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Jkr/Fragment 094 06

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 94, Zeilen: 6-18
Quelle: Reuter 2000d
Seite(n): 323, Zeilen: 12-26
Erst im April 1996 richtete der Europäische Rat dringende Appelle an Belgrad, in Kosovo „ein hohes Maß“ an Autonomie zu gewähren. Er kritisierte insbesondere die Lage der Menschen- und Minderheitenrechte in der Bundesrepublik Jugoslawien. Die EU wollte keine Veränderung des territorialen Status quo und proklamierte erneut die alten Ideen von „Dialog“ und „vertrauensbildenden Maßnahmen“. Diese Position war nicht unproblematisch. Nachdem die EU anerkannt hatte, Kosovo sei ein Teil der Bundesrepublik Jugoslawiens, konnte Milosevic darauf pochen, dass das Kosovo-Problem eine innere Angelegenheit sei. Wollte man dieses Problem internationalisieren, so musste man vorab erklären, man strebe eine Verbesserung des Status quo hinsichtlich Autonomie, Menschen- und Minderheitenrechte an, schließe aber die Option eines unabhängigen Staats Kosovo aus. Erklärungen dieser Art deutete die serbische Führung als Schwäche. Ende Oktober 1995 und im April 1996 richtete der Europäische Rat Appelle an Belgrad, in Kosovo „ein hohes Maß an Autonomie“ zu gewähren, bzw. er zeigte sich „tief besorgt“ wegen der Lage der Menschen- und Minderheitenrechte in der BR Jugoslawien. Die Europäische Union wollte keine Veränderung des territorialen Status quo in der BR Jugoslawien und proklamierte erneut die alten Ideen von „Dialog“ und „vertrauensbildenden Maßnahmen“. Dabei lief sie Gefahr, sich in einer selbstgebauten Falle zu fangen. Nachdem man einmal anerkannt hatte, Kosovo sei ein Teil Serbiens bzw. Jugoslawiens, schien damit auch das Kosovo-Problem zu einer inneren Angelegenheit Belgrads zu werden. Wollte man dieses Problem nun internationalisieren, wie es zum Beispiel die Deutsch-Französische Initiative vom Herbst 1997 versuchte, so musste man vorab erklären, man strebe eine Verbesserung des Status quo in puncto Autonomie, Menschen- und Minderheitenrechte an, schließe aber die Option eines unabhängigen Staats Kosovo a priori aus. Erklärungen dieser Art deutete die serbische Führung als Schwäche.
Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

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