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Jkr/Fragment 048 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 48, Zeilen: 1-19, 103-109
Quelle: Sundhaussen 2000
Seite(n): 79, 80, Zeilen: 79: 24-38; 80: 1-10
Von den serbischen Nationalisten ist die Aufwertung des Kosovo nie verwunden worden. Bereits 1968 waren im Bund der Kommunisten Serbiens Diskussionen über die Kosovo-Frage entstanden. Mitglieder des Zentralkomitees warfen ihrer Führung vor, dass sie sich mehr mit der Autonomie der Albaner beschäftige als mit der Tatsache, dass die „ursprüngliche“ Bevölkerung der Serben wegen der angespannten Situation das Gebiet mehr und mehr verlasse. Zwar wurden die Kritiker aus dem ZK ausgeschlossen, doch spitzte sich die Lage Ende des Jahres weiter zu, als es im Kosovo und Teilen Mazedoniens zu blutigen Demonstrationen der Albaner kam, die unter dem Eindruck der jahrelangen Unterdrückung durch die Geheimpolizei und unter Hinweis auf die wirtschaftliche Vernachlässigung des Kosovo die Umwandlung in eine siebente Republik Jugoslawiens forderten.82 Mitte der siebziger Jahre stellte eine Kommission des Bundes der Kommunisten ein „Blaubuch“ mit Argumenten gegen die Quasi-Staatlichkeit des Kosovo zusammen.83 Schließlich meldete sich Anfang der achtziger Jahre auch die serbische orthodoxe Kirche mit einem „Appell zum Schutz der serbischen Bewohner und ihrer heiligen Stätten in Kosovo“ zu Wort.84 Die antialbanischen Ressentiments und der latenten antialbanische Rassismus in der serbischen Gesellschaft85 wurden in den achtziger Jahren besonders von Intellektuellen systematisch geschürt.

82 Holm Sundhaussen, Geschichte Jugoslawiens 1918-1980, Stuttgart 1982, S. 192

83 Branka Magas, Yugoslavia: The spectre of balkanization, in New Left Review März/April 1989, S. 11

84 Sabrina P. Ramet, Beyond Yugoslavia. Politics, economics, und culture in a shattered community, Oxford, San Francisco 1995, S. 111

85 Gerhard Seemann [sic!] (Hg), Minderheiten als Konfliktpotential in Ostmittel- und Südeuropa, München 1995, S. 141 f.

[Seite 79, Zeilen 24-38]

Die verfassungsrechtliche Aufwertung des Kosovo und der Vojvodina (die „faktische Dreiteilung Serbiens“) ist von serbischen Nationalisten nie verwunden worden. Schon 1968 brach im Bund der Kommunisten Serbiens eine Diskussion über die Kosovo-Frage aus. Mitglieder des Zentralkomitees, der Schriftsteller Dobrica Cosic und der Historiker Jovan Marjanovic, warfen ihrer Führung vor, dass sie sich mehr mit der Autonomie der Albaner beschäftige als mit der Tatsache, dass die „ursprüngliche“ Bevölkerung des Kosovo, Serben und Montenegriner, wegen der angespannten Situation das Gebiet nach und nach verlasse. Zwar wurden die Kritiker aus dem ZK ausgeschlossen, doch spitzte sich die Lage im Herbst weiter zu, als es in Kosovo und Teilen Makedoniens zu blutigen Demonstrationen der Albaner kam, die unter dem Eindruck der jahrelangen Unterdrückung durch Rankovics Geheimpolizei und unter Hinweis auf die wirtschaftliche Vernachlässigung Kosovos die Umwandlung des Gebiets in eine siebente Republik forderten58. Mitte der 70er Jahre stellte eine von Dragoslav Markovic geleitete Kommission

[Seite 80, Zeilen 1-10]

des Bundes der Kommunisten Serbiens ein „Blaubuch“ mit Argumenten gegen die Quasi-Staatlichkeit des Kosovo zusammen59. Anfang der 80er Jahre meldete sich auch die serbische orthodoxe Kirche mit einem „Appell zum Schutz der serbischen Bewohner und ihrer heiligen Stätten in Kosovo“ zu Wort60.

Die antialbanischen Ressentiments bzw. der latente antialbanische Rassismus in der serbischen Gesellschaft61 wurden dann seit Mitte der 80er Jahre von Intellektuellen systematisch geschürt und seit 1987 vom neuen Präsidenten der Republik Serbien, Slobodan Milosevic, politisch instrumentalisiert.


58 Holm Sundhaussen, Geschichte Jugoslawiens 1918-1980. Stuttgart u.a. 1982, S. 192.

59 Branka Magas, Yugoslavia: The spectre of balkanization, New Left Review 174 (März/April 1989), S. 11.

60 Vgl. Sabrina P. Ramet, The Serbian Orthodox Church and the Serbian Nation, in: Dies., Beyond Yugoslavia. Politics, economics, and culture in a shattered community. Boulder/Co., Oxford, San Francisco 1995, S. Ill; Radmila RadiĞ, Verom protiv vere. Drzava i verske zajednice u Srbiji 1945-1953 [Mit dem Glauben gegen den Glauben. Staat und Religionsgemeinschaften in Serbien 1945-1953]. Beograd 1995, S. 251 ff. Zu den Gravamina der Orthodoxen Kirche vgl. Ivan Truman, The Serbian Orthodox Church in Kosovo, Sobornost 7 (1985), 1, S. 44-48.

61 Zu den negativen Stereotypen serbischer Jugendlicher über die Albaner vgl. die Hinweise auf Umfrageergebnisse bei Zoran Lutovac, Serbisch-albanische Beziehungen in Kosovo-Metohija, in: Minderheiten als Konfliktpotential in Ostmittel- und Südosteuropa. Hg. Gerhard Seewann. München 1995 (Untersuchungen zur Gegenwartskunde Südosteuropas, 31), S. 140-153, hier 141 f.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

In FN 85 heißt der Herausgeber korrekterweise Gerhard Seewann.

Sichter
(Hindemith), Guckar

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