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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
SleepyHollow02
Gesichtet
No.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 004, Zeilen: 4-36
Quelle: Bundeskartellamt_2008
Seite(n): 4-6, Zeilen: 20 ff
Auch das Bundeskartellamt hat bei ihrer Bewertung die möglichen Vorteile einer Zentralvermarktung berücksichtigt. 22 In erster Linie sind weniger bilaterale Verhandlungen um die Rechte nötig (sog. „one-stop-shop“). Zudem sinkt der Abstimmungsbedarf bei der Spielplanerstellung, weil nicht auf parallel stattfindende Spiele attraktiver Vereine Rücksicht genommen wird. Ferner läßt sich dadurch eine zu ausgeprägte Zerfaserung des Spieltages verhindern. Dies alles ermöglicht wiederum eine Highlight-Berichterstattung über alle Spiele.

Das Bundeskartellamt hat im Rahmen seiner Prüfung jedoch auch mehrere Punkte identifiziert, welche seiner Ansicht nach Anlass zu kartellrechtlichen Bedenken gaben.23 Unter anderem sah das Bundeskartellamt gesellschaftsrechtliche Verflechtungen zwischen Rechteverwertern und Rechtevermarktern, zum Beispiel im Kirch-Konzern mit dem Sportsender DSF als problematisch an.24 Kritisch bewertete es ferner den Zwang für die Fernsehsender, die vorgefertigte Live-Berichterstattung ohne eigene redaktionelle Bearbeitungsmöglichkeit zu übernehmen. Auf diese Weise würde nicht nur die Rechtevergabe durch die Zentralvermarktung, sondern eine weitere Marktstufe monopolisiert, infolgedessen könnten der Qualitätswettbewerb sowie die Presse- und Meinungsfreiheit leiden.25 Des Weiteren hat das Bundeskartellamt besondere Aufmerksamkeit den Vertriebswegen gewidmet. Hier galt es die Stilllegung von Vertriebswegen wie Kabel, DSL oder Satellit zu vermeiden.26 Die Hauptkritik lag jedoch bei einem anderen Punkt. Aus Sicht des Bundeskartellamts wurden durch das neue Vermarktungsmodell die Verbraucher nur unzureichend an den durch die zentrale Vermarktung entstehenden Vorteilen beteiligt. Die geplante Ausdifferenzierung des Spieltages, die Aufspaltung der Vertriebswege sowie die Produktion eines eigenen Bundesliga-Senders führen zu einer Absenkung der Marktzutrittsschranken. Daraus folgen mehr potentielle Interessenten für die zu vergebenden Rechte und ein preistreibender Wettbewerb auf dem Bietermarkt für die Pay-TV-Rechte. Darin sieht das Bundeskartellamt zwei schwerwiegende kartellrechtliche Probleme. Zum Ersten besteht die Möglichkeit, dass ein Sender die exklusiven Rechte für alle Spieltage erwirbt. Der Anreiz hierfür ist groß, weil dies zu einem großen Mehrwert führt. Hohe Ausgaben für den Erwerb der Rechte müssten dann aber von den Abonnenten durch entsprechende Abo-Preise getragen werden. Zum Zweiten könnten auch verschiedene Sender einzelne Tage ersteigern. Die Folge wäre, dass dem Zuschauer mit nur einem Pay- [TV-Abonnement nicht garantiert wäre, jede Woche alle Spitzenspiele bzw. alle Spiele seines Vereins live sehen zu können.]


22 BKartA, Hintergrundpapier, S. 4.

23 BKartA, Hintergrundpapicr, S. 5.

24 BKartA, Hintergrundpapier, S. 5.

25 BKartA, Hintergrundpapier, S. 5.

26 BKartA, Hintergrundpapier, S. 5.

Das Bundeskartellamt hat folgende mögliche vorgetragene Vorteile einer Zentralvermarktung berücksichtigt:

1. Es sind weniger bilaterale Verhandlungen um die Rechte nötig („one-stop-shop“).

2. Der Abstimmungsbedarf bei der Spielplanerstellung sinkt, weil nicht auf parallel stattfindende Spiele attraktiver Vereine Rücksicht genommen werden muss. Gleichzeitig wird die „Zerfaserung“ des Spieltages verhindert.

3. Beides ermöglicht wiederum eine Highlight-Berichterstattung über alle Spiele.

[S. 5]

[...]

Das Bundeskartellamt hat im Rahmen der umfassenden Prüfung mehrere Punkte in dem vorgeschlagenen Vermarktungsmodell identifiziert, die Anlass für kartellrechtliche Bedenken geben. Neben dem Aspekt der angemessenen Verbraucherbeteiligung (hierzu unten) handelte es sich dabei um folgende Einzelaspekte:

- Das Bundeskartellamt sah gesellschaftsrechtliche Verflechtungen zwischen Rechteverwertern und Rechtevermarktern, zum Beispiel im Kirch-Konzern mit dem Sportsender DSF als problematisch an.

- Kritisch sah das Bundeskartellamt ferner den Zwang für die Fernsehsender, die vorgefertigte Live-Berichterstattung ohne eigene redaktionelle Bearbeitungsmöglichkeit zu übernehmen. Denn auf diese Weise würde nicht nur die Rechtvergabe durch die Zentralvermarktung, sondern eine weitere Marktstufe monopolisiert, wodurch der Qualitätswettbewerb und die Presse- sowie Meinungsfreiheit leiden könnte.

- Besondere Aufmerksamkeit hat das Bundeskartellamt auch den Vertriebswegen gewidmet. Hier galt es die Stilllegung von Vertriebswegen wie Kabel, DSL oder Satellit zu vermeiden.

In diesen Bereichen wurden mögliche Lösungen gefunden, die hier nicht näher erläutert werden sollen, da sie je nach Gesamtkonzept unterschiedlich sein können und auch noch nicht mit anderen Verfahrensbeteiligten besprochen wurden.

Wichtigster Grund für die kritische kartellrechtliche Beurteilung des vorgelegten Vermarktungsmodells war aber die aus Sicht des Bundeskartellamtes unzureichende Beteiligung des Verbrauchers an den Vorteilen der Zentralvermarktung.


Die Ausschreibung von Paketen für Freitags-, Samstagsnachmittags-, Samstagsabend- und Sonntagsspiele, die Aufspaltung der Vertriebswege und die Produktion eines eigenen Bundesliga-Senders führen zu einer Absenkung der Marktzutrittsschranken und sorgen insoweit für mehr – preistreibenden – Wettbewerb auf dem Bietermarkt im Pay-TV-Bereich. Gleichzeitig bergen sie aber zwei schwerwiegende wettbewerbliche Probleme.

[S. 6]

Auf der einen Seite ist es denkbar, dass ein Sender die exklusiven Rechte für alle Tage gegen viele Konkurrenten für Unsummen ersteigert. Der Anreiz ist groß, weil Gesamtexklusivität zu einem großen Mehrwert führt, nämlich einziger Sender mit Bundesligaprogramm zu sein. Seine hohen Ausgaben für die Rechte müssen dann aber im Ergebnis vom Pay-TV-Abonnenten über entsprechend hohe Abo-Preise getragen werden.

Auf der anderen Seite steht die Möglichkeit, dass verschiedene Sender einzelne Tage ersteigern. Dann ärgert sich der Zuschauer über sein Pay-TV-Abo, das ihm nicht garantiert, jede Woche alle Spitzenspiele bzw. alle Spiele seines Vereins live sehen zu können.

Anmerkungen

Quelle ist in den Fn. mehrfach genannt. Ein Hinweis auf die wortlautnahe Übernahme fehlt. k.W., weil aufgrund der dichten Fußnotenfolge erkennbar ist, daß hier nicht der Verf. selbst spricht.

Sichter
(SleepyHollow02)

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