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Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven. Zur Stabilisierung einer Krisenregion

von Jakob Kreidl

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jkr/Fragment 047 02 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-20 23:31:59 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Jkr, Meyer Schlotter 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 01-11
Quelle: Meyer Schlotter 2000
Seite(n): 6, Zeilen: 16-22
[In der Provinz wütete der Geheimdienst unter dem allmächtigen Innenminister,] dem Serben Aleksander Rankovic, der im Kosovo überall Agenten Albaniens vermutete, besonders unkontrolliert und gewalttätig. 76 Nachdem Rankovic 1966 durch Tito gestürzt worden war, ging diese Politik der Gewalt zu Ende und es begann eine neue Phase in der Geschichte des Kosovos. Die Kosovo-Albaner erhielten erstmals Schlüsselpositionen in Partei, Staat und auch Polizei, die zahlenmäßig in etwa den Bevölkerungsverhältnissen in der Provinz entsprachen. Die formal schon 1963 geschaffene „Sozialistische Autonome Provinz” erhielt 1966 ebenso wie die Vojvodina ein eigenes Provinzparlament und durfte Vertreter in die Bundesnationalitätenkammer entsenden. Dennoch wurden die Albaner im Vielvölkerstaat nur als Völkerschaft oder Volksgruppe, jedoch nicht als Nation anerkannt und nicht wie diese gefördert. 77

76 Schmidt, a.a.O. (Anm. 50), S. 97 f.

77 Albaner wurden gemäß der jugoslawischen Verfassung nicht als Nation geführt, siehe Fischer Weltalmanach 1987, Seite 366

In der Provinz „Kosmet” wütete die Geheimpolizei unter dem damaligen Innenminister und Geheimdienstchef Alexander Rankovic besonders unkontrolliert. 17 Nach seinem Sturz durch Tito 1966 erhielten Kosovo-Albaner erstmals Schlüsselpositionen in Partei, Staat und auch Polizei, die zahlenmäßig in etwa den Bevölkerungsverhältnissen in der Provinz entsprachen. Die formal schon 1963 geschaffene „Sozialistische Autonome Provinz” erhielt ein eigenes Provinzparlament und durfte Vertreter in die Bundesnationalitätenkammer entsenden. Dennoch wurden die Albaner im Vielvölkerstaat nur als „narodnost” (Nationalität, Völkerschaft), jedoch nicht als Nation anerkannt und nicht wie diese gefördert. 18

17 Im Juli 1945 waren die beiden Gebiete Kosovo und Metohija als autonome Region unter der Bezeichnung „Kosmet” Serbien angeschlossen worden. Näheres dazu bei Fabian Schmidt, Im Griff der großen Mächte, in: Thomas Schmid (Hg.), Krieg im Kosovo, Reinbek (Rowohlt), 1999, insbes. S. 97f.

18 Nationen waren gemäß der Verfassung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (Anteile nach der Volkszählung von 1981): Kroaten (19,7%), Mazedonier (6,0%), Montenegriner (2,6%), Muslime (diese Bezeichnung galt vor allem für die Bosniaken, jedoch nicht für die ebenfalls muslimischen Albaner) (8,9%), Serben (36,3%) und Slowenen (8,0%), während als Nationalitäten neben den Albanern (7,7%), noch Ungarn (1,9%) sowie erheblich kleinere Gruppen von Bulgaren, Tschechen, Italiener, Rumänen, Ruthenen, Slowaken, Türken und Ukrainern geführt wurden, neben denen es noch ethnische Gruppen, nämlich Roma und Walachen gab, sowie 5,3% Jugoslawen ohne weitere Angabe (nach Fischer Weltalmanach 1987, S. 366).

Anmerkungen

Kein Quellenverweis trotz inhaltlicher und wörtlicher Übernahmen. Fn76 und Fn77 entsprechen dabei jeweils Zusammenfassungen von Fn17 und Fn18 der Quelle.

Sichter
Hindemith

[2.] Jkr/Fragment 047 11 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-31 13:46:07 Guckar
Fragment, Gesichtet, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Sundhaussen 2000, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 47, Zeilen: 11-33, 104-109
Quelle: Sundhaussen 2000
Seite(n): 78, 79, Zeilen: 78: 8-25; 79: 7-14
Die autonome Provinzen besaßen im Gegensatz zu den Republiken keinen staatlichen Charakter und konnten nicht wie diese das Recht beanspruchen, die Föderation zu verlassen.78 Sie galten offiziell als „gesellschaftlich-politische“ Gemeinschaften.79 Die Unterscheidung zwischen der Staatlichkeit der Republiken und der Nichtstaatlichkeit der Autonomen Provinzen war jedoch „fast nur noch semantischer Natur“.80 Die Tatsache, dass den Kosovaren im Unterschied zu den jugoslawischen Völkern nur der Status einer Volksgruppe zugestanden worden war, wurde von diesen als Diskriminierung empfunden. Seit den Verfassungsänderungen von 1968/71 und seit der Inkraftsetzung der Bundesverfassung von 1974 waren aber im gesellschaftlichen Alltag keine spürbaren Unterschiede mehr vorhanden. Die Staatlichkeit hatte für diejenigen eine Bedeutung, die darin einen ersten Schritt zur künftigen Abspaltung verstanden. Die verfassungsrechtliche Aufwertung des Kosovo wirkte für die Kosovo-Albaner nach jahrelanger Unterdrückung wie eine Befreiung. Im Nachteil sahen sich nun die dort lebenden Serben und Montenegriner. Zehntausende von Serben verließen seither das Gebiet. Vermutlich kam es dabei auch zu antiserbischen Ausschreitungen und Übergriffen. Der Verlust ihrer privilegierten Position und die ökonomische Perspektivlosigkeit des „jugoslawischen Armenhauses“ Kosovo hatte darüber hinaus viele Serben auch ohne Misshandlung durch die Albaner zum Verlassen der Provinz veranlasst. Die Geburtenrate der Albaner schürte die Hysterie vor einer biologischen Verdrängung der Serben und wurde als gezieltes Instrument antiserbischer Politik, als schmutziger demografischer Krieg für ein ethnisch reines Kosovo [interpretiert.81]

78 Vgl. Monika Beckmann-Petey, Erfahrungen mit dem gescheiterten Föderalismus in Jugoslawien, in: Georg Brunner/Hans Lemberg, (Hg.), Volksgruppen in Ostmittel- und Südosteuropa, Südosteuropa-Studien, Baden-Baden 1994, Nr. 52, S. 173-186

79 Näheres bei Monika Beckmann-Petey, Der jugoslawische Föderalismus, München 1990, S. 106 ff.

80 Ebenda, S. 113

[81 Marko Mladenovic, Counter-revolution in Kosovo, demographic policy and family planning, in: Kosovo 1389-1989, Belgrad 1995, S. 141-150]

Die Autonomen Provinzen besaßen jedoch im Gegensatz zu den Republiken keinen staatlichen Charakter, sondern galten als „gesellschaftlich-politische Gemeinschaften“51. Die Unterscheidung zwischen der Staatlichkeit der Republiken und der Nichtstaatlichkeit der Autonomen Provinzen war jedoch „fast nur noch semantischer Natur“52. Dennoch wurde die Tatsache, dass den Kosovaren im Unterschied zu den jugoslawischen Völkern (narodi) nur der Status einer Volksgruppe (narodnost) zuerkannt worden war, als Diskriminierung empfunden. Faktisch war es eine, auch wenn sie in der politischen Alltagspraxis seit den Verfassungsänderungen von 1968/71 bzw. seit der Bundesverfassung von 1974 keine spürbaren Auswirkungen mehr hatte. Die Staatlichkeit war allerdings dann von Bedeutung, wenn sie als erster Schritt zur künftigen Separation verstanden wurde.

Im Gefolge der verfassungsrechtlichen Aufwertung Kosovos schlug das Pendel nach jahrzehntelanger Unterdrückung zurück. Nun sahen sich die in Kosovo lebenden Serben und Montenegriner einer zunehmenden Marginalisierung ausgesetzt. Viele (nach serbischen Angaben: rund 200.000) Serben verließen seither das Gebiet53. Vermutlich kam es dabei auch zu antiserbischen Ausschreitungen und Übergriffen.

[Seite 79]

Der Verlust ihrer bisher privilegierten Position und die ökonomische Per- spektivlosigkeit des „jugoslawischen Armenhauses“ Kosovo hat viele Serben (auch ohne Misshandlung seitens der Albaner) zum Verlassen des Gebiets veranlasst. Die hohe natürliche Zuwachsrate der Albaner (mit jährlich 2,3% eine der höchsten in ganz Europa) schürte die Hysterie vor einer biologischen Verdrängung der Serben und wurde als gezieltes Instrument antiserbischer Politik, als „dirty demographic war for (an) ethnically pure Kosovo [schmutziger demografischer Krieg für ein ethnisch reines Kosovo]“ interpretiert56.


51 Näheres bei Monika Beckmann-Petey, Der jugoslawische Föderalismus. München 1990, S. 106 ff.

52 A.a.O., S. 113.

56 Marko Mladenovic, Counter-revolution in Kosovo, demographic policy and family planning, in: Kosovo 1389-1989, S. 141-150 [...]

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Guckar, Zeitstempel: 20130331134650

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