Fandom

VroniPlag Wiki

Jkr/Fragment 077 01

< Jkr

31.380Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 77, Zeilen: 1-30, 33-39, 101-102
Quelle: Krause 2000
Seite(n): 9-10, Zeilen: 9:16-21.27-28.30-35.36-38.107-108 - 10:1-5.7-11.13-17, 25-30
[Au]ßenminister Kinkel, der zuvor mit Nachdruck für ein militärisches Eingreifen eingetreten war, war nun der Ansicht, dass ein Fortschritt erzielt worden sei, der in die Tat umgesetzt werden müsse. Es sei zwar wichtig den militärischen Druck aufrecht zu erhalten, das Ziel könne es jedoch nicht sein, ohne UN-Mandat zu intervenieren.147 Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch deutlich, dass die angefragte Prüfung militärischer Optionen ergeben hatte, dass die politisch vertretbaren Aktionen, insbesondere die Stationierung von Truppen in Albanien und Mazedonien aller Wahrscheinlichkeit ohne die erhoffte Wirkung bleiben würden. Die wirksamen Optionen hingegen, wie etwa Luftwaffeneinsätze gegen militärische Ziele in Jugoslawien, waren politisch nicht realisierbar, nachdem sich mehrere Staaten, unter ihnen auch Deutschland, gegen Militäroperationen ohne UN-Mandat ausgesprochen hatten. Neben Außenminister Kinkel nahm auch Verteidigungsminister Rühe eine skeptische, vorsichtige Haltung ein, wohl wissend, dass diese Vorsicht keine Beendigung der fortgesetzten Vertreibungsaktionen erwarten ließ. Bundeskanzler Helmut Kohl sprach sich unterdessen dafür aus, eine UN-Resolution zu erwirken, welche ein Mandat für militärische Maßnahmen beinhalten solle.148 So nachvollziehbar solche Überlegungen waren, so kontraproduktiv wirkte sich die öffentlich und widersprüchlich geführte Diskussion auf die im Kosovo entstandene, nicht weiter hinnehmbare Situation aus. Durch die öffentliche Diskussion erhielt Milošević ein klares Lagebild über die Probleme, vor die sich die Bündnisstaaten gestellt sahen. Da in der NATO keine einhellige Zustimmung für ein Vorgehen ohne UN-Mandat zu erreichen war, konnte sich Milošević ausrechnen, dass vorerst außer verbalen Verurteilungen und der Demonstration militärischer Stärke letztlich keine wirkungsvollen Maßnahmen seitens des atlantischen Bündnisses zu erwarten war. Seine geringfügigen Zugeständnisse machte er wohl nur deshalb, um die westliche Öffentlichkeit zu beruhigen und den Eindruck zu erwecken, die westliche Politik zeitige erste positive Folgen. Tatsächlich setzte er die Zerschlagung der UÇK und die Vertreibung der albanischen Bevölkerung des Kosovos systematisch fortgesetzt.

[...] Diese Kosovo Diplomatie Observer Mission (KDOM) konnte anfangs feststellen, dass die serbischen Streitkräfte ihre Aktivitäten tatsächlich Zurücknahmen und sich Ende Juni 1998 eine vorübergehende Entspannung abzuzeichnen schien. Auf ihrer Sitzung am 8. Juli 1998 in Bonn wurde diese Entwicklung beifällig zur Kenntnis genommen und als Erfolg der „entschlossenen Politik“ des Westens gewertet. Allerdings war der Friede nur von kurzer Dauer.


147 Vgl. Wir werden Milosevics Taten kontrollieren, SZ 18. 06. 1998

148 Vgl. Kohl will UN-Mandat für Einsatz im Kosovo, SZ 19. 06. 1998

[Seite 9]

Der deutsche Außenminister Kinkel, der zuvor vehement für militärisches Eingreifen plädiert hatte, erklärte in einem Interview mit der SZ, daß nunmehr ein Fortschritt erzielt worden sei, der in die Tat umgesetzt werden müsse und daß es zwar gelte, militärischen Druck aufrechtzuerhalten, das Ziel aber nicht sein kann, ohne ein Mandat des VN-Sicherheitsrates zu intervenieren.24 [...] Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch deutlich, daß innerhalb der NATO die angefragte Prüfung militärischer Optionen - [...] - ergeben hatte, daß die politisch vertretbaren Aktionen (insbesondere die Stationierung von Truppen in Mazedonien und Albanien) voraussichtlich wirkungslos, wenn nicht sogar kontraproduktiv sein würden, während die wirksamen Optionen politisch nicht realisierbar wären, weil sich mehrere Staaten – unter ihnen Deutschland, Frankreich, Italien und Dänemark – gegen Militäroperationen ohne ein Mandat des Sicherheitsrates ausgesprochen hatten. [...] Neben Außenminister Kinkel äußerte auch Verteidigungsminister Volker Rühe Skepsis gegenüber militärischen Plänen, jedoch bot diese Vorsicht keine Abhilfe angesichts der fortgesetzten serbischen Vertreibungsaktionen gegen die Kosovo-Albaner.

[Seite 10]

Bundeskanzler Helmut Kohl sprach sich in dieser Lage dafür aus, im Sicherheitsrat eine Resolution zu erwirken, die ein Mandat für militärische Maßnahmen beinhalten solle.26

So verständlich diese Schritte waren, so kontraproduktiv sollte sich die öffentlich und widersprüchlich geführte Diskussion erweisen, denn sie erlaubte der jugoslawischen Seite eine klare Einschätzung der Lage und der mit ihrem weiteren Vorgehen verbundenen Risiken. [...] und da in der NATO keine einhellige Zustimmung für ein einseitiges Vorgehen ohne dieses Mandat herzustellen war, konnte sich Milosevic ausrechnen, daß außer verbalen Verurteilungen und Demonstrationen militärischer Stärke letztlich keine wirklich fühlbaren Maßnahmen seitens der Nordatlantischen Allianz zu erwarten waren. [...] Um die westliche Öffentlichkeit zu beruhigen, konnte Milosevic gelegentlich kleine Konzessionen machen, damit der Eindruck entstehen würde, daß die westliche Politik Folgen hätte. Tatsächlich wurde die Kampagne zur Zerschlagung der UCK sowie zur Vertreibung der albanischen Bevölkerung des Kosovo systematisch weiter fortgesetzt.

[...] Gleichzeitig wurde jedes auch noch so geringe Anzeichen des Einlenkens von Milosevic als Anzeichen für den Erfolg der “entschlossen Politik” des Westens gewertet. Und tatsächlich zeichnete sich Ende Juni 1998 eine vorübergehende Entspannung im Kosovo ab, die auch von der Kontaktgruppe auf ihrer Sitzung am 8. Juli in Bonn zustimmend zur Kenntnis genommen wurde.27 Allerdings war der Friede nur von kurzer Dauer, [...]


24 Vgl. ”Wir werden Milosevics Taten kontrollieren – SZ Interview mit Klaus Kinkel”, in: SZ vom 18.6.1998.

26 Vgl. ”Kohl will UN-Mandat für Einsatz im Kosovo”, in: SZ, 19.6.1998.

27 Vgl. Text des Kommuniqués der Sitzung der Kontaktgruppe in: Dokumentation zur Abrüstung und Sicherheit, Bd. XXVII, a.a.O., S. 355 ff.

Anmerkungen

Inhaltlich weitgehend identisch, vielfach wortwörtliche Übereinstimmungen. Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki