Fandom

VroniPlag Wiki

Jkr/Fragment 081 02

< Jkr

31.373Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 81, Zeilen: 2-23
Quelle: Joetze 2001
Seite(n): 43, 44, 45, Zeilen: 43: 7ff; 44: 3ff; 45: 1-3
Als größte Schwäche erwies es sich, dass die Gegenseite, die UÇK, nicht eingebunden und somit an Verabredungen nicht gebunden war. Später wollten viele gewusst haben, dass diese Lösung nicht halten konnte.156 Der US-Sicherheitsberater hat sie stets als eine Übergangslösung, welche die obdachlosen Flüchtlinge vor dem Winter in ihre Dörfer zurückbringen und damit eine humanitäre Katastrophe verhindern sollte, verteidigt. Den amerikanischen Beratern war jedoch ebenso wie den Europäern klar, dass eine Dauerlösung eine robust bewaffnete Friedenstruppe voraussetzte. Aber vor den amerikanischen Midterm-Wahlen zum Kongress im November 1998 wäre dies ein Schritt zuviel gewesen. Holbrooke selbst warb für das Abkommen: Es bedeute „enorme Konzessionen“ durch Belgrad.157 Die amerikanischen Sprecher beschwichtigten die Öffentlichkeit mit der Zusicherung, man werde das Kosovo mit „Beobachtern überschwemmen“, wozu es freilich nicht kam. Die Aufstellung der Kosovo-Verifikations-Mission (KVM) dauerte länger als geplant, nachdem sich die USA durch direkte Interventionen bei der damaligen OSZE-Präsidentschaft Polen entscheidenden Einfluss auf ihre Zusammensetzung sichern wollten. Als Leiter der KVM wurde schließlich der amerikanische Botschafter William Walker bestimmt, wobei die Führungsebene insgesamt ein deutliches angelsächsisches Übergewicht hatte. Milošević beklagte sich darüber, dass die Mission von den Amerikanern und der NATO beherrscht sei.158 Bei aller Kritik ist festzustellen, dass die KVM immerhin dazu beigetragen hat, die Flüchtlinge rechtzeitig nach Hause zu bringen und damit eine Winterkatast-[rophe zu verhindern.]

156 Staatssekretär Wolfgang Ischinger machte dazu in der Sendung des Bayerischen Rundfunks mit dem Titel „Balkan - Gewalt ohne Ende“, ausgestrahlt am 25. 10. 1999 entsprechende Aussagen, indem er darauf hinwies, dass der größte Schwachpunkt des Holbrooke- Milošević-Abkommens die Tatsache war, dass die UÇK überhaupt kein Verhandlungsteilnehmer war.

157 Marc Weller, The Crisis in Kosovo 1989-1999, International Documents & Analysis, volume 1, Cambridge 2000, S.295, Pressekonferenz von Holbrooke am 28. 10. 1998

158 Ebenda, S. 295 f.: Milošević beklagte sich, dass das Abkommen mit Holbrooke so nicht gemeint war. Es hätte sich um eine „wirkliche OSZE-Mission“ mit einer breiten Beteiligung aller Länder handeln sollen. Der französische Botschafter Gabriel Keller fasste seine Kritik über die Unvollkommenheit der KVM vor einem OSZE-Gremium im Mai 1999 wie folgt zusammen: „Nach meinem Eindruck war unsere Kosovo-Verifizierungs-Aktion ein Fehlschlag ... Manche würden sagen, dass ihr größter Erfolg der gut organisierte Rückzug aus dem Kosovo nach Mazedonien gewesen sei.“ Die Struktur der KVM habe ihren Aufgaben nicht entsprochen. Sie sei zu stark militarisiert gewesen. Die politischen Entscheidungen hatten ausschließlich in der Hand von Botschafter Walker gelegen. Dieser habe keine klaren politischen Vorgaben gegeben. Die Missionsmitglieder aus Nicht-NATO-Staaten seien am Schluss frustriert gewesen. Schon nach einigen Wochen habe sich die KVM ein antiserbisches, proalbanisches und Pro-NATO-Image geschaffen.

Immerhin berichteten die Nato-Militärbehörden dem Rat am 15. Oktober, daß nunmehr die Mehrzahl aller Zwischenfälle von der UCK ausgehe. Die größte Schwäche des »Abkommens« war immer, daß die Gegenseite, die UCK, nicht eingebunden war. Später wollten viele gewußt haben, daß diese Lösung nicht halten konnte.14 [...] US-Sicherheitsberater Berger hat sie stets verteidigt: als eine Übergangslösung, die die obdachlosen Flüchtlinge vor dem Winter in ihre Dörfer zurückbringen und damit eine humanitäre Katastrophe verhindern sollte. Es war den amerikanischen Beratern natürlich ebenso klar wie den Europäern, daß eine Dauerlösung eine robust bewaffnete Garantietruppe voraussetzte. Aber vor den amerikanischen Midterm-Wahlen im November 1998 wäre dies ein Schritt zuviel gewesen. Holbrooke selbst warb für das Abkommen: Es bedeute für Belgrad »enorme Konzessionen«16. Die amerikanischen Sprecher beschwichtigten die kritische Öffentlichkeit mit Versicherungen, man werde das Kosovo mit »Beobachtern überschwemmen«. Dazu kam es freilich nicht. Die Aufstellung der Beobachtertruppe (KVM, für Kosovo-Verifikations-Mission) dauerte länger als geplant. Die USA sicherten sich entscheidenden Einfluß auf ihre Zusammensetzung durch direkte Interventionen bei der OSZE-Präsidentschaft, damals Polen. Am 17. Oktober gab Außenminister Geremek in Warschau den künftigen Leiter der KVM bekannt: Botschafter William Walker,[...]

Auf der Führungsebene hatte die KVM ein angelsächsisches Übergewicht.

[Seite 44]

Milosevic beklagte sich am 11. Januar 1999 beim Vorsitzenden der OSZE, dem norwegischen Außenminister Vollebaek, darüber, daß die Mission von dem Amerikanern und der Nato beherrscht sei.17 So sei das Abkommen nicht gemeint gewesen. Es hätte sich um eine »wirkliche OSZE-Mission mit einer breiten Beteiligung aller Länder handeln« sollen.

Uber die Unvollkommenheiten der KVM und ihres Leiters ist viel geschrieben worden. Der französische Botschafter Gabriel Keller, ihr stellvertretender Leiter, faßte seine ätzende Kritik vor einem OSZE-Gremium im Mai 1999 zusammen: »Nach meinem Eindruck war unsere Kosovo-Verifizierungs-Aktion ein Fehlschlag ... Manche würden sagen, daß ihr größter Erfolg der gut organisierte Rückzug aus dem Kosovo nach Mazedonien gewesen sei.« Die Struktur der KVM habe ihren Aufgaben nicht entsprochen. Sie sei zu stark militarisiert gewesen. Die politischen Entscheidungen hätten ausschließlich in der Hand von Botschafter Walker gelegen. Dieser habe keine klaren politischen Vorgaben gegeben. Die Missionsmitglieder aus Nicht-Nato-Ländern seien am Schluß frustriert gewesen. Schon nach einigen Wochen habe sich die KVM ein »antiserbisches, proalbanisches und Pro-Nato-Image« geschaffen.

[Seite 45]

Insgesamt hat die KVM geholfen, die Flüchtlinge rechtzeitig nach Hause zu bringen und damit eine humanitäre Winterkatastrophe zu verhindern.


14 Dies bezeugt z. B. Staatssekretär Ischinger in der Sendung des Bayerischen Rundfunks, »Balkan - Gewalt ohne Ende«, ausgestrahlt am 25. Oktober 1999.

16 ln der schon erwähnten Pressekonferenz, Weller, S. 295.

17 A.a.O.,S. 61.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Klicken

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki