Fandom

VroniPlag Wiki

Gjb/148

< Gjb

31.373Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Die Prävention von Gewalt: Rechtspolitische, strafrechtliche und kriminologische Ansätze im Umgang mit Gewalt

von Prof. Dr. Gerardo J. Briceño

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Gjb/Fragment 148 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-10-04 12:03:28 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Gjb, Liell 2002, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 148, Zeilen: 1 ff. (komplett)
Quelle: Liell 2002
Seite(n): 1 (Internetversion), Zeilen: -
4. Gewalt in modernen Gesellschaften

Gewalt in modernen Gesellschaften ist ein paradoxes Phänomen: Einerseits gelten solche Gemeinwesen ihrem Selbstverständnis nach als zivilisiert, als zumindest nach innen gewaltfrei und befriedet.341 Gerade dies wird als Unterschied zu vormodernen oder nichtmodernen Gesellschaften angesehen. Andererseits werden immer Horrorszenarien einer allgegenwärtigen Gewalt entwickelt.

Nicht nur die öffentliche und politische Diskussion um Gewalt ist durch diese Spannung zwischen Ausblendung einerseits und Dramatisierung andererseits geprägt. Auch sozialwissenschaftliche Analysen zu Gewalt bewegen sich zwischen beiden Polen und liefern entsprechende Erklärungen, Umfrageergebnisse und Statistiken. Beiden Haltungen – Ausblendung und Dramatisierung – ist gemeinsam, dass Gewalt als Fremdkörper, als Defizit und als Synonym für Bedrohung, Zerfall und Auflösung der Gesellschaft betrachtet wird: Entweder bricht Gewalt als Barbarei von außen in die Gesellschaft herein, oder sie löst – als Pathologie der modernen Gesellschaft –diese von innen, aus ihrer Mitte heraus auf.

4.1 Gesellschaftstheoretischen Ebene

Auf der gesellschaftstheoretischen Ebene führt die einseitige Verbindung von Gewalt mit Desintegration – d.h. dem Auseinanderbrechen und Zerfall sozialer Ordnung342 dazu, dass die integrierenden, ordnungsstiftenden und –stabilisierenden Wirkungen von Gewalt nicht in den Blick geraten. Gerade darin dürfte aber ein Grund für die Attraktivität und Dauerhaftigkeit von Gewalthandeln liegen. Diese Defizitperspektive auf Gewalt führt in der Tendenz dazu, alle möglichen Phänomene, die als Übel der Gesellschaft erscheinen [(Leistungsdruck, Individualismus, Pluralisierung von Werten, Rückzug aus Institutionen, etc.) zur unscharfen und vagen Diagnose einer „desintegrierten Gesellschaft“ zu verdichten und diese als Ursache für Gewalt auszugeben.343]


341 LIELL 2002, S. 6 ff.

342 Siehe LIELL 2002.

[343 Siehe LIELL 2002.]

Gewalt in modernen Gesellschaften - zwischen Ausblendung und Dramatisierung

[...]

Einleitung

Gewalt in modernen Gesellschaften ist ein paradoxes Phänomen: Einerseits gelten solche Gemeinwesen ihrem Selbstverständnis nach als zivilisiert, als zumindest nach innen gewaltfrei und befriedet. Gerade dies wird als Unterschied zu vormodernen oder nichtmodernen Gesellschaften angesehen. Andererseits werden immer wieder Horrorszenarien einer allgegenwärtigen Gewalt entwickelt. [...] Nicht nur die öffentliche und politische Diskussion um Gewalt ist durch diese Spannung zwischen Ausblendung einerseits und Dramatisierung andererseits geprägt. Auch sozialwissenschaftliche Analysen zu Gewalt bewegen sich zwischen diesen beiden Polen und liefern entsprechende Erklärungen, Umfrageergebnisse und Statistiken.

Beiden Haltungen - Ausblendung und Dramatisierung - ist gemeinsam, dass Gewalt als Fremdkörper, als Defizit und als Synonym für Bedrohung, Zerfall und Auflösung der Gesellschaft betrachtet wird: Entweder bricht Gewalt als Barbarei von außen in die Gesellschaft herein, oder sie löst - als Pathologie der modernen Gesellschaft - diese von innen, aus ihrer Mitte heraus auf. [...]

Auf der gesellschaftstheoretischen Ebene führt die einseitige Verbindung von Gewalt mit Desintegration - d.h. dem Auseinanderbrechen und Zerfall sozialer Ordnung - dazu, dass die integrierenden, ordnungsstiftenden und -stabilisierenden Wirkungen von Gewalt nicht in den Blick geraten. Gerade darin dürfte aber ein Grund für die Attraktivität und Dauerhaftigkeit von Gewalthandeln liegen. Diese Defizitperspektive auf Gewalt führt in der Tendenz dazu, alle möglichen Phänomene, die als Übel der Gesellschaft erscheinen (Leistungsdruck, Individualismus, Pluralisierung von Werten, Rückzug aus Institutionen etc.) zur unscharfen und vagen Diagnose einer "desintegrierten Gesellschaft" zu verdichten und diese als Ursache für Gewalt auszugeben.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan), SleepyHollow02


vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Guckar, Zeitstempel: 20131004120331

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki