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Neurobiologische Wirkmechanismen antidepressiver Therapieverfahren

von Prof. Dr. Dr. Martin Ekkehard Keck

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[1.] Mek/Fragment 096 04 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-10-07 19:22:01 Stratumlucidum
Fragment, Gesichtet, Mek, SMWFragment, Schindele 2003, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
MekHunter
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 096, Zeilen: 04-10, 13-26, 28-29
Quelle: Schindele 2003
Seite(n): 065, 066, 076, Zeilen: 065: 02-09, 16-22; 066: 01-02; 076: 05-12
In der vorliegenden Studie wurden die Auswirkungen des Triazolobenzodiazepins Alprazolam, dem klinisch von einigen Autoren eine antidepressive Wirkung zugeschrieben wurde (Dawson et al., 1984; O'Connor et al., 1985; Birkenhäger et al., 1995), und des Benzodiazepins Temazepam auf die Regulation der HPA-Achse untersucht. Insbesondere wurde die Wirkung der beiden anxiolytischen Medikamente auf die Freisetzungsprofile von AVP im PVN und von AVP, ACTH und Kortikosteron im Plasma unter dem Stressor des Forced Swimming charakterisiert.

[4.2.8.1 Unterschiedliche Effekte von Triazolobenzodiazepinen und Benzodiazepinen?]

Ausgangspunkt dieser Überlegung ist die von einigen Autoren beschriebene unterschiedliche klinische Wirksamkeit der beiden Benzodiazepine: Alprazolam soll neben anxiolytischen antidepressive Effekte aufweisen und wird deshalb auch im Rahmen der pharmakologischen Therapie der Depression eingesetzt (Dawson et al., 1984; Birkenhäger et al., 1995). Temazepam dagegen besitzt keine bekannte antidepressive Wirkung und wird dementsprechend als "klassisches" Benzodiazepin, das in der Psychiatrie bevorzugt bei Angsterkrankungen sowie Erregungs- und Spannungszuständen verwendet wird, eingesetzt. Das Forced Swimming als kombiniert emotional/physischer Stressor (Porsolt et al., 1978; Cryan et al., 2002) ist einerseits geeignet, Veränderungen der HPA-Achse unter der Gabe der beiden Benzodiazepine im Sinne von Konzentrationsveränderungen von AVP, ACTH und Kortikosteron im Plasma hervorzurufen. Andererseits dient es mit einigen Modifikationen als Verhaltenstest zur Untersuchung der klinischen Wirksamkeit antidepressiver Substanzen, [wenngleich es ursprünglich für trizyklische Antidepressiva entwickelt und validiert wurde (Cryan et al., 2002).]

Temazepam, von dem klinisch kein antidepressiver Effekt beschrieben wurde, zeigte in der vorliegenden Studie, wie bereits von anderen Autoren berichtet (Flugy et al., [1992), keinen gegenüber der Vehikel-Gabe signifikanten Einfluss auf das Schwimmverhalten der Tiere.]


Dawson, G .W., Jue, S.G. & Brogden, R.N. (1984) Alprazolam: a review of its pharmacodynamic properties and efficacy in the treatment of anxiety and depression. Drugs, 27, 132-147.

O·Connor, W.T., Earley, B. & Leonard, B.E. (1985) Antidepressant properties of the triazolobenzodiazepines alprazolam and adinazolam: studies on the olfactory bulbectomized rat model of depression. British Journal of Clinical Pharmacology, 19, 45-56.

Birkenhäger, T.K., Moleman, P. & Nolen, W.A. (1995) Benzodiazepines for depression? A review of the literature. International Clinical Psychopharmacology, 10, 181-195.

Porsolt, R.D., Anton, G., Blavet, N. & Jalfre, M. (1978) Behavioural dispair in rats: a new model sensitive to antidepressant treatments. European Journal of Pharmacology, 47, 379-391.

[Cryan, J.F., Markou, A. & Lucki , I. (2002) Assessing antidepressant activity in rodents: recent developments and future needs. Trends in pharmacological sciences, 23, 238-245.]

Flugy, A. , Gagliano, M., Cannizzaro, C., Novara, V. & Cannizzaro, G . (1992) Antidepressant and anxiolytic effects of alprazolam versus the conventional antidepressant deaipramine and the anxiolytic diazepam in the forced swim test. European Journal of Pharmacology, 214, 233-238.

[Seite 065]

Die vorliegende Dissertation untersuchte den Einfluss des Triazolobenzodiazepins Alprazolam, dem klinisch von einigen Autoren eine antidepressive Wirkung zugeschrieben wurde (Birkenhäger et al., 1995; Dawson et al., 1984; O'Connor et al., 1985; Von Voigtlander & Straw, 1985), und des Benzodiazepins Temazepam auf die Regulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse). Insbesondere wollte sie Aufschluss über die Wirkung der beiden anxiolytischen Medikamente auf die Freisetzungsprofile von AVP im PVN und von AVP, ACTH und Corticosteron im Plasma unter dem Verhaltensstressor des "Forced swimming" geben.

[Seite 076]

Ausgangspunkt dieser Überlegungen ist die von einigen Autoren beschriebene unterschiedliche klinische Wirksamkeit der beiden Benzodiazepine: Alprazolam soll neben anxiolytischen Effekten auch antidepressiv wirken und wird deshalb ebenfalls im Rahmen der pharmakologischen Therapie von Depressionen eingesetzt (Birkenhäger et al., 1995; Dawson et al., 1984; O'Connor et al., 1985; Von Voigtlander & Straw, 1985). Temazepam dagegen besitzt keine bekannten antidepressiven Effekte und verfügt über eine Indikation als klassisches Benzodiazepin, das bevorzugt bei Angststörungen, sowie Erregungs- und Spannungszuständen verwendet wird.

[Seite 065]

Das „Forced swimming“ als kombiniert emotional/physischer Stressor (Abel, 1994; West, 1990; Wotjak, 1995) ist einerseits besonders geeignet deutlichere Veränderungen der HPA-Stressachse unter der Gabe der beiden Benzodiazepine im Sinne von Konzentrationsveränderungen von AVP, ACTH und Corticosteron hervorzurufen. Andererseits dient es mit einigen Modifikationen als Tiermodell zur Untersuchung der klinischen Wirksamkeit antidepressiver Substanzen (Borsini & Meli, 1988; Keck et al., 2001b; Lucki, 1997; Porsolt et al., 1977; West, 1990).

[Seite 066]

Temazepam, vom dem klinisch kein antidepressiver Effekt beschrieben wurde, zeigte in der vorliegenden Studie wie bereits von anderen Autoren berichtet (Flugy et al., 1992) keinen gegenüber der Vehikel-Gabe signifikanten Einfluss auf das Schwimmverhalten der Tiere.


Birkenhäger T K, Moleman P und Nolen W A (1995) Benzodiazepines for depression? A review of the literature, in: International Clinical Psychopharmacology 10: 181-195.

Dawson G W, Jue S G und Brogden RN (1984) Alprazolam. A review of its pharmacodynamic properties and efficacy in the treatment of anxiety and depression, in: Drugs 27: 132-147.

O'Connor W T, Earley B und Leonard B E (1985) Antidepressant properties of the triazolobenzodiazepines alprazolam and adinazolam. Studies on the olfactory bulbectomized rat model of depression, in: British Journal of Clinical Pharmacology 19: 45-56.

Von Voigtlander P F und Straw R N (1985) Alprazolam. Review of pharmacological, pharmacokinetic, and clinical data, in: Drug Development Research 6:1-12.

Abel E L (1994) A further analysis of physiological changes in rats in the forced swim test, in: Physiology & Behavior 56: 795-800.

West A P (1990) Neurobehavioral studies of forced swimming. The rofe of learning and memory in the forced swim test, in: Progress in Neuro-Psychopharmacology & Biological Psychiatry 14: 863-877.

Wotjak C T (1995) Untersuchungen zur Vasopressin-Freisetzung in ausgewählten Kerngebieten des Rattengehirns unter besonderer Berücksichtigung des parvozellulären vasopressinergen Systems (unveröffentlichte Dissertation), München.

Borsini F und Meli A (1988) Is the forced swimmning test a suitable model for revealing antidepressant activity?, in: Psychopharmacology 94: 147-160.

Keck M E, Welt T, Post A, Müller M B, Toschi N, Wigger A Landgraf R, Holsboer F und Engelmann M (2001b) Neuroendocrine and behavioral effects of repetitive transcranial magnetic stimulation in a psychopathological animal model are suggestive of antidepressant-like effects, in: Neuropsychopharmacology 24: 337-349.

Lucki I (1997) The forced swimming test as a model for core and component behavioral effects of antidepressant drugs, in: Behavioural Pharmacology 8. 523-532.

Porsolt R D, Le Pichon M und Jalfre M (1977) Depression. A new animal model sensitive to antidepressant treatments, in: Nature 266: 730-732.

Flugy A, Gagliano M, Cannizzaro C, Novara V und Cannizzaro G (1992) Antidepressant and anxiolytic effects of alprazolam versus the conventional antidepressant desipramine and the anxiolytic diazepam in the forced swim test in rats, in: European Journal of Pharmacology 214: 233-238.

Anmerkungen

Die einzige inhaltliche Eigenleistung ist die Ergänzung eines Halbsatzes (am Ende des vorletzten Absatzes), der daher – wie auch die nicht übernommene Zwischenüberschrift – nicht mit in die Zeilenzählung eingeht.

Der Autor verwendet die Schreibweise "Kortikosteron" anstelle von "Corticosteron" – deutsche versus englische Schreibweise.

Sichter
(MekHunter), Schumann


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