Fandom

VroniPlag Wiki

Jkr/Fragment 162 02

< Jkr

31.351Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion0 Share

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.


Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 162, Zeilen: 2-26
Quelle: Meyer Schlotter 2000
Seite(n): 37, 38, Zeilen: 37: 30-32; 38: 1-2, 8-28
Als am 24. März 1999 mit der Militäraktion begonnen wurde, nannte der amerikanische Präsident Bill Clinton drei Ziele, welche mit der Operation zu verfolgen seien: sie solle erstens die Stärke und Entschlossenheit der NATO demonstrieren, zweitens die Bundesrepublik Jugoslawien von weiterer Gewaltanwendung abhalten und drittens Miloševićs militärische Fähigkeiten einschränken.344 Die Kombination dieser drei Ziele beschreiben auch die damaligen Absichten des Bündnisses. Nach Monaten, in denen verbal und materiell gedroht worden war, wuchs in der NATO die Sorge, nach innen und außen unglaubwürdig zu werden, wenn sie nicht ihren Worten auch Taten folgen ließe. Die Luftschläge sollten daher die Entschossenheit unter Beweis stellen. Festzuhalten bleibt, dass die Operation nicht im Einklang mit den beiden anderen Zielen stand: Um die militärischen Fähigkeiten der BR Jugoslawien nachhaltig einzuschränken, mochte es zweckmäßig erscheinen, mit der geballten Macht der NATO-Luftangriffe viele Ziele so schnell wie möglich zu bombardieren. Doch um den

aktuellen Gewalttaten der Armee und der Sonderpolizei in Kosovo Einhalt zu gebieten, wäre es effektiver gewesen, auch auf dem Boden zu operieren. Insofern waren die beiden Absichten nicht mit den gleichen Mitteln zu erreichen.

Die Option für den Einsatz von Bodentruppen wurde seitens der NATO-Militärs bereits frühzeitig, spätestens im Oktober 1998 durchgespielt.345 Die militärische Seite hatte jedoch von der politischen Führung keine Erlaubnis erhalten, konkrete Planungen für Einsätze der Landstreitkräfte einzuleiten.346 Dies wurde von fast allen maßgeblichen NATO-Politikern kategorisch und in aller Öffentlichkeit ausgeschlossen. Einzig die britische Regierung, die ohnehin schärfer als die Vertreter der anderen NATO-Staaten für eine Kriegsführung „bis zum Ende“ eintrat347, zeigte sich seit Beginn der Kampfhandlungen [bereit, Bodentruppen einzusetzen.]


344 FAZ vom 25. März 1999

345 Lothar Rühl, Operation Leopardenfell? in: FAZ vom 15. April 1999, S. 15

346 Klaus Naumann, Der nächste Konflikt wird kommen - Erfahrungen aus dem Kosovo- Einsatz, in Europäische Sicherheit 11/99, S. 16 - 18: [...]

347 Zitat von Premierminister Tony Blair in: FAZ vom 30. 03. 1999

Demgegenüber nannte US-Präsident Bill Clinton in seiner Erklärung am selben Tage drei Ziele der Operation: sie solle erstens die Stärke und Entschlossenheit der NATO demonstrieren, zweitens die BRJ von weiterer

[Seite 38]

Gewaltanwendung abhalten und drittens Milosevics militärische Fähigkeiten einschränken.108

[...] Demgegenüber dürften die Kombination der drei von Clinton genannten Ziele die damaligen Absichten des Bündnisses und seiner Vormacht zutreffender beschreiben. Nach Monaten, in denen verbal und materiell gedroht worden war, wuchs in der NATO die Sorge, nach innen und außen unglaubwürdig zu werden, wenn sie nicht ihren Worten auch Taten folgen ließe. Die Luftschläge sollten daher ihre Entschlossenheit unterstreichen. Aber sie hätten in Einklang mit den beiden anderen Zielen stehen müssen, und dies war von Anfang an nicht der Fall: Um die militärischen Fähigkeiten der BRJ nachhaltig einzuschränken, mochte es zweckmäßig erscheinen, mit der geballten Macht der NATO-Luftwaffe viele Ziele so schnell wie möglich zu bombardieren. Doch um den aktuellen Gewalttaten der Armee und der Sonderpolizei im Kosovo Einhalt zu gebieten, wäre es effektiver gewesen, auch auf dem Boden zu operieren. Insofern waren die beiden Absichten nicht mit den gleichen Mitteln zu erreichen.

Die NATO-Militärs hatten die Bodenoption schon frühzeitig, d.h. spätestens im Oktober 1998 durchgespielt,109 aber General Naumann zufolge von der politischen Führung keine Erlaubnis erhalten, konkrete Planungen für Einsätze der Landstreitkräfte einzuleiten.110 Dies wurde von fast allen maßgeblichen NATO-Politikern kategorisch und in aller Öffentlichkeit ausgeschlossen. Einzig die britische Regierung, die ohnehin schärfer als die Vertreter der anderen NATO-Staaten für eine Kriegführung „bis zum Ende” eintrat,111 zeigte sich seit Beginn der Kampfhandlungen bereit, Bodentruppen einzusetzen, und warb gelegentlich dafür.


108 FAZ vom 25. März 1999, S. 1.

109 Vgl. Lothar Rühl, Operation Leopardenfell? in: FAZ vom 15. April 1999, S. 15.

110 So General Naumann in einer Fernsehsendung zum Kosovokrieg, ARD am 29. Oktober 1999

111 So wird Premierminister Blair in der FAZ vom 30. März 1999, S. 1, zitiert.

Anmerkungen

Abgesehen von einem längeren Zitat aus der Literatur in Anm. 346 wird die gesamte Seite aus der Quelle mitsamt drei Literaturverweisen übernommen. Ein Quellenverweis fehlt, die Anpassungen sind geringfügig.

Sichter
Agrippina1

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki