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Gjb/Fragment 175 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 175, Zeilen: 1-17
Quelle: Wimmer et al 1996
Seite(n): 39, Zeilen: 39: 4-7, 16-36 ; 40: 1-5
[Es ist ein Prozess der zunehmenden Verrechtlichung der gesellschaftlichen] Sphären, der einhergeht mit der Normierung und der Normalisierung der Individuen und ihrer Verhaltensweisen. 420

Gewalt und Recht sind so wenig Gegensatzbegriffe, dass das lateinische „ius“ da, wo es sich um Verfügungsrechte handelte, mit „Gewalt“ wiedergegeben wurde. Durch die Konfrontation mit der römisch-rechtlichen Terminologie, die mit der germanischen kaum harmonierte, entwickelte sich zudem ein uneindeutiges semantisches Potential im Begriff „Gewalt“, das mit denen von „Kraft“ und „Macht“ konkurrierte. Entgegen dem Französischen oder dem Englischen, die mit „force“ und „violence“ zwei verschiedene Wörter für die unterschiedlichen Bedeutungen haben, enthält der deutsche Gewaltbegriff beide Bedeutungshorizonte. Diese Ambivalenz von „potestas“ und „violentia“ bestimmt bis heute seine Geschichte und ist Teil des Problems, zwischen Recht und Gewalt zu unterscheiden.421

Bezogen auf die Anwendbarkeit des Rechts formuliert Derrida das Problem pointiert. Die Anwendung der Gesetze impliziert eine Gewalt, die laut Derrida:

"die uns von inner [sic] her erinnert, dass das Recht stets eine Gewalt ist, der man stattgegeben die man autorisiert hat, eine gutgeheißene, gerechtfertigte Gewalt, eine Gewalt, die sich durch ihre Anwendung rechtfertigt oder sich rechtfertigen wird, selbst wenn diese Rechtfertigung ihrerseits ungerecht ist oder sich nicht rechtfertigen lässt. Die Anwendbarkeit, die „enforceability“ ist keine äußerliche oder sekundäre Möglichkeit, die zusätzlich, als Supplement zu den [sic] Recht hinzukommen mag. Sie ist die Gewalt, die wesentlich in dem Begriff der „Gerechtigkeit als Recht“ einbegriffen ist <…> Wie soll man zwischen dieser Gewalt, dieser Kraft (force) des Gesetzes, dieser „Gesetzeskraft“ <…> und einer Gewalt(tätigkeit) („violence“), die man immer für ungerecht [hält, unterscheiden?]


420 FOUCAULT: Überwachen und Strafen (Siehe Anm. Nr. 92 in WIMMER et al., 1996, S. 39).

421 Dazu IMBUSCH, 2003.

[Seite 39]

Es ist m.a.W. ein Prozeß der zunehmenden Verrechtlichung der gesellschaftlichen Sphären, der einhergeht mit der Normierung und der Normalisierung der Individuen und ihrer Verhaltensweisen.92 [...]

Gewalt und Recht sind so wenig Gegensatzbegriffe, daß das lat. »ius« da, wo es sich um Verfügungsrechte handelte, mit »Gewalt« wiedergegeben wurde. Durch die Konfrontation mit der römisch-rechtlichen Terminologie, die mit der germanischen kaum harmonierte, entwickelte sich zudem ein uneindeutiges semantisches Potential im Begriff »Gewalt«, das mit denen von »Kraft« und »Macht« konkurrierte. Entgegen dem Französischen oder dem Englischen, die mit »force« und »violence« zwei verschiedene Wörter für die unterschiedlichen Bedeutungen haben, enthält der deutsche Gewaltbegriff beide Bedeutungshorizonte. Diese Ambivalenz von potestas und violentia bestimmt bis heute seine Geschichte und ist Teil des Problems, zwischen Recht und Gewalt zu unterscheiden.

Bezogen auf die Anwendbarkeit des Rechts formuliert Derrida das Problem pointiert. Die Anwendung der Gesetze impliziert immer eine Gewalt, »die uns von innen her daran erinnert, daß das Recht stets eine Gewalt ist, der man stattgegeben, die man autorisiert hat, eine gutgeheißene, gerechtfertigte Gewalt, eine Gewalt, die sich durch ihre Anwendung rechtfertigt oder sich rechtfertigen wird, selbst wenn diese Rechtfertigung ihrerseits ungerecht ist oder sich nicht rechtfertigen läßt. Die Anwendbarkeit, die >enforceability< ist keine äußerliche oder sekundäre Möglichkeit, die zusätzlich, als

[Seite 40]

Supplement zu dem Recht hinzukommen mag. Sie ist die Gewalt, die wesentlich in dem Begriff der Gerechtigkeit als Recht einbegriffen ist [...] Wie soll man zwischen dieser Gewalt, dieser Kraft [force] des Gesetzes, dieser >Gesetzeskraft< [...] und einer Gewalttätigkeit) [violence], die man immer für ungerecht hält, unterscheiden?


92 M. Foucault, Überwachen und Strafen.

Anmerkungen

Art und Umfang der Übernahme bleiben ungekennzeichnet.

Das ebenfalls (und ohne korrekten "zitiert nach"-Vermerk) aus der Quelle stammende Derrida-Sekundärzitat wird nicht in die Zeilenzählung aufgenommen.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann

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