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Gc/Fragment 136 09

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
80.134.16.170, Nerd wp, Marcusb
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 136, Zeilen: 5-21
Quelle: Siedschlag 1997
Seite(n): 152f, Zeilen:
Das neoliberale Paradigma in der Disziplin Internationale Politik

ist ein im Entstehen begriffenes Gegenparadigma zum Realismus sowohl in der prakti- schen Politik als auch in der Theoriedebatte. Es hat sich nach der Auflösung der bipo- laren Welt herausgebildet und knüpft teils explizit an Annahmen und Konzepte des Realismus an[298]. Dies geschieht vor allem unter Rückgriff auf den sozialwissenschaftlichen Neoinstitutionalismus. Im Grunde müßte man also von einem Neoinstitutionalismus sprechen. Der Begriff "Neoliberalismus" hat sich aber weitgehend durchgesetzt. Kennzeichnend für dieses Paradigma ist ein Trend zur Externalisierung staatlicher Handlungsorientierung. Kooperative Strukturen bilden - im Gegensatz zur (neo)realistischen Denkweise - typischerweise ein dauerhaftes Strukturelement der internationalen Beziehungen. Nationale Kalküle werden zunehmend durch eine gemeinsame, unwillkürliche oder unbewußte Orientierung an internationalen Institutionen und den mit ihnen verbundenen Werten, Normen und Prozeduren ersetzt. Diese Institutionen können im internationalen System Eigenqualität entwickeln und analog zur weltpolitischen Struktur unabhängige Effekte auf die Akteure ausüben. So werden auch dauerhafte kooperative Foren in der Weltpolitik für möglich gehalten und solche, die nicht der Verwirklichung nationaler, sondern gemeinsamer Interessen dienen. [FN 299 Vgl. Siedschlag (1997), S. 152 f.]

[...] so bieten sich [...] die Etiketten Neoliberalismus und "postinternationale Politik" [...] an. Damit können gut die beiden großen absehbaren, derzeit noch im Entstehen begriffenen Gegenparadigmen zum Realismus sowohl in der praktischen Politik als auch in der Theoriedebatte jenseits der bipolaren Weltordnung erfaßt werden[5].

[...]

Vor allem geschieht dies unter Rückgriff auf den sozialwissenschaftlichen Neoinstitutionalismus, so daß man besser (obwohl sich das Etikett ´Neoliberalismus´bereits weiter durchgesetzt zu haben scheint) von einer institutionalistischen denn von einer neoliberalen Herausforderung des Realismus sprechen sollten. Der Neoliberalismus ist also Institutionalismus. [FN 6] Gemeinhin geht er zwar ebenso wie der Realismus von einem staatenweltlichen Bild des Gegenstandsbereichs aus, unterscheidet sich von diesem allerdings fundamental vor allem darin, daß er einen Trend der Externalisierung staatlicher Handlungsorientierungen und Interessen unterstellt: nationale Kalküle würden zunehmend durch eine gemeinsame unwillkürliche Orientierung an internationalen Institutionen und den mit ihnen verbundenen Werten, Normen und Prozeduren ersetzt. Das Attribut ´unwillkürlich´ ist dabei wesentlich; denn auch bestimmte realistische Ansätze gehen davon aus, daß Staaten eine externale Handlungsorientierung entwicklen können, aber das eben immer nur bewußt, weil es zum Beispiel die eigenen Interessen zeitweilig nahegelegen. [FN 7] Für den Institutionalismus (oder Neoliberalismus) hingegen können Institutionen in der internationalen Politik Eigenqualität entwicklen und analog zur weltpolitischen Struktur (etwa im Sinne von Waltz) unabhängige Effekte auf das unit-Verhalten ausüben. So werden auch dauerhafte kooperative Foren in der Weltpolitik für möglich gehalten und solche, die nicht der Verwirklichung nationaler, sondern gemeinsamer Interessen dienen.

FN 6: Die Bezeichnung ´Neoliberalismus´ist auch deswegen problematisch, weil sie zu Verwechslungen mit dem weltpolitischen Liberalismus führen kann, der wiederum eine andere Bezeichnung für die zum Paradigma der postinternationalen Politik zählende Weltinnenpolitik-Schule und hier besonders die Theorie des demokratischen Friedens ist. Derartige Begriffsprobleme sind aber unvermeidlich, wenn man sich mit aktuellen theoretischen Trends befaßt, die noch keine endgültigen paradigmatischen Formen angenommen haben]

FN 7: Vgl. z.B. das Waltz´sche Konzept der internationalen Amalgamation oder die konstellationanalytische Kategorie "Interdependenz und Strategie" des Münchener Liberalismus]

Anmerkungen

http://books.google.com/books?id=hzLhcod_32kC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false Hier liegt ein klares Bauernopfer vor. Ein gesamter Absatz wird nahezu wörlich übernommen und nur am Ende mit einer einzigen Fußnote gekennzeichnet. [Gefunden von Gutti.]

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