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Der Kosovo-Konflikt. Vorgeschichte, Verlauf und Perspektiven. Zur Stabilisierung einer Krisenregion

von Jakob Kreidl

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Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jkr/Fragment 213 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2013-04-01 23:11:13 Graf Isolan
BauernOpfer, Fragment, Gesichtet, Jkr, Millotat 2003, SMWFragment, Schutzlevel sysop

Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
JustusHaberer
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 213, Zeilen: 1-42
Quelle: Millotat 2003
Seite(n): 1, Zeilen: "Lagefeststellung und neue Wege der Führung" +15 ff
[Diese Entwicklung kam in erster Linie deshalb zu]stande, weil die zivil-militärische Zusammenarbeit der Brigaden durch das Hauptquartier der KFOR kaum koordiniert worden war. Das hatte zu einem ziellosen Nebeneinander der für den Aufbau des Kosovo so wichtigen Aktivitäten geführt. Die Nationen hatten unterschiedlich hohe Investitionen in ihren Brigadebereichen vorgenommen, wobei der Einsatz der USA und Deutschlands am umfangreichsten war. Das Drängen des Kommandeurs der KFOR, die Kräfte der multinationalen Brigaden mehr ihre räumlichen Grenzen überschreitend und tiefer als bisher multinational gemischt einzusetzen, stieß bei einigen Kommandeuren auf große Vorbehalte. Sie waren so stark auf die Verhältnisse in ihrem Verantwortungsbereich fixiert, dass sie die Aufgabenstellung der gesamten KFOR zeitweise aus den Augen verloren hatten.

Geographisch deckungsgleich mit den Brigadebereichen waren 1999 fünf regionale Verwaltungsbereiche gebildet worden, die von Verwaltern der UNMIK-Zivilpräsenz geleitet wurden. Auf einer Ebene mit ihnen standen fünf Polizeiführer der internationalen UNMIK-Polizei. Die Auffassungen der Brigadekommandeure, wie mit diesen beiden Führungskräften zusammengearbeitet werden sollte, waren sehr unterschiedlich. Einige von ihnen delegierten die Zusammenarbeit mit den Regionsverwaltern auf ihre Stellvertreter. Ein enges Zusammenwirken der Kommandeure mit dem jeweils zuständigen Verwalter einer Region und dem jeweiligen Polizeichef entwickelte sich nur in wenigen Fällen. Meist arbeitete man nebeneinander her. Von einem handlungsfähigen Miteinander in den Brigadebereichen und den regionalen Verwaltungseinheiten konnte folglich nicht die Rede sein. Das hatte zur Folge, dass bei KFOR und UNMIK-Administration ein einheitliches, abgestimmtes Handeln in wichtigen Bereichen unterblieb. Die vorhandenen Kräfte und Mittel konnten in vielen Fällen nicht wirksam gebündelt werden. Das in Priština errichtete Hauptquartier der KFOR umfasste anfangs etwa 950 Soldaten. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Personalstärke zu hoch und nicht notwendig war, so dass eine Reduzierung um 200 Soldaten vorgenommen wurde. Grenzüberschreitende Einsätze der taktischen Reserve der [sic] Kommandeurs der KFOR, das waren etwa 300 Soldaten, die rotierend von den fünf Brigaden zu stellen waren, sollten im gesamten Kosovo eine tiefere Multinationalität demonstrieren und die Beweglichkeit der Einsätze erhöhen. Auf diese Weise sollte der oben beschriebenen starken Innenorientierung der Brigaden entgegengewirkt werden. Zugleich sollten die im Kosovo eingesetzten internationalen Truppen mehr voneinander lernen. Die NATO-Führung unterstützte das Ziel, die Brigadegrenzen zu durchbrechen und die Bemühungen, die KFOR-Einheiten multinational gemischt im gesamten Kosovo einzusetzen. Schließlich wurden die Widerstände bei den Brigaden gegen solche Einsätze zunehmend geringer. Zu Beginn der zweiten Phase des Friedensmissionseinsatzes wurde von der NATO eine neue, auf Reduzierung und Optimierung ausgelegte Struktur der KFOR entwickelt.442a Der Vorschlag des Kommandeurs der KFOR, in einem ersten Schritt die KFOR bis Ende 2002 von [39.000 auf 29.500 Mann zu reduzieren, bis Ende 2004 auf 15.000 und Ende 2006 auf nurmehr 7.000 sowie eine Umstrukturierung von fünf auf drei multinationale Brigaden vorzunehmen, wurde vom NATO-Rat in Brüssel gebilligt.]


442a Millotat, Fortschritt im Kosovo 2003, a.a.O. (Anm. 437), S. 423: Auf der Grundlage der Lagebeurteilung vom Oktober 2001 wurden drei Phasen entwickelt und vorgeschlagen: „eigenständiges, aber mehr begrenztes Engagement“, „abschreckende Präsenz“ und „minimale NATO-Präsenz“.

Jedoch wurde die zivilmilitärische Zusammenarbeit der multinationalen Brigaden durch das HQ KFOR kaum koordiniert. Das hatte zu einem ziellosen Nebeneinander dieser für den Aufbau des Kosovo so wichtigen Aktivitäten geführt. Die Nationen hatten unterschiedlich hohe Investitionen in ihren Brigadebereichen vorgenommen, die Amerikaner und die Deutschen die höchsten. [...] Das Drängen des COMKFOR, die Kräfte der multinationalen Brigaden mehr ihre Grenzen überschreitend und tiefer als bisher multinational gemischt einzusetzen, stieß bei einigen Kommandeuren zunächst auf Widerstand. Es wurden nationale Vorbehalte vorgebracht. Offensichtlich waren manche Kommandeure der multinationalen Brigaden so stark auf die Verhältnisse in ihrem Verantwortungsbereich fixiert, dass sie die größeren Verhältnisse der gesamten KFOR aus dem Auge verloren hatten.

Räumlich deckungsgleich mit den Brigadebereichen waren 1999 fünf regionale Verwaltungsbereiche entstanden, die von Verwaltern der UNMIK-Administration, Regional Administrators, geführt werden. Neben ihnen stehen fünf Polizeichefs aus der internationalen UNMIK-Polizei. Die Auffassungen der Brigadekommandeure, wie mit beiden zusammengearbeitet werden sollte, waren sehr unterschiedlich. Einige Kommandeure delegierten die Zusammenarbeit mit den Verwaltern ihrer Region auf ihre Stellvertreter oder Stabsoffiziere. Eine eng verzahnte Zusammenarbeit zwischen den Kommandeuren der fünf multinationalen Brigaden, dem jeweils zuständigen Verwalter einer Region und dem jeweiligen Polizeichef konnte im Oktober 2001 nur in wenigen Fällen festgestellt werden. Man arbeitete nebeneinander her. Von handlungsfähigen Triumviraten in den Brigade- und regionalen Verwaltungsbereichen konnte nicht die Rede sein. Das hatte zur Folge, dass die KFOR und die UNMIK-Administration nicht mit einer Zunge sprachen. Die vorhandenen Kräfte und Mittel wurden verzettelt und nicht für den Aufbau gebündelt.

[...]

Die Folge war, dass sie die Lage in ihren Bereichen unterschiedlich beurteilten, und dass einheitliches, abgestimmtes Handeln in wichtigen Bereichen unterblieb. [...]

Mit fast 950 Soldaten aus 29 Nationen war das HQ der KFOR noch zu stark. Es wurde um 200 Soldaten reduziert. Aber auch die Brigaden waren zu stark. Grenzüberschreitende Einsätze der taktischen Reserve des COMKFOR, ein Bataillonsstab mit zwei Kompanien, etwa 300 Soldaten, die rotierend von den Brigaden zu stellen waren, sollten im gesamten Kosovo eine tiefere Multinationalität als bisher demonstrieren und die Beweglichkeit der Einsätze erhöhen. Auf diese Weise sollte auch die zu starke Innenorientierung der Brigaden aufgebrochen werden. Zugleich sollten die im Kosovo eingesetzten Truppen mehr als bisher voneinander lernen. [...]

[...] Die NATO-Vorgesetzten unterstützten aber v.a. das Ziel, die Brigadegrenzen zu durchbrechen und die Kräfte der KFOR so tief wie möglich gemischt überall im Kosovo einzusetzen. Die Widerstände bei den multinationalen Brigaden gegen solche Einsätze wurden zunehmend geringer. [...]

Im Auftrag des SHAPE erarbeiteten die Generale im Hauptquartier eine neue, auf Reduzierung und Optimierung ausgelegte Struktur der KFOR. Es wurden drei Phasen entwickelt und vorgeschlagen: "Proactive, but more limited Engagement", "Deterrent Presence" und "Minimal NATO Presence". Sie gründeten auf der dargestellten Lagebeurteilung vom Oktober 2001. Der Vorschlag des COMKFOR, in einem ersten Schritt die KFOR bis Ende 2002 von etwa 40.000 auf 29.500 Mann zu reduzieren, bis Ende 2004 auf 15.000, Ende 2006 auf 7.000 und eine Umstrukturierung von fünf auf drei multinationale Brigaden vorzunehmen, wurde vom NATO-Rat gebilligt.

Anmerkungen

mit FN442a wird beim vorletzten Satz die Quelle angegeben, allerdings nur für die in der Fußnote angegebenen Details der "neuen Struktur".

Die zahlreichen verschleiernden, weitgehend wörtlichen Übernahmen werden aber nicht markiert. Es ist nicht ersichtlich, dass die Quelle auch für den ersten Absatz der Seite und fast alle Sätze gelten soll.

Die FN442a nennt als SeiteQuelle "S.423". Da mir nur die online-Version vorliegt, kann ich das nicht nachvollziehen und habe die Angabe zu ZeileQuelle an Zwischentiteln orientiert.

Sichter
(JustusHaberer), Graf Isolan


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Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Graf Isolan, Zeitstempel: 20130401231217

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