FANDOM


Die antike Konzeption des Liebesbegriffes in der deutschen und russischen Literatur und Musik im 19. Jahrhundert anhand der Werke von E.T.A. Hoffmann, A. Puschkin, R. Schumann und P. Tschaikowski

von Dr. Julia Lukjanov

vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Statistik und Sichtungsnachweis dieser Seite findet sich am Artikelende
[1.] Jl/Fragment 055 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2018-04-11 15:58:28 Schumann
Clemens 2001, Fragment, Gesichtet, Jl, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 55, Zeilen: (1-2), 3-10, 14-21, 26-30
Quelle: Clemens 2001
Seite(n): 7, 8, 9, Zeilen: 7:3-4,12-14,28-34; 8:(22-23),23-33; 9:24-28
Literarische Spiele der Liebe, Kulturen des Eros

Ein historischer Exkurs

Eros als die sehnende Kraft durchwirkt verschiedene Kulturen. Er steht am Anfang aller Schöpfung. Wie ein Leitfaden zieht sich die platonische Erosphilosophie durch die abendländischen Diskurse der Liebe − und das nicht nur in allen Zeiten, sondern auch in verschiedenen Kulturen.

Dabei entfaltet sich eine Vielzahl an bildhaften Beschreibungen der unterschiedlichen Sichtweisen auf die irdische und himmlische Liebe. Die Liebe ist das Zentrum, die Ureigenschaft, die die ganze Welt umfasst und belebt, sie ist das Prinzip, das die Welt in Bewegung hält. [...]

Im Islam ist die Liebe eine übermächtige Heimsuchung, die den Menschen mit Gewalt befällt, einer verzehrenden Krankheit gleich, für die es keine Heilung gibt.

Die Liebe, welche den Menschen um den Verstand bringt. Die irdische Liebe, die in ihrer extremen Steigerung die physische Gegenwart des geliebten Menschen nicht mehr benötigt und jenseits allen Denkens im Ineinander-Aufgehen der Liebenden in reine Ekstase, in das reine „Nichts“ mündet. Die Sehnsucht nach dem Geliebten wird so zur Sehnsucht nach der Überwindung der Welt und führt zur Vorstellung, die Seele vereine sich im Tode mit dem Geliebten in Liebe.122

[...]

In der Kabbala wird die weiblich-männliche Einheit, der Hermaphrodit, als ein Mängelwesen empfunden und die Trennung in zwei Geschlechter im Gegensatz zum platonischen Mythos nicht als Strafe, sondern als gottgewollter und für die Verwirklichung des Menschlichen notwendiger Vorgang.


122 Vgl. Idel, M. Eros in der Kabbala: Zwischen gegenwärtiger physischer Realität und idealen metaphysischen Konstrukten. In: Clemens, D. Schabert, T. (Hrsg.) Kulturen des Eros. S. 61-102.

[Seite 7: Z. 3-4, 12-14, 28-34]

EINFÜHRUNG

Eros, die sehnende Kraft, durchwirkt den Kosmos. Er steht am Anfang aller Schöpfung. [...]

Wie ein Leitfeuer weist die platonische Erosphilosophie den abendländischen Diskursen um die Liebe den Weg, doch nicht nur in allen Zeiten, auch quer durch die Kulturen wurden und werden die unterschiedlichsten Antworten auf jene immerwährenden Fragen gesucht, die auch Platons Theorie aufwirft: [...]

[...] Sie [gemeint ist hier Annemarie Schimmel die Autorin des ersten Beitrags in Kulturen des Eros (Anmerkung Graf Isolan)] entfaltet dabei eine Vielzahl jener bildhaften Beschreibungen dund Deutungen über die Liebe vor allem in ihrer Jenseits-, aber auch in ihrer Diesseitsorientierung, an denen die islamische Mystik besonders reich ist. Gott, der Anfangs- und Endlose, der Unbegreifliche, ist hierin das Zentrum aller Liebe. Sie ist seine urewige Eigenschaft, die alle Welt umfaßt und belebt, sie ist das Prinzip, das die Welt in Bewegung hält.

[Seite 8: Z. (22-23),23-33]

In der Tat ist auch die irdische Liebe in der islamischen Dichtung immer wieder in farbigen, kraftvollen Bildern beschrieben: Die Liebe als übermächtige Heimsuchung, die den Menschen mit Gewalt befällt, einer verzehrenden Krankheit gleich, für die es keine Heilung gibt. Die Liebe, die den Menschen um den Verstand bringt und die den Intellekt, der nicht um die Liebe weiß, sich als wertlos erweisen läßt. Die irdische Liebe, die in ihrer extremen Steigerung die physische Gegenwart des geliebten Menschen nicht mehr benötigt und jenseits allen Denkens im Ineinander-Aufgehen der Liebenden in reine Ekstase, in das reine »Nichts« mündet. Die Sehnsucht nach dem Geliebten wird so zur Sehnsucht nach der Überwindung der Welt und führt zur Vorstellung, die Seele vereine sich im Tode mit dem Geliebten in Liebe.

[Seite 9: Z. 24-28]

So wird schon die weiblich-männliche Einheit, der Hermaphrodit, in der Kabbala als ein Mängelwesen empfunden und ihre Trennung in zwei Geschlechter im Gegensatz zum platonischen Mythos nicht als Strafe gesehen, sondern als gottgewollter und für die Verwirklichung des Menschlichen notwendiger Vorgang.

Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme. Ohne Quellenangabe.

Klingt - und wird durch diese und die nächsten Fußnoten suggeriert - wie das Exzerpt eines Kapitels, ist aber in Wirklichkeit fast identisch mit Teilen der Einleitung des Sammelbands, in der die Kapitel zusammenfassend beschrieben werden. Auf diese Einleitung wird nirgends in der untersuchten Dissertation hingeweisen.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


vorherige Seite | zur Übersichtsseite | folgende Seite
Letzte Bearbeitung dieser Seite: durch Benutzer:Schumann, Zeitstempel: 20180304163001