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Neurobiologische Wirkmechanismen antidepressiver Therapieverfahren

von Prof. Dr. Dr. Martin Ekkehard Keck

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[1.] Mek/Fragment 102 03 - Diskussion
Zuletzt bearbeitet: 2017-09-07 22:57:57 Schumann
Fragment, Gesichtet, Mek, SMWFragment, Schindele 2003, Schutzlevel sysop, Verschleierung

Typus
Verschleierung
Bearbeiter
MekHunter
Gesichtet
Yes
Untersuchte Arbeit:
Seite: 102, Zeilen: 03-28
Quelle: Schindele 2003
Seite(n): 075, 077, Zeilen: 075:01ff.; 077:01-05
4.2.8.2.3 Keine direkte Wirkung von Alprazolam und Temazepam auf die ACTH-Sekretion der Adenohypophyse

Die hemmende Wirkung von Benzodiazepinen auf den stressorinduzierten ACTH ­Anstieg wird allgemein auf die Hemmung der zentralen Sekretion von CRH und / oder AVP zurückgeführt. Eine alternative Erklärung bietet jedoch die Möglichkeit einer lokalen gabaergen Hemmung der ACTH-Freisetzung an der Adenohypophyse.

Deshalb wurde im Rahmen dieser Studie ein separates Experiment zur Wirkung der beiden Benzodiazepine auf die ACTH-Sekretion in primären Rattenhypophysenzellkulturen durchgeführt. Nach Behandlung der Zellkulturen mit Alprazolam oder Temazepam konnten jedoch keine signifikanten Veränderungen gegenüber den jeweiligen Basalwerten festgestellt werden. Auch unter Stimulation der Zellkulturen mit CRH oder AVP zeigten die beiden Benzodiazepine keinen signifikanten Einfluss. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die in vivo beobachtete Hemmung der ACTH-Sekretion an der Adenohypophyse nicht auf eine lokale Wirkung von Alprazolam oder Temazepam zurückzuführen ist und bestätigen frühere Untersuchungen mit Alprazolam, die bezüglich der CRH-induzierten Sekretion von ACTH zu demselben Ergebnis gekommen waren (Kalogeras et al., 1990).

Aus diesem Grund sind die beobachteten Veränderungen der ACTH-Sekretion auf der Ebene des intrahypothalamischen Anteils der HPA-Achse zu interpretieren: Eine verminderte Sekretion von CRH und / oder AVP aus den parvozellulären Neuronen des PVN resultiert in einer verminderten hypophysären Ausschüttung von ACTH.

4.2.8.2.4 Versuch eines erklärenden Gesamtmodells der Wirkung von Alprazolam und Temazepam im PVN

Die vorliegende Untersuchung erbrachte zwei wesentliche Ergebnisse über die Wirkung der Benzodiazepine Alprazolam und Temazepam auf die stressorinduzierte Aktivität der HPA-Achse:


Kalogeras, K.T., Calogero, A.E., Kuribayashi, T., Khan, I., Gallucci, W.T., Kling, M.A., Chrousos, G.P. & Gold, P.W. (1990) In vitro and in vivo effects of the triazolobenzodiazepine alprazolam on hypothalamic- pituitary- adrenal function: pharmacological and clinical implications. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 20, 1462-1471.

[Seite 075]

4.5 Direkte Wirkung von Alprazolam und Temazepam auf die ACTH-Sekretion der Adenohypophyse

[...]

Diese Wirkung wird allgemein auf die Hemmung der zentralen Sekretion von CRH und / oder AVP zurückgeführt, die im Rahmen der Regulation der HPA-Achse die Ausschüttung von ACTH an der Adenohypophyse im Sinne eines Regelkreises inhibieren. Es gibt dazu eine alternative Erklärungsmöglichkeit: Alprazolam und Temazepam könnten lokal, direkt an den Zellen der Adenohypophyse über GABAA-Rezeptoren die Sekretion von ACTH hemmen.

Deshalb wurde im Rahmen dieser Dissertation ein separater Versuch über die Wirkung der beiden Benzodiazepine auf die ACTH-Sekretion in primären Rattenhypophysenzellkulturen mit Hilfe der Zellkulturtechnik unternommen mit eindeutigen Ergebnissen:

Weder nach der Behandlung der Zellkulturen mit Alprazolam, noch mit Temazepam, konnten signifikante Veränderungen gegenüber den jeweiligen Basiswerten festgestellt werden. Auch unter einer Stimulation der Zellkulturen mit CRH oder AVP zeigten die beiden Benzodiazepine keinen signifikanten Einfluss. Dies bedeutet, dass die Hemmung der ACTH- Sekretion an der Adenohypophyse nicht auf eine direkte Wirkung von Alprazolam bzw. Temazepam zurückzuführen ist. Dies bestätigt eine frühere Untersuchung von Kalogeras et al., die bezüglich der Freisetzung von CRH zu demselben Ergebnis gekommen ist (Kalogeras et al., 1990): Alprazolam hemmte die basale und CRH-induzierte Sekretion von ACTH in einer Rattenadenohypophysenzellkultur nicht.

Deshalb sind die beobachteten Veränderungen der ACTH-Sekretion auf der Ebene des intrahypothalamischen Anteils der HPA-Achse zu interpretieren: Eine verminderte Sekretion von CRH und / oder AVP aus den parvozellulären Neuronen des PVN verursacht eine reduzierte hypophysäre Ausschüttung von ACTH.

[Seite 077]

4.7 Versuch eines erklärenden Gesamtmodells der Wirkung von Alprazolam und Temazepam im PVN

Die vorliegende Untersuchung erbrachte zwei wesentliche Ergebnisse über die Wirkung der Benzodiazepine Alprazolam und Temazepam auf die stressorinduzierte Aktivität der HPA-Achse:


Kalogeras K T, Calogero A E, Kuribayiashi T, Khan I, Gallucci W T, Kling M A, Chrousos G P und Gold P W (1990) In vitro and in vivo effects of the triazolobenzodiazepine alprazolam on hypothalamic-pituitary-adrenal function. Pharmacological and clinical implications, in: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 70: 1462-1471.

Anmerkungen

Kein Hinweis auf die Quelle.

Sichter
Schumann


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