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Jkr/051

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Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven. Zur Stabilisierung einer Krisenregion

von Jakob Kreidl

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jkr/Fragment 051 06 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-01 09:39:22 Guckar
Fragment, Gesichtet, Jkr, Meier 1999, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 6-20
Quelle: Meier 1999
Seite(n): 157, 158, Zeilen: 157: 3-7, 9-13, 17-20, 24-31; 158: 2-6, 7, 9-10
Auf dem Weg dorthin wurden am 28. März 1989 die von der serbischen Republikführung vorgeschlagenen Verfassungsänderungen für Serbien vom serbischen Parlament angenommen. Die eingeschüchterten Abgeordneten des Kosovo wagten keinen Widerspruch, zumal in Priština bereits Andeutungen über Listen „feindlicher Separatisten“ kursierten. Im Parlament wurde behauptet, dass Serbien durch die Bundesverfassung von 1974 die „Souveränität genommen worden“ sei.92 Nun sei Serbien „auf dem Wege zur Gleichberechtigung mit den anderen Republiken“. Entscheidend war, dass in den Katalog der Verfassungsänderungen auch die Bestimmung aufgenommen wurde, dass die Regionen in Zukunft kein Vetorecht gegen Verfassungsänderungen in Serbien mehr haben sollten. Das bedeutete formalrechtlich den entscheidenden Schritt zur Liquidierung der Autonomie. Im Kosovo kam es deshalb zu Demonstrationen. Insbesondere traten die Bergarbeiter in Trepča in einen Hungerstreik und verlangten das Festhalten an der Verfassung von 1974 und Garantien für die Autonomie des Kosovo.

92 Matthias Rüb, Kosovo, a.a.O. (Anm. 10), S. 40-43

[Seite 157, Zeilen 3-7]

Am 22. Februar 1989 wurden die von der serbischen Republikführung vorgeschlagenen Verfassungsänderungen für Serbien von der Verfassungskommission des serbischen Parlamentes einstimmig angenommen; [...]

[Seite 157, Zeilen 9-20]

Nur zwei Tage später erfolgte die einstimmige Annahme im Plenum des serbischen Parlaments. Die eingeschüchterten Abgeordneten des Kosovo wagten keinen Widerspruch, zumal in Priština bereits Andeutungen über Listen „feindlicher Separatisten“ kursierten. In seiner Rede zu diesem Anlaß im serbischen Parlament wiederholte Jović die bekannten serbischen Argumente zugunsten der Verfassungsreform und ging noch ein Stück weiter. Er behauptete, das erste Mal mit dieser Überspitzung, daß Serbien durch die Bundesverfassung von 1974 die „Souveränität genommen worden“ sei.95 Nun sei Serbien „auf dem Wege zur Gleichberechtigung mit den anderen Republiken“.

[Seite 157, Zeilen 24-31]

Wichtig war, daß fast im letzten Moment zur großen Überraschung in ganz Jugoslawien in den Katalog der serbischen Verfassungsänderungen auch die Bestimmung aufgenommen wurde, daß die Regionen in Zukunft kein Vetorecht gegen Verfassungsänderungen in Serbien mehr haben sollten. Diese handstreichartig vorgenommene zusätzliche Verfassungsänderung bedeutete formalrechtlich den entscheidenden Schritt zur Liquidierung der Autonomie.

[Seite 158, Zeilen 2-10]

Schon nach dem 20. Februar 1989, bevor die Verfassungsänderungen beschlossen wurden, kam es im Kosovo zu Demonstrationen. Insbesondere traten die Bergarbeiter des Zink- und Bleiwerks Trepča bei Kosovska Mitrovica in den Ausstand. Im Bergwerk Stari Trg begannen 1500 von ihnen tief unten in den Schächten einen Hungerstreik; sie verlangten den Rücktritt der „Verräterführer“ Morina, Azemi und Shukrija sowie das Festhalten an der Verfassung von 1974 und Garantien für die Autonomie des Kosovo.


94 Politika, 24. 2.1989

95 Ebd.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[2.] Jkr/Fragment 051 20 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-05-01 09:44:38 Guckar
Fragment, Gesichtet, Jkr, Meier 1999, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 20-26
Quelle: Meier 1999
Seite(n): 162, Zeilen: 14-17, 19-25
Nach dem Rücktritt von drei albanischen Führern verhängte Milošević den uneingeschränkten Ausnahmezustand über das Kosovo und ordnete „besondere Maßnahmen“ an. Sofort rückte die Armee in Priština aus und 1500 Bundespolizisten unter serbischer Führung machten sich auf den Weg in das Kosovo. Sie leiteten einen in der Nachkriegsgeschichte Europas beispiellosen physischen Unterdrückungsprozess gegen die albanische Volksgruppe ein. [Zeilen 14-17]

So beschloß also am 27. Februar 1989 abends das Staatspräsidium „besondere Maßnahmen“ für das Kosovo. Es handle sich um den uneingeschränkten Ausnahmezustand, gab am folgenden Tag Dizdarević im Bundesparteipräsidium zu; [...]

[Zeilen 19-25]

Sofort rückte die Armee in Priština aus, und 1500 Bundespolizisten unter serbischer Führung, darunter auch etwa 150 Slowenen, machten sich auf den Weg ins Kosovo, soweit sie nicht schon dort waren. Sie leiteten einen in der Nachkriegsgeschichte Europas beispiellosen physischen Unterdrückungsprozeß gegen die albanische Volksgruppe ein.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

[3.] Jkr/Fragment 051 26 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-27 06:31:28 Guckar
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jkr, Meier 1999, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 51, Zeilen: 26-36, 102-103
Quelle: Meier 1999
Seite(n): 169, 171, Zeilen: 169: 16-19; 171: 9-13, 18-20, 30-35
Nachdem die Verfassungsänderung auch von dem eingeschüchterten Regionsparlament im Kosovo angenommen worden war, ließen die serbischen Unterdrücker jede Maske fallen.93 Durch Priština zogen schwer bewaffnete Polizeieinheiten. Sie gingen mit unglaublicher Brutalität vor allem gegen junge Albaner vor. Die Gefängnisse waren überfüllt und es gab Konzentrationslager, in denen die verhafteten Albaner unter erbärmlichen Verhältnissen leben mussten. „Die Albaner des Kosovo hatten geglaubt, in Jugoslawien ihre Heimstätte auf der Basis der Gleichberechtigung gefunden zu haben. Nun hatte dieses Jugoslawien politisch abgedankt, und die Albaner sehen sich als Besiegte und Beleidigte in einem national aufgeputschten Serbien“, so wurde damals das Fazit aus albanischer Sicht gezogen.94

93 Viktor Meier, In Pristina gilt die Sprache des Siegers, in: FAZ 19.4. 1989

94 ebenda, Wir sind überrollt worden, in FAZ, 22.4. 1989

[Seite 169, Zeilen 16-19]

Von insgesamt 187 Abgeordneten in allen drei Häusern des Regionalparlaments wagten es nur zehn, gegen die Verfassungsänderung zu stimmen.

[Seite 171, Zeilen 9-13]

Im Kosovo selbst ließen die serbischen Unterdrücker jede Maske fallen.127 Durch Priština zogen schwerbewaffnete Polizisten zu viert oder fünft, verfolgt von haßerfüllten Blicken junger Albaner. Die Polizisten seien mit unglaublicher Brutalität vorgegangen, erzählten Albaner; viel mehr junge Albaner als offiziell angegeben seien erschossen oder totgeschlagen worden.

[Seite 171, Zeilen 18-20]

Die Gefängnisse waren überfüllt; es gab eigentliche Konzentrationslager, in denen die verhafteten Albaner unter erbärmlichen Verhältnissen leben mußten.

[Seite 171, Zeilen 30-35]

„Die Albaner des Kosovo hatten geglaubt, in Jugoslawien ihre Heimstätte auf der Basis der Gleichberechtigung gefunden zu haben. Nun hatte dieses Jugoslawien politisch abgedankt, und die Albaner sehen sich als Besiegte und Beleidigte in einem national aufgeputschten Serbien“, so wurde damals das Fazit aus albanischer Sicht formuliert.128


127 V. M., In Priština gilt die Sprache des Siegers, in: FAZ 19.4. 1989

128 V. M., Wir sind überrollt worden, ebd., 22.4. 1989

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Guckar, Zeitstempel: 20130501094514

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