolien an einen autonomen Staat Kurdistan, schließlich Thrakien und den Großteil Westanatoliens an Griechenland ab. Weiterhin verzichtete sie auf Mossul, nahm die Entmilitarisierung der Meeresengen hin und gestand Italien sowie Frankreich in den verbleibenden Gebieten in Kleinasien weitreichenden Einfluss zu. Vom Osmanischen Reich sollte nur noch ein Reststaat ohne eigene Souveränität übrigbleiben. Für die Nationalversammlung in Ankara war der Vertrag von Sévres inakzeptabel.73


71 Vgl. Ebd., S. 4. f

72 Vgl. Ebd., S. 4. f

73 Vgl. Ebd., S. 4. f

[Seite 4]

Zur Legitimierung der Auflehnung gegen den Sultan bediente sich die Widerstandsbewegung auch des religiösen Arguments, das Kalifat und den Kalifen von den feindlichen Mächten befreien zu wollen.3 [...] Mit der Propagierung der Befreiung des Kalifen konnte die Religion als einigendes Element zwischen den verschiedenen muslimischen Ethnien Anatoliens eingesetzt werden. Auf diese Weise gelang es, Kurden, Tscherkessen und Türken als eine Solidargemeinschaft Widerstandskampf gegen die fremden Mächte zu mobilisieren.

In einem krassen Gegensatz zu der von Ankara aus agierenden Nationalversammlung stand die Regierung des Sultans in Istanbul: Die Hohe Pforte trat im Friedensvertrag von Sèvres vom 10. August 1920 Ostanato-

[Seite 5]

lien an einen unabhängigen Staat Armenien, Südostanatolien an einen autonomen Staat Kurdistan sowie Thrakien und den Großteil Westanatoliens an Griechenland ab. Weiterhin verzichtete sie auf Mossul, nahm die Entmilitarisierung der Meerengen hin und gestand Italien sowie Frankreich in den verbleibenden Gebieten in Kleinasien weitreichenden Einfluß zu.4 Vom Osmanischen Reich sollte nur noch ein Reststaat ohne eigene Souveränität übrigbleiben.

Für die Nationalversammlung in Ankara war der Vertrag von Sèvres inakzeptabel.


3 Adanır 1995, S. 26f.

4 Adanır 1995, S. 27.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben trotz weitgehender wörtlicher Übereinstimmung ungekennzeichnet.


[29.] Db/Fragment 019 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 19, Zeilen: 17-19, 23-25, 26-41
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 32, 33, 34-35, Zeilen: 32:11-13; 33:25-27; 34:32-34.35-36 - 35:1-4.10-20
So kam es zum griechisch-türkischen Krieg, dem Befreiungskrieg (Kurtulus Savasi). Am 9. September 1922 erreichten die ersten türkischen Soldaten Izmir. Die griechischen Verbände zogen sich über das Meer zurück.74 [...]

Bei den Friedensverhandlungen in Lausanne waren Großbritannien, Frankreich, Italien und Griechenland die Gastgeber. Neben Ankara luden sie auch die Istanbuler Regierung ein, damit sie die Türken spalten konnten. Dies gab dem Parlament von Ankara den Anlass, das Sultanat abzuschaffen.75 Entschlossen verfügte Ankara die Abschaffung des Sultans zum 1. November 1922 und schon am 4. November übergab Großwesir Ahmet Tevfik Pasa seine Amtsgeschäfte an General Refet (Bele), den Vertreter Ankaras in Istanbul. Am 17. November reiste der letzte Sultan Mehmet Vahdettin IV. auf einem britischen Schiff ins Exil. Die osmanische Epoche, die über 700 Jahre gedauert hatte, war zu Ende gegangen.76

Am 24. Juli 1923 wurde der Lausanner Vertrag unterzeichnet, bei dem die unbeschränkte Souveränität über das türkische Staatsgebiet erreicht worden war. Bis auf Mossul (britisches Mandat), Hatay (französisches Mandat) und die ägäischen Inseln (griechisch und italienisch) wurde das anatolische Kernland mit Ostthrakien als souveräner Staat bestätigt. Weder Armenien noch Kurdistan wurden erwähnt. Istanbul und die Meeresengen unterlagen nicht internationaler Kontrolle, als die Meeresengen den Status einer entmilitarisierten internationalen Seefahrtstraße mit freier Durchfahrt für Handelsschiffe erhielten. Die Abschaffung der Kapitulationen wurde wenig später bestätigt allerdings blieben die Vorkriegsschulden rückzahlungspflichtig, und die bestehenden Zollbestimmungen (Niedrigzölle) wurden bis 1929 festgeschrieben.


74 Vgl. Buhbe Matthes: Die Türkei - Politik und Zeitgeschichte, Studien zu Politik und Gesellschaft des Vorderen Orients, Opladen 1996, S. 30

75 Vgl. Feroz Ahmet: The Making of Modern Turkey, (Modern Türkiyenin Olusumu), Istanbul 1999, S. 66

76 Vgl. Buhbe Matthes: Die Türkei, S. 35

[Seite 32]

So kam es zum griechisch-türkischen Krieg, dem Befreiungskrieg (Kurtuluş Savaşı), an dessen Ende die Gründung der Republik Türkei stand.

[Seite 33]

[...]; am 9. September 1922 erreichten die ersten türkischen Soldaten Izmir. Die griechischen Verbände zogen sich über das Meer zurück.

[Seite 34]

III.4. Der Friedensvertrag von Lausanne 1923

Bei den Friedensverhandlungen in Lausanne waren Großbritannien, Frankreich, Italien und Griechenland die Gastgeber. Neben Ankara luden sie auch die Istanbuler Regierung ein. Doch Inönüs Truppen standen schon am südlichen Marmarameer. Entschlossen verfügte Ankara die Abschaffung des Sultanats zum 1. November 1922, und schon am 4. November übergab

[Seite 35]

Großwesir Ahmet Tevfik Paşa seine Amtsgeschäfte an General Refet (Bele), den Vertreter Ankaras in Istanbul. Am 17. November reiste der letzte Sultan auf einem britischen Schiff ins Exil. Die osmanische Epoche war zu Ende.

[...]

Am 24. Juli 1923 wurde ein Vertrag unterzeichnet, der zum guten Teil der Zielrichtung des Nationalen Paktes entsprach. Bis auf Mosul (britisch), Alexandrette (französisch) und die ägäischen Inseln (griechisch und italienisch) wurden das anatolische Kernland und Ostthrakien als souveräner Staat bestätigt; weder Armenien noch Kurdistan fanden Erwähnung. Istanbul und die Meerengen unterlagen nicht internationaler Kontrolle, wenn die Meerengen auch den Status einer entmilitarisierten internationalen Seefahrtstraße mit freier Durchfahrt für Handelsschiffe erhielten. Die Abschaffung der Kapitulationen wurde wenig später bestätigt; allerdings blieben die Vorkriegsschulden rückzahlungspflichtig, und die bestehenden Zollbestimmungen (Niedrigzölle) wurden bis 1929 festgeschrieben.

Anmerkungen

Art und Umfang der weitgehend wörtlichen Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[30.] Db/Fragment 020 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 1-10
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 35, Zeilen: 20-32
Kriegsreparaturen wurden nicht verlangt. Nur Nichtmuslime, insbesondere Armenier, Griechen und Juden, wurden als Minderheiten erwähnt und mit gewissen Schutzrechten ausgestattet. Es wurde kein internationales Kontrollgremium für Minderheitenfragen geschaffen. Alle Ausländer unterlagen uneingeschränkt türkischer Jurisdiktion. Hinsichtlich der verbliebenen griechisch-orthodoxen Einwohner im neuen Staatsgebiet (außer Istanbul) und der Türken außerhalb desselben (nicht aber Thrakien und Bulgarien) wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart - übrigens die erste in einem völkerrechtlichen Vertrag vereinbarte Zwangsumsiedlung.77 Die „Große Nationalversammlung“ (TBMM) ratifizierte den Vertrag Ende August 1923. Am 1. Oktober 1923 verließ die letzte Besatzungstruppe Istanbul.

77 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei- Politik und Zeitgeschichte, Studien zu Politik und Gesellschaft des Vorderen Orients, Opladen 1996, S. 35

Kriegsreparaturen wurden nicht verlangt. Nur Nichtmuslime, insbesondere Armenier, Griechen und Juden, wurden als Minderheiten erwähnt und mit gewissen Schutzrechten ausgestattet. Es wurde kein internationales Kontrollgremium für Minderheitenfragen geschaffen. Alle Ausländer unterlagen uneingeschränkt der türkischen Jurisdiktion. Hinsichtlich der verbliebenen griechisch-orthodoxen Einwohner im neuen Staatsgebiet (außer Istanbul) und der Türken außerhalb desselben (nicht aber Thrakien und Bulgarien) wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart, übrigens die erste in einem völkerrechtlichen Vertrag vereinbarte Zwangsumsiedlung.

Die Große Nationalversammlung ratifizierte den Vertrag Ende August 1923. Am 1. Oktober 1923 verließen die letzten Besatzungstruppen Istanbul.

Anmerkungen

Art und Umfang der weitgehend wörtlichen Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[31.] Db/Fragment 021 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 8-11
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 144, Zeilen: 4-8
Ungeachtet aller emotionalen Bindungen und aller Traditionen war es die westliche Zivilisation seines Zeitalters – real im Sinne einer politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich und technisch überwältigenden Potenz - die es zu beherrschen galt, wenn man nicht von ihr beherrscht werden wollte, behauptete Atatürk.82

82 Vgl. Udo Steinbach: Die Türkei im 20. Jahrhundert, S. 144, Dikerdem Mahmut: Ortadogu´da Devrim Yillari, Istanbul 1977, S. 10

Wahrscheinlich ist es auch sein unbestechlicher Realitätssinn gewesen, der Mustafa Kemals Verhältnis zum Islam und umgekehrt zur einzigen Zivilisation bestimmte, die er als solche anerkannte: Ungeachtet aller emotionalen Bindungen und aller Traditionen war das die westliche Zivilisation seines Zeitalters - real im Sinne einer politisch, wirtschaftlich, wissenschaftlich und technisch überwältigenden Potenz, die es zu beherrschen galt, wenn man nicht von ihr beherrscht werden wollte.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Der Rückgriff auf eine türkischsprachige Quelle ist hier offensichtlich nicht erfolgt.


[32.] Db/Fragment 021 16

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 16-20
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 27, Zeilen: 15-20
Atatürk billigte der Türkei keine Staatsreligion zu. Die moderne Zivilisation gab die Richtschnur für die Erstellung von Gesetzen und Verordnungen. Atatürk betrachtete die Trennung von Staat und Religion als die Basis für eine fortschrittliche türkische Gesellschaft. In der Folge kam es aufgrund dieser grundlegenden Neuerungen zu einer Reihe von bedeutenden Änderungen im türkischen Staatsgefüge. Atatürk billigte der Türkei keine Staatsreligion zu. Die moderne Zivilisation gab die Richtschnur für die Erstellung von Gesetzen und Verordnungen. Die Trennung von Staat und Religion betrachtete Atatürk als die Basis für eine fortschrittliche türkische Gesellschaft.

Aufgrund dieser grundlegenden Neuerung kam es in der Folge zu einer Reihe von bedeutenden Änderungen im türkischen Staatsgefüge.27

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[33.] Db/Fragment 021 23

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 23-25, 26-27
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 41, Zeilen: 13-15, 17-18
Im September 1925 wurden die religiösen Wallfahrtsgrabstätten (Türbe) und Derwischkonvente (Tekke) - Wohngemeinschaften muslimischer Ordensbrüder und ihrer Familien - geschlossen; es erfolgte ein Verbot der Derwischorden. Die muslimischen Bruderschaften wurden aufgelöst. Die muslimischen Ordensbruderschaften (Tarikat) wurden in die Illegalität gedrängt. Im September 1925 wurden die Wallfahrtsgrabstätten (Türbe) und die Derwischkonvente (Tekke) - Wohngemeinschaften muslimischer Ordensbrüder und ihrer Familien - geschlossen. Die zugehörigen Personalstellen wurden gestrichen, gegen die Religiösen wurden Kleidervorschriften gerichtet. Die muslimischen Ordensbruderschaften (Tarikat) wurden in die Illegalität gedrängt.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[34.] Db/Fragment 021 27

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 27-33
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 7, Zeilen: 4-6, 16-20
Die Medresen (Religionsschulen) als eigenständige Schulen wurden aufgelöst und durch Schulen, die eine weltliche Erziehung förderten, ersetzt. Die Politiker suchten nun mit administrativen Mitteln die Verwestlichung voranzutreiben und die weitgehend durch islamische Tradition geprägte Gesellschaft „von oben“ zu reformieren. Sie demonstrierten zugleich, dass die Türkei aus dem islamischen Staatenverband ausgeschieden war. „Laizismus“ bzw. Säkularismus wurden ein Kernstück der kemalistischen Revolution.83

83 Vgl. Sen Faruk et all [sic]: S. 7

Der Erlaß des Gesetzes zur Vereinheitlichung des Unterrichts im Jahre 1924 zielte auf die Reformierung des Bildungswesens; die Medresen (Religionsschulen) als eigenständige Schulen wurden aufgelöst und durch Schulen, die eine weltliche Erziehung förderten, ersetzt. [...] Denn die Politiker suchten nun mit administrativen Mitteln die Verwestlichungsbestrebungen voranzutreiben und die weitgehend durch islamische Traditionen geprägte Gesellschaft „von oben“ zu reformieren. Sie demonstrierten zugleich, daß die Türkei aus dem islamischen Staatenverband ausgeschieden war.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[35.] Db/Fragment 021 35

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 21, Zeilen: 35-39
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 7, Zeilen: 22-26, 32-33
Neben den religiösen Reformen wurde 1925 europäische Kleidung eingeführt und die religiöse Kopfbedeckung (Fes) verboten. Mustafa Kemal ordnete eine neue Kopfbedeckung (den Hut) für das Volk an. Den Frauen wurde das Tragen des Schleiers untersagt. Die neue Kleiderordnung diente vor allem symbolhafter Verdeutlichung des Erneuerungswillens.84

84 Vgl. Sen Faruk et all: S. 7

[Zeilen 22-26]

Im Sommer 1925 ordnete Mustafa Kemal neue Kopfbedeckungen (Hut) für das Volk an: Am 25. Dezember 1925 wurde den Männern das Tragen des Fes, der traditionellen Kopfbedeckung, und am 17. Februar 1926 den Frauen das Tragen eines Schleiers untersagt.

[Zeilen 32-33]

Die neue Kleiderordnung diente vor allem der symbolhaften Verdeutlichung des Erneuerungswillens.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[36.] Db/Fragment 022 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 1-3, (3-10), 11-14
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 128-129, Zeilen: 128:5-10.(10-15) - 129:(1-8).9.15-19
[Atatürk selbst erschien Ende August 1925 in der religiös] konservativen Stadt Kastamonu mit einem Panamahut. Die Bewohner waren zuerst sprachlos; denn der Hut war das sichtbarste Zeichen der Ungläubigen. Zur Begründung ließ er sich folgendermaßen vernehmen: „Meine Herren, das türkische Volk, das die Türkische Republik gegründet hat, ist zivilisiert; es ist zivilisiert in Geschichte und Realität... . Ist unsere Kleidung zivilisiert und national? Meine Freunde, wir müssen nicht die alten Trachten und Turans aufsuchen und neu beleben. Eine zivilisierte, internationale Kleidung ist würdig und passend für unsere Nation und wir werden sie auch tragen. Stiefel und Schuhe an unseren Füßen, Hosen an unseren Beinen, Rock und Krawatte, Jacke und Weste und natürlich zur Vervollständigung eine Kopfbedeckung mit einem Rand. Darauf lege ich großen Wert. Diese Kopfbedeckung nennt sich Hut.“85

Der Hut löste den Fes ab. Der Einführung des Hutes folgte im September 1925 ein Verbot, die Tracht mit weiten Pluderhosen, Mänteln und Turbans zu tragen. Das Verbot galt auch für alle Bürger, die ein staatlich anerkanntes religiöses Amt bekleideten. Alle Beamten mussten westliche Kleidung anlegen und Hüte tragen.86


85 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 128f.

86 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 129

[Seite 128]

Er selbst erschien Ende August 1925 in der religiös konservativen, aber nationalbewußten Stadt Kastamonu, landeinwärts vom Schwarzen Meer, mit einem Panamahut. Die Bewohner waren zuerst sprachlos; denn der Hut war das sichtbarste Zeichen der Ungläubigen. Zur Begründung ließ er sich folgendermaßen vernehmen: »Meine Herren, das türkische Volk, das die Türkische Republik gegründet hat, ist zivilisiert; es ist zivilisiert in Geschichte und Realität. Aber ich sage Ihnen ..., die Bevölkerung der Türkischen Republik, die Anspruch darauf erhebt, zivilisiert zu sein, muß ihre Zivilisation beweisen, durch ihre Ideen, ihre Mentalität, durch ihr Familienleben und ihre Lebensweise... Ist unsere Kleidung zivili-

[Seite 129]

siert und national? Meine Freunde, wir müssen nicht die alten Trachten von Turan aufsuchen und neu beleben. Eine zivilisierte, internationale Kleidung ist würdig und passend für unsere Nation, und wir werden sie auch tragen. Stiefel oder Schuhe an unseren Füßen, Hosen an unseren Beinen, Rock und Krawatte, Jacke und Weste - und natürlich zur Vervollständigung eine Kopfbedeckung mit einem Rand. Darauf lege ich besonderen Wert. Diese Kopfbedeckung nennt sich Hut.« Dabei schwenkte er den Panamahut, den er mitgebracht hatte.28 Der Hut löste den Fes ab. [...]

Der Einführung des Hutes folgte im September 1925 ein Verbot, »klerikale« Gewänder, gemeint war die Tracht mit weiten Pluderhosen, Mantel und Turban, zu tragen. Das Verbot galt für alle Bürger, die nicht ein staatlich anerkanntes religiöses Amt bekleideten. Alle Beamten mußten westliche Kleidung und Hut anlegen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Der gesamte Abschnitt entspricht einem inhaltlichen Block in Steinbach (1996). Das Atatürkzitat folgt (mit kleinen Abweichungen und einer Kürzung) wortwörtlich der deutschsprachigen Version, wie sie ebd. zu finden ist, ohne dass darauf adäquat hingewiesen würde. Da als Zitat ersichtlich, wurde es nicht in die Zeilenzählung mitaufgenommen.


[37.] Db/Fragment 022 15

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 22, Zeilen: 15-37
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 7-8, Zeilen: 7:34-37.39-40 - 8:1-20.27-29
Weitere bedeutende Erneuerungen geschahen im Rechtswesen. Denn es gab bis dahin keine einheitliche, für den Staat gültige Regelung der Rechtsangelegenheiten. Wo das religiöse Recht nicht ausreichte, wurde Gewohnheitsrecht angewendet, das regional unterschiedlich aussah. Es war deshalb notwendig, eine neue, einheitliche Justiz zu schaffen, um damit auch die nach der Auflösung der nach islamisch-osmanischer Rechtsordnung urteilender Gerichte entstandenen Lücken zu schließen. Im Jahr 1926 nahm die Türkei das Schweizer Zivilgesetzbuch an und damit die Einehe und die Gleichstellung der Geschlechter. Religiös geschlossene Ehen vor dem Imam, dem Dorfgeistlichen, galten fortan als rechtlich unwirksam. Die Ehe musste vor dem staatlich bestellten Standesbeamten geschlossen werden. Anschließend wurden das deutsche Handelsrecht (29. Mai 1926) und das italienische Strafrecht (1. März 1926) übernommen.87

Reformen gab es auch in der Sprache und im Schriftwesen. Die bisher insbesondere in der Verwaltung benutzte Elitesprache des Osmanischen war mit arabischen und persischen Wörtern angereichert, wurde mit osmanischen Schriftzeichen geschrieben und war nur für eine privilegierte Minderheit in Wort und Schrift verständlich. Dagegen galt die von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochene Umgangsprache [sic] als vulgär (Kaba). Die Kemalisten plädierten für die Eliminierung der arabischen und persischen Elemente aus dem Sprachgebrauch. Dies sollte zum einen die türkische Sprache aufwerten und dadurch das Nationalbewusstsein stärken. Zum anderen sollten durch die Vereinfachung der Sprache die Bildungsdifferenzen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Klassen beseitigt werden. Hierfür hatte die Sprachkommission das lateinische Alphabet vorgesehen und für die türkische Sprache überarbeitet.88


87 Vgl. Sen Faruk et all [sic]: S. 7 f.

88 Vgl. Sen Faruk et all [sic]: S. 8

[Seite 7]

Eine weitere bedeutende Erneuerung betraf das Rechtswesen. Denn es gab keine einheitliche, für den gesamten Staat gültige Regelung der Rechtsangelegenheiten. Wo das religiöse Recht nicht ausreichte, wurde Gewohnheitsrecht angewendet, das regional unterschiedlich ausfiel. [...] Es galt ein neues, einheitliches Justizwesen zu schaffen, um damit auch die nach der Auflösung der nach islamisch-osmani-

[Seite 8]

scher Rechtsordnung urteilenden Gerichte am 8. April 1924 entstandenen Lücken in Rechtsangelegenheiten zu schließen. So übernahm die Regierung der Türkischen Republik am 17. Februar 1926 mit einigen Zusätzen und Änderungen das Schweizer Zivilrecht, am 1. März 1926 das Italienische Strafrecht und am 29. Mai 1926 das Deutsche Handelsrecht. Im Zuge dieser Reformen wurde auch die Polygamie verboten, religiös geschlossene Ehen galten fortan als rechtlich unwirksam.

Den Erneuerungen im Rechtswesen folgte die kulturpolitisch besonders wichtige Reform im Bereich der Sprache und des Schriftwesens. Die bisher insbesondere in der Verwaltung benutzte Elitesprache des Osmanischen war - mit arabischen und persischen Wörtern angereichert - nur für eine privilegierte Minderheit in Wort und Schrift verständlich. Dagegen galt die von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochene Umgangssprache als kaba (vulgär). Die Kemalisten plädierten für die Eliminierung der arabischen und persischen Elemente aus dem Sprachgebrauch. Dies sollte zum einen die türkische Sprache aufwerten und dadurch das Nationalbewußtsein stärken. Zum anderen sollten durch die Vereinfachung der Sprache die Bildungsdifferenzen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Klassen beseitigt werden. [...] Hierfür hatte die Sprachkommission das lateinische Alphabet vorgesehen und für die türkische Sprache überarbeitet.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[38.] Db/Fragment 023 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 1-7
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 46, Zeilen: 17-24
Gleichzeitig begann man, die nationale Sprache von den zahlreichen arabischen und persischen Wörtern zu säubern.89

Die Jugend, die lediglich das lateinische Alphabet kannte und daher nicht in der Lage war, die vor 1928 gedruckten Bücher zu lesen, war auch sprachlich bald außerstande, die klassischen Werke der eigenen Literatur zu verstehen. Sogar die berühmte Rede Atatürks aus dem Jahre 1927 musste sprachlich überarbeitet und teilweise ins Neutürkische übersetzt werden.90


89 Vgl. Adanir Fikret: S. 46

90 Vgl. Adanir Fikret: S. 46

Gleichzeitig begann man, die nationale Sprache von fremden Elementen zu säubern. Die Jugend, die nunmehr lediglich das lateinische Alphabet kannte und daher nicht in der Lage war, die vor 1928 gedruckten Bücher zu lesen, war auch sprachlich bald außerstande, die klassischen Werke der eigenen Literatur zu verstehen. Sogar die berühmte Rede Mustafa Kemals aus dem Jahre 1927 mußte sprachlich überarbeitet und teilweise ins Neutürkische übersetzt werden.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[39.] Db/Fragment 023 18

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 18-24
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 8, 9, Zeilen: 8: 34-37; 9: 1-7
Durch ein Gesetz vom 26. Dezember 1925 wurde die europäische Zeitrechnung nach dem gregorianischen Kalender eingeführt und der Sonntag als offizieller freier Tag festgelegt. Danach, am 28. Mai 1928, übernahm die türkische Republik das international gebräuchliche Ziffernsystem und die europäischen Maßeinheiten.93

1928 wurde eine Kommission an der Theologischen Fakultät in Istanbul beauftragt, Vorschläge für eine Reform der islamischen Gebetsformen mit dem Ziel auszuarbeiten, Türkisch als Gebetssprache (Ezan) anstelle des Arabischen einzuführen.94


93 Vgl. Sen Faruk et all [sic]: S. 8

94 Vgl. Sen Faruk et all [sic]: S. 9

[Seite 8, Zeilen 34-37]

Nachdem bereits am 28. Mai 1928 die Türkische Republik das international gebräuchliche Ziffernsystem übernommen hatte, wurden am 1. April 1931 die im Osmanischen Reich verwendeten metrischen Maße durch die europäischen Maßeinheiten ersetzt.

[Seite 9, Zeilen 1-7]

Durch ein Gesetz vom 26. Dezember 1925 wurde die europäische Zeitrechnung nach dem Gregorianischen Kalender eingeführt und der Sonntag als offizieller freier Tag festgelegt;

- 1928 erhielt eine Kommission an der Theologischen Fakultät in Istanbul den Auftrag, Vorschläge für eine Reform der islamischen Gebetsformen mit dem Ziel auszuarbeiten, Türkisch als Gebetssprache anstelle des Arabischen einzuführen;

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[40.] Db/Fragment 023 25

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 25-27, 28-34, (34-36)
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 130, 131, Zeilen: 130:6-9; 131:12-20.(20-21).(26-28)
Mustafa Kemal wollte auch die überkommenen Gesellschaftsstrukturen aufbrechen, die in jahrhundertealter islamischer Tradition wurzelten. Die Befreiung der Frau war die radikalste unter ihnen. [Die Anerkennung der Frau und die Emanzipation waren prinzipielle Punkte Atatürks.] Das „Türkische Bürgerliche Gesetzbuch“ von 1926 sah innerhalb der Familie gleiche Rechte für Mann und Frau vor. Den Mädchen wurde die Möglichkeit der höheren Schulbildung eröffnet; sie konnten die Universität besuchen und ins Berufsleben eintreten. Wiederum wurde die Kleidung zum Symbol der Modernisierung. Bisher trugen Frauen den Schleier und den schwarze Überwurf (Carsaf) zum Gang über die Straße - für Mustafa Kemal äußeres Zeichen der Rückständigkeit und Hindernis auf dem Weg zur Emanzipation. [Er meinte: „Die Frauen sollen ihre Gesichter der Welt zeigen, und sie sollen die Welt mit ihren Augen aufmerksam betrachten können. Dabei gibt es nicht zu befürchten.“95]

95 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 131

[Seite 130]

Es galt auch, überkommene Gesellschaftsstrukturen aufzubrechen, die aber in jahrhundertealter islamischer Tradition wurzelten. Die Befreiung der Frau war die radikalste unter ihnen.

[Seite 131]

Das »Türkische Bürgerliche Gesetzbuch« von 1926 sah innerhalb der Familie gleiche Rechte für Mann und Frau vor. Den Mädchen wurden die Möglichkeiten der höheren Schulbildung eröffnet; sie konnten die Universitäten des Landes besuchen und ins Berufsleben eintreten. Wiederum wurde die Kleidung zum Symbol der Modernisierung. Diesmal waren es der Schleier und der schwarze Überwurf zum Gang über die Straße, der Çarşaf, die für Mustafa Kemal äußere Zeichen der Rückständigkeit und Hindernisse auf dem Weg zur Emanzipation waren. [Er erzwang die Ablegung nicht, sondern ließ es bei moralischen Aufforderungen bewenden: »[...] Die Frauen sollen ihre Gesichter der Welt zeigen, und sie sollen die Welt mit ihren Augen aufmerksam betrachten können. Dabei gibt es doch nichts zu befürchten.«32]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Neben dem nachgewiesenen Zitat von Atatürk in den Zeilen 34-36 stammt auch der vorangegangene Absatz vollständig aus Steinbach (1996).

Das übernommene Atatürk-Zitat wurde nicht in die Zeilenzählung mitaufgenommen.


[41.] Db/Fragment 023 37

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 23, Zeilen: 37-39
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 9, Zeilen: 8-10
Durch das Gesetz für Frauenrechte vom 24. März 1930 wurde den Frauen das aktive und passive Wahlrecht für die Kommunalwahlen und am 18. Dezember 1934 für die Parlamentswahlen zuerkannt. 1935 waren 15 Frauen ins türkische Nationale Parlament gewählt worden.96

96 Vgl. Karpat H. Kemal: Türk Demokrasi Tarihi, Istanbul 1967, S. 53

- durch das Gesetz für Frauenrechte vom 24. März 1930 wurde den Frauen das aktive und passive Wahlrecht für die Kommunalwahlen und am 18. Dezember 1934 für die Parlamentswahlen zuerkannt;
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die eigentliche Quelle.

Fragment folgt im Original unmittelbar dem in Db/Fragment 023 18 wiedergegebenen Text und wird dort durch die in Db/Fragment 024 01 wiedergegebene Passage fortgesetzt.

Der Satz "1935 waren 15 Frauen ins türkische Nationale Parlament gewählt worden.96" wird nicht mitgezählt.


[42.] Db/Fragment 024 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 1-2
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 9, Zeilen: 11-12
Am 21. Juni 1934 wurde jede Person bzw. Familie verpflichtet, neben dem Vornamen nach europäischem Vorbild noch einen Familiennamen zu führen. - am 21. Juni 1934 wurde jede Person bzw. Familie verpflichtet, neben dem Vornamen noch einen Familiennamen zu führen;
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Folgt im Original unmittelbar auf die in Db/Fragment 023 37 wiedergegebene Passage.


[43.] Db/Fragment 024 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 2-21
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 75-76, Zeilen: 75:24-38 - 76:1-12
Bis zu dieser Reform besaß ein Türke nur einen einfachen Namen, der meist arabischen Ursprungs und mit dem Islam gekommen war: Ali, Hasan, Hüseyin, Ibrahim, Ayse, Fatma usw. Es gab auch iranische Namen, die über die persische Literatur in die Namensgebung Eingang gefunden hatten, wie etwa Ferhat, Rusen, Rüstem. Rein türkische Namen waren selten geworden: Orhan, Yasar, Dursun, Ertugrul, Demir. Ohne Nachnahmen [sic!] wäre der Aufbau der Verwaltung schwierig geworden, so im Postbetrieb, bei Behörden, in der Statistik. Daraufhin wurden Listen veröffentlich [sic] mit Familiennamen, die von turksprachigen Wurzeln abgeleitet waren, aus denen sich jeder Bürger der Türkischen Republik nach Belieben einen aussuchen konnte. Man konnte sich natürlich auch selbst einen Namen ausdenken. Weil sich viele bei der Namenswahl kein großes Kopfzerbrechen bereiteten, gibt es in türkischen Dörfern oder Provinzstädten viele gleichlautende Familiennamen, die aus der Empfehlungsliste entnommen worden waren. Öztürk (echter Türke), Kocatürk (großer Türke), Sentürk (lustiger Türke) usw. Intellektuelle oder Offiziere dachten sich schon eher neue Familiennamen aus. So nahm ein Schriftsteller z. B. den Namen Yazar (Schreibender) an, ein Arzt Cankurtaran (Lebensretter) und ein Beamter Yurdakul (Diener des Landes). Die große Türkische Nationalversammlung verlieh Mustafa Kemal nach Einführung des Familiennamens den Namen Atatürk (Vater der Türken) und würdigte damit dessen herausragende Verdienste um die türkische Nation.97

97 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, …S. 76 und Vgl. Sen Faruk et all [sic], S. 9, so konnte sich jede einen Familiennamen aussuchen, es gibt lustigere Geschichten darüber wie sie diese Namen auswählten.

[Seite 75]

Bis zu dieser Reform besaß ein Türke nur einen einfachen Namen, der meist arabischen Ursprungs und mit dem Islam gekommen war: Ali, Hasan, Hüseyn, Ibrahim, [Kemal, Mustafa, Osman] usw. Es gab auch iranische, die über die persische Literatur in die türkische Namensgebung Eingang gefunden hatten, wie etwa: Ferhat, Rüstem, Ruşen usw. Rein türkische Namen waren selten geworden: Orhan, Yaşar, Dursun, Ertuğrul, Demir.

Das Fehlen von Nachnamen mußte sich beim Aufbau der Verwaltung hinderlich auswirken; so im Postbetrieb, bei Behörden oder in der Statistik. Deswegen veröffentlichte man Listen mit Familiennamen, die von turksprachigen Wurzeln abgeleitet waren und aus denen sich jeder Bürger der Türkischen Republik nach Belieben einen aussuchen konnte. Im übrigen war es auch gestattet, sich selbst einen Nachnamen auszudenken. Vielen Türken berei-

[Seite 76]

tete die Namenswahl kein großes Kopfzerbrechen, und so gibt es heute in türkischen Dörfern und Provinzstädten massenhaft gleichlautende Familiennamen, die den Empfehlungslisten entnommen waren: Öztürk (echter Türke), Kocatürk (großer Türke), Şentürk (lustiger Türke) usw. Intellektuelle wie Offiziere dachten sich da schon eher neue Familiennamen aus. So nahm ein Schriftsteller den Namen Yazar (Schreibender) an, ein Arzt nannte sich Yankurteran (Lebensretter), ein Flieger Uçanör (Fliegender) und ein Beamter Yurdakul (Diener des Landes). Ein Sondererlaß der Großen Türkischen Nationalversammlung verlieh 1934 Mustafa Kemal Pascha den Namen Atatürk (Vater der Türken) und würdigte damit dessen herausragende Verdienste um die türkische Nation.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Die inhaltliche Eigenleistung von Db besteht in der (teilweisen) Ersetzung der Vornamensbeispiele: an die Stelle von Kemal, Mustafa und Osman treten Ayse und Fatma.


[44.] Db/Fragment 024 29

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 24, Zeilen: 29-39
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 45, 46, Zeilen: 45:10-23; 46:11-13
Der Schulbildung und dabei besonders dem Geschichtsunterricht kam große Bedeutung zu. Kemal Atatürk lag viel daran, Geschichtsauffassung und Geschichtskultur in der Türkei von Grund auf zu erneuern. Eine Historikerkommission wurde 1930 beauftragt ein neues Lehrbuch über die „Grundlinien der türkischen Geschichte“ zu verfassen. Das Ziel war, die große Nation, die jahrhundertlang [sic] verleumdet und deren großer Beitrag zu den frühesten Zivilisationen der Geschichte geleugnet wurde, an ihre ruhmreiche Vergangenheit zu erinnern. Im Jahre 1931 wurde die „Gesellschaft zum Studium der türkischen Geschichte“ (Türk Tarihi Tetkik Cemiyeti, später Türk Tarih Kurumu) gegründet.99

Diese kemalistische Geschichtskonstruktion fand ihr Pendant in einer neuen Sprachthese, der „Theorie der Sonnensprache“ (günes dil teorisi).


99 Vgl. Adanir Fikret: S. 45

[Seite 45]

Der Schulbildung und dabei besonders dem Geschichtsunterricht kam in diesem Rahmen große Bedeutung zu. Mustafa Kemal lag viel daran, Geschichtsauffassung und Geschichtskultur in der Türkei von Grund auf zu erneuern. Daher erhielt eine Historikerkommission 1930 den Auftrag, ein neues Lehrbuch über die »Grundlinien der türkischen Geschichte« zu verfassen. Das Ziel war, >die große türkische Nation, die jahrhundertelang verleumdet und deren großer Beitrag zu den frühesten Zivilisationen der Geschichte geleugnet wurde, an ihre ruhmreiche Vergangenheit zu erinnern.< Im Jahre 1931 wurde die »Gesellschaft zum Studium der türkischen Geschichte« gegründet, und der erste türkische Historikerkongreß, der 1932 zusammentraf, setzte sich mit verschiedenen Problemen der neuen »türkischen Geschichtsthese« auseinander.

[Seite 46]

Diese kemalistische Geschichtskonstruktion fand ihr Pendant in einer neuen Sprachthese, der >Theorie der Sonnensprache< (güneş dil teorisi).

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[45.] Db/Fragment 026 11

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 26, Zeilen: 11-33
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 51, 52, Zeilen: 51:11-15.17-28; 52:20-29
Matthes Buhbe stellt fest, dass man mit den genannten Verboten und Vorschriften nur überall dort radikale Einschnitte durchgesetzt hatte, wo Staatsaufsicht bestand. Jedoch waren fast neunzig Prozent der Bevölkerung Analphabeten; ihr Alltag und der Volksglaube waren nicht vom gedruckten Wort oder den Ansichten der politisierten Städter bestimmt. Die Überlieferungen und der Volksislam dominierten das Leben der Landbevölkerung. Die Auflösung der Tarikat (muslimischer Orden und Bruderschaften) war insofern für die Islamisten die radikalste Maßnahme gewesen. Sie trieb die Derwische, die Wanderprediger und andere Muslime in die Konfrontation mit den Kemalisten und in den Untergrund. Die wichtigsten Tarikate – wie die Naksibendiye (Nakschibendi-Bruderschaft), Bektasilik (Bektaschi-Bruderschaft) oder Mevlevilik (Orden der Tanzenden Derwische) - behielten aber ihre Wurzeln im Volk, wurden lediglich durch die mal strenge, mal milde staatliche Unterdrückung politisiert. In späteren Jahren sollten sie teils zum Kern, teils zum Umfeld des politischen Islam in der Türkei gehören.107

Zusammenfassend stellt Matthes Buhbe fest, dass der Kemalismus bei der „Umerziehung des Volkes“ auf halbem Wege stecken geblieben ist. Die Träger des nationalen und säkularen Reformprozesses waren neben der Armee die Regierungsbeamten, Lehrer und Professoren, Ärzte und Rechtsanwälte in den Städten sowie die republikanischen Großhändler und Landbesitzer in der Provinz. Die Gegner dieser Reformen waren neben den antirepublikanischen Teil der Großgrundbesitzer vor allem die Dorfbewohner, die Handwerker, die kleinen Händler und die Geschäftsleute, die in den zahllosen gewerbetreibenden Familienbetrieben in überlieferten Netzwerken lebten.108


107 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 51

108 Vgl. Buhbe Mathes [sic]: Türkei, S. 52

[Seite 51]

Mit den genannten Verboten und Vorschriften hatte man nur überall dort radikale Einschnitte durchgesetzt, wo Staatsaufsicht bestand. Jedoch waren fast neunzig Prozent der Bevölkerung Analphabeten; ihr Alltag und der Volksglaube waren nicht vom gedruckten Wort oder den Ansichten der politisierten Städter bestimmt. [...] Die Überlieferung und der Volksislam - ob nun sunnitischer oder alewitischer Ausprägung - dominierten das Leben der Landbevölkerung. Insofern war die Auflösung der Tarikat (muslimische Orden und Bruderschaften) 1925 die radikalste Maßnahme gewesen. Sie trieb die Derwische, die Wanderprediger und andere "Muslime des Volkes" in die Konfrontation mit den Kemalisten und in den Untergrund. Die wichtigsten Tarikat wie die Nakşibendiye (Nakschibendi-Bruderschaft), Bektaşilik (Bektaschi-Bruderschaft) oder Mevlevilik (Orden der "Tanzenden Derwische") - behielten aber ihre Wurzeln im Volk, wurden lediglich durch die mal strenge, mal milde staatliche Unterdrückung politisiert. In späteren Jahren sollten sie teils zum Kern, teils zum Umfeld des politischen Islam in der Türkei gehören.

[Seite 52]

Der Kemalismus ist bei der “Umerziehung des Volkes“ auf halbem Wege stecken geblieben. Die Träger des nationalen und säkularen Reformprozesses waren neben der Armee die Regierungsbeamten, Lehrer und Professoren, Ärzte und Rechtsanwälte in den Städten sowie die republikanischen Großhändler und Landbesitzer in der Provinz. Die Träger der Überlieferung und der osmanisch-muslimischen Opposition waren neben dem antirepublikanischen Teil der Großgrundbesitzer vor allem die Dorfbewohner, die Handwerker, die kleinen Händler und die Geschäftsleute, die in den zahllosen gewerbetreibenden Familienbetrieben in tradierten Netzwerken lebten.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.


[46.] Db/Fragment 027 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 27, Zeilen: 1-9, 14-17
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 34, Zeilen: 15-26, 29-35
Im Laufe des Jahres 1924 formierte sich ebenfalls eine politische Opposition gegen die offensichtlichen Tendenzen der Monopolisierung der Macht im Staate. Die Opposition richtete sich nicht allein gegen den Ministerpräsidenten Ismet Pasa, dessen autoritärer Bürokratismus auch in der eigenen Partei umstritten war. Träger des Widerstandes gegen Mustafa Kemal wurden einige seiner engsten Mitstreiter, allen voran Hüseyin Rauf Pascha, Refet Pascha, Kazim Karabekir, Ali Fuat (Cebesoy), die am 9. November 1924 aus Protest die Volkspartei verließen und am 17. November 1924 eine neue Partei unter der Bezeichnung „Fortschrittliche Republikanische Partei (FRP) (Terakkiperver Cumhuriyet Firkasi- TPCF) gründeten. [...] Mustafa Kemal konnte sich mit der Idee einer oppositionellen Partei von Anfang an nicht anfreunden. Er war besorgt vor allem über die Gefahr einer islamischen Gegenbewegung. Er entließ daher die unpopuläre Regierung Ismet Pasa am 21. November 1924.110

110 Vgl. Adanir Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 34

Die Formierung einer politischen Opposition im Laufe des Jahres 1924 gegen die offensichtlichen Tendenzen der Monopolisierung der Macht im Staat ist im Lichte obiger Entwicklungen zu sehen. Die Opposition richtete sich nicht zuletzt gegen den Ministerpräsidenten İsmet Pascha, dessen autoritärer Bürokratismus auch in der eigenen Partei umstritten war. Daher verließen einige der hohen Militärs und ehemaligen Gefährten Mustafa Kemals — Kâzim Karabekir, Ali Fuat, Refet, Rauf — am 9. November 1924 aus Protest die Volkspartei und gründeten am 17. desselben Monats eine neue politische Gruppierung unter der Bezeichnung >Fortschrittliche Republikanische Partei< (FRP). [...]

Mustafa Kemal konnte sich mit der Idee einer oppositionellen Partei von Anfang an nicht anfreunden. Er war allerdings Realist genug, um einzusehen, daß die Opposition beschwichtigt werden mußte. Besorgt war er vor allem über die Gefahr einer islamistischen Gegenbewegung. Schon am 21. November 1924 entließ er daher die unpopuläre Regierung İsmet Pascha.

Anmerkungen

Zwischendurch erfolgt bei beiden Autoren ein kürzerer Abschnitt über das politische Programm der FRP, die sich aber deutlich voneinander unterscheiden.

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[47.] Db/Fragment 028 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 28, Zeilen: 24-27, 28-29, 30-31, 33-39
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 18-19, Zeilen: 18:33-40; 19:16-26
Unter Anwendung der Notstandsmaßnahmen unterbanden die Kemalisten jede freie Organisation von Gruppen mit politischen, gewerkschaftlichen und sonstigen Zielen. Damit hatte die Republikanische Volkspartei die Kontrolle über alle politischen Schaltstellen inne. Mit dem Aufstand im Osten (Scheih Said) wurde die freie Presse im Westen unterdrückt. Knapp sechs Monate nach ihrer Gründung wurde am 3. Juni 1925 auch die Fortschrittspartei (FRP) wegen Unterstützung der Rebellion und Ausnutzung religiöser Gefühle für politische Zwecke verboten.118 Damit waren die politischen Gegner Kemals bis 1930 ausgeschaltet.

Nach der weltweiten Wirtschaftskrise in den 30er Jahren waren die Menschen in der Türkei sehr unzufrieden. Kemal wollte erneut ein demokratisches Experiment riskieren. So wurde im Sommer 1930 wieder eine Oppositionspartei ins Leben gerufen, die Freie Republikanische Partei (Serbest Cumhuriyet Firkasi) als zweite Partei im Parlament. Um den wachsenden Unmut in der Gesellschaft zu kanalisieren, beauftragte Mustafa Kemal Ali Fethi (Okyar) mit der Gründung dieser neuen Partei. Die Abgeordneten der Volkspartei wurden aufgefordert, der Freien Republikanischen Partei beizutreten.


118 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei im 20. Jahrhundert, S. 135 f. und Adanir Fikret, S. 35

[Seite 18]

Die innerparlamentarische Opposition wurde mit dem Verbot der Fortschrittlichen Republikanischen Partei am 3. Juni 1925, sechs Monate nach ihrer Gründung, aus dem politischen Leben entfernt.

Unter Anwendung der Notstandsmaßnahmen unterbanden die Kemalisten jegliche freie Organisierung von Gruppen mit politischen, gewerkschaftlichen und sonstigen Zielen. Damit hatte die Republikanische Volkspartei die Kontrolle über alle politischen Schaltstellen inne.

[Seite 19]

Damit waren die politischen Gegner Mustafa Kemals bis 1930 ausgeschaltet.

Im Sommer 1930 etablierte sich die Freie Republikanische Partei (Serbest Cumhuriyet Fırkası) als zweite Partei im Parlament; Atatürk selbst hatte dies veranlaßt. Denn die Weltwirtschaftskrise am Ende der 20er Jahre hatte in der Türkei ökonomische Rückschläge bewirkt und die Unzufriedenheit unter der Bevölkerung entfacht. Um den wachsenden Unmut in der Gesellschaft zu kanalisieren, beauftragte Mustafa Kemal Ali Fethi (Okyar) mit der Gründung einer neuen Partei im Parlament. Die Abgeordneten der Volkspartei wurden aufgefordert, der Freien Republikanischen Partei beizutreten.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme aus Akkaya et al. (1998). Dbs übliche Vorgehensweise, am Ende eines übernommenen Absatzes einen Quellenverweis anzubringen, der sich auf den gesamten voran gegangenen Absatz beziehen soll, findet hier keine Anwendung.


[48.] Db/Fragment 029 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 1-10
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 19, Zeilen: 28-38
Lange unterdrückte Ressentiments gegen die Regierung machten sich Luft; islamische Fahnen und Slogans wurden wieder hervorgeholt, wenn auch gegen den Willen des Oppositionschefs. Im Oktober 1930 wurden Gemeindewahlen abgehalten. Die junge Partei konnte in 30 von 512 Gemeinden gewinnen. Entgegen den ursprünglichen Absichten Atatürks schien sie sich in der Nationalversammlung zu einer politischen Bedrohung für die Kemalisten zu entwickeln. Der Vorsitzende der Oppositionspartei Fethi Okyar (Fethi Bey) war so sehr unter Druck geraten, dass er beschloss, das Experiment abzubrechen. Somit wurde die Partei am 17. November 1930 aufgelöst.119 Erneut hatte die Republikanische Partei (CHP) das Machtmonopol.

119 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 46

Gegen den Willen Ali Fethis sympathisierten die Kritiker Atatürks, darunter auch islamistische Kräfte, mit der Freien Republikanischen Partei. Bei den Gemeindewahlen im Oktober 1930 gewann die junge Partei die Mehrheit in 30 von 512 Gemeinderäten.26 Entgegen den ursprünglichen Absichten Atatürks schien sie sich in der Nationalversammlung zu einer politischen Bedrohung für die Kemalisten zu entwickeln. Durch diese, aus der Sicht der Volkspartei beunruhigende Entwicklung geriet Ali Fethi zunehmend unter Druck, was ihn veranlaßte, am 17. November 1930 die Auflösung seiner Partei zu verkünden.

Erneut hatte die Republikanische Volkspartei (CHP) das Machtmonopol im Staat inne:


26 Zürcher 1993, S. 187.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf die Quelle Akkaya et al. (1998) trotz inhaltlicher und wörtlicher Übereinstimmungen.


[49.] Db/Fragment 029 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 29, Zeilen: 17-44
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 9-10, Zeilen: 9:34-38 - 10:1-24.26-30
Die Kemalistische Ideologie, die bis heute als dominierende Doktrin des türkischen Staates gilt, entstand aus der Notwendigkeit, die Probleme nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches zu lösen. Der Niedergang des ehemaligen Großreiches wurde vorrangig auf die Rückständigkeit des Osmanischen Reiches und auf fehlendes Nationalbewusstsein der Bevölkerung zurückgeführt. Deshalb sah man die Lösung in einer umfassenden Erneuerung von Staat und Gesellschaft, die sich auf folgende Prinzipien stützte (alti ok genannt – „sechs Pfeile“):

1. Nationalismus (Milliyetcilik): Die Religion war das integrative Element zwischen den verschiedenen islamischen Völkern innerhalb des Osmanischen Reiches gewesen. Die Kemalisten bemängelten, dass aufgrund der Betonung der Religion die Bevölkerung ihres Nationalbewusstseins sowie ihrer nationalen Identität entfremdet worden sei. Einer durch verschiedene Klassen und vielseitige Partikularinteressen gespaltene [sic] Nation mangele es an Solidarität, um geschlossen gegen Probleme vorzugehen. Das Nationalismusprinzip solle dazu dienen, das Gemeinschaftsgefühl unter den Angehörigen der Republik zu festigen. Nach dem Verständnis der Republikanischen Volkspartei und nach der türkischen Verfassung war jeder, der innerhalb der Grenzen der Türkischen Republik lebte, die türkische Sprache beherrschte, mit der türkischen Kultur aufgewachsen war und die Ideale der Türken teilte, ein Türke, ungeachtet seiner ethnischen Herkunft oder seiner Religion. Mit dieser relativ liberalen Definition des Begriffs „Nation“ beabsichtigten die Kemalisten, separatistischen Bestrebungen, welche die Einheit des Nationalstaates gefährden würden, vorzubeugen. Dabei wollte man religiöse und ethnische Frage [sic] umgehen, die Gemeinsamkeiten in der Sprache und Kultur aber dann mehr betonen. Nur so konnten die Kemalisten hoffen, trotz der Nationalismen der einzelnen Völker des Landes, das Zusammengehörigkeitsgefühl aller türkischen Staatsbürger zu fördern.120

2. Laizismus/Säkularismus (Laiklik): Nach Ansicht Atatürks und seiner Anhänger konnte ein moderner Staat nur mit den Gesetzen und Verordnungen regiert werden, [die den weltlichen Bedürfnissen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprachen.]


120 Vgl. Sen Faruk, Akkaya Cigdem, Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 10

[Seite 9]

Die kemalistische Ideologie, die bis heute die dominierende Doktrin des türkischen Staates ist, entwickelte sich aus der Notwendigkeit, die Probleme, welche nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches entstanden waren, bewältigen zu müssen. Da der Niedergang des ehemaligen Großreiches vorrangig auf die Rückständigkeit des Osmanischen Reiches

[Seite 10]

und auf das fehlende Nationalbewußtsein der Bevölkerung zurückgeführt wurde, sah man die Lösung in einer umfassenden Erneuerung von Staat und Gesellschaft, die sich auf folgende Prinzipien stützte:

1. Nationalismus: Im Osmanischen Staat war die Religion das integrative Element zwischen den verschiedenen islamischen Völkern innerhalb des Reiches gewesen. Die Kemalisten bemängelten, daß aufgrund der Betonung der Religion die Bevölkerung ihres Nationalbewußtseins sowie ihrer nationalen Identität entfremdet worden sei. Einer durch verschiedene Klassen und vielseitige Partikularinteressen gespaltenen Nation mangele es an Solidarität, um geschlossen gegen Probleme vorzugehen. Das Prinzip des Nationalismus solle dazu dienen, das Gemeinschaftsgefühl unter den Angehörigen der Republik zu festigen. Nach dem Verständnis der Republikanischen Volkspartei und nach der Verfassung war jeder, der innerhalb der Grenzen der Türkischen Republik lebte, die türkische Sprache beherrschte, mit der türkischen Kultur aufgewachsen war und die Ideale der Türken teilte, ein Türke, ungeachtet seiner ethnischen Herkunft oder seiner Religion.6 Mit dieser relativ liberalen Definition des Begriffes „Nation" beabsichtigten die Kemalisten, separatistischen Bestrebungen, welche die Einheit des Nationalstaates gefährden würden, vorzubeugen. Man umging religiöse und ethnische Fragen und betonte die Gemeinsamkeiten in der Sprache und Kultur. Nur so konnten die Kemalisten hoffen, trotz der Nationalismen der einzelnen Völker des Landes das Zusammengehörigkeitsgefühl aller türkischen Staatsbürger zu fördern.

2. Laizismus: [...] Nach Ansicht Atatürks und seiner Anhänger konnte ein moderner Staat nur mit den Gesetzen und Verordnungen regiert werden, die den weltlichen Bedürfnissen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprachen.


6 Landau 1984, S.29.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[50.] Db/Fragment 030 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 30, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 10, 11, 12, Zeilen: 10:24.26-40 - 11:1-4.13-17.20-39; 12:7-25
[2. Laizismus/Säkularismus (Laiklik): Nach Ansicht Atatürks und seiner Anhänger konnte ein moderner Staat nur mit den Gesetzen und Verordnungen regiert werden,] die den weltlichen Bedürfnissen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprachen. Die Religion wurde als Gewissensangelegenheit betrachtet, welche keinen Einfluss auf den weltlichen und staatlichen Bereich haben sollte. Die Regierung zielte mit dem Prinzip des Laizismus zugleich auf die Eliminierung des religiösen Dogmatismus und auf die Gleichbehandlung von Muslimen und Nichtmuslimen ab. Durch die Säkularisierungspolitik sollte die Religion eine untergeordnete Rolle im Alltagsleben spielen. Damit hofften die Kemalisten, die Dissonanzen zwischen den Angehörigen verschiedener Konfessionen zu beseitigen und sie als Angehörige der türkischen Nation zu solidarisieren.121

3. Republikanismus (Cumhuriyetcilik): Das Prinzip beinhaltete, die Aufrechterhaltung des republikanischen Systems, welches gemäß des Parteiprogramms der regierenden Republikanischen Volkspartei die beste Staatsform zur Verwirklichung der Volkssouveränität war. Nachdem 1922 das Sultanat abgeschafft worden war, erfolgte die Ausrufung der Republik. In den ersten Jahren des neuen Regimes implizierte die Idee des Republikanismus für die Kemalisten die Volkssouveränität sowie Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz.

4. Populismus (Halkcilik): Im Parteiprogramm der Republikanischen Volkspartei wurden die Grundsätze des Populismus folgendermaßen definiert: „Entscheidungsgewalt und Souveränität liegt beim Volk, wobei es eines der Prinzipien der Partei ist, dafür zu sorgen, dass diese Entscheidungsgewalt und Souveränität als Verantwortlichkeit des Volkes dem Staate gegenüber gewährleistet wird. (..) Die Partei bezeichnet den Bürger, der die absolute Gleichheit eines jeden vor dem Gesetz akzeptiert und keiner Person, keiner Familie, keiner Klasse, keiner ethnischen Gruppe Vorrechte einräumt, als volkszugehörig und populistisch (...)“.

Ziya Gökalp, Philosoph und führender Ideologe des türkischen Nationalismus, hatte die türkische Version der solidarischen Konzepte von Emile Durkheim sowie Leon Bourgeois vermittelt und dies als Populismus interpretiert. Er befürwortete ein Gesellschaftsmodell, in dem es aufgrund der fehlenden Industrialisierung keine Klassen, wohl aber unterschiedliche Berufsgruppen gab, welche für das Gemeinwohl miteinander kooperieren sollten. Er sah in der Kooperation das grundsätzliche Element der ökonomischen, sozialen und politischen Organisation. Da die Türkei die Existenz von Klassen nicht anerkannte, sondern vielmehr unterschiedliche Berufsgruppen definierte, diente die Idee des Populismus auch als eine Rechtfertigung des Einparteiensystems. Denn in der klassenlosen Gesellschaft bedurfte es keiner weiteren Partei zur Vertretung unterschiedlicher Interessen. Die Republikanische Volkspartei (CHP) beanspruchte, als Sprecherin aller Gruppen zu fungieren und somit die ganze Nation, in der sich alle als Mitglied einer großen Gemeinschaft fühlen sollten, zu repräsentieren.122

5. Reformismus/ (Inkilapcilik): Für die Kemalisten implizierte dieses Prinzip des Reformismus eine ständige Entwicklung und Erneuerung. Neue Technologien sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollten stets berücksichtigt werden, um die Gesellschaft den Erfordernissen der Zeit anzupassen und das Land auf diese Weise zu modernisieren. Die Türkei sollte sich zu einem modernen Staat nach dem Vorbild westlicher Industrienationen entwickeln, um im internationalen Kampf bestehen zu können. Das Reformverständnis der Kemalisten verlangte auch, sich nicht mit den [durchgeführten Reformen zu begnügen, sondern diese kontinuierlich fortzusetzen und weiterzuentwickeln.]


121 Vgl. Ebenda, S. 10

122 Vgl. Ebenda, S. 10

[Seite 10]

2. Laizismus: [...] Nach Ansicht Atatürks und seiner Anhänger konnte ein moderner Staat nur mit den Gesetzen und Verordnungen regiert werden, die den weltlichen Bedürfnissen, den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Anforderungen einer modernen Gesellschaft entsprachen. Die Religion wurde als Gewissensangelegenheit betrachtet, welche keinen Einfluß auf den weltlichen und staatlichen Bereich haben sollte. Diese Forderung der Kemalisten konkretisierte sich in den beschriebenen Maßnahmen. Die Regierung zielte mit dem Prinzip des Laizismus zugleich auf die Eliminierung des religiösen Dogmatismus und auf die Gleichbehandlung von Muslimen und Nichtmuslimen. Da durch die Säkularisierungspolitik die Religion eine untergeordnete Rolle im Alltagsleben spielen sollte, konnten die Kemalisten hoffen, die Dissonanzen zwischen den Angehörigen verschiedener Konfessionen zu beseitigen und sie als Angehörige der türkischen Nation zu solidarisieren.

[Seite 11]

3. Republikanismus: Das Prinzip des Republikanismus beinhaltete die Aufrechterhaltung des republikanischen Systems, welches gemäß des Parteiprogramms der regierenden Republikanischen Volkspartei die beste Staatsform zur Verwirklichung der Volkssouveränität war. [...] Am 29. Oktober 1923 erfolgte schließlich die Ausrufung der Republik, nachdem 1922 das Sultanat abgeschafft worden war. In den ersten Jahren des neuen Regimes implizierte die Idee des Republikanismus für die Kemalisten die Volkssouveränität sowie Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. [...]

4. Populismus: Im Parteiprogramm der Republikanischen Volkspartei wurden die Grundsätze des Populismus wie folgt definiert: „Die Entscheidungsgewalt und Souveränität liegt beim Volk, wobei es eines der Prinzipien der Partei ist, dafür Sorge zu tragen, daß diese Entscheidungsgewalt und Souveränität als Verantwortlichkeit des Staates dem Volk gegenüber und als die Verantwortlichkeit des Volkes dem Staate gegenüber gewährleistet wird. (...) Die Partei bezeichnet den Bürger, der die absolute Gleichheit eines jeden vor dem Gesetz akzeptiert und keiner Person, keiner Familie, keiner Klasse, keiner ethnischen Gruppe Vorrechte einräumt, als volkszugehörig und als populistisch (...).“8

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Ziya Gökalp, Philosoph und führender Ideologe des türkischen Nationalismus, die türkische Version der solidaristischen Konzepte von Emile Durkheim sowie León Bourgeois vermittelt und dies als Populismus interpretiert. Gökalp befürwortete ein Gesellschaftsmodell, in dem es keine Klassen, wohl aber unterschiedliche Berufsgruppen - im weiteren Sinne - gab, welche für das Gemeinwohl miteinander kooperieren sollten. Er sah in der Kooperation das grundsätzliche Element der ökonomischen, sozialen und politischen Organisation.

[Seite 12]

Da in der Türkei die Existenz der Klassen nicht anerkannt, sondern diese vielmehr als unterschiedliche Berufsgruppen definiert wurden, diente die Idee des Populismus auch als eine Rechtfertigung des Einparteiensystems. Denn in einer klassenlosen Gesellschaft bedurfte es keiner weiteren Partei zur Vertretung unterschiedlicher Interessen. Die Republikanische Volkspartei (CHP) beanspruchte, als Sprecherin aller Gruppen zu fungieren und somit die ganze Nation, in der sich alle als Mitglied einer großen Gemeinschaft fühlen sollten, zu repräsentieren.

5. Reformismus: Das Prinzip des Reformismus implizierte für die Kemalisten eine ständige Entwicklung und Erneuerung. Neue Technologien sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse sollten stets berücksichtigt werden, um die Gesellschaft den Erfordernissen der Zeit anzupassen und das Land auf diese Weise zu modernisieren. Die Türkei sollte sich zu einem modernen Staat nach dem Vorbild westlicher Industrienationen entwickeln, um im internationalen Kampf bestehen zu können.9 Das Reformverständnis der Kemalisten verlangte auch, sich nicht mit den in verschiedenen Bereichen durchgeführten Reformen zu begnügen, sondern diese kontinuierlich fortzusetzen und weiterzuentwickeln.10


8 Atatürk Araştırma Merkezi (Hrsg.) 1996, S. 109f.

9 Wedel 1991, S.30.

10 Kili 1982, S. 187.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[51.] Db/Fragment 031 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 31, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 12-13, 20, 21, Zeilen: 12:22-25.27-40 - 13:1-3.6-16.31-34; 20:34-40; 21-6-11
[Das Reformverständnis der Kemalisten verlangte auch, sich nicht mit den] durchgeführten Reformen zu begnügen, sondern diese kontinuierlich fortzusetzen und weiterzuentwickeln. So diente der Propagierung das Prinzip des Reformismus vorrangig dazu, den Fortschrittswillen der Bürger zu fördern.123

6. Etatismus (Devletcilik): Allgemein umfasst Etatismus den Eingriff des Staates in die sozialen, ökonomischen, kulturellen und bildungspolitischen Angelegenheiten. Für Atatürk bedeutete Etatismus zwar auch, das Privatunternehmertum zu fördern, aber – unter Berücksichtigung der Interessen der gesamten Nation – vor allem die Wirtschaft des Landes in staatliche Hand zu nehmen. Für die Türkei bedeutete das Prinzip Etatismus vorrangig die vom Staat bestimmte Organisation der Wirtschaft.124

Nach der Ausrufung der Republik 1923 hatte die Regierung versucht, durch staatliche Förderung der Privatwirtschaft die ökonomische Entwicklung voranzutreiben. Die zahlenmäßig wenigen kleinen Unternehmen konnten jedoch aufgrund ihrer geringen wirtschaftlichen Erfahrung, Fähigkeit und Ausstattung mit Kapital nicht bedeutsam zum wirtschaftlichen Aufbau des Landes beitragen. Die vorhandenen Betriebe hatten mehr Werkstatt- als Fabrikcharakter und waren für eine Industrialisierung wenig geeignet. Die Kemalisten sahen in der Übernahme der unternehmerischen Initiative und Verantwortung durch den Staat eine Möglichkeit, die ökonomische Entwicklung zu fördern. So führten sie im Jahre 1932 eine Politik der vom Staat gelenkten Wirtschaft ein. Diese zielte insbesondere auf eine Entfaltung des Industriesektors und eine Beschleunigung des Industrialisierungsprozesses ab. Staatliche Investitionen wurden vorwiegend für die Gründung von Unternehmen und für den Aufbau der Infrastruktur (Eisenbahnnetz) verwendet. Die Regierung unterstützte auch die private unternehmerische Initiative und das Privateigentum. Gleichzeitig betrieb sie eine Kontingentierung von Importwaren.

Diese sechs Prinzipien werden als „Kemalismus/Atatürkismus“ bezeichnet und wurden 1931 auf dem Parteitag der Republikanischen Volkspartei (CHP) verabschiedet. Sie wurden im Jahre 1937 in die Verfassung aufgenommen und waren seitdem offizielle Staatsdoktrin der Türkischen Republik.125

Faruk Sen behauptet, dass die von der Republikanischen Volkspartei durchgeführten Reformen Zuspruch in den Reihen der Intellektuellen, der Armee, unter national denkenden Städtern, Regierungsbeamten, Ärzten, Professoren und Großhändlern usw. fanden. Der Sozialstatus gerade dieser Personenkreise wurde, sagt er, durch die Kemalistischen Erneuerungen aufgewertet, und es war ihnen möglich, die Vorteile der Modernisierung auszuschöpfen. Gegen das neue Staatsystem waren, stellt Sen fest, die Großgrundbesitzer, Dorfbewohner, Handwerker und Händler, die entfernt von den Zentren der Kemalistischen Umgestaltung in ihren traditionellen Netzwerken lebten und bei denen die alten Werte weiterhin das soziale Handeln regelte. Sie konnten keinen Nutzen aus den [sic] von Atatürk eingeführtem [sic] Reformwerk ziehen.126


123 Vgl. Ebenda, S. 10

124 Vgl. Ebenda, S. 9 ff

125 Vgl. Ebenda, S. 9 ff.

126 Vgl. Ebenda, S.20 f.

[Seite 12]

Das Reformverständnis der Kemalisten verlangte auch, sich nicht mit den in verschiedenen Bereichen durchgeführten Reformen zu begnügen, sondern diese kontinuierlich fortzusetzen und weiterzuentwickeln.10 Auf welche Weise und in welchen Bereichen dies geschehen sollte, wurde indes nicht ausführlich dargestellt. So diente die Propagierung des Prinzip des Reformismus vorrangig dazu, den Fortschrittswillen der Bürger zu fördern.

6. Etatismus: Allgemein beinhaltet Etatismus (Devletçilik) den Eingriff des Staates in die sozialen, ökonomischen, kulturellen und bildungspolitischen Angelegenheiten. Für Atatürk bedeutete Etatismus: „das Privatunternehmertum zwar zu fördern, aber - unter Berücksichtigung der Interessen der gesamten Nation - vor allem die Wirtschaft des Landes in staatliche Hand zu nehmen“11; d.h., daß sich in der Türkei das Prinzip des Etatismus vorrangig auf die Organisierung der Wirtschaft bezieht.

Nach Ausrufung der Republik 1923 hatte die Regierung versucht, durch staatliche Förderung der Privatwirtschaft die ökonomische Entwicklung voranzutreiben. Jedoch konnte die zahlenmäßig kleine Unternehmerschicht aufgrund ihrer geringen wirtschaftlichen Erfahrung, Fähigkeit und Ausstattung mit Kapital wie auch Gerätschaft keinen bedeutsamen Bei-

[Seite 13]

trag zum wirtschaftlichen Aufbau des Landes leisten. Die vorhandenen Betriebe hatten mehr Werkstatt- als Fabrikcharakter und waren als Ausgangsbasis für eine Industrialisierung wenig geeignet. [...] Die Kemalisten sahen in der Übernahme der unternehmerischen Initiative und Verantwortung durch den Staat eine Möglichkeit, die ökonomische Entwicklung zu fördern. So führten sie im Jahre 1932 eine vom Staat gelenkte Wirtschaftspolitik ein. Diese zielte insbesondere auf eine Entfaltung des Industriesektors und eine Beschleunigung des Industrialisierungsprozesses ab: Staatliche Investitionen wurden vorwiegend für die Gründung von Unternehmen und für den Aufbau der Infrastruktur (Eisenbahnnetz) verwendet. Neben der Errichtung eines staatlichen Industriesektors unterstützte die Regierung auch die private unternehmerische Initiative und das Privateigentum. Gleichzeitig schrieb sie die Kontingentierung von Importwaren vor.

[...]

1931 auf dem Parteitag der Republikanischen Volkspartei verabschiedet, wurden die sechs Prinzipien im Jahre 1937 in die Verfassung aufgenommen und waren fortan offizielle Staatsdoktrin der Türkischen Republik.

[Seite 20]

Die zum Teil unter dem Druck der Republikanischen Volkspartei kompromißlos durchgeführten Reformen fanden Zuspruch in den Reihen der Intellektuellen, der Armee, unter national denkenden Städtern. Regierungsbeamten, Lehrern, Rechtsanwälten, Ärzten, Professoren und Großhändlern. Der Sozialstatus gerade dieser Personenkreise wurde durch die kemalistischen Erneuerungen aufgewertet, und es war ihnen möglich, die Vorteile der Modernisierung auszuschöpfen.

[Seite 21]

Gegen das neue Staatssystem opponierende Großgrundbesitzer, Dorfbewohner, Handwerker und Händler, die, entfernt von den Zentren der kemalistischen Umgestaltung, in ihren tradierten Netzwerken lebten und bei denen die alten Werte weiterhin das soziale Handeln regelten, konnten keinen Nutzen aus dem von Mustafa Kemal initiierten Reformwerk ziehen.


10 Kili 1982, S. 187.

11 Atatürk Araştırma Merkezi 1995, S. 324.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Auch die Verweise auf Akkaya et al. (1998) im letzten Absatz machen nicht deutlich, dass es sich um unveränderte, weitgehend wörtliche Übernahmen handelt.

Durch den alleinigen Verweis auf Faruk Şen gelingt es Db übrigens, durchgängig die weiblichen Koautoren von Şen zu ignorieren.


[52.] Db/Fragment 032 06

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 32, Zeilen: 6-31, 101-117
Quelle: Yilmaz 1993
Seite(n): 350, 351, 352, Zeilen: 350:22-28, 351:1-6, 7-10, 12-17, 20-21, 31-32, 34-38, 352:23-40
Nach der Gründung der Republik127 hatte die nationale Führung noch kein klares Industrialisierungskonzept. Deshalb veranstaltete die Regierung im Februar 1924 den ersten türkischen Wirtschaftskongress.1.135 [sic] Delegierte aus dem ganzen Lande nahmen teil. Auf diesem Kongress sollten die Grundlinien und das künftige Orientierungsprogramm der Entwicklungsstrategie diskutiert und verabschiedet werden.

Die Beschlüsse des Kongresses, die nur als Empfehlung gelten und die Richtlinien der künftigen Entwicklungsstrategie der Türkei formulieren sollten, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

- Künftig sollte eine nationale Industrialisierungsstrategie durchgeführt werden. Der Industrialisierungsprozess sollte in erster Linie von inländischen Privatunternehmen getragen werden. Die Kapitalakkumulation sollte durch staatliche Maßnahmen beschleunigt und gefördert werden.

- Der durch die Industrialisierungsbemühungen notwendiger [sic] Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte teilweise durch Kapitalimport befriedigt werden, unter der Voraussetzung, dass ausländisches Kapital das nationale Recht akzeptierte und den nationalen Interessen des Landes diente.

- Der Staat sollte aktiv am wirtschaftlichen Geschehen teilnehmen. Er sollte sich überwiegend auf die Industriezweige konzentrieren, in denen die inländischen Unternehmer nicht in der Lage waren, aufgrund eigener Initiativen kurzfristig den Übergang von Manufaktur und Kleinindustrie zur Großindustrie zu verwirklichen.

- Im Agrarbereich sollten die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, welche die noch sehr niedrige Produktivität erhöht [sic] und der Lebensstandard [sic] der auf Selbstversorgung eingestellten ländlichen Bevölkerung verbessert. [sic]


127 Bei der Gründung der Republik war die Türkei sowohl wirtschaftlich als auch sozial ein rückständiges Land. Sie war ein armes Agrarland. Das geschätzte Pro-Kopf-Einkommen betrug 1923 etwa 30 US-$. Der Anteil der Industrie (einschließlich Bergbau) machte knapp 12 % des Bruttosozialproduktes aus und es war nur ein geringer Teil der Erwerbstätigen in diesem Bereich beschäftigt. Die Industrie bestand überwiegend aus handwerklichen Kleinbetrieben und 70 % der Industriebetriebe lagen in den damaligen Ballungszentren Istanbul, Izmir und Bursa. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug fast 50 %. 80 % der gesamten Bevölkerung war im Agrarsektor tätig. Dieser Sektor war Wachstumsmotor der Wirtschaft, zeichnete sich aber trotzdem als rückständig und wenig produktiv aus. Moderne landwirtschaftliche Techniken fehlten, und der überwiegende Teil der ländlichen Bevölkerung waren Analphabeten. Auch die Infrastruktur der Türkei zu dieser Zeit war sehr rückständig. Eine Ausnahme stellte das 4.000 km lange Eisenbahnnetz dar, das im starken Maße mit ausländischem Kapital gebaut worden war und jetzt in inländischem Besitz war. In der türkischen Wirtschaft spielte das Bankwesen eine dominante Rolle und war hauptsächlich von kräftigem Zufluss ausländischen Privatkapitals getragen. Die Hauptgeschäfte der Banken bestanden in Darlehensvergabe an die Osmanische [sic] Regierung. Die Osmanische Bank (mit französischem und britischem Kapital), die Deutsche Bank und Credit [sic] Lyonnais waren die wichtigsten Banken. Nur die 1888 gegründete Landwirtschaftsbank war in nationalem Besitz. Qualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmen fehlen im Industriebereich. Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei von 1923 bis 1980, in: Südosteropa [sic] Mitteilungen, Nr. 4 1993, S. 350-365, S. 350

[Seite 350]

Im Jahr 1923 war die Türkei ein sehr armes Agrarland. Das geschätzte Pro-Kopf-Einkommen betrug im selben Jahr etwa 30 US-$ (laufender Dollarpreis).2

Der Anteil der Industrie (einschließlich Bergbau und Industrie) machte erst knapp 12% des Bruttosozialproduktes aus und es war nur ein sehr geringer Teil der Erwerbstätigen in diesem Bereich beschäftigt. Die Industrie bestand überwiegend aus handwerklichen Kleinbetrieben und 70% der Industriebetriebe lagen in den damaligen Ballungszentren wie Istanbul, Izmir und Bursa.3

[Seite 351]

Der Anteil der Landwirtschaft am BIP betrug fast 50% der gesamten Wertschöpfung. 80% der gesamten Bevölkerung war im Agrarsektor tätig. Obwohl dieser Sektor Wachstumsmotor der Wirtschaft war, zeichnete er sich durch extreme Rückständigkeit und sehr geringe Produktivität aus. Hierzu gehört, daß moderne landwirtschaftliche Techniken unbekannt waren und der überwiegende Teil der ländlichen Bevölkerung Analphabeten waren. [...] Auch war die Infrastruktur der Türkei zu dieser Zeit sehr rückständig. Eine Ausnahme stellte das 4000 km lange Eisenbahnnetz dar, das im starken Maße mit ausländischem Kapital gebaut worden war und im inländischen Besitz lag. [...]

Das Bankwesen spielte in der türkischen Wirtschaft eine dominierende Rolle und war hauptsächlich von kräftigem Zufluß ausländischen Privatkapitals getragen. Die Hauptgeschäfte der Banken bestanden in Darlehensvergabe an die osmanische Regierung. Die Osmanische Bank (mit französischem und britischem Kapital), die Deutsche Bank und Credit [sic] Lyonnais waren die wichtigsten Banken. Die einzige in nationalem Besitz stehende Bank war die 1888 gegründete Landwirtschaftsbank.5

[...] Es fehlten qualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmer im Industriebereich. [...]

[...]

Nach der Gründung der Republik hatte die nationale Führung kein klares Industrialisierungskonzept. [...] Angesichts dieser Tatsache beschloß die nationale Regierung, gleich nach der Gründung der Republik einen Wirtschaftskongreß im Februar 1924 in Izmir zu veranstalten. Es nahmen 1135 Delegierte aus dem ganzen Lande teil. Auf diesem Wirtschaftskongreß sollten die Grundlinien und das künftige Orientierungsprogramm der Entwicklungsstrategie diskutiert und verabschiedet werden.

[Seite 352]

Die verabschiedeten Beschlüsse des Kongresses, die nur als Empfehlungen gelten und die Richtlinien der künftigen Entwicklungsstrategie der Türkei formulieren sollten, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Künftig sollte eine nationale Industrialisierungsstrategie durchgeführt werden. Mit anderen Worten: Der Industrialisierungsprozeß soll in erster Linie von inländischen Privatunternehmen getragen werden. Die Kapitalakkumulation sollte durch staatliche Maßnahmen beschleunigt und gefördert werden.

2. Der durch die Industrialisierungsbemühungen unersetzbare Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte teilweise durch Kapitalimport befriedigt werden, unter der Voraussetzung, daß ausländisches Kapital das nationale Recht akzeptiert und den nationalen Interessen des Landes diente.

3. Der Staat sollte aktiv am wirtschaftlichen Geschehen teilnehmen. Er sollte sich überwiegend auf die Industriezweige konzentrieren, in denen die inländischen Unternehmer nicht in der Lage sind, aufgrund eigener Initiativen den Übergang von Manufaktur und Kleinindustrie zur Großindustrie kurzfristig zu verwirklichen.

4. Im Agrarbereich sollten die erforderlichen Maßnahmen getroffen, die noch sehr niedrige Produktivität erhöht und der Lebensstandard der auf Selbstversorgung eingestellten ländlichen Bevölkerung verbessert werden.


[2 Tuncer Bulutay, Nuri Yildirim und Yahya Tezel, Turkiye [sic] Milli Geliri (Wirtschaftliche Gesamtrechnung der Türkei) (1923-1948), Vol.III. Universität Ankara, Fakultät für Politikwissenschaft, 1974, Tabellen 8.1 und 8.2.

3 Keskin, a.a.O., S.64.

5 Tezel Yahya, a.a.O., S.80.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Die Quelle wird zwar am Ende der Fußnote genannt; dass der Inhalt nahezu der gesamten Seite inkl. der umfangreichen Fußnote – großteils wörtlich – von Yilmaz übernommen wird, bleibt dem Leser jedoch verborgen. Die Verf. geht bei der Übernahme des Textes unter ihrem letzten Spiegelstrich so unsorgfältig vor, dass der resultierende Satz stark ungrammatisch wird.


[53.] Db/Fragment 033 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 2-6
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 52-53, Zeilen: 52:35-37 - 53:1-3
Der Kongress verabschiedete neue Prinzipien (Dokuz Umde), die später ins wirtschaftspolitische CHP-Programm aufgenommen wurden. Der damalige Wirtschaftsminister Esat Mahmut Bozkurt verkündete einen dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Privateigentum und persönliche Initiative wurden ebenso bejaht wie starke staatliche Lenkungskompetenzen.128

128 Vgl. Buhbe Matthias [sic]: Türkei, S. 52 ff.

[Seite 52]

Der Kongreß verabschiedete neun Prinzipien (Dokuz Umde), die später ins wirtschaftspolitische CHP-Programm aufgenommen wurden Der damalige Wirtschaftsminister

[Seite 53]

Mahmut Esat Bozkurt verkündete einen dritten Weg zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Privateigentum und persönliche Initiative wurden ebenso bejaht wie starke staatliche Lenkungskompetenzen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[54.] Db/Fragment 033 18

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 18-24
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 41, Zeilen: 7-14
Eine Unterstützung für den Aufschwung im Agrarbereich erhoffte man sich vom zügigen Ausbau des Transportwesens. Die Türkei besaß 1923 etwa 3.500 Eisenbahnkilometer. Zwischen 1924 und 1928 wurden neue Strecken mit einer Gesamtlänge von 2.000 km geplant, von denen im Jahre 1929 etwa die Hälfte fertig gestellt war. Noch 1924 war der Transport einer Tonne Getreide von New York nach Istanbul billiger als von Ankara nach Istanbul.132

132 Vgl. Adanir Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 41

Eine flankierende Unterstützung für den Aufschwung im Agrarbereich erhoffte man sich vom zügigen Ausbau des Transportwesens. Die Türkei besaß 1923 etwa 3500 Eisenbahn-Kilometer. Zwischen 1924 und 1928 wurden neue Strecken mit einer Gesamtlänge von 2000 km geplant, von denen im Jahre 1929 etwa die Hälfte fertiggestellt war. Noch 1924 war der Transport einer Tonne Getreide von New York nach Istanbul billiger als von Ankara nach Istanbul.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[55.] Db/Fragment 033 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 33, Zeilen: 26-37
Quelle: Gumpel 1985
Seite(n): 328-329, Zeilen: 328:33-43 - 329:1-2
Um die fehlende unternehmerische Initiative zu ersetzen wurden einige Finanz- und Produktionsunternehmen gegründet. Das war die zweite staatliche Maßnahme. Unter ihnen befand sich die türkische Commerzbank (Türkiye Is Bankasi)133 und die türkische Industrie- und Bergbaubank (Türkiye Sanayi ve Madenler Bankasi), die im Jahre 1924 bzw. 1925 gegründet wurden.134

Der Beginn der Industrialisierung der Türkei kann auf das Jahr 1927 datiert werden. In diesem Jahr wurde ein Industrieförderungsgesetz verabschiedet, das zur Errichtung von Industrieanlagen anreizen sollte. Zu den Maßnahmen des Gesetzes gehörten die Landbeschaffung für private Unternehmer, die Förderung des Verkehrswesens, Zollvergünstigungen, die Gewährung der Steuerfreiheit und Subventionen sowie Vorzugsverkäufe gewisser Gegenstände. Im Jahre 1942 wurde das Gesetz wieder abgeschafft.135


133 Atatürk engagierte sich als Miteigentümer der von Celal Bayar gegründeten Is Bankasi, die bis heute eine der größten Geschäftsbanken der Türkei ist. Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 53

134 Vgl. Werner Gumpel: Wirtschaftssystem und Wirtschaftsentwicklung, in: Südosteuropa Handbuch, Band IV, Türkei, S.328

135 Vgl. Werner Gumpel: Wirtschaftssystem und Wirtschaftsentwicklung, in: Südosteuropa Handbuch, Band IV, Türkei, S. 328 ff.

[Seite 328]

Die fehlende unternehmerische Initiative sollte also durch den Staat ersetzt werden. Resultat dieser Einsicht war die Gründung einiger Finanz- und Produktionsunternehmen. Unter ihnen befanden sich die Türkische Commerzbank (Türkiye İş Bankası) und die türkische Industrie- und Bergbaubank (Türkiye Sanayi ve Madenler Bankası), die im Jahre 1924 bzw. 1925 gegründet wurden.

Der Beginn der Industrialisierung der Türkei kann mit dem Jahr 1927 datiert werden. In diesem Jahr wurde ein Industrieförderungsgesetz verabschiedet, das zur Errichtung von Industrieanlagen anreizen sollte. Zu den Maßnahmen des Gesetzes gehörten die Landbeschaffung für private Unternehmer, die Förderung des Verkehrswesens, Zollvergünstigungen, die Gewährung von Steuerfreiheit und von

[Seite 329]

Subventionen sowie Vorzugsverkäufe gewisser Gegenstände. Das Gesetz wurde im Jahre 1942 wieder aufgehoben.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Zu Fußnote 133 vgl. Db/Fragment_033_108.


[56.] Db/Fragment 034 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 1-6, 10-15, 38-43
Quelle: Yilmaz 1993
Seite(n): 353, 354, 355, Zeilen: 353:14-15, 20-25; 354:25-30, 38-43; 355:1-4
Die Wachstumsrate des BIP (bei konstanten Preisen) betrug in den zwanziger Jahren durchschnittlich 9,5 %. Die Regierung entschloss sich nach dem industriepolitischen Konzept, seine [sic] Rohstoffe selbst weiterzuverarbeiten und auch Konsumgüterindustrien zu entwickeln, um auf diese Weise die Importabhängigkeit zu vermindern. Der Anteil der wichtigsten zwei Importgüter, Textilien und Zucker, am Gesamtimport war im Jahr 1923 50 %. Ende der zwanziger Jahre war die Zahl auf 35 % zurückgegangen. 136

[...] Die überwiegend aus Agrarprodukten erzielten Exporteinnahmen gingen wegen der rückläufigen Weltnachfrage nach Agrarprodukten und des Exportpreisverfalls stark zurück. Durch diese erschwerten externen Bedingungen musste die Regierung, [sic] die seit Jahrzehnten bestehender [sic] Handelsbilanzdefizite durch drastische Importeinschränkungen sowie mit Hilfe von Devisenmarkt-Interventionen beseitigen. 137 [...]

[...]

Die türkische Staatsführung beobachtete die beachtlichen Erfolge beim Aufbau der sowjetischen Industrie mit großer Aufmerksamkeit. Sie waren [sic] von der Planwirtschaft des Nachbarlandes beeindruckt und luden [sic] die sowjetischen Planungsexperten im Jahre 1931 in die Türkei ein. Sie sollten ein Gutachten über die künftige Industrialisierung des Landes [und den einzuschlagenden Weg] ausarbeiten. Eine Expertengruppe der UdSSR legte der türkischen Regierung 1932 einen detaillierten Planentwurf vor. Der erste [Fünfjahresindustrieplan trat im Jahre 1934 in Kraft. Außerdem erhielt die türkische Regierung von der Sowjetunion ein zinsloses Darlehen von 10 Mio. $. 141]


136 Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei von 1923 bis 1980, in: Südosteropa [sic] Mitteilungen, Nr. 4 1993, S. 350-365, S. 353

137 Vgl .ebenda , [sic] S. 354

[141 Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei von 1923 bis 1980, in: Südosteropa [sic] Mitteilungen, Nr. 4 /1993, S. 350-365, S. 354]

[Seite 353]

1. [...] Die Wachstumsrate des BIP (in konstanten Preisen) betrug in den zwanziger Jahren durchschnittlich 9,5%. [...]

2. Die Regierung entschloß sich zu einem industriepolitischen Konzept, das auf dem Grundsatz beruhte, daß das Land seine Rohstoffe selbst weiterverarbeiten müsse und daß auch Konsumgüterindustrien zu entwickeln seien, um auf diese Weise die Importabhängigkeit zu vermindern. Im Jahr 1923 belief sich der Anteil der wichtigsten zwei Importgüter Textilien und Zucker am Gesamtimport auf 50%. Ende der zwanziger Jahre war diese Zahl auf 35 % zurückgegangen.

[Seite 354]

Die überwiegend aus Agrarprodukten erzielten Exporteinnahmen gingen wegen der rückläufigen Weltnachfrage nach Agrarprodukten und des Exportpreisverfalls bemerkenswert zurück. Als Folge dieser erschwerten externen Bedingungen sah sich die Regierung gezwungen, die Jahrzehnte bestehenden Handelsbilanzdefizite durch drastische Importeinschränkungen auch [sic] mit Hilfe von Devisenmarkt-Interventionen zu beseitigen.

[...]

Die türkische Staatsführung beobachtete die beachtlichen Erfolge beim Aufbau der sowjetischen Industrie mit großer Aufmerksamkeit. Anscheinend waren [sic] sie von der Planwirtschaft des Nachbarlandes beeindruckt und luden [sic] die sowjetischen Planungsexperten unter Leitung von Prof. Orlow im Jahr 1931 in die Türkei ein, um ein Gutachten über die künftige Industrialisierung des Landes vorzubereiten.

[Seite 355]

1932 wurde der Regierung ein detaillierter Planentwurf vorgelegt, der erste Fünfjahres-Industrieplan trat im Jahre 1934 in Kraft. Außerdem erhielt die Türkei von der Sowjetunion ein zinsloses Darlehen in Höhe von 10 Mio. US-$ zur Verwirklichung der im Industrialisierungsplan vorgesehenen Ziele.11


[11 Vgl. Herschlag, a.a.O., S. 104.]

Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme und insbesondere der Umfang der Übernahme des letzten Absatzes wird durch die jeweiligen "Vgl."-Fußnoten nicht kenntlich gemacht.


[57.] Db/Fragment 034 07

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 7-9
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 28, Zeilen: 3-5
Langsam gelang ansatzweise die Industrialisierung des ehemaligen Bauern- und Soldatenstaates. Aber sie war von der Weltwirtschaftkrise [sic] in der großen Depression 1929/30 sehr stark betroffen. Es gelang in dieser Phase erstmals eine ansatzweise Industrialisierung des ehemaligen Bauern- und Soldatenstaates. Dennoch war auch die Türkei von der Weltwirtschaftskrise 1929/30 stark betroffen.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[58.] Db/Fragment 034 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 34, Zeilen: 17-30
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 47, Zeilen: 14-23, 28-35
Der Staat war bestrebt, den Außenhandel und besonders die Devisenwirtschaft zu kontrollieren.

So wurde im Juni 1930 eine zentrale Emmisionsbank [sic] (Merkez Bankasi) gegründet mit dem Auftrag, Maßnahmen zur Überwachung von Währungstransaktionen zu ergreifen. Ein „Gesetz zum Schutz der türkischen Währung“ (Türk parasinin kiymetini koruma kanunu) verschaffte der Regierung alle diesbezüglichen Befugnisse. Im Jahre 1931 begann man auch mit der Quotenfestsetzung für Importe. Als Folge davon stabilisierte sich die nationale Währung und der Außenhandel begann eine positive Bilanz aufzuweisen.138

Mit der Gründung der staatlichen Gesellschaft Industrieamt und Industriekreditbank (Devlet Sanayi Ofisi ve Sanayi Kredi Bankasi) im Jahre 1932 setzte die protektionistische und zugleich staatskapitalistische Wirtschaftspolitik ihren Höhepunkt. Ministerpräsident Ismet Pasa und sein Wirtschaftsminister Mustafa Seref waren die treibenden Kräfte hinter diesem Projekt.


138 Vgl. Adanir Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 47

Der Staat war bestrebt, den Außenhandel und besonders die Devisenwirtschaft zu kontrollieren. So wurde im Juni 1930 eine zentrale Emissionsbank (Merkez Bankası) gegründet, mit dem Auftrag, Maßnahmen zur Überwachung von Währungstransaktionen zu ergreifen. Ein >Gesetz zum Schutz der türkischen Währung< (Türk parasının kıymetini koruma kanunu) verschaffte der Regierung alle diesbezüglichen Befugnisse. Im Jahre 1931 begann man auch mit der Quotenfestsetzung für Importe. Als Folge davon stabilisierte sich die nationale Währung, und der Außenhandel begann, eine positive Bilanz aufzuweisen. [...]

Im Jahre 1932 setzte eine weiterhin protektionistische, jedoch zusätzlich staatskapitalistische (etatistische) Wirtschaftspolitik ein, die in der Gründung der staatlichen Gesellschaft >Industrieamt und Industriekreditbank< (Sanayi Ofisi ve Sanayi Kredi Bankası) im Jahre 1932 einen Höhepunkt fand. Ministerpräsident İsmet Paşa und sein Wirtschaftsminister Mustafa Şeref waren die treibenden Kräfte hinter diesem Projekt, das die Tendenzen des doktrinären Flügels des Etatismus widerspiegelte.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[59.] Db/Fragment 035 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 13-30
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 48-49, Zeilen: 48:11-20.37-40 - 49:1-11
Die staatskapitalistische Industrialisierung ging mit der Reglementierung der Agrarmärkte einher. Dies geschah erstens durch die Gründung von öffentlichen Institutionen, wie des „Amtes für Agrarprodukte“ (Toprak Mahsulleri Ofisi), das direkt in das Marktgeschehen eingriff, zweitens durch die staatseigenen Industrien, wie Zuckerraffinerien und Textilkombinate, welche die Beherrschung bestimmter Bereiche des Agrarmarktes mit sich brachten, und drittens durch staatlich kontrollierte Verkaufskooperativen, welche die Preise wichtiger Exportgüter stabilisieren halfen.144

Die etatistische Wirtschaftspolitik hatte die schwierige Aufgabe, die einheimischen Produkte - Tabak, Nüsse, Trockenfrüchte, Rosinen, Baumwolle, Getreide - auf dem Weltmarkt abzusetzen. Da auch die Industrieländer mit vergleichbaren Absatzproblemen ihrer Erzeugnisse konfrontiert waren, fand der Clearingverkehr, d.h. die Aufrechnung gegenseitiger Forderungen und Zahlungen, in den 30er Jahren große Verbreitung. Das erste Clearingabkommen wurde am 27. Juli 1933 mit Frankreich abgeschlossen. Zwei Wochen später kam ein ähnliches Abkommen mit Deutschland zustande. Nach diesen Verträgen sollten 30% der türkischen Verrechnungskonten zur freien Verfügung der Türkei stehen. Der Rest war für die Importe aus den beiden Industrieländern bestimmt. Unter diesen Bedingungen entwickelte sich die Außenhandelsbilanz im Jahrzehnt von 1931 bis 1940 überwiegend positiv.145


144 Vgl. Adanir Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 48

145 Vgl. Adanir Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 49

[Seite 48]

Die staatskapitalistische Industrialisierung ging mit einer Reglementierung der Agrarmärkte einher. Dies geschah erstens durch die Gründung von öffentlichen Institutionen, wie des >Amtes für Agrarprodukte< (Toprak Mahsulleri Ofisi), das direkt in das Marktgeschehen eingriff, zweitens durch die staatseigenen Industrien, wie Zuckerraffinerien und Textilkombinate, die die Beherrschung bestimmter Bereiche des Agrarmarktes mit sich brachten, und drittens durch staatlich kontrollierte Verkaufskooperative, die die Preise wichtiger Exportgüter stabilisieren halfen. [...]

[...]

Die etatistische Außenhandelspolitik hatte die schwierige Aufgabe, die einheimischen Produkte - Tabak, Nüsse, Trockenfrüchte, Rosinen, Baumwolle, Getreide — auf dem Weltmarkt abzusetzen. Da auch die Industrieländer mit vergleichbaren Ab-

[Seite 49]

satzproblemen ihrer Erzeugnisse konfrontiert waren, fand der Clearingverkehr, d. h. die Aufrechnung gegenseitiger Forderungen und Zahlungen, in den 30er Jahren große Verbreitung. Das erste Clearingabkommen wurde am 27. Juli 1933 mit Frankreich abgeschlossen. Zwei Wochen später kam ein ähnliches Abkommen mit Deutschland zustande. Nach diesen Verträgen sollten 30% der türkischen Verrechnungskonten zur freien Verfügung der Türkei stehen. Der Rest war für die Importe aus den beiden Industrieländern bestimmt.

Unter diesen Bedingungen entwickelte sich die Außenhandelsbilanz im Jahrzehnt von 1931 bis 1940 überwiegend positiv.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben trotz weitgehender Übereinstimmung ungekennzeichnet.


[60.] Db/Fragment 036 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 3-4, 9-12
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 51, Zeilen: 9-16
3.1. Die Außen- und Sicherheitspolitik der türkischen Republik unter Kemal Atatürk

[...] Eine unabhängige Außenpolitik hatte einen großen Stellenwert für die Türkei. Eine solche Politik hing aber selbstverständlich immer von den Wechselbeziehungen zwischen der Türkei und den unmittelbaren Nachbarn einerseits und dem Verhältnis zu den Großmächten andererseits ab.

6. Die Außenpolitik der kemalistischen Republik

Vor dem Hintergrund schmachvoller Erfahrungen spätosmanischer Staatsmänner im Rahmen der >Orientalischen Frage< hatte eine unabhängige Außenpolitik einen hohen Stellenwert für die kemalistische Republik. Eine solche Politik hing aber selbstverständlich noch immer von den Wechselbeziehungen zwischen dem Verhältnis des Landes zu den unmittelbaren Nachbarn einerseits und dem Verhältnis zu den Großmächten andererseits ab.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[61.] Db/Fragment 036 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 36, Zeilen: 17-18, 19-34
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 34-35, 52, 55, Zeilen: 34:36-40 - 35:1-4; 52:10-13.19-31; 55:8-11
Das sowjetisch-türkische Verhältnis entwickelte sich in den 20er Jahren freundschaftlich. Atatürk und Lenin versuchten eine freundschaftliche Nachbarschaft zu führen.148 Am 16. März 1921 wurde in Moskau ein türkisch-sowjetischer Vertrag über „Freundschaft und Brüderlichkeit“ unterzeichnet. Im Vertrag von Kars am 13. Oktober 1921 legten beide Seiten ihre gemeinsame Grenze fest. Am 17. Dezember 1925 unterschrieb man einen Nichtangriffs- und Neutralitätspakt. Die Parteien verpflichteten sich, keinem Bündnissystem beizutreten. Dieser Vertrag wurde 1929 und 1935 (für zehn Jahre) verlängert. Auch die Aufnahme der Türkei in den Völkerbund im Jahre 1932 wurde in Zusammenarbeit mit der Sowjetunion erreicht.149 Am 20. Juli 1936 wurde das Abkommen von Montreux unterzeichnet. Mit dem Vertrag von Montreux hatte die Türkei die volle Kontrolle und Souveränität über die Meeresengen erlangt. Dieses Ereignis gehörte sicherlich zu den bedeutenden Entwicklungen am Vorabend des Zweiten Weltkrieges.150

In den 20er Jahren waren die Beziehungen zu Großbritannien wegen der Mossul (im Norden des heutigen Irak) -Frage [sic] schlecht. Die Türkei vermutete britische Komplizenschaften auch in den kurdischen Aufständen jener Zeit. Mit dem kurdischen Aufstand von Schah Said, der sich gegen die Abschaffung des Kalifats richtete, spitzte sich der anglo-türkische Konflikt über den Besitz von Mossul zu.


148 Vgl. Deringil Selim: Denge Oyunu, Ikinci Dünya Savasinda Türkiyenin Dis Politikasi, Istanbul 1994, S.71 f.

149 Vgl. Adanir Fikret: S. 52

150 Vgl. Adanir Fikret: S. 52

[Seite 34]

Die befürchtete Reaktion auf die Abschaffung des Kalifats trat im Februar 1925 in Gestalt eines kurdischen Aufstandes im Südosten des Landes in Erscheinung, der von einem muslimischen Geistlichen, einem gewissen Scheich Said, angeführt wurde. Die Ziele der Aufständischen, die offensichtlich mit An-

[Seite 35]

hängern des abgesetzten Sultans ebenso wie mit britischen Stellen in Irak — der anglo-türkische Konflikt über den Besitz von Mosul spitzte sich damals zu — in Verbindung standen, hatten einen restaurativen Charakter.

[Seite 52]

Am 16. März 1921 wurde in Moskau ein türkisch-sowjetischer Vertrag über >Freundschaft und Brüderlichkeit< unterzeichnet. Im Vertrag von Kars (13. Oktober 1921) legten beide Seiten ihre gemeinsame Grenze fest. [...]

Das sowjetisch-türkische Verhältnis entwickelte sich in den 20er Jahren betont freundschaftlich. Am 17. Dezember 1925 unterschrieb man einen Nichtangriffs- und Neutralitätspakt. Die Parteien verpflichteten sich, keinem Bündnissystem beizutreten, das eine Konfrontation zwischen ihnen nach sich ziehen könnte. Dieser Vertrag wurde 1929 und 1935 (für zehn Jahre) verlängert. Auch die Aufnahme der Türkei in den Völkerbund im Jahre 1932 wurde in Zusammenarbeit mit der Sowjetunion erreicht.

Das Verhältnis zu Großbritannien: Dagegen waren die Beziehungen Ankaras zu London in den 20er Jahren denkbar schlecht. Die Mosul-Frage bildete dabei den Hauptkonfliktpunkt. Ankara vermutete britische Komplizenschaften auch in den kurdischen Aufständen jener Zeit.

[Seite 55]

Die Remilitarisierung der Dardanellen durch die Konvention von Montreux (20. Juli 1936) gehört sicherlich zu den bedeutenden Entwicklungen am Vorabend des Zweiten Weltkrieges.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[62.] Db/Fragment 037 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 3-12
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 52-53, Zeilen: 52:31-40 - 53:1-4
Trotz vieler Vorbehalte musste die Türkei - nicht zuletzt unter dem Eindruck probritischer Beschlüsse des Völkerbundes - ihre Ansprüche auf die Provinz Mossul fallen lassen. Der Vertrag von Ankara (5. Juni 1926) klärte die Frage der Grenzziehung zwischen der Türkei und dem Irak endgültig, wobei London und Bagdad sich für 25 Jahre verpflichteten, 10 % der Einkünfte aus der Erdölförderung an die Türkei zu zahlen. Auch nach diesem Arrangement waren die Beziehungen zwischen der Türkei und Großbritannien noch lange nicht freundschaftlich. Allerdings entwickelte sich das Machtverhältnis im Ostmittelmeerraum seit dem Regierungsantritt der Faschisten in Italien sowohl für London als auch für Ankara zusehends bedrohlich. Somit lag eine Annäherung Ankaras an London oder umgekehrt in beiderseitigem Interesse.152

152 Vgl. Adanir Fikret: S. 52

[Seite 52]

Trotz vieler Vorbehalte sah sich jedoch die Türkei - nicht zuletzt unter dem Eindruck probritischer Beschlüsse des Völkerbundes - gezwungen, ihre Ansprüche auf die Provinz Mosul fallen zu lassen. Der Vertrag von Ankara (5. Juni 1926) klärte die Frage der Grenzziehung zwischen der Türkei und dem Irak endgültig, wobei London und Bagdad sich für 25 Jahre verpflichteten, 10% der Einkünfte aus der Erdölförderung an die Türkei zu zahlen. Auch nach diesem Arrangement waren die Beziehungen zwischen der Türkei und Großbritannien noch lange nicht freundschaftlich. Allerdings änderte sich das Macht-

[Seite 53]

verhältnis im Ostmittelmeerraum seit dem Regierungsantritt der Faschisten in Italien sowohl für London als auch für Ankara zusehends ungünstig, und somit lag eine Annäherung Ankaras an London oder umgekehrt in beiderseitigem Interesse.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[63.] Db/Fragment 037 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 37, Zeilen: 26-40
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 56, Zeilen: 4-8, 14-22, 24-33
Mit der Machtübernahme von Hitler 1933 änderten sich die Innen- und Außenpolitik Deutschlands. Im Rahmen des „Neuen Plans“ vom September 1934, der die wehrwirtschaftliche Mobilmachung Deutschlands zum Ziel hatte, begann eine Wirtschaftsoffensive.156 Im August 1933 wurden mit der Türkei Warenaustausch- und Kompensationsverträge unterzeichnet. In diesen Verträgen räumte Deutschland den Agrarländern (Türkei, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien) großzügige Konditionen ein. Ihre Clearingkonten bei der deutschen Zentralbank banden sie jedoch praktisch unauflöslich an den deutschen Markt. Die Abhängigkeit vom Dritten Reich wurde unter den Bedingungen der Vorbereitungsphase des Zweiten Weltkrieges dahingehend gemindert, dass auch Deutschland beträchtliches Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Türkei bekundete. Das hing ebenso mit der geostrategischen Lage dieses Landes zusammen wie mit der Tatsache, dass Anatolien über einige kriegswichtige Rohstoffe wie Chrom, Kupfer und Baumwolle verfügte. Unter diesen Bedingungen wurde die Türkei zu einem umworbenen Land, und zwar nicht allein umworben von deutscher Seite.157

156 Vgl. Adanir Fikret: S. 56

157 Vgl. Adanir Fikret: S. 56

Unter der Regierung Hitlers erhielt diese Bewertung eine starke militärische Komponente: Im Rahmen des >Neuen Plans< vom September 1934, der die wehrwirtschaftliche Mobilmachung Deutschlands zum Ziel hatte, begann eine >Wirtschaftoffensive< zunächst gegen Jugoslawien und Ungarn. [...] Im Februar 1933 wurden mit Bulgarien und im August 1933 mit der Türkei Warenaustausch- und Kompensationsverträge unterzeichnet. Ähnliche Verträge folgten im Februar 1934 mit Ungarn, Anfang Mai 1934 mit Jugoslawien, im Jahre 1935 mit Rumänien. In diesen Verträgen räumte Deutschland den Agrarländern großzügige Konditionen ein. Ihre Clearingkonten bei der deutschen Zentralbank banden sie jedoch praktisch unauflöslich an den deutschen Markt.

Wie oben ausgeführt, geriet auch die Türkei in den 30er Jahren in den Sog des deutschen Marktes. Doch die Abhängigkeit vom Dritten Reich wurde unter den Bedingungen der Vorbereitungsphase des Zweiten Weltkrieges dahingehend gemindert, daß auch Deutschland beträchtliches Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Türkei bekundete. Das hing mit der geostrategischen Lage dieses Landes ebenso zusammen wie mit der Tatsache, daß Anatolien über einige kriegswichtige Rohstoffe wie Chrom, Kupfer und Baumwolle verfügte. Unter diesen Bedingungen wurde die Türkei zu einem umworbenen Land, und zwar umworben nicht allein von deutscher Seite.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[64.] Db/Fragment 038 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 38, Zeilen: 13-46
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 53-54, Zeilen: 53:5-15.20-40 - 54:1-6.7-19
Die griechisch-türkischen Beziehungen in der Zwischenkriegzeit [sic] verliefen parallel zu den Bemühungen um die Gründung eines Balkanpaktes. Für ein Bündnissystem als Instrument der kollektiven Sicherheit auf dem Balkan kamen sechs Staaten in Frage, die ihre unterschiedlichen Interessen vorher aufeinander abstimmen mussten. Man kann diese sechs Staaten in drei Paare gruppieren: Griechenland und die Türkei im Süden, in der Mitte die zwei südslawischen Staaten Jugoslawien und Bulgarien. Rumänien und Albanien bildeten die dritte Gruppe, die gewissermaßen eine Vermittlerrolle zwischen den erstgenannten einnahm. Die Türkei unterhielt bis auf Griechenland gute Beziehungen zu allen Balkanländern. Die Initiative zur Verbesserung der Beziehungen ging vom griechischen Ministerpräsidenten Venizelos aus. In einem Schreiben an die türkische Führung unmittelbar nach seinem überwältigenden Wahlsieg im Jahre 1928 beteuerte er, der „Megali Idea“ als dem Leitsatz der griechischen Außenpolitik abgeschworen zu haben. Griechenland werde nie wieder Expansionsbestrebungen in bezug auf Konstantinopel oder Kleinasien hegen und wünsche freundschaftliche Beziehungen zur Türkei. Venizelos hatte eine „Fédération Orientale“ im Sinn, eine Art Wiederbelebung des byzantinisch-osmanischen Reiches in Form einer modernen griechisch-türkischen Föderation. Auf diese Idee ging Mustafa Kemal sofort ein, indem er vorschlug, eine Art Doppelrepublik zu gründen, mit Ankara und Athen als Hauptstädte, während Istanbul/Konstantinopel als kulturelles Zentrum des neuen Staates fungieren sollte. Als erstes Ergebnis dieser Annäherung wurde am 31.Oktober [sic] 1930 ein „Freundschafts-, Neutralitäts- und Schiedsspruchvertrag“ unterzeichnet, gemeint als Eckstein der neuen Außenpolitik beider Länder. Auch Vereinbarungen über die Begrenzung des Rüstungswettlaufs auf See und über die Erweiterung der Handelsbeziehungen wurden getroffen.159

Die Freundschaft reichte für einen anderen griechischen Staatsmann, Alexandros Papanastassiou, allein nicht. Er dachte an eine Balkankonföderation, und zwar als einen Beitrag zur künftigen europäischen Union im Sinne Aristide Briands. Auf seine Initiative hin fand im Oktober 1930 die erste Balkankonferenz in Athen statt, woran Vertreter aus allen sechs Ländern teilnahmen. Solche Konferenzen wurden nun jährlich abgehalten, so im Jahre 1931 in Istanbul, 1932 in Sinaia (Rumänien), 1933 in Thessaloniki. Angesichts dieses Erfolgs der Idee Papanastassious sahen sich die verantwortlichen Politiker in Athen und Ankara genötigt, ihre Politik in Richtung einer größeren Balkankonföderation umzuorientieren.


159 Vgl. Adanir Fikret: S. 53

[Seite 53]

Die Normalisierung der griechisch-türkischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit verlief parallel zu den Bemühungen um die Gründung eines Balkanpaktes. Für ein Bündnissystem als Instrument der kollektiven Sicherheit auf dem Balkan kamen sechs Staaten in Frage, die ihre unterschiedlichen Interessen vorher aufeinander abgestimmt haben müßten. Man kann diese sechs Staaten in drei Paaren gruppieren: Griechenland und die Türkei im Süden; in der Mitte die zwei südslawischen Staaten Jugoslawien und Bulgarien; Rumänien und Albanien bildeten die dritte Gruppe, die gewissermaßen eine Vermittlerrolle zwischen den erstgenannten einnahm. [...] Die Türkei unterhielt gute Beziehungen zu allen Balkanländern bis auf Griechenland.

Die Initiative zur Verbesserung der griechisch-türkischen Beziehungen ging vom griechischen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos aus, der in einem Schreiben an die türkische Führung unmittelbar nach seinem überwältigenden Wahlsieg im Jahre 1928 beteuerte, der Megali Idea als dem Leitsatz der griechischen Außenpolitik abgeschworen zu haben. Griechenland werde nie wieder Expansionsbestrebungen in bezug auf Konstantinopel oder Kleinasien hegen und wünsche freundschaftliche Beziehungen mit dem östlichen Nachbarn. Venizelos hatte eine Fédération orientale im Sinn, eine Art Wiederbelebung des byzantinisch-osmanischen Reiches in Form einer modernen griechisch-türkischen Föderation. Mustafa Kemal ging auf diese Idee von Venizelos sofort ein, indem er vorschlug, eine Art Doppelrepublik zu gründen, mit Ankara und Athen als Hauptstädten, während Istanbul/Konstantinopel als kulturelles Zentrum des neuen Staates fungieren sollte. Als erstes Ergebnis dieser Annäherung wurde am 30. Oktober 1930 ein >Freundschafts-, Neutralitäts- und Schiedsspruchvertrag< unterzeichnet, gemeint als Eckstein der neuen Außenpolitik beider Länder. Daneben waren Verein-

[Seite 54]

barungen über die Begrenzung des Rüstungswettlaufs auf See und über die Erweiterung der Handelsbeziehungen getroffen worden.

Für einen anderen griechischen Staatsmann, Alexandras [sic] Papanastassiou, reichte die Freundschaft mit der Türkei allein nicht. [...] Im Unterschied zu Venizelos (und Mustafa Kemal) dachte Papanastassiou an eine Balkankonföderation, und zwar als einen Beitrag zur künftigen europäischen Union im Sinne Aristide Briands. Auf seine Initiative hin fand im Oktober 1930 die erste Balkankonferenz in Athen statt, an der Vertreter aus allen sechs Balkanländern teilnahmen. Solche Konferenzen wurden von nun an jährlich abgehalten, so z.B. im Jahre 1931 in Istanbul, 1932 in Sinaia (Rumänien), 1933 in Thessaloniki. Angesichts dieses Erfolgs der Idee Papanastassious sahen sich die verantwortlichen Politiker in Athen und Ankara genötigt, das griechisch-türkische Rapprochement als den ersten Schritt in die Richtung einer größeren Balkankonföderation umzudeuten.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[65.] Db/Fragment 039 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 39, Zeilen: 4-47
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 55, 57-59, Zeilen: 55:2-4; 57:(10-12).13-40 - 58:1-25 - 59:1-12
Der Balkanpakt vom 9. Februar 1934 zwischen Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und der Türkei wurde unterzeichnet.160

Schwieriger gestaltete sich die Normalisierung der Beziehungen zu Frankreich. Nicht nur der türkische Nationalismus stand französischen Interessen entgegen. Es kam zum Streit über die Festlegung des türkisch-syrischen Grenzverlaufs. Die Tagesordnung wurde bis zum Zweiten Weltkrieg von der Frage des völkerrechtlichen Status des Sandschaks Alexandrette (heute die türkische Provinz Hatay) beherrscht. Dieses strategisch wichtige Gebiet auf dem Verbindungsweg von Kleinasien nach Syrien stand, wie Syrien selbst, seit 1918 unter französischer Besatzung. Es wurde aber von Anfang an sowohl von der türkischen als auch von der arabischen Nationalbewegung beansprucht. Während der syrische Widerstand gegen die französische Besatzungsmacht bald zusammenbrach, setzte die türkische Seite im Abkommen von Ankara (20. Oktober 1921) durch, dass Frankreich sich verpflichtete, dem Sandschak einen Sonderstatus innerhalb des Mandatsgebiets Syriens zu gewähren.161 Die ethnisch-konfessionellen Verhältnisse in der Provinz dienten als Begründung für eine solche Regelung. Obwohl statistisch die größte Volksgruppe (39,7 % Türken, 28 % Aleviten, 11 % Armenier, 10 % sunnitische Araber usw.), stellten die Türken keineswegs die absolute Mehrheit; die Zahl der arabischsprechenden Bevölkerung war höher. Anderseits hatten die Aleviten - zwar arabischsprechend - über die Jahrhunderte hinweg ein Eigenbewusstsein entwickelt, das damals noch weit davon entfernt war, sich mit dem arabischen Nationalbewusstsein zu decken.162 So konnten sowohl die Türken als auch die Araber hoffen, die Aleviten für sich zu gewinnen. Ohnehin war die französische Mandatsbehörde an der Zersplitterung der Bevölkerung interessiert. Als Großbritannien 1932 dem Irak Unabhängigkeit gewährte, begann man auch in Syrien nach einer Beendigung des Mandatsregimes zu verlangen. Die Chancen für die Türkei, das umstrittene Gebiet zu gewinnen, erschienen nun zunehmend günstiger. Nach erfolgreichem Abschluss des Balkan-Paktes (1934), einer deutlichen Verbesserung der Beziehungen zu Großbritannien im Zuge der Abessinien-Krise (1935) und schließlich der Remilitarisierung der Meeresengen (1936), hatte die Türkei eine wesentlich stärkere Position gegenüber der Mandatsmacht Frankreich in Syrien, die durch die Entwicklungen in Zentraleuropa (Remilitarisierung des Rheinlandes) geschwächt war. Als die Regierung Leon Blum im September 1936 den Beschluss fasste, Syrien in die Unabhängigkeit zu entlassen, forderte die Türkei das nationale Selbstbestimmungsrecht für Alexandrette (26. September 1936).163 Die Tatsache, dass ein bedeutender Teil der dortigen Aleviten für die Türkei optierte, beeindruckte Paris ebenso wie die türkischen Truppenkonzentrationen an der Grenze. Die Volksfrontregierung unterzeichnete am 29. Mai 1937 mit der Türkei eine Vereinbarung, die dem Sandschak Alexandrette innere Autonomie gewährte. Dies reichte jedoch Ankara noch nicht aus. Man kündigte die Freundschaftsverträge mit Syrien und Frankreich und verlangte eine Novellierung des Wahlsystems im Sandschak Alexandrette. Frankreich gab am 10. März 1938 nach, mit dem Ergebnis, dass die pro-türkischen Gruppen eine Mehrheit der Sitze im Parlament des autonomen Gebietes erringen konnten. Angesichts der sich rapide verschlechternden internationalen Lage (Anschluss Österreichs an das Dritte Reich), willigte im Juli 1938 Paris ein, den inneren Sicherheitsdienst im Sandschak gemeinsam mit den Streitkräften [der Türkei wahrzunehmen.]


160 Vgl. Adanir Fikret: S. 55

161 Vgl. Adanir Fikret: S. 58

162 Vgl. Oran Baskin (Hrsg.): S. 287

163 Vgl. Adanir Fikret: S. 59

[Seite 55]

Der Balkanpakt vom 9. Februar 1934 zwischen Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und der Türkei war somit gewissermaßen eine Erweiterung der Kleinen Entente.

[Seite 57]

Nicht zuletzt aufgrund seiner Rolle als Mandatsmacht in Syrien war Frankreich an einem guten Verhältnis mit dem Nachbarland Türkei interessiert.

Die Entwicklung der Beziehungen verlief jedoch keineswegs wie erhofft. Nicht nur stand der türkische Nationalismus im wirtschaftlichen wie im kulturellen Bereich französischen Interessen entgegen. Schon in den 20er Jahren kam es auch zum Streit über die Festlegung des türkisch-syrischen Grenzverlaufs. Die Tagesordnung wurde dabei bis zum Zweiten Weltkrieg von der Frage des völkerrechtlichen Status des Sandschaks Alexandrette (heute die türkische Provinz Hatay) beherrscht.

Dieses strategisch wichtige Gebiet auf dem Verbindungsweg von Kleinasien nach Syrien stand, wie Syrien selbst, seit 1918 unter französischer Besetzung, wurde aber von Anfang an sowohl von der türkischen als auch von der arabischen Nationalbewegung beansprucht. Während der syrische Widerstand gegen die französische Besatzungsmacht bald zusammenbrach, setzte es die türkische Seite im Abkommen von Ankara (20. Oktober 1921) durch, daß Frankreich sich verpflichtete (ohne jedoch dieser Verpflichtung nachzukommen), dem Sandschak einen Sonderstatus innerhalb des Mandatsgebiets Syrien zu gewähren. Die ethnisch-konfessionellen Verhältnisse in der Provinz (siehe Tabelle 4) dienten als Begründung für eine solche Regelung. Obwohl statistisch die größte Volksgruppe, stellten die Türken allerdings keineswegs die absolute Mehrheit dar; die Zahl der arabischsprechenden Bevölkerung war höher. Andererseits hatten die Alawiten — zwar arabischsprechend — über die Jahrhunderte hinweg ein Eigenbewußtsein entwickelt, das damals noch weit davon entfernt war, sich mit dem arabischen Nationalbewußtsein zu decken. So konnten sowohl die Araber als auch die Türken hoffen, die Alawiten für sich zu gewinnen. Die französische Man-

[Seite 58]

datsbehörde war ohnehin an der Zersplitterung der Bevölkerung Syriens in kleinere Gruppen interessiert.

Der Konflikt verschärfte sich wieder in den 30er Jahren: Als Großbritannien 1932 dem Irak Unabhängigkeit gewährte, begann man auch in Syrien nach einer Beendigung des Mandatsregimes zu verlangen. Dadurch gewann die Frage des völkerrechtlichen Status von Alexandrette erneut Brisanz, und Ankara sah die Zeit gekommen, seine Südpolitik zu reaktivieren. Die Voraussetzungen dafür erschienen zunehmend günstiger: Nach dem erfolgreichen Abschluß des Balkanpaktes (1934), einer deutlichen Verbesserung der Beziehungen zu Großbritannien im Zuge der Abessinien-Krise (1935) und schließlich der Remilitarisierung der Meerengen (1936) hatte man eine wesentlich stärkere Position gegenüber einer Mandatsmacht Frankreich in Syrien, die durch die Entwicklungen in Zentraleuropa (Remilitarisierung des Rheinlandes) geschwächt war. Als die Regierung Leon Blum im September 1936 den Beschluß faßte, Syrien in die Unabhängigkeit zu entlassen, forderte die Türkei das nationale Selbstbestimmungsrecht für Alexandrette (26. September 1936). Die Tatsache, daß ein bedeutender Teil der dortigen alawitischen Bevölkerung inzwischen für die Türkei optierte, beeindruckte dabei Paris ebenso wie die türkischen Truppenkonzentrationen an der Grenze. Die Volksfrontregierung Unterzeichnete am 29. Mai 1937 mit der Türkei eine Vereinbarung, die dem Sandschak Alexandrette innere Autonomie gewährte.

[Seite 59]

Dies reichte jedoch Ankara noch nicht aus. Dort kündigte man die Freundschaftsverträge mit Syrien und Frankreich und verlangte eine Novellierung des Wahlsystems im Sandschak Alexandrette. Frankreich gab am 10. März 1938 nach, mit dem Ergebnis, daß die protürkischen Gruppen eine Mehrheit der Sitze im Parlament des autonomen Gebietes erringen konnten. Angesichts der sich rapide verschlechternden internationalen Lage (Anschluß Österreichs an das Dritte Reich und das Münchener Abkommen 1938) sollte sich Frankreich aber zu noch größeren Konzessionen gegenüber der Türkei genötigt sehen: Im Juli 1938 willigte Paris ein, den inneren Sicherheitsdienst im Sandschak gemeinsam mit den Streitkräften der Türkei wahrzunehmen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[66.] Db/Fragment 040 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 1-29
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 59-60, Zeilen: 59:20-40 - 60:1-3.9-24
Im Frühjahr 1939 überstürzten sich die Ereignisse: Am 15. März 1939 erfolgte der deutsche Einmarsch in die Tschechoslowakei; am 28. März 1939 zog General Franco in Madrid ein, womit der spanische Bürgerkrieg mit dem Sieg der Faschisten beendet war. Am selben Tag kündigte Hitler den Nichtangriffspakt von 1934 mit Polen, worauf England und Frankreich sich genötigt sahen, Garantieerklärungen zugunsten Polens auszusprechen. Auch als Italien am 7./8. April 1939 Albanien annektierte, waren die Westmächte gezwungen, Garantieerklärungen, diesmal an Griechenland und Rumänien zu geben. Diese letzten Verpflichtungen konnten sie aber unmöglich einhalten, solange die Türkei ungebunden blieb. Vor allem England drängte deshalb auf einen beschleunigten Abschluss der Bündnisverhandlungen mit Ankara. Dagegen machte die Türkei ihre Einwilligung von der endgültigen Lösung der Alexandrette-Frage abhängig. Hitler entsandte am 28. April 1939 den ehemaligen Reichskanzler von Papen als Botschafter in die Türkei. Dieser hatte im Ersten Weltkrieg in der osmanischen Armee gedient und traf daher jetzt als „alter Kamerad“ in Ankara ein. Die Briten befürchteten, dass wieder eine deutsch-türkische Allianz wie im Ersten Weltkrieg entstehen würde. Doch es kam zu der britisch-türkischen Beistandserklärung vom 12. Mai 1939. Beide Staaten verpflichteten sich darin zur Verhütung der Hegemonie einer dritten Macht im Mittelmeerraum. Frankreich blieb von dieser Annäherung ausgeschlossen. Es musste noch der deutsch-italienische Stahlpakt vom 22. Mai hinzukommen, bevor Frankreich und die Türkei eine Einigung in der Alexandrette-Frage erzielen konnten. Mit dem Vertrag vom 23. Mai 1939 akzeptierte Frankreich den Anschluss des Sandschaks an die Türkei. Am selben Tag wurde bekannt gegeben, dass Paris sich der britisch-türkischen Beistandserklärung vom 12. Mai anschloss.164 Aus der innenpolitischen Mobilisierung im Zuge des diplomatischen Kampfes um Alexandrette ging das türkische Nationalbewusstsein gestärkt hervor. Schon die Umbenennung der neugewonnene [sic] Provinz in „Hatay“ (der Name wurde 1936 von Atatürk verliehen) war bemerkenswert, sollte doch damit an die „hethitische“ Vergangenheit der Region erinnert werden und daran, dass die Hethiter – gemäß der türkischen Geschichtsthese – zu den Stammvätern der Türken gehörten.165

164 Vgl. Adanir Fikret: S. 60

165 Vgl. Adanir Fikret: S. 60

[Seite 59]

Im Frühjahr 1939 überstürzten sich dann die Ereignisse: Am 15. März erfolgte der deutsche Einmarsch in die Tschechoslowakei; am 28. März zog General Franco in Madrid ein, womit der spanische Bürgerkrieg mit dem Sieg der Faschisten beendet war. Am selben Tag kündigte Hitler den Nichtangriffspakt von 1934 mit Polen, worauf England und Frankreich sich genötigt sahen, Garantieerklärungen zugunsten Polens auszusprechen. Auch als Italien am 7./8. April 1939 Albanien annektierte, waren die Westmächte gezwungen, Garantieerklärungen, diesmal an Griechenland und Rumänien, zu geben. Diese letzten Verpflichtungen konnten sie aber unmöglich einhalten, solange die Türkei ungebunden blieb. Deshalb drängte vor allem England auf einen beschleunigten Abschluß der Bündnisverhandlungen mit Ankara. Die Türkei dagegen machte ihre Einwilligung von der endgültigen Lösung der Alexandrette-Frage abhängig.

Am 28. April 1939 entsandte Hitler den ehemaligen Reichskanzler von Papen als Botschafter in die Türkei. Dieser hatte im Ersten Weltkrieg in der osmanischen Armee gedient und traf daher jetzt als >alter Kamerad< in Ankara ein. Die Briten mußten befürchten, daß wieder eine deutsch-türkische Allianz wie im Ersten Weltkrieg entstand. Unter diesen Bedingungen kam es zu der

[Seite 60]

britisch-türkischen Beistandserklärung vom 12. Mai 1939. Darin verpflichteten sich die beiden Staaten zur Verhütung der Hegemonie einer dritten Macht im Mittelmeerraum. [...]

Frankreich blieb von dieser türkisch-englischen Annäherung ausgeschlossen, wenn auch die diesbezüglichen Verhandlungen andauerten. Es mußte noch der deutsch-italienische >Stahlpakt< vom 22. Mai 1939 dazukommen, bevor Frankreich und die Türkei Einigung in der Alexandrette-Frage erzielen konnten: Mit dem Vertrag vom 23. Juni 1939 akzeptierte Frankreich den Anschluß des Sandschaks an die Türkei. Am selben Tag wurde bekanntgegeben, daß Paris sich der britisch-türkischen Beistandserklärung vom 12. Mai anschloß.

Aus der innenpolitischen Mobilisierung im Zuge des diplomatischen Kampfes um Alexandrette ging das türkische Nationalbewußtsein gestärkt hervor. Schon die Umbenennung der neugewonnenen Provinz in >Hatay< war bemerkenswert, sollte doch damit an die >hethitische< Vergangenheit der Region erinnert werden und daran, daß die Hethiter — gemäß der türkischen Geschichtsthese - zu den Stammvätern der Türken gehörten.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[67.] Db/Fragment 042 09

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 13-17
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 22, Zeilen: 15-19
Unter Wahrung des bereits von Atatürk verfolgten Neutralitätsprinzips wurde jede Verbindung mit dem Ausland dem Ziel untergeordnet, nicht in den Zweiten Weltkrieg involviert zu werden. Inönü betrieb eine „Balancepolitik“ zwischen den Mächten und handelte stets flexibel, den Erfordernissen entsprechend. Unter Wahrung des bereits von Atatürk verfolgten Neutralitätsprinzips wurde jegliche Verbindung mit dem Ausland dem Ziel untergeordnet, nicht in den Zweiten Weltkrieg involviert zu werden. Inönü betrieb eine „Balancepolitik“ zwischen den Mächten und handelte stets flexibel, den Erfordernissen entsprechend:
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[68.] Db/Fragment 042 18

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 18-22
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 28, Zeilen: 18-23
Der Zweite Weltkrieg forderte eine drastische Umstellung im strategischen Denken der Türkei. Die territoriale Integrität war in Gefahr. Die Türkei fühlte sich sowohl territorial als auch ideologisch bedroht. Man sicherte sich mit Nichtangriffs- und Beistandspakten ab. Die Türkei konnte bis 1945 ihre neutrale Position behalten, erklärte dennoch dem Land Deutschland 1945 den Krieg, wobei es aber zu keinerlei Kampfhandlungen kam. Der Zweite Weltkrieg forderte eine drastische Umstellung im strategischen Denken der Türkei. Eines der beiden Primärprinzipien - die territoriale Integrität - war ernsthaft in Gefahr. Zudem fühlte sich die Türkei sowohl territorial als auch ideologisch bedroht. Man sicherte sich mit Nichtangriffs- und Beistandspakten ab. Bis 1945 konnte die Türkei ihre neutrale Position behalten; am 23.2.1945 erklärte das Land Deutschland den Krieg, wobei es aber zu keinerlei Kampfhandlungen kam.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[69.] Db/Fragment 042 23

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 42, Zeilen: 23-28
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 22, Zeilen: 33-40
Dieser Schritt war für den Verlauf des Zweiten Weltkrieges ohne Bedeutung und hatte lediglich symbolischen Wert. Das Land näherte sich damit den Westmächten an, was auch in der Tatsache zum Ausdruck kam, dass die Türkei am 24. Februar 1945 (einen Tag nach der Kriegserklärung an das Deutsche Reich) die Gründungsurkunde der UNO mitunterzeichnete und im April auf der Gründungskonferenz in San Francisco Gründungsmitglied der Vereinten Nationen wurde.178

178 Vgl. Sen Faruk, et all [sic]: S. 22

Dieser Schritt war für den Verlauf des Zweiten Weltkrieges ohne Bedeutung und hatte lediglich symbolischen Wert. Das Land näherte sich damit den Westmächten an, was auch in der Tatsache zum Ausdruck kam, daß die Türkei am 24. Februar 1945 (einen Tag nach der Kriegserklärung an das Deutsche Reich) die Gründungsurkunde der UNO mitunterzeichnete und im April auf der Gründungskonferenz in San Fransisco [sic] Gründungsmitglied der Vereinten Nationen wurde.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[70.] Db/Fragment 043 21

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 21-26
Quelle: Bucher-Dinç 1996
Seite(n): 64, Zeilen: 8-12
Für die Sowjetunion war nach den Schrecken des Krieges eine adäquate Sicherheit im Schwarzen Meer und die freie Durchquerung von Bosporus und Dardanellen ein vitales Sicherheitsinteresse; die Türkei fürchtete die sowjetische Dominanz auf türkischem Territorium, sobald die UdSSR an den Meerengen militärische Stützpunkte errichten würde. 187

187 Vgl. Bucher-Dinc [sic] Gabriele: Die Türkei und die Sowjetunion 1945-1990, Beziehungen im Zeichen von Konfrontation und Kooperation, ZfTS 1/96, S.. [sic] 64

Für die Sowjetunion war nach den Schrecken des Krieges eine adäquate Sicherheit im Schwarzen Meer und die freie Durchquerung von Bosporus und Dardanellen ein vitales Sicherheitsinteresse; die Türkei fürchtete die sowjetische Dominanz auf türkischem Territorium, sobald die UdSSR an den Meerengen militärische Stützpunkte errichten würde.7

7 R. Pöschl: Vom Neutralismus zur Blockpolitik. Hintergründe der Wende in der türkischen Außenpolitik nach Kemal Atatürk, München 1985, S.256. [sic]

Anmerkungen

Trotz wortwörtlicher Übernahme wird nur mit "Vgl." auf die Quelle verwiesen.


[71.] Db/Fragment 043 29

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 43, Zeilen: 29-31
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 23, Zeilen: 8-10, 12-16
Ohne Unterstützung durch eine der Westmächte lehnte die Türkei die Forderungen der Sowjetunion ab und riskierte dabei eine Eskalation des Konfliktes. Vor dem Hintergrund des zunehmenden [Einflusses der USA in Westeuropa als „Ordnungsmacht“ bemühte sich die Türkei um die Unterstützung durch die USA.] Ohne Unterstützung durch eine der Westmächte, lehnte die Türkei die Forderungen der UdSSR ab und riskierte dabei eine Eskalation des Konfliktes. [...] Vor dem Hintergrund des zunehmenden Einflusses der USA in Westeuropa als „Ordnungsmacht“, der sich verändernden Kräfteverhältnisse in Südeuropa und der sich aufbauenden Fronten zwischen den USA und der UdSSR bemühte sich die Türkei deutlicher um die Unterstützung durch die USA.
Anmerkungen

Im zweiten Satz gekürzt aber ansonsten wortwörtlich übereinstimmend (einzige Ausnahme: UdSSR wird zu Sowjetunion).

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[72.] Db/Fragment 044 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 44, Zeilen: 14-18
Quelle: Bucher-Dinç 1996
Seite(n): 62, Zeilen: 5-10
Eine Vielzahl russisch-türkischer Kriege und als ewiger Zankapfel des 19. Jahrhunderts, [sic] das russische Streben nach Zugang zum Mittelmeer und die türkische Phobie gegenüber dem Nachbarn, all diese Faktoren waren Bestandteil der kompakten Erbmasse, die von der Türkischen Republik bei ihrer Gründung des Osmanischen Reiches übernommen worden war. 191

191 Vgl. Bucher-Dinc [sic] Gabriele: Die Türkei und die Sowjetunion 1945-1990, S. 62

Eine Vielzahl russisch-türkischer Kriege, die Meerengen als ewiger Zankapfel des 19. Jahrhunderts, das russische Streben nach Zugang zum Mittelmeer und die türkische Phobie gegenüber dem nachbarlichen Koloß - all diese Faktoren waren Bestandteil der kompakten Erbmasse, die von der Türkischen Republik bei ihrer Gründung vom Osmanischen Reich übernommen wurde.
Anmerkungen

Trotz weitgehend wörtlicher Übernahme wird nur mit "Vgl." auf die Quelle verwiesen.


[73.] Db/Fragment 050 32

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 50, Zeilen: 32-35
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 29, Zeilen: 1-4
Die Annäherung der Türkei an die westlichen Staaten hatte für die innenpolitischen Verhältnisse weitreichende Folgen. [...] Ab 1945 gelang die Etablierung eines Mehrparteiensystems und in der Folge auch die Herausbildung einer Opposition. Die Annäherung an die westlichen Staaten hatte weitreichende Folgen für die innenpolitischen Verhältnisse. [...] Ab 1945 gelang die Etablierung eines Mehrparteiensystems und in der Folge auch die Herausbildung einer Opposition.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[74.] Db/Fragment 051 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 14-18, 20-22
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 66-67, Zeilen: 66:22-25.29-33; 67:27-29
Die TBMM wählte Celal Bayar, den Gründer der Demokrat Partie zum neuen (dritten) Präsidenten der Republik. Adnan Menderes wurde beauftragt die Regierung zu bilden und Ismet Inönü übernahm die Rolle des Oppositionsführers. Beide Parteien pflegten einen geradezu militanten Antikommunismus und verhinderten gemeinsam zwischen 1946 und 1960 die Entfaltung einer politischen Linken.232

[...] Die DP verstand sich als demokratische Erneuerung der Republik, allerdings als eine Volkspartei im rechten Spektrum mit viel Verständnis für die islamischen Wurzeln der Bevölkerung.233


232 Vgl. Buhbe Matthes: Die Türkei, S. 67

233 Vgl. Buhbe Matthes: Die Türkei, S. 66

[Seite 66]

Die DP verstand sich als demokratische Erneuerung der Republik, allerdings als eine Volkspartei im rechten Spektrum mit viel Verständnis für die islamischen Wurzeln der Landbevölkerung.

[...] Präsident Inönü trat nach der Wahlniederlage vom Mai 1950 zurück und übernahm die Rolle des Oppositionsführers. Die TBMM (Große Nationalversammlung der Türkei) wählte den Gründer der Demokrat Parti und Atatürks alten Weggefährten Celâl Bayar zum dritten Präsidenten der Republik.

[Seite 67]

Beide Parteien pflegten einen geradezu militanten Antikommunismus und verhinderten gemeinsam zwischen 1946 und 1960 die Entfaltung einer politischen Linken.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[75.] Db/Fragment 052 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 52, Zeilen: 8-16
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 84, Zeilen: 19-32
In der Türkei gewann jener Prozess an Dynamik, der später als „Re-Islamisierung“ apostrophiert werden sollte. Neu war, dass es nicht allein um die Respektierung der Religiosität des Volkes ging, sondern dass die Religion sich bald zu einem wichtigen politischen Faktor im Wahlkalkül der Parteien entwickelte. Vom Gebetsruf in arabischer Sprache über Koranrezitationen im staatlichen Rundfunk bis hin zum Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach in den Schulen wurden die Wünsche der „schweigenden Mehrheit“ Anatoliens erfüllt. Der Demokratischen Partei gelang es nicht zuletzt deshalb, ihren Stimmenanteil in den Wahlen des Jahres 1954 weiter auf 56,6 % zu erhöhen.239

239 Vgl. Adanir, Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 84

In den 50er Jahren gewann auch jener Prozeß in der Türkei an Dynamik, der später als >Re-Islamisierung< apostrophiert werden sollte. Gewiß ist dieser Begriff insofern nicht zutreffend, als die Bevölkerung auch in der Zwischenkriegszeit islamisch geblieben war. Neu war allerdings, daß es nicht allein um die Respektierung der Religiosität des Volkes ging, sondern daß die Religion sich bald zu einem wichtigen politischen Faktor im Wahlkalkül der Parteien entwickelte. Vom Gebetsruf in arabischer Sprache über Koranrezitation im staatlichen Rundfunk bis hin zum Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach in den Schulen wurden die Wünsche der >schweigenden Mehrheit< Anatoliens erfüllt. Nicht zuletzt dadurch gelang es der DP, ihren Stimmenanteil in den Wahlen des Jahres 1954 nochmals auf 56,6% zu erhöhen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[76.] Db/Fragment 053 10

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 53, Zeilen: 10-13
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 84-85, Zeilen: 84:33-36 - 85:1
Es ist bemerkenswert, dass dieses Hervorkehren des islamischen Gesichts der Türkei in eine Zeit fiel, in der sich das Land außenpolitisch die Positionen des Westens zu eigen machte und dadurch eine weitere Entfremdung von der islamischen Welt im Nahen Osten in Kauf nahm.246

246 Vgl. Adanir, Fikret: S. 85

Dieses Hervorkehren des islamischen Antlitzes der Türkei fiel - und das war bemerkenswert — in eine Zeit, in der sich das Land außenpolitisch die Positionen des Westens zu eigen machte und dadurch weitere Entfremdung von der islamischen [Welt in Kauf nahm:]
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[77.] Db/Fragment 053 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 53, Zeilen: 14-21, 23-25
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 26, Zeilen: 16-26
Nach ihrer Regierungsübernahme leitete die Demokratische Partei eine neue Wirtschaftspolitik ein, die eine Abkehr von der bisherigen etatistischen Linie erkennen ließ: Die Liberalisierung des Außenhandels, die Förderung ausländischer Kapitalanlagen durch gesetzliche sowie steuerliche Erleichterungen, die finanzielle Unterstützung privater Investitionen durch den Staat und die Eindämmung staatlicher Investitionen markierten diesen Richtungswechsel. Während die Republikanische Volkspartei der Industrialisierung Vorrang eingeräumt hatte, setzte die Demokratische Partei stärker auf die landwirtschaftliche Entwicklung.247

Im Rahmen der Marschall-Politik bekam die Türkei Hilfen. Ziele dieser Hilfen für die Türkei waren, die Türkei sollte Westeuropa Nahrungsmittel und Rohstoffe liefern. Die von den USA gewährte Entwicklungshilfe wurde zur Mechanisierung der Landwirtschaft und zur infrastrukturellen Erschließung ländlicher Regionen verwendet.


247 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigem..., Länderbericht Türkei, S. 26

Nach ihrer Regierungsübernahme leitete die Demokratische Partei eine neue Wirtschaftspolitik ein, die eine Abkehr von der bisherigen etatistischen Linie erkennen ließ: Die Liberalisierung des Außenhandels, die Förderung ausländischer Kapitalanlagen durch gesetzliche sowie steuerliche Erleichterungen, die finanzielle Unterstützung privater Investitionen durch den Staat und die Eindämmung staatlicher Investitionen markierten diesen Richtungswechsel. Während die Republikanische Volkspartei der Industrialisierung Vorrang eingeräumt hatte, setzte die DP stärker auf die landwirtschaftliche Entwicklung. Die von den USA gewährte Entwicklungshilfe wurde zur Mechanisierung der Landwirtschaft und zur infrastrukturellen Erschließung ländlicher Regionen verwendet.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[78.] Db/Fragment 053 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 53, Zeilen: 26-30
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 82, Zeilen: 3-10
Die Erhöhung von Agrarkreditfonds und die Gewährung von Mindestpreisen für Agrargüter seitens der neuen Regierung ermöglichten eine rasche Mechanisierung der Landwirtschaft und die Ausweitung der Anbauflächen. So konnten in der Folge mehrerer Jahre Rekordernten erzielt werden und die Türkei hatte Hochkonjunktur während des Koreakrieges als bedeutender Getreide- und Baumwollexporteur.248

248 Vgl. Adanir, Fikret, S. 83

Vor allem die Erhöhung des Agrarkreditfonds und die Gewährung von Mindestpreisen für Agrargüter seitens der neuen Regierung ermöglichten eine rasche Mechanisierung der Landwirtschaft und — damit zusammenhängend - die Ausweitung der Anbauflächen. So konnten in der Folge mehrere Jahre hindurch Rekordernten erzielt werden (siehe Tabelle 5), und die Türkei entwickelte sich in der Hochkonjunktur während des Koreakrieges zu einem bedeutenden Getreideexporteur.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[79.] Db/Fragment 053 40

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 53, Zeilen: 40-42
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 83, Zeilen: 12-17
Die neue Regierung hatte zwar zum Großteil die Privatisierung der Staatsbetriebe vorgesehen, und eine Zeit lang schien es so, dass sie die Industrialisierung gänzlich dem Privatunternehmertum überlassen wollte. Die öffentlichen Mittel wurden primär zu [infrastrukturellen Erschließungen verwendet.] Die neue Regierung hatte zwar anfänglich die Privatisierung eines Großteils der Staatsbetriebe vorgesehen, und eine Zeitlang schien es so, als ob sie die Industrialisierung gänzlich dem Privatunternehmertum überlassen wollte. Die öffentlichen Mittel wurden primär zur infrastrukturellen Erschließung verwendet.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Hinweis auf die Quelle erfolgt am Ende des Absatzes auf der Folgeseite.


[80.] Db/Fragment 054 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 1-6
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 83, 84, Zeilen: 83:16-23.34-36; 84:1-2
[Die öffentlichen Mittel wurden primär zu] infrastrukturellen Erschließungen verwendet. Der Anteil des Privatkapitals an der industriellen Produktion stieg von 58 % im Jahre 1950 auf 65 % im Jahre 1954. Die Privatunternehmer zeigten aber weniger Neigung, die staatlichen Betriebe zu übernehmen. Diese Entwicklungen brachte die Regierung dazu, dass sie bald auf ihre Privatisierungspläne verzichtete. Auch das erwartete Auslandskapital blieb aus. So musste die Industrialisierung die Aufgabe der Regierung bleiben.251

251 Vgl. Adanir Fikret: S. 83

[Seite 83]

Die öffentlichen Mittel wurden primär zur infrastrukturellen Erschließung verwendet. Der Anteil des Privatkapitals an der industriellen Produktion stieg von 58% im Jahre 1950 auf 65% im Jahre 1954.

Unvorhergesehene Entwicklungen sollten jedoch die Regierung dazu zwingen, von ihren umfassenden Privatisierungsplänen Abstand zu nehmen. So zeigten die Privatunternehmer wenig Neigung, die staatlichen Betriebe zu übernehmen. [...]

Eine weitere Enttäuschung für die Regierung bedeutete das geringe Interesse des Auslandskapitals an Investitionen in der Türkei:

[Seite 84]

So blieb die Industrialisierung notgedrungen Aufgabe des Staates, [...]

Anmerkungen

Hier einmal löst sich Db zum Schluss hin zumindest in den Formulierungen ein wenig von der Vorlage. Dennoch bleiben Art und Umfang der (teilweise wörtlichen) Übernahme ungekennzeichnet. Fortsetzung und Abschluss der in Db/Fragment_053_40 begonnenen Übernahme.


[81.] Db/Fragment 054 07

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 7-10
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 69, 70, Zeilen: 69:22-23; 70:33-37
Die Demokratische Partei hatte kein Entwicklungsprogramm, das über den Glauben an die amerikanische Gesellschaft hinaus ging. Mit dem Ende des Korea-Booms, mit schlechterem Erntewetter und wegen der zögerlichen privaten Investoren verschärften sich die Zahlungsbilanzprobleme.252

252 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei,: S. 70

[Seite 69]

Die Demokrat Parti hatte kein Entwicklungsprogramm, das über den Glauben an die amerikanische Gesellschaft hinausging.

[Seite 70]

Mit dem Ende des Korea-Booms, mit schlechterem Erntewetter und wegen der zögerlichen privaten Investoren, die sich in zu geringer Zahl an den Aufbau einer exportfähigen Industrieproduktion wagten - auch das ausländische Industriekapital strömte nicht wie erwartet ins Land - verschärften sich die Zahlungsbilanzprobleme.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[82.] Db/Fragment 054 11

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 11-15
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 27, Zeilen: 3-5, 6-9
Im Bereich der Wirtschaft stellten sich schwerwiegende Probleme ein. Ausländisches Kapital war nicht im erwarteten Maße ins Land geflossen. Die hohen Auslandsdefizite und die Militärausgaben nach dem NATO-Beitritt belasteten den Staatshaushalt in hohem Maße. Es folgte eine Abwertung der türkischen Lira; die Inflationsrate stieg stetig an.253

253 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem...: Länderbericht Türkei, S.27

1955 stellten sich im Bereich der Wirtschaft schwerwiegende Probleme ein: Ausländisches Kapital war nicht im erwarteten Maße ins Land geflossen. [...] Die hohen Außenhandelsdefizite und die Militärausgaben nach dem NATO-Beitritt belasteten den Staatshaushalt in hohem Maße. Es erfolgte eine Abwertung der türkischen Lira; die Inflationsrate stieg stetig an.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[83.] Db/Fragment 054 16

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 16-23
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 84, Zeilen: 7-17
Aufgrund dieser Probleme beschloss die Regierung eine Revision der anfänglich die Landwirtschaft begünstigenden Entwicklungsstrategie zugunsten rascher Industrialisierung. Der Anteil der öffentlichen Investitionen am Gesamtinvestitionsvolumen stieg nun von 38 % im Jahre 1952 auf 62 % im Jahre 1959 an, was zu einer bemerkenswerten Erhöhung der Produktion in einigen Bereichen führte. Die Zementerzeugung war z. B. im Jahre 1960 um 416 % höher als im Jahre 1950. In der Zuckerproduktion betrug die Steigerungsrate 369 %, im Textilsektor 305 % und bei der Elektrizitätserzeugung 256 %.254

254 Vgl. Adanir Fikret: S. 84

Dieses verstärkte Engagement des Staates im Wirtschaftsleben, zog eine Revision der anfänglich die Landwirtschaft begünstigenden Entwicklungsstrategie zugunsten rascher Industrialisierung nach sich. So stieg der Anteil der öffentlichen Investitionen am Gesamtinvestitionsvolumen von 38% im Jahre 1952 auf 62% im Jahre 1959 an, was zu einer bemerkenswerten Erhöhung der Produktion in einigen Bereichen führte. Die Zementerzeugung, z. B., war im Jahre 1960 um 416% höher als im Jahre 1950; in der Zuckerproduktion betrug die Steigerungsrate 369%, im Textilsektor 305% und bei der Elektrizitätserzeugung 256%.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[84.] Db/Fragment 054 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 28-35
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 74, Zeilen: 18-26
Am 18. April 1960 wurde ein TBMM-Ausschuß eingerichtet, der die Oppositionsaktivitäten inquisitorisch untersuchen sollte. Er war nur mit DP-Abgeordneten besetzt und sollte drei Monate lang ermitteln. Für diese Zeit wurden in der Türkei sämtliche politische Aktivitäten außerhalb des Parlaments untersagt, und die Presse erhielt hinsichtlich aller TBMM-Sitzungen Berichtsverbot. Daraufhin protestierten Verfassungsrechtler an der Universität Ankara und wurden dafür zur Rechenschaft gezogen. Daraufhin kam es zu Studentenunruhen. Militär wurde eingesetzt und die Universität geschlossen.256

256 Vgl. Buhbe Mattehes [sic]: Türkei, S. 74

Am 18. April 1960 wurde ein TBMM-Ausschuß eingerichtet, der die Oppositionsaktivitäten inquisitorisch untersuchen sollte. Er war nur mit DP-Abgeordneten besetzt und sollte drei Monate lang ermitteln. Für diese Zeit wurden in der Türkei sämtliche politischen Aktivitäten außerhalb des Parlaments untersagt, und die Presse erhielt hinsichtlich aller TBMM-Sitzungen Berichtsverbot.

Verfassungsrechtler an der Universität Ankara protestierten und wurden dafür zur Rechenschaft gezogen. Daraufhin kam es zu Studentenunruhen. Militär wurde eingesetzt und die Universitäten geschlossen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[85.] Db/Fragment 054 37

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 54, Zeilen: 37-39
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 86, Zeilen: 25-28
Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, verbunden mit dem Prestigeverlust der Regierung, ließ eine Gruppe innerhalb des politischen Establishments in den Vordergrund rücken: die Militärs.257

257 Vgl. Adanir Fikret,: S. 86

Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, verbunden mit dem Prestigeverlust der Regierung, rückte eine Gruppe innerhalb des politischen Establishments in den Vordergrund: die Militärs.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[86.] Db/Fragment 055 104

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: 104-106
Quelle: Abadan-Unat 1997
Seite(n): 298, Zeilen: 8-12
 

260 Türkes kam in Zypern zur Welt, er erfuhr am eigenen Leib das Schicksal einer Minderheit. Dies führte ihn zur Verteidigung einer offenen pantürkischen Politik. Als Hauptziel wurde eine hierarchische Ordnung beruhend auf Nationalismus, Idealismus und Antikommunismus unterstrichen. Vgl. Nermin Abadan Unat [sic]: Ideologische Strömungen in der Türkei in den 90er Jahren, in: Südosteuropa-Mittelungen, 37. Jahrgang, 4/1997, S. 298

Türkes kam in Zypern zur Welt, er erfuhr am eigenen Leib das Schicksal einer Minderheit. Dies führte ihn zur Verteidigung einer offenen „pantürkischen" Politik. Als Hauptziel wurde eine hierarchische Ordnung, beruhend auf Nationalismus, Idealismus und Antikommunismus, unterstrichen.
Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme wird nicht kenntlich gemacht.


[87.] Db/Fragment 055 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: 20-38
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 88-89, Zeilen: 88: 6-10,18-37; 89: 1-2
Alpaslan Türkes verkündete260 im Radio Ankara, dass ein „Komitee für Nationale Einheit“ (KNE) (Milli Birlik Komitesi) im Namen der Streitkräfte die Macht im Staate übernommen habe, um einen drohenden Bürgerkrieg zu verhindern. Der Ministerpräsident Menderes wurde am 17. September 1961 zum Tode verurteilt. Die Junta war von Anfang an gespalten. Eine Gruppe um Türkes schien entschlossen, für längere Zeit an der Macht zu bleiben, um Staat und Gesellschaft nachhaltig zu reformieren. Sie erreichte nicht nur die Auflösung der Demokratischen Partei, Ende September 1960 wurden auch 147 Universitätsprofessoren entlassen. Oberst Türkes plante zudem durch die Einführung eines Ressorts unter der Bezeichnung „Ideal und Kultureinheit der Türkei“ die Funktionsbereiche des bisherigen Ministeriums für Nationale Erziehung und des Generaldirektoriums für Religionsangelegenheiten unter eigener Regie zusammenzufassen. Das Ziel war, Kultur, Religion und Wissenschaft wie in einem totalitären System gleichzuschalten.261

Aber dieser Aktionismus blieb nicht unwidersprochen. Die Generäle, die sich durch den Staatsstreich überrumpelt fühlten, schlossen sich in einem Bund - Union der Streitkräfte - zusammen. Sie beabsichtigten, den Einfluss der Junta innerhalb der Armee einzuschränken und künftighin zu verhindern, dass es wieder zu einem Obristenputsch in der Türkei kam. Die Generäle würden selber putschen, wenn es nötig sein sollte.262


260 Türkes kam in Zypern zur Welt, er erfuhr am eigenen Leib das Schicksal einer Minderheit. Dies führte ihn zur Verteidigung einer offenen pantürkischen Politik. Als Hauptziel wurde eine hierarchische Ordnung beruhend auf Nationalismus, Idealismus und Antikommunismus unterstrichen. Vgl. Nermin Abadan Unat: Ideologische Strömungen in der Türkei in den 90er Jahren, in: Südosteuropa-Mittelungen, 37. Jahrgang, 4/1997, S. 298

261 Vgl. Adanir, Fikret: S. 88

262 Vgl. Adanir Fikret: S. 89

[Seite 88]

Am Morgen des 27. Mai 1960 verkündete der später sehr bekannt gewordene Oberst Alpaslan Türkeş im Radio Ankara, daß ein >Komitee für Nationale Einheit< (KNE) im Namen der Streitkräfte die Macht im Staate übernommen habe, um einen drohenden Bürgerkrieg zu verhindern. [...]

Selbst die Junta war von Anfang an gespalten. Eine Gruppe um Türkeş schien entschlossen, für längere Zeit an der Macht zu bleiben, um Staat und Gesellschaft nachhaltig zu reformieren. Diese >Radikalen< erreichten nicht nur, daß die Demokratische Partei Ende September 1960 aufgelöst wurde. Auch die Entlassung von 147 Universitätsprofessoren aus ihren Ämtern im Oktober desselben Jahres war ihr Werk. Oberst Türkeş plante zudem, durch die Einführung eines neuen Ressorts unter der Bezeichnung >Ideal- und Kultureinheit der Türkei< die Funktionsbereiche des bisherigen Ministeriums für Nationale Erziehung und des Generaldirektoriums für Religionsangelegenheiten unter eigener Regie zusammenzufassen. Das Ziel war unverkennbar, Kultur, Religion und Wissenschaft, wie in einem totalitären System, gleichzuschalten.

Der Aktionismus des Obersten Türke? blieb jedoch nicht unwidersprochen. Die Generäle, die sich durch den Staatsstreich der unteren Ränge überrumpelt fühlten, schlossen sich in einem Bund - >Union der Streitkräfte< - zusammen. Man beabsichtigte, den Einfluß der Junta innerhalb der Armee einzuschränken und künftighin zu verhindern, daß es je wieder zu

[Seite 89]

einem Obristenputsch in der Türkei kam. Nötigenfalls würden die Generäle selber putschen!

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[88.] Db/Fragment 056 14

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 14-18
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 93, Zeilen: 24-30
Die Junta der 60er Jahre ließ eine liberale Verfassung (Anayasa) ausarbeiten, die alle formalen Freiheiten einer westlichen Demokratie zu gewähren schien. Ein Aufschwung im Pressewesen und vor allem in der politisch-kulturellen Publizistik war die positive Folgeerscheinung. Auch marxistische Literatur zu drucken war nunmehr gestattet, ebenso marxistisch orientierte politische Organisationen zu gründen.265

265 Vgl. Adanir Fikret: S. 93

In der Tat ließ die Junta eine liberale Verfassung ausarbeiten, die alle formalen Freiheiten einer westlichen Demokratie zu gewähren schien. Ein Aufschwung im Pressewesen und vor allem in der politisch-kulturellen Publizistik war die positive Folgeerscheinung. Es war nunmehr gestattet, auch marxistische Literatur zu drucken und marxistisch orientierte politische Organisationen zu gründen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[89.] Db/Fragment 056 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 26-35, 36-38, 40-42
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 90, 93, 94, Zeilen: 90:25-35; 93:31-33; 94:23-33
Im März 1962 wurde ein „Rat für Nationale Sicherheit“ (Milli Güvenlik Kurulu - MGK) geschaffen, und zwar als ein verfassungsmäßiges Organ der Republik neben und sogar über dem Kabinett.268 Unter dem Vorsitz des Präsidenten (bzw. Ministerpräsidenten) sollte dieser die Regierung in Fragen der inneren und äußeren Sicherheit beraten. Angehören würden ihm neben den jeweils zuständigen Ministern der Generalstabchef sowie die Oberkommandierenden der Teilstreitkräfte. Bald begann jedoch der Nationale Sicherheitsrat eine bestimmende Rolle in der türkischen Politik zu spielen.269

Unter diesen Bedingungen wurde die strukturelle Unterentwicklung des Landes zum beherrschenden Thema der politischen Diskussion. In der Zeitschrift „Yön“ (Richtung) wurden Fragen und Überlegungen hierzu artikuliert und diskutiert. Es entstanden Protestgruppen gegen den Vietnamkrieg und gegen die US-amerikanische Militärpräsenz auf türkischem Boden und gegen die NATO-Mitgliedschaft der Türkei. [...] Gegenüber linken Gruppen formierte sich auch ein türkistisch-national orientierter Rechtsblock, aus dem später die „Nationale Aktionspartei“ (Milliyetci Hareket Partisi) unter der Führung des Obristen Alpaslan [Türkes hervorging.]


268 Vgl. Adanir Fikret: S. 90

269 Vgl. Steinbach Udo: Türkei ..., S. 179

[Seite 90]

Gleichsam als Belohnung für die Loyalität der Streitkräfte nahm die Regierung nun hin, daß im März 1962 ein >Rat für Nationale Sicherheit< (Milli Güvenlik Kurulu) geschaffen wurde, und zwar als ein verfassungsmäßiges Organ der Republik neben und sogar über dem Kabinett. Unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten, der ja damals ohnehin ein General (Cemal Gürsel) war, sollten die Befehlshaber der Land-, See- und Luftstreitkräfte, der Chef des Generalstabes sowie einige wenige Fachminister eine >beratende< Funktion gegenüber der Regierung ausüben. Bald begann jedoch der Nationale Sicherheitsrat eine bestimmende Rolle in der türkischen Politik zu spielen.

[Seite 93]

Unter diesen Bedingungen wurde die strukturelle Unterentwicklung des Landes zum beherrschenden Thema der politischen Diskussion.

[Seite 94]

Großes Interesse für die sozialen und politischen Probleme des Landes, verbunden mit einem beträchtlichen Maß an Aktionismus, ließ im Rahmen der Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg, gegen die US-amerikanische Militärpräsenz auf türkischem Boden und gegen die NATO-Mitgliedschaft der Türkei radikale Jugendorganisationen entstehen, die ihre Aktivitäten als Beitrag zur Vorbereitung der allgemeinen Revolution begriffen.

Gegenüber diesen linken Gruppierungen formierte sich auch ein turkistisch-national orientierter Rechtsblock, aus dem später die >Nationale Aktionspartei< unter der Führung des Obristen Türkeş hervorging.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Der unmittelbar auf Fußnote 268 folgende Satz stammt aus Steinbach (1996) (vgl. Db/Fragment_056_28).


[90.] Db/Fragment 056 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 56, Zeilen: 28-33
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 179, Zeilen: 25-31
Unter dem Vorsitz des Präsidenten (bzw. Ministerpräsidenten) sollte dieser die Regierung in Fragen der inneren und äußeren Sicherheit beraten. Angehören würden ihm neben den jeweils zuständigen Ministern der Generalstabchef [sic] sowie die Oberkommandierenden der Teilstreitkräfte. Bald begann jedoch der Nationale Sicherheitsrat eine bestimmende Rolle in der türkischen Politik zu spielen.269

269 Vgl. Steinbach Udo: Türkei ..., S. 179

Unter dem Vorsitz des Präsidenten (bzw. Ministerpräsidenten) sollte er die Regierung in Fragen der inneren und äußeren Sicherheit beraten. Angehören würden ihm neben den jeweils zuständigen Ministern der Generalstabschef sowie die Oberkommandierenden der Teilstreitkräfte. Ausgestattet mit einem eigenen Sekretariat, nahm der Nationale Sicherheitsrat in den folgenden Jahrzehnten einen erheblichen Einfluß auf die türkische Politik.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

An dieser Stelle wird aus zwei Arbeiten "collagiert" (vgl. auch Db/Fragment_056_26).


[91.] Db/Fragment 057 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 8-16
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 30, Zeilen: 10-18
Das Schlagwort der türkisch-islamischen Synthese kam in den siebziger Jahren auf. Sie war der Kern einer neuen ideologischen Richtung, die islamische und nationalistische Kräfte vereinen wollten [sic]. So konnten die islamischen Kräfte in diversen politischen Bewegungen Fuß fassen. Offensichtlich war aber, dass es zu [sic] Radikalisierung innerhalb der konservativen Parteien kam. Die religiösen Gruppierungen lehnten sowohl den demokratischen Staat als auch Verwestlichungstendenzen deutlich ab. Die Regierung Demirel verlor im Zuge dieser Entwicklung die Parlamentmehrheit [sic]. Die innenpolitischen Spannungen nahmen zu und das politische und gesellschaftliche Leben waren [sic] von Gewalt geprägt.273

273 Vgl. Riemer K. Andrea [sic]: Die Türkei an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, [sic] Die Schöne oder der Kranke Mann am Bosporus, Frankfurt am Main, 1998, S.30 [sic]

In den siebziger Jahren kam das Schlagwort der türkisch-islamischen Synthese auf.36 Sie war der Kern einer neuen ideologischen Richtung, die islamische und nationalistische Kräfte vereinen wollte. Islamische Kräfte konnten in diversen politischen Bewegungen Fuss [sic] fassen. Offensichtlich war aber, dass es zu einer Radikalisierung innerhalb der Parteien durch die religiöse Durchsetzung kam. Die religiösen Gruppierungen lehnten sowohl den demokratischen Rechtsstaat als auch Verwestlichungstendenzen deutlich ab. Im Zuge dieser Entwicklung verlor die Regierung Demirel die Parlamentsmehrheit. Das politische und gesellschaftliche Leben war von Gewalt geprägt. Die innenpolitischen Spannungen nahmen sukzessive zu.

36 Vgl. Toprak, Binnaz: Religion als Staatsideologie in einem laizistischen Staat: Die Türkisch-Islamische Synthese, Zeitschrift für Türkeistudien, 2 (1989), 1, S. 55 - 62.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[92.] Db/Fragment 057 101

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 101-105
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 88, Zeilen: 17-23
----

270 1969 wurde Erbakan Vorsitzender der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern der Türkei (TOBB). Er war der Sprecher der Klein- und Mittelindustrie und der zahlreichen Familienbetriebe, die Schutz vor den umwälzenden Kräften des modernen Kapitals suchten. Er traf ihre Zustimmung, indem er Demirel als Werkzeug der großstädtischen Bourgeoisie und deren Verflechtung „mit Juden, Griechen, Armeniern und US Kapital“ verteufelte. In: Buhbe Matthes: Türkei, S. 88

1969 wurde Erbakan Vorsitzender der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern der Türkei, TOBB. Er war der Sprecher der Klein- und Mittelindustrie und der zahlreichen Familienbetriebe, die Schutz vor den umwälzenden Kräften des modernen Kapitalismus suchten. Er traf ihre Stimmung, indem er Demirel als Werkzeug der großstädtischen Bourgeoisie und deren Verflechtung "mit Juden, Griechen, Armeniern und US-Kapital" verteufelte.
Anmerkungen

Bis auf zwei Worte identisch. Trotzdem bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet.


[93.] Db/Fragment 057 16

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 16-23
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 91, 92, Zeilen: 91: 20-22, 28, 32-37 - 92: 1
Die gewaltsamen Auseinandersetzungen in den Universitäten und auf den Straßen nahmen zu. Demirel richtete sein Augenmerk auf die radikale Linke. Hinzu kam, dass ein neues Gesetz den DISK (Devrimci Isci Sendikalari Konfederasyonu – Bund Revolutionärer Arbeitergewerkschaften) daran hindern sollte, sich erfolgreich in den Betrieben zu organisieren. Es kam zu Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen. Die Istanbul-Marmara-Region, das industrielle Ballungszentrum der Türkei war am 15. und 17. Juni 1970 lahmgelegt. Unter Einsatz der Sicherheitskräfte konnte Demirel nur eine gespannte Ruhe herstellen.274

274 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 91 ff.

[Seite 91]

[...]; die gewaltsamen Auseinandersetzungen in den Universitäten und auf den Straßen nahmen jedenfalls zu. [...]

Demirel richtete sein Augenmerk auf die radikale Linke. [...] Ein neues Gesetz sollte DISK daran hindern, sich erfolgreich in den Betrieben zu organisieren. Es kam daraufhin zu teils spontanen, teils organisierten Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen. Die Istanbul-Marmara-Region, das industrielle Ballungszentrum der Türkei, war am 15. und 16. Juni praktisch lahmgelegt. Unter Einsatz der Sicherheitskräfte konnte Demirel nur eine gespannte

[Seite 92]

Ruhe herstellen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[94.] Db/Fragment 057 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 24-26, 27-34
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 95, Zeilen: 13-16, 23-34
Die Generäle forderten in einem Memorandum vom 12. März 1971 von Ministerpräsident Demirel eine starke Regierung, um Reformen im Geiste Atatürks durchzuführen. [...] Das Militär übernahm diesmal nicht direkt die Macht. Entscheidend aber für die weitere Entwicklung war die Revision der liberalen Verfassung von 1961. Die bürgerlichen Freiheiten, das Streikrecht der Arbeitnehmer, die Autonomie der Hochschulen, der Status des Verfassungsgerichts wurden entweder drastisch eingeschränkt oder völlig aufgehoben. Der nationale Sicherheitsrat verhängte im April 1971 das Kriegsrecht. Davon waren elf Provinzen betroffen. Es handelte sich um Ballungszentren im Westen und um die von Kurden besiedelten Gebiete im Südosten.275

275 Vgl. Adanir Fikret: S. 97

Die Generalität forderte in einem Memorandum vom 12. März 1971 von Ministerpräsident Demirel eine starke Regierung, um Reformen im Geiste Atatürks durchzuführen. [...]

Obwohl die Militärs diesmal die Macht nicht direkt übernommen hatten, handelte es sich doch um einen verdeckten Putsch. Von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung war die Revision der liberalen Verfassung von 1961: Die bürgerlichen Freiheiten, das Streikrecht der Arbeitnehmer, die Autonomie der Hochschulen, der Status des Verfassungsgerichts — alle demokratischen Errungenschaften der 60er Jahre — wurden entweder drastisch eingeschränkt oder völlig aufgehoben. Am 27. April 1971 verhängte der Nationale Sicherheitsrat in elf Provinzen des Landes das Kriegsrecht; betroffen waren neben den Ballungszentren des Westens vor allem die kurdischen Gebiete im Südosten.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Die Seitenzahl in der Quellenangabe ist zudem falsch.

Die durch Auslassungszeichen symbolisierten beiden Sätze finden sich in Fragment 057 26.


[95.] Db/Fragment 057 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 26-27
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 30, Zeilen: 19-21
Daraufhin trat Demirel zurück. Die Nachfolgeregierungen konnten die Lage nicht unter Kontrolle bekommen. [Am 12. März 1971 unterbreitete die Armee der Regierung eine Denkschrift, stellte ihr ein Ultimatum,] worauf Süleyman Demirel umgehend zurücktrat. Die Nachfolgeregierungen konnten die Lage nicht unter Kontrolle bekommen.
Anmerkungen

Die Quelle wird lediglich im vorigen Absatz genannt.

Dieses Fragment ergänzt Fragment 057 24.


[96.] Db/Fragment 057 38

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 57, Zeilen: 38-39
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 30, Zeilen: 27-29
Die Parlamentswahlen im Oktober 1973 fielen in eine ökonomisch und sozial äußerst schwierige Periode. Die [Ölkrise traf die Türkei schwer. [Die hohe Inflation und rasant steigende Arbeitslosigkeit machte die Lage noch schlimmer. 278]]

[278 Vgl. Riemer K. Andrea [sic]: Die Türkei an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, [sic] Die Schöne oder der Kranke Mann am Bosporus, Frankfurt am Main, 1998, S.30 [sic]]

Die Parlamentswahlen im Oktober 1973 fielen in eine ökonomisch und sozial äusserst [sic] schwierige Periode. Die Ölkrise traf die Türkei schwer. [Es kam zu einer galoppierenden Inflation, einer rasant steigenden Arbeitslosigkeit und letztenendes zu einer schweren Rezession.]
Anmerkungen

Die beiden wörtlich übernommenen Sätze werden nicht als solche kenntlich gemacht.

Da der in Klammern gesetzte letzte Satz abgewandelt wird, wird dieser nicht als Plagiat gewertet.


[97.] Db/Fragment 058 05

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 58, Zeilen: 5-7, 9-13
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 34, Zeilen: 7-9, 12-17
Da es somit keiner der Parteien gelungen war, eine Mehrheit zu bilden, erwies sich die Regierungsbildung als äußerst schwierig. [...] Trotz unterschiedlicher ideologischer Positionen herrschte zwischen den Parteien in zwei Punkten Einigkeit: Sie lehnten die Abhängigkeit der Türkei von den USA ab und forderten eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, welche die einkommensschwachen Schichten berücksichtigen und „soziale Gerechtigkeit“ schaffen sollte.282

282 Vgl. Sen Faruk/ Akkaya Cigdem/ Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 34

Da es somit keiner der Parteien gelungen war, eine Mehrheit im Parlament zu erringen, erwies sich die Regierungsbildung als äußerst schwierig. [...] Trotz unterschiedlicher ideologischer Positionen herrschte zwischen den Parteien in zwei Punkten Einigkeit: Sie lehnten die Abhängigkeit der Türkei von den USA ab und forderten eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, welche die einkommensschwachen Schichten berücksichtigen und „soziale Gerechtigkeit“ schaffen sollte.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[98.] Db/Fragment 058 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 58, Zeilen: 13-18
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 98-99, Zeilen: 98:34-37 - 99:1-2
Das Regierungsprogramm der ungleichen Partner wurde am 1. Februar 1974 verkündet. Es enthielt wirtschaftspolitisch und sozialpolitisch nicht die angekündigte Wende. Es distanzierte sich lediglich von einer Einmischung der Generäle und forderte eine Amnestie für die nach dem 12. März aus politischen Gründen Verurteilten sowie die Rücknahme einiger der einschränkenden Verfassungsänderungen.283

283 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 99

[Seite 98]

Das Regierungsprogramm der ungleichen Partner wurde am 1. Februar 1974 verkündet. Es enthielt wirtschaftspolitisch und sozialpolitisch nicht die angekündigte Wende. Es distanzierte sich lediglich von der Einmischung der Generäle und forderte eine Amnestie für die nach dem 12 März

[Seite 99]

aus politischen Gründen Verurteilten sowie die Rücknahme einiger der einschränkenden Verfassungsänderungen.

Anmerkungen

Art und Umfang der (wörtlichen) Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[99.] Db/Fragment 058 19

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 58, Zeilen: 19-39
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 97, 98, 99, Zeilen: 97:6-16.30-33.36-40 - 98:1-5.37-40 - 99:1-7
Die bald ausbrechende Krise um Zypern traf die Türkei in einem nationalistischen Hochgefühl. Die Bestrebungen der griechisch-orthodoxen Mehrheit auf der Insel, den Anschluss an das griechische Mutterland durchzusetzen, waren auch in den 50er Jahren das beherrschende Thema der türkischen Außenpolitik. 1959 war es der Regierung Menderes gelungen, eine Verständigung mit Griechenland und Großbritannien in dieser Frage zu erzielen, nämlich die Erreichung einer zypriotischen Republik unter gemeinsamer Garantie Großbritanniens, Griechenlands und der Türkei.284 Der Präsident [sic] Erzbischof Makarios verlangte Ende November 1963 von der türkischen Seite einer gründliche Revision der Verfassung ultimativ zuzustimmen. Die Ablehnung diese [sic] Forderung beantwortete die griechische Seite mit bewaffneten Angriffen auf die türkische Volksgruppe. Der Konflikt drohte in einen Krieg zwischen Griechenland und der Türkei auszuarten, als die Regierung Inönü Mitte März 1964 militärische Maßnahmen für den Fall ankündigte, dass die Übergriffe auf die türkische Volksgruppe nicht aufhörten. Erst die Entsendung einer UNO-Friedenstruppe nach Zypern und eine eindringliche Warnung seitens der USA zwangen die Türkei, von ihrer Position abzurücken.285 Auf den Umsturz der Regierung Makarios durch die griechisch-zypriotische Nationalgarde am 15. Juli 1974 reagierte die Regierung Ankaras energisch, um als Garantiemacht die verfassungsmäßige Ordnung der Inselrepublik zu sichern und den drohenden Anschluss der Insel an Griechenland zu verhindern. Ministerpräsident Ecevit forderte die andere Garantiemacht Großbritannien auf, gemeinsam mit der Türkei zu intervenieren. Da aber London passiv blieb, entschloss man sich in Ankara zu [einem Alleingang.]

284 Vgl. Adanir Fikret: Die Geschichte, S. 97

285 Vgl. Adanir Fikret: S. 98

[Seite 97]

Die bald ausbrechende Krise um Zypern traf die Türkei somit in einem nationalistischen Hochgefühl. Die Bestrebungen der griechisch-orthodoxen Mehrheit auf der Insel, den Anschluß an das griechische Mutterland durchzusetzen, hatte die Zypernfrage schon in den 50er Jahren zu einem beherrschenden Thema der türkischen Außenpolitik werden lassen. Der Regierung Menderes war es 1959 gelungen, eine Verständigung mit Griechenland und Großbritannien in dieser Frage zu erzielen (die Verträge von Zürich und London). So wurde die Errichtung einer zyprischen Republik unter gemeinsamer Garantie Großbritanniens, Griechenlands und der Türkei beschlossen. [...]

[...] Der Präsident der Inselrepublik, Erzbischof Makarios, verlangte Ende November 1963 von der türkischen Seite ultimativ, einer gründlichen Revision der Verfassung zuzustimmen: [...] Die Ablehnung dieser Forderungen beantwortete die griechische Seite mit bewaffneten Angriffen auf die türkische Volksgruppe. Der Konflikt drohte in einen Krieg zwischen Griechenland und der Türkei auszuarten, als die Regierung İnönü Mitte März 1964 militärische

[Seite 98]

Maßnahmen für den Fall ankündigte, daß die Übergriffe auf die türkische Volksgruppe auf Zypern nicht aufhörten. Erst die Entsendung einer UNO-Friedenstruppe nach Zypern und eine eindringliche Warnung von seiten der USA zwangen die Türkei von ihrer Position abzurücken.

[...]

Auf den Umsturz der Regierung Makarios durch die griechisch-zypriotische Nationalgarde am 15. Juli 1974 reagierte die Regierung in Ankara energisch, um als Garantiemacht die verfassungsmäßige Ordnung der Inselrepublik zu sichern und -

[Seite 99]

das war für Ankara wichtiger — einen drohenden Anschluß der Insel an Griechenland zu verhindern. Ministerpräsident Ecevit forderte die andere Garantiemacht Großbritannien auf, gemeinsam mit der Türkei zu intervenieren. (Die dritte Garantiemacht Griechenland wurde als Urheber des Staatsstreichs angesehen.) Da aber London passiv blieb, entschloß man sich in Ankara zu einem Alleingang.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[100.] Db/Fragment 059 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 1-6
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 99, Zeilen: 6-8, 20-24, 27-30
[Da aber London passiv blieb, entschloss man sich in Ankara zu] einem Alleingang. Am 20. Juli begann die türkische Militärintervention auf Zypern. Ecevit wurde von der Boulevardpresse als „Held von Zypern“ gefeiert.286

Auf dem Höhepunkt seines Ruhmes scheiterte Ecevit dennoch bei den Wahlen Mitte September 1974. Das Ergebnis war eine schwache Interimsregierung unter Sadi Irmak, bis Süleyman Demirel die Parteien des rechten Spektrums Ende März 1975 in einer Koalition der „Nationalistischen Front“ (Milliyet Cephesi) einte.287


286 Vgl. Adanir Fikret: Die Geschichte, S. 99

287 Vgl. Adanir Fikret: Die Geschichte, S. 99

Da aber London passiv blieb, entschloß man sich in Ankara zu einem Alleingang. Am 20. Juli 1974 begann die türkische Militärintervention auf Zypern.

[...]

Ministerpräsident Ecevit unternahm nun, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes - von der Boulevardpresse wurde er als >Held von Zypern< gefeiert den Versuch, vorzeitige Wahlen durchzusetzen. Mit dieser Absicht trat er Mitte September 1974 überraschend zurück und scheiterte.[...] Das Ergebnis war eine schwache Interimsregierung unter Sadi Irmak, bis Süleyman Demirel die Parteien des rechten Spektrums Ende März 1975 in einer Koalition der >Nationalistischen Front< (Milliyetçi Cephe) einte.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[101.] Db/Fragment 059 106

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 106-107
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 110, Zeilen: 3-6
----

290 In den ersten sechs Wochen nach dem Putsch wurden 11500 Personen verhaftet; am Jahresende war die Zahl auf 30.000 gestiegen, und nach einem Jahr waren 112.600 Verhaftungen gemacht worden. In: Buhbe Matthes: S. 110

"In den ersten sechs Wochen nach dem Putsch wurden 11.500 Personen verhaftet; am Jahresende war die Zahl auf 30.000 gestiegen, und nach einem Jahr waren 112.600 Verhaftungen gemacht worden." (übersetzt aus Zürcher, 1993, S. 294)
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme sind trotz identischen Wortlauts nicht gekennzeichnet.


[102.] Db/Fragment 059 12

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 12-15
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 31, Zeilen: 7-8, 11-13
Es kam zur Ausrufung des Kriegsrechts in 13 türkischen Provinzen (vor allem im Südosten). Am 12. September 1980 folgte der Zweite Militärputsch. Alle Parteien wurden aufgelöst. Unter Führung des „Nationalen Sicherheitsrats“ arbeitete Kenan Evren eine neue Verfassung aus289.

289 Vgl. Riemer K. Andrea [sic]: Die Türkei an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, Die Schöne oder der Kranke Mann am Bosporus, Frankfurt am Main, 1998, S.31 [sic]

Es kam zur Ausrufung des Kriegsrechts in 13 türkischen Provinzen (vor allem im Südosten). [...]

Am 12. September 1980 folgte der Zweite Militärputsch. Alle Parteien wurden aufgelöst. Der ,Nationale Sicherheitsrat’ arbeitete unter der Führung des späteren Staatspräsidenten General Kenan Evren eine neue Verfassung aus.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Der letzte Satz wird sinnwidrig übernommen.


[103.] Db/Fragment 059 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 17-25
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 106, Zeilen: 16-20, 22-24, 26-31
Die von der Militärjunta am 21. September 1980 eingesetzte Regierung unter Admiral Bülent Ulusu war um eine Entpolitisierung des öffentlichen Lebens bemüht. Alle Parteien, Vereine, Studentenorganisationen, oppositionelle Gewerkschaften u.ä. wurden verboten.290 Die Verhaftung von Zehntausenden von Personen wurde praktisch ohne öffentlichen Protest hingenommen. Die staatlichen Schulen wie die öffentlichen Medien hatten die Aufgabe, vor allem der Jugend beizubringen, die türkische Nation wieder als eine Geschichts-, Kultur- und Schicksalsgemeinschaft zu betrachten und zu verteidigen. Die höchste Priorität hatte die nationale Integrität.291

290 In den ersten sechs Wochen nach dem Putsch wurden 11500 Personen verhaftet; am Jahresende war die Zahl auf 30. 000 gestiegen, und nach einem Jahr waren 112.600 Verhaftungen gemacht worden. In: Buhbe Matthes: S. 110

291 Vgl. Adanir Fikret: Die Geschichte, S. 106

Die von der Militärjunta am 21. September 1980 eingesetzte Regierung unter Admiral Bülent Ulusu war einerseits um eine Entpolitisierung des öffentlichen Lebens bemüht. Alle Parteien, Vereine, Studentenorganisationen, oppositionelle Gewerkschaften u.ä. wurden verboten. [...] Die Verhaftung von Zehntausenden von Personen wurde praktisch ohne öffentlichen Protest hingenommen. [...] Die staatlichen Schulen wie die öffentlichen Medien hatten die Aufgabe, vor allem der Jugend beizubringen, die türkische Nation wieder als eine Geschichts-, Kultur- und Schicksalsgemeinschaft zu betrachten und zu verteidigen. Die nationale Integrität hatte in diesem Rahmen die höchste Priorität.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[104.] Db/Fragment 059 25

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 25-28
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 111, Zeilen: 23-26
Die Universitäten kamen unter zentralisierte Staatsaufsicht: 1982 wurde der Yüksek Ögretim Kurulu (YÖK) (Rat für höhere Bildung) eingerichtet. Er war mit der Einsetzung aller Rektoren und Dekane beauftragt.292

292 Vgl. Buhbe Mathes [sic]: S. 111

Die Universitäten kamen unter zentralisierte Staatsaufsicht: 1982 wurde der Yüksek Öğretim Kurulu YÖK (Rat für höhere Bildung) eingerichtet. Er war mit der Einsetzung aller Rektoren und Dekane beauftragt - Rektoren nur nach Unterschrift des MGK-Vorsitzenden Kenan Evren.
Anmerkungen

Art und Umfang der (wörtlichen) Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[105.] Db/Fragment 059 29

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 59, Zeilen: 29-37
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 31, Zeilen: 18-26
Die ersten Parlamentswahlen nach dem Putsch fanden am 6. November 1983 statt. Allerdings durften nur Parteien teilnehmen, die vom Nationalen Sicherheitsrat für loyal befunden wurden. Die Mutterlandpartei (ANAP= Anavatan Partisi) von Turgut Özal293 war Wahlsieger. Die ANAP war eine Sammelbewegung für National-Liberale, Religiöse, Faschisten und Sozialdemokraten. In diesen Wahlen erreichte die Mutterlandspartei 45% der abgegebenen Stimmen und 212 der 400 Parlamentssitze. Das türkische Wahlrecht war so gestaltet, dass Koalitionen nahezu „unnötig“ waren und praktisch nur größere Parteien die Chance hatten, ins Parlament zu kommen. Für Kleinparteien wurde eine Hürde von 10 % der Stimmen vorgegeben.294

293 Turgut Özal wurde 1927 in Malatya geboren, war Premierminister unter General Kenan Evren 1983-1989, gründete die ANAP und wurde 1989 zum Staatspräsidenten gewählt [sic]

294 Vgl. Riemer K. Andrea [sic]: Die Türkei an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, Die Schöne oder der Kranke Mann am Bosporus, Frankfurt am Main, 1998, S.31 [sic]

1983 folgten die ersten Parlamentswahlen nach dem Putsch. Es durften allerdings nur Parteien teilnehmen, die vom Nationalen Sicherheitsrat für loyal befunden wurden. Wahlsieger war die Mutterlandspartei (ANAP = Anavatan Partisi) von Turgut Özal. Die ANAP war eine Sammelbewegung für National-Liberale, Religiöse, Faschisten und Sozialdemokraten. Die Mutterlandspartei erreichte in den Wahlen vom 6. November 1983 45 % der abgegebenen Stimmen und 212 der 400 Parlamentssitze. Das türkische Wahlrecht war so gestaltet, dass Koalitionen nahezu ,unnötig' waren und praktisch nur grössere [sic] Parteien die Chance hatten, ins Parlament zu kommen. Für Kleinparteien wurde eine Hürde von 5 % der Stimmen vorgegeben.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Die Höhe der Prozenthürde unterscheidet sich von der Quelle.


[106.] Db/Fragment 060 19

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 19-24
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 42, Zeilen: 9-16
Obwohl er als Staatspräsident eher repräsentative als politische Funktionen innehatte, nahm Özal weiterhin Einfluss auf seine Partei und griff damit in das politische Geschehen ein. Der Grund dafür war, dass der neue Ministerpräsident, der Jurist Yildirim Akbulut, nicht das notwendige Durchsetzungsvermögen zur Gestaltung der ANAP-Politik und im Vergleich zu den Vorsitzenden der Oppositionsparteien kaum über Ausstrahlungskraft verfügte. Obwohl er als Staatspräsident eher repräsentative als politische Funktionen innehatte, nahm Özal weiterhin Einfluß auf seine Partei und griff damit in das politische Geschehen ein. Entscheidend dafür war auch die Tatsache, daß der neue Ministerpräsident, Yıldırım Akbulut, nicht über das notwendige Durchsetzungsvermögen zur Gestaltung der ANAP-Politik und im Vergleich zu den Vorsitzenden der Oppositionsparteien kaum über Ausstrahlungskraft verfügte.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[107.] Db/Fragment 060 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 28-42
Quelle: Yilmaz 1993
Seite(n): 357, Zeilen: 13-15, 34-46
Ende des Zweiten Weltkrieges war der tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Umwandlungsprozess in der Türkei schon im Gange. Die bis 1950 verfolgte etatistische Wirtschaftspolitik [wurde durch die Demokratische Partei beendet.]

Die wirtschaftsliberalen Grundlinien der neuen Regierung Menderes können wie folgt zusammengefasst werden:

- Die staatlichen Wirtschaftsunternehmen sollten weitgehend privatisiert werden, was jedoch wegen des mangelnden Interesses der Privatwirtschaft in den fünfziger Jahren nicht verwirklicht werden konnte.

- Die industrielle Entwicklung des Landes sollte weitgehend von der Privatwirtschaft getragen werden.

- Die industrielle Entwicklung des Landes sei nur auf der Basis substantieller Fortschritte im Agrarsektor zu erreichen. Die Landwirtschaft sollte also langfristig Priorität genießen.

- Der durch Industrialisierungsbemühungen entstandener [sic] Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte mit Hilfe des neuen „Gesetzes zur [Förderung des ausländischen Kapitals“ und durch Kapitalimport befriedigt werden.]

Ende des Zweiten Weltkrieges war der tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Umwandlungsprozeß in der Türkei schon im Gange. Die bis 1950 verfolgte etatistische Entwicklungspolitik [wurde ernsthaft in Frage gestellt und vor allem von allen Seiten der Gesellschaft heftig kritisiert.] [...]

[...]

Die Grundlinien der von der Regierung von Menderes deklarierten Ziele der neuen liberalen Politik können wie folgt zusammengefaßt werden:

– die staatlichen Wirtschaftsunternehmen sollten weitgehend privatisiert werden, was aber wegen des mangelnden Interesses der Privatwirtschaft in den fünfziger Jahren nicht verwirklicht werden konnte;

– die industrielle Entwicklung des Landes sollte weitgehend von der Privatwirtschaft getragen werden;

– die industrielle Entwicklung des Landes sei nur auf der Basis substantieller Fortschritte im Agrarsektor zu erreichen. Die Landwirtschaft sollte also langfristig Priorität genießen;

– der durch die Industrialisierungsbemühungen entstandene Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte mit Hilfe des neuen „Gesetzes zur Förderung des ausländischen Kapitals“ durch Kapitalimporte befriedigt werden;

Anmerkungen

Am Ende der Aufzählung mit Spiegelstrichen auf der folgenden Seite verweist die Verf. zum Vergleich auf S. 357 f. der Quelle. Art und Umfang der Übernahme werden hierdurch jedoch nicht kenntlich gemacht.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[108.] Db/Fragment 061 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 61, Zeilen: 1-12, 16-23, 28-43
Quelle: Yilmaz 1993
Seite(n): 357, 358, 359, Zeilen: 357:44-46; 358:1-2, 5-13, 15-18, 26-29, 39-44; 359:13-19, 28-30, 32-33, 35-37
[- Der durch Industrialisierungsbemühungen entstandener [sic] Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte mit Hilfe des neuen „Gesetzes zur] Förderung des ausländischen Kapitals“ und durch Kapitalimport befriedigt werden.

- Bei der Liberalisierung des Außenhandels sollten notwendige Fortschritte erzielt werden. 299

Die wirtschaftliche Entwicklung unter Menderes war durch eine rapide Expansion in der realen landwirtschaftlichen Produktion und einer [sic] enormen [sic] Steigerung der staatlichen Infrastrukturinvestitionen gekennzeichnet. Dies resultierte in erster Linie aus der Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und der Anwendung von modernen Techniken sowie der künstlichen Bewässerung des anbaufähigen Bodens. Ebenso führten Kreditvergünstigungen zu [sic] Erhöhung der Produktion in der Landwirtschaft. So wuchs Anfang der fünfziger Jahre die landwirtschaftliche Produktion mit einer realen Rate von 12 %. 300 [...]

Der Außenhandel wurde teilweise liberalisiert. Hierzu wurde das Exportgeschäft stark gefördert und Sortiment und Umfang der importierten Güter wurden erweitert. Die Folge war eine bemerkenswerte Zunahme sowohl beim Export als auch bei den Importen.

Im Industriebereich stieg der Anteil des privaten Sektors an der gesamten Wertschöpfung um 42 % in 1950 und um 50% in 1954 und erreichte bis Ende 1958 eine Höhe von 55 %. Besonders in der Textilbranche war ein wachsender Wertschöpfungsanteil zu verzeichnen.302

[...]

Für das Ende der fünfziger Jahre kann man die Hauptmerkmale der Wirtschaft wie folgt zusammenfassen: hohe Inflationsrate, Zahlungsbilanzschwierigkeiten und Engpässe in der Produktion, überbewerteter Wechselkurs des türkischen Pfundes, der den Export hemmte und gleichzeitig die Importe förderte. Mit dem beschleunigten Devisenschwund und der steigenden Tendenz der Auslandverschuldung [sic] drohte bereits wieder eine erhöhte einseitige Abhängigkeit vom Ausland. Im Jahr 1958 stand die Türkei vor dem Staatsbankrott. Der tatsächliche Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt lag fünfmal höher als der offizielle Wechselkurs. Das Zahlungsbilanzdefizit erreichte seinen Höhepunkt. Die Auslandschulden [sic] beliefen sich auf mehr als eine Milliarde US $, [sic] dreimal soviel wie die Exporteinnahmen der Türkei. Jährlich sollten auch 80 Milliarden US $ [sic] an die Kreditgeber zurückgezahlt werden. Daraufhin wurde im August 1958 der IWF eingeschaltet. Die Erfüllung von IWF-Auflagen führte zu innerpolitischen [sic] Turbulenzen. Schließlich übernahm das Militär als Folge der Staats- und Wirtschaftskrise im Mai 1960 die Macht. Die ohne langfristige Zielsetzung betriebene Wirtschaftspolitik der demokratischen Partei führte die Türkei in ein wirtschaftliches Chaos. Deshalb wurde nach der Machtübernahme des Militärs von 1960 zunächst eine [„staatliche Planungsorganisation [(Devlet Planlama Teskilati, DPT)]“ ins Leben gerufen und die Phase des „Wirtschaftlichen Plansystems“ eingeleitet.]


299 Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei bis 1980, in: Südosteuro [sic] Mitteilungen Nr. 4 1993, S. 357 f.

300 Vgl. ebenda, S. 357 f.

302 Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche..., S. 357

[Seite 357]

– der durch die Industrialisierungsbemühungen entstandene Bedarf an Sachkapital und technologischem Know-how sollte mit Hilfe des neuen „Gesetzes zur Förderung des ausländischen Kapitals“ durch Kapitalimporte befriedigt werden;

[Seite 358]

– bei der Liberalisierung des Außenhandels sollten notwendige Fortschritte erzielt werden.

[...]

Die Zeit zwischen 1950 und 1954 unter Ministerpräsident Menderes war durch eine rapide Expansion in der realen landwirtschaftlichen Produktion und eine enorme Steigerung der staatlichen Infrastrukturinvestitionen gekennzeichnet. Die rapide Zunahme der Agrarproduktion resultierte in erster Linie aus der Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und Anwendung von modernen Techniken sowie Bewässerung des anbaufähigen Bodens. Die Produktionssteigerung in der Landwirtschaft wurde auch wiederum von Kreditvergünstigungen [und die von der Regierung bewußt betriebene und begünstigte Mindestpreispolitik] stark induziert. So wuchs am Anfang der fünfziger Jahre die landwirtschaftliche Produktion mit einer realen Rate von 12%. [...]

In dieser Phase wurde der Außenhandel teilweise liberalisiert. Hierzu wurde das Exportgeschäft stark gefördert und Sortiment und Umfang der importierten Güter erweitert. Die Folge war eine bemerkenswerte Zunahme sowohl in den Exporten als auch bei den Importen. [...]

[...]

Im Industriebereich stieg der Anteil des privaten Sektors an der gesamten Wertschöpfung während dieser ersten Phase von 42% in 1950 und 50% in 1954 und erreichte bis Ende 1958 eine Höhe von 55 %. Insbesondere in der Textilbranche war ein „überhöhter“ Wertschöpfungsanteil zu verzeichnen.18

[...]

Die Hauptmerkmale dieser zweiten Phase kann man wie folgt zusammenfassen: hohe Inflationsrate, Zahlungsbilanzschwierigkeiten und Engpässe in der Produktion, überbewerteter Wechselkurs des türkischen Pfundes, der den Export hemmte und gleichzeitig Importe förderte. Mit dem beschleunigten Devisenschwund und der steigenden Tendenz der Auslandsverschuldung drohte bereits wieder eine erhöhte einseitige Abhängigkeit vom Ausland[, aus der sich das Land seit der Gründung der Republik durch den Aufbau einer eigenen Industrie hatte lösen wollen].


[18 Singer Moris, The Economic Advance of Turkey, 1938–1960, Ankara, 1977, S.300ff.]

[Seite 359]

Im Jahr 1958 stand die Türkei vor dem Staatsbankrott. Der tatsächliche Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt lag fünfmal höher als der offizielle Wechselkurs. Das Zahlungsbilanzdefizit erreichte seinen Höhepunkt. Die Auslandsschulden beliefen sich auf mehr als eine Milliarde US-$, d.h. dreimal so viel wie die Exporteinnahmen der Türkei. Zusätzlich sollten jährlich um etwa 80 Mill. US-$ an die Kreditgeber zurückgezahlt werden.18

Im August 1958 wurde der IWF eingeschaltet. [...]

[...] So führte die Erfüllung von IWF-Auflagen zu innerpolitischen [sic] Turbulenzen. Schließlich übernahm das Militär als Folge der Staats- und Wirtschaftskrise im Mai 1960 die Macht.

[...]

Die in den fünfziger Jahren ohne langfristige Zielsetzung betriebene Wirtschaftspolitik der demokratischen Partei führte zu einem wirtschaftlichen Chaos. [Als erste Reaktion auf diese planlose und auf rein quantitatives Wachstum ausgerichtete wirtschaftliche Entwicklung] wurde nach der Machtübernahme des Militärs von 1960 zunächst eine „staatliche Planungsorganisation“ ins Leben gerufen und die Phase des „Wirtschaftlichen Plansystems“ eingeleitet.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Die Verf. verweist dreimal auf dieser Seite und für den unteren Absatz an dessen Ende auf der folgenden Seite zum Vergleich auf S. 357 der Quelle. Selbst wenn man ihr bei der Seitenangabe einen Flüchtigkeitsfehler zugute halten wollte, werden Art und Umfang der Übernahme so nicht kenntlich gemacht. Auch das im Deutschen nicht verwendete Wort "innerpolitischen" übernimmt sie. Fn. 18 ist auf S. 359 der Quelle nicht vorhanden, sondern nur auf S. 358.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[109.] Db/Fragment 062 10

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 10-19, 21-23, 103-104
Quelle: Adanir 1995
Seite(n): 92, Zeilen: 92:12-27.38-40 - 93:1-4
In den 60er Jahren war die Industrialisierung wieder das oberste Ziel. Diese wurde durch eine importsubstituierende Entwicklungsstrategie versucht. Die Einfuhr von Industrieerzeugnissen sollte eingeschränkt werden, damit ein staatlich gestützter Binnenmarkt für die einheimischen Unternehmen entstand. Die Folge war eine beachtliche Industrialisierung, so dass bald Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernsehgeräte, Automobile, Traktoren aus heimischer Produktion auf den Binnenmarkt kamen. Die Produktion basierte letztlich auf fremder Technologie, auf importierten Rohstoffen und Vorprodukten. Der türkische Export bestand weiterhin aus traditionellen Agrargütern, deren Preise stagnierten. Das Zahlungsbilanzdefizit des Landes wuchs beständig.305

[1963 konnte ein Vertrag mit der EG unterzeichnet werden, der einen späteren Beitritt der Türkei zur Gemeinschaft vorsah.] Mit dem Abkommen von Ankara 1963 begann ein Export von Arbeitskräften vor allem nach Deutschland, aber auch nach den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Skandinavien.306


305 Vgl. Adanir, Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 92

306 Die Zahl der Ausgewanderten erreichte bis zu Beginn der 90er Jahre drei Millionen, davon etwa 1,8 Mio. in Deutschland.. [sic] Vgl. Adanir, Fikret: Geschichte der Republik Türkei, S. 92

[Seite 92]

Wiederum war die umfassende Industrialisierung das oberste Ziel. Auf dem Weg dorthin erschien in den 60er Jahren eine importsubstituierende Entwicklungsstrategie als Gebot der Stunde. Die Einfuhr von Industrieerzeugnissen sollte eingeschränkt werden, damit ein geschützter Binnenmarkt für die einheimischen Unternehmer entstand, die nun praktisch Monopolprofite erzielen durften. Die Folge war in der Tat eine beachtliche Industrialisierung, so daß bald Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernsehgeräte, Automobile, Traktoren und v.a.m. aus heimischer Produktion auf den Binnenmarkt kamen. Freilich basierte diese Produktion letztlich auf fremder Technologie, auf importierten Rohstoffen und Vorprodukten, d. h., die Einsparungen an harter Währung waren gering. Da der türkische Export weiterhin aus traditionellen Agrargütern bestand, deren Preise stagnierten, wuchs das Zahlungsbilanzdefizit des Landes beständig.

[...] Mit dem Abkommen von Ankara 1963 begann ein mehr oder weniger geregelter Export von Arbeitskräften vor allem nach

[Seite 93]

Deutschland, aber auch nach den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Skandinavien. Die Zahl der Ausgewanderten erreichte bis zu Beginn der 90er Jahre drei Millionen, davon etwa 1,8 Millionen in Deutschland.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Der in Klammern gesetzte Satz findet sich sehr ähnlich in der Quelle Riemer 1998, S. 30.


[110.] Db/Fragment 062 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 62, Zeilen: 1-9, 24-43
Quelle: Yilmaz 1993
Seite(n): 359, 360, Zeilen: 359:35-46; 360:1-17
[Deshalb wurde nach der Machtübernahme des Militärs von 1960 zunächst eine] „staatliche Planungsorganisation [(Devlet Planlama Teskilati, DPT)]“ ins Leben gerufen und die Phase des „Wirtschaftlichen Plansystems“ eingeleitet. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklungsplanung und das System der sogenannten „mixed economy“ im Rahmen der demokratischen Grundordnung sollte praktiziert werden. Der Akzent für die Zukunft sollte auf mehr Planung zwischen dem Staats- und Privatsektor sowie den Regionen gesetzt werden. Zusätzlich war die Regierung dazu verpflichtet, die künftige Entwicklung des Landes unter dem Aspekt eines Gesamtplanes zu koordinieren. Die Pläne hatten für den Staatssektor imperativen Charakter und sollten dem privaten Bereich der Wirtschaft Orientierungshilfen bieten. 304

[...]

Der erste Fünfjahresplan (1963-1967) und der zweite Fünfjahresplan (1968-1972) wurden im Rahmen einer „15-Jahre-Perspektivplanung“ durchgeführt. Die Grundziele des ersten und zweiten Fünfjahresplanes können wie folgt beschrieben werden:

1. Verwirklichung einer jährlich 7 %gen [sic] Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP)

2. strukturelle Umwandlung der Wirtschaft zugunsten der Industrie bzw. der verarbeitenden Industrie

3. Im ersten Plan sollte ein ausgeglichenes Wachstum von Landwirtschaft und Industrie angestrebt und damit die Industrialisierung auf der Basis eines gesunden Agrarsektors erreicht werden. Im zweiten Fünfjahresplan (1968-1972) wurde die vitale Bedeutung des strukturellen Wandels der Türkei vom Agrar- zum Industrieland betont und die Notwendigkeit einer wachsenden Industrie erneuet [sic] unterstrichen.

4. Die in den Plänen vorgesehenen Investitionen sollten in erster Linie durch die Mobilisierung der inländischen Ressourcen ermöglicht werden.

5. Im Außenhandel sollten die sich eröffnenden Möglichkeiten der Spezialisierung im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung genutzt werden, um das Defizit der türkischen Zahlungsbilanz dauerhaft abzubauen. 307

Der Industrialisierungsprozess sollte nach den Planungsexperten durch die Strategie der Importsubstitution vorangebracht werden.


304 Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche Entwicklung, S. 357

307 Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche, [sic] S. 357

[Seite 359]

[Als erste Reaktion auf diese planlose und auf rein quantitatives Wachstum ausgerichtete wirtschaftliche Entwicklung] wurde nach der Machtübernahme des Militärs von 1960 zunächst eine „staatliche Planungsorganisation“ ins Leben gerufen und die Phase des „Wirtschaftlichen Plansystems“ eingeleitet. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklungsplanung und das System der sogenannten „mixed economy“ im Rahmen der demokratischen Grundordnung sollte praktiziert werden. Für die Zukunft sollte der Akzent auf mehr Planung zwischen dem Staats- und Privatsektor und wirtschaftlichen Sektor [sic] sowie den Regionen gesetzt werden. Zusätzlich war die Regierung dazu verpflichtet, die künftige Entwicklung des Landes unter dem Aspekt eines Gesamtplanes zu koordinieren. Die Pläne hatten für den Staatssektor imperativen Charakter und sollten dem privaten Bereich der Wirtschaft Orientierungshilfen bieten.

Der Erste Fünfjahresplan (1963-1967) und der Zweite Fünfjahresplan (1968-1972) wurden im Rahmen einer „15-Jahre-Perspektivplanung“ durchgeführt.

[Seite 360]

Die Grundziele des Ersten und Zweiten Fünfjahresplanes können wie folgt beschrieben werden:19

1) Verwirklichung einer jährlichen [sic] 7%igen Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes;

2) strukturelle Umwandlung der Wirtschaft zugunsten der Industrie bzw. der verarbeitenden Industrie.

3) Im Ersten Plan sollte ein ausgeglichenes Wachstum von Landwirtschaft und Industrie angestrebt und damit die Industrialisierung auf einer gesunden Basis des Agrarsektors erreicht werden. Im Zweiten Fünfjahresplan (1968-1972) wurde die vitale Bedeutung des strukturellen Wandels der Türkei vom Agrar- und Industrieland betont und die Notwendigkeit einer wachsenden Industrie erneut unterstrichen.

4) Die in den Plänen vorgesehenen Investitionen sollten in erster Linie durch die Mobilisierung der inländischen Ressourcen ermöglicht werden.

5) Im Außenhandel sollten die sich eröffnenden Möglichkeiten der Spezialisierung im Rahmen der internationalen Arbeitsteilung genutzt werden, um das Defizit der türkischen Zahlungsbilanz dauerhaft abzubauen.

Die Planungsexperten vertraten die Auffassung, daß der Industrialisierungsprozeß weiterhin durch die Strategie der Importsubstitution vorangebracht werden sollte.


[19 Second Five Year Plan (1968-72), DPT Ankara, 1968. Vgl. Hale, a. a. O., S. 106.]

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht (selbst wenn man zugestehen wollte, dass es sich bei der Seitenangabe 357 um einen Flüchtigkeitsfehler der Verf. handelte).


[111.] Db/Fragment 063 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 3-36, 40-44
Quelle: Yilmaz 1993
Seite(n): 360, 361, 362, 364, Zeilen: 360:41-42, 44-45; 361:1-2, 4-8, 9-12, 14-23, 32-38, 44-45; 362:5-8; 364:12-14, 16-19
Im folgenden [sic] soll überprüft werden, inwieweit und in welchem Maße die im ersten und zweiten Fünfjahresplan vorausgesehenen Ziele verwirklicht werden konnte [sic].

- Beide Fünfjahrespläne sahen ein Wachstum des BIP um jährlich 7 % voraus. Dieses Ziel konnte fast erreicht werden. So wuchs das BIP im ersten Fünfjahresplan um 6,7 % und in der zweiten Planperiode um 6,9%, wobei im Industriesektor die größten Zuwachsraten verzeichnet werden konnten.

- Die abweichenden Wachstumsraten der verschiedenen Sektoren der Volkswirtschaft spiegelten sich in der veränderten Zusammensetzung des BIP wider. Während die Landwirtschaft zwar größter Sektor in der Volkswirtschaft – gemessen an ihrem Anteil am BIP – blieb, sank doch ihr relatives Gewicht, wogegen das des Industriesektors anstieg. Der Anteil der Landwirtschaft konnte von 41,2 % in 1963 auf 31,5 % in 1971 herabgesetzt werden. Der Anteil der Industrie am BIP stieg aber nur von 16,8 % auf 20,6 % in 1971, anstatt auf das geplante Ziel von 25 %.

- Im Außenhandelsbereich wurden die Planziele sowohl beim Export und auch beim Import übertroffen. Das Ziel von 6,5 % für die Ausfuhren wurde tatsächlich erreicht. Demgegenüber veränderte sich die Exportstruktur mit einem Industriegüteranteil von 7,8 % kaum, zumal der Anstieg auf Kosten der Landwirtschaft erfolgte.

- Tatsächlich ist das Investitionsniveau gestiegen; die Bruttoinvestitionsquote schwankte zwischen 16 % in der ersten und 19,3 % in der zweiten Planperiode. Zum größten Teil konnte diese hohe Kapitalbildung durch die inländischen Ersparnisse erzielt werden. Der Anteil an ausländischem Kapital war kaum erwähnenswert.

In der zweiten Planperiode ab 1970 stieg die Einfuhr sehr stark an. Das Auslandsdefizit wurde immer größer. Dieses Defizit wurde aber durch die Geldüberweisungen der im Ausland beschäftigten türkischen Arbeitnehmer ausgeglichen. So leisteten die türkischen Arbeitnehmer einen großen Beitrag für diese Zeit. So konnte man mit der Strategie der Importsubstitution auch im dritten Jahresplan weitermachen. Aber die folgende Entwicklung wurde vom ersten Ölpreisschock 1973-74 und der nachfolgenden Rezession von 1975 stark beeinflusst. In dieser Zeit wurde die wirtschaftliche Entwicklung durch die lang andauernden Regierungskrisen gelähmt; sie erlitt als Folge des Zypernkonflikts mit den sich daraus ergebenden Belastungen einen dramatischen Einbruch. 308

[...] Der 24. Januar 1980 markierte einen Wendepunkt in der Wirtschaftsgeschichte der Türkei, der mit dem Namen Turgut Özal verbunden ist. Die Wirtschaft wurde von einer binnen- auf eine exportorientierte Entwicklungsstrategie geändert. Im Land sollte nun der Industrialisierungsprozess mit Hilfe einer weltmarktorientierten Wirtschaftsstrategie vorangebracht werden.


308 Vgl. Yilmaz Bahri: Die wirtschaftliche Entwicklung, S. 360

[Seite 360]

Im folgenden [sic] soll überprüft werden, inwieweit und in welchem Maße die im Ersten und Zweiten Fünfjahresplan vorausgesehenen Ziele verwirklicht werden konnten. [...]

– Beide Fünfjahrespläne sahen ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um jährlich 7% voraus. Dieses Ziel konnte fast erreicht werden. So wuchs das BIP im Ersten Fünf-

[Seite 361]

jahresplan um 6,7% und in der zweiten Planperiode um 6,9%, wobei der Industriesektor die größten Zuwachsraten zu verzeichnen hatte. [...]

– Die abweichenden Wachstumsraten der verschiedenen Sektoren der Volkswirtschaft spiegelten sich in der veränderten Zusammensetzung des BIP wider. Während die Landwirtschaft zwar der größte Sektor in der Volkswirtschaft – gemessen an ihrem Anteil am BIP – blieb, sank doch im Beobachtungszeitraum ihr relatives Gewicht, wogegen das des Industriesektors anstieg. [...] Der Anteil der Landwirtschaft konnte – wie geplant – von 41,2% 1963 auf 31,5% 1971 herabgesetzt werden. Der Anteil der Industrie am BIP stieg aber nur von 16,8% 1963 auf 20,6% 1971, anstatt auf das geplante Ziel von 25 %.

– [...] Tatsächlich ist das Investitionsniveau in der Türkei gestiegen; die Bruttoinvestitionsquoten schwankten zwischen 16 % in der ersten und 19,3 % in der zweiten Planperiode. Diese hohe Kapitalbildung mußte allerdings in großem Maße durch inländische Ersparnisse erzielt werden. Der Anteil des ausländischen Kapitals war kaum erwähnenswert.

– Im Außenhandelsbereich wurden die Planziele sowohl beim Export und auch beim Import übertroffen. Das bescheidene Ziel für die Ausfuhren [(jahresdurchschnittliche Zunahme von 6,3 %)] wurde tatsächlich in Höhe von 6,5 % erreicht. Demgegenüber veränderte sich die Exportstruktur mit einem Industriegüteranteil von 7,8 % kaum, zumal der Anstieg auf Kosten der Landwirtschaft erfolgte.

[...]

Dementsprechend stieg in der zweiten Planperiode ab 1970 die Einfuhr sehr stark an. Das hieraus entstandene Außenhandelsdefizit wurde immer größer. [Es kam aber ein unerwartetes Phänomen in beiden Plänen hilfreich hinzu:] Dies waren die Geldüberweisungen der im Ausland beschäftigten türkischen Arbeitnehmer, die zum Abbau des türkischen Leistungsbilanzdefizits einen großen Beitrag leisteten. Deswegen konnte die Strategie der Importsubstitution im Dritten Jahresplan als eines der wichtigsten Ziele deklariert werden [und es kam kein Zweifel an der Fortsetzung der bisher eingeschlagenen Strategie auf]. [...]

Die folgende Entwicklung wurde vom ersten Ölpreisschock und der nachfolgenden Rezession von 1975 stark beeinflußt.

[Seite 362]

Darüber hinaus befand sich das Land in einer Phase, in der die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei durch die langandauernden Regierungskrisen gelähmt [sic] und als Folge des Zypernkonflikts mit den sich daraus ergebenden Belastungen einen dramatischen Einbruch erlitten hatte.

[Seite 364]

Der 24. Januar 1980 markierte einen Wendepunkt in der Wirtschaftsgeschichte der Türkei. Die damalige Regierung, in welcher der spätere Ministerpräsident Özal Wirtschaftsminister war[, hatte aufgrund der von den internationalen Finanzorganisationen gemachten Auflagen ein umfangreiches Stabilisierungsprogramm für die schon wieder vor dem Bankrott stehende türkische Wirtschaft aufgestellt]. Infolgedessen wurde die Wirtschaft von einer binnen- auf eine exportorientierte Entwicklungsstrategie umgeschaltet.

Nun sollte der Industrialisierungsprozeß des Landes mit Hilfe einer weltmarktorientierten Wirtschaftsstrategie vorangebracht werden.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden durch die "Vgl."-Fußnote nicht kenntlich gemacht – auch wenn man von der ungenauen Seitenangabe einmal absieht. Für die drei letzten Sätze findet sich gar kein Beleg. (Özals Vorname kommt zwar nicht in der Quelle vor, ist aber äußerst geläufig.)


[112.] Db/Fragment 064 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 64, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 261-262, Zeilen: 261:32-40 - 262:1-14.15-22.24-35-38; 263:3-16
Die türkische Währung wurde zunächst gegenüber dem US-$ um etwa 49 % abgewertet. Die Kernpunkte des Anpassungsprogramms waren:

- Förderung der privaten Investitionen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit; vorgesehen wurden u. a. verbilligte Kredite, steuerliche Vergünstigungen, bürokratische Erleichterungen sowie Produktions- und Exportsubventionen

- Steigerung der Effizienz staatlicher Unternehmen durch finanzielle und personelle Maßnahmen

- Abbau bürokratischer Hemmnisse und Schaffung von Anreizen für ausländische Investoren

- Bewältigung der Auslandsverschuldung und des Außenhandelsdefizits durch Erschließung neuer Ressourcen und Exportförderung.309

Zur Durchführung dieser Ziele wurden u.a. tiefgreifende Reformmaßnahmen im Bereich des Kredit- und Steuersystems, der landwirtschaftlichen Preispolitik und der Staatsunternehmen vorgenommen. Die Beseitigung des außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts, das durch künstliche Verteuerung der türkischen Währung entstanden war, indem zu einem realistischen Wechselkurs übergangen [sic] wurde [sic] war eine wichtige Korrekturmaßnahme. Durch die Freigabe der Wechselkurse sollten exportsteigernde Effekte erzielt werden. Seit dem 1. Juli 1981 erfolgte eine tägliche Anpassung der Kurse. Weitere wichtige Instrumente waren die Freigabe von Zinsen und Preisen sowie eine restriktive Geldpolitik. Lohnerhöhungen wurden mit Festsetzung von Obergrenzen eingeschränkt, was in den folgenden Jahren zu starken Reallohnverlusten führte. Durch niedrige Löhne wurden die Produktionskosten gesenkt. Das ermöglichte den Produzenten, das im Inland entstandene Überangebot zu Billigpreisen zu exportieren. Die Rekordmarke bei der Inflationsrate konnte durch eine restriktive Geldpolitik unter Kontrolle gebracht werden. Die Inflation begann aber unter der Özal-Regierung bald wieder zu steigen. Özal versuchte über die Steuerpolitik die Wirtschaft anzukurbeln. Er wagte den Schritt, die direkten Steuereinnahmen weiter zu senken, um den Betrieben so eine Entlastung und einen Anreiz für Investitionen zu geben. Diese Politik führte schnell zu hohen Budgetdefiziten, die durch Innen- und Außenverschuldung sowie durch vermehrte Aufstockung von Fonds kompensiert wurde. Die Wirtschaft geriet immer mehr in die Falle der Innenverschuldung durch hochverzinsliche Staatsanleihen, die zur Mobilisierung des notwendigen Kapitals zunehmend bedient wurden. Seit 1989 redete man in der Türkei von einer wirtschaftspolitischen Phase, die im Türkischen „Politik der heißen Währung“ (Sicak Para Politikasi) genannt wurde. Das bedeutet, dass ab 1989 bei der öffentlichen Mittelbeschaffung die durch attraktive Zinsen gestützten kurzfristigen Devisengeschäfte immer mehr an Bedeutung gewannen. Hohe Zinsen sollten Devisen ins Land locken. Mit dem Erlass einer Verordnung über die Aufhebung der staatlichen Kontrollen über ausländische Kapitalbewegung wurden 1989 die türkischen Finanzmärkte für einen kurzfristigen Kapitalzufluss geöffnet. Damit sich das Spekulationsgeschäft für ausländische Geldgeber lohnte, d.h. die Differenzen zwischen Auslands- und Inlandzins (Zinsrendite) größer wurden als die Wechselkursdifferenz nach Terminablauf, wurde zugleich die türkische „Lira“ künstlich hochgehalten. Die künstliche Verbilligung ausländischer Waren führte zu einem starken Anstieg der Importe und somit auch des Außenhandelsdefizits.310


309 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 261 f.

310 Vgl. ebenda, S. 263 f

[Seite 261]

Die Kernpunkte dieses Anpassungsprogramms waren:

- Förderung der privaten Investitionen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit: vorgesehen wurden u. a. verbilligte Kredite, steuerliche Vergünstigungen, bürokratische Erleichterungen sowie Produktions- und Exportsubventionen;

- Steigerung der Effizienz von staatlichen Unternehmen durch finanzielle und personelle Maßnahmen;

- Abbau bürokratischer Hemmnisse und Schaffung von Anreizen für ausländische Investoren;

[Seite 262]

- Bewältigung der Auslandsverschuldung und des Außenhandelsdefizits durch Erschließung eigener Ressourcen und Exportförderung.

Zur Durchführung dieser Ziele wurden u.a. tiefgreifende Reformmaßnahmen im Bereich des Kredit- und Steuersystems, der landwirtschaftlichen Preispolitik und der Staatsunternehmen vorgenommen. Eine wichtige Korrekturmaßnahme betraf die Beseitigung des außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts, das durch künstliche Verteuerung der türkischen Währung entstanden war, indem zu einem realistischen Wechselkurs übergegangen wurde. Durch die Freigabe der Wechselkurse sollten exportsteigernde Effekte erzielt werden. Die türkische Währung wurde zunächst gegenüber dem US-$ um nahezu 49% abgewertet. Seit dem 1. Juli 1981 erfolgt die tägliche Anpassung der Kurse.

Weitere wichtige Instrumente dieser Politik waren die Freigabe von Zinsen und Preisen sowie eine restriktive Geldpolitik. Vor allem im sozialen Bereich waren die Effekte dieser Politik deutlich zu spüren. Lohnerhöhungen wurden mit Festsetzung von Obergrenzen eingeschränkt, was in den folgenden Jahren zu starken Reallohnverlusten führte. Das von der Militärregierung verhängte Streikverbot ermöglichte problemlos die Einfrierung der Löhne auf einige Jahre, so daß dadurch die Nachfrage gedrosselt und die Produktionskosten gesenkt werden konnten. Dies ermöglichte den Produzenten, das im Inland aufgrund der fehlenden Nachfrage entstandene Überangebot zu Billigpreisen zu exportieren.4 Die Politik der Exportorientierung dauert heute noch an. Sie hat im Sinne der Exportförderung gewisse Erfolge verzeichnen können.

Nachdem die hohe Rekordmarke bei der Inflationsrate 1980 durch eine restriktive Geldpolitik unter Kontrolle gebracht worden war, begann die Inflationsrate infolge der Wirtschaftspolitik der Özal-Regierung wieder zu steigen. Mit dem Ziel der Förderung von privaten Investitionen, mit der die Hoffnung einer Einschränkung der staatlichen Investitionsausgaben verbunden war, versuchte Özal über die Steuerpolitik die Wirtschaft anzukurbeln. Er wagte dabei den Schritt, die ohnehin niedrigen direkten Steuereinnahmen weiter zu senken, um den Betrieben so eine Entlastung und einen Anreiz für Investitionen zu geben. Diese Politik führte rasch zu hohen Budgetdefiziten, die durch Innen- und Außenverschuldung sowie durch vermehrte Aufstockung von Fonds kompensiert wurden.5 So geriet die Wirtschaft immer mehr in die Falle der Innenverschuldung durch hochverzinsliche Staatsanleihen, die zur Mobilisierung des notwendigen Kapitals zunehmend bedient wurden.

[Seite 263]

Seit 1989 redet man in der Türkei von einer wirtschaftspolitisehen Phase, die im Türkischen „Politik der heißen Währung“ (Sıcak Para Politikası) genannt wird. Das bedeutet, daß ab 1989 bei der öffentlichen Mittelbeschaffung die durch attraktive Zinsen gestützten kurzfristigen Devisengeschäfte immer mehr an Bedeutung gewinnen. Hohe Zinsen sollten schnell Devisen ins Land locken. Mit dem Erlaß einer Verordnung über die Aufhebung der staatlichen Kontrollen über die ausländischen Kapitalbewegungen wurden 1989 die türkischen Finanzmärkte für einen kurzfristigen Kapitalzufluß geöffnet. (Damit sich das Spekulationsgeschäft für ausländische Geldgeber lohnte, d.h. die Differenz zwischen Auslands- und Inlandszins (Zinsrendite) größer wurde als die Wechselkursdifferenz nach Terminablauf, wurde zugleich die türkische Lira künstlich hoch gehalten. Die künstliche Verbilligung ausländischer Waren führte zu einem starken Anstieg der Importe und somit auch des Außenhandelsdefizits.


4 Sönmez 1982, S.51.

5 Mitte 1987 existierten 103 Fonds, von denen 54 nach 1980 und davon 25 nach dem Amtsantritt Özals als Ministerpräsident eingerichtet worden waren. Teilweise dienten sie der Realisierung der im Stabilisierungsprogramm vorgesehenen Ziele. Vgl. hierzu Böhmer 1990, S.51f.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[113.] Db/Fragment 065 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 1-15, 18-35
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 124, 125, Zeilen: 124:32-37 - 125:1-5.7-38
Nach zehn Jahren der wirtschaftlichen Öffnung war die Bilanz gemischt. Das Pro-Kopf-Einkommen hatte sich nahezu verdoppelt. Es lag 1991 etwas unter 2000 US-Dollar. Damit war die Türkei immer noch das statistisch bei weitem ärmste OECD-Land; das Pro-Kopf Einkommen [sic] in Westeuropa waren [sic] zehnmal so hoch. Trotz des hohen Bevölkerungswachstums in der Türkei hatte sich das Wohlstandsgefälle gegenüber Europa ein wenig geändert.

Der Lebensstandard hatte sich auch dadurch geändert, dass das Warenangebot moderner und reichhaltiger geworden war, ein Ergebnis der Weltmarktintegration. In der gewerblichen Produktion war die Textilbranche besonders erfolgreich, bei den Dienstleistungen der Tourismus. Das expandierende Bankwesen, einige Industrieholdings, die staatlichen Gesellschaften im Telefon- und Fluggeschäft näherten sich dem internationalen Standard. 1990 brach Ahmet Özal, ein Sohn des Staatspräsidenten, mit einem Privatsender das staatliche Fernsehmonopol. Starke private Medienanbieter entwickelten sich in den Folgejahren, welche die Türkei auch auf diesem Gebiet in den Globalisierungsprozess einzubinden begannen.311 [...]

Reale Ungleichgewichte schmälerten den Erfolg. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum war nicht nur von einer instabilen und ungliechen [sic] Verteilung der Einkommen aus Zinsen, Unternehmergewinnen und Löhnen begleitet. In der innertürkischen Wirtschaftskraft gab es außerdem ein bedenkliches Ost-West-Gefälle. Die enormen regionalen Produktions- und Einkommensunterschiede vergrößerten sich in den achtziger Jahren weiter. Pro-Kopf war die Wertschöpfung in der Provinz Kocaeli (Izmit) am Ende des Jahrzehnts fast zwanzigmal so hoch wie in der entlegendsten südöstlichen Provinz Hakkari. In den am Marmarameer und an der Ägäis liegenden 20 westlichen Provinzen wurden 57 % des BIPs erwirtschaftet, 43 % in den übrigen 59 Provinzen. Auch innerhalb der wirtschaftlichen Ballungszentren wuchsen die Einkommensunterschiede aufgrund der Binnenmigration der Dörfer in die Städte. Der Gegensatz zwischen arm und reich wurde immer sichtbarer. Die anspruchlosen Dörfler, nicht selten Analphabeten und ohne Vorstellung vom Geldbedarf im städtischen Leben, füllten immer neue Gecekondus-Viertel (die Häuser wurden über Nacht gebaut). Die Stadtverwaltung [sic] kamen nicht nach mit der Niederreißungen [sic] oder mit der infrastrukturellen Versorgung der irgendwann legalisierten Gecekondu-Schwarzbauten. Die neuen Armen wandten sich Erbakans RP auf der rechten sowie der SHP und der DSP auf der Linken zu.313


311 Vgl. Buhbe Mattes: Türkei, S. 125

[...]

313 Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 125

[Seite 124]

Nach zehn Jahren der wirtschaftspolitischen Öffnung war die Bilanz gemischt. Wenn auch die Reallöhne über das gesamte Jahrzehnt gesehen nur unwesentlich gestiegen waren, so hatte sich doch das Pro-Kopf-Einkommen in der Türkei nahezu verdoppelt. Es lag 1991 etwas unter 2.000 US-Dollar. Damit war die Türkei immer noch das statistisch bei weitem ärmste OECD-Land; die Einkommen in Westeuropa waren zehnmal so

[Seite 125]

hoch. Doch hatte sich trotz des hohen Bevölkerungswachstums in der Türkei das Wohlstandsgefälle gegenüber Europa ein wenig verringert.

Der Lebensstandard hatte sich auch dadurch geändert, daß das Warenangebot moderner und reichhaltiger geworden war, ein Ergebnis der Weltmarktintegration. [...] In der gewerblichen Produktion war die Textilbranche besonders erfolgreich, bei den Dienstleistungen der Tourismus. Das expandierende Bankwesen, einige Industrieholdings, die staatlichen Gesellschaften im Telefon- und im Fluggeschäft näherten sich dem internationalen Standard. 1990 brach Ahmet özal, ein Sohn des Staatspräsidenten, mit einem Privatsender das staatliche Fernsehmonopol. In den Folgejahren entwickelten sich starke private Medienanbieter, die die Türkei auch auf diesem Gebiet in den Globalisierungsprozeß einzubinden begannen.

Reale Ungleichgewichte schmälerten den Erfolg. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum war nicht nur von einer instabilen und schiefen Verteilung der Einkommen aus Zinsen, Unternehmergewinnen und Löhnen begleitet. Es gab auch ein bedenkliches West-Ost-Gefälle in der innertürkischen Wirtschaftskraft. Die enormen regionalen Produktions- und Einkommensunterschiede vergrößerten sich in den achtziger Jahren weiter. Pro Kopf war die Wertschöpfung in der Provinz Kocaeli (Izmit) am Ende des Jahrzehnts fast zwanzigmal so hoch wie in der entlegendsten südöstlichen Provinz Hakkari. In den am Marmarameer und an der Ägäis liegenden 20 westlichen Provinzen wurden 57 Prozent des Bruttoinlandprodukts erwirtschaftet, 43 Prozent in den übrigen 59 Provinzen. Auch innerhalb der wirtschaftlichen Ballungszentren wuchsen die Einkommensunterschiede. Zusammen mit der anhaltenden Binnenmigration von den Dörfern in die Städte kam es zu einem immer sichtbareren Gegensatz zwischen arm und reich. Die anspruchslosen Dörfler, nicht selten Analphabeten und ohne Vorstellungen vom Geldbedarf im städtischen Leben, füllten immer neue Gecekondu-Viertel. Die Stadtverwaltungen kamen nicht nach mit der (seltenen) Niederreißung oder mit der infrastrukturellen Versorgung der (weit häufiger) irgendwann legalisierten Gecekondu-Schwarzbauten, Einige Jahre konnte Özal diesen Menschen Hoffnung bieten, da er nicht wie ein typischer Vertreter des Hauptstadt-Establishments wirkte. Dann reorientierten sich die neuen Armen: Sie wandten sich Erbakans RP auf der Rechten sowie der SHP und der DSP auf der Linken zu.

Anmerkungen

Art und Umfang der (bis auf Umstellung von Satzteilen und Austausch einiger weniger Worte fast identischen) Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Aus dem "West-Ost-Gefälle" des Originals wird bei Db ein "Ost-West-Gefälle".

Bei einem der wenigen abgeänderten Worte unterläuft Db ein Rechtschreibfehler.


[114.] Db/Fragment 065 40

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 65, Zeilen: 36, 40-48
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 126, Zeilen: 11-16, 20-24
Özals Politik war auf den schnellen Weg nach vorne gerichtet. [...] Gesellschaftliche Transformationsprozesse, die von einer nachhaltigen Bildungs- und Sozialpolitik begleitet sein musste, waren ihm fremd. Gegen Wohnungsbaugenossenschaften hatte er nichts einzuwenden, aber Kündigungsschutz am Arbeitsplatz, staatliche Gesundheitsvorsorge oder Verlängerung der fünfjährigen Schulpflicht auf acht Jahre waren ihm keine vordringlichen Anliegen. Die öffentlichen Schulen und die Lehrerbesoldung wurden so schlecht, dass spezielle Vorbereitungsinstitute (Dersane) auf Schulprüfungen und die Erteilung von Nachhilfeunterricht für viele Lehrer zur nebenberuflichen Haupteinnahmequelle

wurden.

Özals Politik war auf den schnellen Sprung nach vorn gerichtet. Gesellschaftliche Transformationsprozesse, die von einer nachhaltigen Bildungs- und Sozialpolitik begleitet sein müßten, waren ihm fremd. Gegen Wohnungsbaugenossenschaften hatte er nichts einzuwenden, aber Kündigungsschutz am Arbeitsplatz, staatliche Gesundheitsvorsorge oder Verlängerung der fünfjährigen Schulpflicht auf vielleicht acht Jahre waren ihm keine vordringlichen Anliegen. [...] Die öffentlichen Schulen und die Lehrerbesoldung wurden so schlecht, daß spezielle Vorbereitungsinstitute auf Schulprüfungen und die Erteilung von Nachhilfeunterricht für viele Lehrer zur nebenberuflichen Haupteinnahmequelle wurden.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[115.] Db/Fragment 090 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 90, Zeilen: 20-29
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 230, Zeilen: 8-20
Kernpunkt dieser Krise war, ob der amerikanische Präsident John. F. Kennedy entgegen seinen offiziellen Erklärungen insgeheim der Forderung des damaligen Generalsekretärs der KPdSU, Nikita Chruschtschow, gefolgt sei, den Rückzug der sowjetischen Raketen von Kuba gegen den Abzug amerikanischen Jupiter-Raketen aus der Türkei einzuhandeln, obwohl Ankara wiederholt auf dem Verbleib dieser Raketen in der Türkei beharrt hatte. In der türkischen Öffentlichkeit war der Verdacht geweckt, dass Washington amerikanische Sicherheitsinteressen den türkischen überordnen könnte. Zweifel stellten sich ein, inwieweit das bestehende Sicherheitssystem der Türkei überhaupt noch den nationalen Interessen angemessen wäre. 467

467 Vgl. Steinbach Udo: Die Türkei, S. 230

Kernpunkt des bis heute diskutierten Streites ist, ob der amerikanische Präsident John F. Kennedy entgegen seinen offiziellen Erklärungen insgeheim der Forderung des damaligen Generalsekretärs der KPdSU, Nikita Chruschtschow, gefolgt ist, den Rückzug der sowjetischen Raketen von Kuba gegen den Abzug der amerikanischen Jupiter-Raketen aus der Türkei einzuhandeln, obwohl Ankara wiederholt auf dem Verbleib dieser Raketen in der Türkei beharrt hatte. Immerhin aber war in der türkischen Öffentlichkeit der Verdacht geweckt, daß Washington amerikanische Sicherheitsinteressen den türkischen überzuordnen entschlossen sein könnte. Zweifel stellten sich ein, inwieweit das bestehende Sicherheitssystem der Türkei überhaupt noch den »nationalen Interessen« angemessen wäre.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[116.] Db/Fragment 091 25

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 91, Zeilen: 25-30
Quelle: Buhbe 1996
Seite(n): 89-90, Zeilen: 89:36-37 - 90:1-5
Das Außenministerium wurde mit der Überprüfung der außenpolitischen Grundlagen beauftragt; der Generalstabchef schuf eine von der NATO-Planung unabhängige Abteilung für nationale Sicherheitsinteressen. In der Öffentlichkeit machte sich ein Antiamerikanismus bemerkbar, den man von nun an in zunehmend sowohl auf der äußersten Linken als auch bei den Nationalisten und Islamisten fand.476

476 Vgl. Buhbe Mathes [sic]: Türkei, S. 90

[Seite 89]

Das Aussenministerium wurde mit der Überprüfung der außenpolitischen Grundla-

[Seite 90]

gen beauftragt, der Generalstab schuf eine von der NATO-Planung unabhängige Abteilung für nationale Sicherheitsinteressen. In der Öffentlichkeit machte sich ein Antiamerikanismus bemerkbar, den man von nun an in zunehmendem Maße sowohl auf der äußersten Linken als auch bei den Nationalisten fand, die es in allen Lagern gab

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[117.] Db/Fragment 091 31

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 91, Zeilen: 31-35
Quelle: Steinbach 1996
Seite(n): 236-237, Zeilen: 236:37-38 - 237:1-5
Unter den großen Parteien der Mitte suchte die Gerechtigkeitspartei (Adalet Partisi von Demirel477) angesichts der bestehenden Abhängigkeit der Türkei von den USA und zahlreichen gemeinsamen Interessen in Politik und Wirtschaft eine negative Rückwirkung auf die Beziehungen zu den USA zu verhindern. Im Gegensatz dazu nahm die Republikanische Partei eine reserviertere Haltung gegenüber den USA ein478.

477 Süleyman Demirel (1924), Ingenieur aus Islamköy, einem Dorf bei Isparte. 1949 Examen an der Istanbuler Technische Universität (ITÜ) in Istanbul, unter Menderes für Dammbauten zuständig. Nach 1960 Geschäftsmann. 1964 Vorsitzender der Adalet Partisi (Gerechtigkeitspartei). 1965-71 und 1975-80 mit kurzen Unterbrechungen insgesamt sechsmal Premier. Vgl. Buhbe Matthes: Türkei, S. 227

478 Vgl. Steinbach Udo: Türkei, S. 257

[Seite 236]

Unter den großen Parteien der Mitte suchte die Gerechtigkeitspartei angesichts der fortbestehenden Abhängigkeit der Türkei von

[Seite 237]

den USA und zahlreicher gemeinsamer Interessen in Politik und Wirtschaft eine allzu negative Rückwirkung auf die Beziehungen zu den USA zu verhindern. Im Gegensatz dazu nahm die Republikanische Volkspartei eine reserviertere Haltung gegenüber den USA ein.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[118.] Db/Fragment 094 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 24-27
Quelle: Bucher-Dinç 1996
Seite(n): 67, Zeilen: 8-12
Die Gründe für die Annäherung an die Sowjetunion sind zum einen sicherlich in der innenpolitischen Situation der Türkei um 1960 zu sehen. Verstärkte soziale Unruhen und Unzufriedenheit mit dem schleppenden wirtschaftlichen Fortschritt ließen Zweifel an der strikt pro-amerikanischen Haltung der Regierung Menderes aufkommen.497

497 Vgl. Bucher- Dinc [sic] Gabriele: Die Türkei und die Sowjetunion 1945-1990, S. 67

Die Gründe dafür sind zum einen sicherlich in der innenpolitischen Situation der Türkei um 1960 zu sehen. Verstärkte soziale Unruhen und Unzufriedenheit mit dem schleppenden wirtschaftlichen Fortschritt ließen Zweifel an der strikt pro-amerikanischen Haltung der Regierung Menderes aufkommen.
Anmerkungen

Trotz weitgehend wörtlicher Übernahme wird nur mit "Vgl." auf die Quelle verwiesen.


[119.] Db/Fragment 095 30

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 95, Zeilen: 30-33
Quelle: Bucher-Dinç 1996
Seite(n): 68, Zeilen: 14-20
Bereits 1967 gewährte die Sowjetunion einen Kredit von 200 Millionen US-Dollar zur Entwicklung technischer Großprojekte; 1969 folgte ein weiterer Kredit von 113 Millionen Dollar. Das türkisch-sowjetische Handelsvolumen steigerte sich in den Jahren zwischen 1964 und 1970 auf [mehr als das Vierfache des Ausgangswertes (1964: 20 Millionen US-Dollar). 508]

508 Vgl. Bucher-Dinc [sic] Gabriele: Die Türkei und die Sowjetunion 1945-1990, S. 68

Bereits 1967 gewährte die Sowjetunion einen Kredit von 200 Millionen US-Dollar zur Entwicklung technischer Großprojekte; 1969 folgte ein weiterer Kredit von 113 Millionen Dollar.

Das türkisch-sowjetische Handeslvolumen [sic] steigerte sich in den Jahren zwischen 1964 und 1970 auf mehr als das Vierfache des Ausgangswertes (1964: 20 Millionen US-Dollar).19


19 Zu den Wirtschaftsdaten vgl. K.-D. Grothusen: Außenpolitik, a.a.O., S. 142 und K.H. Karpat: Foreign Policy, S. 98.

Anmerkungen

Trotz (bis auf die Korrektur des Buchstabendrehers) wortwörtlicher Übernahme wird nur mit "Vgl." auf die Quelle verwiesen.


[120.] Db/Fragment 097 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 97, Zeilen: 1-39, 109-112
Quelle: Bucher-Dinç 1996
Seite(n): 69-74, Zeilen: 69: 27-28; 70: 29-33; 71: 1-3, 16-18; 72: 24-27; 73: 1-2, 15-32; 74: 1-7, 17-21, 103-104, 108-110
Nach dem Militärputsch in der Türkei von 1980 waren die sowjetisch-türkischen Beziehungen von widersprüchlichen Tendenzen geprägt. Angesichts der sowjetischen Invasion in Afghanistan war die lange gemeinsame Grenze mit der UdSSR wieder verstärkt in das Bewusstsein des türkischen Militärs gerückt: Die türkische Furcht vor der berüchtigten Moskauer Expansionspolitik nahm wieder neues Gewicht an.518 Hinzu kam die in der türkischen Öffentlichkeit, aber auch unter dem Militär verbreitete Auffassung, der dem Putsch vorausgegangene innenpolitische Terror sei in nicht unerheblichem Maße von Moskau gesteuert worden.519 Eine Verbesserung der Beziehungen konnte erst bei dem Besuch Türkmens (Außenminister) in Moskau 1982 erreicht werden, bei dem beide Seiten Hoffnungen auf eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit äußerten.

Hauptprobleme des bilateralen Dialogs waren die Zypernfrage und die Lage der türkischen Minderheiten in Bulgarien520. Auf eine Anfrage aus Ankara hatte die Sowjetregierung 1986 erklärt, sie wolle und könne sich nicht in die inneren Angelegenheiten Bulgariens einmischen. Die sowjetische Seite betrachtete das Problem als eine allein zwischen der Türkei und Bulgarien zu lösende Streitfrage. Darauf hin warf die Regierung in Ankara Moskau vor, es dulde und billige insgeheim das bulgarische Vorgehen gegen die türkische Minderheit. 521

Eine weitere Belastung der Beziehungen resultiert aus der sowjetischen Haltung zur Zypernfrage. Moskau plädierte für den Abzug der türkischen Soldaten und die Rückkehr der vertriebenen Griechen in den Nordteil der Insel. Die diplomatische Anerkennung der Türkischen Republik Nordzyperns wurde von der Sowjetunion verweigert. Deshalb blieb die türkische Haltung gegenüber Moskau auf wirtschaftlichem Gebiet bis in die Mitte der achtziger Jahre hinein abwartend und distanziert.522

Die offiziellen türkischen Stellungnahmen zur Außenpolitik des Landes aus dem Jahre 1988 enthielten in bezug auf die UdSSR noch eine deutliche Zurückhaltung.

Zu diesem Zeitpunkt schrieb Kenan Evren, die Grundlagen der türkischen Außenpolitik seien das Streben nach guten nachbarschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion, Respekt vor Souveränität und territorialer Integrität sowie Nichteinmischung und Rechtsgleichheit.523

In den Jahren zwischen 1984 und 1990 wurden zahlreiche bilaterale Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Darunter eine auf 25 Jahre angelegte Vereinbarung über sowjetische Erdgaslieferung in die Türkei und ein ebenso langfristiges Programm über gegenseitige wirtschaftliche, technologische und finanzielle Zusammenarbeit. 524

Die von Michail Gorbatschow verfolgte Linie zur Umstrukturierung des sowjetischen Staates und der sowjetischen Gesellschaft wurde von der türkischen Regierung zunächst positiv beurteilt, dabei aber vor zu großen Hoffnungen gewarnt.525 In dieser Zeit wurden [die Kontakte stark ökonomisch dominiert.]


518 Vgl. Bucher-Dinc [sic] Gabriele: Die Türkei und die Sowjetunion 1945-1990, S. 70

519 Vgl. ebenda, S. 71

520 Im Frühjahr 1989 begannen Tausende von bulgarischen Türken, in die Türkei zu fliehen, nachdem sie in ihrer Heimat zu Namensänderungen gezwungen und teilweise enteignet worden waren. Vgl. Franz Erhard: The Exodus of Turks from Bulgaria1989 [sic]. In: Asian and African Studies (Haifa) 25/1 (1989), S. 81-97

521 Vgl. Bucher-Dinc [sic] Gabriele: Die Türkei, S. 73

522 Vgl. ebenda, S. 73

523 Vgl. Kenan Evren: Grundzüge der türkischen Außenpolitik, in: Europa-Archiv 43 (1988), S. 599-605, S. 604

524 Vgl. Ergün Ismet: Entwicklungschancen der Beziehungen der Türkei zu den ost- und südeuropäischen Staaten unter den neuen Bedingungen, in: Südosteuropa-Mitteilungen 31. 8. 1991) [sic] , S. 56-61, S. 59

525 Vgl. Bucher-Dinc [sic] Gabriele: Die Türkei , S. 72

[Seite 69]

Nach dem Putsch von 1980 waren die sowjetisch-türkischen Beziehungen von widersprüchlichen Tendenzen geprägt.

[Seite 70]

Angesichts der sowjetischen Invasion in Afghanistan war die lange gemeinsame Grenze mit der UdSSR wieder verstärkt in das Bewußtsein der türkischen Militärregierung gerückt: Dieser Erinnerungsprozeß verlieh der türkischen Furcht vor der berüchtigten Moskauer Expansionspolitik wieder neues Gewicht.25


25 Financial Times, 18.5.1981, in: HWWA, Dok. Nr. 28472.

[Seite 71]

Hinzu kam die in der türkischen Öffentlichkeit, aber auch unter den Militärs verbreitete Auffassung, der dem Putsch vorausgegangene innenpolitische Terror sei in nicht unerheblichem Maße von Moskau gesteuert worden.26

[...]

[Das weitere Jahr 1982 war von einer zunehmenden Verstimmung zwischen Ankara und Moskau gekennzeichnet, die sich in der Absage der bereits fest geplanten Reise des türkischen Außenministers Türkmen in die Sowjetunion niederschlug. ...]

Eine Verbesserung der Beziehungen konnte erst bei dem Besuch Türkmens in Moskau im Dezember 1982 erreicht werden, bei dem beide Seiten Hoffnungen auf eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit äußerten.29


26 „In fact one of the top generals in the regime has gone so far as to suggest that terror in Turkey was manufactured by the Soviet Union as part of a general plan to bring the Middle East and the Gulf under their control.“ Financial Times, 18.5.1981, in: HWWA, Dok. Nr. 28472.

[...]

29 Angestrebt wurde eine Erhöhung der türkischen Exporte in die UdSSR von 190 Millionen US-Dollar (1981) auf 300 Millionen US-Dollar. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.12.1982, in: HWWA, Dok. Nr. 281.

[Seite 73]

Die Hauptprobleme des bilateralen Dialogs waren die Zypernfrage und die Lage der türkischen Minderheit in Bulgarien. Auf eine entsprechende Anfrage aus Ankara hatte die Sowjetregierung 1986 erklärt, sie wolle und könne sich nicht in die inneren Angelegenheiten Bulgariens einmischen. Die sowjetische Seite betrachtete das Problem als eine allein zwischen der Türkei und Bulgarien zu lösende Streitfrage, worauf die Regierung in Ankara Moskau vorwarf, es dulde und billige insgeheim das bulgarische Vorgehen gegen die türkische Minderheit.

Eine weitere Belastung der Beziehungen resultierte aus der sowjetischen Haltung in der Zypernfrage. Moskau plädierte für den Abzug der türkischen Soldaten und die Rückkehr der vertriebenen Griechen in den Nordteil der Insel. Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung auf der Mittelmeerinsel wurde insbesondere die diplomatische Anerkennung der Türkischen Republik Nordzypern von der Sowjetunion verweigert.37 Deshalb blieb die türkische Haltung gegenüber Moskau trotz einiger positiver Entwicklungen vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet (z.B. die Unterzeichnung eines Erdgasabkommens vom 19.7.1985) bis in die Mitte der achtziger Jahre hinein abwartend und distanziert.38


37 Neue Zürcher Zeitung, 30.7.1986, in: HWWA, Dok. Nr. 173.

38 Sowjetische Analysen von 1986 gaben sich demgegenüber wesentlich zuversichtlicher. Aus sowjetischer Sicht stellte bereits der Besuch Tichonovs in Ankara im Jahre 1984 einen entscheidenden Schritt zur Verbesserung der bilateralen Zusammenarbeit dar. Auch die 1986 stattfindenden Gespräche Özals mit dem Vorsitzenden des Ministerrates, Ryskov, wurden von sowjetischer Seite als offen und konstruktiv eingestuft. V. Aleksandrov, SSSR i Turcija, Razvitie sotrudnicestva (UdSSR und Türkei: Die Entwicklung ihrer Zusammenarbeit), in: Mezdunarodnaja Zizn' 1986(11) [sic], S.37-42 [sic], hier S. 40.

[Seite 74]

Auch die offiziellen türkischen Stellungnahmen zur Außenpolitik des Landes aus dem Jahre 1988 enthielten bezüglich der UdSSR noch eine deutliche Zurückhaltung.

So schrieb Kenan Evren zu diesem Zeitpunkt, die Grundlagen der türkischen Außenpolitik seien das Streben nach guten nachbarschaftlichen Beziehungen zur Sowjetunion, Respekt vor Souveränität und territorialer Integrität sowie Nichteinmischung und Rechtsgleichheit.39

[...]

In den Jahren zwischen 1984 und 1990 wurden zahlreiche bilaterale Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, darunter eine auf 25 Jahre (sic!) [im Original so] angelegte Vereinbarung über sowjetische Erdgaslieferungen in die Türkei (1987) und ein ebenso langfristiges Programm über gegenseitige wirtschaftliche, technologische und finanzielle Zusammenarbeit.41


39 K. Evren: Grundzüge der türkischen Außenpolitik, in: Europa-Archiv 43(1988) [sic], S. 599-605, hier S. 604.

[...]

41 I. Ergün: Entwicklungschancen der Beziehungen der Türkei zu den ost- und südosteuropäischen Staaten unter den neuen Bedingungen, in: Südosteuropa-Mitteilungen 31 (1991)1 [sic], S. 56-61, hier S. 59.

[Seite 72]

Die von Michail Gorbacev verfolgte Linie zur Umstrukturierung des sowjetischen Staates und der sowjetischen Gesellschaft wurde von der türkischen Regierung zunächst grundsätzlich positiv beurteilt; es wurde aber auch vor zu großen Hoffnungen gewarnt.

[Seite 73]

Tatsächlich wurden die türkisch-sowjetischen Kontakte in der Anfangszeit des Umstrukturierungsprozesses stark ökonomisch dominiert.

Anmerkungen

Auch wenn die Verf. mehrmals mit "Vgl." auf die Quelle verweist, macht sie nicht kenntlich, dass sie die gesamte Seite inkl. zweier Fußnoten aus dieser übernimmt; für die Übernahmen von S. 69 und 74 fehlt zudem jede Quellenangabe. Ein eigenständiger Gedanke lässt sich nicht ausmachen.

Das Erdgaslieferungsabkommen mit einer 25-jährigen Laufzeit wird bei Ergün auf S. 60 (und nicht 59) erwähnt; zudem ist dessen Beitrag in Heft 1 des 31. Jahrgangs 1991 der Südosteuropa Mitteilungen erschienen – bei einer in regelmäßigen Intervallen erscheinenden Vierteljahresschrift also mit Sicherheit nicht Ende August des Jahres, wie die Verf. angibt. Insofern mag bezweifelt werden, dass sie die übernommenen Angaben überprüft hat. (Der Aufsatz Ergüns wird von der Verf. auch in Fn. 512 auf S. 96 in einer in einem Sammelband Gumpels erschienenen Version erwähnt.)


[121.] Db/Fragment 098 06

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 98, Zeilen: 6-12
Quelle: Bucher-Dinç 1996
Seite(n): 74, Zeilen: 22-30
Durch die ab 1989 offen ausbrechenden ethnischen Konflikte und damit verbundene Desintegration und schließlich Auflösung der Sowjetunion entstanden neue Dimensionen. Aus den neuen politischen und territorialen Konstellationen ergab sich für die Türkei in den neunziger Jahren ein neuer Stellenwert innerhalb ihres regionalen Umfelds. Neben den zentralen Themen - türkisch-amerikanischen [sic] Beziehungen und europäischer [sic] Integration - war ein zunehmendes Engagement Ankaras in den neuen Turkrepubliken der ehemaligen Sowjetunion und im Kaukasus zu erwarten. All diese Entwicklungen erhielten durch die ab 1989 offen ausbrechenden ethnischen Konflikte und die damit verbundene Desintegration und schließliche Auflösung der Sowjetunion vollkommen neue Dimensionen. Aus den neuen politischen und territorialen Konstellationen ergab sich für die Türkei in den neunziger Jahren ein neuer Stellenwert innerhalb ihres regionalen Umfeldes. Neben den zentralen Themen (türkisch-amerikanische Beziehungen und europäische Integration) war in den letzten Jahren auch ein zunehmendes Engagement Ankaras in den südlichen Republiken der GUS zu erkennen.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[122.] Db/Fragment 106 33

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 106, Zeilen: 33-35
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 211, Zeilen: 18-20
[Diese Richtlinien lassen sich aber wie folgt formulieren:]

- Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Konflikten [sic], d.h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind.

[Folgende Prinzipien bestimmten primär die Nah- und Mittelostpolitik der Türkei:]

– Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Beziehungen, d.h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind[, ausgenommen der israelisch-arabische Konflikt];

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die Aufzählung wird auf der Folgeseite fortgesetzt.


[123.] Db/Fragment 107 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 107, Zeilen: 1-3
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 211, 212, Zeilen: 211:22-23, 212:8
- Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen

- Die Bevorzugung bilateraler Beziehunen [sic] vor multilateralen Beziehungen

[Seite 211]

– Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen;

[Seite 212]

[Die türkische Außenpolitik war gekennzeichnet
– durch ...]
– die Bevorzugung bilateraler Beziehungen vor multilateralen Beziehungen.

Anmerkungen

Fortsetzung der auf der vorangegangenen Seite begonnenen Aufzählung.


[124.] Db/Fragment 109 10

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 109, Zeilen: 10-15
Quelle: Yalçin-Heckmann 1997
Seite(n): 41, Zeilen: 26-33
Heute zählt man zwischen 24 und 27 Millionen Kurden im Nahen Osten. Fast die Hälfte davon lebt in der Türkei (etwa 12 Millionen), die übrigen verteilt auf fünf Länder: Irak (ca. 3.900.000), Iran ( ca. 5 Mio.), Syrien, Armenien und Aserbaidschan. Zahlen über die Kurden sind jedoch oft Ausdruck politisch motivierter Einschätzungen, da es keine genaue Volkszählung über die ethnische Zugehörigkeit gab und gibt. 606

606 Vgl. Lale Yalcin-Heckmann: Zur Kurdenproblematik in der Türkei, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 11-12/97, /. [sic] März, S. 41

Heute zählt man zwischen 24 und 27 Millionen Kurden im Nahen Osten. Fast die Hälfte davon lebt in der Türkei, die übrigen verteilt auf fünf Länder: Irak, Iran, Syrien, Armenien und Aserbaidschan. Zahlen über die Kurden sind jedoch oft Ausdruck politisch motivierter Einschätzungen, da es keine genaue Volkszählung über die ethnische Zugehörigkeit gab und gibt.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleben ungekennzeichnet.


[125.] Db/Fragment 109 27

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 109, Zeilen: 27-38, 104-106
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 121; 248, Zeilen: 121: 3-16; 248: 69-72
Atatürk hatte in dem von ihm gegründeten neuen Staat, [sic] keinen Platz für ethnische Minderheiten. „Die Behandlung der Kurdenfrage in der Türkei setzt die Auseinandersetzung mit der Stellung von ethnischen Minderheiten in der türkischen Verfassung- [sic] und Rechtsordnung voraus, da eine wesentliche Besonderheit in der unauflöslichen Verknüpfung der Minderheitenfrage in der Türkei mit der Frage nach der ideologischen Struktur der türkischen Verfassungs- und Rechtsordnung besteht. 608

Im Rahmen der türkischen Verfassung sind zwei Kernprämissen verankert, welche die Annäherung zwischen den Kurden und der offiziellen türkischen Ebene erschweren:609

1. „Jeder, den mit dem Türkischen [sic] Staat das Band der Staatsangehörigkeit verbindet, ist Türke“. [sic]

2. „Der Staat ist ein in seinem Staatsgebiet und Staatsvolk unteilbares Ganzes. Seine Sprache ist Türkisch.“


608 Vgl. Gürbey Gülistan: Auf der Suche nach einer Lösung der Kurdenfrage in der Türkei: Optionen und Hindernisse, in: HSFK-Report, 4/95, Frankfurt am Main 1995, S. 3

609 Vgl. ebenda, S. 3

Atatürk hatte in dem von ihm gegründeten neuen Staat[, der aus den Trümmern des osmanischen Vielvölkerstaat hervorgegangen war,] keinen Platz für ethnische Minderheiten.278 „Die Behandlung der Kurdenfrage in der Türkei setzt die Auseinandersetzung mit der Stellung von ethnischen Minderheiten in der türkischen Verfassung- [sic] und Rechtsordnung voraus, da eine wesentlichen [sic] Besonderheit in der unauflöslichen Verknüpfung der Minderheitenfrage in der Türkei mit der Frage nach der ideologischen Struktur der türkischen Verfassungs- und Rechtsordnung besteht.279“ [sic]

Im Rahmen der türkischen Verfassung sind zwei Kernprämissen verankert, die die Annäherung zwischen den kurdischen Stämmen und der offiziellen türkischen Ebene erschweren:280

1. „Jeder, den mit dem Türkischen [sic] Staat das Band der Staatsangehörigkeit verbindet, ist Türke.“

2. „Der Staat Türkei ist ein in seinem Staatsbegiet [sic] und Staatsvolk unteilbares Ganzes. Seine Sprache ist Türkisch.“


[278 Für religiöse Minderheiten gelten aber Sonderbestimmungen.]

279 Gürbey, Gülistan: Auf der Suche nach einer Lösung der Kurdenfrage in der Türkei: Optionen und Hindernisse, HSFK-Report 4/1995, Frankfurt am Main 1995, S. 3.

280 Gürbey, Gülistan: Auf der Suche nach einer Lösung der Kurdenfrage in der Türkei: Optionen und Hindernisse, HSFK-Report 4/1995, Frankfurt am Main 1995, S. 4. [...]

Anmerkungen

Die vorliegenden Ausführungen werden inklusive zweier Fußnoten aus der Quelle übernommen, wobei sich Fn. 609 in der Seitenzahl geringfügig von Fn. 280 unterscheidet.

Die Quelle wird im fortsetzenden Fragment 110 01 lediglich einmal in Fn. 610 genannt.


[126.] Db/Fragment 110 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 110, Zeilen: 1-10
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 121, Zeilen: 17-23, 25-28
Staatsvolk, Sprache und Staatsgebiet bilden [sic] „Troika der Unteilbarkeit“ in der Türkei. Der Minderheitsbegriff existiert in der türkischen Verfassung nicht. Der Minderheitenbegriff wird in der Türkei nur im Zusammenhang mit dem Vertrag von Lausanne gesehen. Basis für [sic] Minderheitenbegriff ist die türkische Interpretation des islamischen Nationen-Begriffs. In dieser Definition sind Kurden nicht als Minderheit definiert. Die Abgrenzung erfolgt vielmehr nach religiösen und nicht nach ethnischen Kriterien - Minderheiten sind nur Nicht-Muslime. Analysiert man die türkische Bevölkerungsstruktur, so lassen sich etwa 50 ethnische, sprachliche und religiöse Minderheiten in der Türkei feststellen. Dieses Faktum ist nicht verwunderlich, war doch das Osmanische Reich ein Vielvölkerstaat. 610

610 Vgl. Riemer Andrea: Die Türkei, S. 121

Staatsvolk, Sprache und Staatsgebiet bilden eine ,Troika der Unteilbarkeit' in der Türkei. Der Minderheitsbegriff existiert in der türkischen Verfassung nicht. Der Minderheitsbegriff wird in der Türkei nur im Zusammenhang mit dem Vertrag von Lausanne gesehen. Basis für den Minderheitenbegriff ist die türkische Interpretation des islamischen Nationen-Begriffs. In dieser Definition sind die Kurden nicht als Minderheit inkludiert.281 Die Abgrenzung erfolgt vielmehr nach religiösen und nicht nach ethnischen Kriterien - Minderheiten sind nur Nicht-Muslime. [...]

Analysiert man die türkische Bevölkerungsstruktur, so lassen sich etwa 50 ethnische, sprachliche und religiöse Minderheiten feststellen.283 Dieses Faktum ist auch nicht verwunderlich - war doch das Osmanische Reich neben dem der Habsburger ein ,historisches Paradebeispiel' für einen Vielvölkerstaat.

Anmerkungen

Fortsetzung von Fragment 109 27.

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[127.] Db/Fragment 110 35

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 110, Zeilen: 35-39
Quelle: Riedel 1999
Seite(n): 65, Zeilen: 12-17
Die staatlicherseits aufgezwungene türkische nationale Identität führte im Endeffekt bei vielen Menschen mit einer kurdischen Identität zur Ablehnung gegenüber allem, was mit dem Türkischen zu tun hat. Politisch profitierten davon bisher vor allem jene politischen Kräfte, die dem türkischen Nationalismus einen eigenen, nämlich den kurdischen Nationalismus, entgegenhalten. Diese staatlicherseits aufgezwungene türkische nationale Identität führte im Endeffekt bei vielen Menschen mit einer kurdischen Identität zur Ablehnung gegenüber allem, was mit dem Türkischen zu tun hat. Politisch profitierten davon bisher vor allem jene politischen Kräfte, die dem türkischen Nationalismus einen eigenen, nämlich den kurdischen Nationalismus, entgegenhalten.
Anmerkungen

Trotz – bis auf eine minimale Anpassung – wortwörtlicher Übernahme keinerlei Hinweis auf die Quelle.

Mit dieser bilanzierenden Passage endet das Unterkapitel 3.8.1. (Kemalistisches Nationenverständnis versus ethnische Minderheiten).


[128.] Db/Fragment 111 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 111, Zeilen: 13-23
Quelle: Gürbey 1998
Seite(n): 42, Zeilen: li. Sp. 15-39
Die militärische Option, die von Armee- und Staatsführung gemeinsam verfolgt wurde, gründete sich auf konstante Wahrnehmung und Beurteilungen. Zu nennen war die Perzeption des Kurdenkonfliktes als eine Bedrohung für die nationale und kulturelle Einheit. Die Bedrohungsvorstellung geteilt zu werden, hat eine historische Dimension und resultiert aus dem Trauma der Zersplitterung des Osmanischen Reiches. Diese „Phobie“ beherrscht Militär und Politik. Eine weitere Konstante ist die Reduzierung des Kurdenkonflikts entweder auf ein „Terrorismusproblem“ oder ein „sozioökonomisches“ Problem oder dessen Verknüpfung. So werden Lösungen unter Beibehaltung der konsequenten Bekämpfung der PKK in der Aktivierung von wirtschaftlichen Aufbauprogrammen gesucht. Der Konflikt wird im Sinne einer ethnischen Minderheitenfrage oder nationalen Frage abgelehnt.618

618 Vgl. Gülistan Gürbey: Wandel in der Kurdenpolitik? Die Türkei zwischen Dogma und Liberalisierung, in: Internationale Politik, 1/1998, S. 42

Die militärische Option, die von Armee- und Staatsführung gemeinsam verfolgt wird, gründet sich auf konstante Wahrnehmungen und Beurteilungen. Zu nennen ist die Perzeption des Kurdenkonflikts als eine Bedrohung für die nationale und kulturelle Einheit. Die Bedrohungsvorstellung, geteilt zu werden, hat eine historische Dimension und resultiert aus dem Trauma der Zersplitterung des Osmanischen Reiches. Diese „Phobie“ beherrscht Militär und Politik. Eine weitere Konstante ist die Reduzierung des Kurdenkonflikts entweder auf ein „Terrorismusproblem“ oder ein „sozioökonomisches“ Problem oder dessen Verknüpfung. So werden Lösungen unter Beibehaltung der konsequenten Bekämpfung der PKK in der Aktivierung von wirtschaftlichen Aufbauprogrammen gesucht. Der Konflikt wird im Sinne einer ethnischen Minderheitenfrage oder nationalen Frage abgelehnt.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[129.] Db/Fragment 112 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen: 3-12
Quelle: Gürbey 1998
Seite(n): 41 - 42, Zeilen: 41: re Sp. 31-40 - 42: li. Sp. 1-14
Ein Wandel der bisherigen Kurdenpolitik schien erst in der späten Phase der Ära Özal (1983 bis 1991) [sic] erkennbar. Dieser Politikwechsel verfügte neben militärisch-staatlicher Repression und Kontrolle auch über die Option, im kulturellen Bereich eine Liberalisierung einzuleiten, die mehrheitlich kurdisch besiedelten Gebiete wirtschaftlich zu entwickeln, die Kompetenzen der lokalen Verwaltungen durch eine umfassende Verwaltungsreform zu erweitern und die PKK politisch einzubinden. Die Geste gegenüber den in der Türkei lebenden Kurden war die Legalisierung der kurdischen Sprache durch die Aufhebung des Sprachenverbotsgesetzes (1991), das Türkisch zur Muttersprache aller türkischen Staatsbürger erklärte. Der plötzliche Tod von Özal im April 1993 führte jedoch zum Ende jeglicher Hoffnungen.620

620 Vgl. Gülistan Gürbey: Wandel in der Kurdenpolitik? Die Türkei zwischen Dogma und Liberalisierung, in: Internationale Politik, 1/1998, S. 42

[Seite 41]

Ein Wandel der bisherigen Kurdenpolitik schien erst in der späten Phase der Ära Özal (1983 bis 1993) erkennbar. Dieser Politikwechsel verfügte parallel zur militärisch-staatlichen Repression und Kontrolle auch über die Option, im kulturellen Bereich eine Liberalisierung einzuleiten, die mehrheitlich kurdisch besiedelten Gebiete wirtschaftlich zu ent-

[Seite 42]

wickeln, die Kompetenzen der lokalen Verwaltungen durch eine umfassende Verwaltungsreform zu erweitern und die PKK politisch einzubinden. Die bislang weitreichendste Geste gegenüber den in der Türkei lebenden Kurden war die Legalisierung der kurdischen Sprache durch die Aufhebung des Sprachenverbotsgesetzes (1991), das Türkisch zur Muttersprache aller türkischen Staatsbürger erklärte. Der plötzliche Tod von Özal im April 1993 führte jedoch zum abrupten Ende jeglicher Hoffnungen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet - dass der Inhalt aus der Quelle nahezu wörtlich übernommen wurde, bleibt für den Leser im Dunkeln.


[130.] Db/Fragment 113 05

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 113, Zeilen: 5-10
Quelle: Kramer 1997
Seite(n): 73, Zeilen: 16-22
Das Militär versuchte, durch die Zwangsräumung ganzer Siedlungen bzw. die Vernichtung der landwirtschaftlichen Existenzgrundlagen ihrer Bewohner menschen- und siedlungsfreie Zonen zu schaffen. Auf diese Weise waren, nach Angaben türkischer Menschenrechtsorganisationen und auch von Regierungsvertreten [sic] bestätigt, in den letzten Jahren Hunderte von Dörfern zerstört und Millionen von Menschen vertrieben worden. 625

625 Vgl. Kramer Heinz: Die Türkei in der sicherheitspolitischen Herausforderung nach dem Ende des Kalten Krieges, S. 73, in: Trummer Peter / Fleischer Sabine/ Pühs Wolfgang (Hrsg.): Die Lage im östlichen Mittelmeerraum als Aspekt deutscher Sicherheitspolitik, Baden [sic] Baden 1997

Das Militär versucht auch, durch die Zwangsräumung ganzer Siedlungen bzw. die Vernichtung der landwirtschaftlichen Existenzgrundlagen ihrer Bewohner menschen- und siedlungsfreie Zonen zu schaffen. [...] Auf diese Weise sind nach auch von Regierungsvertretern bestätigten Angaben türkischer Menschenrechtsorganisationen in den letzten Jahren hunderte von Dörfern zerstört und Millionen von Menschen vertrieben worden.2

[2 Vgl [sic] zum Beispiel Human Rights Foundation of Turkey (TIHV), 1994 Turkey Human Rights Report, Ankara 1995, S. 35-114.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[131.] Db/Fragment 114 05

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 114, Zeilen: 5-9, 103-107
Quelle: Kramer 1997
Seite(n): 74, Zeilen: 1-6, 101-107
[Trotz dieses Beispieles konnte davon keine Rede sein, stellte Kramer fest, dass eine verbreitete Bereitschaft zum Volksaufstand vorhanden wäre: Eine kurdische Intifada gab es trotz gegenteiliger PKK-Propaganda nicht.631] Dies scheint auch Öcalan erkannt zu haben, der in letzter Zeit immer öfter erklärt, dass das Ziel der PKK nicht mehr in der Abspaltung der Kurdenregion vom türkischen Staat bestehe, sondern in der Erkämpfung der politischen Autonomie innerhalb der Türkei. Er verwies in diesem Zusammenhang dann auf das baskische Modell oder sprach allgemein von Föderalismus. 632

631 Alle Umfragen unter der kurdischen Bevölkerung zeigen konstant, dass diese die PKK mehrheitlich nicht als ihren Repräsentanten ansieht und mehrheitlich auch die separatistischen Ziele nicht teilt. Doch hat diese [sic] Untersuchung auch gezeigt, dass es bei den Bewohnern der kurdischen Provinzen ein eigenständiges Identitätsbewusstsein und das Verlangen gibt, diese im Rahmen des türkischen Staatsverbandes auch Ausdruck verleihen zu können. [In: Erbil [sic] Dogu [sic], TOBB-Bericht, auf den Bericht wird unter Punkt 4.2. auch eingegangen.]

632 Vgl. Kramer Heinz: Die Türkei in der sicherheitspolitischen Herausforderung nach dem Ende des Kalten Krieges, S. 74, in: Trummer Peter / Fleischer Sabien/ [sic] Pühs Wolfgang (Hrsg.): Die Lage im östlichen Mittelmeerraum als Aspekt deutscher Sicherheitspolitik, Baden Baden [sic] 1997

[Trotz der massiven Folgewirkungen des türkischen Militäreinsatzes für die kurdische Zivilbevölkerung kann keine Rede davon sein, daß eine verbreitete Bereitschaft zum Volksaufstand vorhanden wäre: Eine kurdische Intifada gibt es trotz gegenteiliger PKK-Propaganda nicht.1] Dies scheint auch Öcalan erkannt zu haben, der in letzter Zeit immer öfter erklärt, daß das Ziel der PKK nicht mehr in der Abspaltung der Kurdenregion vom türkischen Staat bestehe, sondern in der Erkämpfung der politischen Autonomie innerhalb der Türkei: Er verweist in diesem Zusammenhang dann auf das baskische Modell oder spricht allgemein von Föderalismus.2

1 Alle Umfragen unter der kurdischen Bevölkerung zeigen konstant, daß diese die PKK mehrheitlich nicht als ihren Repräsentanten ansieht und mehrheitlich auch die separatistischen Ziele nicht teilt. Doch hat die ”prominenteste” dieser Untersuchungen, die im Sommer 1995 auf Veranlassung der türkischen Kammerunion unter der Leitung von Prof. Dogu [sic] Ergil durchgeführt wurde, auch gezeigt, daß es bei den Bewohnern der kurdischen Provinzen ein eigenständiges Identitätsbewußtsein und das Verlangen gibt, diesem im Rahmen des türkischen Staatsverbandes auch Ausdruck verleihen zu können. [Vgl. Briefing (Ankara), 1052 (7. August 1995), S. 6/7, und 1053 (14. August 1995), S. 6-8.]

[2 Vgl. zum Beispiel das Interview mit Öcalan in: Die Zeit, 5. April 1996, S. 7, oder in der Süddeutschen Zeitung, 31. März 1996, S. 9. Es kann jedoch nicht beurteilt werden, wie ernsthaft diese Äußerungen gemeint sind, da der türkische Staat sich strikt weigert, mit der PKK oder ihr nahe stehender [sic] Gruppen in einen politischen Dialog einzutreten. In der politischen öffentlichen Meinung der Türkei herrscht die Ansicht vor, daß es zwischen Separatismus und Föderalismus à la PKK keinen faktischen Unterschied gebe.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Der in eckige Klammern gesetzte Text am Anfang des Fragments dient lediglich zur Verdeutlichung des Kontextes und wird nicht als unzulässige Übernahme gewertet, da die Verf. ausdrücklich von einer Feststellung Kramers spricht.


[132.] Db/Fragment 114 29

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 114, Zeilen: 29-32, 118-120
Quelle: Kramer 1997
Seite(n): 74, Zeilen: 74:7-9, 13-14; 75:101-102
Der türkische Staat hat mit diesen Maßnahmen versucht, die Lage in den unter Sonderrecht stehenden Provinzen635 weitgehend unter Kontrolle zubringen, [sic] sah sich allerdings außerstande, die PKK militärisch entscheidend zu besiegen. Hinzu kam, dass die Zivilbevölkerung darunter sehr gelitten hat.

635 in elf Provinzen im Südosten [( Diyarbakir, Hakkari, Siirt, Sirnak, Tunceli, Batman, Bingöl, Bitlis, Mardin, Mus)] waren [sic] Ausnahmezustand verhängt sowie der [sic] im sogenannten Anti-Terror gesetzt [sic] enthaltenen Strafdrohungen [sic] für Journalisten und Herausgeber. [sic]

[Seite 74]

Der türkische Staat hat die Lage in den unter Sonderrecht stehenden Provinzen weitgehend unter Kontrolle, sieht sich allerdings außerstande, die PKK militärisch entscheidend zu besiegen. [...] Der erreichte Status quo, unter dem vorwiegend die Zivilbevölkerung leidet[, dürfte sich so kaum zugunsten der einen oder der anderen Seite nachhaltig verändern lassen].

[Seite 75]

[Erst die alleinige und übermäßige militärische Reaktion der türkischen Führung auf die Herausforderung durch die PKK hat Entwicklung begünstigt, die als faktische Separierung der kurdischen Provinzen vom Rest der Türkei bezeichnet werden muß.1]


1 Infolge des über zehn Provinzen im Südosten verhängten Ausnahmezustands sowie der im sogenannten Anti-Terror-Gesetz enthaltenen Strafandrohungen für Journalisten und Herausgeber [ist zum Beispiel eine freie Berichterstattung aus der türkischen Kurdenregion nicht möglich]. [...]

Anmerkungen

Keine Quellenangabe.

Bei der Übernahme des Textes in der Fußnote geht die Verfasserin so unsorgfältig vor, dass der resultierende Satz stark ungrammatisch wird. Die Namen der mit der Anzahl elf angegebenen zehn Provinzen ergänzt sie selbstständig.


[133.] Db/Fragment 117 101

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 117, Zeilen: 101-104
Quelle: Gumpel 2003
Seite(n): 24, Zeilen: 32-36
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642 Die kurdische Bevölkerung der Türkei hat unter dem mehr als zwanzigjährigen Konflikt, der mehr als 30.000 Tode [sic] gefordert hat besonders gelitten. 3548 Dörfer sind im Rahmen des Kampfes gegen die PKK entleert und zum größten Teil zerstört worden. Millionen Menschen sind gezwungen worden, Haus und Hof zu verlassen. In: Gumpel Werner: Die Türkei zwischen den Konfliktstaaten, Südosteuropa Mitteilungen 1/2003, S. 24

Die kurdische Bevölkerung der Türkei hat unter dem mehr als zwanzigjährigen Konflikt, der mehr als 30.000 Tote gefordert hat, besonders gelitten. 3.548 Dörfer sind im Rahmen des Kampfes gegen die PKK entleert und zum großen Teil zerstört worden; Millionen von Menschen sind gezwungen worden, Haus und Hof zu verlassen.17

17 www.turkishdailynews.com, 25. 4. 2002.

Anmerkungen

Im Wortlaut fast identisch. Art und Umfang der Übernahme bleiben dennoch ungekennzeichnet.


[134.] Db/Fragment 117 36

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 117, Zeilen: 36-39
Quelle: Kramer 1997
Seite(n): 73, Zeilen: 10-14
Die Mehrzahl der türkischen Militäraktionen hatte präventiven oder reinigenden Charakter. Dabei wurde versucht, durch vorbeugende massive Einschüchterung von Dorfbewohnern deren Kooperationsbereitschaft gegenüber der PKK Kämpfern [sic] zu minimieren, um so der Guerilla die Existenzgrundlage in den Südostprovinzen zu [nehmen. 648]

648 Vgl. Kramer Heinz: Die Türkei in der sicherheitspolitischen Herausforderung nach dem Ende des Kalten Krieges, S. 73, in: Trummer Peter / Fleischer Sabien/ [sic] Pühs Wolfgang (Hrsg.): Die Lage im östlichen Mittelmeerraum als Aspekt deutscher Sicherheitspolitik, Baden [sic] Baden 1997

Die Mehrzahl der türkischen Militäraktionen hat präventiven oder ”reinigenden” Charakter. Dabei wird versucht, durch vorbeugende massive Einschüchterung von Dorfbewohnern deren Kooperationsbereitschaft gegenüber den PKK-Kämpfern zu minimieren, um so der Guerilla die Existenzgrundlage in den relativ dünn besiedelten Gebieten der Südostprovinzen zu nehmen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Die distanzierende Charakterisierung der Militäraktionen als "'reinigend'" durch Kramer scheint der Verf. zu entgehen.


[135.] Db/Fragment 119 32

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 119, Zeilen: 32-37
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 67, Zeilen: 15-22
3.9. Kurzes Resümee: Die türkische Nah- und Mittelostpolitik bis zum Ende des Kalten Krieges: Konstanten und Wandel

Die Politik der außenpolitischen Neutralität, die nach der Gründung der türkischen Republik eine wichtige Konstante in den Außenbeziehungen des Landes war, konnte nicht lange aufrechterhalten werden. Grund waren die sowjetischen Gebietsansprüche im Nordosten des Landes sowie die Forderung zur Bereitstellung von Militärbasen an den Meerengen. Dann trat die Türkei der NATO bei. Die NATO garantierte die Souveränität und staatliche Integrität der Türkei.

Grundzüge der türkischen Sicherheitspolitik in Vergangenheit und Gegenwart

Die Politik der außenpolitischen Neutralität, die nach der Gründung der türkischen Republik eine wichtige Konstante in den Außenbeziehungen des Landes war, konnte nicht lange aufrechterhalten werden. Grund waren die sowjetischen Gebietsansprüche im Nordosten des Landes sowie die Forderung zur Bereitstellung von Militärbasen an den Meerengen. Durch den NATO-Beitritt erhielten die Sicherheitsbedenken Ankaras für die (westliche) internationale Staatengemeinschaft eine zentrale Bedeutung: die Türkei galt als der südöstliche Pfeiler des Westens. Die NATO garantierte im Gegenzug die Souveränität und staatliche Integrität der Türkei.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Der Text findet sich (ebenfalls als Komplettplagiat) auch in der Zusammenfassung der Arbeit: siehe Db/Fragment_272_07.


[136.] Db/Fragment 120 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 1-15
Quelle: Gürbey 1997
Seite(n): 126, Zeilen: 4-8, 15-27, 101-102
[Die Außenpolitik der Türkei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Eintritt der Türkei in die NATO sowie durch die politische, militärische und ökonomische] Ausrichtung auf Europa und den [sic] USA bestimmt. Die atlantische Orientierung führte zu einem eindimensionalen außenpolitischen Verhalten unter Vernachlässigung der regionalen Komponente in der außenpolitischen Interessenwahrnehmung des Landes. Bis in die Mitte der 60er Jahre wurden die Beziehungen der Türkei zu dieser Region in erster Linie durch die US-Nahostpolitik und deren Interessen, welche sich die Türkei zu eigen gemacht hatte, bestimmt. Dies zeigte sich auch an der Reaktion des Landes auf Krisen in der Region, wie z. B. in der Rückhaltsgewährung der US-Politik in der Suez-Krise 1956. Eine starke Isolation der Türkei in der Region war die Folge dieser Politik.

Erst in der ersten Hälfte der 60er Jahre setzte unter veränderten internationalen und regionalen Bedingungen (Entspannung im Ost-West Verhältnis, Zypernkrise) und nach einem innenpolitischen Wandlungsprozess (Entstehung eines ideologisch-politischen Pluralismus, Auswirkungen der liberalen Verfassung von 1961) eine Entwicklung zur Multidimensionalität in der Außenpolitik ein. Dies bedeutete eine stärkere regionale Interessenwahrnehmung unter strikter Beibehaltung der Westbindung und Bündnisverpflichtungen.

Die Außen- und Sicherheitspolitik der Türkei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Eintritt der Türkei in die NATO sowie durch die politische und ökonomische Ausrichtung auf Europa und die USA bestimmt. Die atlantische Orientierung führte zu einem eindimensionalen außenpolitischen Verhalten unter Vernachlässigung der regionalen Komponente in der außenpolitischen Interessenwahrnehmung des Landes. [...] Bis in die Mitte der 60er Jahre wurde die eindimensionale türkische Außenpolitik durch das Primat der USA-Türkei-Beziehungen und Bündnisinteressen bestimmt. Bündnisinteressen- und verpflichtungen wurden mit den nationalen Interessen des Landes gleichgesetzt.3 Eine starke Isolation der Türkei in der Region war u.a. die Folge dieser Politik.

Erst in der ersten Hälfte der 60er Jahre setzte unter veränderten internationalen und regionalen Bedingungen (Entspannung im Ost-West-Verhältnis, Zypernkrise [...]) und nach einem innenpolitischen Wandlungsprozeß (Entstehung eines ideologisch-politischen Pluralismus [...], Auswirkungen der liberalen Verfassung von 1961) eine allmähliche Entwicklung zur Multidimensionalität in der Außenpolitik ein. Dies bedeutete eine stärkere regionale Interessenwahrnehmung unter strikter Beibehaltung der Westbindung und Bündnisverpflichtungen.


3 Dies zeigte sich auch an der Reaktion der Türkei auf Krisen in der Region, wie z.B. in der Rückhaltsgewährung der US-Politik in der Suez-Krise 1956 [...].

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Betroffen ist hier das 1 1/3 Seiten umfassende Unterkapitel 3.9 (S. 119 f.), das ein Kurzes Resümee: Die türkische Nah- und Mittelostpolitik bis zum Ende des Kalten Krieges: Konstanten und Wandel der Autorin zu sein beansprucht.

Tatsächlich besteht es (mit Ausnahme des letzten kurzen Absatzes) aus Zusammenschnitten aus zunächst Akkaya und Aver 2004 und daran anschließend aus Gürbey 1997 sowie Gürbey 1991.

Dass die beiden Gürbey-Publikationen passagenweise textlich sehr große Übereinstimmungen aufweisen, erschwert eine Zuordnung der jeweils benutzten Übernahmequelle. In der Dokumentation erfolgt sie daher nach dem höheren Übereinstimmungsgrad.

Der Inhalt dieses Fragments wird im zusammenfassenden Kapitel 8 erneut verwertet – vgl. Fragment 272 13.


[137.] Db/Fragment 120 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 120, Zeilen: 15-41
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 210, 211, 212, 213, 214, Zeilen: 210:13-16, 24-30, 211:17-20, 22-23, 212:8, 14-16, 27-30, 213:27-32, 214:27-29
Die Zypern-Krise von 1963/64 führte zu einer Verschlechterung der türkisch-amerikanischen Beziehung. Die Türkei zeigte die Enttäuschung gegenüber der arabischen Welt auf [sic], da die Mehrheit der arabischen Staaten sich im Zypernkonflikt hinter Griechenland stellte.

Die wichtigsten Schritte auf dem Gebiet einer multidimensionalen Außenpolitik unter Beibehaltung der Westbindung waren die Aufnahme gutnachbarschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion und die Entwicklung einer aktiven türkischen Nah- und Mittelostpolitik, was eine Erweiterung der außenwirtschaftlichen Möglichkeiten bedeutete. Folgende Prinzipien bestimmten primär die Nah- und Mittelostpolitik der Türkei:

- Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Konflikte, d.h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind.

- Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen

- Die Bevorzugung bilateraler vor multilateralen Beziehungen.

Die türkische Nah- und Mittelostpolitik stand nicht grundsätzlich im Widerspruch zur atlantischen Ausrichtung, geriet aber in einigen Punkten in Spannung zu dem türkisch-amerikanischen Sonderverhältnis. Die Türkei versuchte, ihre Verpflichtungen innerhalb der westlichen Allianz mit ihren Interessen gegenüber der arabisch-islamischen Welt in Einklang zu bringen.

Das Prinzip der grundlegenden politischen Neutralität gegenüber zwischenstaatlichen Konflikten dieser Region fand Anwendung. So verfolgte die Türkei im irakisch-iranischen Krieg eine Neutralitätspolitik. Sie zeigte besondere Vorsicht gegenüber den Konfliktparteien, da wirtschaftliche Verbindungen zu beiden bestanden. Als wichtiger Handels- und Transitpartner sowohl für den Irak als auch für den Iran profitierte die Türkei zugleich von der Kriegswirtschaft.

[Seite 210]

Die erste Zypernkrise von 1963/64, die u.a. zu einer Verschlechterung der türkisch-amerikanischen Beziehungen führte, zeigte erneut die Enttäuschung der arabischen Welt gegenüber der Türkei auf. Die Mehrheit der arabischen Staaten stellte sich im Zypernkonflikt hinter Griechenland und Makarios.

[...]

[...] Die wichtigsten Schritte auf dem Gebiet einer multidimensionalen Außenpolitik waren unter Beibehaltung der Westbindung die Aufnahme gutnachbarlicher Beziehungen zur Sowjetunion ab 1964 und die Entwicklung einer aktiven türkischen Nah- und Mittelostpolitik.

Die Nah- und Mittelostpolitik in den 70er und 80er Jahren wurde zu einem wichtigen Eckpfeiler der türkischen Außenpolitik, wobei diese aktive Politik zugleich eine Erweiterung der außenwirtschaftlichen Möglichkeiten bedeutete.

[Seite 211]

Folgende Prinzipien bestimmten primär die Nah- und Mittelostpolitik der Türkei:

– Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Beziehungen, d.h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind, [ausgenommen der israelisch-arabische Konflikt;]

– Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen; [...]

[Seite 212]

– die Bevorzugung bilateraler Beziehungen vor multilateralen Beziehungen.

[...]

Die türkische Nah- und Mittelostpolitik stand nicht grundsätzlich im Widerspruch zur atlantischen Ausrichtung, geriet aber in einigen Punkten in eine Spannung zu dem türkisch-amerikanischen Sonderverhältnis.

[...]

Das Prinzip der grundlegenden politischen Neutralität der türkischen Nah- und Mittelostpolitik gegenüber zwischenstaatlichen Konflikten dieser Region fand eine konsequente Anwendung.

[Seite 213]

Im irakisch-iranischen Krieg verfolgte die Türkei konsequent eine Neutralitätspolitik. Sie zeigte besondere Vorsicht gegenüber den Konfliktparteien, da wirtschaftliche Verbindungen zu beiden bestanden, [aber auch weil der Konflikt indirekte Rückwirkungen auf die innere Sicherheit (Kurdenproblem) hatte.] Als wichtiger Handels- und Transitpartner sowohl für den Irak als auch für den Iran profitierte die Türkei zugleich von der Kriegswirtschaft.

[Seite 214]

Sie versuchte, ihre Verpflichtungen innerhalb der westlichen Sphäre in Einklang zu bringen mit ihren Interessen gegenüber der arabisch-islamischen Welt.

Anmerkungen

Kompiliert aus fünf Seiten der Quelle – und kein Hinweis auf eine Übernahme.

Das zwischenbilanzierende und fußnotenfreie Unterkapitel 3.9 (Kurzes Resümee: [...], S. 119-120) besteht (mit Ausnahme des letzten kurzen Absatzes) aus Zusammenschnitten aus zunächst Akkaya und Aver 2004 und daran anschließend aus Gürbey 1997 sowie Gürbey 1991.

Dass die beiden Gürbey-Publikationen passagenweise textlich sehr große Übereinstimmungen aufweisen, erschwert eine Zuordnung der jeweils benutzten Übernahmequelle. In der Dokumentation erfolgt sie daher nach dem höheren Übereinstimmungsgrad.

Die Ausführungen zu Beginn zur Zypern-Krise von 1963/64 sowie die Aufzählung zu den Prinzipien der türkischen Nah- und Mittelostpolitik werden im zusammenfassenden Kap. 8 wiederholt, vgl. Fragment 272 29.


[138.] Db/Fragment 121 32

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 121, Zeilen: 32-40
Quelle: Gürbey 2003
Seite(n): 29, Zeilen: 14-23
Während des Golfkrieges wagte Turgut Özal den Schritt, die bisherige traditionelle Nahost-Politik der Türkei insbesondere die Leitprinzipien der Nichteinmischung in zwischenstaatliche Konflikte und des Verzichts auf eine Führungsrolle in der Region, zugunsten der aktiven Politik zu durchbrechen. Zentrale außenpolitische Zielsetzungen dieses Politikwechsels waren es der angesichts des Wegfalls des Ost-West-Konflikts drohenden Abnahme der geostrategischen Bedeutung der Türkei mittels einer aktiven Politik der Unterstützung der USA und der Anti-Irak-Koalition entgegenzutreten, die Türkei als regionale Führungs- und Ordnungsmacht zu etablieren sowie einen raschen EU-Beitritt des Landes zu erreichen. Der im April 1993 verstorbene Özal wagte den Schritt, die bisherige traditionelle Nahost-Politik der Türkei, insbesondere die Leitprinzipien der Nichteinmischung in zwischenstaatliche Konflikte und des Verzichts auf eine Führungsrolle in der Region, zugunsten einer aktiven Politik zu durchbrechen. Zentrale außenpolitische Zielsetzungen dieses Politikwechsels waren es, der angesichts des Wegfalls des Ost-West-Konflikts drohenden Abnahme der geostrategischen Bedeutung der Türkei mittels einer aktiven Politik der Unterstützung der USA und der Anti-Irak-Koalition entgegenzutreten, die Türkei als regionale Führungs- und Ordnungsmacht zu etablieren sowie einen raschen EU-Beitritt des Landes zu erreichen.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Der erste Satz wurde bereits an anderer Stelle von Db "verarbeitet" (vgl. Db/Fragment_003_22).


[139.] Db/Fragment 123 104

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 123, Zeilen: 104-106
Quelle: Steinbach 1998
Seite(n): 11, Zeilen: re.Sp.: 19-24
667 Die Einbußen, die die Türkei durch die Schließung der Pipeline von den nordirakischen Ölfeldern zum türkischen Hafen Yumurtalik [sic] hinnehmen musste, werden von der türkischen Regierung auf 30 Mrd. $ beziffert. Die Einbußen, die die Türkei durch Schließung der Pipeline von den nordirakischen Erdölfeldern zum Erdölhafen Yumurtalik [sic] hatte, werden seitens der türkischen Regierung auf 30 Milliarden Dollar beziffert.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[140.] Db/Fragment 124 23

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 124, Zeilen: 23-26
Quelle: Gürbey 2000
Seite(n): 118, Zeilen: 19-22
Der Generalstabchef [sic] verlautbart, wie in der Vergangenheit bedeutet die Existenz von Terroristen in Iran, Iran [sic] und Syrien eine Bedrohung für die Türkei. Deshalb werden die türkischen Streitkräfte diesen Kampf bis zur „Auslöschung des letzten Terroristen“ fortsetzen. 674

674 Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt, 2000/2, S. 118

Der Generalstab verlautbart, wie in der Vergangenheit bedeute die Existenz von Terroristen in Irak, Iran und Syrien eine Bedrohung für die Türkei. Deshalb werden die türkischen Streitkräfte diesen Kampf bis zur „Auslöschung des letzten Terroristen“ fortsetzen.
Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme wird nicht kenntlich gemacht. Weiter wird der Titel der Zeitschrift, in der Gürbeys Aufsatz erschien, unterschlagen.

Die Passage findet sich nahezu identisch später wieder; vgl. Fragment 157 08.


[141.] Db/Fragment 125 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 125, Zeilen: 2-39
Quelle: Heine 1992
Seite(n): 21-22; 25-26; 28-29, Zeilen: 21: 21-23; 22: 7-15; 25: 4-7, 9-13, 19-24, 28-31; 26: 1-3, 5-8, 15-20; 28: 28-31 - 29: 1-3
Der Irak ist ein Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches. Der Irak entstand aus den drei osmanischen Verwaltungsbezirken (Vilayet) Mosul, Bagdad und Basra. Im Irak leben nicht nur Araber, sondern auch Kurden und Turkmenen und noch weitere kleine ethnische Minderheiten, die in die [sic] zwei Richtungen aufgeteilt sind: Sunniten und Schiiten. Dass die Schiiten dabei den größeren Bevölkerungsanteil ausmachen, prozentual jedoch nur einen geringen Anteil an der Zahl der politischen und militärischen Führungskräfte haben, hat im Verlauf der Geschichte des Landes immer wieder zu Konflikten geführt. 677 Am Tag des Waffenstillstandes von Mudros (30.10.1918) hatten die britischen Truppen Mosul noch nicht besetzt. Sie rückten erst später dorthin vor. Irakische Nationalisten hatten vom Beginn ihrer Aktivitäten an gefordert, dass der unabhängige Irak von Mosul bis Basra reichen sollte. Auch die Türkei forderte das Gebiet des Vilayet Mosul für sich, wobei sie darauf hinwies, dass die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung turksprachig sei. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen der Türkei und England, bzw. in der Folge mit Vertretern des Völkerbundes, war die Türkei im Juni 1926 im Vertrag von Ankara dann gezwungen, die Zugehörigkeit von Mosul zum Irak anzuerkennen. 678

In vielerlei Hinsicht sahen die irakischen Politiker auch während ihrer späteren Tätigkeit in dem selbständigen Staat Irak die Türkei als Vorbild an. Folglich wurde den diplomatischen Beziehungen mit Ankara von der irakischen Seite immer ein besonderer Stellenwert zugemessen. Die Vorbildfunktion galt vor allem angesichts der Tatsache, dass der Irak in den zwanziger und dreißiger Jahren ein Land war, in dem nach Ansicht der politischen und administrativen Elite zahlreiche Neuerungen und Reformen im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich eingeführt werden mussten. Dabei war den sunnitischen Politikern und Intellektuellen die Türkei der Kemalistischen Reformen in jeder Hinsicht ein Vorbild, auch wenn sie zugleich die Reformversuche im benachbarten Iran unter Schah Reza mit Interesse beobachteten. Beispielsweise wurden die Diskussionen um die Schleierfrage seit den zwanziger Jahren immer auch mit der Situation in der Türkei verglichen.679 Die türkisch-irakischen Beziehungen waren noch gut, da beide Länder während des Kalten Krieges auf westlicher Seite standen bis auf eine kurze Phase während der Regierungszeit des irakischen Präsidenten Quassem, als sich der Irak mehr an den Ostblock anlehnte. Beide Staaten waren weiterhin um eine gute Nachbarschaft bemüht. 680

Nach den beiden Erdölkrisen von 1973 und 1979 äußerten sich in der Türkei führende Persönlichkeiten zur Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen mit den Staaten der Arabischen Länder, bei denen gemeinsame Religion und lange Phasen gemeinsamer Geschichte herrschte [sic]. Nur zu einem geringeren Teil wurden diese Hoffnungen erfüllt.

Nur 11,25 % der ausländischen Investitionen in der Türkei stammten gegen Ende 1988 aus arabischen Finanzquellen.681


677 Vgl. Heine Peter, Die Türkei und ihre Nachbarn: Der Irak, in: ZfTS 1/92 21ff.

678 Vgl. ebenda, S. 21ff.

679 Vgl. ebenda, S. 25

680 Vgl. ebenda, S. 25

681 Vgl. ebenda, S. 29

[Seite 21]

Der Irak ist wie die Türkei ein Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches. Der Irak entstand aus den drei osmanischen Verwaltungsbezirken (Vilayet) Mosul, Bagdad und Basra3.


3 U. Gehrke u. G. Kuhn: Die Grenzen des Irak. Historische und rechtliche Aspekte des irakischen Anspruchs auf Kuwait und des irakisch-persischen Streites um den Schatt al-Arab. Stuttgart 1963.

[Seite 22]

Im Irak lebten und leben nicht nur Araber, sondern auch Kurden und Turkmenen, von weiteren kleinen ethnischen Minderheiten einmal ganz abgesehen. Zwar bilden Muslime die Mehrheit der Einwohner. Diese sind jedoch in die zwei großen Richtungen der Sunniten und der Schiiten aufgeteilt. Daß die Schiiten dabei den größeren Bevölkerungsanteil ausmachen, prozentual jedoch nur einen geringen Anteil an der Zahl der politischen und militärischen Führungskräfte haben, hat im Verlauf der Geschichte des Landes immer wieder zu Konflikten geführt.

[Seite 25]

Am Tag des Waffenstillstandes von Mudros (30.10.1918) hatten die britischen Truppen Mosul noch nicht besetzt. Sie rückten erst später dorthin vor. Irakische Nationalisten hatten vom Beginn ihrer Aktivitäten an gefordert, daß der unabhängige Irak von Mosul bis Basra rei-

[Seite 26]

chen sollte. Doch auch die Türkei forderte das Gebiet des Vilayet Mosul für sich, wobei sie darauf hinwies, daß die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung turk-sprachig sei. [...] Nach langwierigen Verhandlungen zwischen der Türkei und England, bzw. in der Folge mit Vertretern des Völkerbundes, war die Türkei im Juni 1926 im Vertrag von Ankara dann gezwungen, die Zugehörigkeit von Mosul zum Irak anzuerkennen.

[Seite 25]

In vielerlei Hinsicht sahen die irakischen Politiker auch während ihrer späteren Tätigkeit in dem selbständigen Staat Irak die Türkei als ein Vorbild an. Folglich wurde den diplomatischen Beziehungen mit Ankara von der irakischen Seite immer ein besonderer Stellenwert zugemessen. [...] Die Vorbildfunktion galt vor allem angesichts der Tatsache, daß der Irak in den zwanziger und dreißiger Jahren ein Land war, in dem nach Ansicht der politischen und administrativen Elite zahlreiche Neuerungen und Reformen im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich eingeführt werden mußten. [...] Dabei war den sunnitischen Politikern und Intellektuellen die Türkei der kemalistischen Reformen in jeder Hinsicht ein Vorbild, auch wenn sie zugleich die Reformversuche im benachbarten Iran unter Schah Reza mit Interesse beobachteten. Beispielsweise wurde in Diskussionen um die Schleierfrage seit den zwanziger Jahren immer auch mit der Situation in der Türkei argumentiert12.


12 s. z.B. Khayri al-‘Umari: Hikayat siyasiyya min tarikh al-‘iraq al-hadith. Beirut 1969: 93-145 (deutsche Übersetzung von Peter Heine: Der Kampf um die Verschleierung im Irak, in: Al-Rafidayn. Jahrbuch zur Geschichte und Kultur des Modernen Irak, Bd. 1. Würzburg 1991: 69-90.

[Seite 26]

[Die allgemeine Akzeptierung der bestehenden Grenzen gegenüber dem Irak sind [sic] auch aus der Tatsache zu erklären,] daß beide Staaten in der Zeit des „Kalten Krieges“ nach dem Zweiten Weltkrieg auf westlicher Seite standen. Von kurzen Phasen während der Regierungszeit des irakischen Präsident Qassem abgesehen, blieben die Beziehungen auch dann noch gut, als sich der Irak mehr an den Ostblock anlehnte. Beide Staaten waren weiterhin um eine gute Nachbarschaft bemüht.

[Seite 28]

Nach den beiden Erdölkrisen von 1973 und 1979 äußerten in der Türkei führende Persönlichkeiten verschiedentlich die Hoffnung, daß die Tatsache der gemeinsamen Religion und langer Phasen gemeinsamer Geschichte zu einer Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen mit den Staaten der Arabischen

[Seite 29]

Welt, vor allem den Ölstaaten führen werde. Diese Hoffnungen haben sich nur zu einem geringeren Teil erfüllt. Nur 11,25 % der ausländischen Investitionen in der Türkei stammten Ende 1988 aus arabischen Finanzquellen.

Anmerkungen

Auch wenn die Verf. mehrmals mit "Vgl." auf die Quelle verweist, macht sie nicht kenntlich, dass sie die Ausführungen aus dieser großteils wörtlich übernimmt.

Zudem werden die Übernahmen von S. 26 auch durch keinerlei Quellenverweis erfasst.


[142.] Db/Fragment 127 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 127, Zeilen: 17-22
Quelle: Heine 1992
Seite(n): 29, Zeilen: 9-15
Unter den nahöstlichen Handelspartnern hat der Irak für die Türkei immer eine wichtige Rolle gespielt. Dazu hat natürlich der geographische Faktor der gemeinsamen Grenze beigetragen, aber auch die Tatsache, dass mit der Eisenbahnstrecke der Bagdadbahn seit langem ein wichtiges Transportmittel zur Verfügung stand. Als der erste Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran ausbrach erhielt die Türkei für den Irak eine besondere wirtschaftliche Bedeutung. Unter den nahöstlichen Handelspartnern der Türkei hat der Irak immer eine besondere Rolle gespielt. Dazu hat natürlich der geographische Faktor der gemeinsamen Grenze beigetragen, aber auch die Tatsache, daß mit der Eisenbahnstrecke der sogenannten Bagdadbahn seit langem ein wichtiges Transportmittel zur Verfügung stand. Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung erhielt die Türkei für den Irak, als der erste Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran ausbrach.
Anmerkungen

Die Quelle wird erst in der drittnächsten Fußnote weiter unten genannt.


[143.] Db/Fragment 127 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 127, Zeilen: 26-31, 33-35
Quelle: Heine 1992
Seite(n): 29, Zeilen: 15-24
Schon seit 1977 war die Öl-Pipeline von Kirkuk nach Yumurtalik, welche die alte und von Syrien 1982 geschlossene Pipeline nach Banyas und Tripoli ergänzt und dann ersetzt hatte, ein wichtiger wirtschaftlicher und politischer Faktor. Mit der Verdoppelung ihrer Kapazität im Jahre 1984 wurde die wirtschaftliche Verflechtung noch enger. 1987 wurde eine weitere Pipeline im Betrieb genommen. Mit ihr erhielt der Irak die Möglichkeit über die Türkei täglich 1,5 Millionen Barrel Öl zu exportieren. [Damit konnte die Türkei ihren eigenen Rohölbedarf decken und der Rest war für den Export bestimmt.] Die Türkei entwickelte sich zum zweitgrößten Importeur von Produkten aus dem Irak, wobei vor allem die Tatsache eine Rolle spielt, dass 60 % des in der Türkei benötigten Erdöls aus dem Irak stammten.694

694 Vgl. Heine Peter: Die Türkei und ihre Nachbarn: Der Irak, in: Zeitschrift für Türkeistudien 1/92, S. 29 und Kut: En uzun on yil, Altunisik Meliha: Güvenlik Kiskacinda Türkiye-Ortadogu S. 330

Schon seit 1977 war die Öl-Pipeline von Kirkuk nach Yumurtalik, die die alte und von Syrien 1982 geschlossene Pipeline nach Banyas und Tripoli ergänzt und dann ersetzt hatte, ein wichtiger wirtschaftlicher und politischer Faktor. Mit der Verdoppelung ihrer Kapazität im Jahr 1984 wurde die wirtschaftliche Verflechtung noch enger. Eine weitere Pipeline wurde 1987 in Betrieb genommen. Mit ihr erhielt der Irak die technische Möglichkeit, über die Türkei 1,5 Millionen Barrel Öl pro Tag zu exportieren. Die Türkei entwickelte sich zum zweitgrößten Importeur von Produkten aus dem Irak, wobei vor allem die Tatsache eine Rolle spielt, daß 60 % des in der Türkei benötigten Erdöls aus dem Irak stammten.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Trotz der großteils wörtlichen Übernahme verweist die Verf. zusätzlich auf eine türkischsprachige Quelle.


[144.] Db/Fragment 128 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 1-4
Quelle: Heine 1992
Seite(n): 29, Zeilen: 24-29
[Nach dem Ende des iranisch-irakischen Kriegs wurde eine] Vielzahl von Jointventure-Projekten geplant, so für Raffinerien in Iskenderun und Basra, eine Eisenbahnstrecke bis Zakho, gemeinsame Elektrizitätsprojekte, um nur einige zu nennen. Der Ausbruch der zweiten Golfkrise hat die Verfolgung dieser und ähnlicher ökonomische [sic] Aktivitäten zum Erliegen gebracht. [„Angesichts des fortbestehenden Embargos gegen den Irak ist nicht abzusehen, wann und auf welchen Ebenen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern [sic] wieder aufgenommen werden.“ 697]

[697 Vgl. Heine Peter: Die Türkei und ihre Nachbarn: Der Irak, in: Zeitschrift für Türkei Studien 1/92, S. 29]

Nach dem Ende des iranisch-irakischen Krieges wurde eine Vielzahl von joint-venture-Projekten geplant, so für Raffinerien in Iskendrun [sic] und Basra, eine Eisenbahnstrecke bis Zakho, gemeinsame Elektrizitätsprojekte, um nur einige zu nennen. Der Ausbruch der Kuwait-Krise und des Zweiten Golfkrieges haben die Verfolgung dieser und ähnlicher ökonomischer Aktivitäten zum Erliegen gebracht. [Angesichts des fortbestehenden Embargos gegen den Irak ist nicht abzusehen, wann und auf welchen Ebenen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder aufgenommen werden.]
Anmerkungen

Den in Klammern gesetzten letzten Satz macht die Verf. (bis auf ein ausgelassenes Wort) korrekt als Zitat kenntlich. Unverständlich ist, warum sie dies bei den mehr oder weniger wörtlich übernommenen beiden vorhergehenden Sätzen, für die eine Quellenangabe fehlt, nicht ebenso handhabt.


[145.] Db/Fragment 128 21

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 21-39
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 123, 124, 125, Zeilen: 123:15-16.18-29; 124:28-33; 125:26-33
Eine große Bedeutung für die türkische Außenpolitik hat nach dem zweiten Golfkrieg der Irak gewonnen. Während des Golfkrieges rückte die Türkei von der traditionellen Politik der gutnachbarschaftlichen Beziehungen mit dem Irak ab und unterstützte bedingungslos die Politik der USA und das folgende Embargo. Die türkische Regierung erlaubte die Stationierung der Streitkräfte in Südostanatolien. Seit Januar 1997 ist die militärische Präsenz der UN-Truppen auf den Bereich der Luftwaffe beschränkt. Die bislang stationierten Armeen wurden nach dem entsprechen [sic] Beschluss des türkischen Parlaments abgezogen.699

Türkische Bemühungen führten schließlich zur Lockerung der Embargo-Bestimmungen; der Irak darf seit Dezember 1996 per Beschluss der Vereinten Nationen in begrenzter Menge wieder Erdöl über die Pipeline Kerkük-Yumurtalik exportieren. In der Türkei rechnet man mit Einnahmen von 1,1 Mrd. US-$ aus dem Öltransport.700

Die knapp zwei Millionen Turkmenen, die im Norden Iraks die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe nach den Kurden bilden und bislang sowohl von den UN als auch von der Türkei völlig vernachlässigt wurden, sind bei den Verhandlungen über eine Lösung des Konfliktes im Nordirak seit Mitte 1996 erstmals ein Bestandteil der türkischen Irakpolitik geworden. Die Turkmenen einer Allianz formiert [sic], die „Turkmenische Front“, die nunmehr in den Prozess der Stabilisierung des Irak miteinbezogen worden ist.701


699 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 123

700 Vgl. ebenda, S. 124

701 Vgl. ebenda, S. 125

[Seite 123]

Eine besonders große Bedeutung für die türkische Außenpolitik hat nach dem Golfkrieg der Irak gewonnen. [...] Während der Golfkrise 1990-91 rückte die Türkei von der traditionellen Politik der gutnachbarschaftlichen Beziehungen mit dem Irak ab und unterstützte bedingungslos die Interventionspolitik der USA und das folgende Embargo. Zudem ermöglichte sie den UN die Stationierung ihrer Streitkräfte in Südostanatolien, die die Sicherheit der im Nordirak errichteten Schutzzone gewährleisten sollten. Die türkische Regierung erlaubte dies trotz zunehmender Kritik der Opposition und der Bevölkerung bis zum 31. Dezember 1996. Seit Januar 1997 ist die militärische Präsenz der UN-Truppen auf den Bereich der Luftwaffe beschränkt. Die bislang stationierten Armeen, auch die schnellen Eingreiftruppen, wurden nach dem entsprechenden Beschluß des türkischen Parlaments abgezogen.

[Seite 124]

Ihre diplomatischen Bemühungen führten schließlich zur Lockerung der Embargo-Bestimmungen; der Irak darf seit Dezember 1996 per Beschluß der Vereinten Nationen in begrenzter Menge wieder Erdöl über die Pipeline Kerkuk-Yumurtalık exportieren. In der Türkei rechnet man für 1997 mit Einnahmen von 1,1 Mrd. US-$ aus dem Öltransport.

[Seite 125]

Die knapp zwei Mio. Turkmenen, die im Norden Iraks die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe nach den Kurden bilden und bislang sowohl von der UN als auch von der Türkei völlig vernachlässigt wurden, sind bei den Verhandlungen über eine Lösung des Konfliktes im Nordirak seit Mitte 1996 erstmals ein Bestandteil der türkischen Irakpolitik geworden. Die Turkmenen hatten im letzten Jahr eine Allianz formiert, die „Turkmenische Front“, die nunmehr in den Prozeß der Stabilisierung des Irak miteinbezogen worden ist.

Anmerkungen

Pures Patchwork - Art und Umfang der Übernahmen werden nicht gekennzeichnet.


[146.] Db/Fragment 128 40

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 128, Zeilen: 40-42
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 71, Zeilen: 27-29
Der Versuch der Kurden, die ölreiche Provinz Kirkuk dem kurdischen Autonomiegebiet anzugliedern, stößt demnach auf den Widerstand der Turkmenen und Araber. Dieser Versuch wird auch in der Türkei mit Misstrauen beobachtet. Der Versuch der Kurden, die ölreiche Provinz dem kurdischen Autonomiegebiet anzugliedern, stößt demnach auf den Widerstand der Turkmenen und Araber. Dieser Versuch wird auch in der Türkei mit Misstrauen beobachtet.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

In Db/Fragment_129_02 wird die hier begonnene Übernahme nahtlos fortgesetzt. Dort findet sich dann auch eine Quellenangabe.


[147.] Db/Fragment 129 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 129, Zeilen: 2-6
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 71, 72, Zeilen: 71:29-32; 72:4-5
Zwar wird in Ankara nicht offiziell von einer Schutzmacht für die irakischen Turkmenen gesprochen, doch versteht sich die türkische Regierung als solche und genießt dafür breite Unterstützung in der Bevölkerung.702

Das Hauptziel der türkischen Irakpolitik ist die territoriale Integrität des Landes zu wahren.


702 Vgl. Akkaya Cigdem/ Aver Caner: Die türkische Sicheitspolitik in einem unsicheren Raum, in: Südost Mittleilungen [sic], 1/2004, S.71

[Seite 71]

Zwar wird in Ankara nicht in der offiziellen Amtssprache von einer Schutzmacht für die irakischen Turkmenen gesprochen, doch versteht sich die türkische Regierung als solche und genießt dafür eine breite Unterstützung in der Bevölkerung.

[Seite 72]

Das Hauptziel der türkischen Irakpolitik, die territoriale Integrität des Landes zu wahren, nährt sich in erster Linie aus der Befürchtung, dass im Fall eines föderalen Systems im Irak der Ausbau der ohnehin weitreichenden Autonomie der Kurden im Norden Separationsbestrebungen der Kurden in der Türkei nach sich ziehen könnte.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[148.] Db/Fragment 134 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 134, Zeilen: 9-14
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 217, Zeilen: 36-41
Eine deutliche Änderung der politischen Linie nach Möglichkeit jedes Risiko der militärischen Involvierung zu vermeiden, erfolgte Ende November 1990. Auf Initiative des Präsidenten der NATO-Verbündeten ersuchte die türkische Regierung um die Entsendung von Truppen. Özal unterstrich dadurch nicht nur seinen Anspruch, die türkische Politik im Alleingang zu bestimmen, sondern hielt auch konsequent an seiner bedingungslosen Unterstützung der amerikanischen Linie fest. 744

744 Vgl. Gürben [sic] Gülistan: DieTürkei [sic] und und [sic] der Nahe Osten,: Die politische Interessenkonstellation der Türkei im Golfkrieg, in: Südosteuropa Mitteilungen 1991, Nr. 1, 31 Jahrgang, S. 209, 224, S. 217

Ende November 1990 erfolgte eine deutliche Änderung der politischen Linie, nach Möglichkeit jegliches Risiko der militärischen Involvierung zu vermeiden. Die türkische Regierung ersuchte auf Initiative des Präsidenten der NATO-Verbündeten um die Entsendung von Truppen. Özal unterstrich dadurch nicht nur seinen Anspruch, die türkische Politik im Alleingang zu bestimmen, sondern hielt auch konsequent an seiner bedingungslosen Unterstützung der amerikanischen Linie fest.
Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme von S. 217 wird nicht kenntlich gemacht.


[149.] Db/Fragment 141 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 141, Zeilen: 1-3
Quelle: Gürbey 2003
Seite(n): 29, Zeilen: 23-25
Dieser Politikwechsel Özals wurde unter massiv verbreiteter Kritik seitens der Medien, der Politik und der zivilen und militärischen Bürokratie trotz fehlender gesellschaftlicher Unterstützung durchgesetzt. Dieser Politikwechsel wurde unter massiver Kritik seitens der Medien, der Politik und der zivilen und militärischen Bürokratie sowie trotz fehlender gesellschaftlicher Unterstützung durchgesetzt.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[150.] Db/Fragment 142 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 142, Zeilen: 3-9, 14-16, 32-35
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 218, 220, 222, Zeilen: 218:36-40, 220:33-35, 222:22-26
Der Golfkrieg bot der Türkei die Chance, eine [sic] neues politisches Image zu gewinnen, auf die internationale Szene zurückzukehren und sich als der loyale Partner des Westens in dieser unruhigen Region zu empfehlen. 800 Schließlich sollte auch der Europäischen Gemeinschaft demonstriert werden, dass einerseits noch immer eine enge Verbindung zwischen der Bedeutung der Türkei als unerschütterliche Säule an der Südostflanke und andererseits die Notwendigkeit der Vollmitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Gemeinschaft bestehe. 801

[...]

Die loyale Partnerschaft mit dem Westen und die strategische Eckpfeilerposition zwischen Europa, dem Mittelmeer und dem Nahen Osten sollte nach Ende des Kalten Krieges unter Beweis gestellt werden.

[...]

Die Verhinderung der Gründung eines eigenständigen kurdischen Staates im Norden des Irak war eine politische Priorität für die Türkei und sie hoffte dabei auf die Unterstützung durch die USA. 807.


800 Vgl. Gürbey Gülistan: Die Türkei und der Nahe Osten, 1991, S. 218

801 Vgl. Schlegel Dietrich: Die außenpolitische Position der Türkei in der Golfkrise und das Verhältnis zu Europa. In: Gumpel (Hrsg.), Europa und die Türkei in den neunziger Jahren, München 1991, S. 64-71, S. [sic]

807 Vgl. Gürbey, Die Türkei und der Nahe Osten, S. 220.

[Seite 218]

Der Golfkrieg bot der Türkei die Chance, ein neues politisches Image zu gewinnen, auf die internationale Szene zurückzukehren und sich als der loyale Partner des Westens in dieser unruhigen Region zu empfehlen. Die strategische Eckpfeilerposition der Türkei zwischen Europa, dem Mittelmeer und dem Mittleren Osten trat wieder in Erscheinung.

[Seite 220]

Die Verhinderung der Gründung eines eigenständigen Kurdenstaates im Norden des Irak war und ist eine politische Priorität für die Türkei, und sie hoffte dabei auf die Unterstützung durch die USA.

[Seite 222]

Die Politik des engen Zusammengehens der Türkei mit der westlichen Welt in diesem Krieg sollte der westlichen Welt und der EG außerdem demonstrieren, daß noch immer eine enge Verbindung zwischen der Bedeutung der Türkei als unerschütterlicher Säule an der Südostflanke auf der einen Seite und der Notwendigkeit der Vollmitgliedschaft der Türkei in der EG auf der anderen Seite bestehe.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Die Verf. referenziert in Fn. 801 Schlegel, übernimmt aber – sprachlich leicht umformuliert – weiterhin aus Gürbey.


[151.] Db/Fragment 145 08

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 145, Zeilen: 8-11
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 224, Zeilen: 11-14, 15-16
Mit einer neuen aktiven Rolle durch den Golfkrieg als Führungs- und Ordnungsmacht verfolgte die Türkei im Nahen und Mittleren Osten das Ziel, die Durchsetzung vitaler nationaler Interessen in dieser Region: z. B. Verhinderung der Entstehung eines unabhängigen kurdischen Staates und wirtschaftliche Interessen etc. Mit einer neuen aktiven Rolle als Führungs- und Ordnungsmacht verfolgt die Türkei im Nahen und Mittleren Osten das Ziel, die Durchsetzung vitaler nationaler Interessen in dieser Region (z. B. die Verhinderung der Entstehung eines unabhängigen kurdischen Staates [und die Erlangung der Kontrolle über ein zukünftiges autonomes Kurdengebiet in einem föderalistischen Irak], wirtschaftliche Interessen etc.) gewährleisten zu können.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[152.] Db/Fragment 146 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 146, Zeilen: 1-3
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 124, Zeilen: 22-24
Die Türkei ist in der Region einer der wenigen Staaten, die nur über geringe eigene Erdölreserven verfügen. Mit ihrer Erdöl-Förderung kann sie höchstens 19% des Bedarfs decken. Die Türkei ist in der Region einer der wenigen Staaten, die nur über geringe Mengen an eigenen Erdölreserven verfügen. Mit ihrer Erdöl-Förderung kann sie höchstens 19% des Bedarfs decken.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[153.] Db/Fragment 146 12

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 146, Zeilen: 12-18
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 124, Zeilen: 13-18, 26-28
Die Türkei konnte im Unterschied zu den westeuropäischen Staaten diese Verluste durch den eigenen Außenhandel und ihre Exportpolitik nicht ausgleichen. Weder die arabischen Staaten Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Emirate [sic], die eine Milderung der wirtschaftlichen Verluste der Türkei durch finanzielle Mittel zugesagt hatten, noch das Europäische Parlament, das für die Leidtragenden des Irak-Embargos finanzielle Hilfen vorgesehen hatte, haben der Türkei Hilfeleistungen gewährt.831

831 Vgl. Sen Faruk (Hrsg.): Die Türkei, S. 124

Weder die arabischen Staaten Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die eine Milderung der wirtschaftlichen Verluste der Türkei durch finanzielle Mittel zugesagt hatten, noch das Europäische Parlament, das für die Leidtragenden des Irak-Embargos finanzielle Hilfen vorgesehen hatte, haben der Türkei Hilfeleistungen gewährt. [...]

[...] Die Türkei konnte im Unterschied zu den westeuropäischen Staaten diese Verluste durch den eigenen Außenhandel und ihre Exportpolitik nicht ausgleichen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[154.] Db/Fragment 146 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 146, Zeilen: 20-28
Quelle: Şen 1990
Seite(n): 242, Zeilen: 5-7, 14-18, 20-24
Die größten Schwierigkeiten bekamen [sic] die Türkei auch im Bereich des Tourismus. Im Jahr 1990 wurden die Verluste in der Tourismus-Branche auf 800 Millionen bis 1,4 Milliarden Dollar geschätzt. Nach den Meldungen des landwirtschaftlichen Verbands waren 200 Millionen Dollar jährlich Verluste im Bereich des Grenzhandels mit arabischen Staaten für Obst und Gemüse zu verzeichnen. Eine weitere Schwächung der Türkei nach der Krise bedeutete der Rückfall auf den 54. Platz unter den Staaten im Ranking der wirtschaftlichen Risikofaktoren. Vor der Krise belegte sie den 39. Platz. Die Hilfen, die für die Türkei vorgesehen waren, deckten natürlich die Verluste in keiner Weise ab.833

833 Vgl. Sen [sic] Faruk: Die Türkei zwischen Golfkrise und potentiellem EG-Beitritt, in: Zeitschrift für Türkeistudien, 90/91, S. 242

Die größten Schwierigkeiten bekam die Türkei im Bereich des Tourismus. Im Jahr 1990 wurden die Verluste in der Tourismus-Branche auf 800 Millionen bis 1,4 Milliarden Dollar geschätzt[, und auch in diesem Jahr wird mit sehr großen Einnahmeeinbußen gerechnet]. [...]

Nach Meldungen aus dem landwirtschaftlichen Verband hat die Türkei allein im Bereich des Grenzhandels mit arabischen Staaten für Obst und Gemüse 200 Millionen Dollar jährliche Verluste zu verzeichnen. Die Hilfen, die in diesem Bereich für die Türkei vorgesehen waren, deckten natürlich die Verluste in keiner Weise. [...] Eine weitere Benachteiligung der Türkei durch die Krise ist nach einer Veröffentlichung von Euromanie im Bereich der Risikofaktoren zu sehen. Die Türkei, die vor der Krise unter den Staaten mit risikoreichen Investitionen Platz 39 belegt hatte, war nach dem Anfang der Krise auf den 54. Platz zurückgefallen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[155.] Db/Fragment 146 30

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 146, Zeilen: 30-38
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 124-125, Zeilen: 124:34-40 - 125:1.5-7
Die Entstehung eines Machtvakuums im Nordirak konnte von der PKK strategisch genutzt werden. Um die PKK daran zu hindern, den Nordirak zu einem Stützpunkt für terroristische Übergriffe in Südostanatolien auszubauen, legt die türkische Regierung großen Wert darauf, dass die irakische Führung ihre Macht dort wieder etablieren konnte. Die Türkei befürchtete zudem, dass die Entstehung eines kurdischen Staates im Nordirak eine ähnliche Entwicklung in der Türkei begünstigen könnte. In diesem Sinne drängte die Türkei darauf, dass die in Südostanatolien stationierten UN-Kräfte als Garant für die Unantastbarkeit der irakischen territorialen Integrität wirkten.834

834 Vgl. Sen Faruk (Hrsg.): Länderbericht Türkei, S. 124 und Gözen Ramazan, S. 384

[Seite 124]

Eine politische Stabilisierung des Irak hat für die Türkei neben den ökonomischen auch sicherheitspolitische Aspekte, denn das Machtvakuum im Nordirak konnte von der PKK strategisch genutzt werden. Um die PKK daran zu hindern, den Nordirak zu einem Stützpunkt für terroristische Übergriffe in Südostanatolien auszubauen, legt die Türkei Wert darauf, daß die irakische Führung ihre Macht dort wieder etabliert. Die Türkei befürchtet zudem, daß die Etablierung eines kurdischen Staates im

[Seite 125]

Nordirak eine ähnliche Entwicklung in der Türkei begünstigen könnte. [...] In diesem Sinne drängte die Türkei darauf, daß die in Südostanatolien stationierten UN-Kräfte als Garant der Unantastbarkeit der irakischen territorialen Integrität wirken.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[156.] Db/Fragment 148 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 148, Zeilen: 1-4
Quelle: Karaosmanoğlu 1993
Seite(n): 432, Zeilen: 21-26
Als die Türkei mit der Bedrohung durch die Masseneinwanderung von irakischen Kurden konfrontiert wurde, wandte Ankara die Gefahr mit Hilfe seiner Verbündeten ab. Diese führten im Norden Iraks eine erfolgreiche gemeinsame Operation durch, um eine sichere Rückkehr der geflüchteten Kurden in ihre Heimat zu gewährleisten. Als die Türkei mit der Bedrohung durch Masseneinwanderung von irakischen Kurden konfrontiert wurde, die aus Furcht vor Unterdrückung durch ihre Regierung die Grenze zur Türkei überquerten, wandte Ankara die Gefahr mit Hilfe seiner Verbündeten ab, die im Norden Iraks eine erfolgreiche gemeinsame Operation durchführten, um eine sichere Rückkehr der geflüchteten Kurden in ihre Heimat zu gewährleisten.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[157.] Db/Fragment 148 101

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 148, Zeilen: 101-103
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 119, Zeilen: 5-9
841 Diese Resolution war die Grundlage für die Errichtung der Schutzzone „Provide Comfort“. Die Schutzzone wird von einer britisch-französisch-amerikanisch-türkischen Einsatztruppe seit April 1991 bewacht. Kombinier [sic] ist der Schutz der Zone mit einem Überflugsverbot [sic] für die irakische Luftwaffe. Vgl. Riemer Andrea: Die Türkei an der Schwelle, S. 119 Diese Resolution war auch die Grundlage für die Errichtung der Schutzzone ,Provide Comfort'.267 Die Schutzzone wird von einer britisch-französisch-amerikanisch-türkischen Einsatztruppe seit April 1991 bewacht. Kombiniert ist der Schutz der Zone mit einem Überflugsverbot [sic] (die Grenze ist der 36. Breitengrad) für die irakische Luftwaffe.268

267 Zu den Problemen im Rahmen von 'Provide Comfort' vgl. beispielhaft: Jones, James, L.: Operation Provide Comfort - Humanitarian and Security Assistance in Northern Iraq, Marin Corps Gazette 11/1991, pp. 98 - 107. Elmo, David S.: Food Distribution for Opation [sic] Provide Comfort, Military Review 9/19913 [sic], pp. 80 - 81. Wolffe, Jim: Mission of Hope, Army Times 43/1991. pp. 12 - 14.

268 Vgl. Seliger, Marco: Operation Provide Comfort, Luftwaffe 3/95, pp. 26 - 27. Ripley, Tim: Operation Provide Comfort II, International Defense Review 10/1991, pp. 1055 - 1057.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[158.] Db/Fragment 150 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 150, Zeilen: 1-9
Quelle: Karaosmanoğlu 1993
Seite(n): 432, Zeilen: 31-33, 38-45
[Özal übernahm auch] insofern die Verantwortung für die Sicherheit der irakischen Kurden, indem er einem ihrer Führer, Jalal Talabani, einen türkischen Diplomatenpass ausstellen ließ.854

Die Türkei stand nach dem Golfkrieg einer paradoxen Situation gegenüber: Einerseits hätte die Wiederherstellung der Macht Saddam Husseins nördlich des 36. Breitengrades die Gefahr der Unterdrückung der Kurden und das Problem der Massenmigration vergrößert. Andererseits schaffte das Fehlen einer zentralen Autorität in der Region ein sicheres Umfeld für die örtliche Bevölkerung, ebnete jedoch auch den Weg für die Schaffung eines unabhängigen Kurdenstaates im Norden Iraks, der seinerseits die Unabhängigkeitsbewegung im Südosten der Türkei anstacheln könnte.855


854 Vgl. Karaosmanoglu Ali: Die neue regionale Rolle der Türkei, in: Europa Archiv, 15/48. Jahr 1993, S. 432

855 Vgl. ebenda, S. 432

Ankara übernahm insofern auch die Verantwortung für die Sicherheit irakischer Kurden, indem es ihrem Führer, Jalal Talabani, einen türkischen Diplomatenpaß ausstellte. [...]

Nach dem Golf-Krieg stand die Türkei einer paradoxen Situation gegenüber: Einerseits dürfte die Wiederherstellung der Macht Saddam Husseins nördlich des 36. Breitengrads die Gefahr der Unterdrückung der Kurden und das Problem der Massenmigration vergrößern. Andererseits schafft das Fehlen zentraler Autorität in der Region zwar ein sicheres Umfeld für die örtliche Bevölkerung, ebnet jedoch den Weg für die Schaffung eines unabhängigen Kurdenstaats im Norden Iraks, der seinerseits wiederum die Unabhängigkeitsbewegung im Südosten der Türkei anstacheln könnte.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[159.] Db/Fragment 150 12

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 150, Zeilen: 12-15
Quelle: Karaosmanoğlu 1993
Seite(n): 433, Zeilen: 3-6
Nach dem Golfkrieg erkannte die türkische Regierung die ethnische Identität der Kurden ausdrücklich an und setzte eine Debatte in Gang, wie mit dem Kurden-Problem in der Türkei umgegangen werden sollte. Das Verbot kurdischer Publikationen wurde aufgehoben; auch kurdische Zeitungen konnten jetzt erscheinen.857

857 Vgl. Karaosmanoglu Ali: Die neue regionale Rolle der Türkei, in: Europa Archiv, 15/48. Jahr 1993, S. 433

Nach dem Golf-Krieg erkannte die türkische Regierung die ethnische Identität der Kurden ausdrücklich an und setzte eine Debatte in Gang, wie mit dem Kurden-Problem in der Türkei umgegangen werden sollte.4 Das Verbot kurdischer Publikationen wurde aufgehoben: auch kurdische Zeitungen erscheinen jetzt.

4 Interview mit Ministerpräsident Süleyman Demirel, in: Time Magazine, 10. 2. 1992, S. 19.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[160.] Db/Fragment 152 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 152, Zeilen: 13-34
Quelle: Gürbey 1998
Seite(n): 39, Zeilen: li. Sp. 16-37 - re. Sp. 3-38
Die Einbettung des gesamten Konflikts in das regionale und internationale System beeinflusst einerseits die Interessen- und Machtkonstellationen der regionalen Akteure in dieser Frage und andererseits die Aussichten auf eine politische Lösung. Der Konflikt hat weitreichende Rückwirkungen auf die innenpolitische Stabilität und die außenpolitischen Beziehungen der Türkei. 868

Eine Besonderheit des Kurdenkonflikts liegt vor allem darin, dass es hierbei um einen transnationalen, grenzüberschreitenden und friedensgefährdeten [sic] Konflikt handelt. Vor allem die Massaker von Halabdja im März 1988 im irakischen Kurdistan, die Bagdad unter Einsatz von Giftgasen an den Kurden verübte und bei denen mehrere Tausend Zivilisten ermordet wurden, sowie das Flüchtlingsdrama infolge des zweiten Golf-Krieges 1991 hatten eine „Internationalisierung des Kurdenkonflikts“ zur Folge, der bisher als eine innerstaatliche Angelegenheit der betroffenen Staaten betrachtet worden war. 869 Der friedensgefährdende und grenzüberschreitende Charakter des Kurdenkonfliktes im Nahen Osten wurde somit zum ersten Mal international anerkannt. Die zwischenstaatlichen Beziehungen der beteiligten Länder (Türkei, Iran, Irak und Syrien) sind von grundlegenden Konkurrenzverhältnissen und Interessensdivergenzen gekennzeichnet. Eine Zusammenarbeit in der Kurdenfrage, um zur Destabilisierung der kurdischen Situation beizutragen, die Kontrolle über die Kurden zu erlangen und die Entstehung eines kurdischen Staates zu verhindern, ist jedoch nicht gefährdet.870 Dieser Umstand wird zusätzlich durch den Faktor der innerkurdischen Konflikte begünstigt, die auf vielfältiger politischer Konkurrenz und Machtansprüchen beruhen. Die innere [Zerrissenheit erschwert allerdings die Zusammenarbeit der kurdischen Akteure untereinander, die jedoch für eine effektive Durchsetzung kurdischer Interessen von essentieller Bedeutung ist.]


868 Vgl. Gülistan Gürbey: Wandel in der Kurdenpolitik? Die Türkei zwischen Dogma und Liberalisierung, in: Internationale Politik, 1/1998, S. 39

869 Vgl. ebenda, S. 39

870 Als regionale Politik führte die Etablierung der kurdischen Nationalbewegung zunächst im Iran (1943), dann im Irak (1946) und in Syrien (1957) zum Abschluss regionaler Bündnisverträge zwischen der Türkei, Iran und Irak, um gemeinsam gegen die bewaffneten kurdischen Bewegungen vorzugehen. Zu den bekanntesten regionalen Bündnisverträgen sind der Saadabad-Pakt (1936), der Bagdad-Pakt (1955), der Algier-Vertrag zwischen Irak und Iran (1975) und der türkisch-irakische Vertrag (1979) zu zählen, in: Askim Bozkurt: S. 64

Die Einbettung des gesamten Konflikts in das regionale und internationale System beeinflußt einerseits die Interessen- und Machtkonstellationen der regionalen Akteure in dieser Frage und andererseits die Aussichten auf eine politische Lösung. Der Konflikt hat weitreichende Rückwirkungen auf die innenpolitische Stabilität und die außenpolitischen Beziehungen der Türkei. Davon sind nicht nur die türkisch-europäischen Beziehungen betroffen.2

Eine Besonderheit des Kurdenkonflikts liegt vor allem darin, daß es sich hierbei um einen transnationalen, grenzüberschreitenden und friedensgefährdenden Konflikt handelt. Vor allem die Massaker von Halabdja im März 1988 in Irakisch-Kurdistan, die Bagdad unter Einsatz von Giftgasen an den Kurden verübte und bei denen mehrere Tausend Zivilisten ermordet wurden, sowie das Flüchtlingsdrama infolge des zweiten Golf-Krieges 1991 hatten eine „Internationalisierung des Kurdenkonflikts“ zur Folge, der bisher primär als eine innerstaatliche Angelegenheit der betroffenen Staaten betrachtet worden war. Der friedensgefährdende und grenzüberschreitende Charakter des Kurdenkonflikts im Nahen Osten wurde somit zum ersten Mal international anerkannt.

Zwar sind die zwischenstaatlichen Beziehungen der beteiligten Länder (Türkei, Iran, Irak und Syrien) von grundlegenden Konkurrenzverhältnissen und Interessendivergenzen gekennzeichnet. Eine Zusammenarbeit in der Kurdenfrage, um zur Destabilisierung der kurdischen Situation beizutragen, die Kontrolle über die Kurden zu erlangen und die Entstehung eines kurdischen Nationalstaats zu verhindern, ist jedoch dadurch nicht gefährdet. Dieser Umstand wird zusätzlich durch den Faktor der innerkurdischen Konflikte3 begünstigt, die auf vielfältiger politischer Konkurrenz und Machtansprüchen beruhen. Die innere Zerrissenheit erschwert allerdings die Zusammenarbeit der kurdischen Akteure untereinander, die jedoch für eine effektive Durchsetzung kurdischer Interessen von essentieller Bedeutung ist.


2 Zur regionalen und internationalen Dimension siehe Henri J. Barkey/Graham E. Fuller, Turkey's Kurdish Question. Executive Summary, New York 1997; Robert Olson (Hrsg.), The Kurdish Nationalist Movement in Turkey since the 1980s, Lexington 1996.

3 Vgl. ausführlicher die Beiträge in: Carsten Borck/Eva Savelsberg/Siamend Hajo (Hrsg.), Ethnizität, Nationalismus, Religion und Politik in Kurdistan, Band 1, Münster 1997.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Der Text des ersten Absatzes findet sich (als Komplettplagiat) bereits im Einleitungsteil der Arbeit: siehe Db/Fragment_003_11.


[161.] Db/Fragment 153 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 153, Zeilen: 1-38
Quelle: Gürbey 1998
Seite(n): 39, 40, 41, Zeilen: 39: re. Sp. 30-38 - 40: li. Sp. 1 - re. Sp. 26; 41: 9-30
[Die innere] Zerrissenheit erschwert allerdings die Zusammenarbeit der kurdischen Akteure untereinander, die jedoch für eine effektive Durchsetzung kurdischer Interessen von essentieller Bedeutung ist. Demzufolge ist es ein wesentliches Element nationalstaatlicher Politiken, bestehende innerkurdische Gegensätze und Spannungen zu instrumentalisieren, und zwar in der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner und in der Einflussnahme auf die Entwicklungen. Alle beteiligten Staaten machen davon Gebrauch. Syrien instrumentalisiert die PKK in der Auseinandersetzung um die Wasserfrage mit der Türkei, was ein ihr Dorn im Auge ist. Iran und Irak versuchen durch Einflussnahme auf irakisch-kurdische Akteure und die PKK die Entwicklungen zu eigenen Gunsten zu beeinflussen und den Rivalen Türkei zurückzudrängen. So lösten die grenzüberschreitenden Operationen der Türkei, die mit Wohlwollen der USA erfolgten, heftige Kritik der regionalen Staaten aus, da sie eine langfristig angelegte türkische Präsenz in Nordirak befürchten. Auch wird vor allem die durch die USA unterstützte intensive militärisch-politische Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Israel871 als eine Bedrohung angesehen. Für die Türkei liegt die Bedeutung dieser Kooperation mit Israel vorrangig darin, dass sie der Türkei neue Chancen für die Ausübung neuer regionaler Macht verschafft und militärtechnische Möglichkeiten bei der Bekämpfung der PKK eröffnet, um die Unterstützung der PKK durch die Staaten der Region zu unterbinden und ihre Bekämpfung an allen Fronten besser führen zu können. Dies ist um so wichtiger geworden, da die PKK mittlerweile ein Netzwerk aufgebaut hat, das von Westeuropa über den Nahen Osten bis hin nach Russland reicht. Ein weiterer Punkt, in dem Russland in den Kurdenkonflikt involviert wird [sic] sind die Konkurrenz und die Interessensdivergenzen, die zwischen Russland und der Türkei hinsichtlich der Einflussnahme auf die zentralasiatischen Republiken sowie der Schaffung von Transportwegen für die gewaltigen Erdölreserven in Zentralasien bestehen.872

Die Türkei stellt die militärischen Operationen, die im Zusammenspiel mit den irakischkurdischen Parteien (vor allem mit der Demokratischen Partei Kurdistan – KPD) geführt werden, als ein Teil ihrer Sicherheitspolitik gegen den „Terrorismus“ dar, um die Unterstützung für die PKK und deren Flucht in das irakisch-kurdische Gebiet zu unterbinden. Turgut Özal strebte für die Türkei die Vormachtrolle in Nordirak an, um die PKK zu isolieren, die Kontrolle der Entwicklungen zu erlangen und die Entstehung eines Nationalstaates zu verhindern. Entlang der Grenzen einen militärischen Sicherheitsgürtel zu errichten war ein Teil dieser umfassenden militärisch-politischen Strategie. Eine Folge dieser regionalen und innerkurdischen Konstellation ist, dass die kurdischen Akteure aus pragmatisch-politischen Gründen primär nicht das Ziel verfolgen, einen Nationalen Staat zu gründen, sondern politische Lösungen im Rahmen bestehender Staatsgrenzen anstreben.873


871 über die ausführliche Analyse der Zusammenarbeit der Türkei mit Israel siehe unten

872 Vgl. Gürbey Gülistan: Wandel der Kurden.., in: Internationale Politik 1/98, S. 40

873 Vgl ebenda, S. 41

[Seite 39]

Die innere Zerrissenheit erschwert allerdings die Zusammenarbeit der kurdischen Akteure untereinander, die jedoch für eine effektive Durchsetzung kurdischer Interessen von essentieller Bedeutung ist. Demzufolge ist es ein wesentliches Element nationalstaatlicher Politiken, bestehende innerkurdi-

[Seite 40]

sehe Gegensätze und Spannungen zu instrumentalisieren, und zwar in der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner und in der Einflußnahme auf die Entwicklungen.

Regionale Konstellationen

Davon machen alle beteiligten Staaten Gebrauch: Syrien instrumentalisiert nach wie vor die PKK in der Auseinandersetzung um die Wasserfrage mit der Türkei, was ein Dorn im Auge der Türkei ist; Iran und Irak versuchen, durch Einflußnahme auf die irakisch-kurdischen Akteure und die PKK die Entwicklungen zu eigenen Gunsten zu beeinflussen und den Rivalen Türkei zurückzudrängen. So lösten die grenzüberschreitenden militärischen Operationen der Türkei, die mit Wohlwollen der USA erfolgten, heftige Kritik der regionalen Staaten aus, da sie eine langfristig angelegte türkische Präsenz in Nordirak befürchten. Dabei wird vor allem die von den USA unterstützte intensive militärisch-politische Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Israel als eine Bedrohung par excellence angesehen. Für die Türkei liegt die Bedeutung dieser Kooperation mit Israel4 vor allem darin, daß sie der Türkei neue Chancen für die Ausübung regionaler Macht verschafft und militärtechnische Möglichkeiten bei der Bekämpfung der PKK eröffnet, um die Unterstützung der PKK durch die Staaten der Region unterbinden und die Bekämpfung der PKK an allen Fronten besser führen zu können. Dies ist um so wichtiger geworden, da die PKK mittlerweile ein Netzwerk aufgebaut hat, das von Westeuropa über den Nahen Osten bis hin nach Rußland reicht. Angesichts der Konkurrenz und der Interessendivergenzen, die zwischen Rußland und der Türkei hinsichtlich der Einflußnahme auf die zentralasiatischen Republiken sowie der Schaffung von Transportwegen für die gewaltigen Erdölreserven in Zentralasien bestehen, ist auch eine zunehmende Involvierung Rußlands in den Kurdenkonflikt - insbesondere durch die Instrumentalisierung der kurdischen Akteure - zu erwarten.

Die Türkei stellt die militärischen Operationen, die sie im Zusammenspiel mit den irakisch-kurdischen Parteien (vor allem mit der Demokratischen Partei Kurdistans - KDP) führt, als Teil ihrer Sicherheitspolitik gegen den „Terrorismus“ dar, um die Unterstützung für die kommunistische PKK und deren Flucht in das irakisch-kurdische Gebiet zu unterbinden.

[Seite 41]

Spätestens seit Turgut Özal strebt die Türkei die Vormachtrolle in Nordirak an, um die PKK zu isolieren, die faktische Kontrolle über die kurdischen Akteure und Entwicklungen zu erlangen und die Entstehung eines kurdischen Nationalstaats zu verhindern. Entlang der Grenzen einen militärischen Sicherheitsgürtel zu errichten, ist Teil dieser umfassenden militärisch-politischen Strategie.

Eine Folge dieser regionalen und innerkurdischen Konstellationen ist, daß die kurdischen Akteure aus pragmatisch-politischen Gründen primär nicht mehr das Ziel verfolgen, einen kurdischen Nationalstaat zu gründen - auch wenn in ideeller Hinsicht dieser Wunsch noch bestehen mag -, sondern politische Lösungen im Rahmen bestehender Staatsgrenzen anstreben.


4 Vgl. Gürbey, Zur Rolle der Türkei im Nahost-Friedensprozeß, in: Sabine Hofmann/Ferhad Ibrahim (Hrsg.), Versöhnung im Verzug. Probleme des Friedensprozesses im Nahen Osten, Bonn 1996, S. 219-237.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[162.] Db/Fragment 154 05

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 154, Zeilen: 5-7
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 128, Zeilen: 3-5
Unter Özal wurde Lockerung [sic] des Sprachverbots durchgesetzt. Auch die mittelfristige Einführung eines föderativen Regierungssystems in der Türkei wurde diskutiert. Unter Özal wurden Lockerungen des Sprachverbots durchgesetzt.317 Auch die mittelfristige Einführung eines föderativen Regierungssystems in der Türkei wurde diskutiert.318

317 Das Sprachenverbotsgesetz wurde im April 1991 aufgehoben. Vgl. dazu. Rumpf, Christian: Die Kurdenfrage in der Türkei. Bemerkungen zu neueren Entwicklungen mit einem Exkurs zur Kurdenfrage im internationalen Recht, Zeitschrift für Türkeistudien, Jg. 4. Heft 2. 1991, S. 207.

318 Vgl. Sen. Faruk: Zur aktuellen Lage der Kurden in der Türkei, ZfT aktuell Nr. 7. Essen 1992, S. 10. The war that cannot speak ist name, The Economist, 8.6.1996.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[163.] Db/Fragment 154 13

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 154, Zeilen: 13-21, 102-103
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 128; 250, Zeilen: 128: 26-32; 250: 29-30
Im Frühjahr 1993 [(März 1993; ein weiteres Angebot schlug die PKK im März 1994 vor)] kündigte Abdullah Öcalan einen einseitigen Waffenstillstand an. Er forderte die Aufhebung des Ausnahmezustands in 11 kurdischen Provinzen, eine Generalamnestierung von Kurden, die in türkischen Gefängnissen waren, die Zulassung pro-kurdischer Parteien, die Ermöglichung der Rückkehr vertriebener Kurden bzw. denjenigen [sic], die in das Exil gingen und eine Entschädigung kurdischer Bürgerkriegsopfer. 875

Der PKK-Führer gab sich erst mal [sic] auch mit der Forderung nach einer kurdischen Autonomie zufrieden.


875 Vgl. Hottinger Arnold: Der Aufstand der türkischen Kurden. Eine Existenzfrage für die Türkei, in: Europa Archiv [sic], Folge 21/1994, S. 600 und 602

Im Frühjahr 1993 kündigte Abdullah Öcalan einen einseitigen Waffenstillstand an. Er forderte die Aufhebung des Ausnahmezustandes in 11 kurdischen Provinzen, eine Generalamnestierung von Kurden, die in türkischen Gefängnissen waren, die Zulassung prokurdischer Parteien, die Ermöglichung der Rückkehr von vertriebenen Kurden bzw. jenen, die in das Exil gingen und eine Entschädigung kurdischer Bürgerkriegsopfer.320 Der PKK-Führer gab sich erstmals auch mit der Forderung nach einer kurdischen Autonomie zufrieden.

320 Vgl. Hottinger, Arnold: Der Aufstand der türkischen Kurden. Eine Existenzfrage für die Türkei, in: Europa-Archiv, Folge 21/1994. S. 600 und 602.

Anmerkungen

Die Verfasserin übernimmt sehr wortnah den Text bis auf den Klammereinschub mitsamt Fußnote aus der Quelle, ohne dies kenntlich zu machen.

Hierbei scheint sie zu übersehen, dass der leicht verändert übernommene letzte Satz eine andere Bedeutung hat als das Original, die so eigentlich nicht intendiert sein kann.


[164.] Db/Fragment 154 22

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 154, Zeilen: 22-27, 29-32
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 129, Zeilen: 2-6, 10-13
Sein Nachfolger Demirel zeigte nicht das für eine Lösung der Kurdenfrage erforderliche Interessen [sic] und die Bereitschaft zu einem Entgegenkommen in Form demokratischer Zugeständnisse. Die gewaltfreie Lösung der Kurdenfrage wurde zwar bei der Regierung von Tansu Ciller und der Republikanischen Volkspartei neben einer Verbesserung der Menschenrechtlage [sic] in ihr Regierungsprogramm aufgenommen[, dennoch hatte sich keine Verbesserung gezeigt].

Die Verschärfung der Lage zeigte sich beispielweise im Verbot von parlamentarischen Vertretungen der Kurden. Die Arbeiterpartei des Volkes (HEP),877 die Partei der Demokratie (Nachfolgepartei der HEP) oder die Demokratische Partei des Volkes (HADEP - Nachfolgepartei der HEP) hatten keine Chance auf einen Dialog.


[877 Die sieben SHP-Abgeordneten gründeten am 07.Juni 1990 die pro-kurdische (HEP) [sic]. HEP gelang es bei den Parlamentswahlen im Oktober 1991 [sic] ins Parlament zu kommen. Die ersten Turbulenzen gab es schon während er [sic] Vereidigung im Parlament, als zwei HEP-Abgeordnete am Ende des Eides in kurdisch [sic] Ergänzungen aussprachen. Die Reaktion darauf war heftig. Die beiden HEP-Abgeordneten wurden der „separatistischen Propaganda“ bezichtigt. Gülistan Gürbey: Auf der Suche nach..., HSFK Report 1997, S. 25]

Sein Nachfolger Demirel zeigte nicht das für eine Lösung der Kurdenfrage erforderliche Interesse und die Bereitschaft zu einem Entgegenkommen in Form demokratiepolitischer Zugeständnisse. Die Regierung von Tansu Ciller und der Republikanischen Volkspartei hatte die gewaltfreie Lösung der Kurdenfrage neben einer Verbesserung der Menschenrechtslage in ihr Regierungsprogramm aufgenommen. [Dennoch waren bis Ende 1993 alle möglichen Verbindungen zwischen gemässigten [sic] Kurdenvertretern und offiziellen türischen [sic] Vertretern aufgrund der härteren Gangart der Regierung im Keim erstickt worden.]

Die Verschärfung der Lage äusserte [sic] sich beispielsweise im Verbot von parlamentarischen Vertretungen der Kurden. Die Arbeiterpartei des Volkes (HEP), die Partei der Demokratie (DEP - die Nachfolgepartei der HEP) oder die Demokartiepartei [sic] des Volkes (HADEP - die Nachfolgepartei der HEP) hatten keine Chance auf einen Dialog.321


[321 Vgl. Gürbey, Gülistan: Auf der Suche nach einer Lösung der Kurdenfrage in der Türkei: Optionen und Hindernisse, HSFK-Report 4/1995, Frankfurt am Main 1995, S. 25 - 26. Im Frühsommer 1997 wurden ehemalige HADEP-Abgeordnete aufgrund der Beleidigung der türkischen Fahne im Sommer 1996 zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Vgl. dazu: Van Gent, Amalia: Harte Strafen gegen Kurdenpolitiker in der Türkei, NZZ, 5.6.1997.]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[165.] Db/Fragment 155 102

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 155, Zeilen: 102-103
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 130, Zeilen: 11-13
879 Die Türkei hat 1994 den Verhaltenskodex der OSZE unterzeichnet. Dieser Kodex stellt eine politische Orientierungshilfe dar und sieht die Beachtung von Menschen – [sic] und Minderheitsrechten vor. So hat die Türkei 1994 den Verhaltenskodex der OSZE unterzeichnet. Dieser Kodex stellt eine politische Orientierungshilfe dar und sieht die Beachtung von Menschen- und Minderheitsrechten vor.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[166.] Db/Fragment 155 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 155, Zeilen: 28-30
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 130, Zeilen: 15-17
Die türkische Regierung begann wieder mit gezielten Aussiedlungsaktionen in kurdischen Dörfern. Gleichzeitig kam es zu verstärkten Truppenkonzentrationen in Südostanatolien. Parallel dazu begann die türkische Regierung wieder mit gezielten Aussiedelungsaktionen in kurdischen Dörfern. Gleichzeitig kam es zu verstärkten Truppenkonzentrationen in Südostanatolien.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.


[167.] Db/Fragment 155 32

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 155, Zeilen: 32-39
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 131, Zeilen: 10-16, 18-20, 29-32
Der Einmarsch fand mit grundsätzlicher internationaler Billigung (USA [sic] und anderen NATO-Mitgliedern) statt. Nach Beginn der Intervention kamen die ersten Proteste von irakischer Seite. Der Irak sah sich in seiner territorialen Integrität und Souveränität bedroht. Die EU gestand der Türkei zu, ihr Territorium und die Bevölkerung vor separatistischen Übergriffen zu schützen. Parallel zu den Kämpfen zwischen der türkischen Armee und der PKK liefen Kämpfe zwischen Kurden und irakischen Truppen im südlichen Teil der Autonomiezone und zwischen Jalal Talabani und Massoud Bazani [sic]. Ab Mitte April vermehrten sich die internationale [Forderung [sic] nach einem türkischen Abzug. Ende April wurden vorläufig 20.000 Soldaten abgezogen. Am 5. Mai erfolgte die offizielle Erklärung des Truppenabzuges. 884]

884 Vgl. Riemer K. Andrea [sic]: S. 131

Der Einmarsch fand mit grundsätzlicher internationaler Billigung (von den USA und anderen NATO-Mitgliedern) statt[, wenngleich man der Ansicht war, dass es sich nur um eine vorübergehende Intervention handeln konnte]. Eine knappe Woche nach Beginn der Intervention kamen die ersten Proteste von irakischer Seite.330 Der Irak sah sich in seiner territorialen Integrität und Souveränität bedroht. Die Europäische Union gestand der Türkei zu, ihr Territorium und die Bevölkerung vor separatistischen Übergriffen zu schützen. [...]

Parallel zu den Kämpfen zwischen der türkischen Armee und der PKK liefen Kämpfe zwischen Kurden und irakischen Truppen im südlichen Teil der Autonomiezone (rund um Kirkuk) und zwischen Jalal Talabani und Massoud Barzani.332 [...]

[...]

Ab Mitte April mehrten sich die internationalen Forderungen nach einem türkischen Abzug. Ende April wurden 20.000 Soldaten vorläufig abgezogen[, die Intervention aber noch nicht für beendet erklärt]. Am 5. Mai 1995 erfolgte die offizielle Erklärung des Truppenabzuges.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[168.] Db/Fragment 156 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 156, Zeilen: 3-8
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 132, Zeilen: 18-20, 30-32
Ende Juni 1995 wurden erneut Kämpfe gemeldet. [...] Die iranische Regierung lehnte eine Verfolgung auf iranischem Territorium mehrfach ab. Im September 1995 kam es nach einem Wechsel an der Spitze des kleinen Koalitionspartners, der sozialdemokratisch orientierten Republikanischen Volkspartei, zu einer Auflösung der Regierung von Tansu Ciller. Ende Juni flammten die Kämpfe erneut auf. [...] Die iranische Regierung lehnte eine Verfolgung der PKK auf iranischem Territorium mehrfach ab. [...]

[...]

Im September 1995 kam es nach einem Wechsel an der Spitze des kleinen Koalitionspartners, der sozialdemokratisch orientierten Republikanischen Volkspartei, zu einer Auflösung der Regierung von Tansu Ciller.

Anmerkungen

Unmittelbar zuvor verweist die Verf. auf S. 131 der Quelle. Die Übernahme der vorliegenden Sätze macht sie nicht kenntlich.


[169.] Db/Fragment 156 24

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 156, Zeilen: 24-40
Quelle: Şen 1997
Seite(n): 3, 10, 11, Zeilen: 3:li.Sp. 7-9; 10:re.Sp. 25-31 - 11:li.Sp. 1-21
Bei den Wahlen am 24. Dezember 1996 [sic] erhielt die Wohlfahrtspartei (Refah Partisi- RP) von Necmettin Erbakan, in Südostanatolien nach der pro-kurdischen Partei HADEP887, die meisten Stimmen. Die Wohlfahrtspartei erkannte zwar die Existenz der kurdischen Ethnie an, fand dies aber zweitrangig, da die Kurden als Muslime der gleichen Religionsgemeinschaft angehören würden. Erbakan zielte nach der Übernahme der Beteiligung an der Regierung auf eine politische Lösung. Sein Versuch, einen islamischen Schriftsteller als Vermittler bei der Kontaktaufnahme zu Öcalan einzusetzen, rief scharfe Reaktionen hervor. Des weiteren nahm ein Abgeordneter der Wohlfahrtspartei, Fetullah Erbas, einen Dialog mit der PKK auf und besuchte deren Lager in Syrien, um entführte Soldaten zu befreien. Damit verhandelte zum ersten Mal ein Angehöriger der Regierungspartei mit der PKK. Erbakan gewährte Erbas politischen Beistand, als dieser aufgrund seiner Aktion heftig kritisiert wurde. Erbakan bezeichnete Erbas’ Aktion als eine humanitäre Handlung. Gegen Erbas wollte der Staatsanwalt des Nationalen Sicherheitsgerichtes rechtlich vorgehen. All diese Ereignisse lösten beim Militär heftige Reaktionen aus, so dass Erbakan und seine Parteikollegen Vorstöße dieser Art aufgaben. Somit konnte man keine Veränderung in der Kurdenpolitik durch die neue Regierung feststellen888.

887 In 37 Provinzen stellte HADEP die Bürgermeister. Am 18. November 1998 wurden wieder HADEP-Funktionäre inhaftiert.

888 Vgl. Sen Faruk: Die gegenwärtige politische Lage in der Türkei unter der neuen Regierung

[Seite 3]

Erbakans Partei, die Refah Partisi (RP; Wohlfahrtspartei) erhielt bei den Wahlen am 24. Dezember 1995 21 Prozent der Stimmen.

[Seite 10]

Die Wohlfahrtspartei, die in Südostanatolien nach der prokurdischen Partei HADEP die meisten Stimmen erhalten hat, erkennt die Existenz der kurdischen Ethnie an, findet dies aber zweitrangig, da die Kurden als Muslime der gleichen Religionsgemeinschaft angehören. Erbakan zielte nach der Übernahme der

[Seite 11]

Beteiligung an der Regierung auf eine politische Lösung. Sein Versuch, einen islamischen Schriftsteller als Vermittler bei der Kontaktaufnahme zu Öcalan einzusetzen, rief scharfe Reaktionen hervor. Des weiteren nahm Fethullah Erbaş, Abgeordneter der Wohlfahrtspartei, einen Dialog mit der PKK auf und besuchte deren Lager in Syrien, um entführte türkische Soldaten zu befreien. Damit verhandelte zum ersten Mal ein Angehöriger einer Regierungspartei mit der PKK. Erbakan gewährte Erbaş politischen Beistand, als dieser aufgrund seiner Aktion heftig kritisiert wurde. Der Ministerpräsident bezeichnete dies als eine humanitäre Handlung. Gegen Erbaş will der Staatsanwalt des Nationalen Sicherheitsgerichtes gesetzlich vorgehen. All diese Ereignisse lösten heftige Reaktionen beim Militär aus, so daß Erbakan und seine Parteikollegen solche Vorstöße aufgaben. Somit kam es im Hinblick auf die Kurdenpolitik der Regierung zu keiner grundlegenden Veränderung.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[170.] Db/Fragment 157 04

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 157, Zeilen: 4-8
Quelle: Gürbey 2001
Seite(n): 290, Zeilen: 9-14
Mit der Ergreifung und Aburteilung des PKK-Führers Abdullah Öcalan im Februar 1999 erlangte das türkische Militär einen deutlichen strategischen Sieg über den bisherigen „Staatsfeind Nr. 1“. Ebenso zählte zu diesem strategischen Sieg die Absage der PKK an ihre bisherige Strategie der Gewaltanwendung und die von ihr umgesetzte einseitige Beendigung des Krieges. Das türkische Militär erlangte mit der Ergreifung und Aburteilung des PKK-Führers Abdullah Öcalan im Februar 1999 einen deutlichen strategischen Sieg über den bisherigen „Staatsfeind Nr. 1“. Zu diesem strategischen Sieg zählt ebenso die Absage der PKK an ihre bisherige Strategie der Gewaltanwendung und die von ihr umgesetzte einseitige Beendigung des Krieges.
Anmerkungen

keine Quellenangabe


[171.] Db/Fragment 157 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 157, Zeilen: 8-11
Quelle: Gürbey 2000
Seite(n): 118, Zeilen: 19-22
Der Generalstab verlautbarte: Wie auch in der Vergangenheit bedeute die Existenz von Terroristen in Irak, Iran und in Syrien eine Bedrohung für die Türkei. Deshalb werden die türkischen Streitkräfte diesen Kampf bis zur „Auslöschung der letzten Terroristen“ fortsetzen. 889

889 Vgl. Gürbey Gülistan: Im Bilickpunkt, [sic] 2000/2, S. 118

Der Generalstab verlautbart, wie in der Vergangenheit bedeute die Existenz von Terroristen in Irak, Iran und Syrien eine Bedrohung für die Türkei. Deshalb werden die türkischen Streitkräfte diesen Kampf bis zur „Auslöschung des letzten Terroristen“ fortsetzen.
Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme wird nicht kenntlich gemacht. Weiter wird die als Zitat gekennzeichnete Wortgruppe fehlerhaft (Plural statt Singular) übernommen sowie der Titel der Zeitschrift, in der Gürbeys Aufsatz erschien, unterschlagen.

Der nahezu gleiche Text findet sich in der Arbeit bereits an früherer Stelle; siehe Fragment 124 23.


[172.] Db/Fragment 157 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 157, Zeilen: 20-25
Quelle: Gürbey 1998
Seite(n): 42-43, Zeilen: 42: re. Sp. 38-43: li. Sp. 1-7
Die Reaktionen aus dem zivilen Bereich in Form verschiedenen Initiativen, Organisationen und Gruppen wie auch aus der Wirtschaft waren Ausdruck einer zunehmenden kritischen Auseinandersetzung mit dem Kriegzustand [sic] und seinen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen. Eine andere Folge der Kriegsituation [sic] war die Zunahme nationalistischer Tendenzen innerhalb der türkischen Gesellschaft.890

890 Vgl. Gürbey Gülistan: Der Wandel, in: Internationale Politik, 1/98

[Seite 42]

Die Reaktionen aus dem zivilen Bereich in Form von verschiedenen Initiativen, Organisationen und Gruppen wie auch aus der Wirtschaft sind Ausdruck einer zunehmenden kritischen Auseinandersetzung mit

[Seite 43]

dem Kriegszustand und seinen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen. Eine andere Folge der Kriegssituation ist aber auch die Zunahme nationalistischer Tendenzen innerhalb der türkischen Gesellschaft.7


7 Dies zeigt sich u.a. auch im musikalischen und kulturellen Bereich; so gibt es z.B. in der türkischen Popszene einen „nationalistischen“ Pop mit Liedern und Videoclips, die das Türkentum und den Krieg verherrlichen oder sich dem türkischen Soldaten widmen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[173.] Db/Fragment 164 05

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 164, Zeilen: 5-18
Quelle: Gürbey 1998b
Seite(n): 354, Zeilen: 14-19, 21-24, 27-33
Die politische Strategie der PKK ist, zusätzlich zur Gewaltanwendung, mit politischen Mitteln den Konflikt verstärkt in die internationale Öffentlichkeit zu bringen, um so den Druck auf die Türkei zu intensivieren. Die PKK hat mittlerweile ein Netzwerk ausgebaut, das von Westeuropa über den Nahen Osten bis hin nach Russland reicht. Dass die politische Einflussnahme der PKK nicht immer unterbunden werden kann, zeigte sich insbesondere darin, dass das kurdische Exilparlament auf Einladung einiger italienischer Parlamentarier - trotz massivem Widerstand der Türkei - im September 1998 in Italien tagen durfte. Italienische Entscheidungsträger und andere Bündnispartner Ankaras forderten die Türkei auf, den Konflikt mit politischen Mitteln zu lösen. Die Tatsache, dass der Kurdenkonflikt insgesamt bereits internationalisiert ist und weit über die eigenen Grenzen hinausreichende Auswirkungen hat und die PKK nur eine - aber eine maßgebliche - Facette des Konfliktes darstellt, erschwerte es der türkischen Militär- und Saatsführung zunehmend, den erklärten Vernichtungskrieg gegen die PKK an allen Fronten gleichermaßen erfolgreich durchzuführen. Zu erwähnen ist in diesem Kontext vor allem auch die politische Strategie der PKK, zusätzlich zur Gewaltanwendung mit politischen Mitteln den Konflikt verstärkt in die internationale Öffentlichkeit zu bringen, um so den Druck auf die Türkei zu intensivieren. Gerade diese politische Strategie der PKK bedeutet für die Türkei eine zusätzliche Herausforderung, bedenkt man, daß die PKK mittlerweile ein Netzwerk aufgebaut hat, das von Westeuropa über den Nahen Osten bis hin nach Rußland reicht. [...] Daß die politische Einflußnahme der PKK nicht immer unterbunden werden kann, zeigte sich insbesondere darin, daß das kurdische Exilparlament auf Einladung einiger italienischer Parlamentarier – trotz massiven Widerstands der Türkei – im September 1998 in Italien tagen durfte.11 [Bereits im Januar 1998 war es gewissermaßen zu einer Verschlechterung der türkisch-italienischen Beziehungen gekommen, als mehrere Boote mit kurdischen Flüchtlingen in italienischen Häfen landeten und] italienische Entscheidungsträger anders als viele Bündnispartner Ankaras die Türkei deutlich dazu aufforderten, den Konflikt mit politischen Mitteln zu lösen. Die Tatsache, daß der Kurdenkonflikt insgesamt bereits internationalisiert ist und weit über die eigenen Grenzen hinaus reichende Auswirkungen hat und die PKK nur eine – aber eine maßgebliche – Facette des Konfliktes darstellt, erschwert es der türkischen Militär- und Staatsführung zunehmend, den erklärten Vernichtungskrieg gegen die PKK an allen Fronten gleichermaßen erfolgreich durchzuführen.

[11 Ausführlicher zu den scharfen türkischen Reaktionen auf die Sitzung des Kurdischen Exilparlaments in Italien Milliyet, Hürriyet und Sabah vom 30.9.–2.10. 1998.]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Die Konstatierung eines Gegensatzes zwischen Italien und vielen anderen Bündnispartnern der Türkei bzgl. des Kurdenkonflikts im Januar 1998 bei Gürbey wandelt die Verf. in eine andere Aussage um.


[174.] Db/Fragment 164 19

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 164, Zeilen: 19-43, 102-104
Quelle: Gürbey 2000
Seite(n): 105, 106, 107, Zeilen: 105:3-5; 106:3-5, 8-18, 19-28; 107:8-11, 30-33, 35-37
Am 31. Mai 1999 forderte Öcalan in seiner Verteidigungsrede unter dem Titel „Demokratische Lösung für die Kurdenfrage“ die PKK zur Niederlegung der Waffen auf und bot dem türkischen Staat seine Zusammenarbeit bei einer friedlichen und demokratischen Lösung des Kurdenkonfliktes an. Öcalans sogenanntes „Projekt Demokratische Republik“ implizierte eine Zäsur in den bisherigen politischen Forderungen: Föderale und Autonomielösungen werden gänzlich aufgegeben. Nicht einmal die Anerkennung der kulturellen Rechte wurde explizit eingefordert. Hingegen stand im Mittelpunkt die Etablierung einer pluralistischen und liberalen demokratischen Republik Türkei, in der sich die Kurden auch artikulieren können. Am 2. August 1999 plädierte Öcalan für eine Beendigung des bewaffneten Kampfes und für den Rückzug ihrer Einheiten aus der Türkei, was zu einer neuen politischen Strategiewende führte. Bereits am 5.8. 1999 teilte der Führungsrat der PKK mit, man werde den bewaffneten Kampf beenden und bis zum 1. September 1999 die Einheiten aus der Türkei zurückziehen. Öcalan erweiterte seinen Aufruf vom August durch einen folgenden Aufruf am 20.09.1999: Als Ausdruck des guten Willens und als symbolischer Schritt für den Friedenskurs und eine demokratische Republik sollen sich PKK-Gruppen mit ihren Waffen ergeben und sich dem „Projekt der Demokratischen Republik“ anschließen. Auch dieser [sic] Forderung wurde seitens der PKK erfüllt. Die erste PKK-Gruppe - genannt „Gruppe für den Frieden und für eine demokratische Lösung“ - kam am 1.10.1999 in die Türkei und ergab sich in einem Dorf nahe der Kreisstadt Semdinli, wo vor 15 Jahren am 15.08.1984 mit dem Angriff auf eine Militärstation der bewaffnete Kampf der PKK angefangen hatte. 918

Die Aufforderungen Öcalans an die PKK, den bewaffneten Kampf zu beenden und den politischen Weg einzuschlagen, fanden letztendlich ihren Höhepunkt in den Beschlüssen des 7. außerordentlichen Parteikongress919 der PKK, der vom 2.-23.Januar [2000 im kurdischen Nordirak stattfindet.]


918 Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt, in: Südosteuropa Mitteilungen, 2000/2, S. 107

919 Auf dem Kongress wurden ein neues Parteiprogramm und eine neue Satzung verabschiedet, die Umstrukturierung einiger Organisationen, darunter die der „Nationalen Befreiungsarmee“(ARNK) und der „Nationalen Befreiungsfront“ (ERNK) beschlossen. Die ARGK als Organisation für den bewaffneten [Kampf wird nunmehr in „Volksverteidigungskräfte“ umbenannt und die ERNK in „Demokratische Volkseinheiten“. Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt: Umkehr, in: Südosteuropa Mittelungen 200/Nr.2, S. 107]

[Seite 105]

Öcalan forderte die PKK zur Niederlegung der Waffen auf und bot dem türkischen Staat seine Zusammenarbeit bei einer friedlichen und demokratischen Lösung des Kurdenkonflikts an.1

[Seite 106]

Dann unterbreitete Öcalan am 31. Mai 1999 in seiner Verteidigungsrede5 unter dem Titel „Demokratische Lösung für die Kurdenfrage“ Vorschläge für einen Weg zum Frieden: [...] Öcalans sogenanntes „Projekt Demokratische Republik“ impliziert eine Zäsur in den bisherigen politischen Forderungen: Föderale und Autonomielösungen werden gänzlich aufgegeben. Nicht einmal die Anerkennung der kulturellen Rechte wird explizit eingefordert. Hingegen steht im Mittelpunkt die Etablierung einer pluralistischen und liberalen demokratischen Republik Türkei, in der sich die Kurden auch artikulieren können. Am 2. August 1999 ruft Öcalan die PKK zur Beendigung des bewaffneten Kampfes und zum Rückzug ihrer Einheiten aus der Türkei auf.7

Bereits am 5.8. 1999 teilt der Führungsrat der PKK mit, man werde den bewaffneten Kampf beenden und bis zum 1.September 1999 die Einheiten aus der Türkei zurückziehen.8 [...] Öcalan erweitert seinen Aufruf vom August durch einen folgenden Aufruf am 20.9. 1999: Als Ausdruck des guten Willens und als symbolischer Schritt für den Friedenskurs und eine demokratische Republik sollen sich PKK-Gruppen mit ihren Waffen ergeben und sich dem „Projekt der Demokratischen Republik“ anschließen. Auch dieser Aufforderung Öcalans wird seitens der PKK Folge geleistet. Die erste PKK-Gruppe – genannt „Gruppe für den Frieden und für eine demokratische Lösung“ – kommt am 1.10. 1999 in die Türkei und ergibt sich in einem Dorf nahe der Kreisstadt Semdinli, wo vor 15 Jahren am 15.8. 1984 mit dem Angriff auf eine Militärstation der bewaffnete Kampf der PKK seinen Anfang genommen hatte; [...].

[Seite 107]

Die Aufforderungen Öcalans an die PKK, den bewaffneten Kampf zu beenden und den politischen Weg einzuschlagen, finden letztendlich ihren Höhepunkt in den Beschlüssen des 7. Außerordentlichen Parteikongresses der PKK, der vom 2.-23.Januar 2000 in einer Höhle im kurdischen Nordirak stattfindet. [...]

Auf dem Außerordentlichen 7. Parteikongreß der PKK[, an dem 386 Delegierte, davon 120 Frauen, teilnahmen,] wurden ein neues Parteiprogramm und eine neue Satzung verabschiedet, die Umstrukturierung einiger Organisationen, darunter der „Nationalen Befreiungsarmee“ (ARGK) und „Nationalen Befreiungsfront“ (ERNK), beschlossen [und die Führungsgremien der Partei neu gewählt]. [...] Die ARGK als Organisation für den bewaffneten Kampf wird nunmehr in „Volksverteidigungskräfte“ umbenannt und die ERNK in „Demokratische Volkseinheiten“.


[1 Vgl. Hürriyet, Milliyet, Sabah vom 13.6. 1999.

5 Öcalan erklärt, daß seine Verteidigung ein „Manifest der demokratischen Einheit" und für die Lösung sein werde. Vgl. Özgür Politika, 16.5. 1999.

7 Öcalan fordert die PKK dazu auf, diejenigen, die sich gegen den Friedenskurs stellen, zu neutralisieren. Vgl. Milliyet, 6.9. 1999; Hürriyet, 6.9.1999.

8 Die Tageszeitung, 6.8. 1999. In der PKK-nahen Tageszeitung „Özgür Politika“ wird die Basis auf den Schwenk eingeschworen, um den Kurswechsel zu vermitteln. Für den Frieden müsse mindestens genauso hart gearbeitet werden wie zuvor im Krieg.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[175.] Db/Fragment 165 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 165, Zeilen: 1-40, 106-107
Quelle: Gürbey 2000
Seite(n): 104, 105, 107, 108, 109, Zeilen: 104:34; 105:1-3; 107:11-21, 22-23; 108:2-4, 13-22, 24-25; 109:1-4, 6-9, 12-17, 18-24, 25-28
Mit den getroffenen Entscheidungen erteilt die PKK nunmehr offiziell dem bewaffneten Kampf eine Absage und beschließt konkrete Schritte hinsichtlich des politisch-strategischen Wandels. Öcalan hatte anlässlich des außerordentlichen Kongresses einen „Politischen Rapport“ vom 4.12.1999 an die PKK gerichtet. In seinem Bericht für den Parteitag, den er im Gefängnis ausgearbeitet hatte, schwört Öcalan der Gewalt ab und fordert eine neue Strukturierung der PKK. Statt „nationale Befreiung“ müsse nun die „Demokratische Befreiung“ vorangetrieben werden. Öcalans Botschaft war, auf der Grundlage des verfassungsmäßigen, demokratischen Prozesses die Entschlossenheit zu entwickeln und sich mit dem Staat zu vereinigen. Dafür werde der Staat den Dialog mit der „Führung“ suchen. Ziel der PKK sei die Schaffung einer demokratischen Republik von Türken und Kurden. Öcalan wurde erneut zum Parteivorsitzenden gewählt. Der Begriff „Kurdistan“ wurde aus der Gliederung gestrichen. Öcalans Gesinnungswandel und die Versöhnung mit dem Staat wurden zur politischen Leitlinie der Organisation920

Öcalans Friedenskurs war in der kurdischen Szene aber auch innerhalb der PKK keineswegs unumstritten. Dabei wurde die Frage gestellt, was der gefangene und total isolierte, mithin kontrollierte Öcalan überhaupt noch für eine Rolle spielen kann. Öcalans Auftreten vor Gericht920 und seine Erklärungen wurden in weiten Teilen der kurdischen Öffentlichkeit als moralische Totalkapitulation gegenüber Ankara verstanden, letztlich als prinziploser Versuch, seine eigene Haut zu retten. Den bewaffneten Kampf aufzugeben entsprach auch dem Wunsch vieler Kurden. Die Aufrufe Öcalans und die Schritte der PKK lösten innerhalb der türkischen Elite und bei türkischen Meinungsführern kontroverse Diskussionen aus. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob es sich bei den einseitigen Schritten der PKK tatsächlich um eine qualitative Änderung oder nur um ein taktisches Manöver handelt. Die einseitigen Schritte der PKK werden trotzt vorhandener Widersprüche als der Versuch bewertet, einen Prozess der Politisierung der PKK in Gang und damit die Türkei unter inneren und äußeren Druck zu setzen. Ein türkischer Journalist, Taha Akyol, stellte fest, dass die Politisierung der PKK zu einem vermehrten Druck aus den USA und Europa auf die Türkei führen werde. Auch Mehmet Ali Birand wies auf diese Aspekte hin, sollte die Türkei ihre Haltung in der Kurdenfrage nicht ändern. Er sagte, was die PKK mache, überschreite politisches Spiel und Taktik. Das Ende des Terrors habe zu einer Erleichterung auf allen Seiten geführt und werde zugleich vermehrten Druck auf die Türkei bewirken. 922 Auch der Journalist Sami Kohen unterstrich, dass die PKK nunmehr in die Phase der Politisierung eingetreten sei, um ihr Anliegen auf die internationale Plattform zu tragen und durch den Strategiewandel internationale und insbesondere Unterstützung aus dem Westen zu erhalten. Die neue PKK-Strategie zwinge die Türkei zu umfassenden Diskussionen und neuen Politiken. Hasan Cemal brachte zum Ausdruck, dass die Türkei die ergriffene Chance nicht verpassen dürfte. Er sagte weiter, nun sei es notwendig, ein Reugesetz [sic] zu erlassen, um die PKK-Kämpfer [aus den Bergen zu holen, wirtschaftliche und soziale Schritte einzuleiten und zugleich im Rahmen des unitären Staates Demokratisierung und Menschenrechte voranzutreiben.]


920 Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt: Umkehr bei der PKK, Wandel in der türkischen Kurdenpolitik, in: Südosteuropa-Mitteilungen, 2000/Nr. 2, 40. Jahrgang, S. 106

921 In seiner Verteidigung im Gericht entschuldigte Öcalan sich bei den Angehörigen und den Mütterrn der gefallenen Soldaten. Er versprach, für den Frieden und ein Ende des Blutvergießens zu arbeiten. Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt: Umkehr bei der PKK, Wandel in der türkischen Kurdenpolitik, in: Südosteuropa Mitteilungen, 2000/02, S. 105

922 Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt: Umkehr bei der PKK, Wandel in der türkischen Kurdenpolitik, in: Südosteuropa Mitteilungen, 2000/02, S. 105

[Seite 104]

In ei-

[Seite 105]

ner eineinhalbstündigen Verteidigung entschuldigte er sich bei den Angehörigen und den Müttern der gefallenen Soldaten. Er verspreche, für den Frieden und ein Ende des Blutvergießens zu arbeiten.

[Seite 107]

Mit den getroffenen Entscheidungen erteilt die PKK nunmehr offiziell dem bewaffneten Kampf eine Absage und beschließt konkrete Schritte hinsichtlich des politisch-strategischen Wandels.10 Öcalan hatte anläßlich des außerordentlichen PKK-Kongresses einen „Politischen Rapport vom 4.12. 1999“11 an die PKK gerichtet. In seinem mehrseitigen politischen Rechenschaftsbericht für den Parteitag, den er auf der Gefängnisinsel Imrali ausgearbeitet hatte, schwört Öcalan der Gewalt ab und fordert eine Neustrukturierung der PKK. Statt „nationaler Befreiung“ müsse nun die „demokratische Befreiung“ vorangetrieben werden. Öcalans Botschaft ist, auf der Grundlage des „verfassungsmässigen, demokratischen Prozesses die Entschlossenheit zu entwickeln und sich mit dem Staat zu vereinigen". Dafür werde der Staat den Dialog mit der „Führung“ suchen. [...] Ziel der PKK sei die Schaffung einer demokratischen Republik von Türken und Kurden.

[Seite 108]

Öcalan wird erneut zum Parteivorsitzenden gewählt. Öcalans Gesinnungswandel und die Versöhnung mit dem Staat wird zur politischen Leitlinie der Organisation.

[...]

Öcalans Friedenskurs ist dennoch in der kurdischen Szene aber auch innerhalb der PKK keineswegs unumstritten. Dabei wird in Frage gestellt, daß der gefangene und total isolierte, mithin kontrollierte Öcalan überhaupt noch eine Rolle spielen kann. [...] Öcalans Auftreten vor Gericht und seine Erklärungen werden in weiten Teilen der kurdischen Öffentlichkeit als moralische Totalkapitulation gegenüber Ankara verstanden, letztlich als prinzipienloser Versuch, seine eigene Haut zu retten. [...] Die Entscheidung, den bewaffneten Kampf aufzugeben, entspricht zwar dem Wunsch vieler Kurden. [...]

[Seite 109]

Die Aufrufe Öcalans und die einseitigen Schritte der PKK lösen auch innerhalb der türkischen Elite und bei türkischen Meinungsführern kontroverse Diskussionen aus. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob es sich bei den einseitigen Schritten der PKK tatsächlich um eine qualitative Änderung oder nur um ein taktisches Manöver handelt. [...] Die einseitigen Schritte der PKK werden trotz vorhandener Widersprüche als der Versuch gewertet, einen Prozeß der Politisierung der PKK in Gang und damit die Türkei unter inneren und äußeren Druck zu setzen. [...] Die Politisierung der PKK werde zu einem vermehrten Druck aus den USA und Europa auf die Türkei führen. Auch Mehmet Ali Birand17 weist auf diesen Aspekt hin, sollte die Türkei ihre Haltung in der Kurdenfrage nicht ändern. [...] Das, was die PKK mache, überschreite ein politisches Spiel und eine Taktik. Das Ende des Terrors habe zu einer Erleichterung auf allen Seiten geführt und werde zugleich vermehrten Druck auf die Türkei bewirken. Der Kommentator Sami Kohen18 unterstreicht, daß die PKK nunmehr in die Phase der Politisierung eingetreten sei, um ihr Anliegen auf die internationale Plattform zu tragen und durch den Strategiewandel internationale und insbesondere Unterstützung aus dem Westen zu erhalten. Die neue PKK-Strategie zwinge die Türkei zu umfassenden Diskussionen und neuen Politiken. Daß die Türkei die ergriffene Chance nicht verpassen dürfe, wird auch vom Kommentator Hasan Cemal19 nachhaltig zum Ausdruck gebracht. [...] Nun sei es notwendig, ein Reuegesetz zu erlassen, um die PKK-Kämpfer aus den Bergen zu holen, wirtschaftliche und soziale Schritte einzuleiten und zugleich im Rahmen des unitären Staates Demokratisierung und Menschenrechte voranzutreiben.


[10 Vgl. Özgür Politika, 11.2. 2000. Der 7. Außerordentliche Kongreß der PKK hat den 15. Februar (1999), an dem Öcalan mittels des „internationalen Komplottes" (so die Entführung von Öcalan im Sprachgebrauch der PKK) in die Türkei verschleppt worden ist, als „Tag des Nationalen Führers“ deklariert. Der PKK-Präsidialrat erklärte, daß der 15. Februar von nun an als Tag des Widerstandes für Freiheit gelte, gemäß dem Prinzip „Kein Leben ohne unseren Führer“. Siehe Özgür Politika, 12.2. 2000, 13.2. 2000.

11 Öcalans Politischer Rapport vom 4.12. 1999 (Politik Rapor) anläßlich des 7. Außerordentlichen PKK-Kongresses: Abdullah Öcalan: Kürtler Demokrasinin Motor Gücüdür. PKK 7. Olaganüstü Kongresi'ne. in: Serxwebun, Ocak 2000, Yil: 19, Sayi: 217.

17 Vgl. Mehmet Ali Birand: Gercekten silah birakacaklar mi?, in: Hürriyet, 6.9. 1999.

18 Vgl. Sami Kohen: PKK’nin yeni stratejisi, in: Milliyet, 3.9. 1999.

19 Vgl. Hasan Cemal: Öcalanin cagrisi nedir, ne degildir?, in: Milliyet, 4.8. 1999; derselbe: Sogukkanli düsünmeyi gerektiren bir dönem, in: Milliyet, 6.8. 1999.]

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Trotz dreier Fußnotenhinweise auf die Quelle bleibt dem Leser verborgen, dass der Inhalt der kompletten Seite (großteils wörtlich bzw. mit allenfalls textkosmetischen Anpassungen) übernommen wurde – zu vergleichen gibt es auch hier trotz der "Vgl."-Vermerke letztlich nichts.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[176.] Db/Fragment 166 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 166, Zeilen: 1-36, 104-115
Quelle: Gürbey 2000
Seite(n): 109, 110, 116, 117, Zeilen: 109:25-29, 30-32; 110:1-3, 15-20, 103-106; 116:15-23, 26-32, 102-109, 114-115; 117:1-5, 9-11, 101-103
[Er sagte weiter, nun sei es notwendig, ein Reugesetz [sic] zu erlassen, um die PKK-Kämpfer] aus den Bergen zu holen, wirtschaftliche und soziale Schritte einzuleiten und zugleich im Rahmen des unitären Staates Demokratisierung und Menschenrechte voranzutreiben. Der ehemalige Botschafter Sükrü Elekdag stellte fest, dass Öcalan eine kluge Taktik verfolge und versuche die Türkei vor der Weltöffentlichkeit als nicht kompromissbereit darzustellen, den Druck Europas auf die Türkei zu erhöhen und somit im politischen Bereich Basis [sic] zu gewinnen. Ertugrul Özkök unterstrich, dass die PKK zur Geschichte werde. Dies bedeute aber nicht, dass die Kurdenfrage der Türkei auch zu Ende gehe. Die Türkei habe eine Frage der Demokratisierung, die sie zu lösen habe. 923

Die Erteilung des Status eines EU-Beitrittskandidaten für die Türkei im Dezember 1999 wurde insgesamt von einem gestiegenen gesellschaftlichen Konsens getragen, weil man sich dadurch einen Katalysatoreffekt auf die Entwicklung in Sachen Demokratisierung und Menschenrechte erhofft. Die Mehrheit der kurdischen Kräfte in der Türkei und auch die PKK unterstützten dieses Anliegen in der Hoffnung, dass nur durch die Einbindung in die EU die Kurdenfrage gelöst werden könne. Das PKK-Präsidialmitglied Osman Öcalan nannte sogar die EU-Beitrittskandidatur der Türkei eine historische Entwicklung. Die Türkei habe einen großen Bedarf an demokratischen Reformen und demokratischem Wandel. Die EU beschleunige die Demokratisierung.924

Die Friedessaufrufe [sic] Öcalans und die [sic] Strategiewandel der PKK sowie die Appelle aus dem Ausland, insbesondere vor dem Hintergrund des OSZE-Gipfels (in Istanbul im November 1999) und der bevorstehenden für die türkische Staatsführung lebenswichtigen Helsinki-Entscheidungen im Dezember 1999, endlich in den Kreis der EU-Beitrittskandidaten aufgenommen zu werden, lösten insgesamt eine innergesellschaftliche Diskussion aus. Zugleich verstärkte sich der Druck auf die türkischen Entscheidungsträger, nunmehr die Ergreifung Öcalans als Chance für eine neue Kurdenpolitik zu nutzen und die Todesstrafe endlich abzuschaffen. Es wurden einzelne Schritte unternommen wie z.B. die Reform des Staatsicherheitsgerichtes[sic]925, die Freilassung der seit dem 18. November 1998 inhaftierten HADEP-Funktionäre Mitte Juli 1999 (darunter auch des Vorsitzenden Murat Bozlak), den Empfang der Bürgermeister der pro-kurdischen HADEP durch den Staatspräsidenten Süleyman Demirel in [sic] August 1999 ungeachtet des Verbotsverfahren [sic] gegen die HADEP, die Annahme des „Reuegesetzt“[sic]926 im August 1999 im Parlament. Diese Schritte wurden als ermutigende Signale aus Ankara wahrgenommen. Am 12. Januar 2000 beschließen die Vorsitzenden der türkischen Regierungsparteien Bülent Ecevit, Devlet Bahceli und Mesut Yilmaz erst nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshof [sic] für Menschenrechte über eine Hinrichtung von Öcalan entscheiden zu lassen. Der Beschluss wurde außer in ultranationalistischen und fundamentalistischen Blättern in [den meisten türkischen Medien begrüßt.]


923 Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt: Umkehr bei der PKK, Wandel in der türkischen Kurdenpolitik, in: Südosteuropa Mitteilungen, 2000/02, S. 109 f.

924 Vgl. ebenda, S. 106

925 Bestimmend war für die Reform insbesondere der Druck des Europarates. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte in einem Bericht wiederholt befunden, dass es unmöglich sei, in den Staatssicherheitsgerichten der Türkei unparteiische und unabhängige Urteile zu erhalten, da jeweils ein Militärrichter präsent sei. Der Bericht betrachtet die Arbeitsweise der Staatssicherheitsgerichte als unvereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention und empfiehl [sic] sie aufzulösen. Die Verfassungsänderung zur Zivilisierung der Staatssicherheitsgerichte wurde bei einer Abstimmung im Parlament am 18.6.1999 angenommen. Beim Öcalan-Prozess am 23. 6.1999 wurde dann der Militärrichter durch einen zivilen Richter ersetzt. Vgl. Gürbey Gülistan, Im Blickpunkt: 2000/Nr. 2, 116

926 Das Parlament verabschiedete im August 1999 das „Reuegesetz“ (Nr. 4450), das sechs Monate lang galt und eine Amnestie vor allem für PKK-Mitglieder vorsah, die sich stellen und Informationen über ihre Organisation preisgeben. Die PKK-Kommandostruktur und diejenigen PKK-Mitglieder, die Angehörige der Sicherheitskräfte getötet haben, sind von dieser Amnestie ausgeschlossen. Vgl. Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt, 2000/2, S. 116

[Seite 109]

Nun sei es notwendig, ein Reuegesetz zu erlassen, um die PKK-Kämpfer aus den Bergen zu holen, wirtschaftliche und soziale Schritte einzuleiten und zugleich im Rahmen des unitären Staates Demokratisierung und Menschenrechte voranzutreiben.

Der ehemalige Botschafter Sükrü Elekdag20 vertritt die Meinung, [die Ansichten, daß Öcalans Aufruf für den Frieden eine Chance geschaffen habe, seien nicht richtig.] Öcalan verfolge eine kluge Taktik und versuche die Türkei vor der Weltöffentlichkeit als nicht kompromißbereit darzustellen, den Druck Europas auf die Türkei zu erhöhen und somit im politischen Bereich Basis [sic] zu gewinnen.

[Seite 110]

Ertugrul Özkök21 unterstreicht, die PKK werde zur Geschichte. Dies bedeute aber nicht, daß die Kurdenfrage der Türkei auch zu Ende gehe. Die Türkei habe eine Frage der Demokratisierung, die sie zu lösen habe. [...]

[...]

Die Erteilung des Status eines EU-Beitrittskandidaten für die Türkei im Dezember 1999 wurde insgesamt von einem gesellschaftlichen Konsens getragen, weil man sich dadurch einen Katalysatoreffekt auf die Entwicklung in Sachen Demokratisierung und Menschenrechte erhofft. Auch die Mehrheit der kurdischen Kräfte in der Türkei und auch die PKK unterstützten dieses Anliegen in der Hoffnung, daß nur durch die Einbindung in die EU die Kurdenfrage gelöst werden könne.22

[Seite 116]

Die Friedensaufrufe Öcalans und der Strategiewandel der PKK sowie die Appelle aus dem Ausland, insbesondere vor dem Hintergrund des OSZE-Gipfels in Istanbul im November 1999 und der bevorstehenden für die türkische Staatsführung lebenswichtigen Helsinki-Entscheidung im Dezember 1999, endlich in den Kreis der EU-Beitrittskandidaten aufgenommen zu werden, lösten insgesamt eine innergesellschaftliche Diskussion aus. Zugleich verstärkten sie den Druck auf die türkischen Entscheidungsträger, nunmehr die Ergreifung Öcalans als Chance für eine neue Kurdenpolitik zu nutzen, die unzeitgemäße Todesstrafe endlich abzuschaffen [und die Demokratisierung voranzutreiben]. [...] Gestärkt wurden diese Hoffnungen vor allem durch einzelne Schritte wie z.B. die Reform des Staatssicherheitsgerichtes53 noch während des Öcalan-Prozesses im Juni 1999, die Freilassung der seit dem 18. November 1998 inhaftierten HADEP-Funktionäre Mitte Juli 1999 (darunter auch des Vorsitzenden Murat Bozlak), den Empfang der Bürgermeister der pro-kurdischen HADEP durch den Staatspräsidenten Süleyman Demirel im August 199954 ungeachtet des Verbotsverfahrens gegen die HADEP, die Annahme des „Reuegesetzes“55 im August 1999 im Parlament

[Seite 117]

und die temporäre Aussetzung der Hinrichtung von Öcalan. Diese Schritte wurden als ermutigende Signale aus Ankara wahrgenommen. Am 12. Januar 2000 beschließen die Vorsitzenden der türkischen Regierungsparteien Bülent Ecevit, Devlet Bahceli und Mesut Yilmaz, das Parlament erst nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte über eine Hinrichtung von Öcalan entscheiden zu lassen.

[...] Der Beschluß wurde außer in einigen ultranationalistischen und fundamentalistischen Blättern in den meisten türkischen Medien begrüßt.


[20 Vgl. Sükrü Elekdag: Apo'nun cagrisi ve insan haklari, in: Milliyet, 9.8. 1999; derselbe: Öcalan ve siyasal yükümlülük, in: Milliyet, 29.11. 1999. Damit die PKK sich auflöst und nie wieder wiederaufleben kann, Frieden und Ruhe in der Türkei eintritt, müsse Öcalan leben, so Elekdag.

21 Vgl. Ertugrul Özkök: PKK tarihe karisiyor, in: Hürriyet, 4.9. 1999; weitere Kommentare siehe Sedat Ergin: Öcalan kararinin artilari, eksileri, in: Hürriyet, 11.1. 2000.]

22 [Vgl. Hürriyet, 11.12. 1999.] Das PKK-Präsidialratsmitglied Osman Öcalan nennt sogar die EU-Beitrittskandidatur der Türkei eine historische Entwicklung. Die Türkei habe einen großen Bedarf an demokratischen Reformen und demokratischem Wandel. Die EU beschleunige die Demokratisierung. [Vgl. Özgür Politika, 14.12. 1999, 8. 12. 1999, 9.12. 1999.]

53 Bestimmend war für die Reform insbesondere der Druck des Europarates. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte am 9. Juni 1998 in einem Bericht wiederholt befunden, daß es unmöglich sei, in den Staatssicherheitsgerichten der Türkei unparteiische und unabhängige Urteile zu erhalten, da jeweils ein Militärrichter präsent sei. Der Bericht betrachtet die Arbeitsweise der Staatssicherheitsgerichte als unvereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention und empfiehlt sie aufzulösen. Die Verfassungsänderung zur Zivilisierung der Staatssicherheitsgerichte wurde bei einer Abstimmung im Parlament am 18.6. 1999 angenommen. Beim Öcalan-Prozeß am 23.6. 1999 wurde dann der Militärrichter durch einen zivilen Richter ersetzt. [Vgl. Milliyet, 19.6. 1999; Nützliche Nachrichten, 1/1999, S. 12.]

[54 Am 7.8. 1999 empfängt Demirel 7 HADEP-Bürgermeister der Südostprovinzen. Er empfiehlt den Bürgermeistern, den Rassismus zu unterlassen, dann konnten sie alles machen. Vgl. Hürriyet, 11.8. 1999; Milliyet, 7.8. 1999.]

[Seite 116]

55 Das Parlament verabschiedete im August 1999 das „Reuegesetz“ (Nr.4450), das sechs Monate lang gilt und eine Amnestie vor allem für PKK Mitglieder vorsieht, die sich stellen und Informatio-

[Seite 117]

nen über ihre Organisation preisgeben. Die PKK-Kommandostruktur und diejenigen PKK-Mitglieder, die Angehörige der Sicherheitskräfte getötet haben, sind jedoch von dieser Amnestie ausgeschlossen.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Auch die Inhalte von drei Fußnoten werden wörtlich übernommen.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[177.] Db/Fragment 167 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 167, Zeilen: 1-15
Quelle: Gürbey 2000
Seite(n): 117, Zeilen: 9-12, 20-32
[Der Beschluss wurde außer in ultranationalistischen und fundamentalistischen Blättern in] den meisten türkischen Medien begrüßt. Positive Reaktionen kamen auch u. a. von der EU-Kommission, dem Europäischen Parlament, dem Europarat und den USA. Im Vorfeld der Helsinki-Entscheidung versprachen auch Ecevit und Außenminister Ismail Cem ihren europäischen Gesprächspartnern, Reformen einzuleiten und die Kopenhagener Kriterien umzusetzen. Ismail Cem machte sich öffentlich für ein Ende des kurdischen Sprachverbots in den Massenmedien stark und Mesut Yilmaz sagte auf einer Konferenz seiner Mutterlandspartei in Diyarbakir im Dezember 1999, dass der Weg der Türkei nach Europa durch Diyarbakir führt. Erstmalig fand auch ein Menschenrechtsgipfel der türkischen Regierung mit den Nichtregierungsorganisationen am 14. Oktober 1999 in Ankara statt, mit dem Ziel, gemeinsam die Menschenrechtslage zu diskutieren und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Die Teilenehmer [sic] u.a. Vertreter aus 23 zivilen Organisationen forderten gemeinsam eine zivile Verfassung, die Abschaffung der Todesstrafe, die Anerkennung des Rechtes der ethnischen Gruppen auf muttersprachliche Erziehung, die Durchsetzung der Meinungs-, Presse- und Organisationsfreiheit. 927

927 Gürbey Gülistan: Im Blickpunkt: Umkehr bei der PKK, Wandel in der türkischen Kurdenpolitik, in: Südosteuropa Mitteilungen, 2000/02, S. 116

Der Beschluß wurde außer in einigen ultranationalistischen und fundamentalistischen Blättern in den meisten türkischen Medien begrüßt. Positive Reaktionen kamen u.a. von der EU-Kommission, dem Europäischen Parlament, dem Europarat und den USA. [...]

[...] Im Vorfeld der Helsinki-Entscheidung versprachen Bülent Ecevit und Außenminister Ismail Cem ihren europäischen Gesprächspartnern, Reformen einzuleiten und die Kopenhagener Kriterien umzusetzen. Des weiteren machte sich Cem öffentlich für ein Ende des kurdischen Sprechverbots in den Massenmedien stark.57 Und Mesut Yilmaz erklärte auf einer Konferenz seiner Mutterlandspartei in Diyarbakir im Dezember 1999: „Der Weg der Türkei nach Europa führt durch Diyarbakir!“.58 Erstmalig fand auch ein Menschenrechtsgipfel59 der türkischen Regierung mit den Nichtregierungsorganisationen am 14.Oktober 1999 in Ankara statt, mit dem Ziel, gemeinsam die Menschenrechtslage zu diskutieren und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Gemeinsam forderten die Teilnehmer (u.a. Vertreter aus 23 zivilen Organisationen) eine zivile Verfassung, die Abschaffung der Todesstrafe, die Anerkennung des Rechtes der ethnischen Gruppen auf muttersprachliche Erziehung, die Durchsetzung der Meinungs-, Presse- und Organisationsfreiheit.


[57 Das Staatssicherheitsgericht in Ankara hat die Klage eines Bürgers von Ankara abgewiesen, der Außenminister Ismail Cem wegen Separatismus verklagt hatte, weil er im Fernsehsender „CNN Türk“ erklärt hatte, grundsätzlich könne jeder Fernsehsender in seiner Muttersprache gründen.

58 Vgl. Hürriyet, 17.-20.12. 1999; Özgür Politika, 21.12. 1999.

59 Vgl. Hürriyet, 13.-16.10. 1999, 26.11. 1999, 28.11. 1999.]

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[178.] Db/Fragment 167 19

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 167, Zeilen: 19-42
Quelle: Gürbey 2004
Seite(n): 45, 46, 47, 49, 51, 52, 53, Zeilen: 45:7-11; 46:14-15.18-20; 47:31-33; 49:13-16; 51:14-16.(26-27) - 52:1-2; 53:4-12
Die seit November 2002 regierende islamisch-konservative „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) von Tayip Erdogan hat inzwischen mehrere „EU-Harmonisierungspakete“ verabschiedet, um die in der Beitrittspartnerschaft gestellten Anforderungen und die Kopenhagener Kriterien zu erfüllen.

In erster Linie betrachten die EU den Kurdenkonflikt in der Türkei im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte und Demokratisierung des Landes. Aus Sicht der EU gehört dazu die Gewährung der individuellen Menschen- und Bürgerrechte sowie die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Südosten.

Seit 1991 war der Gebrauch der Kurdischen Sprache im Alltag erlaubt. Mit der türkischen Verfassungsreform vom Oktober 2001 wurden Änderungen in Artikel 26 (Meinungsfreiheit) und 28 (Pressefreiheit) vorgenommen. Am 20.9.2002 trat die „Verordnung zum Erlernen von verschiedenen Sprachen und Dialekten, die türkische Bürger im Alltag benutzen“, in Kraft. Damit sollten private Kurdischkurse ermöglicht werden. Schließlich wurde auch im Rundfunkbereich reformiert und die Ausstrahlung von Radio- und Fernsehsendungen in anderen Sprachen als Türkisch ermöglicht. Auch bei der kurdischen Namensgebung wurde Eltern erlaubt ihren Kindern den von ihnen gewünschten Namen geben zu dürfen.928

Die Türkei erfüllte im Juli 2002 eine der mittelfristigen Prioritäten: das türkische Parlament ratifizierte den internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und den internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen. Die Türkei brachte eine Vorbehaltsklausel im Hinblick auf das Recht auf Bildung und auf Minderheitenrechte ein. Diese sieht vor, dass das Recht ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten auf Ausübung ihrer eigenen Kultur, [Bekenntnis und ihres eigenen Glaubens und Gebrauch ihrer eigenen Sprache nach den einschlägigen Bestimmungen der türkischen Verfassung und des Vertrages von Lausanne von 1923 ausgelegt wird.]


928 Vgl. Gürbey Gülistan: Die kurdische Kurdenpolitik im Kontext des EU-Beitrittsprozesses und der Kopenhagener Kriterien, in: Südosteuropa Mitteilungen, 01/2004, S. 49

[Seite 45]

Die seit November 2002 regierende islamisch-konservative „Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung“ (AKP) hat inzwischen mehrere „EU-Harmonisierungspakete“ verabschiedet,1 um die in der Beitrittspartnerschaft gestellten Anforderungen und die Kopenhagener Kriterien zu erfüllen.

[Seite 46]

Die EU betrachtet den Kurdenkonflikt in der Türkei in erster Linie im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte und Demokratisierung des Landes. [...] Dazu gehört aus Sicht der EU die Gewährung der individuellen Menschen- und Bürgerrechte, kultureller Rechte sowie die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Südosten.

[Seite 47]

Mit der türkischen Verfassungsreform vom Oktober 2001 wurden Änderungen in Artikel 26 („Meinungsfreiheit“) und 28 („Pressefreiheit“) vorgenommen.

[Seite 49]

Am 20.9.2002 trat die entsprechende „Verordnung zum Erlernen von verschiedenen Sprachen und Dialekten, die türkische Bürger im Alltag benutzen“, in Kraft. Damit sollten – ohne das Wort Kurdisch zu verwenden – private Kurdischkurse ermöglicht werden.

[Seite 51]

Resümierend ist hervorzuheben, dass im Rundfunkbereich die Reformen, die die Ausstrahlung von Radio- und Fernsehsendungen in anderen Sprachen als Türkisch ermöglichen, noch keine konkreten Ergebnisse gezeigt haben. [...]

[...]

[...] Es kommt immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Namensführung,

[Seite 52]

obwohl seit dem sechsten Reformpaket erlaubt ist, dass Eltern ihren Kindern den von ihnen gewünschten Namen geben dürfen.

[Seite 53]

Im Juli 2002 erfüllte die Türkei eine der mittelfristigen Prioritäten: das türkische Parlament ratifizierte den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte der Vereinten Nationen. Die Türkei brachte jedoch eine Vorbehaltsklausel im Hinblick auf das Recht auf Bildung und auf Minderheitenrechte ein. Diese sieht vor, dass das Recht ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten auf Ausübung ihrer eigenen Kultur, Bekenntnis und Ausübung ihres eigenen Glaubens und Gebrauch ihrer eigenen Sprache nach den einschlägigen Bestimmungen der türkischen Verfassung und des Vertrags von Lausanne von 1923 ausgelegt wird.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[179.] Db/Fragment 168 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 168, Zeilen: 1-20
Quelle: Gürbey 2004
Seite(n): 53, 54, 55, Zeilen: 53:8-15.21-24.25-29; 54:20-23.28-29.108-109; 55:20-25
[Diese sieht vor, dass das Recht ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten auf Ausübung ihrer eigenen Kultur,] Bekenntnis und ihres eigenen Glaubens und Gebrauch ihrer eigenen Sprache nach den einschlägigen Bestimmungen der türkischen Verfassung und des Vertrages von Lausanne von 1923 ausgelegt wird. Wie schon mehrmals erwähnt sind nach dem Lausanner Abkommen Kurden nicht als Minderheit anerkannt; damit wird den Kurden verwehrt, in den Genuss der in den internationalen Pakten vorgesehenen politischen und kulturellen Rechte zu kommen.929

Im sechsten Reformpaket erfolgte die Abschaffung des Artikels 8 Antiterrorgesetzt vom Juni 2003 - Propaganda gegen die unteilbare Einheit des Staates - um das Recht auf Meinungsfreiheit zu stärken. Inzwischen wurde der Ausnahmezustand gänzlich aufgehoben (zuletzt in Tunceli und Hakkari am 31. Juli 2002 und in den letzten zwei verbliebenen Provinzen Diyarbakir und Sirnak am 30. November 2002). Der Ausnahmezustandgouverneur [sic] wurde in Koordinationsgouverneur umbenannt. Das Problem der Dorfschützer wurde noch nicht gelöst. Offiziellen Zahlungen [sic] zufolge sind 58.551 „Dorfschützer“ im Amt.930

Schließlich ratifizierte im Juli 2003 das türkische Parlament das sechste Protokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) über die Abschaffung der Todesstrafe - außer in Kriegzeiten [sic] oder in Zeiten unmittelbarer Kriegsgefahr. Wegen terroristischer Strafen [sic] zum Tode Verurteilte sind von jeder Amnestie ausgenommen. Dieser Reformschritt führte dazu, dass die Todesstrafe für Abdullah Öcalan in lebenslängliche Haft umgewandelt wurde.931


929 Vgl. Gürbey Gülistan: Die kurdische Kurdenpolitik im Kontext des EU-Beitrittsprozesses und der Kopenhagener Kriterien, in: Südosteuropa Mitteilungen, 01/2004, S. 53

930 Vgl. ebenda, S. 54

931 Vgl. ebenda, S. 55

[Seite 53]

Diese sieht vor, dass das Recht ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten auf Ausübung ihrer eigenen Kultur, Bekenntnis und Ausübung ihres eigenen Glaubens und Gebrauch ihrer eigenen Sprache nach den einschlägigen Bestimmungen der türkischen Verfassung und des Vertrags von Lausanne von 1923 ausgelegt wird. Da nach dem Lausanner Abkommen Kurden nicht als Minderheit anerkannt sind (nur Armenier, Griechen, Juden), wird den Kurden damit verwehrt, in den Genuss der in den internationalen Pakten vorgesehenen politischen und kulturellen Rechte zu kommen. [...]

[...]

Die Beitrittspartnerschaft sieht als kurzfristige Priorität vor, entsprechend des Artikels 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) das Recht auf Meinungsfreiheit zu stärken und die Situation von gewaltfreien politischen Gefangenen zu verbessern. [...] Die überfällige Abschaffung des berüchtigten Artikels 8 Antiterrorgesetz – „Propaganda gegen die unteilbare Einheit des Staates“ 17 – erfolgte im sechsten Reformpaket vom Juni 2003, auch wenn Staatspräsident Ahmet Necdet Sezer und die Militärführung sich gegen die Streichung des Artikels 8 ATG aussprachen.

[Seite 54]

Inzwischen wurde der Ausnahmezustand gänzlich aufgehoben (zuletzt in Tunceli und Hakkari am 31. Juli 2002 und in den letzten zwei verbleibenden Provinzen Diyarbakır und Şırnak am 30. November 2002). Der Ausnahmezustandsgouverneur wurde in Koordinationsgouverneur umbenannt. [...] Das Problem der „Dorfschützer“22 wurde noch nicht gelöst.


22 Offiziellen Zahlen zufolge sind noch 58551 „Dorfschützer“ im Amt. Vgl. dazu Fortschrittsbericht 2003, S. 44.

[Seite 55]

Im Juli 2003 ratifizierte das türkische Parlament das sechste Protokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) über die Abschaffung der Todesstrafe – außer in Kriegszeiten oder in Zeiten unmittelbarer Kriegsgefahr. Wegen terroristischer Straftaten zum Tode Verurteilte sind von jeder Amnestie ausgenommen. Dieser Reformschritt führte dazu, dass die Todesstrafe für Abdullah Öcalan in lebenslängliche Haft umgewandelt wurde.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.


[180.] Db/Fragment 179 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 179, Zeilen: 28-30
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 128, Zeilen: 1-3
Trotz mehrerer diplomatischer Initiativen der Türkei zur Schließung des Ausbildungslagers und zur Auslieferung des PKK-Führers, hat die syrische Führung keine Konzessionsbereitschaft gezeigt und immer wieder behauptet, dass Öcalan nicht in Damaskus lebe. Trotz mehrerer diplomatischer Initiativen der Türkei zur Schließung des Ausbildungslagers und zur Auslieferung des PKK-Führers hat die syrische Führung bislang keine Konzessionsbereitschaft gezeigt.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[181.] Db/Fragment 179 36

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 179, Zeilen: 36-41
Quelle: Gürbey 1998b
Seite(n): 356, Zeilen: 18-22
Das türkisch-syrische Sicherheitsabkommen, das zwischen den zuständigen Delegationen der Türkei und Syrien am 19.und [sic] 20. Oktober 1998 in Adana ausgehandelt wurde, enthielt folgende syrische Verpflichtungen:

- Der Führer der PKK hält sich ab sofort nicht mehr in Syrien auf; die Wiedereinreise nach Syrien wird ihm keinesfalls erlaubt.

Das türkisch-syrische Sicherheitsabkommen,16 das zwischen den zuständigen Delegationen der Türkei und Syrien am 19. und 20. Oktober 1998 in Adana ausgehandelt wurde, enthält folgende syrische Verpflichtungen:

– Der Führer der PKK hält sich ab sofort nicht mehr in Syrien auf; die Wiedereinreise nach Syrien wird ihm keinesfalls erlaubt.


[16 Zum Abkommen siehe Hürriyet vom 22.10.1998.]

Anmerkungen

Die Übernahme wird auf der folgenden Seite fortgesetzt.

Ein Hinweis auf die Quelle findet sich dort in Fn. 1008 (siehe Fragment 180 01) – Art und Umfang der Übernahme (die zuvor auch noch den Inhalt von Fn. 1007 mit einschließt) bleiben für den Leser jedoch im Dunkeln.


[182.] Db/Fragment 180 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 180, Zeilen: 1-4, 10-15, 101-103
Quelle: Gürbey 1998b
Seite(n): 356, 357, Zeilen: 356:23-28, 38, 357:1-2, 8-9, 111-113, 114
- Es wird nicht zugelassen, dass Militante der PKK aus dem Ausland nach Syrien einreisen.

- Die PKK-Lager stellen ab sofort ihre Tätigkeit ein und deren Wiederaufnahme wird ihnen keinesfalls erlaubt.

[...] Die Entschlossenheit der Türkei habe Syrien in die Knie gezwungen, lautete das Fazit der Presse. 1007

Es wurden zahlreiche PKK-Mitglieder von Syrien festgenommen und vor Gericht gestellt: der türkischen Seite wurde eine Liste dieser Personen übergeben. Außerdem hat Syrien die PKK als eine terroristische Organisation eingestuft und die Tätigkeit der PKK und aller ihrer Nebenorganisationen in Syrien verboten. 1008


1007 Das Abkommen wird zwar als Triumph der türkischen Diplomatie gefeiert. Doch die meisten Kommentatoren weisen darauf hin, das [sic] Damaskus und früher [sic] bereits ähnliche Papiere unterzeichnet hatten. Siehe Milliyet 22.10.1998; Hürriyet 22.10.1998

1008 Vgl. Gürbey Gülistan: Die türkisch-syrische Krise: Nur eine Kriegsdrohung? in: Südosteuropa-Mitteilungen, 1998/Nr.4, 38. Jahrgang, S. 356 f.

[Seite 356]

– Es wird nicht zugelassen, daß Militante der PKK aus dem Ausland nach Syrien einreisen.

– Die PKK-Lager stellen ab sofort ihre Tätigkeit ein und die Wiederaufnahme der Tätigkeit wird ihnen keinesfalls erlaubt.

Zahlreiche PKK-Mitglieder wurden von Syrien festgenommen und vor Gericht gestellt. Eine Liste dieser Personen wurde von Syrien der türkischen Seite übergeben.

[...]

[...] Außerdem hat Syrien die PKK als

[Seite 357]

eine terroristische Organisation eingestuft und die Tätigkeit der PKK und aller ihrer Nebenorganisationen in Syrien verboten. [...] Die Entschlossenheit der Türkei habe Syrien in die Knie gezwungen, lautet das Fazit der Presse.18


18 [...] Das Abkommen wird zwar als Triumph der türkischen Diplomatie gefeiert. Doch die meisten Kommentatoren weisen darauf hin, daß Damaskus und Ankara früher bereits ähnliche Papiere unterzeichnet hatten. [Damaskus verpflichtet sich, seine Unterstützung für die PKK einzustellen.] Siehe Milliyet, 22.10.1998; Hürriyet, 22.10.1998[; Sabah, 22.10.1998].

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite. Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Auch der Inhalt der Fn. 1007 wird mit übernommen.


[183.] Db/Fragment 180 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 180, Zeilen: 20-31
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 126, Zeilen: 3-21
Historisch gesehen gab es seit dem osmanisch-persischen Krieg 1514 nie gute oder enge Beziehungen. Seit damals stehen die beiden Länder in der Region in einem Konkurrenzverhältnis zueinander. Obwohl die Türkei und der Iran mit dem Bagdad-Vertrag, dem Militärabkommen (1955), anschließend mit der ökonomischen1011, kulturellen und technischen Organisation CENTO (Central Treaty Organisation) Kooperationspolitik betrieben haben, ist das Konkurrenzverhältnis die Grundkonstante im Verhältnis beider Staaten zueinander geblieben. Eine Verschlechterung der Beziehungen war besonders nach der Machtergreifung Chomeinis zu beobachten. Chomeini war nach der islamischen Revolution darum bemüht, die islamische Revolution auch in die Türkei zu exportieren. Hinter den Attentaten1012 in den 80er und 90er Jahren auf verschiedene linksorientierte und liberale Journalisten in der Türkei wird der Iran vermutet. Andererseits ist der iranischen Führung ein Dorn im Auge, dass [ungefähr 600.000 Chomeini-Gegner oder frühere Anhänger des Schah-Regimes in die Türkei geflohen waren und zum Teil immer noch dort leben.1013]

1011 Am 1. Januar 1986 unterzeichneten beide Länder ein Handelsabkommen über 3 Mrd. $. Ferner wurde eine Kooperation im Bereich der Industrie (besonders Maschinenbau) vereinbart und ein Abkommen über den Lkw-Verkehr geschlossen. Iran versprach der Türkei 5 Mill. t. Erdöl zu einem günstigeren Preis zu überlassen, und die Türkei kündigte an, Iran 300 Mill. t. Stahl zu liefern. Vgl. AdG. 23. Januar 1986, S. 29545

1012 Ein Beispiel: Nach dem Mord an den bekannten Schriftsteller Ugur Mumcu am 24. Januar 1993, bezichtigte die Türkei Iran, anti-türkische, radikale Islamisten zu beherbergen und auszubilden. In: [Nahost-Jahrbuch 1993 und Olson Robert: Turkey ´s Relation with Iran, Syria, Israel and Russia, 1991-2000, Kentucky 2001, S. 21

1013 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 126]

Historisch gesehen gab es seit dem osmanisch-persischen Krieg 1514 nie gute oder enge Beziehungen. Seit damals stehen die beiden Länder in der Region in einem Konkurrenzverhältnis zueinander. Dies war auch während des Schah-Regimes festzustellen. Obwohl die Türkei und der Iran mit dem Bagdad-Vertrag, dem Militärabkommen, das 1955

zunächst zwischen dem Irak und der Türkei abgeschlossen, anschließend um Großbritannien, Pakistan und Iran erweitert und später zur ökonomischen, kulturellen und technischen Organisation Cento (Central Treaty Organization) umgewandelt wurde, eine auch von den USA unterstützte Kooperationspolitik betrieben, ist das Konkurrenzverhältnis die Grundkonstante im Verhältnis beider Staaten zueinander geblieben. Eine Verschlechterung der Beziehungen war besonders nach der Machtergreifung Chomeinis zu beobachten. Chomeini war nach der islamischen Revolution darum bemüht, diese auch in die Türkei zu exportieren. Hinter den Attentaten in den 80er und 90er Jahren auf verschiedene linksorientierte und liberale Journalisten in der Türkei wird der Iran vermutet. Der iranischen Führung wiederum ist ein Dorn im Auge, daß ungefähr 600000 Chomeini-Gegner oder frühere Anhänger des Schah-Regimes in die Türkei geflohen waren und zu einem Teil immer noch dort leben.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[184.] Db/Fragment 181 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 181, Zeilen: 1-2, 4-11
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 125, 126, Zeilen: 125:35-39; 126:1-3.18-21
[Andererseits ist der iranischen Führung ein Dorn im Auge, dass] ungefähr 600.000 Chomeini-Gegner oder frühere Anhänger des Schah-Regimes in die Türkei geflohen waren und zum Teil immer noch dort leben.1013

Iran wurde von den türkischen Eliten oft kritisiert, der PKK Unterstützung zu gewähren, in dem sie der PKK erlauben ihre Basen auf iranischem Territorium einzurichten. Auch die Etablierung islamisch-fundamentalistischer Kräfte in der Türkei, besonders durch die starke Position der Wohlfahrtspartei, die Unterstützung der PKK und der islamischen Fundamentalisten durch den Iran seit 1994 sorgten in der türkischen Öffentlichkeit für eine ablehnende Einstellung gegenüber dem Iran.1014 Mit Ausnahme der Wohlfahrtspartei unter Führung Erbakans nehmen in der Türkei Nationalisten wie Konservativ-liberale und Sozialdemokraten eine distanzierte Haltung gegenüber dem Iran ein.1015


1013 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 126

1014 Vgl.: Olson Robert: Turkey´s Relation with Iran, Syria, Isrel [sic] and Russia, 1991-2000, Kentucky 2001, S. 23

1015 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 125

[Seite 125]

Die Etablierung islamisch-fundamentalistischer Kräfte in der Türkei, besonders durch die starke Position der Wohlfahrtspartei, die Unterstützung der PKK und der islamischen Fundamentalisten durch den Iran seit 1994 sorgen in der türkischen Öffentlichkeit für eine ablehnende Einstellung gegenüber dem Iran. Mit Ausnahme der Wohlfahrtspartei unter

[Seite 126]

Führung Erbakans nehmen in der Türkei Nationalisten wie Konservativ-Liberale und Sozialdemokraten eine distanzierte Haltung gegenüber dem Iran ein. [...] Der iranischen Führung wiederum ist ein Dorn im Auge, daß ungefähr 600000 Chomeini-Gegner oder frühere Anhänger des Schah-Regimes in die Türkei geflohen waren und zu einem Teil immer noch dort leben.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[185.] Db/Fragment 181 12

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 181, Zeilen: 12-17, 107-109
Quelle: Kramer 1997
Seite(n): 104, Zeilen: 5-11, 101-104
Die türkische Hauptbesorgnis richtete sich jedoch auf die vom Iran ausgehende ideologische Verunsicherung der türkischen Gesellschaft. Sicherheitskreise behaupteten immer wieder, Belege dafür zu haben, dass das fundamentalistische iranische Regime über die Verbreitung von Propaganda bis hin zur Ausbildung und Unterstützung islamitisch [sic] motivierter Gewaltorganisationen versuche [sic] die innere Ordnung der laizistischen Türkei zu destabilisieren.1016

1016 Ein ungewöhnlich deutliches Beispiel solcher Äußerungen war die Erklärung des stellvertretenden türkischen Generalstabchefs, Cevik Bir, auf dem Jahreskongress des American Turkish Council Anfang März 1996 in Washington, in der er Iran Islamismusexport und Regionalmachtambitionen unterstellte, Vgl. Kramer Heinz: Die Türkei in der sicherheitspolitischen Herausforderung nach dem Ende des Kalten Krieges, S. 104, in: Trummer Peter/Fleischer Sabine/Pühs Wolfgang (Hrsg.): Die Lage...

Die türkische Hauptbesorgnis richtet sich jedoch auf die vom Iran ausgehende ideologische Verunsicherung der türkischen Gesellschaft. Sicherheitskreise behaupten immer wieder, Belege dafür zu haben, daß das fundamentalistische iranische Regime versuche, über die Verbreitung von Propaganda bis hin zur Ausbildung und Unterstützung islamistisch motivierter Gewaltorganisationen die innere Ordnung der laizistischen Türkei zu destabilisieren.1

1 Ein ungewöhnlich deutliches Beispiel solcher Äußerungen war die Erklärung des stellvertretenden türkischen Generalstabschefs, Cevik Bir, auf dem Jahreskongreß des American Turkish Council Anfang März 1996 in Washington, in der er Iran Islamismusexport und Regionalmachtambitionen unterstellte; vgl. Turkish Probe, 170 (15. März 1996), S. 21/22.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[186.] Db/Fragment 181 21

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 181, Zeilen: 21-29
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 127, Zeilen: 1-9
Neben der Konkurrenz zwischen der Türkei und dem Iran in Zentralasien zeigte sich diese auch im Kaukasus, insbesondere in Aserbeidschan. Während die Türkei im Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien, Aserbaidschan unterstützte, versuchte der Iran einer möglichen Machtverschiebung in der Region durch Unterstützung Armeniens entgegenzuwirken. Dabei richteten sich die iranischen Bemühungen nicht nur gegen die Türkei, sondern auch gegen den damaligen aserbaidschanischen Staatspräsidenten Elcibey, der die Errichtung eines Großaserbaidschan propagierte, das auch einen Teil des Nordiran umfassen sollte. Neben der Konkurrenz zwischen der Türkei und dem Iran in Zentralasien zeigte sich diese auch im Kaukasus, hier insbesondere in Aserbaidschan. Während die Türkei im Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien Aserbaidschan unterstützte, versuchte der Iran einer möglichen Machtverschiebung in der Region durch Unterstützung Armeniens entgegenzuwirken. Dabei richtete sich das iranische Bemühen nicht nur gegen die Türkei, sondern auch gegen den damaligen aserbaidschanischen Staatspräsidenten Elçibey, der die Errichtung eines Großaserbaidschan propagierte, das auch einen Teil des Nordiran umfassen sollte.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[187.] Db/Fragment 181 29

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 181, Zeilen: 29-31
Quelle: Karaosmanoğlu 1993
Seite(n): 431, Zeilen: 37-40
Im Nordiran an der Grenze zur unabhängigen Republik Aserbaidschan leben etwa 20 Millionen iranische Bürger aserbaidschanischer Herkunft. Iran fühlte sich durch die Möglichkeit der Vereinigung beider Regionen bedroht.1017

1017 Vgl. Karaosmanoglu Ali: Die neue Rolle der Türkei, in: Europa-Archiv, Folge 15/1993, S. 431

Im iranischen Aserbaidschan (im Norden Irans an der Grenze zur unabhängigen Republik Aserbaidschan) leben etwa 20 Millionen iranische Bürger aserbaidschanischer Herkunft. Iran fühlt sich durch die Möglichkeit der Vereinigung beider Regionen bedroht.
Anmerkungen

Fast vollständig wörtlich übereinstimmend; Art und Umfang der Übernahme bleiben dennoch ungekennzeichnet.


[188.] Db/Fragment 182 05

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 182, Zeilen: 5-10
Quelle: Gumpel 2003
Seite(n): 22, Zeilen: 22-29
Die Vereinbarung über den Bau einer 2.577 km langen Rohrleitung, die 57 türkische Städte mit Erdgas versorgen wird und worüber im Endstadium jährlich bis zu 10 Mrd. m3 Erdgas vom Iran in die Türkei geliefert werden sollen, hat den Unwillen der Amerikaner geweckt. Sie versuchten zunächst den Bau, später die Inbetriebnahme der Rohrleitung zu verhindern. Das Projekt wurde jedoch durchgezogen1020.

1020 Seit Januar 2002 fließt iranisches Erdgas in die Türkei, wenn auch wegen technischer und Qualitätsproblemen mehrmals unterbrochen wurde, Vgl. Gumpel Werner: Die Türkei zwischen den Konfliktstaaten, in: Südosteuropa Mitteilungen 1/2003, S. 22

Insbesondere die Vereinbarung über den Bau einer 2.577 km langen Rohrleitung, die 57 türkische Städte mit Erdgas versorgen wird und über die im Endstadium jährlich bis zu 10 Mrd. cbm Erdgas vom Iran in die Türkei geliefert werden sollen, hat den Unwillen der Amerikaner geweckt. Sie versuchten zunächst den Bau, später die Inbetriebnahme der Rohrleitung zu verhindern. Das Projekt wurde jedoch durchgezogen: das iranische Erdgas fließt, wenn auch wegen technischer und Qualitätsproblemen mehrmals unterbrochen, seit Januar 2002 in die Türkei.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[189.] Db/Fragment 182 17

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 182, Zeilen: 17-21
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 126, Zeilen: 36-40
Mitte Dezember 1996 besuchte der iranische Präsident Rafsandschani die Türkei und erklärte öffentlich, dass die Türkei auf dem richtigen Weg sei, sich zu einem islamischen Staat zu entwickeln. Dies wurde in der Türkei von der Opposition als auch von breiten Kreisen der Bevölkerung mit Ablehnung zur Kenntnis genommen.1023

1023 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 126

Mitte Dezember 1996 besuchte der iranische Präsident Rafsandschani die Türkei und erklärte öffentlich, daß die Türkei auf dem richtigen Weg sei, sich zu einem islamischen Staat zu entwickeln. Dies wurde in der Türkei sowohl von der Opposition als auch von breiten Kreisen der Bevölkerung mit Ablehnung zur Kenntnis genommen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[190.] Db/Fragment 182 27

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 182, Zeilen: 27-31
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 105, Zeilen: 18-21, 29-30
Erbakan hatte einen deutlichen Schritt in Richtung islamischer Staaten getan und versuchte damit, sich vom Westen und den USA im besonderen nicht mehr gängeln zu lassen. Der Besuch im Iran und im Irak bzw. in andere islamische [sic] Staaten führte zu Missstimmungen in der westlichen Welt. Erbakan bzw. sein politischer Berater Abdullah Gül lancierten alle Besuche auf der Wirtschaftschiene [sic].1025

1025 Vgl. Riemer K. Andrea [sic]: Die Türkei an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1998, S. 105

Erbakan hatte einen deutlichen Schritt in Richtung islamische Staaten getan und versuchte damit, sich vom Westen und den USA im besonderen nicht mehr gängeln zu lassen. Der Besuch im Iran und im Irak bzw. in andere [sic] islamischen Staaten führte zu Missstimmungen in der westlichen Welt[, da man bislang aufgrund des Verhaltens der türkischen Regierungen seit Turgut Özal annehmen konnte, dass die Türkei grosses Interesse an einer Integration in die westliche Staatenwelt mit allen Konsequenzen und Verpflichtungen hatte].

[...] Erbakan bzw. sein politischer Berater Abdullah Gül lancierten alle Besuche auf der Wirtschaftsschiene.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[191.] Db/Fragment 182 32

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 182, Zeilen: 32-36
Quelle: Şen 1997b
Seite(n): 131, Zeilen: 37-42
Die zweite Auslandsreise des türkischen Ministerpräsidenten Erbakan war wesentlich provokativer als seine erste Reise. Aller [sic] Mahnungen innerhalb der Türkei, die nicht nur von der Opposition, sondern auch vom Koalitionspartner kamen und aller [sic] kritischer [sic] Stimmen aus West-Europa und den USA zum Trotz, wagte Erbakan seine Reise nach Libyen und Nigeria zu unternehmen. Die zweite Auslandsreise des türkischen Ministerpräsidenten Erbakan war wesentlich provokativer als seine erste Reise. Trotz aller Mahnungen innerhalb der Türkei, die nicht nur von der Opposition, sondern auch vom Koalitionspartner kamen und alle [sic] kritischen Stimmen aus West-Europa und den USA zum Trotz, wagte Erbakan seine zweite Reise nach Libyen und Nigeria zu unternehmen.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die Quelle Şen 1997b wird an keiner Stelle in der gesamten vorliegenden Arbeit erwähnt.


[192.] Db/Fragment 185 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 185, Zeilen: 3-7
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 75, Zeilen: 8-12
Am 22. Januar 2002 wurde der iranisch-türkische Abschnitt eingeweiht. Dadurch exportierte der Iran erstmals seit der Islamischen Revolution 1979 wieder Erdgas. Ein Teil dieses Erdgases wird in der Türkei verbraucht, der Rest wird nach Südeuropa im Rahmen des Inogate-Programmes (Interstate Oil and Gas Transport to Europe) weitergeleitet.1037

1037. Akkaya Cigdem/Aver Caner: Die türkische Sicherheitspolitik in einem unsicheren Raum. In: Südosteuropa Mitteilungen 1/2004

Am 22. Januar 2002 wurde der iranisch-türkische Abschnitt eingeweiht. Dadurch exportierte der Iran erstmals seit der Islamischen Revolution 1979 wieder Erdgas. 16 Ein Teil dieses Erdgases wird in der Türkei verbraucht, der Rest wird nach Südeuropa im Rahmen des Inogate-Programmes (Interstate Oil and Gas Transport to Europe) weitergeleitet.

16 Vgl. Hasse, Nadine; Die Pipelineinfrastruktur in der Kaspischen Region. Optionen und Interessen beim Öl- und Gastransport. Aktuelle SWP-Dokumentation, Reihe D, Nr. 25, Berlin, Mai 2002, S. 16 ff.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[193.] Db/Fragment 185 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 185, Zeilen: 9-12
Quelle: Gumpel 2003
Seite(n): 23, Zeilen: 12-16
Die aus dem Iran führende Erdgas-Rohrleitung ist von besonderer Bedeutung, weil die Türkei plant, sie nach Griechenland, Bulgarien und auch nach Italien weiterzuführen. Damit wächst die Bedeutung der Türkei als Transitland und damit auch ihre Einnahmen aus den Transitgebühren.1038

1038 Vgl. Gumpel Werner: Die Türkei zwischen den Konfliktstaaten, in: Südosteuropa Mitteilungen 1/2003, S. 23

Die aus dem Iran in die Türkei führende Ergas-Rohrleitung [sic] ist von besonderer Bedeutung, weil die Türkei plant, sie nach Griechenland, Bulgarien und auch Italien weiterzuführen. Damit wächst die Bedeutung der Türkei als Transitland, es wachsen aber auch ihre Einnahmen aus den Transitgebühren.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[194.] Db/Fragment 185 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 185, Zeilen: 28-39
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 595, 596, Zeilen: 595:21-24, 26-38; 596:1-2
Nach dem Zerfall der Sowjetunion wollte die Türkei im Kaukasus und Zentralasien ihren Einfluss stärker geltend machen. Israel zeigte auch großes Interesse, da die jüdische Minderheit in diesem Gebiet nach wie vor über einen maßgeblichen Einfluss verfügt. Beiden Staaten war gemeinsam, potentiell vorhandene iranische Einmischungsversuche in der Region soweit wie möglich zurückzudämmen. Damit befand man sich im Einklang mit den Interessen der Vereinigten Staaten. Die Gründung großer israelische Unternehmungen im Bereich der Landwirtschaft wurde von türkischer Seite unterstützt. Israel machte sich für die Realisierung der Zollunion zwischen der Europäischen Union und der Türkei stark. Eine „Schlüsselallianz“ zwischen den beiden Staaten war beinahe eine „natürliche Folge“ der Entwicklung. Die strategische Bedeutung beider Staaten für den Nahen Osten erfuhr durch das Militärabkommen von 1996 eine signifikante Aufwertung. [Seite 595]

Die zu Beginn der neunziger Jahre eingeleitete Annäherung zwischen der Türkei und Israel gipfelte im Frühjahr 1996 in der Unterzeichnung von vier Abkommen über wirtschaftliche und militärische Kooperationen durch Staatspräsident Demirel.62 [...]

Bereits ab Beginn der neunziger Jahre - nach dem Zerfall der Sowjetunion - kam es zu einer Intensivierung der Kontakte zwischen beiden Staaten. Die Türkei wollte im Kaukasus und Zentralasien ihren Einfluss stärker geltend machen. Israel zeigte an den Gebiete grosses [sic] Interesse, da die jüdische Minderheit nach wie vor über einen massgeblichen [sic] Einfluss verfügt. Beiden Staaten war das Interesse gemeinsam, potentiell vorhandene iranische Einmischungsversuche in der Grossregion [sic] so weit wie möglich zurückzudämmen. Damit befand man sich im Einklang mit den Interessen der Vereinigten Staaten. Die Gründung grosser [sic] israelischer Unternehmungen im Bereich der Landwirtschaft wurden von türkischer Seite unterstützt. Israel machte sich für die Realisierung der Zollunion zwischen der Europäischen Union und der Türkei stark. Eine ‘Schlüsselallianz’ zwischen beiden Staaten war beinahe eine ‘natürliche Folge’ der Entwicklung. Die strategische


[62 Vgl.: Neue Zürcher Zeitung, 15.3.1996.]

[Seite 596]

Bedeutung beider Staaten für den Nahen Osten erfuhren [sic] durch das Abkommen eine signifikante Aufwertung.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[195.] Db/Fragment 186 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 186, Zeilen: 3-5, 6-7
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 121, Zeilen: 11-15
Am 19. Dezember 1991 haben die beiden Staaten gegenseitig ihre diplomatischen Beziehungen auf Botschafter-Ebene heraufgestuft. Staatspräsident Turgut Özal begrüßte die Zusammenarbeit mit Israel. Seitdem hat sich das Verhältnis im wirtschaftlichen, politischen aber auch im militärischen Bereich positiv verändert.1041

1041 Vgl. Sönmezoglu Faruk: Türk Dis Politikasinin Analizi, S. 168

Erst am 31. Dezember 1991 haben die beiden Staaten gegenseitig ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf die Botschafter-Ebene heraufgestuft. Seitdem hat sich das Verhältnis im wirtschaftlichen, politischen, aber auch im militärischen Bereich positiv verändert.
Anmerkungen

Trotz wörtlicher Übereinstimmung ohne Hinweis auf eine deutschsprachige Quelle.


[196.] Db/Fragment 188 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 188, Zeilen: 1-5
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 596, Zeilen: 3-7
Die wesentlichen Ziele der Wirtschafskooperation [sic] waren:

- Verbesserung der Markteintrittschancen der Türkei in den amerikanischen Markt.

- Verbesserung der Markteintrittschancen von Israel in den EU-Markt.

- Gegenseitiger Know-how-Transfer, besonders im Bewässerungsbereich.

Die wesentlichen Ziele der Wirtschaftskooperation sind:

• Verbesserung der Markteintrittschancen der Türkei in den amerikanischen Markt.

• Verbesserung der Markteintrittschancen Israels in den EU-Markt.

• Gegenseitiger Know-how-Transfer, bes. im Bewässerungsbereich.

Anmerkungen

keine Quellenangabe


[197.] Db/Fragment 188 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 188, Zeilen: 9-10, 11-12
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 121, Zeilen: 21-24
Im August 1996 wurde eine Rüstungskooperation vereinbart, die die Modernisierung der 54 F4-Phantom-Jagdbomber der türkischen Luftwaffe durch Israel vorsieht. Diese Kooperation kostete 650 Millionen Dollar.1052 Im November 1996 unterzeichneten die beiden Länder einen Vertrag über gemeinsame Manöver.1053

1052 Vgl. Kut (Edt.): En Uzun On Yil, Meliha Altunisik: Güvenlik Kiskacinda Türkiye-Ortadogu Iliskileri, s. 339

1053 Vgl. Sen Faruk/ Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 120

Im August 1996 wurde eine Rüstungskooperation vereinbart, die die Modernisierung der F4-Phantom-Jagdbomber der türkischen Luftwaffe durch Israel vorsieht. Im November 1996 Unterzeichneten die beiden Länder einen Vertrag über gemeinsame Manöver.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[198.] Db/Fragment 188 16

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 188, Zeilen: 16-25
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 596, Zeilen: 8-17
Zusammengefasst waren die wesentlichen Ziele der Militärkooperation:

- Technologietransfer, besonders Modernisierung der türkischen Phantom F-4-Flugzeuge [sic]

- Ausbildungskooperation, besonders im Luftfahrtwesen

- Benutzung des türkischen Luftraums und türkischer Stützpunkte für Übungszwecke der israelischen Luftwaffe (damit kann die israelische Luftwaffe relativ problemlos Regionen an der Grenze [sic] Syrien, dem Iran und dem Irak überwachen)

- Reduktion der Abhängigkeit der türkischen Armee von Waffenlieferung [sic] aus den Vereinigten Staaten und aus Europa.

Die wesentlichen Ziele der Militärkooperation sind:

• Technologietransfer, bes. Modernisierung der türkischen Phantom F-4-Flugzeuge [sic].63

• Ausbildungskooperations [sic], bes. im Luftfahrtwesen.

• Benützung des türkischen Luftraums und türkischer Stützpunkte für Übungszwecke der israelischen Luftwaffe (damit kann die israelische Luftwaffe relativ problemlos Regionen an der Grenze zu Syrien, dem Iran und dem Irak überwachen).

• Reduktion der Abhängigkeit der türkischen Armee von Waffenlieferungen aus den Vereinigten Staaten und aus Europa.64


[63 Wenngleich unbestätigt, gilt es als sicher, dass Israel und die Türkei nach Abschluss der Modernisierung der F-4-Flotte Boden-Boden- und Boden-Luft-Raketen des Typs Popeye II gemeinsam produzieren werden. Ferner soll die türkische Armee in Israel bereits erprobte Grenzsicherungssysteme kaufen und die Tankkapazitäten der F-16-Kampfflugzeuge deutlich ausweiten. Vgl. dazu Neue Zürcher Zeitung, 7.8.1996; 11.6.1997.

64 Beide Vertragspartner knüpften in den letzten Jahren ihre Lieferbereitschaft an die Einhaltung von Menschenrechten, bes. in der ‘Kurdenfrage’ und an eine nachhaltige Lösung der offenen Fragen mit Griechenland. Die Türkei kann mit diesem Abkommen dem ‘versteckten Waffenembargo’ durch Europa und die Vereinigten Staaten entgehen.]

Anmerkungen

Die Quelle wird nicht genannt.


[199.] Db/Fragment 188 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 188, Zeilen: 26-37
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 107, Zeilen: 1-4, 9-15
Der politische Hintergrund lag für die Türkei in folgenden Problembereichen:

- Sicherung der Grenze zu Syrien. Syrien galt seit Jahren als einer der wichtigsten Unterstützer der PKK. Ferner lagen auch Probleme mit Syrien in der Wasserfrage.

- Absicherung gegenüber dem Iran. Der Iran galt nach dem Zerfall der Sowjetunion als einer der Hauptkonkurrenten um die regionale Vormachtstellung.

Für Israel ist die Türkei von primärem Interesse,

- da der Staat über reiche Wasserressourcen verfügt

- da sie wie Israel ein säkularer Staat ist

- da sie als einziger islamischer Staat Mitglied der Organisation islamischer Staaten und gleichzeitig NATO-Mitglied ist 1054


1054 Vgl. Riemer Andrea: Die Türkei, S. 107

Der politische Hintergrund liegt für die Türkei in folgenden Problembereichen:

• Sicherung der Grenze zu Syrien. Syrien gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Unterstützer der PKK. Ferner liegen die beiden Staaten aufgrund der völkerrechtlich nur diffus geregelten Wasserfrage im Streit. [...]

• Absicherung gegenüber dem Iran. Der Iran galt nach dem Zerfall der Sowjetunion als einer der Hauptkonkurrenten um die regionale Vormachtstellung.

Für Israel ist die Türkei von primärem Interesse,

• da der Staat über reiche Wasserressourcen verfügt;

• da sie wie Isreal [sic] ein säkularer Staat ist;

• da sie als einziger islamischer Staat Mitglied der Organisation islamischer Staaten und gleichzeitig NATO-Mitglied ist.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[200.] Db/Fragment 188 38

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 188, Zeilen: 38-39
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 596, Zeilen: 18-23
Ein weiteres militärisches Rahmenabkommen über Rüstungskooperation wurde Ende August 1996 zwischen den beiden Staaten abgeschlossen. Während der [Regierungsperiode unter Necmettin Erbakan wurde die Unterzeichnung der Abkommen zwar kurzfristig blockiert bzw. verzögert; trotzdem kam dieses Abkommen zustande.] Ende August 1996 wurde ein weiteres militärisches Rahmenabkommen über Rüstungskooperationen zwischen den beiden Staaten abschlossen.65 Während der Regierungsperiode unter Necmettin Erbakan wurde die Unterzeichnung der Abkommen zwar kurzfristig blockiert bzw. verzögert. Verhindern konnte der Refah-Führer die Realisierung derselben aber nicht. Der Druck der türkischen Armee war viel zu stark.66

[65 Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 29.8.1996; Die Presse, 29.8.1996.

66 Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 9.4.1997.]

Anmerkungen

Keine Quellenangabe.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[201.] Db/Fragment 189 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 189, Zeilen: 1-2
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 596, Zeilen: 20-23
[Während der] Regierungsperiode unter Necmettin Erbakan wurde die Unterzeichnung der Abkommen zwar kurzfristig blockiert bzw. verzögert; trotzdem kam dieses Abkommen zustande. Während der Regierungsperiode unter Necmettin Erbakan wurde die Unterzeichnung der Abkommen zwar kurzfristig blockiert bzw. verzögert. Verhindern konnte der Refah-Führer die Realisierung derselben aber nicht. Der Druck der türkischen Armee war viel zu stark.66

[66 Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 9.4.1997.]

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Keine Quellenangabe.


[202.] Db/Fragment 189 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 189, Zeilen: 9-13, 15-25
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 121-122, Zeilen: 121:28-40 - 122:1-7
Erbakan versuchte in seiner Zeit als Regierungschef von der Kooperation mit Israel abzuweichen. Aber sein Handlungsspielraum war doch eingeschränkt, da der Staatspräsident Demirel und die Oppositionsparteien eine enge Zusammenarbeit mit Israel sehr begrüßten. Das türkische Militär war der stärkste Befürworter einer Annäherungspolitik mit Israel. [...] Der Besuch von Generalstabchef [sic] Karadayi Ende Februar 1997 in Jerusalem unterstrich dies. Bei der Visite wurde er sowohl vom israelischen Staatspräsidenten Weizmann als auch von [sic] Ministerpräsidenten Netanjahu empfangen. Bei einer gemeinsamen Unterredung während der Visite des israelischen Außenministers David Levy im April 1997 in der Türkei erklärte Generalstabchef Karadayi, die guten Beziehungen zu Israel würden in Zukunft noch besser werden. Hintergrund dieser Annäherungspolitik war auf türkischer Seite sicher die Hoffnung, dass sich Israel im Falle eines Konfliktes mit Griechenland, Russland oder Armenien neutral oder sogar solidarisch mit der Türkei verhalten würde. Die Zusammenarbeit mit Israel im Nahen und Mittleren Osten bedeutete auch für die Militärmacht der Türkei in der Region, eine Stärkung der eigenen Position.1056

1055 Vgl. Franz Erhard: Türkei: Laizismus contra Islamismus in Gesellschaft und Politik, in: Südosteuropa-Mitteilungen, 1/1997, S. 16

1056 Vgl. Sen Faruk/ Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 122 und Dursunoglu Alptekin: Stratejik Ittifak, Türkiye-Israil Iliskilerinin Öyküsü, S. 88

[Seite 121]

Erbakan versuchte daher in seiner Zeit als Regierungschef von der Kooperation mit Israel abzuweichen. Sein Handlungsspielraum wurde jedoch zum einen durch den türkischen Staatspräsidenten Demirel eingeschränkt, der wie die Oppositionsparteien eine engere Zusammenarbeit mit Israel sehr begrüßt. Zum anderen war und ist das türkische Militär der stärkste Befürworter einer Annäherungspolitik. Dies unterstrich der Besuch Generalstabschefs Karadayi Ende Februar 1997 in Jerusalem. Bei der Visite wurde er sowohl vom israelischen Staatspräsidenten Weizmann als auch von Ministerpräsident Netanjahu empfangen. Während der Visite des israelischen Außenministers David Levy im April 1997 in der Türkei erklärte Karadayi nach einer gemeinsamen Unterredung, die guten Beziehungen zu Israel würden in Zukunft noch besser werden. Hintergrund dieser Annäherungs-

[Seite 122]

politik ist auf türkischer Seite sicher die Hoffnung, daß sich Israel im Falle eines Konfliktes mit Griechenland, Rußland oder Armenien neutral oder sogar solidarisch mit der Türkei verhält. Die Türkei unterstützt auch in eigenem Interesse den Friedensprozeß im Nahen Osten. Da sie derzeit zu mehreren Nachbarstaaten ein gespanntes Verhältnis hat, bedeutet die Annäherung an Israel, das wie die Türkei als wichtige Militärmacht in der Region gilt, eine Stärkung der eigenen Position.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[203.] Db/Fragment 189 26

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 189, Zeilen: 26-43, 105-108
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 596, 597, Zeilen: 596:24-28, 113-116; 597: 1-13, 101-104
Anfang Mai 1997 wurde eine sogenannte „gemeinsame Verteidigungsdoktrin“ abgeschlossen [sic] die eine enge Zusammenarbeit der Nachrichtendienste der beiden Staaten vorsieht. Im Mai 1997 gab die Armeeführung ihre neue Verteidigungsdoktrin bekannt, die die Bekämpfung islamisch-fundamentalistischer Kräfte in der Türkei als oberstes Ziel enthielten. [sic] Israel und die Türkei fühlten sich in gleicher Weise vom islamischen Fundamentalismus, aber auch von reaktionären und separatistischen Kräften bedroht, meinte der israelische Ministerpräsident Netanyahu. 1057 „Gemeinsame Feinde“ - namentlich der Iran1058 und Syrien1059 - wurden zur Kooperationstriebfeder. Die Reaktion auf die Kooperation aus der arabischen Welt war mehrheitlich ablehnend und besorgt.

Syrien bezeichnete die Kooperation als den schwerwiegendsten Fehler seit der Proklamation Israels. Mit den Überflugmöglichkeiten kann die israelische Luftwaffe nicht nur im Süden und Westen - über israelisches und libanesisches Gebiet - [sic] sondern auch entlang der Nordgrenze verstärkt ihre Präsenz zeigen.

Der Iran - von beiden Kooperationspartnern als künftiger Feind gesehen - muss damit rechnen, dass Israel verstärkt an seiner Grenze patrouillieren wird. Die Möglichkeit der Nutzung des türkischen Luftraums für diese Aktivitäten beinhaltet auch Aufklärungsflüge und Abhöraktionen.


1057 Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 11.6.1997

1058 Er gilt als „Hauptverteiler“ für fundamentalistische Ideen

1059 Syrien soll massiv die PKK in der Ausübung ihrer Terroraktivitäten unterstützen und PKK-Mitgliedern immer wieder Unterschlupf gewähren.

[Seite 596]

Anfang Mai 1997 wurde eine sogenannte ‘gemeinsame Verteidigungsdoktrin’ abgeschlossen, [sic] die eine enge Zusammenarbeit der Nachrichtendienste der beiden Staaten vorsieht.67 Israel und die Türkei fühlten sich in gleicher Weise vom islamischen Fundamentalismus, aber auch von reaktionären und separatistischen Kräften bedrohte, [sic] meinte der israelische


67 Im Mai 1997 gab die türkische Armeeführung ihre neue Verteidigungsdoktrin bekannt, die die Bekämpfung islamistisch-fundamentalistischer Kräfte in der Türkei als oberstes Ziel nennt und als eine von mehreren Reaktionen auf die damalige innenpolitische Situation zu werten ist.

[Seite 597]

Ministerpräsident Netanyahu.68 ‘Gemeinsame Feinde’ - namentlich der Iran69 und Syrien70 - wurden zur ‘Kooperationstriebfeder’.

Die Reaktionen auf die weitreichende Kooperation aus der arabischen Welt waren mehrheitlich ablehnend und besorgt.

Syrien bezeichnete die Allianz als den schwerwiegendsten Fehler seit der Proklamation Israels. Mit den Überflugsmöglichkeiten kann die israelische Luftwaffe nicht nur im Süden und Westen - über israelisches und libanesisches Gebiet - [sic] sondern auch entlang der Nordgrenze verstärkt ihre Präsenz zeigen.

Der Iran - von beiden Kooperationspartner [sic] als künftiger Feind gesehen - muss damit rechnen, dass Israel verstärkt an seiner Westgrenze patroullieren wird. Die Möglichkeit der Nutzung des türkischen Luftraums für diese Aktivitäten inkludiert auch Aufklärungsflüge und Abhöraktionen.


68 Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 11.6.1997.

69 Er gilt als ‘Hauptverteiler’ für fundamentalistische Ideen.

70 Syrien soll massiv die PKK in der Ausübung ihrer Terroraktivitäten unterstützen und PKK-Mitgliedern immer wieder Unterschlupf gewähren.

Anmerkungen

Die Verf. übernimmt eine Darstellung Riemers mitsamt Fußnoten, ohne ihre tatsächliche Quelle zu erwähnen.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[204.] Db/Fragment 190 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 190, Zeilen: 1-4
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 597, Zeilen: 14-18
Ägypten - eine strategische Größe mit ausgleichendem Charakter in der Nahostfriedenspolitik - zeigte sich mehrfach besorgt über die Eckpunkte der amerikanischen Nahostpolitik wie etwa das Nuklearmonopol Israels und der [sic] Forcierung regionaler Militärabkommen (wie jenes zwischen der Türkei und Israel). 1060

1060 Vgl. Sönmezoglu Faruk: Türk Dis Politikasinin Analizi, S. 170

Ägypten - eine strategische Grösse [sic] mit ausgleichendem Charakter in der Nahostfriedenspolitik - zeigte sich mehrfach besorgt über die Eckpunkte der amerikanischen Nahostpolitik wie etwa dem [sic] Nuklearmonopol Israels und der [sic] Forcierung regionaler Militärabkommen (wie jenes zwischen der Türkei und Israel).
Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Die Verf. nennt nicht ihre tatsächliche Quelle, aus der sie – bis auf zwei Korrekturen – wortwörtlich übernimmt, sondern verweist auf eine türkischsprachige.


[205.] Db/Fragment 190 05

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 190, Zeilen: 5-15
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 122, Zeilen: 28-40
Am wenigsten Kritik, sogar Verständnis für das Militärabkommen äußerte Jordanien. Das Königreich fand die ablehnende Haltung der arabischen Staaten übertrieben. Die Verständnisvolle [sic] Haltung Jordaniens ist teilweise auf amerikanische Einflussnahmen zurückzuführen. Man kann sogar seit einiger Zeit auch von einem „informellen Dreiecksbündnis“ zwischen Jordanien, der Türkei und Israel sprechen, die einen gemeinsamen Block gegen panislamische Tendenzen bilden und die weitere Ausgestaltung des Friedensprozesses im Nahen Osten vorantreiben sollen.

Verschiedene internationale, darunter auch türkische Experten betrachten das militärische Abkommen als Grundlage für eine aufeinander abgestimmte Politik gegenüber Syrien, Iran und Irak. Es soll diese von einem Angriff auf die Türkei oder Israel abhalten.1061


1061 Vgl. Sen Faruk/ Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 122

Am wenigsten Kritik, sogar Verständnis für das Militärabkommen, äußerte Jordanien. Das Königreich, das mit der Türkei vor 17 Jahren ebenfalls ein Abkommen unterschrieben hatte, fand die ablehnende Haltung der arabischen Staaten übertrieben. Die verständnisvolle Haltung Jordaniens ist teilweise auf amerikanische Einflußnahme zurückzuführen. Seit einiger Zeit kann man sogar von einem „informellen Dreiecksbündnis“ zwischen Jordanien, Israel und der Türkei sprechen, die einen gemeinsamen Block gegen panislamische Tendenzen bilden und die weitere Ausgestaltung des Friedensprozesses im Nahen Osten vorantreiben sollen. Verschiedene internationale, darunter auch türkische Experten betrachten das militärische Abkommen als Grundlage für eine aufeinander abgestimmte Politik gegenüber Syrien, Iran und Irak. Es soll diese von einem Angriff auf die Türkei oder Israel abhalten.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[206.] Db/Fragment 190 33

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 190, Zeilen: 33-38, 41-43
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 122, 123, Zeilen: 122:8-12; 123:4-10
Sie bezeichneten in einer Erklärung die Übung als eine Bedrohung der „Stabilität und Sicherheit in der Region, die zudem die Friedensbemühungen im Nahen Osten störe“. Sie forderten ferner die Türkei auf, ihre militärische Zusammenarbeit mit Israel zu überdenken, da dies die traditionellen Beziehungen zwischen ihr und der arabische [sic] Welt sowie die Abmachungen der Islamischen Konferenz verletze1065. Aber die Grundlage für die Übung ist das zwischen der Türkei und Israel unterzeichnete Abkommen über militärische Zusammenarbeit.

Die Annäherung zwischen den beiden Ländern hatte auch in ökonomischer Hinsicht positive Auswirkungen. 1996 erhöhte sich das Außenhandelsvolumen zwischen der Türkei und Israel auf 450 Mio. US $, und israelische Touristen spielen seit 1992 eine [bedeutende Rolle für den türkischen Tourismussektor.]


1065 Vgl. Sen Faruk/ Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 122

[Seite 122]

Die Annäherung zwischen beiden Ländern hatte auch in ökonomischer Hinsicht positive Auswirkungen. 1996 erhöhte sich das Außenhandelsvolumen zwischen der Türkei und Israel auf 450 Mio. US-$, und israelische Touristen spielen seit 1992 eine bedeutende Rolle für den türkischen Tourismussektor.

[Seite 123]

In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten sie die Übung als eine Bedrohung der „Stabilität und Sicherheit in der Region, die zudem die Friedensbemühungen im Nahen Osten störe“. Sie forderten ferner die Türkei auf, ihre militärische Zusammenarbeit mit Israel zu überdenken, da dies die traditionellen Beziehungen zwischen ihr und der arabischen Welt sowie die Abmachungen der Islamischen Konferenz verletze.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[207.] Db/Fragment 191 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 191, Zeilen: 1-7
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 122, Zeilen: 8-19
[Die Annäherung zwischen den beiden Ländern hatte auch in ökonomischer Hinsicht positive Auswirkungen. 1996 erhöhte sich das Außenhandelsvolumen zwischen der Türkei und Israel auf 450 Mio. US $, und israelische Touristen spielen seit 1992 eine] bedeutende Rolle für den türkischen Tourismussektor. Jährlich reisen 300.000 israelische Touristen in die Türkei. Besonders an der Mittelmeer- und Westküste sind sie wesentlicher Bestandteil des Türkei-Tourismus geworden, durch den auch eine Annäherung zwischen den Bewohnern beider Staaten stattgefunden hat. Die Wirtschaftsbeziehungen haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet, und es ist auch in Zukunft mit einer Zunahme sowohl im wirtschaftlichen1066wie im militärischen Bereich zu rechnen1067.

1066 Der Warenaustausch erhöhte sich 1997 auf 612,1 Millionen US- Dollar, Ankara will im Nahen Osten eine größere Rolle spielen, in Handelsblatt vom 8.9.1998, S. 12

1067 Vgl. Sen Faruk/ Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 122

Die Annäherung zwischen beiden Ländern hatte auch in ökonomischer Hinsicht positive Auswirkungen. 1996 erhöhte sich das Außenhandelsvolumen zwischen der Türkei und Israel auf 450 Mio. US-$, und israelische Touristen spielen seit 1992 eine bedeutende Rolle für den türkischen Tourismussektor. Jährlich reisen 300000 israelische Touristen in die Türkei, und man hat sich das Ziel gesetzt, diese Zahl auf 400000 zu erhöhen. Besonders an der Mittelmeer- und Westküste sind sie ein wesentlicher Bestandteil des Türkei-Tourismus geworden, durch den auch eine Annäherung zwischen den Bewohnern beider Staaten stattgefunden hat. Die Wirtschaftsbeziehungen haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet, und es ist auch in Zukunft mit einer Zunahme sowohl im wirtschaftlichen wie im militärischen Bereich zu rechnen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[208.] Db/Fragment 191 13

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 191, Zeilen: 13-14
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 598, Zeilen: 32-34
Die strategische Allianz zwischen beiden Staaten wird das regionale Gleichgewicht nachhaltig beeinflussen. Die strategische Allianz zwischen beiden Staaten wird das regionale Gleichgewicht nachhaltig beeinflussen.
Anmerkungen

keine Quellenangabe trotz wortwörtlicher Übernahme

Mit diesem prognostischen Satz endet das Unterkapitel 4.6.


[209.] Db/Fragment 191 37

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 191, Zeilen: 37-41
Quelle: Halbach 1998
Seite(n): 7 (Internetversion), Zeilen: 5-8, 9-10
Für die Türkei wuchs der Verdacht auf Unterstützung der PKK durch Russland, nachdem im Februar 1994 eine Konferenz zur „Geschichte Kurdistan“ in Moskau abgehalten worden war. Als Organisatoren traten damals ein Kurdistan-Komitee und eine Kurdische Nationale Befreiungsfront hervor, die mit der PKK in Verbindung gebracht wurde. Nach türkischer Einschätzung lebten 1994 etwa eine halbe [Million Kurden in der Russischen Föderation.] Für Ankara wuchs der Verdacht auf Unterstützung der PKK durch Rußland, nachdem im Februar 1994 eine Konferenz zur "Geschichte Kurdistans" in Moskau abgehalten worden war. Als Organisatoren traten damals ein Kurdistan-Komitee und eine Kurdische Nationale Befreiungsfront hervor, die mit der PKK in Verbindung gebracht wurde. [...] Nach türkischer Einschätzung lebten 1994 etwa eine halbe Million Kurden in der Russischen Föderation.
Anmerkungen

Hier ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Am Ende des Abschnitts findet sich auf der folgenden Seite ein Hinweis auf den eigentlichen Autor. Art und Umfang der Übernahme bleiben durchgehend ungekennzeichnet.


[210.] Db/Fragment 192 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 192, Zeilen: 1-6
Quelle: Halbach 1998
Seite(n): 7 (Internetversion), Zeilen: 9-15
[Nach türkischer Einschätzung lebten 1994 etwa eine halbe] Million Kurden in der Russischen Föderation. Umgekehrt sah Russland während des Krieges in Tschetschenien die in der Türkei lebenden „Urenkel Schamils“, d.h. die Diaspora aus nordkaukasischen Ethnien, als einen Faktor der externen Unterstützung der tschetschenischen Sezession an. Es bezichtigte die türkische Regierung der Komplizenschaft mit solchen Kräften und einer „Schattenpolitik“, die auf die Verdrängung Russland [sic] aus dem Kaukasus gerichtet sei.1070

1070 Vgl. Halbach Uwe: Russland und die Türkei, in: Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien, 6/98, S 6

Nach türkischer Einschätzung lebten 1994 etwa eine halbe Million Kurden in der Russischen Föderation. Umgekehrt sah Rußland während des Kriegs in Tschetschenien die in der Türkei lebenden "Urenkel Schamils", d.h. die Diaspora aus nordkaukasischen Ethnien, als einen Faktor der externen Unterstützung der tschetschenischen Sezession an und bezichtigte die türkische Regierung der Komplizenschaft mit solchen Kräften und einer "Schattenpolitik" (tenevaja politika), die auf die Verdrängung Rußlands aus dem Kaukasus gerichtet sei.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Schließt die in Db/Fragment_191_37 begonnene Übernahme vorläufig ab.


[211.] Db/Fragment 192 29

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 192, Zeilen: 29-31, 108-109
Quelle: Halbach 1998
Seite(n): 3 (Internetversion), Zeilen: 30-34
Ungeachtet politischer Belastungen entwickelten sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der Türkei. Tansu Ciller bezifferte in einem Interview in der russischen Presse den bilateralen Handel 1996 mit 10 Mrd. Dollar.1074

1074 Nach dieser Ziffer zu urteilen, nehmen beide Staaten den zweiten Platz nach Deutschland in ihrer jeweiligen Außenhandelsbilanz ein. Halbach Uwe: Russland und die Türkei, in: Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien, 6/98, S 3, zwischen den Jahren 90-98 nahmen 138 türkische Unternehmer in Russland 533 Projekte, die insgesamt über 9. Mrd. Dollar betrugen, im Jahre 1997 kamen 238 000 russische Touristen nach Antalya, in: Türkiye –Rusya Iliskilerindeki yapisal sorunlar ve cözüm önerileri, TÜSIAD, Istanbul 1999, S. 174

Ungeachtet politischer Belastungen entwickelten sich die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Rußland und der Türkei. Tansu Ciller, damals Außenministerin der Türkei, bezifferte in einem Interview in der russischen Presse den bilateralen Handel 1996 mit 10 Mrd. Dollar. "Nach dieser Ziffer zu urteilen, nehmen beide Staaten den zweiten Platz nach Deutschland in ihrer jeweiligen Außenhandelsbilanz ein".3

3 Interview mit Tansu Ciller in Azija i Afrika segodnja, 3/1997, S. 14.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[212.] Db/Fragment 193 07

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 193, Zeilen: 7-20
Quelle: Halbach 1998
Seite(n): 3-4 (Internetversion), Zeilen: 3:38-48 - 4:1-2
Das wichtigste waren ein Erdgasabkommen über 13,5 Mrd. Dollar und einer Laufzeit von 25 Jahren. Russland sollte der Türkei über eine Pipeline durch die Ukraine, Rumänien und Bulgarien jährlich 14 Mrd. Kubikmeter Erdgas liefern - ein wichtiges Element für die Deckung der steigenden türkischen Energienachfrage. In einem weiteren 3,3 Mrd. Dollar teuerem [sic] Projekt wollte die Türkei eine 1.200 km lange Rohrleitung, davon 400 km über den Boden des Schwarzen Meers, zum türkischen Hafen Samsun verlegen, über die bis zum Jahr 2010 weitere 16 Mrd. Kubikmeter Erdgas jährlich in die Türkei geliefert werden sollen. Russland wird zum größten Energielieferanten der Türkei. Ihrerseits wird die Türkei zum Brückenkopf konkurrierender Transportsysteme für Rohstoffe aus der GUS. Einerseits für das Transportsystem für russisches Erdgas, andererseits für jene vom Kaspischen Meer ausgehenden Leitungssysteme, die unter Umgehung Russlands mit Unterstützung der USA ausgelegt werden sollen und in Russland inzwischen als „amerikanische Seidenstraße“ apostrophiert werden.1077

1077 Vgl. Halbach Uwe: Russland und die Türkei, in: Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien, 6/98, S 3

[Seite 3]

Das wichtigste ist ein Erdgasabkommen über 13,5 Mrd. Dollar und einer Laufzeit von 25 Jahren. Rußland soll der Türkei über eine Pipeline durch die Ukraine, Rumänien und Bulgarien jährlich 14 Mrd. Kubikmeter Erdgas liefern – ein wichtiges Element für die Deckung der steigenden türkischen Energienachfrage. In einem weiteren, freilich noch realitätsfernen und 3,3 Mrd. Dollar teuren Projekt wollen die Partner eine 1.200 km lange Rohrleitung, davon 400 km über den Boden des Schwarzen Meers, zum türkischen Hafen Samsun verlegen, über die bis zum Jahr 2010 weitere 16 Mrd. Kubikmeter Erdgas jährlich in die Türkei geliefert werden sollen. Rußland wird zum größten Energielieferanten der Türkei. Ihrerseits wird die Türkei zum Brückenkopf konkurrierender Transportsysteme für Rohstoffe aus der GUS: einerseits für das in Rußland "goluboj potok" (blauer Strom) genannte, gerade erwähnte Transportsystem für russisches Erdgas, andererseits für jene vom Kaspischen Meer ausgehenden Leitungssysteme, die unter Umgehung Rußlands mit

[Seite 4]

Unterstützung der USA ausgelegt werden sollen und die in Rußland inzwischen als "amerikanische Seidenstraße" apostrophiert werden.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme sind ungekennzeichnet.


[213.] Db/Fragment 195 02

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 2-7
Quelle: Şen 1992
Seite(n): 267, Zeilen: 8-14
Fünf dieser neuen Staaten sind Turkrepubliken, der sechste, Tadschikistan, hat eine persisch-stämmige Bevölkerung, allerdings leben ca. 25% türkisch-stämmige Usbeken dort. Der gemeinsame ethnische Ursprung, spürbar in der gleichen Sprachfamilie sowie der gemeinsamen Religion, ist der Grund dafür, dass die Turkrepubliken bei ihrer politischen und ökonomischen Neuorientierung in Richtung Türkei blicken.1088

1088 Vgl. Sen [sic] Faruk: Türkische Aktivitäten in Mittelasien, in: ZfTS, 2/92, S. 267

Fünf dieser neuen Staaten sind Turkrepubliken, der sechste, Tadschikistan, hat eine vorwiegend persisch-stämmige Bevölkerung, allerdings leben ca. 25 % türkisch-stämmige Usbeken dort. Der gemeinsame ethnische Ursprung, spürbar in der gleichen Sprachfamilie sowie der gemeinsamen Religion, ist der Grund dafür, daß die fünf zentralasiatischen Turkrepubliken bei ihrer politischen und ökonomischen Neuorientierung in Richtung Türkei blicken.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[214.] Db/Fragment 195 19

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 19-21
Quelle: Freitag-Wirminghaus 1996
Seite(n): 83, Zeilen: 3-5
Die Türkei schien am meisten vom sowjetischen Zerfall zu profitieren. Unerwartet ergab sich die historische Gelegenheit, eine neue Orientierung der Außenpolitik vorzunehmen. Von allen Nachbarstaaten der Sowjetunion schien die Türkei am meisten von deren Zerfall zu profitieren. Unerwartet ergab sich die historische Gelegenheit, eine neue Orientierung der Außenpolitik vorzunehmen.
Anmerkungen

keine Quellenangabe


[215.] Db/Fragment 195 25

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 25-27
Quelle: Karaosmanoğlu 1993
Seite(n): 429, Zeilen: 27-29
Ziel der türkischen Außenpolitik ist es, jeden der neuen unabhängigen Staaten, die vormals der Sowjetunion angehörten, zu einem anerkannten Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu machen. Ziel der türkischen Außenpolitik ist es, jeden der neuen unabhängigen Staaten, die vormals der Sowjetunion angehörten, zu einem anerkannten Mitglied der internationalen Gemeinschaft zu machen.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[216.] Db/Fragment 195 33

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 195, Zeilen: 33-38
Quelle: Krech 1992
Seite(n): 248, Zeilen: 7-14
Im Januar 1992 wurde im türkischen Außenministerium ein neues Generaldirektorat eingerichtet, das sich mit den Beziehungen zu der Gemeinschaft unabhängige [sic] Staaten (GUS-Republiken) Zentralasiens mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil, [sic] beschäftigt1092. Dies ist eine deutliche Wende in der türkischen Außenpolitik, welche die von Atatürk Kemal [sic] bestimmte außenpolitische Doktrin der einseitigen Ausrichtung auf Europa ablöste. Die Türkei begann als aktiv handelndes Land [sic] eine Vielzahl [Kontakte zu den mittelasiatischen Republiken herzustellen.1093]

1092 Türk Isbirligi ve Kalkinma Ajansi (TIKA)

1093 Vgl. Krech Hans, Die Türkei auf dem Weg zur Regionalmacht im Nahen Osten und Mittelasien, in: ZfT. 2/92, S. 248

Im Januar 1992 wurde im türkischen Außenministerium ein neues Generaldirektorat für die Beziehungen zu den GUS-Republiken Zentralasiens mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil eingerichtet. Damit wurde eine deutliche Wende in der Außenpolitik Ankaras institutionalisiert, die sich seit dem beginnenden Zerfall der Sowjetunion entwickelt hatte und die die von Kemal Atatürk bestimmte außenpolitische Doktrin der einseitigen Ausrichtung auf Europa ablöste. Die Türkei begann als aktiv handelndes Land eine Vielzahl von Kontakten zu den mittelasiatischen GUS-Republiken herzustellen[, basierend auf den jahrhundertealten ethnischen, kulturellen und historischen Verbindungen der Türkei zu den Türkvölkern Mittelasiens].
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[217.] Db/Fragment 196 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 196, Zeilen: 1-4
Quelle: Karaosmanoğlu 1993
Seite(n): 428, Zeilen: 36-39
Die zentralasiatischen Staaten stehen vor den Problemen des Übergangs zur Marktwirtschaft. Sie sind auf der Suche nach Wegen, wie sie ihre eigenen Ressourcen nutzen können, ohne sich die Russen zu Feinden zu machen. Die zentralasiatischen Staaten stehen vor den Problemen des Übergangs zur Marktwirtschaft. Sie sind auf der Suche nach Wegen, wie sie ihre eigenen Ressourcen nutzen und die Grundlagen ihrer Beziehungen zu Moskau ändern können, ohne sich die Russen zu Feinden zu machen.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[218.] Db/Fragment 196 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 196, Zeilen: 4-10
Quelle: Kramer 1992
Seite(n): 134, Zeilen: 3-11
Den zentralasiatischen Ländern wird das „türkische Modell“ vorgeschlagen. Damit ist gemeint, dass in diesen Staaten eine laizistische oder säkularistische Gesellschaftsordnung und eine in die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge eingegliederte Marktwirtschaft entstehen sollen. Dieser „türkischer [sic] Weg“ ist allen zentralasiatischen Republiken explizit von US-Außenminister Baker als Vorbild nahegelegt worden, und auch die politischen Führungen in Europa stimmten dieser Linie zu.1094

1094 Vgl. Kramer, Die Türkei zwischen Europa, Asien und Nahem Osten, S. 134 f, Idris Bal: Orta Asya ve Batinin Dis Politika Araci Olarak Türk Modeli, in: Yeni Türkiye, Türk Dünyasi Özel Sayisi I, 1997/15

Diese Motive treffen sich in der Formel vom „türkischen Modell“, das den neuen Republiken als Vorbild für ihre gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklung dienen soll. Damit ist gemeint, daß in diesen Staaten eine laizistische oder säkularistische Gesellschaftsordnung [auf islamischer Grundlage, eine pluralistische, demokratische Staatsordnung] und eine in die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge eingegliederte Marktwirtschaft entstehen sollen. Dieser „türkische Weg“ ist allen zentralasiatischen Republiken explizit von US-Außenminister Baker [im Februar während seiner Reise durch die Region] als Vorbild nahegelegt worden, und auch die politischen Führungen in Europa stimmen dieser Linie zu.8

[8 Vgl. dazu Wall Street Journal, 14.2. 92, S. 12; Neue Zürcher Zeitung, 13.2. 92, S. 3. Zum „türki­schen Modell“ siehe u.a. ‚The Turkish Model on Display‛, in: Newsweek, 3.2. 92. S. 23–25; Wolfgang G. Lerch, Eine neue Rolle für Ankara, in: FAZ, 18.2. 92, S. 14 oder „Turquie: le nouveau ‚rève [sic] ottoman‛“, in: Le Quotidien de Paris, 25.2. 92, S. 13.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden durch die "Vgl."-Fußnote nicht kenntlich gemacht. Auch verweist die Verf. auf eine türkischsprachige Quelle, obwohl sie – mit jeweils einer Auslassung – den zweiten Satz wörtlich und den dritten so gut wie wörtlich aus der hier vorliegenden übernimmt.


[219.] Db/Fragment 196 10

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 196, Zeilen: 10-11
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 581, Zeilen: 13-19
Auch Russland unterstützte das „Türkische Modell“. Es sollte ein Gegengewicht zu dem besonders vom Iran lancierten „islamischen Staatsmodell“ sein. Die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion wollten von den türkischen Regierungen eine umfassende Hilfe. Das türkische Staatsmodell wurde von den zentralasiatischen Staaten anfänglich als eine Art von Hoffnungsträger für Länder, deren gesellschaftliches, politisches und ökonomisches System praktisch zerstört war, gesehen. Es sollte ein Gegengewicht zu dem besonders vom Iran lancierten ‘islamischen Staatsmodell’ sein.
Anmerkungen

Keine Quellenangabe. Der zweite Satz wird wortwörtlich übernommen.


[220.] Db/Fragment 197 11

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 197, Zeilen: 11-14, 17-19, 110-111
Quelle: Kramer 1992
Seite(n): 135, 136, Zeilen: 135:38-41, 103-104; 136:1-2
Von dem Konflikt sind zwei Völker betroffen, die für die Türkei besondere Bedeutung haben. Die Aserbaidschaner sind von den asiatischen Turkvölkern dasjenige, dem die Türkei [ethnisch und] sprachlich am nächsten ist. 1102 [...] Aus der Spätphase des Osmanischen Reiches gibt es für die Türkei ein „Armenien Syndrom“ [sic] das heute immer noch verstärkt eine große politische Bedeutung hat. 1104

1102 Vgl. Kramer, Die Türkei zwischen Europa, Asien und dem Nahem Osten- eine aufstrebende Regionalmacht? S. 135

1104 Die Türken weisen den Vorwurf des Völkermordes an den während des 1. Weltkrieges im osmanischen Reich lebenden Armeniern entschieden zurück, Vgl. Kramer, Die Türkei zwischen Europa, Asien und Nahem Osten, SOEM 2/92S. [sic] 136

[Seite 135]

[Der Konflikt um die überwiegend von Armeniern bewohnte aserbeidschanische Region Nagornij-Karabach berührt die türkische Außen- und Innenpolitik in gravieren­der Weise.] [...] Zum zweiten sind von ihm zwei Völker betroffen, die für die Türken eine besondere Bedeutung haben: Aus der Spätphase des Osmanischen Reiches gibt es für die Türkei ein „Armenien-Syndrom“, das immer noch und heute wieder verstärkt eine große politische Bedeutung hat.12


12 [Vgl. dazu die jüngste (pro-armenisch gefärbte) Serie im „Spiegel“: „Wir werden euch ausrot­ten“. Kampf um Berg-Karabach und der Völkermord an den Armeniern. Der Spiegel, Nr. 13-15, 1992.] Die Türken weisen den Vorwurf des Völkermordes an den während des 1. Weltkriegs im Osma­nischen Reich lebenden Armeniern entschieden zurück[; vgl. für eine entsprechende Darstellung der Geschichte Salahi Ramsdam Sonyel, The Ottoman Armenians, London, 1987].

[Seite 136]

Die Aserbeidschaner sind von allen in Asien beheimateten Turkvölkern jenes, das den in Anatolien lebenden Türken sprachlich am nächsten ist.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht ausreichend kenntlich gemacht.


[221.] Db/Fragment 200 11

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 200, Zeilen: 11-14
Quelle: Gumpel 1998
Seite(n): 20, Zeilen: li.Sp. 2-8
Einer der sensibelsten Faktoren im außenpolitischen Umfeld der Türkei ist die Erdölproblematik. Sowohl Kasachstan als auch Aserbaidschan, Turkmenistan und Usbekistan wollen ihre Erdöl- und Erdgasvorkommen als neue Devisenquelle erschließen. Einer der sensibelsten Faktoren im außenpolitischen Umfeld der Türkei ist das Erdöl. Sowohl Kasachstan als auch Aserbaidschan, Turkmenistan und Usbekistan wollen ihre Erdöl- und Erdgasvorkommen als neue Devisenquelle erschließen.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die gleiche Quellenpassage findet sich auch in einer anderen Publikation des gleichen Verfassers aus dem gleichen Jahr: Gumpel 1998b, dort auf S. 29, Z. 22-24


[222.] Db/Fragment 212 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 212, Zeilen: 9-16
Quelle: Şen 1992
Seite(n): 267; 268, Zeilen: 267: 34-38; 268: 1-3
- Verschiedene türkische Wirtschaftsdelegationen hatten bei Besuchen in den Türrepubliken [sic] vor allem Probleme bei der Zusammenarbeit im Bereich des Bankwesens festgestellt. Deswegen will die landwirtschaftliche Bank der Türkei in Usbekistan, Aserbaidschan und Kasachstan gemeinsam mit einheimischen Institutionen Banken gründen. In Kirgistan und Turkmenistan sollen Filialen eröffnet werden, in Usbekistan führen verschiedene türkische Privatbanken Verhandlungen. Die Bankvereinigung [sic] der Türkei hat die ersten Fortbildungskurse für Bankiers aus diesen Regionen in die Wege geleitet. 1205

1205 Vgl. Sen [sic] Faruk: Türkische Aktivitäten in Mittelasien, in: ZfTS 2/92, S. 267-270, S. 268

[Seite 267]

Verschiedene türkische Wirtschaftsdelegationen hatten bei Besuchen in den Turk-Republiken vor allem Probleme bei der Zusammenarbeit im Bereich des Bankwesens festgestellt. Deswegen will die landwirtschaftliche Bank der Türkei in Usbekistan, Aserbaidschan und Kasachstan gemeinsam mit einheimischen Institutionen Banken gründen. In Kirgisien und Turkmenistan sollen Fi-

[Seite 268]

lialen eröffnet werden, in Usbekistan führen verschiedene türkische Privatbanken Verhandlungen. Die Bankenvereinigung der Türkei hat die ersten Fortbildungskurse für Bankiers aus diesen Regionen in die Wege geleitet.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[223.] Db/Fragment 213 28

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 213, Zeilen: 28-36
Quelle: Şen 1992
Seite(n): 268, Zeilen: 16-24
7. Seit Februar 1992 leistet das türkische Außenministerium Aus- und Weiterbildungshilfe für die Diplomaten der neuen Turkstaaten. 47 neue Diplomaten dieser Staaten haben bereits Kurse in der Türkei absolviert und Zeugnisse bekommen. Besonders aktiv ist das Außenministerium bei den Fortbildungsmaßnahmen für Kirgistan und Aserbaidschan, die der Türkei im außenpolitischen Bereich sehr nahe stehen. Zusätzlich zu den beratenden Tätigkeiten hat das Außenministerium ehrgeizige Pläne in der Etablierung von Türkei-Häusern in diesen Staaten, die nach dem Modell der Goethe-Institute aufgebaut werden sollen.

1221 Vgl. Sen [sic]: Türkische Aktivitäten.. [sic], in: ZfT 2/92, S. 268

Praktische Hilfe leistet auch das türkische Außenministerium, das seit Februar dieses Jahres die Aus- und Weiterbildung der zukünftigen Diplomaten der Türkstaaten [sic] übernommen hat. 47 neue Diplomaten dieser Staaten haben bereits Kurse in der Türkei absolviert und auch ihre Zeugnisse bekommen. Besonders aktiv ist das Außenministerium bei den Fortbildungsmaßnahmen für Kirgystan und Aserbaidschan, die der Türkei im außenpolitischen Bereich sehr nahe stehen. Zusätzlich zu den beratenden Tätigkeiten hat das Außenministerium ehrgeizige Pläne in der Etablierung von Türkei-Häusern in diesen Staaten, die nach dem Modell der Goethe-Institute aufgebaut werden sollen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[224.] Db/Fragment 214 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 214, Zeilen: 1-5
Quelle: Şen 1992
Seite(n): 268, Zeilen: 27-32
8. Im Gesundheitsbereich wurde ein Sozialabkommen mit Aserbaidschan geschlossen, nach dem die Kranken und Verletzten, deren Genesung dort nicht gelingen kann, in türkischen Krankenhäusern umsonst behandelt werden. Des weiteren hatte die Türkei alle notwendigen Schritte unternommen, um türkische Medikamente in den Turkrepubliken absetzen zu können. 1222

[9. Infolge reger Wirtschaftskontakte entwickeln sich die Handelsdaten positiv1223.]


1222 Vgl. Sen: Türkische Aktivitäten.., in: ZfT 2/92, S. 268

[1223 siehe Türkische [sic] Außenhandel mit Turkrepubliken 1992, Vgl. Sen [sic], Türkische Aktivitäten, in: ZfT 2/92, S. 261]

Als erstes wurde ein Sozialabkommen mit Aserbaidschan geschlossen, nach dem die Kranken und Verletzten, deren Genesung dort nicht gelingen kann, in türkischen Krankenhäusern umsonst behandelt werden. Des weiteren hat die Türkei alle notwendigen Schritte unternommen, um türkische Medikamente in den Türkrepubliken [sic] absetzen zu können.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Fn. 1223 verweist zudem ins Leere.


[225.] Db/Fragment 214 13

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 214, Zeilen: 13-18
Quelle: Şen 1992
Seite(n): 268, Zeilen: 36-41
Außer an der Vertiefung der Zusammenarbeit im politischen, geschäftlichen und kulturellen Bereich will die Türkei auch an der Verwirklichung der Währungseinheit arbeiten, wonach die türkische Währung auch in den Turkrepubliken gelten soll. Damit soll die Inflationsrate im Lande stark reduziert und der Warenaustausch mit den neuen Turkstaaten beschleunigt werden. 1226

1226 Vgl. Sen [sic]: Türkische Aktivitäten.., in: ZfT 2/92, S. 268

Außer an der Vertiefung der Zusammenarbeit im politischen, geschäftlichen und kulturellen Bereich will die Türkei auch an der Verwirklichung der Währungseinheit arbeiten, wonach die türkische Währung auch in den Türkrepubliken [sic] Gültigkeit haben soll. Damit soll die Inflationsrate im Lande sehr stark reduziert und der Warenaustausch mit den neuen Staaten beschleunigt werden.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Außerdem wird in Fn. 1224 Şen (1992), S. 268, als Quelle für die auf S. 214 befindliche Tabelle mit Zahlen über den türkischen Außenhandel mit Turkrepubliken genannt. Die dort genannten Zahlen finden sich bei Şen jedoch in keiner Weise.


[226.] Db/Fragment 218 21

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 218, Zeilen: 21-22, 107
Quelle: Şen 1992
Seite(n): 269, Zeilen: 22-25
[- Deutlicher als im Jahr 1992 setzte Ankara Prioritäten. Verstärkt wandte man sich Kasachstan und Turkmenistan1247 zu, also der größten/bedeutendsten und der erdgasreichsten Republiken [sic]. Die Gespräche und Vertragsabschlüsse waren nicht mehr von allgemeiner und freundschaftsbetonender Art, sondern problembezogen:] Die Türkei ist in vielen Bereichen auf die Rohstoffe der Region Zentralasien angewiesen.

1247 Turkmenistan ist der drittwichtigste Erdgaserzeuger nach Russland und den USA [sic]

Die Türkei ist in vielen Bereichen auf die Rohstoffe der Region Mittel-/Zentralasien angewiesen. [...] Turkmenistan ist der drittwichtigste Erdgaserzeuger nach Rußland und den USA.
Anmerkungen

Die Quelle wird nicht genannt.


[227.] Db/Fragment 219 35

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 219, Zeilen: 35-37
Quelle: Şen 1997
Seite(n): 9, Zeilen: li.Sp. 39-43
Es war vorauszusehen, dass Erbakan mit seinen Glaubensbrüdern innerhalb der islamischen Welt enger zusammenarbeiten würde: Besonders der Iran, Syrien und Saudi-Arabien galten als zukünftige Partner der Türkei.1255

1255 Vgl. Sen: Die gegenwärtige politische Lage in der Türkei unter der neuen Regierung, in: ApuZg 11-12/97, S. 9

Es war vorauszusehen, daß Erbakan mit seinen Glaubensbrüdern innerhalb der islamischen Welt enger zusammenarbeiten würde: Besonders der Iran, Syrien und Saudi-Arabien galten als zukünftige Partner der Türkei.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[228.] Db/Fragment 220 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 220, Zeilen: 3-6
Quelle: Gürbey 1997
Seite(n): 134, Zeilen: 33-37
Erbakan reiste in den Iran, obwohl die Armeeführung, die Sicherheitsbehörden in Ankara, sowie das türkische Außenministerium in einem „Iran- Dossier“ geraten hatten, dass der Iran das letzte Land für den Besuch eines türkischen Premiers sein sollte, da dieses Land ganz gezielt den Interessen der Türkei schade1256.

1256 Gürbey, Gülistan: Türkische Außenminister [sic] unter Necmettin Erbakan: Islamistische Wende? in: SOEM 2/97, S. 134

Erbakan reiste in den Iran, obwohl die Armeeführung, die Sicherheitsbehörden in Ankara sowie das türkische Außenministerium ihm zuvor in einem „Iran-Dossier“ geraten hatten, daß der Iran das letzte Land für den Besuch eines türkischen Premiers sein sollte, da dieses Land ganz gezielt den Interessen der Türkei schade (als aktiver Unterstützer der kurdischen PKK, der islamisch-fundamentalistischen Gruppen, als Kontrahent in Kaukasus und Zentralasien).
Anmerkungen

Die Wörtlichkeit der Übernahme wird nicht kenntlich gemacht.


[229.] Db/Fragment 220 23

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 220, Zeilen: 23-29
Quelle: Şen 1997
Seite(n): 10, Zeilen: li.Sp. 23-31 - re.Sp. 1-4
Erbakan benutzte die an islamischen Staaten orientierte türkische Außenpolitik dafür, um zu propagieren, dass die Türkei wieder eine von den USA und Westeuropa unabhängige Politik betreibe. Mit einer neuen Politik beabsichtigte er zudem, von seinen Zugeständnissen gegenüber den USA und der EU abzulenken. Denn obwohl er vor den Wahlen seine negative Einstellung gegenüber der EU und Zollunion betont hatte, akzeptierte er während seiner bisherigen Regierungszeit die Entwicklungen in bezug auf die Zollunion sowie auf die EU. 1262

1262 Vgl. Sen: Die gegenwärtige Lage.., in: ApuZg 11-12/97, S. 10

Erbakan benutzt die an islamischen Staaten orientierte türkische Außenpolitik dafür, zu propagieren, daß die Türkei wieder eine von den USA und Westeuropa unabhängige Politik betreibe. Mit einer neuen Außenpolitik beabsichtigt Erbakan zudem, von seinen Zugeständnissen gegenüber den USA und der EU abzulenken. Denn obwohl er kurz vor den Parlamentswahlen 1995 kontinuierlich seine negative Einstellung gegenüber der EU und der Zollunion betont hatte, akzeptierte er während seiner bisherigen Regierungszeit die Entwicklungen in bezug auf die Zollunion sowie auf die EU.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[230.] Db/Fragment 229 30

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 229, Zeilen: 30-33
Quelle: Gumpel 1998
Seite(n): 19, Zeilen: li.Sp. 13-19
Die kriegerische Auseinandersetzung verschlingt immense Ressourcen, die an anderer Stelle nutzbringend verwendet werden könnten und ist ein wesentlicher Grund für die hohe Inflationsrate in der Türkei, die im Jahre 1998 ca. 80% liegt.1327

1327 Vgl. Gumpel Werner: Determinanten der türkischen Aussenpolitik in der Schwarzmeerregion und in Mittelasien, in: Südosteuropa Mitteilungen, 1/1998, S. 26

Sie verschlingt immense Ressourcen, die an anderer Stelle nutzbringend verwendet werden könnten, und ist ein wesentlicher Grund für die hohe Inflationsrate in der Türkei, die, wieder zunehmend, bei etwa 95 Prozent liegt.
Anmerkungen

Die Formulierung findet sich identisch auch in einer anderen Arbeit von Gumpel aus demselben Jahr 1998. Folglich sind auch hier Art und Umfang der Übernahme (unabhängig aus welchem Werk) ungekennzeichnet.


[231.] Db/Fragment 232 10

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 232, Zeilen: 10-31
Quelle: Kramer 2004
Seite(n): 36, 37, Zeilen: 36:27-31 - 37:1-20.23-32
Seit 1990 gilt die These, dass es in der Türkei im wesentlichen Protestwahlen gegeben hat, da es keine alternativen programmatischen Angebote gab. 1991 wurde die von Mesut Yilmaz geführte Mutterlandspartei (ANAP) für den zunehmenden Autoritätsverfall Turgut Özal, seines Vorgängers als Partei- und Regierungschef, bestraft und musste mit ansehen, wie die Rivalen in der rechten und linken Mitte des politischen Spektrums, die Partei des Rechten Weges (DYP) unter Führung Demirels und die sozialdemokratische Volkspartei (SHP) unter Führung des wenig inspirierenden, aber über einen großen Namen verfügenden Erdal Inönü, eine Koalition bildeten. Es kam auch durch die Cillerschen Misswirtschaft und Korruption bei den Wahlen von 1995 erneut zum Vertrauensentzug der Wähler gegenüber den Regierenden. Die mittlerweile offenkundig gewordene Verquickung hoher politischer und bürokratischer Kreise mit den organisierten Verbrechen führte dazu, dass die Wähler der Partei von Erbakan zuliefen. Erbakan wurde jedoch im Juli 1997 vom Militär zum Rücktritt gezwungen. ANAP unter Yilmaz bekam noch einmal eine Chance um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Doch konnte er diese nicht nutzen, weil er weder in der Innen- noch der Wirtschaftspolitik eine klare Linie zeigte. 1999 entschieden sich die türkischen Wähler unter dem Eindruck der Ergreifung des Staatsfeindes Öcalan im Februar, für eine nationalistische Wende: Die national-sozialistische Demkratische [sic] Linkspartei (DSP) unter Ecevit, mit der national-chavinistischen Nationalistischen Aktionspartei (MHP) unter Devlet Bahceli koalierte. In diese Koalition trat auch Yilmaz ein. Trotz der Gegensätze blieb diese Koalition bis zum Jahre 2000 an der Macht.1339

1339 Vgl. Kramer Heinz: Demokratieverständnis und Demokratisierungs in der Türkei, in: Südosteuropa Mitteilungen, 1/2004,S. 36 f.

[Seite 36]

Nicht umsonst kann man die These vertreten, dass es seit Mitte der 1990er Jahre im Wesentlichen Protestwahlen in der Türkei gegeben hat, aber nicht Entscheidungen der Wähler zwischen alternativen programmatischen Angeboten.14 1991 wurde die von Mesut Yılmaz geführte Mutterlandspartei (ANAP) für den zunehmenden Autoritätsverfall Turgut Özals, seines Vorgängers als Partei- und Regierungschef,

[Seite 37]

bestraft und musste mit ansehen, wie die Rivalen in der rechten und linken Mitte des politischen Spektrums, die Partei des Rechten Weges (DYP) unter Führung des Politikveteranen Süleyman Demirel und die Sozialdemokratische Volkspartei (SHP) unter Führung des wenig inspirierenden, aber über einen großen Namen verfügenden Erdal İnönü, eine Koalition bildeten.

Nach dem Übergang der Parteiführung in der DYP auf die politisch bis dahin kaum in Erscheinung getretene Wirtschaftsprofessorin Tansu Çiller, die ihrem Mentor Demirel nach dessen Übernahme der durch den Tod Özals vakant gewordenen Staatspräsidentschaft auch als Ministerpräsidentin nachfolgte, kam es infolge der Çillerschen Misswirtschaft und der von ihr ungehemmt begünstigten Korruption bei den Wahlen von 1995 zu einem erneuten Vertrauensentzug der Wähler gegenüber den Regierenden. Die mittlerweile offenkundig gewordene Verquickung hoher politischer und bürokratischer Kreise mit dem organisierten Verbrechen tat ein Übriges, so dass die Wähler in Scharen der pro-islamischen Wohlfahrtspartei (RP) unter Führung von Necmettin Erbakan zuliefen.15 Dessen mit öffentlicher Billigung im Juni 1997 vom Militär erzwungener Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten eröffnete der ANAP unter Yılmaz noch einmal eine Chance, verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Doch konnte er diese nicht nutzen, weil er weder in der Innen- noch der Wirtschaftspolitik eine klare Linie zeigte und sich in taktischen Machtspielen zur Sicherung seiner Minderheitsregierung verlor. [...]

Im April 1999 jedenfalls entschieden sich die türkischen Wähler unter dem Eindruck der mit großem Mediengetöse im Februar gefeierten Ergreifung des „Staatsfeindes Nr. 1“ Abdullah Öcalan, Führer der kurdischen Separatistenorganisation PKK, für eine nationalistische Wende: Die national-sozialistische Demokratische Linkspartei (DSP) des seit Mitte der 1970er Jahre in der türkischen Linken dominanten Bülent Ecevit errang vor der national-chauvinistischen Nationalistischen Aktionspartei (MHP) von Devlet Bahceli die Mehrheit der Stimmen und bildete zusammen mit dieser eine Koalition, in die auch die ANAP unter Yılmaz eintrat.16 Diese „Koalition der Gegensätze“ konnte sich erstaunlich lange an der Macht halten und überstand sogar eine schwere Wirtschaftskrise im Herbst 2000.


14 Einen ersten Überblick über die parteipolitische Entwicklung der 1990er Jahre geben Barry Rubin/Metin Heper (Hg.), Political Parties in Turkey (Special Issue der Zeitschrift Turkish Studies, Vol. 3, No. 1), 2002, und Sabri Sayarı/Yılmaz Esmer (Hg.), Politics, Parties, and Elections in Turkey, Boulder/London, 2002.

15 Vgl. Heinz Kramer, Die türkischen Wahlen vom 24.12.1995, in: KAS Auslandsinformationen, 2/1996, S. 3-26.

16 Vgl. Jörg Lange, Die Türkei hat gewählt. Ergebnisse, Hintergründe und Perspektiven, Istanbul, Juni 1999 (Friedrich-Ebert-Stiftung, Reihe Politik und Gesellschaft).

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Übrigens: wenn man Kramer (2004) weiter liest, erfährt man, dass die Koalition bis 2002 gehalten hat.


[232.] Db/Fragment 246 07

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 246, Zeilen: 7-10
Quelle: Gumpel 1998
Seite(n): 18, Zeilen: 18:li.Sp. 15-26
Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die außenpolitische Situation der Türkei eher komplizierter als einfacher geworden. Sie setzte neue Schwerpunkte in ihrer Außenpolitik. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit der Türkei mit der NATO, die mehr als 50 Jahre ein verlässlicher Sicherheitspartner ist, von besonderer Wichtigkeit. Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die außenpolitische Situation der Türkei daher eher komplizierter als einfacher geworden. Sie trägt dem zwar nicht durch eine Neuorientierung, jedoch durch neue Schwerpunkte in ihrer Außenpolitik Rechnung. Hierzu gehört in erster Linie eine enge Zusammenarbeit mit der NATO; doch politisch wie ökonomisch sucht die Türkei die Kooperation mit der Europäischen Union.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die Passage wird noch an anderer Stelle "adaptiert" (vgl. Db/Fragment_276_05).


[233.] Db/Fragment 248 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 248, Zeilen: 4-8
Quelle: Gumpel 1998
Seite(n): 17, 18, Zeilen: 17:re.Sp. 31-36; 18:li.Sp. 2-8
Das Interesse der Vereinigten Staaten von Amerika ist an der Türkei im allgemeinen und besonderen nach dem Kalten Kriege groß. Im Irak-Konflikt haben die amerikanischen Stützpunkte in der Türkei erneut an Wert gewonnen. Darüber hinaus glauben die USA, dass die Türkei bei den Türkvölkern [sic] des Kaukasus und Mittelasiens im Sinne des Westens Einfluss nehmen kann.1441

1441 Vgl. Gumpel Werner: Determinanten der türkischen Außenpolitik in der Schwarzmeerregion und Mittelasien, in: SOME, 1/98, S. 23

[Seite 17]

Hinzu kommt, daß das Interesse der Vereinigten Staaten an der nahöstlichen Region im allgemeinen und an der Türkei im besonderen auch nach dem Ende des Kalten Krieges groß ist.

[Seite 18]

Als amerikanischer Stützpunkt im Irak-Konflikt hat sie erneut an Wert gewonnen. Darüber hinaus glauben die USA, daß die Türkei bei den Turkvölkern des Kaukasus und Zentralasiens im Sinne des Westens Einfluß nehmen kann.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet (unabhängig davon führt der Verweis auf S. 23 ins Leere).


[234.] Db/Fragment 250 03

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 250, Zeilen: 3-16
Quelle: Abramowitz 1997
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: 0
Deshalb ist für die USA die Türkei als westlich und demokratisch orientiertes Land ein stabilisierender Faktor in der Region und es wäre eine politische Katastrophe, wenn sich das ändern würde. Ein Hauptinteresse der Türken, das die Amerikaner teilen, ist die Türkei in die Lage zu versetzen, gegenüber diesen drei Ländern eine starke militärische Präsenz aufrechtzuerhalten. Bei allen drei Ländern haben die USA und die Türkei unterschiedliche Auffassungen über ihre Politik, die sie jedoch zu begrenzen versuchen. Beide Länder haben eine Abneigung gegen das Assad-Regime1453

In der ehemaligen Sowjetunion, vor allem in den überwiegend moslemischen Gebieten im Kaukasus und in Zentralasien, sehen die USA die Türkei in der wichtigen konstruktiven Rolle, die Unabhängigkeit der oft instabilen Staaten zu fördern und sie zu stärken. Die USA haben sich ebenfalls verständlicherweise an vorderster Front für eine türkische Pipelineroute für die Energielieferungen aus der kaspischen Region stark gemacht.1454


1453 Vgl. Bergedorfer Gesprächskreis: Im Kreuzpunkt..., S. 20

1454 Vgl. Bergedorfer Gesprächskreis: Im Kreuzpunkt..., S. 20

Deshalb ist für die USA die Türkei als westlich und demokratisch orientiertes Land ein stabilisierender Faktor in der Region, und es wäre eine politische Katastrophe, wenn sich das ändern würde. Ein Hauptinteresse der Türken, das die Amerikaner teilen, ist, die Türkei in die Lage zu versetzen, gegenüber diesen drei Ländern eine starke militärische Präsenz aufrechtzuerhalten.

Bei allen drei Ländern haben die USA und die Türkei unterschiedliche Auffassungen über ihre Politik, die sie jedoch zu begrenzen versuchen. [...]

Beide Länder teilen eine tiefe Abneigung gegen das Assad-Regime, obwohl sie das nie publik gemacht haben. [...]

[...]

[...] In der ehemaligen Sowjetunion, vor allem in den überwiegend moslemischen Gebieten im Kaukasus und in Zentralasien, sehen die USA die Türkei in der wichtigen konstruktiven Rolle, die Unabhängigkeit der oft instabilen Staaten zu fordern und sie zu stärken. [...] Die USA haben sich verständlicherweise an vorderster Front für eine türkische Pipelineroute für die Energielieferungen aus der kaspischen Region stark gemacht.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[235.] Db/Fragment 251 06

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 251, Zeilen: 6-35
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 574, 575, 576, Zeilen: 574:33; 575:1-25; 576:1-8
Es wurden weitere Gründe seitens der EU für die Ablehnung genannt:

- Die Freizügigkeit der Arbeitnehmer. Dazu hat die Gemeinschaft weder eine positive noch eine negative Stellungsnahme [sic] abgegeben.

- Weitere Verschärfung der Finanzbelastung der Gemeinschaft (besonders des Strukturfonds) [sic]

- Ungelöste Probleme mit Griechenland belasten das Klima in der Gemeinschaft und ziehen andere Staaten in den multidimensionalen Konflikt hinein.

- Die ökonomischen Grunddaten entsprechen nicht jenen der Gemeinschaftsmitglieder ( z. B. Pro-Kopf-Einkommen, geringe Industrialisierung, Wirtschaftsstruktur stark agrarisch geprägt, hohe Inflationsrate und hohes Budgetdefizit, hohe Auslandsverschuldung) [sic]

- Das Land weist ein relativ hohes Bevölkerungswachstum1460 auf [sic]

- Die Menschenrechtssituation kann mit europäischen Standards nicht mithalten.

- Die ungelöste Kurdenfrage würde das Verhältnis zur Gemeinschaft überproportional belasten.

- Die Türkei konnte die Verpflichtungen aus dem Assoziierungsabkommen nicht erfüllen.1461

Die Gemeinschaft wollte gleichzeitig mit der vorläufigen Ablehnung des Vollbeitritts in folgenden Bereichen eine Kooperation mit der Türkei. [sic]

1. Realisierung der Zollunion

2. Förderung der wissenschaftlichen und industriellen Kooperationen

3. Verbesserung der finanziellen Zusammenarbeit

Die Europäische Union war in ihrer Position zum Verhältnis zwischen der Union und der Türkei lange Zeit äußerst heterogen. Die Kommission hat eine tendenziell eher eine pro-türkische Haltung eingenommen. Hingegen war das Europäische Parlament stark in seiner Meinung zersplittert und sah die Türkei äußerst kritisch. Es gab innerhalb der Fraktionen deutliche Positionsdifferenzen, ob die Türkei überhaupt einen Beitragsantrag stellen sollte. Diese zersplitterte Politik, die lange gefahren wurde, verunsicherte die Türkei. 1462


[1460 Die Türkei ist eines jener Länder, die durch ein starkes Bevölkerungswachstum im ausgehenden Jahrtausend gekennzeichnet ist. Für das Jahr 2025 wird angenommen, dass die Türkei das bevölkerungsreichste Land Europas sein wird.

Nach Untersuchungen der OECD ist die Türkei ein Land mit einem hohen Anteil an junger Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030 wird sich der Anteil der unter dreißig Jahre alter Bevölkerung nahezu vervierfachen. Der hohe Anteil an junger Bevölkerung führt zu komplexen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. So beansprucht der junge Bevölkerungsanteil beispielweise das Bildungs- und Gesundheitswesen am stärksten und stellt Nachfrage am Wohnungs- und am Arbeitsmarkt.]

1461 Vgl. Andrea K. Riemer: Die Türkei: Ein großer “Regional Player” mit geopolitischer Relevanz: Mythos oder Realität [sic], in: Südosteuropa, 46 Jhg [sic], 11/1997, S. 574

1462 Vgl.ebenda, [sic] S. 574

[Seite 574]

Zur Basisproblematik eines Vollbeitritts der Türkei24


[24 Vgl. beispielhaft:

Cigdem [sic] Akkaya: "Vergleichende Analyse der sozio-ökonomischen Strukturen in den Ländern Griechenland, Spanien, Portugal und der Türkei, [sic] Ein Projektbericht", in: Zeitschrift für Türkeistudien, 2/1990.

Bilge Cankorel: "Turkey-EC Relations": in: Gumpel, Werner (Hrsg.): Europa und die Türkei in den neunziger Jahren, München 1991, S. 39 - 41.

Werner Gumpel: "Determinanten der Europabeziehungen der Türkei zu Beginn der neunziger Jahre", in: Gumpel, Werner (Hrsg.): Europa und die Türkei in den neunziger Jahren, München 1991, S. 9 - 13.]

[Seite 575]

- der Freizügigkeit der Arbeitnehmer - hat die Gemeinschaft weder eine positive noch eine negative Stellungnahme abgegeben.

Für die vorläufige Ablehnung waren folgende Gründe ausschlaggebend:25

• Weitere Verschärfung der Finanzbelastung der Gemeinschaft (bes. des Strukturfonds).

• Ungelöste Probleme mit Griechenland belasten das Klima in der Gemeinschaft und ziehen andere Staaten in der [sic] multidimensionalen Konflikt hinein.

• Die ökonomischen Grunddaten entsprechen nicht jenen der Gemeinschaftsmitglieder (z. B.. [sic] Pro-Kopf-Einkommen, geringe Industrialisierung, Wirtschaftsstruktur stark argrarisch geprägt [sic] hohe Inflationsrate und hohes Budgetdefizit, hohe Auslandsverschuldung, etv. [sic]).

• Das Land weist ein relativ hohes Bevölkerungswachstum auf.

• Die Menschenrechtssituation kann mit europäischen Standards nicht mithalten.

• Die ungelöste Kurdenfrage würde das Verhältnis zur Gemeinschaft überproportional belasten.

• Die Türkei konnte die Verpflichtungen aus dem Assoziierungsabkommen nicht erfüllen.

Gleichzeitig mit der vorläufigen Ablehnung des Vollbeitritts wollte die Gemeinschaft in folgenden Bereichen eine Kooperation mit der Türkei forcieren:

1. Realisierung der Zollunion,

2. Förderung der wissenschaftlichen und industriellen Kooperationen

3. Verbesserung der finanziellen Zusammenarbeit, [sic]


[Hans Dieter Kuschel: "Binnenmarkt 1992 und die Aussenbeziehungen [sic] der EG", in: Gumpel, Werner (Hrsg.): Europa und die Türkei in den neunziger Jahren, München 1991, S. 31 - 38.

Faruk Şen: "Die möglichen Auswirkungen eines potentiellen EG- Beitritts [sic] der Türkei auf die Finanzen der Gemeinschaft, insbesondere auf Regional- und Strukturfonds", in: Südosteuropamitteilungen, Heft 2/1990, S. 125 - 134.

Turkey and the European Union, Strategic Comments des IISS, Vol. 3. [sic], No. 1, January 1997.

25 Vgl. Hans Dieter Kuschel: "Binnenmarkt 1992 und Aussenbeziehungen [sic] der EG", in: Gumpel, Werner (Hrsg.): Europa und die Türkei in den neunziger Jahren, München 1991, S. 34 - 36.]

[Seite 576]

Die Europäische Union war in ihrer Position zum Verhältnis zwischen der Union und der Türkei lange Zeit äusserst [sic] heterogen. Die Kommission hat eine tendenziell eher eine [sic] pro-türkische Haltung eingenommen. Das Europäische Parlament war hingegen stark in seiner Meinung zersplittert und sieht die Türkei äussert [sic] kritisch. Es gibt innerhalb der Fraktionen deutliche Positionsdifferenzen, ob die Türkei überhaupt einen Beitrittsantrag stellen sollte. Die ‘Split Policy’, die lange Zeit gefahren wurde, verunsicherte die Türkei.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden durch die beiden "Vgl."-Fußnoten nicht kenntlich gemacht – auch nicht, wenn man von der ungenauen Seitenangabe absieht.


[236.] Db/Fragment 251 101

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 251, Zeilen: 101-108
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 40; 41, Zeilen: 40: 2-4, 20-22; 41: 2-6
1460 Die Türkei ist eines jener Länder, die durch ein starkes Bevölkerungswachstum im ausgehenden Jahrtausend gekennzeichnet ist [sic]. Für das Jahr 2025 wird angenommen, dass die Türkei das bevölkerungsreichste Land Europas sein wird.

Nach Untersuchungen der OECD ist die Türkei ein Land mit einem hohen Anteil an junger Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030 wird sich der Anteil der unter dreißig Jahre alter [sic] Bevölkerung nahezu vervierfachen. Der hohe Anteil an junger Bevölkerung führt zu komplexen sozialen und wirtschaftlichen Problemen. So beansprucht der junge Bevölkerungsanteil beispielweise [sic] das Bildungs- und Gesundheitswesen am stärksten und stellt Nachfrage am Wohnungs- und am Arbeitsmarkt.

[Seite 40]

Die Türkei ist eines jener Länder, die durch ein starkes Bevölkerungswachstum im ausgehenden Jahrtausend gekennzeichnet ist [sic]. Für das Jahr 2025 wird angenommen, dass die Türkei das bevölkerungsreichste Land Europas sein wird. [...]

Gemäss [sic] der Untersuchungen der OECD hat die Türkei zusätzlich einen hohen Anteil mit einer sehr jungen Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030 wird sich der Anteil der unter dreissig [sic] Jahre alten Bevölkerung nahezu vervierfachen.

[Seite 41]

Dieser hohe Anteil an junger Bevölkerung führt zu komplexen sozialen und wirtschaftlichen Problemstellungen[, die neben ihrer Vielschichtigkeit auch eine breite Flächenwirkung zeigen]. So beansprucht der junge Bevölkerungsanteil beispielsweise das Bildungs- und Gesundheitswesen am stärksten und stellt das Primärnachfragepotential am Wohnungs- und am Arbeitsmarkt.

Anmerkungen

Keinerlei Hinweis auf die Quelle. Die Numerusinkongruenz im ersten Satz übernimmt die Verf. unbesehen.


[237.] Db/Fragment 252 34

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 252, Zeilen: 34-44
Quelle: Şen 1997c
Seite(n): 608, Zeilen: 7-11, 12-15, 28-33
Die Europäische Union gründet sich auf fünf Säulen. Als erste Säule würde der Türkei im Falle einer Vollmitgliedschaft die Teilnahme am europäischen Parlament gewährt. Nach dem gegenwärtigen Modell würde die Türkei [sic] ihrer Bevölkerungszahl entsprechend, 81 Parlamentarier ins europäische Parlament senden. Als zweite Säule der EU sind EU-Fonds zu nennen. Gegen Zahlungen eines Mitgliedsbeitrags wird jedem Mitgliedsstaat die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Garantiefonds, regionaler und sozialer Strukturfond [sic] als Gegenleistung zugestanden. 1466 Die dritte Säule der EU wird durch die Entsendung eines Kommissars und von Beamten an die EU-Kommission gebildet, die im Namen der jeweiligen Staaten die Dienstgeschäfte erledigen. Die vierte Säule der EU-Mitgliedschaft richtet sich auf die Zollunion, die seit dem 1. Januar 1996 die Türkei [sic] fast ohne Gegenleistung der EU, [sic] zum Nachteil der Türkei funktioniert.

1466 Vgl. Sen [sic] Faruk: Die Türkei auf dem Weg vom multikulturellen Osmanischen Reich in die multikulturelle Europäische Union, in: Südosteuropa, 46 Jhg.11/1997 [sic], S. 608

Die Europäische Union gründet sich auf fünf Säulen. Als erste Säule würde der Türkei im Falle der Vollmitgliedschaft die Teilnahme am europäischen Parlament gewährt. Nach dem gegenwärtigen Modell würde die Türkei [sic] ihrer Bevölkerungszahl entsprechend, 81 Parlamentarier ins europäische Parlament senden. [...] Als zweite Säule der Europäischen Union sind EU-Fonds zu nennen. Gegen Zahlungen eines Mitgliedsbeitrags wird jedem Mitgliedsstaat die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Garantiefonds, regionaler und sozialer Strukturfonds als Gegenleistung zugestanden. [...]

[...] Die dritte Säule der Europäischen Union wird durch die Entsendung eines Kommissars und von Beamten an die EU-Kommission gebildet [sic] die im Namen des jeweiligen Staates die Dienstgeschäfte erledigen. Die vierte Säule der EU-Mitgliedschaft richtet sich auf die Zollunion, die seit dem 1. Januar 1996 fast ohne Gegenleistungen der EU, aber teilweise zum Nachteil der Türkei funktioniert.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[238.] Db/Fragment 253 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 253, Zeilen: 1-4
Quelle: Şen 1997c
Seite(n): 608, Zeilen: 33-38
[Die] fünfte Säule ist die Freizügigkeit gegenüber den Arbeitnehmern, die für die türkischen Arbeitskräfte nach dem Assoziierungsabkommen von 1963 eigentlich ab dem 1. Dezember 1986 gelten sollte, jedoch damals aufgrund der Interventionen der Bundesrepublik Deutschland auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. 1467

1467 Vgl. Sen [sic] Faruk: Die Türkei auf dem Weg vom multikulturellen Osmanischen Reich in die multikulturelle Europäische Union, in: Südosteuropa, 46 Jhg.11/1997 [sic], S. 608

Die fünfte Säule ist die Freizügigkeit gegenüber den Arbeitnehmern, die für die türkischen Arbeitskräfte nach dem Assoziationsabkommen von 1963 eigentlich schon ab dem 1. Dezember 1986 gelten sollte, jedoch damals aufgrund der Interventionen der Bundesrepublik Deutschland auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.
Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[239.] Db/Fragment 253 09

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 253, Zeilen: 9-14
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 69, Zeilen: 15-20
Die Ablehnung durch die EU Mitte der 1990er Jahre versuchte die Türkei neben der Partnerschaft mit den USA auch mit Israel zu kompensieren, nachdem die türkisch-arabischen Beziehungen aufgrund der Furcht der Türkei vor islamisch-fundamentalistischer Unterwanderung, der Spannungen um die Wasserverteilung der Flüsse Euphrat und Tigris mit Syrien und Irak und der türkisch-syrischen Beziehungen wegen des Kampfes gegen die PKK angespannt waren.1469

1469 Vgl. Akkaya Cigdem/Aver Caner: Die türkische Sicherheitspolitik in einem unsicheren Raum, in: Südosteuropa-Mittleilungen 1/2004, S. 69

Die Ablehnung durch die EU Mitte der 1990er Jahre versuchte die Türkei neben der Partnerschaft mit den USA auch mit Israel zu kompensieren, nachdem die türkisch-arabischen Beziehungen aufgrund der Furcht der Türkei vor islamisch-fundamentalistischer Unterwanderung, der Spannungen um die Wasserverteilung der Flüsse Euphrat und Tigris mit Syrien und Irak und der türkisch-syrischen Beziehungen wegen des Kampfes gegen die PKK angespannt waren.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[240.] Db/Fragment 253 21

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 253, Zeilen: 21-27
Quelle: Gürbey 2004
Seite(n): 46, Zeilen: 14-20
Die EU betrachtet den Kurdenkonflikt in der Türkei in erster Linie im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte und Demokratisierung des Landes. Dementsprechend forderte sie Maßnahmen, die nicht auf die Gewährung von Gruppenrechten zielen, sondern nur die Durchsetzung von Menschenrechte und die Demokratisierung fördern. Dazu gehört aus Sicht der EU die Gewährung der individuellen Menschen- und Bürgerrechte, kultureller Rechte sowie Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Südosten.1473

1473 Vgl. Gürbey Gülistan: Die türkische Kurdenpolitik im Kontext des EU-Beitrittsprozesses und der Kopenhagener Kriterien, in: Südosteuropa Mitteilungen, 1/2004, S. 46

Die EU betrachtet den Kurdenkonflikt in der Türkei in erster Linie im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte und Demokratisierung des Landes. Dementsprechend fordert sie Maßnahmen, die nicht auf die Gewährung von Gruppenrechten zielen, sondern nur die Durchsetzung der Menschenrechte und die Demokratisierung fördern. Dazu gehört aus Sicht der EU die Gewährung der individuellen Menschen- und Bürgerrechte, kultureller Rechte sowie die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Südosten.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[241.] Db/Fragment 254 07

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 254, Zeilen: 7-12, 14-18
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 68-69, Zeilen: 68:31-37 - 69:1-3
Die geopolitischen Veränderungen in der unmittelbaren geographischen Nähe der Türkei führten dazu, dass die Türkei auf der Suche nach Sicherheit und Stabilität ihren Platz mehr denn je in Europa sah und heute noch sieht. Die Türkei versucht durch Vollmitgliedschaft in die EU die Westorientierung zu besiegeln. Die EU-Türkei-Beziehungen erreichten ihren Tiefpunkt 1997 auf dem EU-Gipfel in Luxemburg, bei dem der Türkei der Kandidatenstatus verwehrt wurde. [...] Die wahrgenommene Ausgrenzung seitens der EU führte zu großen Enttäuschungen in der Türkei. Daraufhin wurden die Beziehungen zu Brüssel auf politischer Ebene abgebrochen, bis 1999, wo auf dem EU-Gipfel in Helsinki der Türkei der EU-Kandidaturstatus verliehen wurde.1477

1477 Eine entsprechende Erklärung gab Mesut Yilmaz am 14. Dezember 1997 ab.Vgl. Akkaya Cigdem/Aver Caner: Die türkische Sicherheitspolitik in einem unsicheren Raum. In: Südosteuropa Mitteilungen, 1/2004, S. 68

[Seite 68]

Die geopolitischen Veränderungen in der unmittelbaren geographischen Nähe der Türkei führten dazu, dass die Türkei auf der Suche nach Sicherheit und Stabilität ihren Platz mehr denn je in Europa sah und heute noch sieht. Die Türkei versuchte durch die Vollmitgliedschaft in der EU die Westorientierung zu besiegeln. Die EU-Türkei-Beziehungen erreichten ihren Tiefpunkt 1997 auf dem EU-Gipfel in Luxemburg, bei dem der Türkei der Kandidatenstatus verwehrt wurde. Die wahrgenommene Ausgrenzung seitens der EU führte zu großen Enttäuschungen in der

[Seite 69]

Türkei. Daraufhin wurden die Beziehungen zu Brüssel auf der politischen Ebene abgebrochen, bis 1999 auf dem EU-Gipfel in Helsinki der Türkei der EU-Kandidatenstatus verliehen wurde.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Der Quellenverweis in der Fußnote ist so formuliert, dass man nicht notwendigerweise darauf schließen kann, dass sie sich auf den Haupttext bezieht.


[242.] Db/Fragment 257 26

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 257, Zeilen: 26-29
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 58; 59, Zeilen: 58: 34-35 - 59: 1
Am 6. März 1995 kam es zum Abschluss des Zollunionsabkommen [sic] zwischen der Türkei und der Europäischen Union[, das am 13. Dezember desselben Jahres vom Europäischen Parlament ratifiziert wurde]. Mit Ausnahme der Refah Partei [sic] und nationalistischer Politiker stieß der Vertrag auf breite Zustimmung in der Türkei. [Seite 58]

Am 6. März 1995 kam es zum Abschluss des Zollunionsabkommens zwischen der Türkei und der EU. Der Vertrag stiess [sic] in der Türkei - mit Ausnahme bei der Refah-Partei

[Seite 59]

und nationalistischer Politiker - auf breite Zustimmung.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Das ebenfalls aus einer Publikation Riemers stammende verschleiernde Fragment 257 29 schließt unmittelbar an dieses an.


[243.] Db/Fragment 257 29

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 257, Zeilen: 29-36, 37-38
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 576, Zeilen: 15-22, 23-24
Das Zollunionsabkommen wurde als politischer Prestigeerfolg der türkischen Regierung (Ciller) gewertet und zeigte den klaren Willen einer Integration in die westliche Wertegemeinschaft.

Die türkische Intervention im Nordirak im März 1995, die stockende und mehrfach verschobene Verfassungsreform, die Regierungskrise der Türkei im Herbst 1995 und die vorgezogenen Parlamentswahlen in [sic] Dezember 1995 waren innenpolitische Ereignisse[, die zu einer Verunsicherung in Europa und im Europa-Parlament beitrugen]. Sie ließen eine Ratifizierung des Abkommens durch das EU-Parlament bis zuletzt als unsicher erscheinen.

Das Zollunionsabkommen wurde als politischer Prestigeerfolg der türkischen Regierung gewertet und zeigte den klaren Willen einer Integration in die westliche Wertegemeinschaft.

Die türkische Intervention im Nordirak im März 1995, die stockende und auch mehrfach verschobene Verfassungsreform, die Regierungskrise im Herbst 1995 und die vorgezogenen Parlamentswahlen im Dezember 1995 waren innenpolitische Ereignisse [mit einem starken aussenpolitischen [sic] Spillover-Effekten [sic]]. Sie liessen [sic] eine Ratifizierung des Abkommens durch das EU-Parlament bis zuletzt als unsicher erscheinen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Der Quelle für den hier ausgeklammerten Relativsatz ist offenbar der Satz: "Die Regierungskrise im Herbst 1995 trug zu einer weiteren Verunsicherung in Europa und im Europa-Parlament bei.", welcher sich auf S. 59 in Riemer 1998 findet.


[244.] Db/Fragment 258 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 258, Zeilen: 8-22
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 576, 577, Zeilen: 576: 37-42; 577: 1-8, 9-10
Letzen [sic] Endes gaben [sic] eine Zustimmung mit folgenden Auflagen:

1. Verbesserung der Menschenrechte durch Angleichung an westeuropäische Standards

2. Verbesserung der demokratiepolitischen Standards durch eingehende Verfassungsreformen

3. Lösung der Kurdenfrage im Sinne einer unmilitärischen, gewaltfreien Lösung durch Anerkennung der kurdischen Stämme als Minderheit im westlichen Verständnis

4. Lösung der Zypernfrage als Basis für eine Verbesserung der Beziehungen zum EU-Mitglied Griechenland und zum Abbau eines wesentlichen Krisenpotentials der beiden Staaten

Die EU erhoffte [sic] mit diesem Beschluss eine Stärkung der demokratischen Elemente in der Türkei. Die Zustimmung zum Abkommen war ein großer Vertrauensvorschuss und der Ausdruck der Hoffnung auf Stabilisierung.1496


1496 Vgl. Reimer [sic] K. Andrea: Die Türkei: Ein großer „Regional Player“ mit geopolitischer Relevanz: Mythos oder Realität? In: Südost-Europa [sic] Zeitschrift für Gegenwartsforschung [sic] 46. Jahrgang 1997, 562-597 [sic], S. 576 f.

[Seite 576]

Letzten Endes gab es eine Zustimmung mit folgenden Auflagen (ohne Priorisierung):

1. Verbesserung der Menschenrechte durch Angleichung an westeuropäische Standards.

2. Verbesserung der demokratiepolitischen Standards durch eingehende Verfassungsreformen.

[Seite 577]

3. Lösung der Kurdenfrage im Sinne einer unmilitärischen, gewaltfreien Lösung durch Anerkennung der kurdischen Stämme als Minderheit im westlichen Verständnis.

4. Lösung der Zypernfrage als Basis für eine Verbesserung der Beziehungen zum EU-Mitglied Griechenland und zum Abbau eines wesentlichen Krisenpotentials zwischen den beiden Staaten.

Mit diesem Beschluss erhoffte [sic] die EU eine Stärkung der demokratischen Elemente in der Türkei. [...] Die Zustimmung zum Abkommen war ein grosser [sic] Vertrauensvorschuss und der Ausdruck der Hoffnung auf Stabilisierung.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden durch die "Vgl."-Fußnote nicht kenntlich gemacht.


[245.] Db/Fragment 258 37

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 258, Zeilen: 37-40
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 577, Zeilen: 17-19, 20-22, 29-31
Erbakan nutzte das Abkommen als Spielball im Wahlkampf und sah in ihm den Ausverkauf der Türkei und einen Zwang zur Westorientierung. Als die Wohlfahrtspartei Mitte 1996 Regierungspartei wurde, milderte die Parteiführung ihren Standpunkt in der Zollunion deutlich ab. Die Bevölkerung in der Türkei war zutiefst [verunsichert und verwirrt.] Die Refah (Wohlfahrtspartei unter Necmettin Erbakan) nutzte das Abkommen als Spielball im Wahlkampf und sah in ihm einen Ausverkauf der Türkei und einen Zwang zur Westorientierung. [...] Als die Refah Mitte 1996 Regierungspartner wurde, milderte die Parteiführung ihren Standpunkt in der Zollunionsfrage deutlich ab. [...]

Die Bevölkerung in der Türkei [teilte weder die Kassandrarufe der Refah noch das Jubelgehabe der Regierung. Sie] war zutiefst verunsichert und verwirrt.

Anmerkungen

Fortsetzung auf der nächsten Seite

Trotz Nennung der Quelle (am Ende des auf das Fragment folgenden Satzes) bleiben Art und Umfang der Übernahme ungekennzeichnet.


[246.] Db/Fragment 259 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 259, Zeilen: 1-2
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 577, Zeilen: 29-31, 32-34
[Die Bevölkerung in der Türkei war zutiefst] verunsichert und verwirrt. Die damalige Regierung verabsäumte eine eingehende Information über die Folgen der Zollunion. 1498

1498 Vgl. Reimer [sic] K. Andrea: Die Türkei: Ein großer „Regional Player“ mit geopolitischer Relevanz: Mythos oder Realität? In: Südost-Europa [sic] Zeitschrift für Gegenwartsforschung [sic] 46. Jahrgang 1997, 562-597 [sic], S. 577.

Die Bevölkerung in der Türkei [teilte weder die Kassandrarufe der Refah noch das Jubelgehabe der Regierung. Sie] war zutiefst verunsichert und verwirrt. [...] Die damalige Regierung verabsäumte aber eine eingehende Information über die Folgen der Union.
Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Art und Umfang der Übernahme werden durch die "Vgl."-Fußnote nicht kenntlich gemacht.


[247.] Db/Fragment 259 03

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 259, Zeilen: 3-6
Quelle: Bahadir 1997
Seite(n): 33, Zeilen: li.Sp. 1-5
Am 1. Januar 1996 ist die Zollunion zwischen der Türkei und den EU-Staaten in Kraft getreten. Seitdem hat die Türkei in den Außenbeziehungen der Europäischen Union eine Sonderstellung. Sie ist das einzige Land, das eine Zollunion mit der EU gebildet hat, ohne zuvor die Mitgliedschaft zu erwerben.1499

1499 Vgl. Manisali Erol: Türkiye Avrupa Iliskileri, Istanbul 1998, S. 32 f.

Seit Januar 1996 nimmt die Türkei in den Außenbeziehungen der Europäischen Union eine Sonderstellung ein. Sie ist das einzige Land, das eine Zollunion mit der EU gebildet hat, ohne zuvor die Mitgliedschaft zu erwerben.
Anmerkungen

Im Wortlaut identisch, trotzdem wird keine deutschsprachige Quelle angegeben.


[248.] Db/Fragment 259 32

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 259, Zeilen: 32-40
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 62, Zeilen: 12-22
Finanzielle Unterstützungszusagen sind nach wie vor blockiert. Die von der Union versprochenen finanziellen Unterstützungsmassnahmen [sic] sollten in der ersten Tranche immerhin 375 Mio. ECU auf fünf Jahre verteilt betragen. Aufgrund der Auseinandersetzungen in der Ägäis blockierte Griechenland die Freigabe der Mittel. Vom EU-Parlament wurde die Finanzhilfe mehrfach in die Reserve gestellt. Die Zusagen, aus dem MEDA-Programm (= EU-Mittelmeer-Entwicklungs-Programm) der Türkei finanzielle Unterstützung zu gewähren, wurden ebenfalls zurückgezogen (mit Ausnahme jener Mittel, die zur Förderung der Demokratie und der Menschenrechte zu verwenden sind). Begründet wurde dieses Verhalten damit, dass die Türkei [Menschenrechtsverletzungen verübe, die sowohl dem Geist als auch dem Buchstaben des Zollabkommens und des MEDA-Programmes widersprächen. 1504]

[1504 Vgl. Riemer K. Andrea [sic]: Die Türkei an der Schwelle zum 21. Jahrhundert: Die Schöne oder der Kranke [sic] Mann am Bosporus? Frankfurt am Main, 1998, S. 62]

Finanzielle Unterstützungszusagen sind zur Zeit nach wie vor blockiert. Die von der Union versprochenen finanziellen Unterstützungsmassnahmen [sic] sollten in der ersten Tranche immerhin 375 Mio Ecu auf fünf Jahre verteilt betragen. Aufgrund der Auseinandersetzungen in der Ägäis blockierte Griechenland die Freigabe der Mittel.76 Die Finanzhilfe wurde vom EU-Parlament mehrfach in die Reserve gestellt. Die Zusagen, aus dem MEDA-Programm ( = EU-Mittelmeer-Entwicklungs-Programm) der Türkei finanzielle Unterstützung zu gewähren, wurden ebenfalls zurückgezogen (mit Ausnahme jener Mittel, die zur Förderung der Demokratie und der Menschenrechte zu verwenden sind). Begründet wurde dieses Verhalten damit, dass die Türkei Menschenrechtsverletzungen verübe, die sowohl dem Geist als auch dem Buchstaben des Zollunionsabkommens und des MEDA-Programmes widersprächen.77
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[249.] Db/Fragment 261 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 261, Zeilen: 1-26, 29-44
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 93-94, 95-96, Zeilen: 93:16-29.31-40 - 94:1-12.15-20.26-33.36-38; 95:8-9 - 96:1-6
Die möglichen ökonomische Effekte der Zollunion für die Türkei können unter vier Punkte zusammengefasst werden:


1. die zu erwartenden Auswirkungen auf die öffentlichen Einnahmen (Einnahmeneffekt),
2. die Auswirkungen auf die türkische Außenwirtschaft (Außenwirtschaftseffekte),
3. Auswirkungen auf die Investitionen in der Türkei (Investitionseffekt),
4. Auswirkungen auf die Strukturen der türkischen Wirtschaft (Struktureffekte).1509

Zu 1. Nahezu 16,7 % der Steuereinnahmen der Türkei stammten bis zur Verwirklichung der Zollunion aus Abgaben, die beim Import erhoben wurden. Durch die Zollunion ergeben sich jährliche Einnahmeausfälle von etwa 2,6 Mrd. US-$. Dies belastet den ohnehin hoch verschuldeten staatlichen Haushalt nachhaltig.

Zu 2. Kurz- bis mittelfristig kann davon ausgegangen werden, dass die türkischen Importe aus der EU, die bereits mehr als die Hälfte der türkischen Gesamtimporte ausmachen, wegen des Wegfalls der Einfuhrhemmnisse und der damit einhergehenden Verbilligung erheblich zunehmen. Da die Produkte aus der EU im Vergleich zu Drittstaaten eine bessere Wettbewerbposition [sic] haben, ist anzunehmen, dass nun auch Waren aus der EU bezogen werden, die bis zur Verwirklichung der Zollunion keine Rolle spielten oder aus Drittstaaten beschafft wurden. Für den Fall, dass die Exporte nicht im gleichen Maße ansteigen wie die Importe, würde dies eine Verschlechterung des türkischen Außenhandels bedeuten.

Nach den ersten Zahlen ist festzuhalten: Der Anteil der EU an den gesamten türkischen Import [sic] stieg 1997 von 47,2 % auf 51,5 % und damit auf 24 Mrd. US-$, während die türkischen Exporte in die EU von 51,2 % auf 46,6 % (12,1 Mrd. US-$) schrumpften. Die Außenhandelsbilanz weist ein zunehmendes Defizit aus. 1994 lag dieses bei 4,2 Mrd. US-$, so stieg es 1995 auf 13,2 Mrd. US $, 1996 auf 18,5 Mrd. US-$ und 1997 auf 20,6 Mrd. US-$.1510 [...]

Die neue Wettbewerbsituation zwingt die türkischen Unternehmen durch die Zollunion Modernisierungsinvestitionen zu tätigen. Nach Angaben des staatlichen Amtes für Statistik der Türkei sind die Anlagen und Maschinen im Textil- und Maschinensektor veraltet. Um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in diesen Bereichen werden [sic] in naher Zukunft vermehrt industrielle Anlagen und Maschinen aus den EU-Staaten importiert.

Der Textil- und Bekleidungssektor hat derzeit einen Anteil von etwa 38 % an den gesamten Export [sic] der Türkei. Mit der Abschaffung der Kontingentierung für diese Produkte hatte man einen Exportboom erhofft, der jedoch nicht eintraf. Die Gründe dafür liegen unterschiedlich. Deutschland hat wegen der Rezession wenig Nachfrage nach Textilien und Konfektionswaren. Auch die unrealistische hohe türkische Lira verteuert die Exporte. Zusätzlich sind die Produktionsbedingungen einiger Exporteure aufgrund des gemeinsamen Zolltarifs erschwert.

Zu 3. Die Befürworter der Zollunion in der Türkei erwarteten, dass die ausländischen Investitionen zunehmen würden. Neben dem Argument, dass die enge Anbindung an Europa zur politischen Stabilität in der Türkei führen würde, hoben [sie die Möglichkeit kostengünstiger Produktion und geographisch [sic], kulturelle und soziale Nähe der Türkei zu vielen interessanten Zukunftsmärkten im Nahen Osten, Südosteuropa und in Zentralasien hervor.]


1509 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 93 f

1510 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 94 f

[Seite 93]

Die möglichen ökonomischen Effekte der Zollunion für die Türkei können unter vier Gesichtspunkten zusammengefaßt werden:
1. die zu erwartenden Auswirkungen auf die öffentlichen Einnahmen (Einnahmeeffekte),
2. die Auswirkungen auf die türkische Außenwirtschaft (Außenwirtschaftseffekte),
3. Auswirkungen auf die Investitionen in der Türkei (Investitionseffekte) und
4. Auswirkungen auf die Strukturen der türkischen Wirtschaft (Struktureffekte).

Zu 1) Nahezu 16,7% der Steuereinnahmen der Türkei stammten bis zur Verwirklichung der Zollunion aus Abgaben, die beim Import erhoben wurden. Durch die Zollunion ergeben sich jährliche Einnahmeausfälle von etwa 2,6 Mrd. US-$.5 [...] Dies belastet den ohnehin hoch verschuldeten staatlichen Haushalt nachhaltig.

Zu 2) Kurz- bis mittelfristig kann davon ausgegangen werden, daß die Importe aus der EU, die bereits mehr als die Hälfte der türkischen Gesamtimporte ausmachen, wegen des Wegfalls der Einfuhrhemmnisse und der damit einhergehenden Verbilligung erheblich zunehmen werden. Da nun die Produkte aus der EU im Vergleich zu Drittstaaten eine bessere Wettbewerbsposition haben, ist anzunehmen, daß nun auch Waren aus der EU bezogen werden, die bis zur Verwirklichung der Zollunion keine Rolle spielten oder aus Drittstaaten beschafft wurden. Für den Fall, daß die Ex-

[Seite 94]

porte nicht im gleichen Maße ansteigen wie die Importe, bedeutet dies eine Verschlechterung der Außenhandelsbilanz mit der EU.

Die ersten Ansätze sind bereits deutlich zu erkennen. Der Anteil der EU an den gesamten türkischen Importen stieg 1997 von 47,2% auf 51,5% (24 Mrd. US-$), während die türkischen Exporte in die EU von 51,2% auf 46.6% (12,1 Mrd. US-$) schrumpften (vgl. Tabelle 3). Die Außenhandelsbilanz weist ein zunehmendes Defizit aus. Lag dieses 1994 bei 4,2 Mrd. US-$, so stieg es 1995 auf 13,2 Mrd., 1996 auf 18,5 Mrd. und 1997 auf 20,6 Mrd. US-$.

Die neue Wettbewerbssituation, in die türkische Unternehmen durch die Zollunion geraten sind, zwingt diese zu Modernisierungsinvestitionen und zur Verbesserung der Produkt- und Leistungsqualität. Die neue Wettbewerbssituation, in die türkische Unternehmen durch die Zollunion geraten sind, zwingt diese zu Modernisierungsinvestitionen und zur Verbesserung der Produkt- und Leistungsqualität. [...] Nach einer Untersuchung des Staatlichen Amtes für Statistik der Türkei sind die Anlagen und Maschinen im Textil- und Maschinenbausektor veraltet. Man kann daher davon ausgehen, daß zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in diesen Sektoren in naher Zukunft vermehrt industrielle Anlagen und Maschinen aus den EU-Staaten importiert werden.6 [...]

Der Textil- und Bekleidungssektor hat derzeit einen Anteil von etwa 38% an den gesamten Exporten der Türkei. Von der Abschaffung der Kontingentierung für Produkte dieses Sektors hatte man sich einen Exportboom erhofft, der jedoch nicht eintrat. Dafür gibt es zahlreiche Gründe. So spielen z.B. der rezessionsbedingte Rückgang der Textil- und Konfektionsnachfrage im wichtigsten Abnehmerland Deutschland oder aber der unrealistisch hohe Kurs der türkischen Lira, der die Exporte verteuert, eine große Rolle. [...] Zusätzlich sind die Produktionsbedingungen einiger Exporteure aufgrund des gemeinsamen Zolltarifs mit der EU und der Drittstaatenregelung erschwert.


[Seite 95]

Zu 3) Die Hoffnungen der Befürworter der Zollunion in der Türkei waren u.a. darauf gerichtet, daß das Land im Zuge der Zollunion attrakti-

[Seite 96]

ver für ausländische Investoren werden würde. Neben dem Argument, daß die engere Anbindung an Europa zur politischen Stabilität in der Türkei führen werde, hoben sie die Möglichkeiten kostengünstiger Produktion und die geographische, kulturelle und soziale Nähe der Türkei zu vielen interessanten Zukunftsmärkten im Nahen Osten, in Südosteuropa und in Zentralasien hervor.


5 Vgl. Eker 1995, S. 46.

6 ANKA Ekonomi Bülteni, 8. Oktober 1996. S. 5.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[250.] Db/Fragment 262 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 262, Zeilen: 1-27
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 96-97, Zeilen: 96:1-19.21-25.26-35.39 - 97:1-6
[Neben dem Argument, dass die enge Anbindung an Europa zur politischen Stabilität in der Türkei führen würde, hoben] sie die Möglichkeit kostengünstiger Produktion und geographisch [sic], kulturelle und soziale Nähe der Türkei zu vielen interessanten Zukunftsmärkten im Nahen Osten, Südosteuropa und in Zentralasien hervor. Die Investoren, die nicht der EU angehörten, konnten die Türkei als Sprungbrett für den EU-Markt nutzen.

Wenn man die aktuelle Situation betrachtet, ist festzuhalten, dass der erwartete Anstieg der ausländischen Investitionen vorerst ausbleibt. Die tatsächliche Kapitalzufuhr von genehmigten Investitionen sank von 1,127 Mrd. US-$ in 1995 auf 964 Mio. US-$ in 1996. Die Gründe für das abnehmende Interesse sind u.a. die politische Instabilität der letzten Jahre, die in einer Regierungskrise endete sowie die hohen Inflationsraten. 1512

Zu 4. Als Folge der Zollunion steht die türkische Industrie nun in unmittelbarem Wettbewerb mit europäischen, aber auch mit Waren aus Drittländern, da die Türkei den Zolltarif der EU vollständig übernommen hat. Wenn die Unternehmen nicht konkurrenzfähig sind, müssen sie wahrscheinlich aus dem Markt ausscheiden. So werden noch mehr Waren importiert und die türkischen Arbeitnehmer werden arbeitslos. So entstehen soziale Probleme als Folge der Arbeitslosigkeit und der negativen Ketteneffekte in den Lieferbetrieben. Die zweite Alternative, d.h. die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, erfordert Kapital, das vielen kleinen und mittleren Betrieben fehlt. Die Kompensierung der strukturellen Probleme durch die finanzielle Unterstützung durch EU-Fonds ist ausgeschlossen, da die Türkei kein EU-Mitglied ist.1513

Es ist allgemein festzustellen, dass die türkische Wirtschaft in ihrer Gesamtheit noch nicht in der Lage ist, im freien Wettbewerb mit Unternehmen aus der EU zu bestehen. Die Großunternehmen können mittelfristig konkurrenzfähig sein. Dies lässt sich aber von den mittleren und kleinen Betrieben, die die türkische Industrielandschaft dominieren, nicht sagen. Die Gefahr besteht, dass viele dieser Betriebe aus dem Markt scheiden müssen.1514


1512 Vgl. Sen Faruk/Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, S. 96

1513 Vgl. ebenda, S. 96

1514 Vgl.ebenda, S. 96

Neben dem Argument, daß die engere Anbindung an Europa zur politischen Stabilität in der Türkei führen werde, hoben sie die Möglichkeiten kostengünstiger Produktion und die geographische, kulturelle und soziale Nähe der Türkei zu vielen interessanten Zukunftsmärkten im Nahen Osten, in Südosteuropa und in Zentralasien hervor. Investoren, die nicht der EU angehörten, könnten die Türkei als Sprungbrett für den EU-Markt nutzen.

Betrachtet man die aktuelle Situation, ist festzuhalten, daß der erwartete Anstieg der ausländischen Investitionen vorerst ausbleibt. Der tatsächliche Kapitalzufluß von genehmigten Investitionen sank von 1,127 Mrd. US-$ in 1995 auf 964 Mio. US-$ in 1996. Die Gründe für das abnehmende Interesse sind u.a. die politische Instabilität der letzten Jahre, die in einer Regierungskrise endete, die für ausländische Investoren unklaren Perspektiven während der Regierungzeit der religiösen Wohlfahrtspartei sowie die hohen Inflationsraten.8

Zu 4) Als Folge der Zollunion steht die türkische Industrie nun in unmittelbarem Wettbewerb mit europäischen, aber auch mit Waren aus Drittländern, da die Türkei den Zolltarif der EU vollständig übernommen hat. [...] Auf die Frage: „Was passiert mit Unternehmen, die sich als nicht konkurrenzfähig erweisen?“, gibt es zwei alternative Antworten: Ausscheiden aus dem Markt oder Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit. Falls der erste Fall eintritt, werden die Waren der Firmen entweder importiert oder durch andere Produzenten hergestellt. [...] Darüber hinaus entstehen soziale Probleme als Folge der Arbeitslosigkeit und der negativen Ketteneffekte in den Lieferbetrieben. Die zweite Alternative, d.h. die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, setzt Kapital voraus, was vielen kleinen und mittleren Betrieben fehlt. Gleichzeitig ist eine finanzielle Unterstützung durch EU-Fonds zur Kompensierung der strukturellen Probleme ausgeschlossen, da die Türkei kein EU-Mitglied ist.

Es ist mit einiger Gewißheit davon auszugehen, daß die türkische Wirtschaft in ihrer Gesamtheit noch nicht in der Lage ist, im freien Wettbewerb mit Unternehmen aus der EU zu bestehen. [...] Während gemein-

[Seite 97]

hin davon ausgegangen wird, daß Großbetriebe in der Türkei über die nötigen Ressourcen, um mittelfristig konkurrenzfähig zu werden, verfügen, läßt sich dies von den ressourcenschwachen mittleren und kleinen Betrieben, die die türkische Industrielandschaft dominieren, nicht sagen. Die Gefahr besteht, daß viele dieser Betriebe aus dem Markt scheiden müssen.


8 ANKA Ekonomi Bülteni, 9. Juni 1997, S.5.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[251.] Db/Fragment 263 33

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 263, Zeilen: 33-34
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 47, Zeilen: 6-7
Urheber der Idee, dass die Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres untereinander kooperieren sollen, war der ehemalige Botschafter der Türkei in Washington, Sükrü [Elekdag. [sic]] Urheber der Idee, daß die Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres untereinander kooperieren sollen, war der ehemalige Botschafter der Türkei in Washington, Dr. Sükrü Elekdag. [sic]
Anmerkungen

Die tatsächliche Quelle des Textes wird in Fn. 1524 auf der nächsten Seite nicht genannt; Fortsetzung dort.


[252.] Db/Fragment 264 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 264, Zeilen: 1-5
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 47, Zeilen: 7-11
Daraufhin wurde diese Idee vom damaligen türkischen Staatspräsidenten Turgut Özal aufgegriffen und während der Golfkrise der UdSSR und Bulgarien vorgestellt. Nachdem diese Länder positiv darauf reagiert haben, fanden im Jahr 1990 die ersten Treffen statt. In vier Expertentreffen wurden die ersten offiziellen Vorarbeiten begonnen.1524

1524 Vgl. [sic] Zur Entstehung der Schwarzmeer-Kooperation vgl. Canan Atilgan [sic]: Schwarzmeer-Wirtschaftsregion (SMWR). Ein Projektbericht. In: ZfTS 5/2 (1992), S. 277 – 299, S. 278 f.

Diese Idee wurde daraufhin vom damaligen türkischen Staatspräsidenten Turgut Özal aufgegriffen und während der Golfkrise 1990 den Präsidenten der UdSSR und Bulgariens vorgestellt.

Nachdem diese Anregung auf positive Resonanz traf, wurden in vier Expertentreffen die ersten offiziellen Vorarbeiten begonnen.

Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

In dem in der Zeitschrift für Türkeistudien (ZfTS) 1992 erschienenen Aufsatz, der unter Mitarbeit von Akkaya verfasst wurde, findet sich der Wortlaut der Ausführungen der Verf. so nicht. Abgesehen davon, dass dort nur von einem Treffen im Jahr 1990 die Rede ist, wird dort auch Rumänien als Staat genannt, dem die Gründung einer Schwarzmeer-Wirtschaftsregion vorgeschlagen wurde.


[253.] Db/Fragment 264 05

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 264, Zeilen: 5-12, 103
Quelle: Europa-Archiv 1992
Seite(n): D 616, Zeilen: linke Sp.: 12-29, rechte Sp.: 2-5
Zwischen Dezember 1990 und Juli 1991 fanden erste Verhandlungen zwischen der Türkei, Rumänien, Bulgarien und der damals noch existierenden Sowjetunion statt. Nach dem Zerfall der UdSSR schlossen sich 1991 ebenso Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Russland und die Ukraine dem Projekt an. Mit Griechenland und Albanien schlossen sich zwei weitere Staaten der Initiative an. Die von Özal eingeleitete Initiative [wurde von der neuen Koalitionsregierung aufgegriffen und] mündete am 03.02.1992 in die Erklärung zur Wirtschaftskooperation im Schwarzmeerraum.1525

1525 Vgl. EA /5 (1992), S. Z 66

[linke Spalte]

[...] Vor allem Staatspräsident Turgut Özal machte sich zum Fürsprecher dieses Gedankens.

Erste Verhandlungen über die Realisierung eines derartigen Projekts fanden zwischen Dezember 1990 und Juli 1991 in den Hauptstädten jener vier Staaten statt, die sich der Initiative als erste angeschlossen hatten: der Türkei, Rumäniens, Bulgariens und der damals noch existierenden Sowjetunion. An die Stelle der zerfallenen Sowjetunion traten 1991 Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldau, Rußland und die Ukraine. Mit Griechenland und Albanien schlossen sich zwei weitere Staaten der Initiative an. Die Verhandlungen über die Grundelemente der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mündeten in einem Konzept zur Bildung einer Schwarzmeer-Wirtschaftsregion, das am 3. Fe-

[rechte Spalte]

bruar 1992 von den Außenministern der elf Teilnehmerstaaten bzw. ihren Vertretern in Istanbul paraphiert wurde (vgl. EA 5/1992, S. Z 66).

Anmerkungen

Die Verf. übernimmt aus Folge 21/1992 des Europa-Archivs etwas modifiziert eine Darstellung mitsamt Vergleichshinweis auf Folge 5/1992.


[254.] Db/Fragment 264 27

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 264, Zeilen: 27-33
Quelle: Sürel 1994
Seite(n): 240, Zeilen: 22-28
Für die Entstehung der Schwarzmeerwirtschaftsregion (SMWR) spielen die Veränderungen in Gesamteuropa eine wichtige Rolle. Die SMWR ist ein Teilaspekt der Neustrukturierung europäischer Beziehungen am Ende des „Kalten Krieges“ und sie erfüllt für die Teilnehmerstaaten Funktionen für die Integration in Europa. Weitere politische Ziele sind der Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Region und die Wahrung der natürlichen Umwelt am Schwarzen Meer. 1529

1529 Vgl. Sürel Arda: Entstehung, Stand und Perspektive der Schwarzmeerwirtschaftsregion, in: ZfTS. [sic] 2/94, S. 237- 246 [sic], S. 240

Die Veränderungen in Gesamteuropa spielen für die Entstehung der SWR eine wichtige Rolle20. Die SWR ist ein Teilaspekt der Neustrukturierung europäischer Beziehungen am Ende des „Kalten Krieges“ und sie erfüllt für die Teilnehmerstaaten Funktionen für die Integration in Europa. Weitere, der SWR vorgegebene, politische Ziele sind der Beitrag zu Frieden und Stabilität in der Region und die Wahrung der natürlichen Umwelt am Schwarzen Meer.

20 Vgl. Kommuniqué des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der Schwarzmeer-Anrainerstaaten, unterzeichnet in Istanbul am 25. Juni 1992, [sic] (Istanbuler Deklaration), in: Türkische Botschaft Bonn, [sic] (1992), Nachrichten aus der Türkei, Nr. 27, 3.7.1992, S.5-8 [sic].

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[255.] Db/Fragment 264 35

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 264, Zeilen: 34-37
Quelle: Sürel 1994
Seite(n): 241, Zeilen: 3-6
Neben diesen langfristig zu erreichenden Zielen sind die eigentlichen Ziele wirtschaftlicher Natur. Sie betreffen die ökonomische Zusammenarbeit der Mitgliederstaaten, ihre Integration in die Weltwirtschaft und den Beitrag der SMWR zur ökonomischen Entwicklung und Wohlfahrt der Mitglieder. Die eigentlichen Ziele der SWR sind wirtschaftlicher Natur. Sie betreffen die ökonomische Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten, ihre Integration in die Weltwirtschaft und den Beitrag der SWR zur ökonomischen Entwicklung und Wohlfahrt der Mitglieder.
Anmerkungen

Die Quelle wird lediglich mit S. 240 am Ende des vorigen Absatzes genannt.


[256.] Db/Fragment 265 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 265, Zeilen: 4-8, 12-16
Quelle: Sürel 1994
Seite(n): 241, Zeilen: 8-17
Die Kooperation ist breitangelegt [sic] und umfasst die Bereiche Handel, Transport, Kommunikation, Wissenschaft, Technologie, Umweltschutz, Informatik, Datenaustausch, Produktionsstandardisierung [sic], Energie, Erzabbau, Rohmaterialverarbeitung, Tourismus, Landwirtschaft, Agrarindustrie, Veterinärmedizin, Gesundheitswesen und Pharmaindustrie [(Punkte 13 bis 15)]. [...] Hindernisse in der Freizügigkeit von Personen und im freien Kapitalverkehr sollen abgebaut, unternehmerische Kontakte geknüpft, kleine und mittlere Betriebe unterstützt, Investitionsbedingungen verbessert, Doppelbesteuerung vermieden, Daten ausgetauscht und die Zusammenarbeit in freien Wirtschaftszonen gefördert werden.1531

1531 Vgl. Sürel Arda, ZfTS, 2/94, S. 241

Ziel dieser Entwicklung ist eine breitangelegte Kooperation. Umfassen soll sie die Bereiche Wissenschaft, Technologie, Umwelt, Transport, Kommunikation, Informatik, Datenaustausch, Produktstandardisierung, Energie, Erzabbau, Rohmaterialverarbeitung, Tourismus, Landwirtschaft, Agrarindustrie, Veterinärmedizin, Gesundheitswesen und Pharmaindustrie22. Hindernisse in der Freizügigkeit von Personen und im freien Kapitalverkehr sollen abgebaut, unternehmerische Kontakte geknüpft, kleine und mittlere Betriebe unterstützt, Investitionsbedingungen verbessert, Doppelbesteuerung vermieden, Daten ausgetauscht und die Zusammenarbeit in freien Wirtschaftszonen gefördert werden23.

22 Vgl. ebenda.

23 Vgl. Punkte 14 und 16 der Istanbuler Deklaration, ebenda.

Anmerkungen

Der Verf. scheint zwar das Kommuniqué des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs der Schwarzmeer-Anrainerstaaten, unterzeichnet in Istanbul am 25. Juni 1992, über das sie an dieser Stelle schreibt, vorzuliegen – da sie in Fn. 1532 auf eine Publikation verweist, in der dieses abgedruckt ist –, allerdings übernimmt sie dessen Wiedergabe aus der Quelle inklusive kleinerer Ungenauigkeiten:

So ist z.B. in dem Kommuniqué von Kooperation im Bereich veterinärmedizinischer Prophylaxe und nicht Veterinärmedizin die Rede, ebenso im Bereich Pharmazeutika und nicht in der Pharmaindustrie, weiterhin von der "Standardisierung und Beurkundung von Produkten" und nicht von Produkt- oder Produktionsstandardisierung und vom "Austausch wirtschaftlicher und kommerzieller Informationen einschließlich Statistiken" und nicht von Datenaustausch. Der Abbau von Hindernissen in der Freizügigkeit von Personen und im freien Kapitalverkehr wird zumindest nicht wörtlich gefordert.

Der letzte Satz stimmt wortwörtlich überein, obwohl die Verf. lediglich mit "Vgl." auf die Quelle verweist.


[257.] Db/Fragment 265 20

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 265, Zeilen: 20-26
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 47, Zeilen: 32-37
Auch die Kulturminister der Teilnehmerstaaten haben ein Abkommen mit dem Ziel der Verständnisförderung unterzeichnet. In diesem Kulturabkommen, das am 7. März 1993 unterzeichnet wurde, einigte man sich darauf, in der Erziehung, Wissenschaft und Forschung bei der Anerkennung akademischer Grade, der Förderung der Kooperation der nationalen Presseagenturen, Journalistenverbände und Rundfunkanstalten zusammenzuarbeiten. Einem Kooperationsrat wurde die Aufgabe zugeteilt, die Umsetzung des Abkommens zu überwachen. 1533

1533 Vgl. Werner Gumpel (Hrsg.): Deutschland und die Türkei – Gemeinsame Interessen in Europa, im Mittleren Osten und in Mittelasien, Südosteuropa- [sic] Gesellschaft 1996, Cigdem [sic] Akkaya: Die Schwarzmeerwirtschaftsregion (SMWR), Gegenwart, Zukunft und Möglichkeiten einer deutsch-türkischen Zusammenarbeit in der Region, S. 47

Neben den Parlamentspräsidenten unterzeichneten auch die Kultusminister der Teilnehmerstaaten ein Abkommen mit dem Ziel der Verständnisförderung. In diesem Kulturabkommen, das am 7. März 1993 unterzeichnet wurde, einigte man sich darauf, in der Erziehung, Wissenschaft und Forschung, bei der Anerkennung akademischer Grade, der Förderung der Kooperation der nationalen Presseagenturen, Journalistenverbände und Rundfünkanstalten [sic] zusammenzuarbeiten. Einem Kooperationsrat wurde die Aufgabe zugeteilt [sic] die Umsetzung des Abkommens zu überwachen.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[258.] Db/Fragment 265 27

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 265, Zeilen: 27-31
Quelle: Akkaya 1997
Seite(n): 310, Zeilen: 12-13, 15-20
Die Außenminister der elf Teilnehmerstaaten berieten in Antalya über den Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen. Der wichtigste Beschluss des Treffens in Antalya ist die Gründung eines ständigen Sekretariats in Istanbul. Die Türkei übernimmt für weitere sechs Monate den Vorsitz der SMWR. Darüber hinaus herrscht Einigkeit in bezug auf die Gründung einer Handels- und Entwicklungsbank. Die Außenminister der elf Teilnehmerstaaten beraten in Antalya über den Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen. [...] Der wichtigste Beschluß des Treffens in Antalya ist die Gründung eines ständigen Sekretariats in Istanbul. Die Türkei übernimmt für weitere sechs Monate den Vorsitz der SMWR. Darüber hinaus herrscht Einigkeit bezüglich der Gründung einer Handels- und Entwicklungsbank [und eines Dokumentations- und Informationszentrums in den Räumen des türkischen statistischen Amtes].
Anmerkungen

keine Quellenangabe


[259.] Db/Fragment 265 31

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 265, Zeilen: 31-33, 36-43
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 47, 48, Zeilen: 47: 38-39; 48:1-8
Am 1. April 1993 wurde in Athen die Gründung der „Schwarzmeer-Handels- und Entwicklungsbank“ geplant und am 9. Dezember, auf dem dritten Außenministertreffen in Sofia, beschlossen. [...] An diesem Grundkapital solle [sic] sich Griechenland, Russland und die Türkei mit jeweils 16,5 %, Bulgarien, Rumänien und die Ukraine mit 13,5 % und Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Moldawien mit jeweils 2 % der Anteile beteiligen. Sitz der Bank soll in Saloniki, ihr Präsident ein Türke und dessen Stellvertreter ein Bulgare sein. Zudem wurde die Einrichtung eines Dokumentations- und Informationszentrums [in den Räumen des türkischen statistischen Amtes] festgelegt. Dem Sekretariat in Istanbul wurde auf dieser Sitzung ein jährliches Budget von einer Million US-Dollar zugewiesen. Erster Sekretariats-Direktor ist der [russische Diplomat Evgenii Kutovoi. 1534]

1534 Vgl. Werner Gumpel (Hrsg.): Akkaya Cigdem, [sic] Die Schwarzmeerwirtschaftsregion (SMWR), Gegenwart, Zukunft und Möglichkeiten einer deutsch-türkischen Zusammenarbeit in der Region, S. 48

[Seite 47]

Am 11. April 1993 wurde in Athen die Gründung der „Schwarzmeer Handels- und Entwicklungsbank“ geplant am [sic] 9. Dezember auf dem dritten Außenministertreffen in Sofia beschlossen. [...]

[Seite 48]

[...] An diesem Grundkapital sollen sich Griechenland, Rußland und die Türkei mit jeweils 16,5% der Anteile, Bulgarien, Rumänien und die Ukraine mit 13,5 % der Anteile und Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Moldawien mit jeweils 2% beteiligen. Sitz der Bank soll Saloniki, ihr Präsident ein Türke und dessen Vize ein Bulgare sein. Zudem wurde die Einrichtung eines „Zentrums zum Austausch statistischer Daten und ökonomischer Informationen der SMWR-Länder“ festgelegt. Dem Sekretariat in Istanbul wurde auf dieser Sitzung ein jährliches Budget in Höhe von einer Million US-$ zugewiesen. Erster Sekretariats-Direktor ist der russische Diplomat Evgenii Kutovoi.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Da sich Teile des Satzes "Zudem wurde die Einrichtung eines Dokumentations- und Informationszentrums in den Räumen des türkischen statistischen Amtes festgelegt." auch in einem anderen Akkaya-Text – Akkaya (1997), S. 310, Z. 18-22 – finden lassen, ist es denkbar, dass dieser Satz aus zwei Quellen zusammengesetzt wurde.

An der mit [...] gekennzeichneten Stelle (Z. 33-36) befindet sich eine wörtliche Übernahme aus Riemer (1998), siehe Fragment 265 33.


[260.] Db/Fragment 265 33

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 265, Zeilen: 33-36
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 174, Zeilen: 10-12
Die Bank soll Projekte innerhalb der Kooperation unterstützen. Sie ist mit einem Grundkapital von 1,6 Mrd. US $ [sic] dotiert. Die Mittel werden von Mitgliedern nach ihrer Größe und ihrem wirtschaftlichen Potential aufgebracht. Schwarzmeer-Handels- und Entwicklungsbank: Die Bank soll Projekte innerhalb der Kooperation unterstützen. Sie ist mit einem Grundkapital von 1.6 Mrd. US $ [sic] dotiert. Die Mittel werden von Mitgliedern nach ihrer Grösse [sic] und ihrem wirtschaftlichen Potential aufgebracht.
Anmerkungen

Trotz wortwörtlicher Übernahme kein Hinweis auf die Quelle.


[261.] Db/Fragment 266 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 266, Zeilen: 4-8
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 48, Zeilen: 9-10, 13-16, 17-18
Bezüglich der SMWR wurden im Jahre 1994 verschiedene regionale Sitzungen, Messen, [sic] und Konferenzen veranstaltet. Das Abkommen über die Schwarzmeer-Handels- und Entwicklungsbank wurde zur Unterzeichnung bereitgestellt. Die Anteile der Länder am Budget des ständigen Sekretariats wurden in einer Verordnung festgelegt. Eine Tourismus- und Energiearbeitsgruppe wurde ins Leben gerufen. 1536

1536 Vgl. Werner Gumpel (Hrsg.), Akkaya Cigdem:, [sic] Die Schwarzmeerwirtschaftsregion (SMWR), Gegenwart, Zukunft und Möglichkeiten einer deutsch-türkischen Zusammenarbeit in der Region, S. 48

In den ersten fünf Monaten des Jahres 1994 wurden bezüglich der SMWR verschiedene regionale Sitzungen, Messen und Konferenzen veranstaltet. [...]

Das Abkommen über die Schwarzmeer-Handels- und Entwicklungsbank wurde der [sic] Unterzeichnung bereitgestellt. Die Anteile der Länder am Budget des ständigen Sekretariats in Istanbul wurden festgelegt. Die Pflichten und Aufgaben der Mitarbeiter des ständigen Sekretariats wurden in einer Verordnung festgelegt. [...] Eine Tourismus-Arbeitsgruppe sowie eine Energie-Arbeitsgruppe wurden ins Leben gerufen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.

Man beachte, dass ein Teil der Aussage, wonach die "Anteile der Länder am Budget des ständigen Sekretariats [...] in einer Verordnung festgelegt" worden seien, keine Entsprechung in der Quelle hat.


[262.] Db/Fragment 266 12

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 266, Zeilen: 12-14, 16-23
Quelle: Riemer 1997
Seite(n): 583, 584, Zeilen: 583:41-42; 584:1-3, 5-9, 26-29
Trotz der Tatsache, dass sich das Gros der Mitgliederstaaten mitten in einer Transformation befindet und die innerpolitische [sic] Stabilität daher auch nicht mit jener der westlichen zu vergleichen ist, sind die Fortschritte beachtlich.

[...] In der Schwarzmeer-Region sind fast alle Konflikttypen zu finden. Besonders konfliktreich ist das Territorium der ehemaligen Sowjetunion. Unklare Grenzziehungen, Unterdrückungen von ethnischen Minderheiten, interethnische Konflikte etc. lassen die Großregion Zentralasien zu einem kritischen, geopolitisch relevanten Gebiet werden. Diese enge wirtschaftliche Zusammenarbeit könnte einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen und somit zum Frieden in der Region beitragen können [sic].

[Seite 583]

In der Schwarzmeer-Region sind fast alle Konflikttypen zu finden.40 Besonders konfliktreich ist dabei das Territorium der ehemaligen


[40 Vgl. Zentrum für Türkeistudien (Hrsg.).: Schwarzmeerwirtschaftsregion - Eine Auswertung und Zusammenfassung von Daten und Fakten, 2. überarb. Auflage, Essen 1994, S. 42 - 43.]

[Seite 584]

Sowjetunion. Unklare Grenzziehungen, Unterdrückungen von ethnischen Minderheiten, interethnische Konflikte etc. lassen die Grossregion [sic] Zentralasien zu einem kritischen, geopolitisch relevanten Gebiet werden. [...] Andererseits ist es nicht auszuschliessen [sic], dass eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung freundschaflticher [sic] Beziehungen und somit zum Frieden in der Region beitragen kann [- wie dies ja auch im Gründungsdokument intendiert ist].

[...]

In Anbetracht der Tatsache, dass ein Gros der Mitglieder mitten in einer Transformation befinden [sic] und die innenpolitische Stabilität daher auch nicht mit jener der westlichen Staaten vergleichbar ist, sind die Fortschritte beachtlich.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der hier ausgelassene Satz stammt ebenfalls nicht von der Verf., sondern aus der Quelle Akkaya 1996.

Der letzte aus der Quelle zitierte Satz findet sich in grammatikalisch korrekter Form auch auf S. 174 der Quelle Riemer 1998.


[263.] Db/Fragment 266 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 266, Zeilen: 15-16
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 54, Zeilen: 1-2
Das Hauptproblem für eine erfolgreiche ökonomisch-politische Zusammenarbeit ist gegenwärtig der Aspekt der Sicherheitspolitik und der Konfliktlösung. Haupthindernis für eine erfolgreiche ökonomisch-politische Zusammenarbeit ist gegenwärtig der Aspekt der Sicherheitspolitik und der Konfliktlösung.
Anmerkungen

Ein kurzes Fragment mit gleichwohl nichttrivialem Inhalt – ohne Quellenangabe.


[264.] Db/Fragment 266 26

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 266, Zeilen: 26-32
Quelle: Sürel 1994
Seite(n): 241, Zeilen: 24-31
Ein weiterer wichtiger Aspekt liegt in der Integration der Teilnehmer in die Weltwirtschaft. Höhere Realisierungschancen können [sic] es bei erfolgreicher Transformation der ehemals planwirtschaftlich geordneten Mitgliederstaaten geben. Hierbei sind jedoch die spezifischen Probleme der Mitgliedsländer und insbesondere Transformationsökonomien zu berücksichtigen. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der Fortschritts- und Entwicklungschancen der Teilnehmerstaaten. Die Wohlfahrt in den Teilnehmerländern soll gefördert werden. 1539

1539 Vgl. Sürel Arda: ZfTS, S. 241

Sowohl die Förderung der Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten als auch die Förderung der Integration in den Weltmarkt haben höhere Realisierungschancen bei erfolgreicher Transformation der ehemals planwirtschaftlich geordneten Mitgliedsstaaten25. Hierbei sind jedoch die spezifischen Probleme der Mitgliedsländer und insbesondere der Transformationsökonomien zu berücksichtigen26. Ein weiteres ökonomisches Ziel der SWR ist die Verbesserung der Fortschritts- und Entwicklungschancen der Teilnehmerstaaten. Die Wohlfahrt in den Teilnehmerländern soll gefördert werden.

25 Vgl. Punkt 3 der Istanbuler Deklaration, ebenda.

26 Vgl. Punkte 3 und 10 der Istanbuler Deklaration, ebenda.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden nicht kenntlich gemacht.


[265.] Db/Fragment 267 27

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 267, Zeilen: 27-28
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 50, Zeilen: 5-6
Die türkische Vorstellung geht dahin, dass ein in der Region führendes Land es leichter hätte, in die EU aufgenommen zu werden. Die türkische Vorstellung geht dahin, daß ein in der Region führendes Land es leichter hätte, in die EU aufgenommen zu werden.
Anmerkungen

keine Quellenangabe


[266.] Db/Fragment 268 04

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 268, Zeilen: 4-27
Quelle: Akkaya 1996
Seite(n): 50, 52, Zeilen: 50:6-30; 52:1-2
Die Türkei versucht, ihr ökonomisches Potential innerhalb der SMWR auszuweiten. Seit 1992 vergibt die Eximbank an die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion kurz- und mittelfristige handels- und projektgebundene Kredite. Bis heute sind Kredite in einer Gesamthöhe von 985 Mio. US $ [sic] gewährt worden. Davon gingen 250 000 US$ [sic] an Aserbaidschan und 50 000 US$ [sic] an Georgien. Bezogen auf die direkten Investitionen der Türkei stellt man fest, dass Rumänien zu den beliebtesten Standorten der Türkei gehört. Seitdem in Rumänien ausländisches Kapital zugelassen wird (ab März 1990), wurden dort bisher insgesamt 33 000 Unternehmen mit ausländischem Kapital gegründet, von denen 2783 türkische Unternehmen sind. Während die Türkei mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 32 857 000 US $ [sic] an neunter Stelle der Länder steht, die in Rumänien investiert haben, platziert sie sich nach der Anzahl der gegründeten Unternehmen nach Italien und Deutschland an dritter Stelle.1551

Von großer Bedeutung sind auch die Aktivitäten der türkischen Bauunternehmen in Russland, Aserbaidschan, Georgien und in der Ukraine. Das Gesamtvolumen der Aufträge, die an die türkischen Baufirmen vergeben wurden, erreichte über 3.444,1 Mrd. US $. [sic] Die türkischen Banken gründeten ca. 30 Filialen in verschiedenen GUS-Staaten. In der SMWR in Russland (Russian-Turkish Bank) und Aserbaidschan (Azerbaijan Turkish Bank) [sic] eröffnete die staatliche türkische Ziraat Bank [sic] jeweils eine Niederlassung. Die halbstaatliche türkische Yapi kredi [sic] eröffnete ebenfalls in Russland eine Bank mit einem Anteil von 35% und die private türkische Bayindir [sic] Holding in Rumänien die Banco Turco-Romano. Das Anfangskapital dieser Bank liegt bei 4 Mio. US-$ und die türkische Seite verfügt über 80 % der Anteile.1552

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit bietet sich innerhalb SMWR [sic] in den Bereichen Erdöl und Erdgas, Energie, im Straßenbau und Transportwesen an.


1551 Vgl. Akkaya Cigdem: [sic] Die Schwarzmeerwirtschaftsregion (SMWR) [sic] Gegenwart, Zukunft und die Möglichkeit einer deutsch-türkischen Zusammenarbeit in der Region, S. 50, in: Gumpel Werner (Hrsg.) [sic] Deutschland und die Türkei – Gemeinsame Interessen in Europa, in Mittleren Osten und in Mittelasien, Südosteuropa-Gesellschaft 1996

1552 Vgl. Werner Gumpel (Hrsg.), Akkaya Cigdem, [sic] Die Schwarzmeerwirtschaftsregion (SMWR), Gegenwart, Zukunft und Möglichkeiten einer deutsch-türkischen Zusammenarbeit in der Region, S. 50

[Seite 50]

[...] Auch wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, macht es dennoch Sinn, durch Zusammenarbeit zwischen mehreren Staaten ökonomisches Potential auszuweiten.

In dieser Hinsicht kann man ein zunehmendes wirtschaftliches Engagement der Türkei in den betreffenden Staaten und in der SMWR feststellen. Seit 1992 vergibt die Eximbank an die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion kurz- und mittelfristige handels- und projektgebundene Kredite. In diesem Sinne wurden bis heute Kredite in einer Gesamthöhe von 985 Mio. US$ [sic] gewährt. Davon gingen insgesamt 300.000 US-$ an die beiden SMWR Mitgliedsstaaten [sic] Aserbaidschan (250.000 US$) [sic] und Georgien (50.000 US$). [sic] Bezogen auf die direkten Investitionen der Türkei stellt man fest, daß Rumänien zu den beliebtesten Standorten gehört. Seitdem in Rumänien ausländisches Kapital zugelassen wird (ab März 1990), wurden dort bisher insgesamt 33.000 Unternehmen mit ausländischem Kapital gegründet, von denen 2.783 türkische Unternehmen sind. Während die Türkei mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 32.857.000 US-$ an neunter Stelle der Länder kommt, die in Rumänien investiert haben, plaziert sie sich nach der Anzahl der gegründeten Unternehmen nach Italien und Deutschland an dritter Stelle.

Zudem sind die Aktivitäten türkischer Bauunternehmen in Rußland, Aserbaidschan, Georgien und in der Ukraine besonders hervorzuheben. Das Gesamtvolumen der Aufträge, die an die türkischen Baufirmen vergeben wurden, erreichte eine Höhe von über 3.444.1 Mrd. US-$. Mehrere türkische Banken gründeten ca. 30 Fillialen in verschiedenen GUS-Staaten. In den SMWR-Mitgliedsländern Rußland (Russian-Turkish Bank) und Aserbaidschan (AzerbaijanTurkish Bank) [sic] eröffnete die staatliche türkische Ziraat Bank [sic] jeweils eine Niederlassung. Die halbstaatliche türkische Yapi Kredi Bank [sic] eröffnete ebenfalls in Rußland mit einem Anteil von 35% (1.750.000 US$) [sic] die Yapi Toko Bank. [sic] Darüber hinaus gründete die private türkische Bayindir [sic] Holding in Rumänien die Banco Turco-Romano. Das Anfangskapital dieser Bank liegt bei 4 Mio. US-$ und die türkische Seite verfügt über 80% der Anteile.

[Seite 52]

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit bietet sich innerhalb der SMWR in der Hauptsache in den Bereichen Erdöl und Erdgas, Energie und Metallurgie, im Straßenbau und im Transportwesen an.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden durch die beiden "Vgl."-Fußnoten nicht kenntlich gemacht. Nach der zweiten übernimmt die Verf. noch weiter.


[267.] Db/Fragment 269 08

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 269, Zeilen: 8-14, 21- 36
Quelle: Akkaya et al. 1998
Seite(n): 90, Zeilen: 1-25
7.2. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Economic Cooperation Organisation, ECO)

Die Economic Cooperation Organization (ECO) wurde 1985 von der Türkei, Iran und Pakistan gegründet. Am 28. November 1992 traten Afghanistan, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan diesem Kooperationsverbund bei. Dadurch erweiterte sich die ECO auf einen geographische Größe von 7 Millionen km2 und mit 320 Millionen Menschen.1556 [...]

Die ECO soll die wirtschaftliche, technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit der Mitgliederstaaten erweitern. Ihren rechtlichen Rahmen erhielt sie mit einem am 14. September 1996 auf der außerordentlichen Sitzung des Rates der Minister der Mitgliederstaaten in Izmir unterzeichneten Abkommen, das am 1.1.1997 in Kraft trat. Zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sollen zwischen den Mitgliederstaaten die Transportmöglichkeiten verbessert bzw. erweitert, der Transithandel erleichtert und die Visabestimmungen vereinfacht werden. Geplant ist der Aufbau eines Pipeline-Netzes, der Zusammenschluss der Elektrizitätsnetze sowie die Harmonisierung der Versicherungssysteme.1558

Beim IV. Gipfeltreffen der ECO in Aschchabat in Turkmenistan im Mai 1996 wurden als kurzfristige Ziele die Einrichtung einer ECO-Schiff-Fahrtslinie, einer ECO-Handels- und Entwicklungsbank in Istanbul, einer ECO-Luftfahrtgesellschaft, einer ECO-Versicherungsgesellschaft in Pakistan, einer ECO-Stiftung zur Unterstützung der Wissenschaft und Kultur sowie die Ausarbeitung von Aktionsplänen zum Kampf gegen Drogen festgehalten. Diese Ziele wurden zu einem Teil bereits durch konkrete Schritte in die Tat umgesetzt.1559


1556 Vgl. Sönmezoglu Faruk (Edt.): Türk Dis Politikasinin Analyse, Istanbul 1998, S. 156

1558 Vgl. Sen Faruk/ Akkaya Cigdem/Özbek Yasemin: Länderbericht Türkei, Darmstadt 1998, S. 90

1558 Vgl.ebenda, S. 90

Die Economic Cooperation Organization

Die Economic Cooperation Organization (ECO) wurde 1985 von der Türkei, Iran und Pakistan gegründet. Am 28. November 1992 traten Afghanistan, Tadschikistan und die fünf Turkrepubliken diesem Kooperationsverbund bei. Dadurch erweiterte sich die ECO auf einen geographischen Raum mit 320 Mio. Menschen. Die ECO, deren Strukturen nur unwesentlich von denen der Schwarzmeerwirtschaftskooperation abweichen, soll die wirtschaftliche, technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten erweitern. Ihren rechtlichen Rahmen erhielt sie mit einem am 14. September 1996 auf der außerordentlichen Sitzung des Rates der Minister der Mitgliedsstaaten in Izmir Unterzeichneten Abkommen, das am 1.1.1997 in Kraft trat. Zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sollen zwischen den Mitgliedsstaaten die Transportmöglichkeiten verbessert bzw. erweitert, der Transithandel erleichtert und die Visabestimmungen vereinfacht werden. Geplant sind der Aufbau eines Pipeline-Netzes, der Zusammenschluß der Elektrizitätsnetze sowie die Harmonisierung der Versicherungssysteme.

Beim IV. Gipfeltreffen der ECO in Aschkabat in Turkmenistan im Mai 1996 wurden als kurzfristige Ziele die Errichtung einer ECO-Schiffahrtslinie, einer ECO-Handels- und Entwicklungsbank in Istanbul, einer ECO-Luftfahrtgesellschaft, einer ECO-Versicherungsgesellschaft in Pakistan, einer ECO-Stiftung zur Unterstützung der Wissenschaft und Kultur sowie die Ausarbeitung von Aktionsplänen zum Kampf gegen Drogen festgehalten. Diese Ziele wurden zu einem Teil bereits durch konkrete Schritte in die Tat umgesetzt.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.


[268.] Db/Fragment 270 07

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 270, Zeilen: 7-40
Quelle: Kramer 1992
Seite(n): 139, 140, Zeilen: 139:19-20, 22-29; 140:1-2, 5-9, 11-23, 27-35
Es stellt sich die Frage, ob man von der Türkei als einer Regionalmacht oder „aufstrebender Regionalmacht“ sprechen kann. Macht in dem Sinne, Entwicklungen jenseits der eigenen Grenzen nach den eigenen Interessen und Vorstellungen gestalten oder wesentlich beeinflussen zu können, kann ein Staat mit militärischen oder nicht militärischen Mitteln ausüben. Die Macht kann als Militärmacht oder als „Zivilmacht“ wirken.1562

Der Weg der Militärmacht scheidet für die Türkei weitgehend aus. Um sich gegen Angriffe seiner Nachbarn erfolgreich verteidigen zu können, ist die Türkei zwar gut ausgerüstet [sic] besitzt aber kaum jene militärischen Mittel, die für eine Machtausübung jenseits der eigenen Grenzen geeignet sind. 1563

Wie steht es mit einer regionalen „Zivilmacht“ Türkei? Die Türkei ist ohne Zweifel auf dem Weg, die stärkste Wirtschaftskraft der Region zu werden. Die türkische Wirtschaft ist sehr diversifiziert. Sie hat jährliches Wachstum [sic] und der moderne Sektor ist auch auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähig. Die Türkei braucht aber ihre wirtschaftliche Stärke in erster Linie für die Entwicklung des eigenen Landes. Es gibt immer noch interne Wirtschaftsprobleme, die gelöst werden müssen, um die positive Entwicklung fortzusetzen. Sie braucht selber ausländische Kapitalzuflüsse und ausländische Kooperationen.

Ihre Fähigkeiten [sic] andere Staaten und Völker wirtschaftlich zu unterstützen, sind also begrenzt. Sie reichen nicht aus, den immensen Kapitalbedarf der zentralasiatischen GUS-Republiken zu decken. Die Türkei kann und wird einen Beitrag zu deren Entwicklung leisten, die Hauptlast bleibt aber in dieser Hinsicht bei den hoch entwickelten Industrieländern Westeuropas, Nordamerikas und Asiens sowie bei den internationalen Finanzinstitutionen.

Die Türkei hat nicht die wirtschaftlichen Einflussmöglichkeiten auf die Staaten in ihrem Umfeld, um aus eigener Kraft eine strategische Rolle spielen zu können. 1564

Wenn wir von einer „Regionalmacht Türkei“ sprechen, muss man etwas präzisieren. Die Türkei ist aus der Sicht seiner [sic] Nachbarn auf dem Balkan, im Kaukasus und Transkaukasus, im Mittleren Osten und selbst noch für die neuen Staaten in Zentralasien eine „Macht“. Das heißt, sie haben entweder konkrete Erwartungen hinsichtlich einer türkischen Unterstützung oder aber hegen Befürchtungen hinsichtlich außenpolitischer Absichten Ankaras, die sie bei ihrem eigenen Verhalten in Rechnung stellen. Sie fühlen sich aber keineswegs von der Türkei abhängig oder dem türkischen Vorgehen schutzlos [sic]. Die Türkei übt in der Region also Einfluss aus, kann aber [Entwicklungen in ihren Nachbarländern nicht einseitig bestimmen.]


1562 Vgl. Kramer Heinz: Die Türkei zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten, in: Südosteuropa Mitteilungen Nr. 2, 1992, S. 139

1563 Vgl.ebenda, [sic] S. 139

1564 Vgl.ebenda, [sic] S. 139

Berechtigt uns das aber dazu, von der Türkei als Regionalmacht oder „aufstreben­der Regionalmacht“ zu sprechen? [...]

Macht in dem Sinne, Entwicklungen jenseits der eigenen Grenzen nach den eigenen Interessen und Vorstellungen gestalten oder wesentlich beeinflussen zu können, kann ein Staat mit militärischen oder nichtmilitärischen Mitteln ausüben. Er kann als Militärmacht oder als „Zivilmacht“ wirken.

Ersteres, der Weg der Militärmacht, scheidet für die Türkei weitgehend aus. Das Land ist zwar relativ gut gerüstet, um sich gegen Angriffe seiner Nachbarn erfolgreich verteidigen zu können, es besitzt aber kaum jene militärischen Mittel, die für eine Machtausübung jenseits der eigenen Grenzen geeignet sind.

[Seite 140]

Wie steht es mit einer regionalen „Zivilmacht“20 Türkei? Das Land ist ohne Zweifel auf dem Weg, die stärkste Wirtschaftskraft der Region zu werden. [...] Die türkische Wirtschaft ist im Ver­gleich zu den Nachbarländern sehr weit diversifiziert. Der moderne Sektor der Industrie, der auch auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähig ist, weitet sich ständig aus.

Das alles darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Türkei ihre wirtschaftliche Stärke in erster Linie für die Entwicklung des eigenen Landes braucht. [...] Außerdem hat sie eine Reihe erheblicher interner Wirtschaftsprobleme, die gelöst werden müssen, wenn die positive Entwicklung fortgesetzt werden soll. Sie ist deswegen auch weiter auf ausländische Kooperation und Kapitalzuflüsse angewiesen.

Ihre Fähigkeiten, aus den eigenen Ressourcen andere Staaten und Völker wirtschaftlich zu unterstützen, sind also begrenzt. Sie reichen nicht aus, um den immensen Kapitalbedarf der zentralasiatischen GUS-Republiken [oder auch nur den Unterstützungsbedarf der neuen Balkanstaaten] zu decken. Die Türkei kann und wird einen Beitrag zu deren Ent­wicklung leisten, die Hauptlast bleibt in dieser Hinsicht aber bei den hochentwickelten Industrieländern Westeuropas, Nordamerikas und Asiens sowie bei den internationalen Finanzinstitutionen.

Damit ist die Türkei nicht ohne wirtschaftliche Einflußmöglichkeiten auf die Staaten in ihrem Umfeld; sie verfügt aber nicht über die notwendigen Ressourcen, um aus eigener Kraft eine strategische Rolle spielen zu können. [...]

Wenn wir von einer „Regionalmacht“ Türkei sprechen, müssen wir das also etwas präzi­sieren. Aus der Sicht seiner Nachbarn auf dem Balkan, im Kaukasus und Transkaukasus, im Mittleren Osten und selbst noch für die neuen Staaten in Zentralasien ist das Land eine „Macht“. Das bedeutet, sie haben entweder konkrete Erwartungen hinsichtlich einer türki­schen Unterstützung oder aber hegen Befürchtungen hinsichtlich außenpolitischer Absich­ten Ankaras, die sie bei ihrem eigenen Verhalten in Rechnung stellen. Sie fühlen sich aber keineswegs von der Türkei abhängig oder dem türkischen Vorgehen gegenüber schutzlos. Die Türkei übt in der Region also Einfluß aus, kann aber Entwicklungen in ihren Nachbar­ländern nicht einseitig bestimmen.


[20 Der Begriff wurde ursprünglich von Francois [sic] Duchène geprägt; vgl. ders. (Hrsg.), Zivilmacht Europa, Frankfurt, 1976. Zu einer neueren Deutung des Begriffs, die eher an Rosecrance's [sic] Konzept des „Handelsstaates“ anschließt [sic] siehe Hanns W. Maull, Zivilmacht Bundesrepublik Deutschland, in: Europa Archiv, [sic] Vol. 47 (1992), No. 10, S. 269–278.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme werden durch die "Vgl."-Fußnoten nicht kenntlich gemacht – selbst wenn man von der Ungenauigkeit der Seitenangabe in der letzten absieht; die Verf. übernimmt fast die gesamte Seite mehr oder weniger wörtlich aus der Quelle, ohne dass sich dies dem Leser erschließt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite


[269.] Db/Fragment 271 01

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 271, Zeilen: 1-6
Quelle: Kramer 1992
Seite(n): 140, Zeilen: 34-39
[Die Türkei übt in der Region also Einfluss aus, kann aber] Entwicklungen in ihren Nachbarländern nicht einseitig bestimmen. Die türkische Macht ist und bleibt eingebunden in einem [sic] Geflecht wechselseitiger politischer Interessen, Einflüsse und Abhängigkeiten in der Region. Außerdem ist ihre Macht dadurch beschränkt, dass das Land selbst in internationale wirtschaftliche und militärische Verbundsysteme eingegliedert ist (NATO, KSZE, Europarat, OECD usw.) [sic] in denen es eher zu den Abhängigen als zu den Mächtigen gehört. 1565

1565 Vgl. ebenda, S. 139

Die Türkei übt in der Region also Einfluß aus, kann aber Entwicklungen in ihren Nachbar­ländern nicht einseitig bestimmen. Ihre Macht ist und bleibt eingebunden in ein Geflecht wechselseitiger politischer Interessen, Einflüsse und Abhängigkeiten in der Region. Außerdem wird die Macht der Türkei dadurch beschränkt, daß das Land selbst in internatio­nale wirtschaftliche und militärische Verbundsysteme eingegliedert ist (NATO, KSZE, OECD, Europarat usw.), in denen es eher zu den Abhängigen als zu den Mächtigen gehört.
Anmerkungen

Fortsetzung von der Vorseite

Art und Umfang der Übernahme werden durch die "Vgl."-Fußnote nicht kenntlich gemacht – selbst wenn man von der Ungenauigkeit der Seitenangabe absieht.


[270.] Db/Fragment 272 07

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 272, Zeilen: 7-12
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 67, Zeilen: 15-22
Die Politik der außenpolitischen Neutralität, die nach der Gründung der türkischen Republik eine wichtige Konstante in den Außenbeziehungen des Landes war, konnte nicht lange aufrechterhalten werden. Grund waren die sowjetischen Gebietsansprüche im Nordosten des Landes sowie die Forderung zur Bereitstellung von Militärbasen an den Meerengen. Dann trat die Türkei der NATO bei, die ihr Souveränität und staatliche Integrität garantierte. Die Politik der außenpolitischen Neutralität, die nach der Gründung der türkischen Republik eine wichtige Konstante in den Außenbeziehungen des Landes war, konnte nicht lange aufrechterhalten werden. Grund waren die sowjetischen Gebietsansprüche im Nordosten des Landes sowie die Forderung zur Bereitstellung von Militärbasen an den Meerengen. Durch den NATO-Beitritt erhielten die Sicherheitsbedenken Ankaras für die (westliche) internationale Staatengemeinschaft eine zentrale Bedeutung: die Türkei galt als der südöstliche Pfeiler des Westens. Die NATO garantierte im Gegenzug die Souveränität und staatliche Integrität der Türkei.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

In der Zusammenfassung hier wird einfach die Textpassage aus Fragment 119 32 identisch wiedergegeben.


[271.] Db/Fragment 272 13

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 272, Zeilen: 13-29, 33-37
Quelle: Gürbey 1997
Seite(n): 126, Zeilen: 4-8, 15-31, 101-102
Die Außenpolitik der Türkei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Eintritt der Türkei in die NATO sowie durch die politische, militärische und ökonomische Ausrichtung auf Europa und die USA bestimmt. Die atlantische Orientierung führte zu einem eindimensionalen außenpolitischen Verhalten unter Vernachlässigung der regionalen Komponente in der außenpolitischen Interessenwahrnehmung des Landes. Bis in die Mitte der 60er Jahre wurden die Beziehungen der Türkei zu dieser Region in erster Linie durch die US-Nahostpolitik und deren Interessen, welche sich die Türkei zu eigen gemacht hatte, bestimmt. Dies zeigte sich auch an der Reaktion des Landes auf Krisen in der Region, wie z. B. in der Rückhaltsgewährung der US-Politik in der Suez-Krise 1956. Eine starke Isolation der Türkei in der Region war die Folge dieser Politik. Erst in der ersten Hälfte der 60er Jahre setzte unter veränderten internationalen und regionalen Bedingungen (Entspannung im Ost-West Verhältnis, Zypernkrise) und nach einem innenpolitischen Wandlungsprozess (Entstehung eines ideologisch-politischen Pluralismus, Auswirkungen der liberalen Verfassung von 1961) eine Entwicklung zur Multidimensionalität in der Außenpolitik ein. Dies bedeutete eine stärkere regionale Interessenwahrnehmung unter strikter Beibehaltung der Westbindung und Bündnisverpflichtungen. [...]

Die wichtigsten Schritte auf dem Gebiet einer multidimensionalen Außenpolitik waren unter Beibehaltung der Westbindung die Aufnahme gutnachbarschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion und die Entwicklung einer aktiven türkischen Nah- und Mittelostpolitik, was eine Erweiterung der außenwirtschaftlichen Möglichkeiten bedeutete.

Die Außen- und Sicherheitspolitik der Türkei nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Eintritt der Türkei in die NATO sowie durch die politische und ökonomische Ausrichtung auf Europa und die USA bestimmt. Die atlantische Orientierung führte zu einem eindimensionalen außenpolitischen Verhalten unter Vernachlässigung der regionalen Komponente in der außenpolitischen Interessenwahrnehmung des Landes. [...] Bis in die Mitte der 60er Jahre wurde die eindimensionale türkische Außenpolitik durch das Primat der USA-Türkei-Beziehungen und Bündnisinteressen bestimmt. Bündnisinteressen- und verpflichtungen wurden mit den nationalen Interessen des Landes gleichgesetzt.3 Eine starke Isolation der Türkei in der Region war u.a. die Folge dieser Politik.

Erst in der ersten Hälfte der 60er Jahre setzte unter veränderten internationalen und regionalen Bedingungen (Entspannung im Ost-West-Verhältnis, Zypernkrise [...]) und nach einem innenpolitischen Wandlungsprozeß (Entstehung eines ideologisch-politischen Pluralismus [...], Auswirkungen der liberalen Verfassung von 1961) eine allmähliche Entwicklung zur Multidimensionalität in der Außenpolitik ein. Dies bedeutete eine stärkere regionale Interessenwahrnehmung unter strikter Beibehaltung der Westbindung und Bündnisverpflichtungen. Die wichtigsten Schritte auf dem Gebiet einer multidimensionalen Außenpolitik waren unter Beibehaltung der Westbindung die Aufnahme gutnachbarschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion und die Entwicklung einer aktiven Nah- und Mittelostpolitik, was eine Erweiterung der außenwirtschaftlichen Möglichkeiten bedeutete.


3 Dies zeigte sich auch an der Reaktion der Türkei auf Krisen in der Region, wie z.B. in der Rückhaltsgewährung der US-Politik in der Suez-Krise 1956 [...].

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Der bereits im Kapitel 3.9 (Kurzes Resümee: [...], S. 119 f.) übernommene Inhalt – siehe Fragment 120 01 – findet auch im zusammenfassenden Kapitel 8 vollumfänglich wieder.


[272.] Db/Fragment 272 29

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 272, Zeilen: 29-32, 37-44
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 210, 211, 212, Zeilen: 210:13-16, 211:17-20, 22-23, 212:8
Die Zypern-Krise von 1963/64 führte zur Verschlechterung der türkisch-amerikanischen Beziehung. Die Türkei zeigte die Enttäuschung gegenüber der arabischen Welt auf [sic], da die Mehrheit der arabischen Staaten sich im Zypernkonflikt hinter Griechenland stellte.

[...]

Folgende Prinzipien bestimmten primär die Nah- und Mittelostpolitik der Türkei:

- Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Konflikte, d.h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind.

- Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen

- Die Bevorzugung bilateraler Beziehungen vor multilateralen Beziehungen.

[Seite 210]

Die erste Zypernkrise von 1963/64, die u.a. zu einer Verschlechterung der türkisch-amerikanischen Beziehungen führte, zeigte erneut die Enttäuschung der arabischen Welt gegenüber der Türkei auf. Die Mehrheit der arabischen Staaten stellte sich im Zypernkonflikt hinter Griechenland und Makarios.

[Seite 211]

Folgende Prinzipien bestimmten primär die Nah- und Mittelostpolitik der Türkei:

– Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten dieser Region sowie in die zwischenstaatlichen Beziehungen, d. h. politische Neutralität und Äquidistanz gegenüber Staaten, die miteinander in Konflikt geraten sind[, ausgenommen der israelisch-arabische Konflikt];

– Der Verzicht der Türkei, eine Führungsrolle und einen Ordnungsmachtstatus in der Region zu erlangen;

[Seite 212]

[Die türkische Außenpolitik war gekennzeichnet
– durch ...]
– die Bevorzugung bilateraler Beziehungen vor multilateralen Beziehungen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Teile des Fragmentinhalts finden sich bereits im zwischenbilanzierenden Unterkapitel 3.9 (Kurzes Resümee: [...]), vgl. Fragment 120 15.


[273.] Db/Fragment 273 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 273, Zeilen: 1-11
Quelle: Gürbey 1991
Seite(n): 211, 212, 213, 214, Zeilen: 211:42-44, 212:1, 14-16, 27-29, 213:27-32, 214:27-29
Die türkische Nah- und Mittelostpolitik stand nicht grundsätzlich im Widerspruch zur atlantischen Ausrichtung, aber das türkisch-amerikanischen [sic] Sonderverhältnis geriet damit in einigen Punkten in Spannung. Die Türkei versuchte, ihre Verpflichtungen innerhalb der westlichen Allianz mit ihren Interessen gegenüber der arabisch-islamischen Welt in Einklang zu bringen.

Das Prinzip der grundlegenden politischen Neutralität gegenüber zwischenstaatlichen Konflikten dieser Region fand Anwendung. So verfolgte die Türkei im irakisch-iranischen Krieg eine Neutralitätspolitik. Sie zeigte besondere Vorsicht gegenüber den Konfliktparteien, da wirtschaftliche Verbindungen zu beiden bestanden. Als wichtiger Handels- und Transitpartner sowohl für den Irak als auch für den Iran profitierte die Türkei zugleich von der Kriegswirtschaft.

[Seite 211]

Dagegen versuchte die Türkei ihre Mitgliedschaft in der NATO und ihr Schutzbedürfnis gegenüber der Sowjetunion in Einklang zu bringen mit ihren Interessen gegenüber der arabisch-

[Seite 212]

islamischen Welt. [...]

[...]

Die türkische Nah- und Mittelostpolitik stand nicht grundsätzlich im Widerspruch zur atlantischen Ausrichtung, geriet aber in einigen Punkten in eine Spannung zu dem türkisch-amerikanischen Sonderverhältnis.

[...]

Das Prinzip der grundlegenden politischen Neutralität der türkischen Nah- und Mittelostpolitik gegenüber zwischenstaatlichen Konflikten dieser Region fand eine konsequente Anwendung.

[Seite 213]

Im irakisch-iranischen Krieg verfolgte die Türkei konsequent eine Neutralitätspolitik. Sie zeigte besondere Vorsicht gegenüber den Konfliktparteien, da wirtschaftliche Verbindungen zu beiden bestanden, aber auch weil der Konflikt indirekte Rückwirkungen auf die innere Sicherheit (Kurdenproblem) hatte. Als wichtiger Handels- und Transitpartner sowohl für den Irak als auch für den Iran profitierte die Türkei zugleich von der Kriegswirtschaft.

[Seite 214]

Sie versuchte, ihre Verpflichtungen innerhalb der westlichen Sphäre in Einklang zu bringen mit ihren Interessen gegenüber der arabisch-islamischen Welt.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Teile des Fragmentinhalts finden sich bereits im zwischenbilanzierenden Unterkapitel 3.9 (Kurzes Resümee: [...], S. 119-120), vgl. den unteren Teil von Fragment 120 15.


[274.] Db/Fragment 273 13

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 273, Zeilen: 13-15
Quelle: Akkaya und Aver 2004
Seite(n): 70, Zeilen: 3-5
Während der Golfkrise 1990/91 rückte die Türkei von der traditionellen Politik der gutnachbarlichen Beziehungen mit dem Irak ab, unterstützte bedingungslos die Interventionspolitik der USA und aktiv die UN-Sanktionen durch konkrete Schritte. Während der Golfkrise 1990/91 rückte die Türkei von der traditionellen Politik der gutnachbarschaftlichen Beziehungen mit dem Irak ab und unterstützte bedingungslos die Interventionspolitik der USA und das folgende Embargo.
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Der letzte Teil des Satzes ist aus einer anderen Quelle (vgl. Fragment 273 15).


[275.] Db/Fragment 273 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 273, Zeilen: 15-22
Quelle: Gürbey 2003
Seite(n): 29, Zeilen: 4-12
Während der Golfkrise 1990/91 rückte die Türkei von der traditionellen Politik der gutnachbarlichen Beziehungen mit dem Irak ab, unterstützte bedingungslos die Interventionspolitik der USA und aktiv die UN-Sanktionen durch konkrete Schritte. Diese waren: die rasche Schließung der Ölpipeline Yumurtalik-Kirkuk, die sofortige Umsetzung der UN-Sanktionen gegen den Irak, die Gewährung der Nutzungsmöglichkeit des Stützpunktes Incirlik durch die USA, die Aufnahme eines Dialoges mit den irakisch-kurdischen Führern, die Operationen „Provide Comfort 1 and 2“ sowie die Stationierung einer alliierten Eingreiftruppe auf ihrem Territorium zur Verhinderung der Flucht von Kurden und zum Schutze der Kurden vor irakischen Angriffen. Im Golfkrieg 1991 hatte die Türkei durch ein enges Zusammengehen mit dem Bündnispartner USA die Anti-Irak-Koalition und die UN-Sanktionen durch konkrete Schritte aktiv unterstützt. Diese waren: die rasche Schließung der Ölpipeline Yumurtalık-Kirkuk, die sofortige Umsetzung der UN-Sanktionen gegen den Irak, die Gewährung der Nutzungsmöglichkeit des Stützpunktes Incirlik durch die USA, die Aufnahme eines Dialoges mit den irakisch-kurdischen Führern, die Operation „Provide Comfort 1 und 2“ sowie die Stationierung einer Alliierten Eingreiftruppe auf ihrem Territorium zur Verhinderung der Flucht von Kurden und zum Schutze der Kurden vor irakischen Angriffen.1

1 Siehe zur türkischen Golf-Politik 1991: Gülistan Gürbey: Die Türkei und der Nahe Osten. Die politische Interessenkonstellation der Türkei im Golfkrieg. In: Südosteuropa Mitteilungen, Heft 3/1991, S. 209-224; Heinz Kramer: Die Türkei und der Golf-Krieg. Ebenhausen, Februar 1991.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[276.] Db/Fragment 273 28

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 273, Zeilen: 28-38, 101-102
Quelle: Gürbey 2003
Seite(n): 29, Zeilen: 13-14, 18-27, 104-105
Die Formulierung und Implementierung der Golfpolitik stand damals unter dem dominanten Einfluss des Staatspräsidenten Turgut Özal. Er erhoffte sich dadurch eine deutliche Verbesserung der strategisch-politischen Position der Türkei im westlichen System, die insbesondere angesichts des Wegfalls des Ost-West-Konfliktes abzunehmen drohte. Zentrale außenpolitische Zielsetzung war es die Türkei als regionale Führungs- und Ordnungsmacht zu etablieren sowie einen raschen EU-Beitritt des Landes zu erreichen. Dieser Politikwechsel wurde unter massiver Kritik seitens der Medien, der Politik und der zivilen und militärischen Bürokratie sowie fehlender gesellschaftlicher Unterstützung durchgesetzt. Der Golfkrieg brachte der Türkei massive wirtschaftliche Verluste1570 und der überwiegende Teil der verfolgten Ziele konnte nicht erreicht werden.

1570 Der Golfkrieg 1991 hatte in den ersten zehn Jahren 100 Milliarden Dollar Verluste verursacht. Vgl.: Hürriyet 25.12.2002

Die Formulierung und Implementierung der Golf-Politik stand damals unter dem dominanten Einfluss des Staatspräsidenten Turgut Özal. [...] Zentrale außenpolitische Zielsetzungen dieses Politikwechsels waren es, der angesichts des Wegfalls des Ost-West-Konflikts drohenden Abnahme der geostrategischen Bedeutung der Türkei mittels einer aktiven Politik der Unterstützung der USA und der Anti-Irak-Koalition entgegenzutreten, die Türkei als regionale Führungs- und Ordnungsmacht zu etablieren sowie einen raschen EU-Beitritt des Landes zu erreichen. Dieser Politikwechsel wurde unter massiver Kritik seitens der Medien, der Politik und der zivilen und militärischen Bürokratie sowie trotz fehlender gesellschaftlicher Unterstützung durchgesetzt. Zwar brachte der Golfkrieg für die Türkei massive wirtschaftliche Verluste 2 und der überwiegende Teil der verfolgten Ziele konnte nicht erreicht werden.

2 Der Golfkrieg 1991 hatte in den ersten zehn Jahren 100 Milliarden Dollar Verluste verursacht. Vgl. »Hürriyet«, 25.12.2002.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[277.] Db/Fragment 273 43

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 273, Zeilen: 43-46
Quelle: Gürbey 1998
Seite(n): 41, Zeilen: li. Sp. 22-31
Die Wurzeln des Kurdenkonflikts in der Türkei liegen in einen [sic] zum Dogma erhobenen Begriff des Nationalstaats und in der konsequenten Ablehnung aller kurdischen Autonomiebestrebungen, die bis in die späten Phasen des Osmanischen Reiches reichen und ausschließlich mit militärischen Mitteln bekämpf [sic] wurden und werden.1571

1571 Vgl. Gülistan Gürbey: Wandel in der Kurdenpolitik? Die Türkei zwischen Dogma und Liberalisierung, in: Internationale Politik, 1/1998, S. 41

Die Wurzeln des Konflikts in der Türkei liegen in einem zum Dogma erhobenen Begriff des Nationalstaats und in der konsequenten Ablehnung aller kurdischen Autonomiebestrebungen, die bis in die späten Phasen des Osmanischen Reiches reichen und ausschließlich mit militärischen Mitteln bekämpft wurden und werden.
Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet. Für den Leser bleibt im Dunkeln, dass der Inhalt - und das größtenteils wörtlich - aus der Quelle kopiert wurde, ohne auch als wörtliches Zitat ausgewiesen zu werden.


[278.] Db/Fragment 274 06

BauernOpfer
Untersuchte Arbeit:
Seite: 274, Zeilen: 6-20
Quelle: Gürbey 1998b
Seite(n): 352-353, Zeilen: 352:33-40, 353: 1-7
Anfang 1997 hat die Türkei ihre Gefahrenperzeption neu definiert. Die Feinde Nummer eins wurden im Inneren gesehen. Es ist die „PKK“ und der „islamische Fundamentalismus“. Diese primär an die innere Sicherheit anknüpfende Definition schließt auch automatisch externe Kräfte ein, die offiziell zu den Unterstützern der genannten Gefahrenherde gezählt werden, allen voran Syrien, der Iran und Griechenland. Aus der Sicht der Staatsführung (Militär und Politik) reduzierte sich der Konflikt mit den eigenen Kurden primär auf ein „Terrorismusproblem“ oder auf die „Einmischung externer Kräfte“. Folglich bedeutete die Vernichtung der PKK innenpolitisch die Anwendung militärischer Gewalt und außenpolitisch die Unterbindung der Unterstützung für die PKK, gegebenenfalls auch mit begrenztem Einsatz von militärischen Mitteln. Dazu zählten vor allem die zur Routine gewordenen grenzüberschreitenden militärischen Operationen im Nordirak. Diese wurden zum Teil auch im Zusammenspiel mit den irakisch-kurdischen Akteuren durchgeführt, um die irakischen PKK-Lager zu vernichten und Angriffe der PKK vom Nordirak aus zu unterbinden.1572

1572 Vgl. Gürbey Gülistan: Die türkisch-syrische Krise: Nur eine Kriegsdrohung? In: Südosteuropa-Mitteilungen, 1998/4, 38. Jahrgang, S. 352 f.

[Seite 352]

Anfang 1997 hat die Türkei ihre Gefahrenperzeption neu definiert. Die Feinde Nummer eins werden im Inneren gesehen. Es sind die PKK und der islamische Fundamentalismus. Diese primär an die innere Sicherheit anknüpfende Definition schließt auch automatisch externe Kräfte ein, die offiziell zu den Unterstützern der genannten Gefahrenherde gezählt werden, allen voran Syrien, der Iran und Griechenland. Denn aus Sicht der Staatsführung (Militär und Politik) reduziert sich der Konflikt mit den eigenen Kurden primär auf ein „Terrorismusproblem“ oder auf die „Einmischung externer Kräfte“.6 Folglich bedeutet die Vernichtung der

[Seite 353]

PKK innenpolitisch die Anwendung militärischer Gewalt und außenpolitisch die Unterbindung der Unterstützung für die PKK, gegebenenfalls auch mit begrenztem Einsatz von militärischen Mitteln. Dazu zählen vor allem die mittlerweile zur Routine gewordenen grenzüberschreitenden militärischen Operationen im Nordirak. Diese werden zum Teil auch in Zusammenspiel mit den irakisch-kurdischen Akteuren durchgeführt, um die irakischen PKK-Lager zu vernichten und Angriffe der PKK vom Nordirak aus zu unterbinden.


[6 Ausführlicher zum Kurdenkonflikt siehe Gülistan Gürbey: Autonomie – Option zur friedlichen Beilegung des Kurdenkonfliktes in der Türkei?. Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main, Juni 1997; siehe auch Beiträge in: Robert Olson (ed.): The Kurdish Nationalist Movement in Turkey since the 1980s, Lexington 1996; Carsten Borck / Eva Savelsberg / Siamend Hajo (Hg.): Ethnizität, Nationalismus, Religion und Politik in Kurdistan, Band 1, Münster 1997.]

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Selbst hier, im zusammenfassenden Kapitel 8, wird wieder nur eine Quelle ausgebeutet und abgeschrieben – inhaltlich zu vergleichen gibt es auch hier trotz "Vgl."-Vermerk nichts.


[279.] Db/Fragment 274 21

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 274, Zeilen: 21-24, 25-35, 103-107
Quelle: Gürbey 2004
Seite(n): 45, 46, 49, 50, 55, 56, Zeilen: 45:6-7; 46:14-15; 49:13-16; 50:5-9; 55:27-28.29-32; 56:6-13
Der Helsinki-Beschluss der EU vom Dezember 1999, die Türkei als Beitrittskandidat anzuerkennen, hat in der Türkei einen Reformprozess ausgelöst. Die EU betrachtet den Kurdenkonflikt in der Türkei in erster Linie im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte und Demokratisierung des Landes. Hinsichtlich kultureller und politischer Rechte der Kurden wurden viele Reformen eingeleitet. Trotz der Reformen1573 ist die Kurdenpolitik noch immer durch Widersprüchlichkeit gekennzeichnet. Dies kommt insbesondere darin zum Ausdruck, dass in der Folgezeit nach der Verabschiedung der Reformpakete zwar der Ausnahmezustand aufgehoben wurde, gleichzeitig aber die pro-kurdische HADEP - die bei den letzten Parlamentwahlen [sic] die deutliche Mehrheit der Stimmen der Region erhalten hatte – verboten und zahlreichen Politikern ein mehrjähriges Politikverbot auferlegt wurde. Die Folge dieser Praxis ist, dass eine Integration kurdisch legitimierter Interessenvertretung in Politik und Parlament weiterhin nicht gegeben ist. Die Reformen sind insgesamt von großer politischer Bedeutung. Von einem Durchbruch kann jedoch nicht gesprochen werden, da die Reformen vor allem nicht systematisch in die Praxis umgesetzt werden.

1573 Die Verordnung zum Erlernen von verschiedenen Sprachen und Dialekten, die türkische Bürger im Alltag benutzen, trat im September 2003 in Kraft. Damit sollen – ohne das Wort kurdisch zu verwenden - private Kurdischkurse ermöglicht werden.Im Rahmen des Reformpakets vom Ausust [sic] 2002 wurden durch Ergänzung im Gesetz über den hohen Rundfunk- und Fersehrat RTÜK Sendungen in unterschiedlicher Sprachen und Dialekten, die von türkischen Bürgern im Alltag traditionell benutz [sic] werden, erlaubt.

[Seite 45]

Der Helsinki-Beschluss der EU vom Dezember 1999, die Türkei als Beitrittskandidat anzuerkennen, hat in der Türkei einen Reformprozess ausgelöst.

[Seite 46]

Die EU betrachtet den Kurdenkonflikt in der Türkei in erster Linie im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte und Demokratisierung des Landes.

[Seite 49]

Am 20.9.2002 trat die entsprechende „Verordnung zum Erlernen von verschiedenen Sprachen und Dialekten, die türkische Bürger im Alltag benutzen“, in Kraft. Damit sollten – ohne das Wort Kurdisch zu verwenden – private Kurdischkurse ermöglicht werden.

[Seite 50]

Schließlich wurde im Reformpaket vom August 2002 auf die kurzfristige Priorität muttersprachlicher Sendungen reagiert, indem Artikel 4 von Gesetz Nr. 3984 über den Hohen Rundfunk- und Fernsehrat RTÜK folgende Ergänzung erfuhr: „Außerdem können Sendungen in unterschiedlichen Sprachen und Dialekten, die von türkischen Bürgern im Alltag traditionell benutzt werden, erfolgen. [...]“

[Seite 55]

Die Reformen sind insgesamt von großer politischer Bedeutung, da sie zentrale Probleme der türkischen Demokratie wie z. B. Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Minderheitenschutz und die Rolle des Militärs betreffen. Von einem Durchbruch kann jedoch noch nicht gesprochen werden, da die Reformen vor allem nicht systematisch in die Praxis umgesetzt werden.

[Seite 56]

Trotz der Reformen ist die türkische Kurdenpolitik noch immer durch Widersprüchlichkeiten gekennzeichnet. Dies kommt insbesondere darin zum Ausdruck, dass in der Folgezeit nach der Verabschiedung der Reformpakete zwar der Ausnahmezustand aufgehoben wurde, gleichzeitig aber die pro-kurdische HADEP – die bei den letzten Parlamentswahlen die deutliche Mehrheit der Stimmen der Region erhalten hatte – verboten und zahlreichen Politikern ein mehrjähriges Politikverbot auferlegt wurde. Die fatale Folge dieser Praxis ist, dass eine Integration kurdisch legitimierter Interessenvertretung in Politik und Parlament weiterhin nicht gegeben ist.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[280.] Db/Fragment 275 15

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 275, Zeilen: 15-17, 21-23
Quelle: Kramer 1992
Seite(n): 135, Zeilen: 14-15, 16-20
Die Türkei ist in der Lage, einen Beitrag zur Entwicklung der zentralasiatischen Staaten zu leisten. Dieser Beitrag ist im kulturellen und politischen Bereich größer als auf dem wirtschaftlichen Sektor. [...]

Dennoch kann die Türkei für westliche Hilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit eine Brückenfunktion übernehmen, da ihre Experten und Institutionen einen leichteren und umfassenderen Zugang zu diesen Ländern haben.

[Der Türkei kommt vielmehr durchaus eine wichtige Rolle zu.]

Einmal ist sie in der Lage, im regionalen Kontext einen eigenen Beitrag zur Entwicklung der zentralasiatischen Republiken zu leisten[, der andere westliche Anstrengungen ergänzen, nicht jedoch ersetzen kann]. Er könnte im kulturellen und politischen Bereich wegen der ethnokulturellen Affinitäten größer und bedeutender sein als im wirtschaftli­chen Sektor. Dennoch kann die Türkei für westliche technische Hilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit eine wichtige Brückenfunktion übernehmen, da ihre Experten und In­stitutionen einen leichteren und umfassenderen Zugang zu den Ländern haben.

Anmerkungen

keine Quellenangabe


[281.] Db/Fragment 275 33

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 275, Zeilen: 33-37, 39-40
Quelle: Gumpel 1998b
Seite(n): 24, 30, Zeilen: 24:36-37, 30:34-39
Aufgrund ihrer ethnischen und sprachlichen Verwandtschaft mit den Turkvölkern Mittelasiens kann sie den Zugang zu den dortigen Märkten erleichtern. Als Transitland für kaukasisches und mittelasiatisches Erdöl kann sie den westeuropäischen Beziehern dieses Produktes einen von russischen Eingriffen freien Zugang zu den Bodenschätzen der genannten Regionen ermöglichen.

[...] Die enge militärische Kooperation der Türkei mit Israel dürfte vor allem im Zusammenhang mit dem gemeinsamen potentiellen Gegner Syrien zu sehen sein.

[Seite 24]

Die enge militärische Kooperation der Türkei mit Israel dürfte vor allem im Zusammenhang mit dem gemeinsamen potentiellen Gegner Syrien zu sehen sein.

[Seite 30]

Auf Grund ihrer ethnischen und sprachlichen Verwandtschaft mit den Turkvölkern Mittelasiens kann sie den Zugang zu den dortigen Märkten erleichtern. Als Transitland für kaukasisches und mittelasiatisches Erdöl kann sie den westeuropäischen Beziehern dieses Produkts einen von russischen Eingriffen freien Zugang zu den Bodenschätzen der genannten Regionen ermöglichen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[282.] Db/Fragment 275 38

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 276, Zeilen: 38-39, 41-43
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 193, Zeilen: 5-6, 8-9
Das Militärabkommen mit Israel 1995 wertet die strategische Position der Türkei massiv auf. [...]

Diese beiden Abkommen (Militärabkommen und Zollunionsabkommen) befinden sich auf einem relativ hohen Realisierungsstand und haben sehr positive Zukunftsperspektiven für alle Beteiligten.

Das Militärkooperationsabkommen mit Israel wertet die strategische Position der Türkei massiv auf. [...]

Diese beiden Abkommen befinden sich auf einem relativ hohen Realisierungsstand und haben sehr positive Zukunftsperspektiven für alle Beteiligten[, wenngleich dem Zollunionsabkommen in der Türkei eine differenzierte Wertigkeit beigemessen wird].

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Der durch Auslassungszeichen gekennzeichnete Satz findet sich in Fragment 275 33.


[283.] Db/Fragment 275 44

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 275, Zeilen: 44-46
Quelle: Gumpel 2003
Seite(n): 20, Zeilen: 11-17
Die Türkei benötigt gute Beziehungen zur Russischen Föderation, die ein wesentlicher Erdgaslieferant ist: Die Erdgastrasse „Blauer Strom“ unter dem Schwarzem [sic] Meer in die Türkei ist inzwischen vollendet. Am 30. Dezember 2002 traf das erste Erdgas im Hafen [Samsun ein, und seit 15. Januar 2003 ist die Rohleitung [sic], die ab 2008 jährlich 16 Mrd. m3 Erdgas in die Türkei liefern soll, voll im Betrieb.] Andererseits benötigt sie aber auch gute Beziehungen zur Russischen Föderation, die ein wesentlicher Erdgaslieferant ist: Die Erdgastrasse „Blauer Strom“ unter dem Schwarzen Meer in die Türkei ist inzwischen vollendet, am 30. Dezember 2002 traf das erste Erdgas im Hafen Samsun ein, seit 15. Januar 2003 ist die Rohrleitung, die ab dem Jahr 2008 jährlich 16 Mrd. cbm Erdgas in die Türkei liefern soll, voll in Betrieb.5

5 www.lenta.ru, 29. 12. 2002, und www.turkishdailynews.com, 2. 1. 2003.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[284.] Db/Fragment 276 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 276, Zeilen: 1-4
Quelle: Gumpel 2003
Seite(n): 20, Zeilen: 14-18
[Am 30. Dezember 2002 traf das erste Erdgas im Hafen] Samsun ein, und seit 15. Januar 2003 ist die Rohleitung [sic], die ab 2008 jährlich 16 Mrd. m3 Erdgas in die Türkei liefern soll, voll im Betrieb. Russland ist zudem Abnehmer türkischer Waren und bietet Tausenden von türkischen Gastarbeitern Arbeit in der Bauwirtschaft. Die Erdgastrasse „Blauer Strom“ unter dem Schwarzen Meer in die Türkei ist inzwischen vollendet, am 30. Dezember 2002 traf das erste Erdgas im Hafen Samsun ein, seit 15. Januar 2003 ist die Rohrleitung, die ab dem Jahr 2008 jährlich 16 Mrd. cbm Erdgas in die Türkei liefern soll, voll in Betrieb. 5 Russland ist zudem Abnehmer türkischer Waren und bietet Tausenden von türkischen Gastarbeitern Arbeit in der Bauwirtschaft.

5 www.lenta.ru, 29. 12. 2002, und www.turkishdailynews.com, 2. 1. 2003.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.


[285.] Db/Fragment 276 05

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 276, Zeilen: 5-11
Quelle: Gumpel 1998
Seite(n): 18, Zeilen: 18:li.Sp. 15-26
Mit dem Ende des kalten Krieges ist die außenpolitische Situation der Türkei eher komplizierter als einfacher geworden. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit den wichtigsten internationalen Organisationen von großem Interesse. Von besonderer Wichtigkeit ist hier die NATO. Die Türkei ist von Bedeutung für deren Mitgliederstaaten, aber die NATO ist auch von essentieller Bedeutung für die Türkei. Das betrifft die Vergangenheit wie die Gegenwart. Politisch und ökonomisch sucht die Türkei die Kooperation mit der Europäischen Union, die seit 1964 assoziiert ist. Mit dem Ende des Kalten Krieges ist die außenpolitische Situation der Türkei daher eher komplizierter als einfacher geworden. Sie trägt dem zwar nicht durch eine Neuorientierung, jedoch durch neue Schwerpunkte in ihrer Außenpolitik Rechnung. Hierzu gehört in erster Linie eine enge Zusammenarbeit mit der NATO; doch politisch wie ökonomisch sucht die Türkei die Kooperation mit der Europäischen Union.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Zu einer früheren Verwendung dieser Quellenpassage in einem anderen Fragment siehe: Fragment 246 07.


[286.] Db/Fragment 276 22

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 276, Zeilen: 22-26
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 191, Zeilen: 24-28
Der verstärkte Druck der USA auf die Europäische Union, die Türkei intensiver und klarer einzubinden, hängt mit der der Türkei von den USA zugedachten Stabilisierungsfunktion gegenüber dem sogenannten „Bogen Kaukasus und Zentralasien“ zusammen. Die Türkei hat für diese Staaten eine wichtige Vorbildfunktion, die quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche geht. Der verstärkte Druck der USA auf die Europäische Union, die Türkei intensiver und klarer einzubinden, hängt mit der der Türkei von den USA zugedachten Stabilisierungsfunktion gegenüber dem sogenannten ,Bogen Kaukasus und Zentralasien' zusammen. Die Türkei hat für diese Staaten eine wichtige Vorbildfunktion, die quer durch alle gesellschaftlichen Bereiche geht.
Anmerkungen

Keinerlei Hinweis auf die wortwörtliche Übernahme.


[287.] Db/Fragment 276 39

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 276, Zeilen: 39-47
Quelle: Gumpel 1998
Seite(n): 18, Zeilen: li.Sp. 28-40 - re.Sp. 1-3
Doch die Türkei setzt nicht allein auf die europäische Karte. Sie sucht vielmehr ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen soweit wie möglich zu diversifizieren. Hierzu dient die von der Türkei initiierte Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (SMWK), die am 25. Juni 1992 ins Leben gerufen worden ist. Zu ihr gehören Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Georgien, Griechenland, Moldovia, Rumänien, Russland, Türkei und Ukraine. Die SMWK setzt zwar in erster Linie auf eine Erweiterung des Außenhandels und der Zusammenarbeit bei der Lösung aktueller Probleme, z. B. im Umweltschutz, in der Energiewirtschaft oder im Verkehrswesen, sie führt darüber hinaus jedoch auch zu einer gewissen politischen Kooperation. Jedoch setzt sie nicht allein auf die europäische Karte. Sie sucht vielmehr ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen so weit wie möglich zu diversifizieren. Hierzu dient die von ihr initiierte Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (SMWK), die am 25. Juni 1992 ins Leben gerufen wurde und der bisher elf Staaten angehören. Diese Organisation setzt zwar in erster Linie auf eine Erweiterung des Außenhandels und die Zusammenarbeit bei der Lösung aktueller Probleme, sie führt darüber hinaus jedoch auch zu einer gewissen politischen Kooperation.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.


[288.] Db/Fragment 277 01

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 277, Zeilen: 1-4
Quelle: Riemer 1998
Seite(n): 193, Zeilen: 13-17
[Das Schwarzmeer-Wirtschaftsabkommen und eine Fülle von bilateralen Abkommen sind] mit den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion abgeschlossen worden, die sowohl der [sic] Bildung- [sic] als auch den Wirtschaftsbereich betreffen. Wesentlich sind die Teilabkommen um [sic] Energielieferung und um [sic] die Behauptung der Rolle in der Pipelinefrage. Die Türkei hat neben der Schwarzmeerwirtschaftskooperation eine Fülle von bilateralen Abkommen mit den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion abgeschlossen, die sowohl der [sic] Bildungs- als auch den Wirtschaftsbereich betreffen. Wesentlich sind die Teilabkommen um [sic] Energielieferungen und um [sic] die Behauptung der Rolle in der Pipelinefrage.
Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Den Austriazismus "Abkommen um" (statt "Abkommen über") übernimmt die Verf. ohne Weiteres.


[289.] Db/Fragment 277 05

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 277, Zeilen: 5-17
Quelle: Gumpel 1998b
Seite(n): 25, 26, 31, Zeilen: 25:31-36; 26:3-7; 31:33-34
Die SMWK ist zweifellos von größerer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung als die „Economic Cooperation Organisation“ [sic] (ECO). Mitglieder der ECO waren zunächst nur die Türkei, der Iran und Pakistan. Inzwischen sind auch Afghanistan, Aserbaidschan sowie die mittelasiatischen Turkstaaten Kasachstan, Kirgistan, Turkmenistan und Usbekistan der Organisation beigetreten. Sie ist bisher jedoch wenig aktiv und nur von geringer Bedeutung.

Die Türkei ist also bemüht, ihre Außenpolitik durch Mitgliedschaft in bestehenden und durch Gründung neuer internationaler Organisationen und Institutionen zu erweitern und die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion entstandene neue Lage zur Stärkung der eigenen Position zu nutzen. Ihr Ziel ist es, die Rolle einer Regionalmacht zu übernehmen.

Der Hauptschwerpunkt der türkischen Außenpolitik wird allerdings im Ausbau der Beziehungen zur Europäischen Union liegen.

[Seite 25]

Die SMWK ist zweifellos von größerer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung als die Economic Cooperation Organisation [sic] (ECO). Mitglieder der ECO waren zunächst nur die Türkei, der Iran und Pakistan. Inzwischen sind auch Afghanistan und Aserbaidschan sowie die mittelasiatischen Turkstaaten Kasachstan, Kyrgystan, [sic] Turkmenistan und Usbekistan der Organisation beigetreten. Sie ist bisher jedoch wenig aktiv geworden und nur von geringer Bedeutung.

[Seite 26]

Die Türkei ist also bemüht, ihren außenpolitischen Radius durch Mitgliedschaft in bestehenden und die Gründung neuer internationaler Organisationen und Institutionen zu erweitern und die durch den Zusammenbruch der kommunistischen Regime entstandene neue Lage zur Stärkung der eigenen Position zu nutzen. Ihr Ziel ist es, die Rolle einer Regionalmacht zu übernehmen.

[Seite 31]

Der Hauptschwerpunkt der türkischen Außenpolitik wird trotz der Erfahrungen von Luxemburg im Ausbau der Beziehungen zur Europäischen Union liegen müssen.25


[25 Vgl. hierzu Hiç, Mükerrem: Turkey's Customs Union with the European Union. Economic and Political Prospects, SWP-Forschungsinstitut für internationale Sicherheit und Politik, SWP-AP 2926, September 1995.]

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Die fehlerhafte Schreibweise des Namens der Economic Cooperation Organization übernimmt die Verf. aus ihrer Quelle.


[290.] Db/Fragment 277 11

Verschleierung
Untersuchte Arbeit:
Seite: 277, Zeilen: 11-17
Quelle: Gumpel 1998
Seite(n): 18, 22, Zeilen: 18:re.Sp. 24-36; 22:li.Sp. 19-23
Die Türkei ist also bemüht, ihre Außenpolitik durch Mitgliedschaft in bestehenden und durch Gründung neuer internationaler Organisationen und Institutionen zu erweitern und die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion entstandene neue Lage zur Stärkung der eigenen Position zu nutzen. Ihr Ziel ist es, die Rolle einer Regionalmacht zu übernehmen.

Der Hauptschwerpunkt der türkischen Außenpolitik wird allerdings im Ausbau der Beziehungen zur Europäischen Union liegen.

[Seite 18]

Die Türkei ist also bemüht, ihren außenpolitischen Radius durch Mitgliedschaft in bestehenden und die Gründung neuer internationaler Organisationen und Institutionen (wie z.B. auch die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit - ECO) zu erweitern, die durch den Zusammenbruch der kommunistischen Regime entstandene Lage zur Stärkung der eigenen Position zu nutzen und die Rolle einer Regionalmacht zu übernehmen.

[Seite 22]

Der Hauptschwerpunkt der türkischen Außenpolitik wird allerdings trotz der Erfahrungen von Luxemburg im Ausbau der Beziehungen zur EU liegen müssen.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme - betroffen ist hier der vorletzte Absatz des zusammenfassenden Kapitels 8.


[291.] Db/Fragment 277 18

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 277, Zeilen: 18-20
Quelle: Gumpel 2003b
Seite(n): 7, Zeilen: 12-14
Die terroristischen Anschläge des 11. September 2001 und die folgenden weltpolitischen Ereignisse führten zu einer Neudefinition der außenpolitischen Rolle der Türkei. Die terroristischen Anschläge des 11. September 2001 und die folgenden weltpolitischen Ereignisse führten zu einer Neudefinition der außenpolitischen Rolle der Türkei.
Anmerkungen

Keine Quellenangabe trotz wortwörtlicher Übernahme.

Auch der unmittelbar folgende Satz wird auf dieselbe Weise aus einer an keiner Stelle erwähnten Quelle desselben Sammelbandes von Werner Gumpel kopiert.


[292.] Db/Fragment 277 20

KomplettPlagiat
Untersuchte Arbeit:
Seite: 277, Zeilen: 20-21
Quelle: Axt 2003
Seite(n): 24, Zeilen: 28-29
Für die Türkei hat nach dem 11. September 2001 das Thema Regionalmacht wieder Konjunktur. Für die Türkei hat nach dem 11. September 2001 das Thema Regionalmacht wieder Konjunktur.
Anmerkungen

Keine Quellenangabe trotz wortwörtlicher Übernahme.

Auch der unmittelbar vorhergehende Satz wird auf dieselbe Weise aus einer an keiner Stelle erwähnten Quelle desselben Sammelbandes von Werner Gumpel kopiert.


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