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Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven. Zur Stabilisierung einer Krisenregion

von Jakob Kreidl

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jkr/Fragment 167 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-03-28 00:57:54 Hindemith
Fragment, Gesichtet, Giersch 2000, Jkr, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 167, Zeilen: 1-36, 101-105
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 458-460, Zeilen: 458: 15ff; 459: 26-42; 460: 3ff
Diese Vorgehensweise führte zu einer ersten Kontroverse innerhalb der Kriegskoalition. US-General Michael Short, der von Vincenza [sic] aus die Luftangriffe leitete, sagte dazu vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats aus, er hätte gleich in der ersten Nacht einen „Enthauptungsschlag“ gegen Belgrad geführt.360 Eine zweite Kontroverse gab es zwischen Armeegeneral Clark und dem ihm unterstellten Luftwaffengeneral Short. Clark befürwortete von Anfang an verschärfte taktische Luftangriffe gegen die serbischen Streitkräfte in Kosovo selbst, während Short die Zerstörung von Panzerfahrzeugen und Geschützen für wenig sinnvoll hielt.361 Eine Untersuchung von Luftkriegen kommt zu dem Ergebnis, dass die strategische Bombardierung fester Ziele allein nicht ausschlaggebend ist, weil die Toleranzschwelle eines Gegners gegenüber „Bestrafungsschlägen“ viel höher liegt als allgemein angenommen. Im vorliegenden Fall wäre es ziel führender gewesen, die operativ gegen die albanische Bevölkerung vorgehenden serbischen Kräfte zu attackieren, um Milosevic klar zu machen, dass er die militärische Kontrolle über das Kosovo nicht würde aufrecht erhalten können.

Nach zwei Monaten strategischer und taktischer Luftangriffe war das Belgrader Regime zweifellos angeschlagen, aber ob nicht doch, trotz der oben dargestellten Gründe, eine Bodeninvasion der NATO notwendig werden würde, um die jugoslawische Armee zum Rückzug aus Kosovo zu zwingen, war bis Ende Mai 1999 völlig ungewiss. Offiziell hatte Präsident Clinton die Option eines Bodenkrieges ausgeschlossen. Um die Unterstützung der amerikanischen Öffentlichkeit für die NATO-Operation zu erhalten, galt es, US-Soldaten keinen unnötigen Risiken auszusetzen, was bei einem Landkrieg zweifelsohne der Fall gewesen wäre. Mit Ausnahme Großbritanniens hätte die Autorisierung einer Invasion in den führenden europäischen NATO-Staaten erhebliche innenpolitische Probleme hervorgerufen und die prekäre Einheit der Allianz in Frage gestellt. Aus militärischer Sicht gab der Verzicht auf die Bodenoption Milosevic freilich das falsche Signal und drohte damit Konflikt verlängernd zu wirken. Kurz vor dem Gipfeltreffen zum 50. Jahrestag der NATO vom 23. bis zum 25. April 1999 in Washington soll sich Clinton intern dazu entschlossen haben, US-Bodentruppen zu entsenden, falls die Luftoperation nicht zum Erfolg führen sollte.362 Gegen den Standpunkt des Pentagon, das ganz auf die Ausweitung des strategischen Bombardements setzte, unterstützte das State Departement General Clark in seinem Ansinnen, innerhalb der NATO einen geheimen Angriffsplan auszuarbeiten. Nach außen sichtbar billigte die Allianz am 25. Mai 1999 nur den Plan [für eine schwer bewaffnete Friedenstruppe von 48.000 Soldaten363, doch hinter den Kulissen war die Diskussion über eine Bodeninvasion in vollem Gange.]


360 Linda D. Kozaryn, Air Chief's Kosovo lesson: Go fort [sic] he [sic] snake's head first, in: American Forces Press Service vom 26. 10. 1999

361 Dana Priest, The battle inside headquarters. Tension grew with divide over strategy, in: Washington Post vom 21. 09. 1999

362 Dana Priest, A decisive battle that never was, in: Washington Post vom 19. 09. 1999

363 Michael Gordon, NATO moves ahead on a Kosovo Force of 50,000 troops, New York Times vom 26. 05. 1999

Diese Vorgehensweise hat US-General Michael C. Short, der von Vicenza aus die Luftangriffe operativ leitete, mit deutlichen Worten kritisiert. Wie Short am 21. Oktober 1999 vor dem Streitkräfteausschuß des US-Senats aussagte, hätte er gleich in der ersten Nacht einen „Enthauptungsschlag“ gegen Belgrad geführt.50 [...]

Hieran knüpft sich eine zweite Kontroverse, die offenbar unter den Militärs, zwischen dem Armeegeneral Clark und dem ihm unterstellten Luftwaffengeneral Short, ausgetragen wurde. Clark befürwortete von Anfang an auch verschärfte taktische Luftangriffe gegen die serbischen Streitkräfte in Kosovo selbst, während Short die Zerstörung von Panzerfahrzeugen und Geschützen für wenig sinnvoll hielt.51 Eine Untersuchung vergangener Luftkriege kommt zu dem Ergebnis, dass die strategische Bombardierung fester Ziele allein nicht ausschlaggebend ist, weil die Toleranzschwelle eines Gegners gegenüber „Bestrafungs“-Schlägen viel höher liegt als allgemein angenommen. [...] Im vorliegenden Fall mussten also die operativ gegen die albanische Bevölkerung vorgehenden serbischen Kräfte attackiert werden, um Milosevic klarzumachen, dass er die militärische Kontrolle über Kosovo nicht würde aufrechterhalten können.

[Seite 459]

Nach zwei Monaten strategischer und taktischer Luftangriffe war das Belgrader Regime zweifellos angeschlagen, aber ob nicht doch eine Bodeninvasion der NATO notwendig werden würde, um die jugoslawische Armee zum Rückzug aus Kosovo zu zwingen, war bis Ende Mai 1999 völlig ungewiss. Offiziell hatte Präsident Clinton die Option eines Bodenkriegs ausgeschlossen, wofür es eine Reihe politischer Gründe gab. Um die öffentliche Unterstützung für die NATO-Operation zu erhalten, galt es, US-Soldaten keinen unnötigen Risiken auszusetzen. Überraschend waren am Ende von „Allied Force“ keine Piloten im Kampfeinsatz getötet worden, doch bei einem Landkrieg musste mit beträchtlichen eigenen Verlusten gerechnet werden. Mit Ausnahme Großbritanniens hätte die Autorisierung einer Invasion in den führenden europäischen NATO-Staaten, einschließlich Deutschlands, erhebliche innenpolitische Probleme hervorgerufen und die prekäre Einheit der Allianz in Frage gestellt. [...] Aus militärischer Sicht gab der Verzicht auf die Bodenoption Milosevic freilich das falsche Signal und drohte damit konfliktverlängernd zu wirken.

[Seite 460]

Schon kurz vor dem Gipfeltreffen zum 50. Jahrestag der NATO vom 23. bis zum 25. April in Washington soll sich Clinton intern dazu entschlossen haben, US-Bodentruppen zu entsenden, falls die Luftoperation nicht zum Erfolg führen sollte.54 Gegen den Standpunkt des Verteidigungsministeriums, das ganz auf die Ausweitung des strategischen Bombardements setzte, unterstützte das Weiße Haus General Clark in seinem Ansinnen, innerhalb der NATO einen geheimen Angriffsplan auszuarbeiten. [...]

Nach außen sichtbar billigte die NATO am 25. Mai 1999 nur den Plan für eine schwer bewaffnete Friedenstruppe von 48.000 Soldaten, die nach einem Abzug der Serben in Kosovo einrücken sollten55; doch hinter den Kulissen war die Diskussion über eine Bodeninvasion in vollem Gange.


50 Linda D. Kozaryn, Air Chiefs Kosovo lesson: Go for the snake’s head first, American Forces Press Service vom 26. Oktober 1999.

51 Dana Priest, The battle inside headquarters. Tension grew with divide over strategy, Washington Post 21.9.1999.

54 S. hierzu und zum folgenden Dana Priest, A decisive battle that never was, Washington Post 19.9.1999.

55 Michael R. Gordon, NATO moves ahead on a Kosovo Force of 50,000 troops, New York Times 26.5.1999.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt. Bis auf geringe Modifikationen wurde die ganze Seite übernommen.

Die Stadt heißt Vicenza

Sichter
Hindemith


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Hindemith, Zeitstempel: 20130328005818

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