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VroniPlag Wiki

Dv/Fragment 112 01

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Typus
KeinPlagiat
Bearbeiter
Cassiopeia30, Drhchc, Hindemith, Hotznplotz
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 112, Zeilen:
Quelle: Hailbronner 1986
Seite(n): 71, Zeilen:
[Im isländischen Fischereistreit haben sowohl] Großbritanniens als auch Island zugunsten ihrer zivilen Fischfangschiffe militärische Schutzmaßnahmen ergriffen, ohne daß dies von der Staatengemeinschaft und der internationalen Rechtssprechung als prinzipiell unzulässige Gewaltanwendung angesehen wurde. [601] Innerhalb eines staatlichen Hoheitsgebiets kann das Selbstverteidigungsrecht entsprechend der Rechtslage bei Kriegsschiffen jedoch nicht in Anspruch genommen werden. [602]

[601] Hailbronner, Grenzen des völkerrechtlichen Gewaltverbots, S. 71, wobei die Schwierigkeit bestand, daß Island einseitig Fischereizonen beanspruchte, die jedoch von Großbritannien nicht anerkannt wurden. Jedoch ist der Status quo, vergleichbar der Rechtslage bei der gewaltsamen Durchsetzung territorialer Gebietsansprüche, als durch das völkerrechtliche Gewaltverbot geschützt anzusehen, mit der Folge, daß ein bewaffneter Angriff gegen diesen Status Quo das Selbstverteidigungsrecht des Art. 51 UNCh. auslöst.

[602] Hailbronner, Grenzen des völkerrechtlichen Gewaltverbots, S. 68

Im Fischereikrieg zwischen Island einerseits und der Bundesrepublik

Deutschland und Großbritannien andererseits haben sowohl Island als auch Großbritannien ihren Rechtsstandpunkt mit Waffengewalt bekräftigt [66]. Dem von einer einseitigen Ausweitung der Gebietshoheit betroffenen fremden Staat kann es nicht zugemutet werden, sich insoweit auf den Verhandlungsweg vertrösten lassen zu müssen. Der Versuch der einseitigen gewaltsamen Jurisdiktionserweiterung darf daher notfalls mit der Gegenwehr beantwortet werden. Vergleichbar der Rechtslage bei der gewaltsamen Durchsetzung territorialer Gebietsansprüche [67] wird man daher den Status quo als durch das völkerrechtliche Gewaltverbot geschützt ansehen können [68].

[66] Vgl, AdG 1972, S. 17273 f.; 1973, S. 17866, 17888, 18172; 1974, S. 18424 f. [67] R. Y. Jennings, The Acquisition of Territory in International Law, 1963, 52 ff.; N. Feinberg, The Legality of the Use of Force to Recover Occupied Territory, Israel Law Review 15 (1980), 160 ff. [68] Vgl. zu dem Protest der Bundesrepublik Deutschland und deren Gegenmaßnahmen gegen die Aufbringung eines deutschen Fischereibootes AdG 1974, S. 19073, 19083; siehe ferner Völkerrechtliche Praxis in der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1974, ZaöRV 36 (1976), 760, 776.

Anmerkungen

Durch das "wobei" in der Fußnote denkt man eher, dass der Autor Einwände gegen Hailbronner hat, und nicht, dass er weiter Aussagen von Hailbronner paraphrasiert.

Sichter
Hotznplotz

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