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Fws/Fragment 272 03

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 272, Zeilen: 3-8
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 112, Zeilen: 30ff
Die Verinnerlichung dieser Disziplinierungsmechanismen war ein Entwicklungsprozeß, der erst in der Industriegesellschaft zum Abschluß kam. An dem Disziplinierungsvorgang waren die verschiedensten Sozialisationsinstanzen beteiligt. Das Armenwesen und die mit ihm verbundenen Institutionen wie Spitäler, Zucht-, Waisen- und Arbeitshäuser waren als Experimentierfeld für soziale Kontrolle innerhalb der frühneuzeitlichen Stadtgesellschaft von unschätzbarem Wert.25

25 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit, in: Sachße Ch./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 112; Stekl, H., Labore et fame - Sozialdisziplinierung in Zucht- und Arbeitshäusern des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 127, 122, dort zur Bedeutung der Zucht- und Arbeitshäuser als Vorreiter einer rigorosen Zeitdisziplin. Bereits ab Ende des 17. Jahrhunderts wurden Zucht- und Arbeitshäuser gezielt in die gewerbliche Produktion der landesherrschaftlichen Manufakturen einbezogen. "Ein Land, dann in Aufschwung, wenn die Seyden- und Wollmanufacturen wohl eingerichtet seyn und nur ein Zuchthaus dabei ist, durch dessen Furcht das liederliche Gesindlein zum erforderten Fleiß und Arbeit angewiesen wird. Das ist ... gewiß, daß mit Zuchtund Waysenhäusern neue anzulegende und einzuführende Manufakturen gar unvergleichlich und am besten mit einander zu verknüpfen sind." (Zitiert aus einem bei Marzahn, Chr., Das Zuchtund Arbeitshaus. Die Kerninstitution frühbürgerlicher Sozialpolitik, in: Marzahn, Chr./Ritz, H.- G. (Hrsg.), Zähmen und Bewahren. Die Anfänge bürgerlicher Sozialpolitik, Bielefeld 1984, S. 63, wiedergegebenen Vorschlag eines treuen Untertanen). Stekl berichtet für Brandenburg-Preußen von dem verbreiteten Modell der Entreprise, der Verpachtung von Zucht- und Arbeitshäusern an Privatunternehmer (Labore et fame - Sozialdisziplinierung in Zucht- und Arbeitshäusern des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 127); Stolleis, M., Quellen zur Geschichte des Sozialrechts, Göttingen 1976, S. 16.

Die Verinnerlichung dieser Disziplinierungsmechanismen war ein Entwicklungsprozeß, der erst in der Industriegesellschaft zum Abschluß kam. An dem Disziplinierungsvorgang waren die verschiedensten Sozialisationsinstanzen beteiligt. Das Armenwesen und die mit ihm verbundenen Institutionen wie Spitäler, Zucht- und Arbeitshäuser — nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang die Waisenhäuser47, die vielleicht den effektivsten Beitrag zur Arbeitserziehung leisteten - waren als Experimentierfeld für soziale Kontrolle innerhalb der frühneuzeitlichen Stadtgesellschaft von unschätzbarem und bisher noch nicht entsprechend gewürdigtem Wert.

47 Vgl. dazu beispielsweise Treibert, Hubert/Heinz Steinert: Die Fabrikation des zuverlässigen Menschen. Über die » Wahlverwandtschaft« von Kloster- und Fabrikdisziplin, München 1980, 107ff.

Anmerkungen

Die Quelle ist am Ende der Passage zwar angegeben (zusammen mit anderen Quellen), es wird aber nicht klar, dass hier eine im Wesentlichen wörtliche Übernahme über drei Sätze vorliegt.

Sichter
(Hindemith)

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