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Jkr/Fragment 198 12

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 198, Zeilen: 12-30
Quelle: Cyrus 2003
Seite(n): 7-8, Zeilen: 7:5-18.101-107; 8:1-4.13-18
Über den Gipfel ist viel Unterschiedliches geschrieben worden: von enttäuschten Erwartungen und großer Ernüchterung war ebenso die Rede wie von einer nur halbherzigen Bekräftigung der europäischen Perspektive für den westlichen Balkan. Vielfach sprach man aber auch von einer Rückkehr zur Realität und einer Ermutigung, auf dem Weg der Reformen weiterzumachen.

Wichtig war der Gipfel vor allem deshalb, weil es galt, nach der 2004 zu realisierenden Erweiterung der EU um zehn neue Mitgliedsstaaten und den Entwicklungen auf der weltpolitischen Bühne, der Region ein positives Signal zu geben. Nach der erfolgten Erweiterung solle es zu keiner Erweiterungsmüdigkeit kommen und die nachhaltige Stabilisierung des westlichen Balkan eine wichtige Aufgabe der EU bleiben. Zur Bewältigung der gewaltigen Transformationsaufgaben wird die EU einen langen Atem aufbringen müssen und sich trotz vielfältiger neuer internationaler Verpflichtungen weiterhin engagieren. Einige der mit hohen Erwartungen zum Gipfel angereisten Länder des westlichen Balkans regierten mit gespieltem Optimismus, andere mit offener Enttäuschung auf die Ergebnisse des Gipfels. Bei nüchterner Betrachtung ist positiv zu bewerten, dass die Beitrittsperspektive für die Region klar und unmissverständlich bekräftigt wurde.429


429 In der Gipfelerklärung heißt es wörtlich: „Die Zukunft der Balkanstaaten liegt in der Europäischen Union: Die derzeitige Erweiterung und die Unterzeichnung des Vertrags von Athen sind für die westlichen Balkanstaaten Ansporn und Ermutigung denselben erfolgreichen Weg zu beschreiten. Sie müssen sich auf die Integration in die europäischen Strukturen, an deren Ende der Beitritt zur Europäischen Union steht, vorbereiten, indem sie die europäischen Normen übernehmen. ... Die Länder der Region haben es selbst in der Hand, wie schnell die [sic] dabei voranschreiten.“

[Seite 7]

Es ist viel – und viel Unterschiedliches – über den EU-Gipfel von Thessaloniki am 21. Juni 20031 geschrieben worden: von enttäuschten Erwartungen und großer Ernüchterung, von lauwarmer Bekräftigung der europäischen Perspektive für den westlichen Balkan, von einer verpassten Chance war die Rede. Aber man sprach auch von einer Rückkehr zur Realität und einer Ermutigung, auf dem Weg der Reformen weiterzumachen.

Aus meiner Sicht war der Gipfel wichtig und der Zeitpunkt richtig gewählt. Warum?

Nach der großen Erweiterung der EU um zehn neue Mitgliedsstaaten und den Entwicklungen auf weltpolitischer Bühne in Afghanistan und im Irak galt es, der Region ein deutliches politisches Signal zu geben:

• dass es nach einer erfolgten EU-Erweiterung um zehn neue Mitgliedsstaaten keine Erweiterungsmüdigkeit gibt und

• dass die nachhaltige Stabilisierung des westlichen Balkan eine vordringliche Aufgabe der EU bleibt. [...]

[Seite 8]

Hier wird die EU einen langen Atem aufbringen und sich zur Bewältigung der gewaltigen Transformationsaufgaben weiterhin engagieren – trotz vielfältiger neuer internationaler Verpflichtungen.

[...]

Es fragt sich mithin, wie die Ergebnisse des Gipfels vor dem Hintergrund der hohen Erwartungen zu bewerten sind.

Die wichtigsten Ergebnisse des Gipfels

1. Die zuletzt beim Europäischen Rat in Kopenhagen im Dezember 2002 wiederholte Beitrittsperspektive für die Region wurde klar und unmissverständlich bekräftigt. Dies kommt in der Gipfelerklärung selbst zum Ausdruck sowie ausnahmslos in allen Interventionen der Teilnehmer. In der Erklärung heißt es wörtlich: „Die Zukunft der Balkanstaaten liegt in der Europäischen Union: Die derzeitige Erweiterung und die Unterzeichnung des Vertrags von Athen sind für die westlichen Balkanstaaten Ansporn und Ermutigung denselben erfolgreichen Weg zu beschreiten. Sie müssen sich auf die Integration in die europäischen Strukturen, an deren Ende der Beitritt zur Europäischen Union steht, vorbereiten, indem sie die europäischen Normen übernehmen. (...) Die Länder der Region haben es in der Hand, wie schnell sie dabei voranschreiten.“

Anmerkungen

Kein Hinweis auf eine Übernahme. Das "korrekte" Zitat der Gipfelerklärung wurde nicht gezählt und ist hier nur der Vollständigkeit halber mit dargestellt.

Sichter
(Graf Isolan), Hindemith

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