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9. Januar 2018 Bearbeiten

  • Legal Tribune OnlineEnt­schuld­bare Übe­r­ein­stim­mungen. Zum Umgang der LMU mit Wissenschaftsplagiat (Hermann Horstkotte) "Auch die Max-Planck-Gesellschaft, Deutschlands Nobelpreis-Schmiede und Kecks Arbeitgeber, freut sich, 'dass es nun endlich Klarheit in der Sache gibt', wie die Sprecherin auf LTO-Anfrage mitteilte. Getrübt wird dieser Eindruck allerdings durch eine Plagiats-Dokumentation auf der Internetplattform Vroniplag Wiki, die nahezu jede zweite Seite von Kecks Werk unangefochten brandmarkt. [...] Der derzeitige Erkenntnisstand ist offenbar ein kommunikatives Desaster, jedenfalls im Vergleich mit anderen Fällen: [...] Auf Nachfrage von LTO antwortet der Münchener Kommissionsvorsitzende, Rechtsprofessor Ansgar Ohly: [...] Im Falle Keck sprechen [..] laut Ohly die 'Persönlichkeitsinteressen des Beschuldigten dagegen, alle Details der Geschehnisse vor rund 15 Jahren offenzulegen. Genau das müsste hier geschehen, denn die Entscheidung ist aufgrund der Einzelheiten des Falls gefallen.' Diese 'Details der Geschehnisse' sollen plagiatsverdächtige 'textliche Übereinstimmungen' und 'das Fehlen von Zitaten', wovon Ohly selber spricht, anscheinend verständlich und entschuldbar machen. [...] Im Endeffekt jedenfalls führt der Datenschutz für den möglichen Plagiator zum Täterschutz statt zum Opferschutz für den betrogenen Leser."

14. Dezember 2017Bearbeiten

  • Tagesspiegel (S. 29): Plagiat mit gutem Gewissen. Die LMU München stellt ein Plagiatsverfahren ein - trotz vieler Fundstellen (Hermann Horstkotte) "Das Untersuchungsergebnis der LMU steht vordergründig im Kontrast zu 'Plagiatsfundstellen', die die Internetplattform Vroniplag Wiki bisher auf 73 von 174 Seiten der Prüfschrift aufführt, darunter 43 Seiten mit mehr als drei Viertel 'Plagiatstext'. Beide Ansichten schließen einander nicht unbedingt aus. Das Wiki will Tatsachen dokumentieren, während die LMU-Kommission solche nach ihren eigenen Kriterien bewertet. [...] Der Rechtsprofessor und Wiki-Mitarbeiter Gerhard Dannemann kritisiert die LMU für ihr Vorgehen: Sie nehme nach außen allein die 'subjektive' Seite der Plagiatssache in den Blick, mache Keck im Ergebnis keinen persönlichen Schuldvorwurf - ohne sich über die bewerteten 'Plagiatsfundstellen' näher zu äußern."
  • Dazu ergänzende Forumsbeiträge:
  • 18. Dezember 2017 (12:49 Uhr): "Geheimjustiz" ? (Ders.)
    "U-Kommissions-Vorsitzender Prof. Ohly belehrt den Hinweisgeber neuerlich so:'Während sich textliche Übereinstimmungen und das Fehlen von Zitaten recht einfach und eindeutig feststellen lassen, ist grobe Fahrlässigkeit immer eine Frage des Einzelfalls. Diese Details gehören aus meiner Sicht nicht an die Öffentlichkeit, zumal wir das wissenschaftliche Fehlverhalten nicht festgestellt haben und ich gerade deswegen auch das Persönlichkeitsrecht von Prof. Keck berücksichtigen muss. Ich werde Ihnen die genauen Einzelheiten daher nicht mitteilen, weil ich bei allem, was ich Ihnen schreibe, damit rechnen muss, dass es an die Öffentlichkeit gelangt.'
    Dumme Frage: Wieso sollte das Persönlichkeitsrecht von Prof. Keck verletzt werden, wenn alles auf den Tisch kommt, die Details seines Falls?
    Im übrigen kann die Behörde in Wahrnehmung eigener Interessen (etwa der Klarheit und Wahrheit in Hochschuldingen) auch Persönlichkeitsrechte /Datenschutz Betroffener hintanstellen. Das tat etwa ein Polizeipräsident in NRW angesichts von Zeitungsberichten über Verstrickung von Ordnungshütern ins Rotlicht-Milieu..."
  • 19. Dezember 2017 (10:00 Uhr): Subjektivität vor Objektivität (Ders.)
    "Prof. Ohly 'differenziert' zwischen 'dem objektiven Verstoß gegen die Regeln der guten Praxis einerseits und dem Vorwurf des wissenschaftlichen Fehlverhaltens andererseits, der Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit voraussetzt', also zwischen objektivem und subjektivem Sachverhalt. Die objektiven Verstöße seien in § 4 Abs. 1 Nr. 2 benannt, nämlich Falschangaben, Verletzung geistigen Eigentums, Beeinträchtigung der Forschungstätigkeit anderer. Dabei lassen sich 'sich textliche Übereinstimmungen und das Fehlen von Zitaten recht einfach und eindeutig feststellen', so Ohly.
    Dass im Falle Keck 'die Zitierweise nicht den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis entsprach, erfährt jeder, der sich über den Fall informiert, von uns oder aus der Presse', bestätigt Ohly ausdrücklich. Das rechtfertige aber nicht den 'Vorwurf des wissenschaftlichen Fehlverhaltens, der Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit voraussetzt und den der Ausschuss nicht als begründet angesehen hat.' Insofern sei die 'von Prof. Keck versandte Nachricht zutreffend', die nämlich besagt, der LMU-Ausschuss sei 'zu dem Ergebnis gekommen, dass kein wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt.' Entscheidend ist demnach nicht der objektive, sondern der unterstellte - im Falle Keck nicht en détail dargestellte -subjektive Sachverhalt – womit die behauptete Differenzierung zwischen beiden praktisch hinfällig wird. Auf diesem Wege übergeht Ohly § 48 Verwaltungsverfahrensgesetz, wonach ein 'Verwaltungsakt' (wie die Habilitation) zurückgenommen werden kann, wenn jemand diesen 'durch Angaben erwirkt hat, die in wesentlicher Beziehung unrichtig oder unvollständig waren'. Dann genießt der Betreffende auch keinerlei Vertrauensschutz. Das gilt etwa für den Subventionsempfänger, soll aber offenbar (für die Alimentation) in Professorenkreisen nicht gelten. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus."
  • Bayerisches Fernsehen (Kontrovers): Vorwürfe gegen Klinikchef. Unruhe am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (BR Recherche, Gabriele Knetsch, Lisa Wreschniok), Update 14.12.2017 "Der Untersuchungsausschuss der Ludwig-Maximilians-Universität München hat in seiner Sitzung am 04.12.2017 das Verfahren gegen Prof. Martin Keck eingestellt. Zwar könne ihm der Vorwurf gemacht werden, gegen die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis verstoßen zu haben, jedoch nicht nachgewiesen werden, dass er dies bewusst oder grob fahrlässig gemacht hätte. Weiter heißt es in einer Stellungnahme des Ausschusses gegenüber BR Recherche: 'Auch bei der gemeinschaftlichen Erarbeitung von Forschungsergebnissen, um die es hier ging, erscheint es dem Ausschuss erforderlich, dass die Beiträge aller beteiligten Wissenschaftler durch korrekte Zitate gekennzeichnet werden, was in diesem Fall nicht hinreichend geschehen ist.'"

12. Dezember 2017Bearbeiten

  • sueddeutsche.de: Mildes Urteil (Christina Berndt) "Auf insgesamt 72 Seiten der 174-seitigen Habilitation Kecks hat Vroniplag Übereinstimmungen entdeckt. 43 Seiten enthielten mehr als 75 Prozent Plagiatstext. Auch reklamierten Keck und ein Doktorand beide für sich, dieselbe Fragestellung "erstmalig untersucht" zu haben. Darüber hinaus, so Vroniplag, gebe der Verfasser in mindestens elf Fällen Quellen an, in denen sich nicht die proklamierten Belege finden ließen."

15. November 2017Bearbeiten

1. (bzw. 10.) August 2017Bearbeiten

15. März 2017 Bearbeiten

  • Bayern 2 (IQ - Wissenschaft und Forschung): "Plagiatsvorwürfe gegen M(..) K(..) (Gabriele Knetsch) "Ein Whistleblower wirft dem Direktor der Psychiatrischen Klinik des Max-Planck-Instituts 'wissenschaftliches Fehlverhalten' vor. M[..] K[..] selbst widerspricht den Vorwürfen." (mp3, ab 6:27)
  • Bayerisches Fernsehen (Kontrovers): Vorwürfe gegen Klinikchef. Unruhe am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (BR Recherche, Gabriele Knetsch, Lisa Wreschniok) "'Zusammenfassend ist festzustellen, dass die erwähnten Texte das Ergebnis gemeinsamer, von mir geleiteter Anstrengungen sind. Diese stellen die Ergebnisse einer Gemeinschaftsarbeit dar, welche als gemeinsame Textpassagen in die Dissertation [....] bzw. meine Habilitation [....] einfließen. Die identischen Textpassagen sind daher der allgemein akzeptierten und nicht anders zu bewerkstelligenden wissenschaftlichen Arbeitsweise meines Fachgebietes (hier explizit Grundlagenforschung) geschuldet.' Schreiben Prof. M[..] K[..] an LMU"

22. Mai 2016Bearbeiten

  • Leserbriefe in der Süddeutschen Zeitung: Das schadet der Wissenschaft (Verfasserin von Erhardt 2003) "Es ist daher vollkommen klar, dass die darin verwendeten Daten ebenso das geistige Eigentum von Herrn Keck sind."

13. Mai 2016Bearbeiten

  • Max-Planck-Institut für Psychiatrie: Stellungnahme zu den Vorwürfen in der Süddeutschen Zeitung (Anke Schlee) "Auch wenn das MPI diese Vorwürfe als vollkommen unberechtigt erachtet, möchte M[..] K[..] sie doch in jedem Fall zweifelsfrei ausgeräumt wissen. Er hat daher unverzüglich die beiden Titel vergebenden Einrichtungen, die LMU München sowie die Universität Utrecht, gebeten, ein unabhängiges Prüfverfahren zu seiner Entlastung einzuleiten. Dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft hat er umgehend eine Stellungnahme zukommen lassen und ihn dabei auch über die weiteren Schritte informiert. Das MPI wartet nun die Prüfung ab und wird über das Ergebnis selbstverständlich informieren."

12. Mai 2016 Bearbeiten

  • Süddeutsche Zeitung: Plagiatsvorwürfe gegen Münchner Klinikchef (Christina Berndt) "Der Verdacht des wissenschaftlichen Fehlverhaltens scheint nicht völlig aus der Luft gegriffen zu sein. Generell könne ein Habilitand die Daten eines von ihm betreuten Doktoranden für seine Arbeit verwenden, sagt Wolfgang Löwer, Ombudsman für die Wissenschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ohne allerdings mit dem Fall Keck vertraut zu sein. 'Aber das unterliegt klar dem Zitiergebot, und aus dem kann man sich mit einer Danksagung nicht rauskaufen.'"