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11 ungesichtete Fragmente: Plagiat

[1.] Fws/Fragment 019 13 - Diskussion
Bearbeitet: 9. October 2013, 12:56 (Graf Isolan)
Erstellt: 9. October 2013, 11:42 Graf Isolan
Fragment, Fws, Koeppinghoff 1987, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 19, Zeilen: 13-23
Quelle: Koeppinghoff 1987
Seite(n): 243, Zeilen: 24-35
Dennoch sind annähernd verläßliche Zahlen nur über einen kleinen Teil der Problemgruppe bekannt. So wurde im Rahmen einer für das Bundesfamilienministerium erstellten Studie25 die Anzahl der Obdachlosen für das gesamte Bundesgebiet aufgrund einer Befragung von 521 Städten und Gemeinden neu geschätzt. Darin ist für den Beginn der achtziger Jahre eine Gesamtzahl von ca. 60.000 Haushalten mit unter 200.000 Personen als obdachlos ermittelt worden.26 In diesen Daten sind aber nur die erwähnten amtlich Obdachlosen erfaßt, nicht aber solche - zum Teil in Obdachlosenunterkünften, zum Teil in Privatwohnungen untergebrachten Haushalte - mit denen die Kommune einen Mietvertrag abgeschlossen hat, deren Unterbringung und soziale Situation sich jedoch kaum von den Obdachlosen im eng verstandenen Sinn unterscheidet.

25 Vaskovics, L. A./Weins, W., Stand der Forschung über Obdachlose und Hilfen für Obdachlose (Bericht "Stand der Forschung über soziale Randgruppen/Obdachlose"), Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1979.

26 Die bei Vaskovics, L. A./Weins, W., Stand der Forschung über Obdachlose und Hilfen für Obdachlose (Bericht "Stand der Forschung über soziale Randgruppen/Obdachlose”), Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1979, ermittelte Zahl von 260.000 Obdachlosen halten dieselben Autoren in einer Untersuchung von 1983 (Vaskovics, L. A./Weins, W., Randgruppenbildung im ländlichen Raum/Armut und Obdachlosigkeit, Forschungsbericht im Auftrag des Bundesministers für Jugend, Familie und Gesundheit, Bamberg 1983, S. XIX) für korrekturbedürftig, weil zu hoch gegriffen; etwa identisch die Angaben der GEWOS-Studie: Obdachlosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland, Projektleitung A. Kögler: Eine Analyse der sozialen Situation Obdachloser, der Ursachen und Folgen von Obdachlosigkeit und der bisherigen MaBnahmenprogramme sowie Empfehlungen für die kommunale Praxis und die gemeinnützige Wohnungswirtschaft zur Reintegration von Obdachlosen und zur Verhinderung von Obdachlosigkeit, Hamburg 1976.

Über den Umfang der Obdachlosigkeit im Bundesgebiet liegen keine gesicherten statistischen Ergebnisse vor. Für das gesamte Bundesgebiet wurde die Anzahl der Obdachlosen zuletzt im Rahmen einer für das Bundesfamilienministerium erstellten Studie "Randgruppenbildung im ländlichen Raum/Armut und Obdachlosigkeit" geschätzt (2). Danach wurde für das Jahr 1980 eine Gesamtzahl von ca. 60.000 Haushalten mit rd. 200.000 Personen als obdachlos in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt. In diesen Daten sind nur die Haushalte erfaßt, die ordnungsrechtlich eingewiesen wurden, nicht jedoch solche — zum Teil ebenfalls in Obdachlosenunterkünften untergebrachten Haushalte — mit denen die Kommune einen Mietvertrag abgeschlossen hat, deren Unterbringung und soziale Situation sich jedoch kaum von den Obdachlosen im engeren Sinn unterscheidet.

(2) Schriftenreihe des Bundesministers für Jugend, Familie und Gesundheit Bd. 146, Stuttgart, o.J.

Anmerkungen

Formulierungen finden sich bereits identisch in Koeppinghoff (1987). Demhingegen ist bei Fws an dieser Stelle nichts als Zitat gekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan)

[2.] Fws/Fragment 020 01 - Diskussion
Bearbeitet: 10. October 2013, 07:58 (84.138.58.253)
Erstellt: 9. October 2013, 23:06 Graf Isolan
Fragment, Fws, Koeppinghoff 1987, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 20, Zeilen: 1-5
Quelle: Koeppinghoff 1987
Seite(n): 244, Zeilen: 1-5
Besonders deutlich wird dies etwa am Beispiel der nordrhein-westfälischen Landesstatistik zur Obdachlosigkeit. Danach ist die Anzahl der obdachlosen Haushalte [sic] nach einem kontinuierlichen Rückgang in der zweiten Hälfte der 70er Jahre von 1979 bis 1982 vorübergehend wieder angestiegen und seit 1983 erneut rückläufig,28 obwohl die Zahl der Menschen in Wohnungsnot unbestreitbar stark angestiegen ist.29

28 Koch, F., ebenda; zu den möglichen Motiven der Geringhaltung von Obdachlosenzahlen vgl. Engelhardt, H. D., Tendenzen und Gemeinsamkeiten, in: Kellner, R./Wittich, W., Wohnen tut not, München 1987, S. 261.; Höhmann, P., Wie Obdachlosigkeit gemacht wird. Die Entstehung und Entwicklung eines sozialen Problems, Neuwied 1976, S. 10.

29 Das gilt nicht nur für Großstädte (vgl. für München, Verhinderung und Abbau von Obdachlosigkeit, Neue wohnungspolitische Zielsetzung, Landeshauptstadt München, Bericht des Sozialreferates in der Neufassung v. 22.10.1986; für Frankfurt: Stadt Frankfurt am Main (Hrsg), Wohnen in Frankfurt 1988, Zahlen, Fakten, Probleme, Ziele, Maßnahmen, Frankfurt 1988), sondern auch für den kleinstädtischen und ländlichen Raum: Vaskovics, L. A./Weins, W., Randgruppenbildung im ländlichen Raum/Armut und Obdachlosigkeit, Forschungsbericht im Auftrag des Bundesministers für Jugend, Familie und Gesundheit, Bamberg 1983.

Informationen zur jüngsten Entwicklung der Obdachlosigkeit können lediglich der Obdachlosenstatistik des Landes Nordrhein-Westfalen entnommen werden. Danach ist die Anzahl der Obdachlosenhaushalte nach einem kontinuierlichen Rückgang in der zweiten Hälfte der 70er Jahre von 1979 bis 1982 vorübergehend wieder angestiegen und seit 1983 erneut rückläufig.
Anmerkungen

Setzt die Übernahme aus Koeppinghoff, die in Fws/Fragment_019_13 begonnen wurde, fort. Erneut mit identischem Wortlaut. Dabei wurde der Terminus "Obdachlosenhaushalte" in das gebräuchliche statistische Merkmal "obdachlose Haushalte" verbessert.

Sichter
(Graf Isolan)

[3.] Fws/Fragment 219 04 - Diskussion
Bearbeitet: 16. October 2013, 09:23 (SleepyHollow02)
Erstellt: 13. October 2013, 19:18 Klicken
BauernOpfer, Fragment, Fws, SMWFragment, Schlink 1988, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Klicken
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 219, Zeilen: 04
Quelle: Schlink 1988
Seite(n): 1691, Zeilen: 0
Wenn nämlich die Polizei in diesen Fällen gar nicht zum Schutz der privaten Rechte der Mieter einschreitet, sondern es ihr vielmehr ausschließlich um den Schutz der Grundrechte geht, dann könnte das Subsidiaritätsprinzip als das ihrem Handeln entgegenstehende Hindernis entfallen.

Doch auch diesen naheliegenden Einwand hat bereits B. Schlink widerlegt: Denn ein Recht verliert seine privatrechtliche Qualität und seinen entsprechenden Stellenwert für das Subsidiaritätsprinzip nicht dadurch, daß es auf Grundrechten beruht, auf Grundrechte zurückgeführt und aus ihnen abgeleitet werden kann. Das versteht sich zunächst nur bei den wesentlich normgeprägten Grundrechten wie Art. 6 GG und 14 GG von selbst, gilt aber auch für die nicht derart normgeprägten Grundrechte, wie die anhaltende Konturierung des Grundrechtsschutzes aus Art. 2 Abs. 1 durch die fallweise Aufwertung von privaten Rechten in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zeigt. Daß die Polizei zum Schutz nicht der privaten Rechte, sondern der Grundrechte der Mieter einschreitet, ist mithin noch kein Einwand gegen die Maßgeblichkeit des Subsidiaritätsprinzips in den Wiedereinweisungsfällen. Ob es um Grundrechte oder um Privatrechte geht, taugt nicht als Kriterium für die Maßgeblichkeit des Subsidiaritätsprinzips.405


405 Schlink, B., Korrektur von Gerichtsentscheidungen durch die Polizei, NJW 1988, S. 1691; ähnlich Schenke, W.-R., Polizei- und Ordnungsrecht, in: Arndt, H.-W. u.a. (Hrsg.), Besonderes Verwaltungsrecht, Heidelberg 1984, Rdnr. 21: "Soweit diese Individualrechtsgüter in subjektiven Privatrechten ihren Ausdruck gefunden haben, sind für die Verfolgung dieser Rechte die ordentlichen Gerichte zuständig".

Der naheliegende Einwand geht nun allerdings dahin, daß die Polizei zum Schutz der privaten Rechte der Mieter auch gar nicht eingeschritten sei, daß es ihr vielmehr um den Schutz der Grundrechte gegangen sei, bei deren Gefährdung das Subsidiaritätsprinzip nicht passe und nicht greife. Aber ein Recht verliert seine privatrechtliche Qualität und seinen entsprechenden Stellenwert für das Subsidiaritätsprinzip nicht dadurch, daß es auf Grundrechten beruht, auf Grundrechte zurückgeführt und aus ihnen abgeleitet werden kann.

Das versteht sich zunächst bei den normgeprägten Grundrechten 17. [...] Bei nicht derart normgeprägten Grundrechten gilt immerhin oft, daß Rechtsverbürgungen des Privatrechts die Schutzbereiche konkretisieren; das allgemeine Persönlichkeitsrecht (Art. GG Artikel 2 GG Artikel 2 Absatz I GG) erhält seine Konturen aus dem Zivilrecht, in dem es entdeckt und von dem es durch das BVerfG zum Grundrecht gewissermaßen hochgezont wurde;

[...]

Daß die Polizei zum Schutz nicht der privaten Rechte, sondern der Grundrechte der Mieter eingeschritten ist, ist mithin noch kein Einwand gegen die Maßgeblichkeit des Subsidiaritätsprinzips im Berliner Fall. Ob es um Grundrechte oder um private Rechte geht, taugt nicht als Kriterium für die Maßgeblichkeit des Subsidiaritätsprinzips.


17 Greifeld, JuS 1982, JUS Jahr 1982 Seite 820.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme sind durch die Quellenangabe nicht abgedeckt.

Anmerkung zur Farbhinterlegung: diese dient ausschließlich der leichteren Orientierung des Lesers im Text. Das Vorliegen einer wörtlichen, abgewandelten oder sinngemäßen Übernahme erschließt sich durch den Text und den Zusammenhang.

Sichter
(Klicken)

[4.] Fws/Fragment 136 11 - Diskussion
Bearbeitet: 17. October 2013, 23:36 (Hindemith)
Erstellt: 15. October 2013, 07:10 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Peine 1979, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith, vanboven
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 136, Zeilen: 11-23
Quelle: Peine 1979
Seite(n): 35, Zeilen: 14ff
Zusammenfassend muß deshalb vorerst mit Peine107 gegen die behauptete Bestimmtheit der "öffentlichen Ordnung" durch konkretisierende Rechtsprechung gesagt werden: Soweit spezialgesetzliche Festlegungen erfolgt sind, sind alte Gerichtsentscheidungen für die Festlegung des Inhalts der öffentlichen Ordnung mithin nicht mehr verwendbar; gleiche Vorsicht ist geboten bei älteren, die Sittlichkeit betreffenden Judikaten. Diese weitestgehende Auszehrung der öffentlichen Ordnung durch Spezialgesetzgebung und durch die Änderung der Sitten läßt deshalb den auf ältere Gerichtsentscheidungen gestützten Nachweis der Konkretisierung der "öffentlichen Ordnung" ins Leere gehen. Nachdem nur wenige jüngere Entscheidungen herangezogen werden können, die die "öffentliche Ordnung" inhaltlich festlegen, greift das Argument des Bundesverfassungsgerichts, das beim groben Unfug Bedeutung besaß, bei der "öffentlichen Ordnung" gerade nicht.

107 Peine, F.-J., Die öffentliche Ordnung als polizeirechtliches Schutzgut, Die Verwaltung 1979, S. 35.

Soweit spezialgesetzliche Festlegungen erfolgt sind, sind alte Gerichtsentscheidungen für die Festlegung des Inhalts der öffentlichen Ordnung mithin nicht mehr verwendbar, ebenso ist Vorsicht geboten bei älteren, die Sittlichkeit betreffenden Judikaten, wie Klein59 mit Recht feststellt. Die weitestgehende Auszehrung der öffentlichen Ordnung durch Spezialgesetzgebung und durch die Änderung der Sitten läßt deshalb den Hinweis auf ältere Gerichtsentscheidungen ins Leere gehen; es existieren heute kaum noch Entscheidungen, die die öffentliche Ordnung inhaltlich festlegen; das Argument des BVerfG, das beim groben Unfug Bedeutung besaß, greift bei der öffentlichen Ordnung nicht.

59 In DVBl. 1971, S. 237.

Anmerkungen

Auf Peine wird zwar zu Beginn des Absatzes hingewiesen, und der Leser erwartet in dem Abschnitt inhaltlich Parallelen zu Peine, kann aber nicht von wörtlichen Übernahmen ausgehen, da diese nicht gekennzeichnet sind. Die Einleitung "muss [...] mit Peine [...] gesagt werden" legt zwar wörtliche Rede nahe, der Umfang wird allerdings nicht deutlich: Es ist unklar, wo diese endet. Als alleinstehendes Fragment wäre es ein Grenzfall, im Kontext der Übernahmen auf den folgenden Seiten aus der gleichen Quelle ist es allerdings als Baueropfer zu qualifizieren.

Sichter

[5.] Fws/Fragment 338 04 - Diskussion
Bearbeitet: 18. October 2013, 07:11 (Agrippina1)
Erstellt: 17. October 2013, 21:05 Hindemith
BauernOpfer, Brühl 1991, Fragment, Fws, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 338, Zeilen: 7-17
Quelle: Brühl 1991
Seite(n): 51, Zeilen: li. Spalte: 52ff
In § 17 Abs. 1 Nr. 2 SGB I hat der Gesetzgeber für alle Sozialleistungsträger die Verpflichtung zum Ausdruck gebracht, darauf hinzuwirken, daß die zur Ausführung von Sozialleistungen erforderlichen sozialen Einrichtungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen. Die Sozialhilfeträger müssen zwar nicht unbedingt - wie aus § 93 Abs. 1 BSHG zu schließen ist - die Sachleistungen selbst, also in eigenen Einrichtungen, erbringen, aber in jedem Fall sicherstellen, daß der Hilfesuchende die nach dem Gesetz erforderliche Hilfe erhält,288 was die Schaffung eigener Einrichtungen dann gebietet, wenn andere nicht ausreichend vorhanden sind. Gelingt es deshalb dem Sozialhilfeträger nicht, berechtigte Wohnungswünsche über den allgemeinen Wohnungsmarkt oder durch Kooperation mit Wohnungsunternehmen bzw. Wohnungsvermietern zu erfüllen,289 so muß er selbst Wohnungen anmieten oder eigene Wohnungen zur Verfügung stellen. Dies hat er entsprechend zu planen und zu organisieren - genauso wie er für genügend Heimplätze oder Behinderteneinrichtungen zu sorgen hat 290 [...]

288 Schulte, B./Trenk-Hinterberger, P., BSHG, 2. Aufl. München 1988, § 93, Anm. 1, Ridder, H., Rechtsgutachten zur Frage der Verfassungsmäßigkeit des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG) vom 30. Juni 1961 und des Gesetzes für die Jugendwohlfahrt vom 11. August 1961, Bonn 1963: "... sozialstaatliche Verpflichtung zur tendenziell totalen Bereitmachung der öffentlichen Stellen, selbst allen Fällen von Hilfsbedürftigkeit gerecht zu werden" (S. 8).


289 Modellhaften Charakter hatte hier der [...] vgl. noch die Bilanz für das Jahr 1987 in: Stadt Frankfurt am Main (Hrsg.), Wohnen in Frankfurt am Main 1988: Zahlen, Fakten, Probleme, Ziele, Maßnahmen, Frankfurt a. M, 1988, S. 106 ff.

290 Eine Ausnahme gilt insoweit allerdings für die neuen Bundesländer im Gebiet der früheren DDR, in denen gesetzliche Ansprüche nur insoweit zu erfüllen sind, als die im Einzefall [sic] dafür erforderlichen sozialen Einrichtungen vorhanden oder sonst mit verfügbaren Mitteln erreichbar sind (Einigungsvertrag, Kap. X, Sachgebiet H, Abschnitt III Nr. 3 b). Ob diese Regelung allerdings mit der Verfassung vereinbar ist, muß nach Brühl auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes (BVerwGE 1,159), nach der die Leitgedanken des Grundgesetzes eine Rechtspflicht des Sozialhilfeträgers gegenüber dem Bedürftigen begründen bezweifelt werden; s. Brühl, A., Die Wohnung als Sachleistung der Sozialhife, ZfF 1991, S.51.

Sozialleistungsträger sind nach § 17 Abs. 1 Nr. 2 SGB I ausdrücklich gehalten, darauf hinzuwirken, daß die zur Ausführung von Sozialleistungen erforderlichen sozialen Einrichtungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen. Die Sozialhilfeträger müssen zwar nicht unbedingt — wie aus § 93 Abs. 1 BSHG zu schließen ist — die Sachleistungen selbst, also in eigenen Einrichtungen, erbringen, aber in jedem Fall sicherstellen, daß die Hilfesuchenden die nach dem Gesetz erforderliche Hilfe erhalten (s. Schulte/Trenk-Hinterberger, BSHG, 2. Auflage, § 93 Anm. 1), was die Schaffung eigener Einrichtungen dann gebietet, wenn andere nicht ausreichend vorhanden sind. Gelingt es ihnen nicht, berechtigte Wohnungswünsche über den allgemeinen Wohnungsmarkt oder durch Zusammenarbeit mit Wohnungsunternehmen bzw. Wohnungsvermietern zu erfüllen, müssen sie eigene Wohnungen zur Verfügung stellen und gegebenenfalls bauen. Dies haben sie zu planen und zu organisieren, genauso wie sie für genügend Heimplätze zu sorgen haben oder wie die Ordnungsbehörden nach dem Polizeirecht zur Bereitstellung von (vorübergehenden) Notunterkünften verpflichtet sind (s. dazu Brühl, a. a. O., 1977 S. 39 f.). Eine Ausnahme gilt insoweit allerdings für die neuen Bundesländer in der Ex-DDR, in denen gesetzliche Ansprüche nur insoweit zu erfüllen sind, als die im Einzelfall dafür erforderlichen sozialen Einrichtungen vorhanden oder sonst mit den verfügbaren Mitteln erreichbar sind (Einigungsvertrag Kapitel X, Sachgebiet H, Abschnitt III Nr. 3 b). Ob diese Regelung allerdings mit der Verfassung vereinbar ist, muß auf Grund der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE Bd. 1 S. 159 = FEVS Bd. 1 S. 55 = NDV 1954 S. 380), nach der die Leitgedanken des Grundgesetzes eine Rechtspflicht des Sozialhilfeträgers gegenüber dem Bedürftigen begründen, bezweifelt werden, kann hier aber nicht vertieft werden.
Anmerkungen

Die Quelle ist in FN 290 angegeben, aber eindeutig nur als Beleg für den letzten Satz der Fußnote. Alle anderen hier dokumentierten Textübernahmen sind gänzlich unbelegt.

Man beachte auch, dass die ersten drei dokumentierten Zeilen (Z. 4-7, bis "zur Verfügung stehen") nicht in die Zeilenzählung eingehen, da hier Gesetzestext referiert wird [1].

Die Fußnote 289 wurde übersichtshalber nur verkürzt dokumentiert, sie enthält keinen Verweis auf die Quelle.

Sichter
(Hindemith)

[6.] Fws/Fragment 017 02 - Diskussion
Bearbeitet: 26. July 2014, 10:30 (Graf Isolan)
Erstellt: 20. October 2013, 20:42 Graf Isolan
Fragment, Fws, Koch 1984, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 17, Zeilen: 2-31
Quelle: Koch 1984
Seite(n): 9-10, Zeilen: 9:4-11.14-16.20-38 - 10:1-4
Den mitgeteilten Defiziten bisheriger Definitionsversuche trägt allein ein Obdachlosenbegriff ausreichend Rechnung, der zur Abgrenzung des obdachlosen Personenkreises als maßgebendes Kriterium den eingetretenen und drohenden Wohnungsverlust in Verbindung mit dem Bedarf der Betroffenen an öffentlichen Hilfen zum Wohnungserhalt und zur Wohnungsbeschaffung als Definitionsmerkmal miteinbezieht. Diesen Bedürfnissen Rechnung tragend, haben zuletzt Schuler/Sautter in Anlehnung an die erwähnten Landesvorschriften einen Definitionsvorschlag für die behördliche Praxis gemacht, der nicht mehr den juristischen Status der Unterbringung (Miete oder Einweisung) zum Definitionskriterium macht, sondern sich an der Notwendigkeit behördlicher Maßnahmen orientiert. Schuler/Sautter unterscheiden

- aktuell bestehende Obdachlosigkeit,

- unmittelbar drohende Obdachlosigkeit und

- potentielle Obdachlosigkeit.

Aktuell von Obdachlosigkeit betroffen sind nach Schuler/Sautter Personen, denen aufgrund ihrer Wohungslosigkeit [sic] von der Behörde Wohnraum zugewiesen wurde; dazu gehören ordnungsrechtlich eingewiesene Bewohner von Unterkünften und Normalwohnungen (Nutzungsberechtigte), ehemals eingewiesene Bewohner (heutige Mieter) von Unterkünften, die eine endgültige und ausreichende Unterbringung nicht gewährleisten und nicht auf dem Weg der Einweisung in Unterkünfte untergebrachte Bewohner (Mieter, die vom Wohnungsverlust betroffen waren und ohne Einweisungsverfügung eine Unterkunft zugeteilt bekamen).

Unmittelbar von Obdachlosigkeit bedroht sind nach Schuler/Sautter Personen, denen der Verlust ihrer derzeitigen Wohnung droht und die dabei ohne behördliche Hilfe nicht in der Lage sind, ihren Wohnraum auf Dauer zu erhalten oder sich Ersatzwohnraum zu beschaffen.

Potentiell von Obdachlosigkeit bedroht sind nach Schuler/Sautter Personen, bei denen der Wohnungsverlust zeitlich zwar noch nicht absehbar ist, bei denen die Möglichkeit jedoch aufgrund ihrer unzureichenden Wohn- und Einkommenssituation nicht ausgeschlossen werden kann.19


19 Schuler, G./Sautter, H., Obdachlosigkeit und soziale Brennpunkte in Hessen, Umfang, Struktur und Entwicklung der Obdachlosigkeit, Darmstadt 1983, S. 39 f.

[Seite 9]

Am überzeugendsten ist der bereits empirisch bewährte Definitionsvorschlag SCHULER's. In SCHULER's Studie zu Umfang und Struktur der Obdachlosigkeit in Hessen werden

"zur Abgrenzung des Obdachlosenpersonenkreises als maßgebende Kriterien der eingetretene oder der drohende Wohnungsverlust in Verbindung mit der Notwendigkeit behördlicher Maßnahmen zur Beseitigung oder Vermeidung der nach ordnungsrechtlichen Kategorien bestimmten Situation der Obdachlosigkeit zugrunde gelegt. Aufgrund dieser erweiterten Abgrenzung soll auch der Kreis der obdachlosen Menschen, die als Mieter untergebracht sind, miterfaßt werden" (SCHULER 1983:6 f.).

Es wird also nicht mehr der juristische Status der Unterbringung (Miete oder Einweisung) zum Definitionskriterium gemacht, sondern die Notwendigkeit behördlicher Maßnahmen. [...]

SCHULER unterscheidet:

(1) aktuell bestehende Obdachlosigkeit;

(2) unmittelbar drohende Obdachlosigkeit und

(3) potentielle Obdachlosigkeit.

(1) Aktuell von Obdachlosigkeit betroffen sind gemäß SCHULER Personen,

"denen aufgrund ihrer Wohnungslosigkeit von der Behörde Wohnraum zugewiesen wurde; dazu gehören

- ordnungsrechtlich eingewiesene Bewohner von Unterkünften und Normalwohnungen (Nutzungsberechtigte),

- ehemals eingewiesene Bewohner (heutige Mieter) von Unterkünften, die eine endgültige und ausreichende Unterbringung nicht gewährleisten und

- nicht auf dem Weg der Einweisung in Unterkünfte untergebrachte Bewohner (Mieter, die vom Wohnungsverlust betroffen waren und ohne Einweisungsverfügung eine Unterkunft zugeteilt bekamen)."

(2) Unmittelbar von Obdachlosigkeit bedroht sind gemäß SCHULER Personen,

"denen der Verlust ihrer derzeitigen Wohnung droht und die dabei ohne behördliche Hilfe nicht in der Lage sind, ihren Wohnraum auf Dauer zu erhalten oder sich Ersatzwohnraum zu beschaffen."

[Seite 10]

(3) Potentiell von Obdachlosigkeit bedroht sind gemäß SCHULER Personen,

"bei denen der Wohnungsverlust zeitlich zwar noch nicht absehbar ist, bei denen die Möglichkeit jedoch aufgrund ihrer unzureichenden Wohn- und Einkommenssituation nicht ausgeschlossen werden kann." (SCHULER 1983:7 f.).


SCHULER, G.
1981 Obdachlosigkeit und soziale Brennpunkte in Hessen. In: INSTITUT WOHNEN UND UMWELT (Hrsg.), Wohnungspolitik am Ende?
Opladen. S. 39-59

SCHULER, G.
1983 Obdachlosigkeit und soziale Brennpunkte in Hessen. Umfang, Struktur und Entwicklung der Obdachlosigkeit. Institut Wohnen und Unweit.
Darmstadt.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Koch (1984) demonstriert i.ü. wie man Definitionen korrekt zitieren kann.

Obwohl Fws hier auch Formulierungen von Koch übernimmt, wird dieser hier nicht als Quelle erwähnt.

Sichter
(Graf Isolan)

[7.] Fws/Fragment 271 08 - Diskussion
Bearbeitet: 7. November 2013, 22:13 (Hindemith)
Erstellt: 7. November 2013, 22:12 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, SMWFragment, Schutzlevel, Stekl 1986, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 271, Zeilen: 8-16
Quelle: Stekl 1986
Seite(n): 126, Zeilen: 7ff
Denn die erneute Betonung der Arbeitspflicht aller Armen, verstärkter Kampf gegen Betteln und Vagabundage, Ausbau der Polizeiapparate sowie Verbreitung der Freiheitsstrafe mit konsequenter Nutzung der Arbeitskraft der Häftlinge waren nicht nur wichtige Elemente städtischer Ordnungspolitik, sondern zugleich Voraussetzung wirtschaftlicher Modernisierung. Die Zucht- und Arbeitshäuser bildeten dabei einen Apparat, der in erster Linie eine veränderte Einstellung zur Arbeit internalisieren sollte und dabei auch die "eigentlichen Bedürfnisse" von Arbeitsunwilligen und Kriminellen festlegte.21

21 Stekl, H., Labore et fame - Sozialdisziplinierung in Zucht- und Arbeitshäusern des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./T ennstedt, P. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 126; Marzahn, Chr., Das Zucht- und Arbeitshaus. Die Kerninstitution frühbürgerlicher Sozialpolitik, in: Marzahn, Chr./Ritz, H.-G. (Hrsg.), Zähmen und Bewahren. Die Anfänge bürgerlicher Sozialpolitik, Bielefeld 1984, S. 45 f.; zur Geschichte der Zucht- und Arbeitshäuser in England, Geremek, B., Geschichte der Armut. Elend und Barmherzigkeit in Europa, München/Zürich 1988, S. 269.

Erneute Betonung der Arbeitspflicht aller Armen, verstärkter Kampf gegen Bettel und Vagabundage, Ausbau der Polizeiapparate sowie Verbreitung der Freiheitsstrafe mit konsequenter Nutzung der Arbeitskraft der Häftlinge waren wichtige Elemente nunmehr gesamtstaatlicher Strategie. Die Zucht- und Arbeitshäuser bildeten dabei einen Apparat, der in erster Linie eine veränderte Einstellung zur Arbeit internalisieren sollte und dabei auch die »eigentlichen Bedürfnisse« von Arbeitsunwilligen und Kriminellen festlegte.
Anmerkungen

Die Quelle wird in der FN 21 als eine von drei Quellen genannt. Dem Leser wird so allerdings nicht klar, dass zuvor umfangreich und weitgehend wörtliche aus dieser Quelle übernommen wurde.

Sichter
(Hindemith)

[8.] Fws/Fragment 269 01 - Diskussion
Bearbeitet: 8. November 2013, 19:58 (Hindemith)
Erstellt: 8. November 2013, 19:55 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 269, Zeilen: 1-12
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 103, Zeilen: 15ff
Die Ausweitung der Disziplinarmechanismen ist eine Erscheinung, die sich zuerst in den Städten zeigte. Das Zusammenleben von Menschen auf engem Raum brachte Probleme mit sich, auf die die städtischen Eliten eine ordnungspolitische Antwort finden mußten. Früher als in den Territorien begann man deshalb in den Städten, das Wohlfahrts- und Polizeiwesen zu organisieren. Damit begann eine Phase der "Sozialregulierung" in den deutschen Städten, an deren Endpunkt die Sozialdisziplinierung im Sinne umfassender Erziehung zur Arbeit in Armut stand. Im Laufe des 16. und frühen 17. Jahrhunderts verfeinerte sich das Herrschaftsinstrumentarium immer mehr. Zucht- und Polizeiordnungen, Luxus- und Kleiderordnungen, Taxordnungen, Armen- und Bettlerordnungen trugen dazu bei, daß jeder einzelne Stadtbewohner dem engmaschigen Netz der Sozialdisziplinierung kaum entgehen konnte.15

15 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit, in: Sachße Ch./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 103; Sachße Ch./Tennstedt, F., Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland, Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg, Stuttgart/Berlin /Köln /Mainz 1980, S. 30 ff., die den Neuigkeitswert der städtischen Bettel- und Almostnordnungen des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts nur eingeschränkt bejahen wollen. Ihrer Ansicht nach hatte bereits die traditionelle Almosen-Dogmatik durchaus praktikable Kriterien für die Berechtigung zum Empfang von Almosen erarbeitet (S. 33).

Die Ausweitung der Disziplinarmechanismen ist eine Erscheinung, die sich zuerst in den Städten zeigte. Das Zusammenleben von Menschen auf engem Raum brachte Probleme mit sich, auf die der Magistrat eine ordnungspolitische Antwort finden mußte. Früher als in den Territorien begann man in den Städten, das Wohlfahrts- und Polizeiwesen zu organisieren. [...] Damit begann eine Phase der »Sozialregulierung« in den deutschen Städten, an deren Endpunkt die Sozialdisziplinierung stand. Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts verfeinerte sich das Herrschaftsinstrumentarium immer mehr. Zucht- und Polizeiordnungen, Luxus- und Kleiderordnungen, Taxordnungen, Armen- und Bettlerordnungen trugen dazu bei, daß jeder einzelne Stadtbewohner dem engmaschigen Netz der Sozialdisziplinierung kaum entgehen konnte.
Anmerkungen

Die Quelle ist zwar angegeben, Art und Umfang der Übernahme sind aber nicht gekennzeichnet.

Sichter
(Hindemith)

[9.] Fws/Fragment 268 13 - Diskussion
Bearbeitet: 8. November 2013, 20:52 (Hindemith)
Erstellt: 8. November 2013, 20:25 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 268, Zeilen: 13-20
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 103, Zeilen: 3-11
Zu heterogen waren die pauperisierten Massen, um sich in ihrer Gesamtheit als integrationsfähig zu erweisen.12 Wo die auf Integration ausgerichtete Politik der städtischen Obrigkeit versagte, bekam Sozialdisziplinierung "die Wirkung einer diskriminierenden Ausgrenzung".13 Die Mehrzahl der fremden Bettler, Zigeuner, Vaganten und vagabundierenden Landsknechte wurde, nachdem Eingliederungsversuche fehlgeschlagen waren, als nutzlose, faule und gefährliche Elemente gebrandmarkt und in eine gesellschaftliche Randexistenz gedrängt.14

12 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsor [sic] Sachße Ch./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 103.

13 Sachße Ch./Tennstedt, F., Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland. Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg, Stuttgart/Berlin /Köln /Mainz 1980, S. 36 f.; Fischer, Th., Die Anfänge frühbürgerlicher Sozialpolitik, in: Marzahn, Chr./Ritz , H.-G., Zähmen und Bewahren. Die Anfänge bürgerlicher Sozialpolitik, Bielefeld 1984, S. 84.

14 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit, in: Sachße Ch ./Tennsted t, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 103, wobei Sachße Ch ./Tennstedt, F., Geschichte der Armenfürsorge in Deutschland. Vom Spätmittelalter bis zum 1. Weltkrieg, Stuttgart/Berlin /Köln /Mainz 1980, S. 38, allerdings raten , dem in der neueren Sozialarbeiterliteratur gepflegten Klischee von einer brutalen Blutgesetzgebung gegen Bettelei und Vagabondage mit Vorsicht zu begegnen. "Zwar läßt sich die Existenz einer Blutgesetzgebung auch für den europäischen Kontinent belegen, nicht aber ein den gesetzlichen Strafdrohungen entsprechender konsequenter Strafvollzug ... Die gesellschaftliche Ausgrenzung und Ächtung von Armut beginnt hier (in der mittelalterlichen Gesellschaft) zögernd und kommt erst im weiteren Verlauf der historischen Entwicklung voll zum Tragen" (S. 39).

Zu heterogen waren die pauperisierten Massen, um sich in ihrer Gesamtheit als integrationsfähig zu erweisen. Wo die auf Integration ausgerichtete Politik der städtischen Obrigkeit versagte, bekam Sozialdisziplinierung »die Wirkung einer diskriminierenden Ausgrenzung«.10 Die Mehrzahl der fremden Bettler, Zigeuner, Vaganten und vagabundierenden Landsknechte wurde, nachdem Eingliederungsversuche fehlgeschlagen waren, als nutzlose, faule und gefährliche Elemente gebrandmarkt und in eine gesellschaftliche Randexistenz gedrängt.11

10 van Dülmen (Anm. 2), 27

11 [...]

Anmerkungen

Die Quelle ist zwar zweimal angegeben, Art und Umfang der Übernahme sind aber nicht gekennzeichnet und für den Leser nicht ersichtlich.

Speziell die Passage vor der FN 13 ist unbelegt, bzw. falsch belegt.

Sichter
(Hindemith)

[10.] Fws/Fragment 267 09 - Diskussion
Bearbeitet: 8. November 2013, 21:05 (Sotho Tal Ker)
Erstellt: 8. November 2013, 21:00 Hindemith
Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, Verschleierung, ZuSichten

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 267, Zeilen: 9-13
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 102, Zeilen: 20ff
In der Stadt des ausgehenden Mittelalters zeigten sich frühzeitig die Auflösungserscheinungen einer ständisch verfaßten Gesellschaft. Bevölkerungszunahme, Verknappung des Nahrungsspielraums, Strukturveränderung in Handwerk, Handel und Gewerbe sowie in der Landwirtschaft verschärften die sozialen Probleme, die auch noch die frühneuzeitliche Stadt kennzeichnen.8

8 Illustrative Darstellung zur Entwicklung der Stadt als Sammelbecken der Armut bei Mollat, M., Die Armen im Mittelalter, München 1984, S. 215, 221 f.; umfassend ausgeführt bei Fischer, Th., Städtische Armut und Armenfürsorge im 15. und 16. Jahrhundert, Göttingen 1979, passim; knapper ders., Der Beginn frühmoderner Sozialpolitik in den deutschen Städten des 16. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Jahrbuch der Sozialarbeit 4/1981, S. 46 ff.

In der Stadt des ausgehenden Mittelalters zeigten sich frühzeitig die Auflösungserscheinungen einer ständisch verfaßten Gesellschaft. Bevölkerungszunahme, Verkappung [sic] des Nahrungsspielraums, Strukturveränderung in Handwerk, Handel und Gewerbe sowie in der Landwirtschaft verschärften die sozialen Probleme, die auch noch die frühneuzeitliche Stadt8 kennzeichnen.

8 Zum ordnungspolitischen Aspekt städtischen Regiments im 16. Jahrhundert. Eine Skizze ihrer Entwicklung, in: Zeitschrift für Stadtgeschichte, Stadtsoziologie und Denkmalpflege 2, 1975, 30-47.

Anmerkungen

Die Quelle wird hier nicht genannt, wörtliche Übernahmen bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Hindemith)

[11.] Fws/Fragment 272 03 - Diskussion
Bearbeitet: 8. November 2013, 21:12 (Hindemith)
Erstellt: 8. November 2013, 21:11 Hindemith
BauernOpfer, Fragment, Fws, Jütte 1986, SMWFragment, Schutzlevel, ZuSichten

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 272, Zeilen: 3-8
Quelle: Jütte 1986
Seite(n): 112, Zeilen: 30ff
Die Verinnerlichung dieser Disziplinierungsmechanismen war ein Entwicklungsprozeß, der erst in der Industriegesellschaft zum Abschluß kam. An dem Disziplinierungsvorgang waren die verschiedensten Sozialisationsinstanzen beteiligt. Das Armenwesen und die mit ihm verbundenen Institutionen wie Spitäler, Zucht-, Waisen- und Arbeitshäuser waren als Experimentierfeld für soziale Kontrolle innerhalb der frühneuzeitlichen Stadtgesellschaft von unschätzbarem Wert.25

25 Jütte , R., Disziplinierungsmechanismen in der städtischen Armenfürsorge der Frühneuzeit, in: Sachße Ch./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 112; Stekl, H., Labore et fame - Sozialdisziplinierung in Zucht- und Arbeitshäusern des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 127, 122, dort zur Bedeutung der Zucht- und Arbeitshäuser als Vorreiter einer rigorosen Zeitdisziplin. Bereits ab Ende des 17. Jahrhunderts wurden Zucht- und Arbeitshäuser gezielt in die gewerbliche Produktion der landesherrschaftlichen Manufakturen einbezogen. "Ein Land, dann in Aufschwung, wenn die Seyden- und Wollmanufacturen wohl eingerichtet seyn und nur ein Zuchthaus dabei ist, durch dessen Furcht das liederliche Gesindlein zum erforderten Fleiß und Arbeit angewiesen wird. Das ist ... gewiß, daß mit Zuchtund Waysenhäusern neue anzulegende und einzuführende Manufakturen gar unvergleichlich und am besten mit einander zu verknüpfen sind." (Zitiert aus einem bei Marzahn, Chr., Das Zuchtund Arbeitshaus. Die Kerninstitution frühbürgerlicher Sozialpolitik, in: Marzahn, Chr./Ritz, H.- G. (Hrsg.), Zähmen und Bewahren. Die Anfänge bürgerlicher Sozialpolitik, Bielefeld 1984, S. 63, wiedergegebenen Vorschlag eines treuen Untertanen). Stekl berichtet für Brandenburg-Preußen von dem verbreiteten Modell der Entreprise, der Verpachtung von Zucht- und Arbeitshäusern an Privatunternehmer (Labore et fame - Sozialdisziplinierung in Zucht- und Arbeitshäusern des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Sachße, Chr./Tennstedt, F. (Hrsg.), Soziale Sicherheit und soziale Disziplinierung, Frankfurt a. M. 1986, S. 127); Stolleis, M., Quellen zur Geschichte des Sozialrechts, Göttingen 1976, S. 16.

Die Verinnerlichung dieser Disziplinierungsmechanismen war ein Entwicklungsprozeß, der erst in der Industriegesellschaft zum Abschluß kam. An dem Disziplinierungsvorgang waren die verschiedensten Sozialisationsinstanzen beteiligt. Das Armenwesen und die mit ihm verbundenen Institutionen wie Spitäler, Zucht- und Arbeitshäuser — nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang die Waisenhäuser47, die vielleicht den effektivsten Beitrag zur Arbeitserziehung leisteten - waren als Experimentierfeld für soziale Kontrolle innerhalb der frühneuzeitlichen Stadtgesellschaft von unschätzbarem und bisher noch nicht entsprechend gewürdigtem Wert.

47 Vgl. dazu beispielsweise Treibert, Hubert/Heinz Steinert: Die Fabrikation des zuverlässigen Menschen. Über die » Wahlverwandtschaft« von Kloster- und Fabrikdisziplin, München 1980, 107ff.

Anmerkungen

Die Quelle ist am Ende der Passage zwar angegeben (zusammen mit anderen Quellen), es wird aber nicht klar, dass hier eine im Wesentlichen wörtliche Übernahme über drei Sätze vorliegt.

Sichter
(Hindemith)

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