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Mcp/Stellungnahmen Uni Tübingen

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Stellungnahmen und Äußerungen (z.T. auszugsweise) im Fall Pröfrock seitens der Uni Tübingen

6. April 2011Bearbeiten

  • Fakultätsassistent Oliver Richter: „Die Juristische Fakultät ist außen vor, wird aber wohl zu gegebener Zeit eine Stellungnahme abgeben dürfen“ (aus ZVW-Waiblinger Zeitung)
  • Doktorvater Prof. i.R. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Graf Vitzthum: „Das Ganze läuft jetzt in einem Verwaltungsverfahren mit festen Regeln ab und wird wohl so zügig wie möglich geschehen“
Doktorvater Prof. Vitzthum hat wie die Kommission erst am Montag von den Plagiatsvorwürfen erfahren und habe, wie er sagt, noch nicht die Zeit gehabt, Pröfrocks Arbeit erneut anzuschauen, geschweige denn auf der Internetplattform Wikia nachzuforschen. Dass im Universitätsalltag grundsätzlich davon ausgegangen werde, dass derjenige, der eine Doktorwürde anstrebt, auch entsprechend würdevoll mit Zitaten und Quellen umgeht, kann Prof. Vitzthum nur bejahen. Es sei bislang schlichtweg nicht üblich gewesen beziehungsweise nicht als notwendig erachtet worden, Doktorarbeiten auf Textkopien aus dem Internet zu untersuchen. „Internet-Zitate als solche zu erkennen, ist beim Lesen nicht möglich.“ (aus ZVW-Waiblinger Zeitung)
  • Ein Sprecher der Uni Tübingen bestätigte, dass die Vorwürfe intern geprüft würden. Der Fall werde der „Kommission zur Untersuchung von Fehlverhalten in der Wissenschaft“ nicht öffentlich vorgetragen, die weitere Schritte prüfe. Beurteilen wolle man die Sache erst, wenn Ergebnisse vorlägen. Die Überprüfung sei indes eine Frage von Wochen. (aus Stuttgarter Zeitung)

5. April 2011Bearbeiten

  • Jura-Dekanin Barbara Remmert: Ein Anfangsverdacht sei „nicht von der Hand zu weisen“. Zur Überprüfung: „Wir wollen es so schnell wie möglich machen, aber mit rechtsstaatlichen Standards“.
Es gehe vor allem darum, „die Redlichkeit wissenschaftlichen Arbeitens zu schützen“, eine Grundlage der Glaubwürdigkeit. Die Betreuer von Doktorarbeiten hätten vor vier Jahren noch weniger Möglichkeiten als heute gehabt, abgeschriebene Textpassagen zu erkennen. „Der Doktorvater geht ja auch nicht davon aus, dass er betrogen wird.“ (aus Tagblatt)
  • Uni-Rektor Bernd Engler nannte den Fall „mehr als unerfreulich“. Er werfe die Frage auf, ob die vor zwei Jahren allgemein eingeführte eidesstattliche Erklärung bei Doktorarbeiten zu spät kam. Die Uni müsse beim Unrechtsbewusstsein in wissenschaftlichen Texten „nochmal komplett nacharbeiten“. (aus Tagblatt)

6. Juli 2011Bearbeiten

  • Pressemitteilung:
Universität Tübingen entzieht Matthias Christoph Pröfrock den Doktorgrad
Untersuchung der Dissertation hat ergeben, dass sie in nicht unerheblichem Maße fremde Texte wörtlich übernimmt, ohne dass dies kenntlich gemacht wurde
Der Promotionsausschuss der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen hat nach intensiver Prüfung der Dissertation sowie nach einer schriftlichen Anhörung des Betroffenen in seiner Sitzung am 5. Juli 2011 beschlossen, Matthias Christoph Pröfrock den Doktortitel zu entziehen. Sie hat dabei mit Einverständnis des Betroffenen Erkenntnisse der zentralen Kommission der Universität Tübingen zur Untersuchung von Fehlverhalten in der Wissenschaft, die den Betroffenen auch mündlich angehört hat, in ihre Prüfung einbezogen. Die Untersuchung der Dissertation hat ergeben, dass sie in nicht unerheblichem Maße fremde Texte wörtlich übernimmt, ohne dass dies kenntlich gemacht wurde. Damit lag bei Verleihung des Doktorgrades keine „selbständige wissenschaftliche Arbeit“ vor, die nach § 38 Abs. 3 S. 1 LHG Voraussetzung für eine Promotion ist. Stellt sich das Fehlen der Promotionsvoraussetzungen wie im vorliegenden Fall erst nachträglich heraus, legt § 48 Abs. 1 S. 1 LVwVfG den Entzug des Doktortitels in das Ermessen des Promotionsausschusses.
Von der ihm damit eingeräumten Möglichkeit, den Doktortitel nachträglich zurückzunehmen, hat der Promotionsausschuss der Juristischen Fakultät Gebrauch gemacht. Er geht aufgrund der Schilderungen des Betroffenen zu seiner Arbeitsweise bei der Abfassung der Dissertation davon aus, dass die Übernahme der fremden Texte jedenfalls grob fahrlässig erfolgte. Diese Sicht wird von der Kommission zur Untersuchung von Fehlverhalten in der Wissenschaft der Universität Tübingen geteilt. Da gleichzeitig die Integrität wissenschaftlichen Arbeitens und das Vertrauen der wissenschaftlichen Gemeinschaft, der Studierenden und der Öffentlichkeit in die Richtigkeit wissenschaftlicher Veröffentlichungen bei der Duldung von Verstößen der geschilderten Art erheblichen Schaden nähme, hielt der Promotionsausschuss der Juristischen Fakultät den Entzug des Doktortitels trotz der Schwere der Maßnahme für unausweichlich.
Um Plagiatsfälle in Zukunft besser aufdecken zu können, hat die Juristische Fakultät ihre Promotionsordnung um die Verpflichtung erweitert, Dissertationen künftig auch elektronisch abzugeben. Damit wird eine elektronische Plagiatskontrolle ermöglicht. Die Regelung ist im Juni in Kraft getreten.

7. Juli 2011Bearbeiten

  • Dekanin der Juristischen Fakultät Prof. Barbara Remmert: "Beim Entzug eines Doktortitels werde die mögliche Tragweite für den Betroffenen durchaus berücksichtigt" (Quelle: TAGBLATT)

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