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Gjb/Fragment 181 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 181, Zeilen: 1 ff. (kpl.)
Quelle: Imbusch Bonacker 2006
Seite(n): 100-102, Zeilen: 100: 26ff, 101: 1ff, 102: 1ff
[Zum anderen geht es in theoretisch-interpretativer Perspektive um die Einschätzung des historischen Gewaltverlaufs und die Frage nach den Zusammenhängen von Moderne und Gewalt. Hier stehen sich die Anhänger eines „Traums von der gewaltfreien Moderne“ 434 und die (beizeiten anthropologisch inspirierten) Pessimisten in Bezug] auf effektive Einhegungsmöglichkeiten von Gewalt gegenüber.435

Während die ersteren in modernisierungstheoretischer Perspektive von einer langfristigen Abnahme der Gewalt ausgehen und in den freiheits- und friedensverbürgenden Institutionen der westlichen Demokratie die entscheidenden Voraussetzungen für die möglichst weitgehende Durchsetzung von zivilen und gewaltfreien Verhältnissen erblicken, weisen die anderen vor allem mit Blick auf die dramatischen Entzivilisierungsschübe und die verheerenden Erfahrungen mit Makrogewalt im 20. Jahrhundert auf die keineswegs unverbrüchlichen Sicherungen der Moderne gegenüber Gewalt hin und betonen sogar die Fragilität und besondere Anfälligkeit der Moderne für Gewalt.436

6. Legalität und Legitimität – Begriffliche Unterscheidung

Schließlich ist seit jeher strittig, welche Formen und Arten von Gewalt unter welchen Umständen legal sind oder als legitim erachtet werden. Fragen von Legalität und Legitimität sorgen ob ihrer weitreichenden Folgen für dauerhafte Streitpunkte nicht nur unter Gewaltforschern, sondern auch zwischen diesen und staatlichen Organen. Imbusch u. Bonacker sind der Auffasung, dass beide zudem nur vordergründig leicht zu beantworten sind. 437 Dies liegt nicht nur daran, dass es im Einzelfall eine beträchtliche Grauzone zwischen legitimer und legaler Gewaltanwendung gibt, sondern auch daran, dass die Kennzeichnung einer bestimmten Handlung als Gewalt selbst einem historischen Wandel unterliegt und das einstmals illegale Gewalt [durch bestimmte Ereignisse oder durch den sozialen Wandel plötzlich in einem legitimen Licht erstrahlt.]


435 SOFSKY 1996.

436 Siehe IMBUSCH 2005; 2006, S. 101.

437 IMBUSCH/BONACKER 2006, S.102.

Zum anderen geht es in theoretischinterpretativer Perspektive um die Einschätzung des historischen Gewaltverlaufs und die Frage nach den Zusammenhängen von Moderne und Gewalt. Hier stehen sich die Anhänger eines „Traums von der gewaltfreien Moderne“ 74 und die (beizeiten anthropologisch inspirierten) Pessimisten in Bezug auf effektive Einhegungsmöglichkeiten von Gewalt gegenüber.75 Während die ersteren in modernisierungstheoretischer Perspektive von einer langfristigen Abnahme der Gewalt ausgehen und in den freiheits- und friedensverbürgenden Institutionen der westlichen Demokratie die entscheidenden Voraussetzungen für die möglichst weitgehende Durchsetzung von zivilen und gewaltfreien Verhältnissen erblicken, weisen die anderen v.a. mit Blick auf die dramatischen Entzivilisierungsschübe und die verheerenden Erfahrungen mit Makrogewalt im 20. Jahrhundert auf die keineswegs unverbrüchlichen Sicherungen der Moderne gegenüber Gewalt hin und betonen sogar die Fragilität und besondere Anfälligkeit der Moderne für Gewalt.76

[S. 102]

Schließlich ist seit jeher strittig, welche Formen und Arten von Gewalt unter welchen Umständen legal sind oder als legitim erachtet werden. Fragen von Legalität und Legitimität sorgen ob ihrer weitreichenden Folgen für dauerhafte Streitpunkte nicht nur unter Gewaltforschern, sondern auch zwischen diesen und staatlichen Organen.78 Beide sind zudem nur vordergründig leicht zu beantworten. Dies liegt nicht nur daran, dass es im Einzelfall eine beträchtliche Grauzone zwischen legitimer und legaler Gewaltanwendung gibt, sondern auch daran, dass die Kennzeichnung einer bestimmten Handlung als Gewalt selbst einem historischen Wandel unterliegt und das einstmals illegale Gewalt durch bestimmte Ereignisse oder durch den sozialen Wandel plötzlich in einem legitimen Licht erstrahlt.


75 Sofsky, Wolfgang: Traktat über die Gewalt, Frankfurt/M. 1996; ders.: Zeiten des Schreckens. Amok - Terror - Krieg, Frankfurt/M. 2002; Duerr, Hans Peter: Der Mythos vom Zivilisationsprozess, 5 Bde.. Frankfurt/M. 1988ff.

76 Miller, Max und Hans-Georg Soeffner (Hrsg.): Modernität und Barbarei. Soziologische Zeitdiagnose am Ende des 20. Jahrhunderts, Frankfurt/M. 1996; Imbusch, Peter: Moderne und Gewalt. Zivilisationstheoretische Perspektiven a u f das 20. Jahrhundert, Wiesbaden 2005.

Anmerkungen

Zwei Verweise auf Imbusch/Bonacker, die nur in den letzten zwei Sätzen offen paraphrasiert werden. Die ausgiebigen wörtlichen Übernahmen werden nicht gekennzeichnet.

Sichter
(SleepyHollow02), PlagProf:-)

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