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  Gemeinschaftlicher Bericht
  Dokumentation von Plagiaten in der Dissertation „Charakterisierungen und Qualifikation im Internationalen Privatrecht“ von Loukas A. Mistelis, Tübingen 1999


Stand des Berichts

Status

Entwurf

Fertigstellung

Nicht fertiggestellt

Verwendung

Nicht freigegeben

Alternatives Datenformat

EinleitungBearbeiten

Gegenstand dieses Berichts ist die Untersuchung der Dissertation Charakterisierungen und Qualifikation im internationalen Privatrecht von Loukas A. Mistelis auf Plagiatstellen. Die Dissertation wurde 1999 als Band 73 der Schriftenreihe „Studien zum ausländischen und internationalen Privatrecht“ des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht im Verlag Mohr Siebeck veröffentlicht.

Die dokumentierten Fragmente erlauben es der akademischen und allgemeinen Öffentlichkeit, sich ein eigenes Bild des Falls zu machen. Eine detaillierte, kontinuierlich erweiterte Dokumentation der Untersuchungsergebnisse ist unter http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Lm zu finden.

Die Juristische Fakultät und die Ethik-Kommission der Universität Hannover haben sich 2001-2002 mit Hinweisen auf Plagiate in dieser Arbeit befasst. Einen kurzen Bericht dazu findet man hier.

VorgehensweiseBearbeiten

Die Analyse der Dissertation fand in mehreren Schritten statt. Im ersten Schritt wurden vermutete Plagiate der Dissertation in Form von Fragmenten dokumentiert, welche den direkten Vergleich mit den Originalen ermöglichen. Wie auch in der Wikipedia ist diese Dokumentation anonym möglich. Nach anschließender Verifizierung wurden die betroffenen Stellen nach dem „Vier-Augen-Prinzip“ in gesichtete Fragmente überführt.

Definition von PlagiatkategorienBearbeiten

Die hier verwendeten Plagiatkategorien basieren auf den Ausarbeitungen von Wohnsdorf / Weber-Wulff: Strategien der Plagiatsbekämpfung, 2006. Eine vollständige Beschreibung der Kategorien findet sich im VroniPlag Wiki. Die Plagiatkategorien sind im Einzelnen:

KomplettplagiatBearbeiten

Text, der wörtlich aus einer Quelle ohne Quellenangabe übernommen wurde.

VerschleierungBearbeiten

Text, der erkennbar aus fremder Quelle stammt, jedoch umformuliert und weder als Paraphrase noch als Zitat gekennzeichnet wurde.

BauernopferBearbeiten

Text, dessen Quelle ausgewiesen ist, der jedoch ohne Kenntlichmachung einer wörtlichen oder sinngemäßen Übernahme kopiert wurde.

Verschärftes BauernopferBearbeiten

Ein Bauernopfer, bei dem der Verweis auf die Quelle einen anderen Inhalt suggeriert, wie z.B. "ferner", "siehe dazu auch".

Gewöhnlich zählt dazu auch ein Verweis mit "Cf.". Der Verfasser verwendet diese Formulierung aber auch häufig für direkte Belege, z.B. S. 73 Fn. 45 „Cf. SCHOCH, aaO“. Aus diesem Grund wurde eine Erwähnung der verwendeten Quelle als z.B. „Cf. WEBER“ nicht als verschärftes, sondern als einfaches Bauernopfer gewertet.

Vorläufige ErgebnisseBearbeiten

Überblick Bearbeiten

Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden auf 118 von 260 Textseiten Plagiatstellen nachgewiesen. Dokumentiert sind Textübernahmen aus insgesamt 34 verschiedenen Quellen. Insgesamt 39 Seiten bestehen zu mehr als 50% aus Plagiatstext, davon 22 Seiten zu zwischen 50 und 75 % sowie 17 Seiten zu mehr als 75 %.

Befunde mit Anmerkungen Bearbeiten

Zu einigen Fundstellen wurden erläuternde Anmerkungen und Beobachtungen zusammengestellt. Diese sind unter Befunde aufgeführt.

Auffallendes und Merkwürdiges Bearbeiten

Besonderheiten insbesondere bei der Auswahl der untersuchten Quellen, der Technik der Übernahme und der stilistischen Überarbeitung von Quellen werden unter Auffallendes und Merkwürdiges dargestellt.

StatistikBearbeiten

Die folgende Übersicht schlüsselt alle dokumentierten Fragmente zeilenweise nach Quellen und spaltenweise nach Plagiatskategorien auf. Eine ausführlichere Tabelle zu den einzelnen Fragmenten findet man hier.

(KP = Komplettplagiat, VS = Verschleierung, BO = Bauernopfer, VBO = Verschärftes Bauernopfer, VD = Verdächtig, KeinP = Kein Plagiat.)

Tabelle: Lm-Quellen
Quelle
Jahr
KP
VS
BO
VBO
VD
KeinP

Boguslawskij 1998 11
Boschiero 1996 33
Canaris 1993 22
Capatina 1994 22
Dörner 1988 314
Einsele 1996 11
Grundmann 1985 112
Hartwieg 1993 123
Hay 1990 213
Heyn 1986 325
Huzel 1990 11
Joerges 1971 1113
Kegel 1995 3115
Kropholler 1975 22
Kropholler 1997 274114
Lipowschek 1983 11
Ma 1995 11
Madl 1982 11
Makarov 1963 101415
Makarov 1978 22
Neumayer 1955 11
Neuner 1932 4318
Neuner 1934 11
Schoch 1934 224
Schurig 1981 279
Schwind 1990 11
Sonnenberger 1990 112
Steindorff 1958 112
Von Bar 1985 112
Von Bar 1987 123
Weber 1986 3123256
Wengler 1944 11
Wengler 1951 11
Zweigert 1973 11
6 66 74 12 4 1 163

Vorläufige BewertungBearbeiten

Bezüglich der in diesem Bericht dokumentierten Plagiate lässt sich zusammenfassend feststellen:

  • In der untersuchten Dissertation wurden in erheblichem Ausmaß fremde Quellen verwendet, die nicht oder nicht hinreichend als Zitat gekennzeichnet wurden. Dies stellt eine eklatante Verletzung wissenschaftlicher Standards dar.
  • In bisher 72 dokumentierten Fällen hat der Verfasser den Wortlaut einer Quelle kopiert, ohne sie in diesem Zusammenhang zu erwähnen. In 66 Fällen wurde der Wortlaut dabei leicht geändert (Verschleierung), in 6 Fällen nicht (Komplettplagiat).
  • In bisher 86 dokumentierten Fällen wird die Quelle zwar im Zusammenhang mit der Übernahme erwähnt, aber so, dass eine wörtliche Übernahme oder deren Umfang nicht erkennbar werden (Bauernopfer). 74 derartige Fälle sind in der Grundform dokumentiert. In weiteren 12 Fällen suggeriert dieser Verweis einen abweichenden Inhalt, z.B. mit „Cf. ferner“ (verschärftes Bauernopfer), wie beispielsweise in Fragment 118 05, wo ca. 80% der Seite wörtlich (mit kleinen Auslassungen) aus Joerges (1971) übernommen wurden.
  • Systematisch (mit 56 dokumentierten Fragmenten) wird die Dissertation von Helmut Weber (1986) herangezogen, vor allem für den dort gründlich zusammengestellten und analysierten Forschungsstand bis 1945.
  • Von zwei weiteren Arbeiten übernimmt der Verfasser den Text samt Gliederung für je ein Unterkapitel. Kapitel XI.1 (S. 225-231) besteht überwiegend aus nicht gekennzeichneten wörtlichen Übernahmen aus Makarov (1963). Kapitel IX.3 (S. 202 bis 208) übernehmen in geraffter Form das Unterkapitel „III. Verschiedene Mischsysteme“ (S. 32-50) aus der Habilitationsschrift Schurig (1981). Hier sind umfangreiche wörtliche Übernahmen nicht ausgewiesen.
  • Schon die Übernahme aus Makarov (1963) – sieben Druckseiten, die am Stück (einschließlich Gliederung und Fußnoten) weitgehend wörtlich übernommen wurden; dabei nur ein unauffälliger Verweis auf die Quelle (S. 230 Fn 36 an dritter Stelle) – ist anders als durch einen bewussten Regelverstoß kaum zu erklären. Gleiches gilt für die fast wörtliche Übernahme des gesamten Texts auf Seite 14 mit dem Verweis auf "Cf WENGLER ... S. 1-31 (passim)".

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