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21. Februar 2019Bearbeiten

  • DIE ZEIT (Nr. 9, S. 63): Das Wunschabzeichen. Was treibt Politiker in Deutschland dazu, Kopf und Karriere zu riskieren, um sich mit dem Dr. zu schmücken? (Josef Joffe) "Warum deutsche Professoren Politiker-Dissertationen absegnen, die irgendwann für zu leicht befunden werden, bleibt ein Geheimnis. Eine mögliche Antwort: Der Dr. ist ja nur ein Dr. – kein Einfallstor in die Gilde, wo die Habilitation den Zugang rationiert und die Qualität sichert. [...] Doch in Deutschland zählen der Herr Doktor oder die Frau Doktor auch in der Politik. Bildungsministerin [sic] Giffey, die großartige Leistungen als Bürgermeisterin des Berliner Problembezirks Neukölln geleistet hat [sic], unterschreibt manchmal Briefe mit »Dr. Franziska Giffey«; die Sahne auf dem Kuchen muss sein."

17. Februar 2019Bearbeiten

  • Der Tagesspiegel: Wissenschaftliches Arbeiten: Bestraft auch die Doktoreltern für Plagiate! (George Turner) "Wieder einmal ist eine Bundesministerin unter Verdacht geraten, bei der Abfassung ihrer Dissertation gegen die Regeln des korrekten Zitierens verstoßen zu haben. Zu klären ist, ob es sich um eventuell verzeihliche Nachlässigkeiten handelt oder um Verstöße gegen das Gebot des korrekten wissenschaftlichen Arbeitens.
    Mangelnde Sorgfalt wird man jetzt schon den Beteiligten von der Universität vorwerfen können, hätten sie doch auch das feststellen können, was die Plagiatsjäger herausgefunden haben."

13. Februar 2019Bearbeiten

  • Die Zeit: Die Geprüfte (Anna-Lena Scholz und Martin Spiewak) [€] "Die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis sind eindeutig: Jeder fremde Gedanke gehört an Ort und Stelle gekennzeichnet, Originalzitate sind in Anführungszeichen zu setzen, auch wenn es sich um Satzfragmente handelt. Geregelt ist auch der Sinn und Zweck jeder Dissertation: 'Mit der schriftlichen Promotionsleistung' sei 'ein Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis anzustreben', so steht es in der Promotionsordnung.
    Gegen diese Grundsätze hat Franziska Giffey vielfach verstoßen - das kann man der Plattform Vroniplag entnehmen. [...]
    Klar ist: Giffey hat nicht seitenweise wörtlich abgeschrieben, wie etwa Karl-Theodor zu Guttenberg, der Großmeister des akademischen Patchworks. Andererseits sind Giffeys nicht korrekt gekennzeichnete Übernahmen von Gedanken, Formulierungen und Quellen aber zu zahlreich, als dass sie auf reine Schlamperei plädieren könnte."

11. Februar 2019Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung (Nr. 35, S. 5): Verdacht auf Seite 85f.: Plagiatejäger erläutert seine Beweggründe im Fall Giffey (Paul Munzinger, Roland Preuß) "[...] Zum Beleg verweist Schmidt auf einen Abschnitt auf den Seiten 85 und 86 der Dissertation. Er ist nur unwesentlich verändert aus einem wissenschaftlichen Aufsatz übernommen, auf den zwar zwei Absätze zuvor in einer Anmerkung verwiesen wird, aber nicht an dieser Stelle. Stattdessen folgt eine Anmerkung, die insgesamt zwölf Titel umfasst. Alles zwölf Titel listet auch das Literaturverzeichnis einer anderen Arbeit auf. Bei acht von ihnen finden sich dort allerdings kleine Ungenauigkeiten, mal fehlt eine Seitenzahl, mal ist ein Substantiv klein geschrieben. Alle diese Fehler tauchen auch bei Giffey auf. […] Dieses Muster haben die Plagiatsjäger an mehreren Stellen in Giffeys Arbeit ausgemacht."
  • Der Tagesspiegel: Dissertation: Doktorarbeiten ohne Scham untersuchen (Anja Kühne) "Prüfen und gegebenenfalls die Konsequenzen ziehen – das ist an deutschen Unis keineswegs selbstverständlich. Zumindest untersucht die FU Berlin die Doktorarbeit von Franziska Giffey, nachdem Plagiatsjäger in mehreren Dutzend Fällen nicht korrekte Zitationen entdeckt haben wollen. [...] Aber eine Mehrheit der Fachbereiche geht Hinweisen nicht nach, selbst wenn diese erdrückend scheinen – sofern es sich nicht um Dissertationen prominenter Politiker handelt. [...] Doch wie soll der Wissenschaft auf diesen schwierigen Gebieten Fortschritt zugetraut werden, wenn viele Professoren schon einfache Plagiatsfälle nicht angehen wollen?"
  • ABC (Madrid): La ministra de Familia alemana, investigada por posible plagio en su tesis doctoral (Rosalía Sánchez) "[...] Se pondrá en marcha «de inmediato el procedimiento correspondiente», informa la Universidad berlinesa en un comunicado. «Hice esa tesis a conciencia», ha declarado la socialdemócrata Giffey por su parte, que trabajó en el texto entre 2005 y 2009, una investigación en ciencias políticas llevada a cabo en el Instituto Otto Suhr de la Universidad Libre de Berlín sobre la política de la Unión Europea sobre la participación de la sociedad civil. [...] También es acusada de servirse de «fuentes arbitrarias» y «sospecha de fuentes deliberadamente engañosas, tergiversadas de conocimiento falso»."
  • Le Monde (Paris): En Allemagne, une ministre accusée de plagiat lors de la rédaction de sa thèse (Thomas Wieder) "Selon VroniPlag Wiki, dont les investigations ont été révélées, vendredi 8 février, par le Spiegel, des cas de plagiat auraient été identifiés sur 49 des 265 pages de ce mémoire. [...] Agée de 40 ans, Mme Giffey occupe une place singulière sur la scène politique allemande. Encore inconnue du grand public lors de son entrée au gouvernement, en mars 2018, cette ancienne maire de Neukölln, un quartier populaire de Berlin, est devenue, en moins d’un an, l’une des figures les plus populaires de l’équipe d’Angela Merkel, au point d’être aujourd’hui considérée comme une possible future présidente du SPD, un parti en pleine crise de leadership."

10. Februar 2019Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung: Plagiatsvorwürfe gegen Ministerin: Der Fall Giffey ist eine Reifeprüfung für die Wissenschaft (Roland Preuß) "Es ist längst nicht sicher, dass Franziska Giffey ihren Doktortitel verlieren wird. Noch wird sie nur mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert von Aktivisten, welche die Prüfung ihrer Doktorarbeit selbst noch nicht abgeschlossen haben. Ein Staatsanwalt würde sagen: Wir ermitteln noch. [...] Der Fall Giffey ist auch eine Reifeprüfung. Die FU ist nun gefragt, die Vorwürfe rasch und kompetent aufzuklären und ihr Urteil dann transparent und überzeugend zu erläutern. Daran wird sich zeigen, inwiefern all die neuen Brandmauern der Wissenschaft gegen die Pest des Plagiierens, die geänderten Promotionsordnungen, Richtlinien und Mahnungen der vergangenen Jahre wirken. Und ob sie ohne Ansehen der Person wirken."
  • Süddeutsche Zeitung: Doktorarbeit von Franziska Giffey: "Das ist eindeutig wissenschaftliches Fehlverhalten" (Interview mit Robert Schmidt: Roland Preuß) "SZ: Wie kam es dazu, dass Sie sich Frau Giffeys Doktorarbeit vorgenommen haben?
    Robert Schmidt: Ein Mitarbeiter von VroniPlag Wiki hatte mich im März vergangenen Jahres darauf aufmerksam gemacht, dass es im Forum des Wikis bereits im Juli 2011 einen Hinweis auf Plagiate in der Doktorarbeit gegeben hat. Hinweisgeber war damals wohl ein Student der Uni Greifswald, der beim Verfassen seiner Magisterarbeit auf die Dissertation von Frau Giffey gestoßen war und Übernahmen aus einem Artikel in einem politikwissenschaftlichen Lexikon festgestellt hatte. Damals wurde die Arbeit aber nicht systematisch untersucht - das war noch in der Gründungsphase des Wikis, und ich vermute, es gab aussichtsreichere Fälle. Ich habe mir dann nach dem erneuten Hinweis die Literatur besorgt, die am häufigsten zitiert wurde, und danach war klar, dass sie in erheblichem Umfang abgeschrieben hat.
    [...]
    Der Fall wurde bekannt, obwohl die Prüfung auf VroniPlag Wiki noch nicht abgeschlossen ist. Ärgert Sie das?
    Ja. Der Spiegel hat anscheinend nur um der schnellen Schlagzeile willen die Meldung gebracht, obwohl er - wie beispielsweise die FAZ, die wohl auch Bescheid wusste - noch damit hätte warten können, da keine Dringlichkeit bestand."
  • Tagesspiegel: Wie gefährlich können die Plagiatsvorwürfe für Franziska Giffey werden? (Amory Burchard, Claudia von Salzen) "Auf 49 von 205 Seiten ihrer Doktorarbeit könnte Giffey plagiiert haben – und damit auf knapp einem Viertel der Seiten ihrer Dissertation. Das geht aus einer nur unter dem anonymisierenden Kürzel 'dcl' auffindbaren Dokumentation der Plattform 'VroniPlag Wiki' hervor. Bislang sind dort 73 Fragmente dokumentiert, 'die als Plagiat eingestuft werden'. [...] Wie schnell eine hoffnungsvoll gestartete politische Karriere wegen Plagiatsvorwürfen beendet sein kann, hat der Fall Guttenberg gezeigt. Nach dem Entzug des Doktortitels 2011 musste der CSU-Politiker als Verteidigungsminister zurückgetreten. [sic] [...] Giffeys Hoffnung könnte sich darauf richten, dass die FU zu dem Schluss kommt, die Vorwürfe seien nicht gravierend genug, um ihr den Titel abzuerkennen."

8. Februar 2019Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung: Mögliches Plagiat: FU Berlin prüft Doktorarbeit von Ministerin Giffey (Paul Munzinger und Roland Preuß) "Im Fall von Franziska Giffey, deren Arbeit auf VroniPlag ohne Namensnennung untersucht wird, geht es zum Beispiel um Seite 66. Dort beschäftigt sich die Autorin mit dem sogenannten deliberativen Demokratiemodell und verweist dabei unter anderem auf das 1992 erschienene Buch 'Faktizität und Geltung' von Jürgen Habermas. Laut Vroniplag finden sich mehrere von Giffey verwendete Formulierungen nicht bei Habermas, dafür aber bei Wikipedia, das als Quelle jedoch nicht genannt ist. Von Wikipedia habe Giffey auch einen Fehler im Untertitel des Buches übernommen."
  • Tagesspiegel: Plagiatsverdacht: "VroniPlag Wiki" prüft Dissertation von Franziska Giffey (Tilmann Warnecke) "Dannemann ist bei 'VroniPlag Wiki' aktiv. Die Arbeit wird dort bisher anonym unter dem Kürzel 'dcl' geprüft. Die Wiki-Akteure seien daher über die frühe Berichterstattung 'nicht allzu glücklich'. [...] Mitarbeiter von 'VroniPlag Wiki' würden sich seit einem halben Jahr mit der Arbeit beschäftigen, sagte Dannemann.
    Aus der anonymen Wiki-Dokumentation geht hervor, dass an den laut der Akteure bereits gesicherten Stellen manchmal die Originalquelle ganz fehle. In anderen gesicherten Passagen will 'Vroniplag Wiki' so genannte Bauernopfer erkennen: Stellen, an den zwar die Quelle genannt wird, aber unklar bleibt, in welchem Umfang der Originaltext übernommen wird."
  • FAZ.NET: Plagiatsvorwürfe gegen Giffey: Ein Verdacht ist schnell in der Luft (Jochen Zenthöfer) "Giffey ist ins Visier des 'Spiegel' geraten, der nicht abwarten konnte, bis die Plagiatsprüfung zuerst zu Ende geführt wird.
    Denn die Vorwürfe waren schon früher bekannt. Publiziert haben wir sie trotzdem nicht: Denn die Dokumentation der Rechercheplattform 'VroniPlag Wiki' ist nicht abgeschlossen, insbesondere fehlt die Überprüfung im Rahmen der Qualitätssicherung. 'Erst nach vollständiger Sichtung wird entschieden, ob die Dokumentation im Vroni Plag Wiki mit Nennung der Autorin veröffentlicht und die Universität darüber informiert wird', sagt Mitinitiator Gerhard Dannemann von der Berliner Humboldt-Universität. [...] 'Mir erscheint es sinnvoll, den Abschluss der Dokumentation abzuwarten, anstatt schon aus den vorhandenen Teilen Schlüsse zu ziehen', ergänzt der Wissenschaftler."
  • Tagesschau: Doktorarbeit wird geprüft: Plagiatsvorwürfe gegen Giffey "Nach Angaben von Gerhard Dannemann, einem Juraprofessor und Vroniplag-Akteur, müssen jedoch viele Beanstandungen noch unabhängig geprüft werden. Bei Vroniplag gelte das Vieraugenprinzip. Nach Angaben des 'Spiegel' warnte er daher vor voreiligen Schlüssen. Zugleich betonte er demnach aber auch, es sei nach seinem eigenen Eindruck ein 'ernst zu nehmender Fall'. Er habe 'kleine Teile' der Arbeit selbst mit gesichtet."
  • SPIEGEL ONLINE: Plagiatsverdacht gegen Familienministerin. Hochschule soll Giffeys Dissertation prüfen "Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) ist nach SPIEGEL-Recherchen wegen ihrer Dissertation aus dem Jahr 2009 ins Visier von Plagiatsjägern geraten: Auf der Website VroniPlag Wiki wird das Werk derzeit unter dem Kürzel 'Dcl' auf mögliche Mängel untersucht. Bisher wollen die Vroni-Plag-Rechercheure auf 49 von über 200 Seiten problematische Zeilen ausgemacht haben."