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[1.] Dcl/Fragment 063 09 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-02-01 10:21:46 Stratumlucidum
BauernOpfer, Dcl, Fragment, Gesichtet, Kersting 2008, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 9-15, 19-22, 23-30, 34-35
Quelle: Kersting 2008
Seite(n): 13, 14, Zeilen: 13: 12 ff.; 14: 1 ff., 26 ff.
Eine möglichst breite Partizipation der Bürger steht im Vordergrund vieler Demokratietheorien, die Aspekte der Responsivität, Legitimität, Gleichheit und Selbstbestimmtheit in den Vordergrund stellen (Schiller 1999; Schmidt 2000; Zittel 2007). Breite politische Partizipation wird häufig als Voraussetzung gesehen, damit politische Eliten Responsivität entwickeln (Verba u.a. 1995), die Legitimation der Regierung hergestellt wird (Macedo 2005) und ein gleicher Einfluss möglichst vieler Bürger auf die politische Entscheidungsfindung garantiert wird (Lijphart 1997).

[...] Bei diesem „elektoralen Demokratiemodell“ wird eine mangelnde Beteiligung bzw. eine „Pseudobeteiligung“ in demokratischen Institutionen bemängelt. Politikverdrossenheit und politische Apathie werden als Resultate wahrgenommen (Thaysen 1982; Feindt u.a. 1996). [Vertreter der Basis orientierten [sic] „Grassroot-Demokratie“ hingegen verfechten die Idee des intensiv partizipierenden Aktivbürgers.] Kritiker sehen hier allerdings die Gefahr eines Übermaßes an Beteiligung, das als demokratiefeindlich angesehen wird, da dadurch politische Systeme überfordert werden und es zu irrationalen Entscheidungsfindungen kommen kann (Huntington 1976; Cooke / Khortary [sic] 2001). Demgegenüber wird eine aufgeklärte politische Beteiligung großer Teile der Bevölkerung als wichtiges Kriterium von Demokratien betrachtet (Dahl 1971; Schiller 1999). In der kritischen Demokratietheorie, in der komplexen und besonders in der partizipatorischen Demokratietheorie ist Partizipation ein zentrales Element (Schiller 1999). [...] Die Theorie kommunikativen Handelns beinhaltet das Konzept der deliberativen Demokratie, das durch [Partizipation an einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs und durch gegenseitige Empathie und Konsensfindung geprägt ist (Habermas 1991; 1996 [sic]).]


Cooke, Bill / Khortari [sic], Uma (Hrsg.), 2001: Participation the new tyranny. [sic] London: Palgrave. [sic]

Dahl, Robert A., 1971: Polyarchy. Participation and Opposition. New Haven, London: Yale University Press.

Feindt, Peter Henning u.a. (Hrsg.), 1996: Konfliktregelungen in der offenen Bürgergesellschaft. Dettelbach: Röll.

Habermas, Jürgen, 1991: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996a: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp.

Habermas, Jürgen, 1996b: Between Facts and Norms: Contributions to a Discourse Theory of Law and Ethics. [sic] Cambridge: Polity Press.

Huntington, Samuel, 1976: No easy choice. Political participation in developing countries. Cambridge: Harvard University Press.

Lijphart, Arend, 1997: Unequal Participation: Democracy’s Unresolved Dilemma. American Political Science Review 91 / 1, S. 1 - 14.

Macedo, Stephen, [sic] 2005: Democracy at Risk. How Political Choices Undermine Citizen Participation [sic] and What We Can Do About It. Washington D.C.: Brookings Institution Press.

Schiller, Theo (Hrsg.) 1999: Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis. Frankfurt: [sic] Campus Verlag.

Schmidt, Manfred G., 2000: Demokratietheorien. Bremen: [sic] Leske + Budrich, 3. Auflage.

Thaysen, Uwe 1982: Bürger-, Staats- und Verwaltungsinitiativen. Heidelberg: Schenck. [sic]

Verba, Sidney / Schlozman, Kay L. / Brady, Henry E., 1995: Voice and Equality: Civic Voluntarism in American Politics. Cambridge: [sic] Harvard University Press.

Zittel, Thomas, 2007: Participatory democracy and political participation. In: Zittel, Thomas / Fuchs, Dieter (Hrsg.): Participatory democracy and political participation. London: [sic] Routledge.

[Seite 13]

So wird eine mangelnde Beteiligung und eine „Pseudobeteiligung“ in demokratischen Institutionen in der „elektoralen Demokratie“ bemängelt. Politische Apathie und Zynismus werden als Resultat und Krisensymptom wahrgenommen (s. Thaysen 1982, Feindt u.a. 1996). Von anderer Seite wird ein „Übermaß an Beteiligung“ als demokratiefeindlich angesehen, da politische Systeme überfordernd (Huntington 1976) und als irrationale Entscheidungsfindung angesehen und eine Tyrannei der Beteiligung („tyranny of participation“) konstatiert werden (s. Cooke/Khortary [sic] 2001).

[...]

Dahl benennt als Kriterien für Demokratien die Beachtung normativer Standards (grundlegende Menschenrechte wie z.B. Organisations-, Meinungs- und Informationsfreiheit, rechtsstaatliche Verfahrensweisen); einen geregelten politischen Wettbewerb zwischen den wichtigen Kontrahenten und eine aufgeklärte politische Beteiligung großer Teile der Bevölkerung (Wahlrecht und weitere Beteiligungsmöglichkeiten). (Dahl 1961 [sic]; zu weiteren Qualifikationskriterien für Demokratien s. z.B. Schiller 1999)

Partizipation ist ein zentrales Element in der Kritischen Demokratietheorie (Claus Offe), in der Komplexen Demokratietheorie (Scharpf) und besonders in der Partizipatorischen Demokratietheorie (Carole Pateman, Benjamin Barber) (s. Schiller 1999: 29). Habermas’ Theorie kommunikatives [sic] Handelns legt den Grundstein für ein Konzept der deliberativen Demokratie, das durch Partizipation an

[Seite 14]

einem offenen, herrschaftsfreien Diskurs („ideale Sprechsituation“), durch Argumente fundiert und durch gegenseitige Empathie (Einfühlungsvermögen) und Konsensfindung geprägt ist (s. Habermas 1991, 1996).

[...]

Eine „Vollinklusion“ und eine möglichst breite Partizipation der Bürger stehen im Vordergrund vieler Demokratietheorien (s. Schiller 1999; Zittel 2007). Responsivität, Legitimität, Gleichheit und Selbst-Bestimmtheit (self determination [sic]) sind alle auf breite politische Partizipation als „lifeblood of democracy“ ausgerichtet. Nur über eine breite Partizipation der Bevölkerung können die politischen Eliten Responsivität entwickeln (Verba et al [sic] 1995). Nur über politische Beteiligung wird Legitimation der Regierung hergestellt (Macedo 2005) und nur politische Teilnahme möglichst vieler Bürger garantiert einen gleichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung (Lijphart 1997).


Cooke, Bill/Khortari [sic], Uma (Hg.): Participation the new tyranny. [sic] London: Palgrave. [sic] 2001

Dahl, Robert A.: Polyarchy. Participation and Opposition. New Haven, London: Yale University Press. 1971

Feindt, Peter H. u.a. (Hg.): Konfliktregelungen in der offenen Bürgergesellschaft. Dettelbach,. [sic] 1996

Habermas, Jürgen: Erläuterungen zur Diskursethik. Frankfurt: Suhrkamp. 1991

Habermas, Jürgen: Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie. Frankfurt: Suhrkamp. 1996

Huntington, Samuel: No easy choice. Political participation in developing countries. Cambridge: Harvard University Press. 1976

Lijphart, Arend: Unequal Participation: Democracy's Unresolved Dilemma. American Political Science Review 91(1997)1 [sic]: 1-14.

Macedo, Stephen: [sic] Democracy at Risk. How Political Choices Undermine Citizen Participation [sic] and What We Can Do About It. Washington D.C.: Brookings Institution Press. 2005.

Schiller, Theo (Hg.): Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis. Frankfurt: [sic] Campus. 1999

Schiller, Theo: Prinzipien und Qualitätskriterien von Demokratie. In: Berg-Schlosser, Dirk/Giegel, Hans Joachim (Hg.) 1999: [sic] Perspektiven der Demokratie. New York: Campus. 1999: 28-56.

Thaysen, Uwe: Bürger-, Staats-, und Verwaltungsinitiativen. Heidelberg: Schenck. [sic] 1982.

Verba, Sidney/Schlozman, Kay L./Brady, Henry E.: Voice and Equality: Civic Voluntarism in American Politics. Cambridge: [sic] Harvard University Press. 1995

Zittel, Zhomas [sic]: Participatory democracy and political participation, in: Zittel, Thomas/Fuchs, Dieter (Hg.): Participatory democracy and political participation. London: [sic] Routledge. 2007

Anmerkungen

Kersting (2008) wird im vorigen Absatz genannt, daher Wertung als Bauernopfer.

Übernahme mitsamt 12 Referenzen; Schmidt (2000) – der in Opladen und nicht in Bremen verlegt wurde [1] – fügt die Verf.in selbst hinzu. Bei der Referenzierung mancher Aussagen weicht die Verf.in vom Kontext der Quelle ab.

Bemerkenswert erscheint zudem, dass sie in einem kürzeren Abschnitt pauschal drei – wenn man Macedo (2005), s. u., hinzuzählt: vier – Sammelbände als Beleg anführt, ohne einzelne Beiträge daraus zu nennen, was eher unüblich, da unspezifisch ist.

Bzgl. der Referenzierung von Cooke / Khotari (2001) ist zu konstatieren, dass

  • die Mitherausgeberin Khotari und nicht "Khortari" bzw. "Khortary" heißt,
  • der Titel Participation: the new Tyranny? lautet und
  • das Werk nicht bei Palgrave, sondern bei Zed Books erschienen ist. [2]

Weiterhin ist anzumerken, dass

  • sich ein Titel "Dahl 1961" im Literaturverzeichnis von Kersting nicht findet,
  • bei der Verf.in die Referenz "Habermas [...] 1996" nicht eindeutig ist und der Untertitel von Habermas (1996b) Contributions to a discourse theory of law and democracy lautet [3],
  • bei Macedo (2005) sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in die Angabe, dass das Werk noch von weiteren Autoren verfasst wurde, fehlt; dessen Titel lautet im Original Democracy at Risk. How Political Choices Undermine Citizen Participation, and What We Can Do About It [4],
  • die Literaturangabe "Schiller 1999" bei Kersting (2008) nicht eindeutig ist. Wenn man die Angabe "Schiller 1999: 29" betrachtet, scheint er hier aber eher dessen Aufsatz in dem von Berg-Schlosser / Giegel herausgegebenen Sammelband zu meinen und nicht den von Schiller selbst herausgegebenen Sammelband, den die Verf.in bei ihrer Literaturangabe anführt. – In der Quelle und bei der Verf.in fehlt bei Direkte Demokratie in Theorie und kommunaler Praxis New York als zweiter Verlagsort [5],
  • Thaysen (1982) nicht bei Schenck in Heidelberg, sondern bei von Decker in Heidelberg und Hamburg erschienen ist; dies wird sowohl in der Quelle als auch von der Verf.in falsch angegeben. In beiden Fällen fehlt auch der Untertitel Ein Beitrag zur Entwicklung kooperativer Systeme mittelbarer und unmittelbarer Demokratie; Reformen zugunsten der Bürgerbeteiligung am Beispiel einer Kommunalverfassung [6],
  • die Verf.in bei der Referenzierung von Thaysen (1982) und Feindt u. a. (1996) "Zynismus" durch "Politikverdrossenheit" ersetzt und den Begriff an den Satzanfang setzt,
  • Verba u .a. (1995) parallel in Cambridge, Mass. und London bei Harvard University Press erschienen ist [7]; der europäische Verlagsort bleibt sowohl in der Quelle als auch bei der Verf.in unerwähnt, und
  • abweichend vom bibliografischen Standard weder in der Quelle noch von der Verf.in angegeben wird, dass sich Zittels (2007) Abhandlung auf S. 9-28 des entspr. Sammelbandes findet. In beiden Fällen fehlt auch die Angabe dessen Untertitels Can participatory engineering bring citizens back in? sowie die von New York als zweitem Verlagsort [8].

Cooke / Khotari werden in der untersuchten Arbeit – abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur noch einmal an anderer Stelle, ebenfalls in einem Plagiatskontext, erwähnt, siehe Fragment 046 02; Huntington (1976) und Verba u. a. (1995) werden – wieder abgesehen vom Literaturverzeichnis – nur hier angeführt.

Der in eckige Klammern gesetzte dritte Satz im zweiten Absatz des Fragments stammt aus der Quelle Buchstein (2004), siehe Fragment 063 16.

Sichter
(Stratumlucidum), PlagProf:-)

[2.] Dcl/Fragment 063 16 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2019-02-01 09:02:26 Stratumlucidum
Buchstein 2006, Dcl, Fragment, Gesichtet, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Stratumlucidum
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 63, Zeilen: 16-19, 22-23
Quelle: Buchstein 2006
Seite(n): 54, 55, Zeilen: 54: letzte Zeile; 55: 1 ff., 14 ff.
Dabei wird die Frage der angemessenen Partizipationsintensität in fast allen Kontroversen der Demokratietheorien diskutiert. Liberale und elitäre Demokratievorstellungen beispielsweise verknüpfen ihre Vision von Demokratie mit dem Repräsentationsprinzip und dem Wählen. [Bei diesem „elektoralen Demokratiemodell“ wird eine mangelnde Beteiligung bzw. eine „Pseudobeteiligung“ in demokratischen Institutionen bemängelt. Politikverdrossenheit und politische Apathie werden als Resultate wahrgenommen (Thaysen 1982; Feindt u.a. 1996).] Vertreter der Basis orientierten [sic] „Grassroot-Demokratie“ hingegen verfechten die Idee des intensiv partizipierenden Aktivbürgers. [Seite 54]

Bei allen klassi-

[Seite 55]

schen Kontroversen der Demokratietheorie des 20. Jahrhunderts stand die Frage der angemessenen Partizipationsintensität im Zentrum: [...] Autoritäre Demokratietheorien sehen in der Akklamation zum demokratischen Führertum die genuin demokratische Aktivität; liberale und elitäre Demokratievorstellungen verknüpfen ihre Version von Demokratie mit dem Repräsentationsprinzip und dem Wählen; als Gegenposition verfechten Spielarten von „Grassroot-“ oder „Basis-Demokratie“ die Idee des intensiv partizipierenden Aktivbürgers.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Aus "Version" wird bei der Verf.in "Vision".

Die beiden in eckige Klammern gesetzten Sätze stammen aus der Quelle Kersting (2008), siehe Fragment 063 09.

Sichter
(Stratumlucidum) Schumann


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