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Heterogenität als Chance. Lehrerprofessionalität im Wandel

von Dr. Ingeborg Seitz

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Is/Fragment 075 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2016-02-27 10:22:54 Hindemith
BauernOpfer, Cloer 2003, Fragment, Gesichtet, Is, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 75, Zeilen: 1-28
Quelle: Cloer 2003
Seite(n): online, Zeilen: 0
[Sie haben die konkrete Berufssituation des Lehrers, die Funktionen und Aufgaben des Berufs (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren), die Sprache, den Erziehungsstil sowie die] Einstellungen von Lehrern (ihr Gesellschaftsbild, Politikverständnis, ihre Innovationsbereitschaft) analysiert; sie haben die Störfaktoren des Lehrerberufs (Beamtenstatus, Schule im bürokratischen System, familiäre Desintegration vieler Schüler) und schließlich auch die Konfliktfelder der Lehrerrolle (abweichende und widersprüchliche Erwartungen der Bezugsgruppen Schüler, Eltern, Kollegen, Schulverwaltungsbeamte) sorgfältig zu beschreiben und zu erhellen versucht. Das war und bleibt verdienstvoll. Lagen die Grenzen der Reflexionsansätze in der Denktradition der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik in der Ausblendung der makro-sozialen sowie der institutionell-bürokratischen Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, so haben sich die Analysen der empirischen und zu Teilen auch der kritischen Erziehungswissenschaft häufig ganz auf die Beschreibung der Rahmenbedingungen der Lehrerrolle konzentriert und dabei die eben wichtige mikro-soziale Ebene der interpersonalen Beziehungen unaufgeklärt gelassen.

3. Die jüngste Entwicklung der späten 1980er und der 90er Jahre fällt nach allgemeiner Einschätzung hinter das vormals erreichte Reflexionsniveau zurück. Diese Periode ist gekennzeichnet durch eine einseitige Untersuchung der Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, und sie hat - flankiert durch die Sensationsmedien - Horror-Szenarien entworfen. Buch- und Aufsatztitel thematisieren häufig das so genannte „Burnout-Syndrom“, die „Berufsunzufriedenheit“, die „belastenden Unterrichtssituationen“, die „hilflosen Helfer“, die „Schul- und Erziehungsnot in Deutschland“, die „Intensivstation Klassenzimmer“ 101 u. a.

Solche Titel führen oft in unbeabsichtigter Weise zu weiterem Ansehensverlust der Lehrer anstatt Empathie mit den Angehörigen des Lehrerberufs zu bewirken. Die Verallgemeinerung mancher Ausnahmebedingungen in solchen Horror- Szenarien konstruieren eher eine Wirklichkeit, die darüber hinaus Studierende der Lehrämter in unnötiger Weise ängstigen, wenn nicht gar vorzeitig resignieren lassen könnten.


101 Titel bibliographiert bei Spanhel. Dieter/Hüber, Heinz-Georg. 1995. S 225 - 235.

Sie haben die konkrete Berufssituation des Lehrers analysiert, haben die Funktionen und Aufgaben des Berufs (Unterrichten, Erziehen, Beurteilen, Beraten, Innovieren), die Sprache, den Erziehungsstil sowie die Einstellungen von Lehrern (ihr Gesellschaftsbild, Politikverständnis, ihre Innovationsbereitschaft), sie haben die Störfaktoren des Lehrerberufs (Beamtenstatus, Schule im bürokratischen System, familiale Desintegration vieler Schüler), sie haben schließlich auch die Konfliktfelder der Lehrerrolle (abweichende und widersprüchliche Erwartungen der Bezugsgruppen Schüler, Eltern, Kollegen, Schulverwaltungsbeamte) sorgfältig zu beschreiben und zu erhellen versucht. Das war und bleibt verdienstvoll. Lagen die Grenzen der Reflexionsansätze in der Denktradition der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik in der Ausblendung der makro-sozialen sowie der institutionell-bürokratischen Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, so haben sich die Analysen der empirischen und zu Teilen auch der kritischen Erziehungswissenschaft häufig ganz auf die Beschreibung der Rahmenbedingungen der Lehrerrolle konzentriert und dabei die eben wichtige mikro-soziale Ebene der interpersonalen Beziehungen unaufgeklärt gelassen.

3. Die jüngste Entwicklung der späten 1980er und der 90er Jahre fällt hinter das vormals erreichte Reflexionsniveau zurück. Diese Periode ist gekennzeichnet durch eine einseitige Untersuchung der Rahmenbedingungen des Lehrerberufs, und sie hat - durch die Sensationsmedien flankiert - Horror-Szenarien entworfen. Buch- und Aufsatztitel thematisieren zuhauf das sog. “Burnout-Syndrom", die “Berufsunzufriedenheit", die “belastenden Unterrichtssituationen", die “hilflosen Helfer", die “Schul- und Erziehungsnot in Deutschland", die “lntensivstation Klassenzimmer" (alle Titel sind bibliographiert bei: Spanhel/Hüber 1995, S.225 -235). [...] Ich vermute aber erstens, daß solche Titel und eine von manchen Lehrern in diesem Kontext entwickelte Larmoyanz in der Öffentlichkeit eher das Gegenteil vom angestrebten Ziel bewirkt haben, keine wachsende Empathie mit den Angehörigen des Lehrerberufs, sondern einen weiteren Ansehensverlust. Und ich vermute zweitens, daß diese Fokussierung auf Ausnahmebedingungen und ihre Verallgemeinerung in solchen Horror-Szenarien eher eine Wirklichkeit konstruiert haben als sie abzubilden und darüber hinaus Studierende der Lehrämter in unnötiger Weise ängstigen, wenn nicht gar vorzeitig resignieren lassen könnten.

Anmerkungen

Die Übernahme lässt sich aus Fn. 99 auf S. 74 erahnen, Umfang und Wörtlichkeit aber nicht.

Sichter
(SleepyHollow02) Schumann


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Hindemith, Zeitstempel: 20160227104357

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