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Jkr/Fragment 103 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 103, Zeilen: 1-30, 101-104
Quelle: Giersch 2000
Seite(n): 446, 447, 448, Zeilen: 446: 20-24; 447: 14-20, 28-34; 448: 1-14
[Die dargestellte Entwicklung verdeutlicht die Ausgangslage der NATO im Zu-]sammenhang mit dem Ausbruch des Kosovo-Krieges im Februar/März 1998. Die militärisch geführte Organisation stand im Spannungsverhältnis zur diplomatisch führenden Rolle der Kontaktgruppe, in der Russland bemüht war, den Einfluss des Bündnisses zu begrenzen.

Die Kontaktgruppe reagierte auf die kriegerischen Auseinandersetzungen im Frühjahr 1998, indem sie die brutalen Gewaltanwendungen der Serben am 9. März ebenso verurteilte, wie die „terroristischen Handlungen“ der UÇK203a Alles was nach einer Aufwertung der UÇK zu einer legitimen Befreiungsorganisation hätte aussehen können, wurde vermieden. Damit wurde aber auch ignoriert, dass der Kosovo-Konflikt eine völlig neue Qualität angenommen hatte und mit der UÇK nunmehr ein politischer Faktor herangewachsen war, ohne den eine Konfliktlösung nicht mehr möglich war. Der Druck auf Milošević wurde in den folgenden Wochen erhöht, indem der UN-Sicherheitsrat am 31. März wie dargelegt mit der Resolution 1160 ein Waffenembargo über Jugoslawien verhängte. Doch Hoffnungen auf den Beginn ernst gemeinter Verhandlungen auf eine Konfliktbeilegung wurden Ende Mai 1998 jäh zunichte gemacht. Das vom US-Sonderbeauftragten und Architekten des Daytoner Friedensabkommens, Richard Holbrooke, arrangierte Treffen zwischen Milošević und Rugova am 15. Mai stellte sich als eines der berüchtigten taktischen Manöver des serbischen Präsidenten heraus, dem anschließende [sic] eine Großoffensive in Kosovo folgte.

Da nicht damit zu rechnen war, dass Russland weitere, über die Resolution 1160 hinausgehende, Sanktionsdrohungen mittragen würde, schaltete sich unter Ausklammerung der Kontaktgruppe erstmals die NATO in den Kosovo-Konflikt ein. Die Außenminister der Allianz-Staaten gaben bei ihrer Frühjahrstagung am 28. Mai 1998 militärische Planungen für regionale Stabilisierungsmaßnahmen in Auftrag, wobei bemerkenswerter Weise [sic] auch die Option einer präventiven Verlegung von NATO-Truppen nach Albanien und Mazedonien aufgeführt wurde.204 Um ihre Fähigkeit zum schnellen militärischen Eingreifen zu demonstrieren, hielt die NATO am 15. Juni das bereits angesprochene Luftmanöver „Determined Falcon“ über Albanien und Mazedonien ab.


203a Statement by the Contact Goup, London, 9 March 1998

204 Statement of Ministerial Meeting, North Atlantic Council, Luxembourg, 28 May 1998, dokumentiert in: Marc Weller, The crisis in Kosovo 1989-1999. From the disslution [sic!] of Yugoslavia to Rambouillet and the outbreak of hostilities, Cambridge 1999, S. 275-276

[Seite 446, Zeilen 20-]

Diese Vorgeschichte verdeutlicht die Ausgangslage der NATO gegenüber dem Ausbruch des Kosovo-Krieges im Februar/März 1998: die militärisch führende Organisation stand im Spannungsverhältnis zur diplomatisch führenden Rolle der Kontaktgruppe, in der Russland bemüht war, den Einfluß der NATO zu begrenzen.

[Seite 447, Zeilen 14-20]

Die Kontaktgruppe verurteilte die brutale Gewaltanwendung der Serben am 9. März ebenso wie die „terroristischen Handlungen“ der Albaner.11 Alles, was nach einer Aufwertung der UÇK zu einer legitimen Befreiungsorganisation hätte klingen können, wurde sorgfältig vermieden, damit aber auch ignoriert, dass der Kosovo-Konflikt eine völlig neue Qualität angenommen hatte und mit der UÇK nunmehr auch ein politischer Faktor herangewachsen war, ohne den eine Konfliktlösung nicht mehr denkbar war.

[Seite 447, Zeilen 28-34]

Der Druck auf Belgrad wurde zwar in den folgenden Wochen schrittweise erhöht. So verhängte der Weltsicherheitsrat am 31. März mit der Resolution 1160 ein Waffenembargo über Jugoslawien12 und die westlichen Kontaktgruppe-Staaten beschlossen ohne Beteiligung Russlands eine Reihe von wirtschaftlichen, finanziellen und diplomatischen Sanktionen.13 Doch Hoffnungen auf den Beginn ernst gemeinter Autonomieverhandlungen wurden Ende Mai 1998 jäh zunichte gemacht. Das vom US-Unterhändler und Architekten des

[Seite 448, 1-14]

Daytoner Friedensabkommes für Bosnien, Richard Holbrooke, arrangierte Treffen zwischen Milosevic und Rugova am 15. Mai stellte sich als eines der berüchtigten taktischen Manöver des Serben-Führers heraus, dem anschließend eine Großoffensive in Kosovo folgte.

Da nicht zu erwarten war, dass Russland weitere westliche Sanktionsdrohungen mittragen würde, schaltete sich unter Ausklammern der Kontaktgruppe nun erstmals die NATO in den Kosovo-Konflikt ein. Die Außenminister gaben bei ihrer Frühjahrstagung am 28. Mai 1998 militärische Planungen für regionale Stabilisierungsmaßnahmen in Auftrag, wobei bemerkenswerterweise auch die Option einer präventiven Verlegung von NATO-Kräften nach Albanien und Makedonien aufgeführt wurde.14 Um ihre Fähigkeit zur schnellen Machtprojektion zu demonstrieren, hielt die NATO am 15. Juni mit 85 Flugzeugen aus dreizehn Ländern das Luftmanöver „Determined Falcon“ über Albanien und Makedonien ab.15


11 Statement by the Contact Group, London, 9 March 1998, dok. in: Weller, S. 235-236.

12 S/RES/1160 vom 31. März 1998.

13 Siehe dazu den nachstehenden Beitrag über die EU.

14 Statement of Ministerial Meeting, North Atlantic Council, Luxembourg, 28 May 1998, dok. in: Weller, S. 275-276.

15 Statement issued at the Meeting of the North Atlantic Council in Defence Ministers Session, 11 June 1998/ Presse Release: Determined Falcon demonstrates NATO’s resolve for peace and stability, a.a.O., S. 276f.

Anmerkungen

Ein Quellenverweis fehlt.

Sichter
(Hindemith), Guckar

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