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Die antike Konzeption des Liebesbegriffes in der deutschen und russischen Literatur und Musik im 19. Jahrhundert anhand der Werke von E.T.A. Hoffmann, A. Puschkin, R. Schumann und P. Tschaikowski

von Dr. Julia Lukjanov

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[1.] Jl/Fragment 083 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-10-24 20:01:57 Schumann
Fragment, Gesichtet, Jl, Kastinger Riley 1981, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 83, Zeilen: 3-11, 20-24
Quelle: Kastinger Riley 1981
Seite(n): 177, Zeilen: 7-20
Die grundsätzliche Aussage dieser Betrachtungen ist sozialkritisch.

In seinem 1799 erschienenen „Lucinde“-Roman beschreibt Friedrich Schlegel einerseits die gesellschaftliche Doppelmoral, andererseits die erzieherische Natur, indem er die bestehenden Moralprinzipien positiv auffasst beziehungsweise idealisiert.

In letzterem Fall wird die Frau gewöhnlich zum kindlich-tugendhaften, unschuldig-weiblichen Idealbild erhoben – einem Wesen, dem angeborene Liebesfähigkeit und rückhaltlose seelische Hingabe Lebenszweck und -inhalt sind. Es ist die Vorstellung von einem ewigweiblichen Vorbild, das die moralisch im Dunkeln tappende Männerwelt zum Licht zieht. [...]

[...]

Diesem idealisierten Frauenbild wird oft ein weibliches Gegenstück zur Seite gestellt, dessen dämonische Eigenschaften – Wollust, Leidenschaft und moralische Dekadenz – versinnbildlichen. Solchen Frauenfiguren wird vielfach die Menschlichkeit vorweg abgesprochen, und sie erscheinen als Puppen oder Automaten, zum Beispiel bei E. T. A. Hoffmann.

Die grundsätzliche Aussage dieser Betrachtungen mag sozialkritisch sein, wie etwa in Schlegels Lucinde oder in Kleists Amphitryon, wo die gesellschaftliche Doppelmoral angeprangert wird, oder sie kann erzieherischer Natur sein, indem sie die bestehenden Moralprinzipien positiv auffaßt, beziehungsweise idealisiert. In letzterem Fall wird die Frau gewöhnlich zum kindlich-tugendhaften, unschuldig-weiblichen Idealbild erhoben -- einem Wesen, dem die angeborene Liebesfähigkeit und die rückhaltslose [sic] seelische Hingabe Lebenszweck und -inhalt ist, und das als ewig-weibliches Vorbild die moralisch im Dunkeln tappende Männerwelt zum Licht heranzieht. Diesem idealisierten Frauenbild wird oft ein weibliches Gegenstück zur Seite gestellt, dessen dämonische Eigenschaften Wollust, Leidenschaft und moralische Dekadenz versinnbildlichen. Solchen Frauenfiguren wird vielfach die Menschlichkeit rundweg abgesprochen, und sie erscheinen als Puppe (z.B. in Hoffmanns Automate), als seelenlose Scheinfigur (Arnims Golem-Bella in Isabella von Ägypten) und als Hexe oder Götzenbild (z.B. das Äpfelweib in Hoffmanns Goldenem Topf, die Göttin "öffentliche Meinung" in Eichendorffs Arkadien).
Anmerkungen

Ohne Hinweis auf eine Übernahme.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann


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