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Gjb/Fragment 159 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 159, Zeilen: 1ff (komplett)
Quelle: von Trotha 2005
Seite(n): 46, 48, 49, Zeilen: 46:13-16; 48:32-43; 49:1-5
[Reduzierte Voraussehbarkeit fungiert gleichfalls als ein Schlüssel für die Wirklichkeiten der Prekarität und ein Bindeglied zwischen der Welt der Prekarität und den] Erscheinungsformen der Gewalt. Hierzu wird die Existenz einer [sic] Entsprechungsverhältnis [sic] zwischen Prekarität und Gewalt demonstriert.

Die eingeschränkte Voraussehbarkeit des Handelns gehört sicherlich zu den folgenreichsten Kennzeichen von Lebenswirklichkeiten unter den Bedingungen de [sic] Gewalt. Sie ist nach Hobbes die Geburtsstunde und Legitimationsgrundlage für den Leviathan, dessen Ordnungsleistung darin besteht, über das Gewaltmonopol die Unvoraussehbarkeit sozialen Handelns einzuschränken und Alltäglichkeit im Verkehr des Menschen zu gewährleisten.372 Nicht [sic] anderes formuliert das Kernargument von Elias’ Theorie der [sic] Zivilisationsprozesses, insofern nach dieser Theorie erst mit dem Gewaltmonopol jene Voraussehbarkeit, Sicherheit „Langsicht“ und damit Planbarkeit sozialen Handelns entsteht, derer Interaktionsketten bedürfen, um sich in der Weise wie in der europäischen Neuzeit ausweiten und komplexer werden zu können.373

Entsprechend ist die Welt der Prekarität eine, um es sehr verkürzt zu sagen, „provinzielle Welt“. Die reduzierte Voraussehbarkeit des Handelns, welche die ökonomischen, gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Lebensverhältnisse zum Signum des sozialen Handelns in der Erfahrungswirklichkeit der Prekarität machen, orientiert das soziale Handeln auf das Hier und das Jetzt. Die gewalttätige Aktionsmacht entspricht dieser Logik der Vergesellschaftung im dunklen Schatten der eingeschränkten Voraussehbarkeit des Handelns.374


372 „Alltag – das ist die Erfahrung von Gleichmaß und Wiederholung. Der Alltag ist von Routinen, d. h. dem Erwart- und Vorhersehbaren, bestimmt. Die Wirklichkeit der Gewalt ist stattdessen das Gegenteil von der alltäglichen Wirklichkeit. Gewalt ist eine Wirklichkeit der unmittelbaren und situativen Zeit. Das gewalttätige Tun ist gleichgültig gegenüber der Vergangenheit”.von TROTHA 2006, S. 47.

373 ELIAS 1997.

374 Siehe von TROTHA 2006, S. 48 ff.

[Seite 46]

Reduzierte Voraussehbarkeit ist gleichfalls ein Schlüssel für die Wirklichkeiten der Prekarität und ein Bindeglied zwischen der Welt der Prekarität und den Erscheinungsformen der Gewalt. Es gibt zwischen Prekarität und Gewalt ein Entsprechungsverhältnis.

[Seite 48]

Die eingeschränkte Voraussehbarkeit des Handelns gehört sicherlich zu den folgenreichsten Kennzeichen von Lebenswirklichkeiten unter den Bedingungen der Gewalt. Sie ist nach Hobbes die Geburtsstunde und Legitimationsgrundlage für den Leviathan, dessen Ordnungsleistung darin besteht, über das Gewaltmonopol die Unvoraussehbarkeit sozialen Handelns einzuschränken und Alltäglichkeit im Verkehr der Menschen zu gewährleisten. Nichts anderes formuliert das Kernargument von Elias’ Theorie der Zivilisationsprozesses, insofern nach dieser Theorie erst mit dem Gewaltmonopol jene Voraussehbarkeit, Sicherheit, „Langsicht“ und damit Planbarkeit sozialen Handelns entsteht, derer Interaktionsketten bedürfen, um sich in der Weise wie in der europäischen Neuzeit ausweiten und komplexer werden zu können (Elias 1976). Entsprechend ist die Welt der Prekarität eine, um es sehr verkürzt zu sagen, ‚provinzielle Welt’. Die reduzierte Voraussehbarkeit des Handelns,

[Seite 49]

welche die ökonomischen, gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Lebensverhältnisse zum Signum des sozialen Handelns in der Erfahrungswirklichkeit der Prekarität machen, orientiert das soziale Handeln auf das Hier und das Jetzt. Die gewalttätige Aktionsmacht entspricht dieser Logik der Vergesellschaftung im dunklen Schatten der eingeschränkten Voraussehbarkeit des Handelns.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann

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