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Jkr/Fragment 084 01

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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 84, Zeilen: 1-25, 101-113
Quelle: Krause 2000
Seite(n): 14-15, Zeilen: 14:12-31, 102-113; 15:1-4
Die UÇK, deren Führung sich mit Holbrooke zunehmend freundschaftlich verbunden fühlte, sah sich in keiner Weise an den Waffenstillstand gebunden. Sie nutzte den Rückzug der serbischen Verbände, um die im Sommer 1998 verloren gegangenen Gebiete zurückzuerobern. Die KVE wuchs nie auf die ihr zugedachte Stärke von 2000 Mann an, sondern blieb von Anfang an ein halbherziges und ineffizientes Unternehmen, das darunter litt, dass die USA Privatuntemehmen mit der Rekrutierung von Beobachtern betraute. Bei Milošević wurde dadurch der Eindruck erweckt, die Amerikaner würden nicht bereit sein, mit eigenen Truppen zu intervenieren.163 In Mazedonien wurde zu dieser Zeit zwar die Extraction Force unter französischer Führung aufgebaut, ihre Präsenz war aber eher als symbolischer Beitrag zur Friedenssicherung angesehen. Im Dezember 1998 hatte sich Belgrad entschieden, den von der UÇK heraufbeschworenen, unbefriedigenden Zustand zu beenden. Es wurden starke serbische Kräfte in das Kosovo zurückbeordert, um die UÇK mit radikalen Methoden zu bekämpfen. Zur gleichen Zeit wurde im Rahmen einer unter dem Decknamen „Operation Hufeisen“ bekannt gewordenen Aktion damit begonnen, die systematische Vertreibung aller Kosovo-Albaner in Angriff zu nehmen.164 Die Bundesregierung fühlte sich in ihrer Skepsis gegenüber den von Holbrooke ausgehandelten Vereinbarungen bestätigt und sah mit großer Sorge, wie sich die Lage im Kosovo dramatisch verschlechterte. Ende Januar 1999 wurde erkennbar, dass die serbische Seite ihre alte Politik der Vertreibungen wieder aufgenommen hatte. Als am 25. Januar in dem Dorf Račak die Leichen von 34 ermordeten kosovarischen Zivilisten entdeckt wurden, war offenkundig, dass Milošević sich dazu entschlossen hatte, die mit Holbrooke getroffene Vereinbarung nicht mehr einzuhalten.

162 Vgl. Serbs quit Kosovo, NATO drops raids“, in: IHT vom 28. 10. 1998 und Kosovo truce faltering, NATO wams, in: IHT vom 21. 11. 1998

163 Siehe dazu International Institute for Strategie Studies (I.I.S.S.), Strategie Survey 1999-2000, London 1999, S. 121

164Vom BundesVerteidigungsministerium wurde die Öffentlichkeit über die Operation „Hufeisen“ im April 1999 informiert. Die Mitteilung geht auf geheimdienstliche Informationen zurück, die in diesem Zusammenhang nicht in ihrer Stichhaltigkeit bewertet werden können. Das Einsetzen einer massiven, gut vorbereiteten Vertreibungskampagne nach Beginn der NATO-Luftangriffe im März 1999 lässt aber den Schluss zu, dass diese Planung tatsächlich bestanden hat, ansonsten wäre es nicht möglich gewesen, innerhalb von wenigen Wochen nahezu eine Million Albaner systematisch zu vertreiben. Siehe dazu: Vertreibung der Kosovo-Albaner mit der Operation Hufeisen - Darstellung des Bundesministeriums der Verteidigung, FAZ vom 22. 04. 1999; zit. nach Krause, (Anm. 129), S. 410

[Seite 14, Zeilen 12-31]

[...]41 Die UCK, zu deren Führung Holbrooke offensichtlich ein sehr freundschaftliches Verhältnis entwickelt hatte, sah sich in keiner Weise an die Friedensregelung gebunden, sondern nutzte den Rückzug der serbischen Verbände aus, um die im Sommer verlorengegangenen Gebiete zurückzuerobern. Die Beobachtermission der OSZE wuchs niemals zu der ihr zugedachten Zahl von 2000 Mann an, sondern blieb von Anfang an ein halbherziges und ineffizientes Unternehmen, was auch darunter litt, daß die USA Privatunternehmen mit der Rekrutierung von Beobachtern betraute. Damit wurde der Eindruck bei Milosevic erweckt, daß die USA nicht bereit sein werden, mit eigenen Truppen zu intervenieren.42 Die NATO Extraction Force wurde unter französischer Führung zwar in Mazedonien aufgebaut, ihre Präsenz dort wurde aber eher als symbolischer Beitrag angesehen.

Spätestens im Dezember 1998 dürfte in Belgrad die Entscheidung gefallen sein, diesen unbefriedigenden Zustand durch eine radikale Lösung zu beenden. Im Verlauf des gleichen Monats sowie im Januar 1999 wurden starke Kräfte in das Kosovo zurückgeführt, um die UCK zu bekämpfen. Gleichzeitig wurde offenbar im Rahmen einer unter dem Decknamen “Operation Hufeisen” bezeichneten Kampagne damit begonnen, die systematische Vertreibung aller Kosovo-Albaner in Angriff zu nehmen.43 Die Bundesregierung fühlte sich in ihrer Skepsis gegenüber den von Richard Holbrooke ausgehandelten Vereinbarungen bestätigt und sah mit großer Sorge, wie sich die Entwicklungen im Kosovo verschlechterten. Gegen Ende Januar wurde der Entscheidungsdruck immer größer, als erkennbar wurde, daß die serbische Seite

[Seite 15, Zeilen 1-4]

ihre alte Politik wiederaufgenommen hatte. Als am 25. Januar 1999 in dem Kosovo-Dorf Racak die Leichen von 45 ermordeten Zivilisten entdeckt wurden, war offenkundig, daß sich der jugoslawische Ministerpräsident Milosevic dazu entschlossen hatte, die Vereinbarung vom 13. Oktober vom Tisch zu wischen.


41 Vgl. “Serbs Quit Kosovo, NATO Drops Raids”, in: IHT vom 28.10.1998; “Kosovo Truce Faltering, NATO Warns”, in: IHT vom 21.11.1998.

42 Vgl. I.I.S.S., Strategic Survey 1998/99, a.a.O., S.121.

43 Die Information über die Operation “Hufeisen” wurde im April 1999 vom Bundesministerium für Verteidigung der Öffentlichkeit mitgeteilt. Sie geht auf geheimdienstliche Informationen zurück, die in diesem Zusammenhang nicht in ihrer Stichhaltigkeit bewertet werden können. Das Einsetzen einer massiven, gut vorbereiteten Vertreibungskampagne nach Beginn der NATO-Luftangriffe im März 1999 läßt aber den Schluß zu, daß diese Planung tatsächlich bestanden hat, ansonsten wäre es nicht möglich gewesen, innerhalb von wenigen Wochen nahezu eine Million Albaner systematisch zu vertreiben. Vgl. “Vertreibung der Kosovo-Albaner mit der Operation Hufeisen – Darstellung des Bundesministeriums der Verteidigung”, in: FAZ vom 22.4. 1999.

Anmerkungen

Auch hier findet sich wieder bei der Wiedergabe eines Zitats ein Hinweis auf die eigentliche Quelle des gesamten Textes. Auch hier ist keine einzige Übernahme adäquat gekennzeichnet. Wörtliche Übereinstimmungen existieren bis in den Fußnotenapparat.

Sichter
(Graf Isolan), Guckar

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