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Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven. Zur Stabilisierung einer Krisenregion

von Jakob Kreidl

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jkr/Fragment 126 05 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-29 17:09:52 Guckar
Fragment, Gesichtet, Jkr, Joetze 2001, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 126, Zeilen: 5-32
Quelle: Joetze 2001
Seite(n): 85, 86, Zeilen: 85: 20-34; 86: 7-31
Außenpolitisches Handeln und diplomatisches Vorgehen muss sich stets an den sich wandelnden Gegebenheiten ausrichten, die sich im Verlauf der Kosovo-Krise häufig änderten. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass die ambivalente Haltung Russlands zur militärischen Garantiepräsenz und die Ablehnung der NATO-Drohung mit Luftschlägen den serbischen Widerstand bei den Verhandlungen stärkte. Dass die Drohung des atlantischen Bündnisses durchaus ernst genommen wurde beweist die Tatsache, dass die serbischen Armeeführer ihre Streitkräfte und die staatlich gelenkten Medien die Bevölkerung auf den Krieg vorbereiteten. Die serbische Führung hatte entschieden, ihn durchzustehen, in der Hoffnung, dass die NATO ihn erfolglos abbrechen würde.

Schließlich bleibt die Frage, ob ein unsensibles Konferenzmanagement den Vertragsschluss vereitelt hat. Tatsache ist, dass der Konferenz die klare Führung eines erfolgsorientierten amerikanischen Koordinators fehlte, wie sie Außenminister Christopher und Botschafter Holbrooke in Dayton ausübten. Die in Rambouillet agierende Außenministerin Albright übernahm die dominierende Rolle erst in den letzten drei Tagen, jedoch nur mit dem Ziel, die albanische Unterschrift als Rechtfertigung für ein militärisches Eingreifen zu bekommen. Sie hat damit den Eindruck der Einseitigkeit, der der Konferenz von Anfang an anhaftete, verstärkt und der Behauptung hinsichtlich des einseitig vorherbestimmten Ergebnisses Nahrung gegeben. Dazu kamen verschiedene von den Medien veröffentlichte Stimmen aus Washington, die die Bestrafung von Milošević zum eigentlichen Ziel der Konferenz erklärten. Die Opposition in den beteiligten Staaten der EU nahm solche Stimmen auf und verstärkten sie. Die enttäuschte deutsche Friedensbewegung hat ihre These der „Rambouillet-Lüge“ aus der internationalen Diskussion entnehmen können und brauchte ihren eigenen Verschwörungstheorien, wonach beispielsweise die NATO Serbien ein Besatzungsstatut auferlegen wollte, nur hinzuzufügen.

[Seite 85, Zeilen 20-34]

Aber außenpolitisches Handeln muß sich geschmeidig an den Gegebenheiten ausrichten, die sich im Laufe der Kosovo-Krise eben wiederholt änderten.

Sechstens: Hat Rußland nicht den Abschluß sabotiert? Stärkte es durch seine ambivalente Haltung zur militärischen Garantiepräsenz nicht den serbischen Widerstand? Stärkte es den Serben den Rücken, indem es die Nato-Drohung mit Luftschlägen nicht mittrug? Um mit letzterem zu beginnen: Die Serben glaubten die Drohung. Das haben der Präsident Jugoslawiens, Milosevic, und der Präsident Serbiens, Milutinovic, eindeutig gesagt. Die Armeeführer bereiteten die Streitkräfte auf den Krieg vor, die staatlichen Medien die Bevölkerung. Die serbische Führung hatte entschieden, ihn durchzustehen, in der Hoffnung, daß die Nato ihn erfolglos abbrechen würde.

[Seite 86, Zeilen 7-31]

Siebtens: Hat ein unsensibles, ungeschicktes Konferenzmanagement den Erfolg vereitelt? Hat es den Eindruck in der Öffentlichkeit verstärkt, die Konferenz sei als Alibiunternehmen angelegt? Ersteres nein, zweites leider ja. Es ist richtig, daß der Konferenz die harte Hand eines erfolgsorientierten amerikanischen Koordinators fehlte, wie Außenminister Christopher und Botschafter Holbrooke sie in Dayton spielten. Außenministerin Albright übernahm die dominierende Rolle in den letzten drei Tagen von Rambouillet, aber, jedenfalls nach außen hin, nur mit einem Ziel: der albanischen Unterschrift. Sie hat damit den Eindruck der Einseitigkeit, der dem ganzen Unternehmen schon vom Konzept her anhaftete, verstärkt und der Behauptung der »Rambouillet-Lüge« kräftige Nahrung gegeben. Dazu kamen die erwähnten Stimmen aus Washington, die die Bestrafung von Milosevic zum eigentlichen Ziel der Konferenz erklärten. Die europäische Opposition nahm solche unverantwortliche Stimmen gierig auf. Den Ausdruck »Madeleine’s war« hat aber zuerst das amerikanische Magazin »Times« geprägt. Die enttäuschte deutsche Friedensbewegung hat ihre These der Rambouillet-Lüge aus der internationalen Diskussion entnehmen können und mußte ihre eigenen kleinen Verschwörungstheorien (Raçak war kein Massaker, die Nato wollte Serbien ein Besatzungsstatut auferlegen, das Auswärtige Amt wußte, daß die Lage im Kosovo im März gar nicht so schlimm war, den Hufeisenplan gab es gar nicht) nur zur Garnierung hinzufügen.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

[2.] Jkr/Fragment 126 33 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-21 22:42:31 WiseWoman
Fragment, Gesichtet, Jkr, Meyer Schlotter 2000, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 126, Zeilen: 33-39
Quelle: Meyer Schlotter 2000
Seite(n): 24, Zeilen: 5-9
2.7 War der 1999 begonnene Krieg der NATO zu vermeiden?

Die intensiven diplomatischen Bemühungen der Gewaltprävention waren letztlich gescheitert, was nicht nur auf das Verhalten der Konfliktparteien zurückzuführen ist. Es gab auch eine Reihe von Fehlem und Versäumnissen, ohne die die Chancen für rechtzeitige politische Lösungen und Vermittlungserfolge größer gewesen wären.266 In einem Überblick seien sie nachstehend noch einmal zusammengefasst:


266 Vgl. Marie-Janine Calic, Die Jugoslawienpolitik des Westens seit Dayton, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 34/99, 20. 08. 1999, S. 22-32; vgl. Tobias Debiel, Katastrophe im Kosvo [sic!] - Zehn Anmerkungen zu Massakern, Krieg und (De-)Eskalation, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Nr. 5, 1999, S. 539-547, und Christoph Rohloff, Krieg im Namen der Menschenrechte? Eine Bestandsaufnahme nach der NATO-Intervention im Kosvo, in: ders. (Hg.), Krieg im Kosovo - Was tun? INEF-Report, Heft 38/99 (Institut für Entwicklung und Frieden Duisburg), S. 1-45

3.6 Hatte die NATO keine andere Wahl als Krieg?

Trotz vieler diplomatischer Beziehungen scheiterte letztlich die Gewaltprävention seit 1989. Allerdings gab es eine Reihe von Fehlern und Versäumnissen, ohne die die Chancen für rechtzeitige politische Lösungen und Vermittlungserfolge größer gewesen wären.72 Hier seien noch einmal die wichtigsten erwähnt:


72 Vgl. auch Marie-Janine Calic, Die Jugoslawienpolitik des Westens seit Dayton, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 34/99 vom 20. August 1999, S. 22-32; Vgl. Tobias Debiel, Katastrophe im Kosovo – Zehn Anmerkungen zu Massakern, Krieg und (De-) Eskalation, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, Jg. 44, Nr. 5, 1999, S. 539-547, und Christoph Rohloff, Krieg im Namen der Menschenrechte? Eine Bestandsaufnahme nach der NATO-Intervention im Kosovo, in: ders. (Hg.), Krieg im Kosovo – Was tun? INEF-Report, Heft 38/1999 (Institut für Entwicklung und Frieden, Duisburg), S. 1-45.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt für diese Übernahme, die sich auf der nächsten Seite fortsetzt.

Insbesondere auch alle Literaturhinweise sind abgeschrieben.

Sichter
(Hindemith), SleepyHollow02


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