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Neurobiologische Wirkmechanismen antidepressiver Therapieverfahren

von Prof. Dr. Dr. Martin Ekkehard Keck

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[1.] Mek/Fragment 014 01 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-11-14 19:26:58 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Holsboer 1999, Mek, SMWFragment, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
Schumann
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 014, Zeilen: 01-10
Quelle: Holsboer 1999
Seite(n): 296, Zeilen: li. Sp. 12 ff.
[Da Dexamethason als synthetisches Glukokortikoid die Blut-Hirn-Schranke nur in minimalen Mengen passieren kann und gleichzeitig die Glukortikoidsynthese der Nebennierenrinde hemmt, sind die – bei depressiven Patienten vermutlich ohnehin subsensitiven (De Leo et al., 1992) - Kortikoidrezeptoren des Gehirns ihrer natürlichen Liganden beraubt, ohne dass] Dexamethason dies zu kompensieren vermag. Dexamethason wirkt aufgrund seiner fehlenden Bindung an das Kortikosteroid-bindende Globulin sowie des aktiven Transports aus Neuronen durch p-Glykoproteine der Blut-Hirn-Schranke (Müller et al., 2003a, 2003b) vorwiegend hypophysär; es kommt im Gehirn also in der Folge zu einer „funktionellen Adrenalektomie“. Als zentrale kompensatorische Reaktion resultiert hieraus eine nochmals erhöhte Freisetzung von CRH und AVP (s. unten), so dass nach Gabe von zusätzlichem, synthetischen CRH im Stimulationstest die intrinsischen CRH/AVP-Effekte an CRH1-Rezeptoren der kortikotropen Zellen des Hypophysenvorderlappens synergistisch verstärkt werden und die Dexamethason-Suppression auf Hypophysenebene teilweise aufgehoben wird.

De Leo, R., Cerri, G., Balducci, D., Moglie, F., Scarpino, O. & Guidi, M. (1992) Computer modelling of brain cortex excitation by magnetic field pulses. Journal of Medical Engineering & Technology, 16, 149-156.

Müller, M.B., Keck, M.E., Binder, E.B., Kresse, A.E., Hagemeyer, T.P., Landgraf, R., Holsboer, F. & Uhr, M. (2003a) ABCB1 (MDRI)-type glycoproteins at the blood-brain barrrier modulate the activity of the hypothalamic-pituitary-adrenocortical system: implications for affective disorder. Neuropsychopharmacology, in press.

Müller, M.B., Uhr, M., Holsboer, F. & Keck, M.E. (2003b) Hypothalamic-pituitary-adrenocortical system and mood disorders: highlights from mutant mice. Neuroendocrinology, in press.

Da Dexamethason durch ein im Multidrug-resistance(mdr)-Gen kodiertes und in den Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke exprimiertes P-Glykoprotein aus den Endothelzellen in das Gefäßlumen zurücktransportiert wird und damit erschwert in das Gehirn eindringt, sind die Glukokortikoid- und Mineralkortikoidrezeptoren ihres natürlichen Liganden beraubt, ohne daß dies von Dexamethason kompensiert werden würde (Flens et al. 1996). Im ZNS kommt die niedrig dosierte Dexamethasongabe somit funktionell einer Adrenalektomie gleich. Als zentrale kompensatorische Reaktion kommt es zu einer stark erhöhten Sekretion von CRH und v.a. von AVP, so daß nach exogener Gabe von CRH die intrinsischen AVP-Effekte an kortikotrophen Zellen synergistisch verstärkt werden können und die Dexamethasonsuppression auf Hypophysenebene teilweise aufgehoben wird (von Bardeleben und Holsboer 1989).

Bardeleben U von, Holsboer F (1989) Cortisol response to a combined dexamethasone-human corticotropin-releasing hormone challenge in patients with depression. J Neuroendocrinol 1: 485–488

Flens MJ, Zaman GJR, Valk P van der et al. (1996) Tissue distribution of the multidrug resistance protein. Am J Pathol 148: 1237–1247

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Zuvor wird auf S. 13 zwar „Holsboer, 1999a“ und auf S. 14 im folgenden Absatz „Holsboer, 2000“ referenziert, doch handelt es sich dabei um englischsprachige Publikationen, die den Inhalt in dieser sprachlichen Form nicht enthalten können.

Der erste (sich größtenteils auf S. 13 befindende) Satz weist zwar stärkere Variationen auf, doch bleibt – auch im Kontext mit dem nachfolgenden Inhalt – die Schreibvorlage erkennbar.

Man beachte zudem, dass bei De Leo et al. (1992) weder von Kortikoidrezeptoren noch von Depression überhaupt die Rede ist.

Sichter
(Schumann), Stratumlucidum


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