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Jok/Fragment 004 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Hindemith
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 4, Zeilen: 1-30
Quelle: Neumann 2002
Seite(n): 13, 14, Zeilen: 13: 14ff; 14: 4-15
Das Festhalten an der Existenz klar abgrenzbarer aphasischer Störungsbilder kann den großen interindividuellen Unterschieden zwischen den einzelnen Patienten eines Aphasietyps nicht Rechnung tragen, d. h. Patienten haben bestimmte Symptome gemeinsam und werden deshalb einer Kategorie zugeordnet, zeigen aber in manchen Leistungen große Unterschiede. Dies kann sogar zu Überlappungen der Störungsbilder führen. Bereits von Kleist berichtet von Mischfällen. Diese Situation deutet darauf hin, dass eine klare Zuordnung von Symptomen und Aphasietypen unmöglich ist. Agrammatismus ( Kussmaul 1910) und Paragrammatismus (Kleist 1914) werden in der Literatur häufig als Kernsymptomatik der Broca- und der Wernicke-Aphasie genannt. Da Patienten mit reinem A- bzw. Paragrammatismus eher die Ausnahme als die Regel sind, wurden manche Forscher zu extremen Positionen veranlasst:

... we propose that categories of this sort (clinical categories in general, and agrammatism in particular) serve no useful function and ought to be dispensed with in this (neurolinguistic and cognitive neuropsychical) research. (Badecker und Carammazza 1986, S.277).

Einen anderen Weg beschreiten Wissenschaftler wie Bates, Mac Whinney, (1989). Sie gehen zunächst von einem syndrom-unspezifischen Verhalten aphasischer Sprecher/Hörer aus, um gezielt nach den Kernsymptomen der jeweiligen Aphasieform zu suchen. Auf diese Weise soll zur Explikation der kognitiven Defizite, die Ursache der vielfältigen aphasischen Symptome sind, beigetragen werden.

Lange Zeit dominierten Theorien, die den Aphasietypen zentrale Defizite ( Weigl und Bierwisch 1979 ) zuschreiben. Geradezu klassisch sind das für die Broca- Aphasie angenommene syntaktische Defizit sowie das semantische im Fall der Wernicke-Aphasie. Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte führten dazu, die Bedingungen zu fokussieren, unter denen Aphasie-Patienten Schwierigkeiten bei der Verarbeitung sprachlicher Aufgaben haben. Dabei verlagert sich die Aufmerksamkeit von der zentralen Störung einzelner Module wie Syntax und Lexikon auf die an der sprachlichen Informationsverarbeitung beteiligten Prozesse.

Das Festhalten an der Existenz klar abgrenzbarer aphasischer Störungsbilder kann den großen interindividuellen Unterschieden zwischen den einzelnen Patienten eines Aphasietyps nicht Rechnung tragen, d.h. Patienten haben bestimmte Symptome gemeinsam und werden deshalb einer Kategorie zugeordnet, zeigen aber in manchen Leistungen große Unterschiede. Dies kann sogar zu Überlappungen der Störungsbilder führen. Bereits Kleist berichtet von „Mischfällen“.14 Diese Situation deutet darauf hin, daß die Symptome noch nicht ausreichend spezifisch sind, so daß eine klare Zuordnung von Symptomen und Aphasietypen unmöglich ist. Agrammatismus15 und Paragrammatismus16 werden in der Literatur häufig als Kernsymptome der Broca- und der Wernicke-Aphasie genannt.17 Da Patienten mit reinem A- bzw. Paragrammatismus eher die Ausnahme als die Regel sind, wurden manche Forscher zu extremen Positionen veranlaßt:
... we propose that categories of this sort [clinical categories in general, and agrammatism in particular] serve no useful function and ought to be dispensed with in this [neurolinguistic and cognitive neuropsychological] research. (Badecker, Carammazza, 1986, S. 277)

[Seite 14]

Einen anderen Weg beschreiten Wissenschaftler wie Bates, MacWhinney, 1989 u.a. Sie gehen zunächst von einem syndrom-unspezifischen18 Verhalten aphasischer Sprecher/Hörer aus, um gezielt nach den Kernsymptomen der jeweiligen Aphasieform zu suchen. Auf diese Weise soll zur Explikation der kognitiven Defizite, die Ursache der vielfältigen aphasischen Symptome sind, beigetragen werden.

Lange Zeit dominierten Theorien, die den Aphasietypen zentrale Defizite19 zuschrieben. Geradezu klassisch sind das für die Broca-Aphasie angenommene syntaktische Defizit sowie das semantische im Fall der Wernicke-Aphasie. Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte führten allerdings dazu, die Bedingungen zu fokussieren, unter denen Aphasiker Schwierigkeiten bei der Verarbeitung sprachlicher Informationen haben. Dabei verlagert sich die Aufmerksamkeit von der zentralen Störung einzelner Module wie Syntax und Lexikon auf die an der sprachlichen Informationsverarbeitung beteiligten Prozesse.


14 Vgl. Kleist, 1914.

15 Nach Kussmaul (1910) Unvermögen, die Wörter grammatisch zu formen und syntaktisch im Satz zu ordnen.

16 Nach Kleist (1914) ist die Fähigkeit zur Bildung von Wortfolgen nicht aufgehoben; allerdings werden Wendungen und Sätze oft falsch gewählt und der sprachliche Ausdruck schwillt zu verworrenen Satzungeheuern auf.

17 Vgl. eine ausführliche Darstellung in Kapitel 5.

18 Es wird zunächst angenommen, zwischen den Aphasietypen seien keine Unterschiede vorhanden. Dieser Ansatz soll helfen, die den Aphasiesyndromen gemeinsamen Symptome zu erkennen und die tatsächlich spezifischen herauszufiltern.

19 Zentrales Defizit meint hier die Störung deklarativer Wissenskomponenten, d.h. Wissensrepräsentationen in Form von Faktendarstellungen. In Abgrenzung dazu werden Prozessualisierungsstörungen angenommen, d. h. Störungen von Wissensrepräsentationen in Form von Prozeduren, Handlungsanweisungen zur Anwendung von Wissen (vgl. Städtler, 1998). Dieser Dichotomie wird auch häufig mit den Begriffen Kompetenz- und Performanzstörung entsprochen. Vgl. auch Weigl, Bierwisch, 1970.

Anmerkungen

Ein Verweis auf die Quelle fehlt. Man beachte, dass in der Quelle das wörtliche Zitat klar gekennzeichnet ist. In der untersuchten Arbeit kann man es durch die drei Punkte zu Beginn und den Wechsel vom Deutschen ins Englische nur vermuten.

Sichter
(Hindemith) Agrippina1

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