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Jkr/040

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Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven. Zur Stabilisierung einer Krisenregion

von Jakob Kreidl

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jkr/Fragment 040 07 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-06 17:01:18 Guckar
Clewing 2000, Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith, Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 40, Zeilen: 7-30
Quelle: Clewing 2000
Seite(n): 46, 47, Zeilen: 46: 5-23.25-26.30-31; 47: 1-11
Dort siedelte nahe dem heutigen Kosovo eine zahlenmäßig in der Mehrheit befindliche albanische Bevölkerungsgruppe, eng verzahnt mit ihren serbischen Nachbarn.55 Diese Albaner wurden nahezu alle an der Jahreswende 1877/78 von den serbischen Truppen in die Flucht getrieben. Ein großer Teil der Vertriebenen fand schließlich im Kosovo eine dauerhafte Bleibe.56 Diese Vertreibung reiht sich in eine allgemeine Linie ein, entlang derer die Angehörigen der muslimischen Bevölkerungsgruppen Südosteuropas durch die neuen „christlichen“ Nationalstaaten zwischen 1821 und der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in einer Wechselwirkung von Krieg, Flucht und Vertreibung verdrängt wurden. In seiner direkten Auswirkung für das Kosovo war der Vorgang neu für die Region. Es war die serbische Regierung, welche gezielte Gewalt einsetzte und erstmals eine „ethnische Säuberung“ in die Region einführte und damit die weitere negative Entwicklung der interethnischen Beziehungen prägte.

Für das Kosovo war damit eine Politisierung des Nationalen verbunden, weshalb die Geburtsstunde der albanischen Nationalbewegung nicht zufällig in Prizren stattfand. In der damals wichtigsten, im Südwesten des Kosovo gelegenen Stadt gründete sich am 10. Juni 1878 die „Liga von Prizren“ als panalbanische Versammlung. Sie verfolgte die Ziele, den drei Tage später beginnenden und zur Regelung der „Orientalischen Frage“ einberufenen Berliner Kongress dahingehend zu beeinflussen, dass keine albanischen Siedlungsgebiete an Serbien, Montenegro und Griechenland abgetreten und alle bereits besetzten Gebiete zurückgegeben werden sowie die Autonomie für Albanien innerhalb des Osmanischen Reiches.


55 Vgl. Johann Georg von Hahn, Reise von Belgrad nach Salonik, Wien 1868 sowie Fatos Baxhaku, Die Bevölkerungsstruktur der ethnischen Grenzzone von Albanern, Serben und makedonischen Slawen, Österreichische Osthefte Nr. 36, 1994, S. 245-264

56 Malcolm, Kosovo, a.a.O. (Anm. 42), S. 229

[Seite 46, Zeilen 5-23]

Dort siedelte südlich von Niš und besonders in der direkt an Kosovo angrenzenden Gegend von Toplica eine zahlenstarke albanische Bevölkerungsgruppe, eng verzahnt mit ihren serbischen Nachbarn, in insgesamt rund 600 Ortschaften mit je etwa zur Hälfte albanischer und serbischer Mehrheit.95 Diese Albaner wurden unter zahlreichen Todesopfern nahezu alle an der Jahreswende 1877/78 von den anrückenden serbischen Truppen in die Flucht getrieben; eine spätere Rückkehr in die Heimat wurde ihnen verwehrt. Betroffen waren nach einer zu hoch angesetzten Zahl 200.000 Personen, während die in der serbischen Literatur angegebene Ziffer von 30.-35.000 zu niedrig ist und allenfalls zur ungefähren Angabe derer dienen kann, die anschließend in Kosovo eine dauerhafte Bleibe fanden; eine wohlinformierte zeitgenössische Stimme schätzte die Zahl der Vertriebenen auf 83.000; gegen 50.000 mögen sich in Kosovo niedergelassen haben.96

Der Vorgang reiht sich in eine allgemeine Linie ein, entlang derer die Angehörigen der muslimischen Bevölkerungsgruppen Südosteuropas durch die neuen „christlichen“ Nationalstaaten zwischen 1821 und der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in einer Wechselwirkung von Krieg, Flucht, Vertreibung und staatlicher Diskriminierungspolitik zu einem großen Teil ermordet oder verdrängt wurden.

[Seite 46, Zeilen 25-26]

In der direkten Rückwirkung auf Kosovo war der Gewaltakt jedoch etwas Neues für die Region.

[Seite 46, Zeilen 30-31]

Dagegen war es die Regierung in Belgrad, welche gezielte Gewalt und „ethnische Säuberung“ als ethnopolitische

[Seite 47, Zeilen 1-11]

Mittel in die Region einführte und damit die weitere Entwicklung der interethnischen Beziehungen auf Dauer im negativen Sinne prägte.

Für Kosovo ging ganz unmittelbar eine Politisierung des Nationalen einher. Die Geburtsstunde der albanischen Nationalbewegung fand nicht von ungefähr in Prizren statt. Dort gründete sich am 10. Juni 1878 die gesamtalbanische „Liga von Prizren“, die sich gegen die für die Albaner nachteiligen Bestimmungen des im März zwischen Russland und dem Osmanischen Reich geschlossenen Vorfriedens von San Stefano wandte und den bevorstehenden Berliner Kongress zu beeinflussen suchte. Grundposition war die strikte Ablehnung jeder Abtretung von albanischem oder gemischtem Siedlungsgebiet an die Nachbarstaaten, allen voran Serbien und Montenegro.


95 Vgl. als wichtige Quelle Johann Georg VON HAHN, Reise von Belgrad nach Salonik. Wien 21868 sowie zur Forschung Fatos BAXHAKU, Die Bevölkerungsstruktur der ethnischen Grenzzone von Albanern, Serben und makedonischen Slawen (zweite Hälfte des 19. bis Anfang des 20. Jh.s), Österreichische Osthefte 36 (1994), S. 245-264.

96 Maßgeblich nunmehr Sabit UKA, Debimi i shqiptareve nga Sanxhaku i Nishit dhe vendosja e tyre ne Kosove, 1878-1912 [Die Vertreibung der Albaner aus dem Sandschak Nis und ihre Ansiedlung in Kosovo]. Bde. 1-2 und 3 Prishtine 1994, der aber (Bd. 1-2, S. 29) den Einwohnerfaktor pro evidentierter Siedlung unplausibel hoch ansetzt und deshalb auf 200.000 Betroffene kommt; vgl. dort S. 25-28 zu den anderen Zahlen; MALCOLM, Kosovo, S. 229 zu den 50.000.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Im letzten Satz löst sich Jkr ein wenig von der Vorlage. Bis dahin aber herrscht völlige inhaltliche und vielfach wörtliche Übereinstimmung mit der ungenannt bleibenden Vorlage.

Sichter
(Hindemith), WiseWoman, Guckar


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