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Typus
BauernOpfer
Bearbeiter
Graf Isolan
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 35, Zeilen: 11-13, 19-21
Quelle: Sier 1997
Seite(n): 11, 13, Zeilen: 11:1-4.(12-15); 13:3-6
Eine ironische Pointe unterstreicht das Verhältnis zu Diotima: Im Kreis der Symposiasten erscheint unvermutet eine Frau als eigentliche Sachverständige, vor deren Einsicht die männliche Weisheit recht mangelhaft erscheint.
„In jedem Fall dürfte das primäre Motiv für die Wahl einer Frau als Lehrerin des Sokrates in der Vermeidung eines männlichen Lehrers und normalen Lehrkonstellation zu suchen sein; bei Diotima erhält die ‚Abhängigkeit‘ des Sokrates eine symbolische Bedeutung, die das Faktische in der Schwebe lässt.“80

Diotima fungiert im Symposion als wissende Muse. In ihr gewinnt die Einheit von philosophischer Reflexion und Musenkunst dramatisches Leben und wird zur Einweihung in die wahre Erotik.


80 Vgl. Sier, K. Die Rede der Diotima. Untersuchungen zum platonischen Symposion. S. 10-11.

[Seite 11]

[So] unterstreicht auch das Verhältnis zu Diotima die άτοπία des Sokrates und enthält zugleich die ironische Pointe, daß im >Klub< der Symposiasten unvermutet eine Frau als die eigentlich Sachverständige erscheint, vor deren Einsicht die männliche Weisheit sich recht kümmerlich ausnimmt. [...] In jedem Fall dürfte das primäre Motiv für die Wahl einer Frau als Lehrerin des Sokrates in der Vermeidung eines männlichen Lehrers und der normalen Lehrkonstellation zu suchen sein; bei Diotima erhält die >Abhängigkeit< des Sokrates eine symbolische Bedeutung, die das Faktische in der Schwebe läßt.

[Seite 13]

In Diotima gewinnt die Einheit von philosophischer Reflexion und >Musenkunst< dramatisches Leben und wird zur Einweihung in die wahre Erotik: δει δε που τελευταν τα μουσικά είζ τα τού καλοί) ερωτικά (Rep. 403 c 6-7).

Anmerkungen

Das ordentliche Zitat ist in ungekennzeichnete Übernahmen aus derselben Quelle eingebettet.

Sichter
(Graf Isolan) Schumann