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Jpm/Fragment 060 01

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Typus
Verschleierung
Bearbeiter
KnallErbse
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 60, Zeilen: 1-36
Quelle: Wolkinger 2006
Seite(n): 2, 3, Zeilen: -
Biblisch gesehen meint „Spiritualität“ den ganzen Menschen mit Leib, Seele und Geist, mit einem tiefen Innenleben und unter Umständen massiver äußerer Aktivität, erdverbunden, der Geschichte durch Gottes endgültigen Geist geschenkt. Dieser Geist Gottes ist nicht abzulösen von Gottes Menschwerdung, umfasst daher die ganze Breite des Menschlichen, wie sie in Jesu Leben, in seinem Gang zum Kreuz und in der Hoffnungserfahrung der Auferstehung erscheint. Spiritualität vertritt eine Integration, ja Einheit von Geist bzw. Gott und Welt, Verinnerlichung und Weltgestaltung, Glaube und Vernunft bzw. Wissenschaft, Leben und Denken, Erfahrung (Biographie) und Theorie, Aktion und Kontemplation, Mystik und Politik, Sakralität und Profanität. So bedarf auch Spiritualität, Geistigkeit und Geistlichkeit der intensiven Auseinandersetzung mit ihr. Sie zielt somit auf Erdung, auf Erd- und Lebensnähe und nicht auf Weltflüchtigkeit und geistige Überhöhung, eher auf Durchgeistigung des irdisch-materiellen und nicht auf Trennung des Überirdischen vom Irdischen, auf Befreiung und Emanzipation und nicht nur auf Bindung. Spiritualität ist dynamisch und nicht statisch, die Umformung des Menschen, der auf den Ruf Gottes antwortet. Sie beinhaltet die tatsächlichen, aber mitunter nicht ausdrücklich genannten, unter Umständen sogar unbekannten oder unbewussten Antriebskräfte unseres Lebens und Handelns und kommt aus dem Glauben oder zumindest aus der tiefsten inneren Überzeugung. Spiritualität ist aber immer auch Ausdruck einer bestimmten Geisteskultur, die sich die ihr entsprechenden Ausdrucksformen selbst schafft. Spiritualität geht es um Sinnfragen und um letzte Zusammenhänge, um Religion im vollen und weiten Sinne ihrer Wortbedeutung. Urs von Balthasar (1095-1988)[sic!] war der erste, der den Begriff „Spiritualität“ als „unumgänglich“ für den deutschen Sprachgebrauch empfohlen hat. Er definierte Spiritualität als „jene praktische oder existentielle Grundhaltung eines Menschen, die Folge und Ausdruck seines religiösen–oder allgemeiner seines „ethisch-engagierten Daseinsverständnisses“ ist. In einer treffenden Kurzformel bestimmte Balthasar Spiritualität einfach als „die Mysteriendimension der objektiven kirchlichen Dogmatik“ bzw. als „die subjektive Seite der Dogmatik“, wobei er zusätzlich zur Dogmatik „Moraltheologie“ bzw. „Ethik“ hätte ergänzen müssen. Letztlich sind aber alle theologischen Disziplinen spirituell durchformt. [S2: Z28-32; S3: Z1]

Biblisch gesehen meint ‘spiritualis’ den ganzen Menschen mit Leib, Seele und Geist, mit einem tiefen Innenleben und unter Umständen massiver äußerer Aktivität, erdverbunden und gleichzeitig durchdrungen vom Göttlichen und deshalb offen für „die Vollendung der Geschichte durch Gottes endgültiges Geistgeschenk. Dieser Geist Gottes ist nicht abzulösen von Gottes Menschwerdung, umfaßt daher die ganze Breite des Menschlichen, wie sie in Jesu Leben, in seinem Gang zum Kreuz und in der Hoffnungserfahrung der Auferstehung erscheint.“6

[S3: Z7-10]

Recht verstanden vertritt Spiritualität also eine Integration, ja Einheit von Geist bzw. Gott und Welt, Verinnerlichung und Weltgestaltung, Glaube und Vernunft bzw. Wissenschaft, Leben und Denken, Erfahrung (Biographie) und Theorie, Aktion und Kontemplation, Mystik und Politik, Sakralität und Profanität.

[S3: Z11-34]

Wie guter Wein nur auf schwer zu bearbeitendem Hügelgelände gedeiht, so bedarf auch Spiritualität, Geistigkeit und Geistlichkeit der Erde und der intensiven Auseinandersetzung mit ihr. Spiritualität zielt somit auf Erdung, auf Erd- und Lebensnähe und nicht auf Weltflüchtigkeit und geistige Überhöhung, eher auf Durchgeistigung des Irdisch-Materiellen und nicht auf Trennung des Überirdischen vom Irdischen, eher auf Befreiung und Emanzipation und nicht auf Bindung. Spiritualität ist dynamisch und nicht statisch; sie ist „die fortwährende Umformung eines Menschen, der antwortet auf den Ruf Gottes“7. Spiritualität denkt an die tatsächlichen, aber mitunter nicht ausdrücklich genannten, unter Umständen sogar unbekannten oder unbewußten Antriebskräfte unseres Lebens und Handelns und muß daher nicht ausdrücklich artikuliert, sondern kann auch unausdrücklich mitgedacht und mitbehandelt werden. Spiritualität meint ein Leben aus dem Glauben oder zumindest aus der tiefsten inneren Überzeugung, sei sie nun reflektiert oder nicht. Spiritualität ist aber immer auch Ausdruck einer bestimmten Geisteskultur, die sich die ihr entsprechenden Ausdrucksformen selbst schafft. Spiritualität geht es um Sinnfragen und um letzte Zusammenhänge, um Religio(n) im vollen und weiten Sinn ihrer Wortbedeutung.

Hans Urs von Balthasar war der erste, der den Begriff „Spiritualität“ als „unumgänglich“ für den deutschen Sprachgebrauch empfohlen hat. Er definierte Spiritualität als „jene praktische oder existentielle Grundhaltung eines Menschen, die Folge und Ausdruck eines religiösen - oder allgemeiner: ethisch-engagierten Daseinsverständnisses“ ist, oder klassisch-systematisch ausgedrückt als „eine akthafte und zuständliche (habituelle) Durchstimmtheit seines Lebens von seinen objektiven Letzteinsichten und Letztentscheidungen her“. In einer treffenden Kurzformel bestimmte Balthasar Spiritualität einfach als „die Mysteriendimension der objektiven kirchlichen Dogmatik“8 bzw. als „die subjektive Seite der Dogmatik“ , wobei er zusätzlich zur Dogmatik „Moraltheologie“ bzw. „Ethik“ hätte ergänzen müssen. Letztlich sind aber alle theologischen Disziplinen spirituell durchformt bzw. spirituell zu durchformen.


6 Josef Sudbrack, Spiritualität - Modewort oder Zeichen der Zeit. Ein Kapitel moderner Pneumatologie, in: Geist und Leben 71 (1998) 198-211; 202.

7 Michael Plattig: Was ist Spiritualität?, in: Lewkowicz, Marina/Lob-Hüdelpohl, Andreas (Hg.): Spiritualität in der sozialen Arbeit, Freiburg/Br. 2003, 12-32; 13.

8 Hans Urs von Balthasar, Spiritualität, in: ders., Verbum caro. Skizzen zur Theologie I, Einsiedeln 1960, 226-244; zuerst in: Geist und Leben 31 (1958) 340-352; vgl. ders., Das Evangelium als Norm und Kritik aller Spiritualitäten in der Kirche, in: ders., Spiritus Creator. Skizzen zur Theologie III, 1967, 247-263; zuerst in: Concilium 1 (1965) 715-722.

Anmerkungen

Eine Quellenangabe fehlt.

Sichter
(KnallErbse), Hindemith

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