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Df/Fragment 169 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 169, Zeilen: 1-31
Quelle: Longchamp et al. 2005
Seite(n): 2, 3, 4, Zeilen: 2:14-18.25-29.31-35; 3:2-4.7-9.15-16.24-29.31-32.34-35; 4:1-2.5
Die Diskussion dreht sich vor allem um abgewiesene und untergetauchte Asylsuchende, die aber nicht à priori mit Schwarzarbeitenden gleich gesetzt werden können, da Schwarzarbeit auch verrichtet werden kann, wenn man legal in der Schweiz lebt. Interessant ist, dass das Problem in der Romandie akuter ist als in der Deutschschweiz. Auf den ersten Blick erscheint das Phänomen der Sans-Papiers als reines Problem des städtischen Raums. Die eher anonymen Lebensverhältnisse in städtischen Ballungsgebieten erlauben es Sans-Papiers, sich nicht oder nur wenig erkannt in der Schweiz aufzuhalten. Zudem ist das Bewusstsein um das Phänomen in der Romandie grösser als in der deutschsprachigen Schweiz. Tatsache ist, dass gemäss Auffassung von Experten Sans-Papiers vielerorts Spuren hinterlassen. Insbesondere auch in Gebieten ausgeprägter Landwirtschaft. In diesem Sinne sind Sans-Papiers ein Phänomen, das mit dem Arbeitsmarkt verbunden ist. Sie arbeiten meist in prekären Arbeitsverhältnissen mit schlechter Bezahlung und mit hoher Wochenstundenzahl. Sie sind nach Expertenmeinung überwiegend nicht kriminell, denn sie wollen es nicht riskieren, erkannt zu werden. Sans-Papiers kommen vor allem dort vor, wo das Volkseinkommen überdurchschnittlich ist und/oder wo viele Ausländer und Ausländerinnen leben. Ein systematischer Zusammenhang mit der Asylpolitik lässt sich gemäss Studie Claude Longchamp dagegen für die Zeit bis 2005 nicht belegen. Weder sind Sans-Papiers zahlreicher, wo es viele Flüchtlinge gibt, noch kommen sie bisher auffällig häufig dann vor, wenn es viele abgewiesene Asylsuchende gibt. Interessant ist, dass sich die Experten einig sind, dass die Zahl der Sans-Papiers weiter steigen wird. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die Zuteilung der Asylsuchenden in proportionalem Verhältnis zur kantonalen Bevölkerung und nicht zum Arbeitsmarkt erfolgt. Dies erklärt auch die Zahl der Sans-Papiers in den einzelnen Kantonen. Im Kanton Zürich sollen gemäss Expertenschätzungen gegen 20‘000 Sans-Papiers wohnen, in Genf gegen 10‘000 und im Tessin rund 2’000. Die Gesamtschätzung liegt [bei rund 90‘000 Sans-Papiers schweizweit und nicht wie Experten vorerst befürchteten bei 300‘000.] [Seite 2]

Die öffentliche Diskussion über Sans Papiers steht in der Schweiz vor allem in Zusammenhang mit abgewiesenen oder untergetauchten Asylsuchenden, die aber Papierlose sind. Sans Papiers sind auch nicht einfach gleich zu setzen mit Schwarzarbeitenden, denn Schwarzarbeit kann man auch verrichten, wenn man legal in der Schweiz lebt.

[...]

Auf den ersten Blick erscheint das Phänomen der Sans Papiers als reines Problem des städtischen Raumes. Die eher anonymen Lebensverhältnisse in städtischen Ballungsgebieten erlauben es Sans Papiers, sich nicht oder nur wenig erkannt in der Schweiz aufzuhalten. Zudem ist das Bewusstsein um das Phänomen in der Romandie grösser als in der deutschsprachigen Schweiz.

[...]

Sans Papiers hinterlassen vielerorts Spuren, und es gibt in verschiedensten Organisationen zwischenzeitlich ein ExpertInnen-Wissen über Sans Papiers. So finden sich Sans Papiers heute auch auf dem Land, vor allem in Gebieten mit ausgeprägter Landwirtschaft, gemessen an einem überdurchschnittlichen Anteil Erwerbstätiger im ersten Wirtschaftssektor.

[Seite 3]

Sans Papiers sind ein Phänomen, das mit dem Arbeitsmarkt verbunden ist. Sans Papiers selber sind überwiegend arbeitstätig. Sie arbeiten meist in prekären Arbeitsverhältnissen mit schlechter Bezahlung und mit hoher Wochenstundenzahl. [...] Sie sind nach Expertenmeinung überwiegend nicht kriminell, denn sie wollen es nicht riskieren, erkannt zu werden.

[...]

Sans Papiers kommen vor allem dort vor, wo das Volkseinkommen überdurchschnittlich ist und/oder wo viele Ausländer und Ausländerinnen leben. [...]

Ein systematischer Zusammenhang mit der Asylpolitik lässt sich dagegen für die Zeit von 2004 nicht belegen. Weder sind Sans Papiers zahlreicher, wo es viele Flüchtlinge gibt, noch kommen sie bisher auffällig häufig dann vor, wenn es viele abgewiesene Asylsuchenden gibt. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass die Zuteilung von Asylsuchenden in proportionalem Verhältnis zur kantonalen Bevölkerung erfolgt, und nicht vom Arbeitsmarkt abhängt.

[...]

Die ExpertInnen schätzen, dass es im Kanton Zürich gegen 20'000 Sans Papiers gibt, im Kanton Baselstadt rund 5000. Für den Kanton Thurgau wird mit einer Zahl zwischen 2000 und 4000 gerechnet. Im Kanton Waadt gehen die dortigen Experten von 12'000 bis 15'000 Sans Papiers aus, für den Kanton Genf von 8'000 bis 12'000. Im Kanton Tessin leben gemäss Schätzung rund 2'000 Sans Papiers.

[Seite 4]

Sie ergibt schliesslich eine Zahl von rund 90'000 Sans Papiers, mit einer Schwankungsbreite von gegen 10'000 Personen nach oben und unten. Dieses Ergebnis liegt schliesslich tiefer als die bisherigen Schätzungen, erstellt von Betroffenen-Organisationen und von Wissenschaftern, die bisher von maximal 300'000 Sans Papiers ausgingen.

Anmerkungen

Ein Hinweis auf die Quelle findet sich in FN 64 auf S. 168. Dieser Hinweis deckt allerdings nicht Art und Umfang der wörtlichen Übernahmen.


64 Longchamp, Claude et al. (2005). Sans Papiers in der Schweiz: Arbeitsmarkt, nicht Asylpolitik ist entscheidend. Bern: gfs.bern.

Sichter
(Graf Isolan)

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