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VroniPlag Wiki

Mb/Dublette/Fragment 104 04

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Typus
KeineWertung
Bearbeiter
Klgn
Gesichtet
Yes.png
Untersuchte Arbeit:
Seite: 104, Zeilen: 4-18
Quelle: Enaux 2004
Seite(n): 19, 20, Zeilen: S. 19, 24-27; S. 20, 1-17
Zur Ermittlung der Austauschbarkeit verschiedener Produkte aus Nachfragesicht wird untersucht, welchen Effekt eine hypothetische geringe, aber doch spürbare nicht vorübergehende Preisänderung - angesetzt wird hier eine Erhöhung im Bereich zwischen 5 und 10 % - eines oder mehrerer gleicher Produkte eines bestimmten Anbieters auf die Nachfrage nach möglichen Substitutionsprodukten haben würde.364 Wechseln so viele Kunden auf ein anderes Produkt, dass durch den Absatzrückgang die Preiserhöhung wirtschaftlich keinen Sinn mehr machen würde, werden diese alternativen Produkte ebenfalls in den relevanten Markt mit einbezogen. Sinkt die Nachfrageelastizität hingegen, d.h. wechseln keine oder nur sehr wenige Kunden auf ein anderes Produkt, ist der sachlich relevante Markt abgegrenzt, da alle Substitutionsprodukte oder -dienstleistungen ebenfalls erfasst sind. Die Anbietersubstituierbarkeit prüft demgegenüber, wie viele Anbieter bei derartigen Preisänderungen dazu in der Lage sind, ihrerseits ihre Produktion umzustellen und die relevanten Produkte ohne große Zusatzkosten kurzfristig auf den Markt zu bringen.365

364 EU-Kommission, Leitlinien zur Marktanalyse und Ermittlung beträchtlicher Marktmacht, a. a. O., Tz. 46.
365 EU-Kommission, Leitlinien zur Marktanalyse und Ermittlung beträchtlicher Marktmacht, a. a. O., Tz. 52.

[Seite 19, Zeilen 24-27]

Zur Ermittlung der Substituierbarkeit verschiedener Produkte aus Nachfragesicht und damit zur genaueren Abgrenzung der sachlich relevanten Märkte wendet die Kommission einen „hypothetischen Monopoltest“ an, bei dem die hypothetische Reaktion des Marktes auf eine Preiserhöhnung bei einem bestimmten Produkt oder Dienst

[Seite 20, Zeilen 1-17]

ermittelt wird.121 Der Test untersucht, welchen Effekt eine geringe, aber doch spürbare nicht vorübergehende Preisänderung — angesetzt wird hier eine Erhöhung im Bereich zwischen 5 und 10 % - eines oder mehrerer Produkte eines hypothetischen Monopolisten auf die Nachfrage nach möglichen Substitutionsprodukten haben würde.122 Wechseln so viele Kunden auf ein anderes Produkt, dass durch den Absatzrückgang die Preiserhöhung wirtschaftlich keinen Sinn mehr machen würde, werden diese alternativen Produkte ebenfalls in den relevanten Markt mit einbezogen. Sinkt die Nachfrageelastizität hingegen, d.h. wechseln keine oder nur sehr wenige Kunden auf ein anderes Produkt, ist der sachlich relevante Markt abgegrenzt, da alle Substitutionsprodukte oder -dienstleistungen ebenfalls erfasst sind.123 Wie die Kommission selbst einräumt, liegt ein Problem dieser Marktabgrenzung bei regulierten Märkten darin, dass die regulierten Preise so behandelt werden müssen, als seien sie frei von den Unternehmen bestimmt worden, wodurch sich Verzerrungen bei der Marktermittlung ergeben können.124

Die Anbietersubstituierbarkeit prüft demgegenüber, wie viele Anbieter bei derartigen Preisänderungen dazu in der Lage sind, ihrerseits ihre Produktion umzustellen und die relevanten Produkte ohne große Zusatzkosten kurzfristig auf den Markt zu bringen.125


121 Dieser aus dem US-amerikanischen Kartellrecht stammende Test wird auch als SSNIP-Test bezeichnet, da die Auswirkungen eines "Small but Significant Nontransitory Increase in Price" auf die relevanten Märkte untersucht wird; vgl. EU-Kommission, Leitlinien (o. Fn. 109), Tz. 40, Fn.26. Vgl. hierzu Krüger, K&R-Beil. 1/2003, 9, 12, Fn. 19, der den Test auch als "price elevation test" bezeichnet; vgl. kritisch hierzu Knallfaß in: FS I. Schmidt, 111, 122ff; Kantzenbach/Krüger, WuW 1990, 472, 473. 122 EU-Kommission, Leitlinien (o. Fn. 109), Tz. 46.
123 Ein Beispiel hierzu findet sich bei EU-Kommission, Bekanntmachung (o. Fn. 116), Tz. 18.
124 EU-Kommission, Leitlinien (o. Fn. 109), Tz. 42.
125 EU-Kommission, Leitlinien (o. Fn. 109), Tz. 52.

Anmerkungen

Die Ausführungen in Enaux 2004 beziehen sich ausweislich FN 109 (S. 18) auf Leitlinien der Kommission zur Marktanalyse und Ermittlung beträchtlicher Marktmacht nach dem gemeinsamen Rechtrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und -dienste (2002/C 165/03). Keine signifikanten Übereinstimmungen im Wortlaut.

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