Fandom

VroniPlag Wiki

Jkr/071

< Jkr

31.366Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven. Zur Stabilisierung einer Krisenregion

von Jakob Kreidl

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jkr/Fragment 071 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-25 18:57:32 Guckar
Fragment, Gesichtet, Jkr, Krause 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 71, Zeilen: 1-39, 101-102 (komplett)
Quelle: Krause 2000
Seite(n): 3-5, Zeilen: 3: 33-39; 4: 1-3, 7-19, 24-38; 5: 1-5
[Der deutsche Außenminister Klaus Kinkel lud Kosovo-Präsident Ibrahim Rugova im Juli 1996 zu Gesprächen nach Bonn ein und er]klärte, Belgrad müsse wissen, dass die volle Integration der BR Jugoslawien in die internationale Staatengemeinschaft und der Zugang zu Finanzhilfen von seiner Kosovo-Politik abhängig seien. Erst als sich abzeichnete, dass der Konflikt

zu eskalieren drohte, befasste sich die Bundesregierung im September 1997 mit der Lage in Kosovo, ohne dabei jedoch mehr als nur die Respektierung der Menschen- und Minderheitenrechte zu fordern. Die jugoslawische Seite hat sich nie auf diese Politik der Verknüpfung von Menschenrechten und Wiederaufbauhilfen eingelassen und auch für die Albaner im Kosovo war die deutsche Politik eine Enttäuschung.

In den Jahren zwischen 1992 und 1997 hatten wesentliche Veränderungen in der westlichen, und damit auch der deutschen Politik, gegenüber den Konflikten im ehemaligen Jugoslawien stattgefunden. Das betraf insbesondere die Klärung der Frage, wer für die gewalttätigen Konflikte ab 1991 verantwortlich sei. Anfangs stand die deutsche Bundesregierung mit ihrer Auffassung, die Verantwortung für die Kriege in Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina liege in erster Linie bei der Belgrader Führung, weitgehend alleine da. Die Verantwortung wurde in den westlichen Hauptstädten zu dieser Zeit eher bei den Deutschen gesehen, waren sie es doch, die in einer unübersichtlichen Situation mit ihrer Anerkennungspolitik vermeintlich vorschnell gehandelt hatten. Dieses Meinungsbild änderte sich in der Zeit zwischen dem Scheitern der Jugoslawienkonferenz im Herbst 1992 und dem Abschluss des Dayton-Abkommens im November 1995. Bei den meisten westlichen Regierungen galt Milošević in den Jahren 1991 und 1992 noch als Vertreter eines legitimen serbischen Anliegens und als möglicher Garant für die Integrität Jugoslawiens. Diese Einstellung änderte sich in dem Maße, wie die von ihm maßgeblich vorangetriebene Politik der ethnischen Säuberung und des Völkermordes in Bosnien-Herzegowina zielgerichtet umgesetzt wurde und immer brutalere Formen annahm. Ein grausamer Höhepunkt war mit dem Schlüsselerlebnis der Tötung von zehntausend Bosniern in Srebrenica praktisch vor den Augen der Weltöffentlichkeit im Juli 1995 erreicht. In dem Maße, in dem die diversen internationalen Bemühungen zur friedlichen Beilegung der Konflikte in Bosnien-Herzegowina von Serben und serbischen Milizen vereitelt wurden, setzte sich in den westlichen Hauptstädten die Erkenntnis durch, dass hier ein brutaler Diktator am Werk sei, der die Schwächen der westlichen Demokratien hemmungslos nutzte, um seine nationalistischen Ziele in die Tat umzusetzen.132 Mehr und mehr setzte sich auch die Auffassung durch, dass es sich bei der Politik der ethnischen Säuberungen im ehemaligen Jugoslawien um eine Frage handelte, die für das Überleben der internationalen Ordnung in Europa von entscheidender Bedeutung sei. Ein weiterer, für die späteren Ereignisse in Kosovo wichtiger Meinungswandel betraf die [Rolle der internationalen Organisationen hinsichtlich ihres Versuchs, mit den postjugoslawischen Konflikten und Kriegen fertig zu werden.]


132 David C. Gompert, The United States and Yugoslavia's wars, in: The world and Yugoslavia's wars, hgg. von Richard H. Ulmann, New York 1996, S. 122-134

[Seite 3, Zeilen 33-39]

Außenminister Klaus Kinkel lud den moderaten Albanerpräsident Rugova im Juli 1996 zu ausführlichen Konsultationen nach Bonn ein und erklärte aus diesem Anlaß, daß Belgrad wissen müsse, daß die volle Integration Jugoslawiens in die Staatengemeinschaft und der Zugang zu längerfristigen Finanzhilfen von der Kosovopolitik Belgrads abhängen. Erst als sich abzeichnete, daß der Konflikt eskalieren könne, befaßte sich auch der Deutsche Bundestag im September 1997 mit der Lage im Kosovo, ohne dabei mehr als nur die Respektierung der Menschen- und Minderheitenrechte in der Bundes-

[Seite 4, Zeilen 1-3]

republik Jugoslawien zu fordern. Die jugoslawische Seite hat sich nie auf diese Politik des Junktims zwischen Menschenrechten und Wiederaufbauhilfe eingelassen und auch die albanischen Kosovaren zeigten sich über die deutsche Politik enttäuscht.

[Seite 4, Zeilen 7-19]

Um die westliche Politik verstehen zu können, muß man sich vor Augen halten, daß in den Jahren zwischen 1992 und 1997 ganz wesentliche Weichenstellungen der westlichen – und damit auch der deutschen Politik – gegenüber den Konflikten im ehemaligen Jugoslawien stattgefunden hatten. In erster Linie betraf dies die Frage, wer für die blutigen Konflikte der Jahre ab 1991 verantwortlich sei. Während in den ersten Jahren die Bundesregierung in Bonn mit ihrer Meinung relativ alleine dastand, daß es hauptsächlich in der Verantwortung der Belgrader Führung (und dort insbesondere bei Slobodan Milosevic) lag, daß es zu den Kriegen von 1991 (Slowenien, Kroatien) und 1992-1995 (Bosnien-Herzegowina) gekommen war, und während in den anderen westlichen Hauptstädten die Verantwortung für die Kriege eher den Deutschen zugeschoben wurde, weil diese in einer unübersichtlichen Situation mit ihrer Anerkennungspolitik vorgeprescht seien, so änderte sich dieses Bild in den Jahren zwischen dem Scheitern der Jugoslawien-Konferenz im Herbst 1992 und dem Abschluß des Dayton-Friedensabkommens im November 1995.

[Seite 4, Zeilen 24-38]

In den Jahren 1991 und 1992 galt Milosevic in London und Paris sowie zu einem Gutteil auch in Washington noch als Vertreter eines legitimen serbischen Anliegens und als ein möglicher Garant für die Integrität Jugoslawiens. Diese Einstellung änderte sich in dem Maße, wie die von Milosevic maßgeblich inszenierte bzw. unterstützte serbische Politik der ethnischen Säuberung und des Völkermords in Bosnien-Herzegowina fortgesetzt wurde und dabei immer brutalere Formen annahm (bis hin zum Abschlachten von 10000 Bosniern in Srebrenica praktisch vor den Augen der Weltöffentlichkeit im Juli 1995). In dem Maße, in dem die verschiedenen internationalen Bemühungen um Vermittlung und Friedenssicherung in Bosnien-Herzegowina von Serbien und serbischen Milizen mehr und mehr vereitelt wurden und die Vereinten Nationen wiederholt regelrecht ”vorgeführt” wurden, setzte sich auch in den anderen westlichen Hauptstädten die Erkenntnis durch, daß hier ein brutaler Menschenverächter am Werk sei, der – wie dereinst Hitler und Mussolini – die Schwächen der westlichen Demokratien hemmungslos nutzt, um seine nationalistischen Ziele zu verfolgen.8 Mehr und mehr wurde auch begriffen, daß es sich bei der (allerdings nicht nur serbischen) Politik der ethnischen Kriegführung im ehemaligen Jugoslawien um eine Frage handelt, an der sich das Über-

[Seite 5, Zeilen 1-5]

leben der neuen internationalen Ordnung in Europa entscheiden wird, so wie sie in der Charta von Paris im November 1990 festgelegt worden war.

Ein weiterer, für die späteren Ereignisse im Kosovo wichtiger Meinungswandel betraf die Rolle der Vereinten Nationen, der NATO, der EU und der OSZE bei dem Versuch, mit den Kriegen und Konflikten im ehemaligen Jugoslawien fertig zu werden.


8 Zum Meinungsbild über die Politik Milosevics und dessen Verantwortung für die Ereignisse auf dem Balkan vgl. Warren Zimmermann, Origins of a Catastrophe: Yugoslavia and Its Destroyers, New York 1996; David C. Gompert, The United States and Yugoslavia’s Wars, in: Richard H. Ullman (Hrsg.), The World and Yugoslavia’s Wars, New York 1996, S. 122-134; V.P. Gagnon, jr., Ethnic Nationalism and International Conflict: The Case of Serbia, in: International Security, Vol. 19, Winter 1994/95, S. 130-166.

Anmerkungen

Leicht gekürzt, aber ansonsten inhaltlich und weitgehend im Wortlaut identisch. Keinerlei Hinweise auf eine Übernahme. Quellenangabe fehlt.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar


vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Klgn, Zeitstempel: 20160404180452

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki